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Diese Predigt aus der Serie „Erweckungswochenende 2011: Wie die Nadel zum Pol“ von Emanuel Baek beleuchtet das Leben Jakobs und zieht Parallelen zu unseren eigenen Herausforderungen. Es werden vier Prinzipien für ein glückliches Familienleben vorgestellt, die auf Liebe, gemeinsamen Glauben, familiären Segen und die Fähigkeit des Mannes zur Versorgung basieren. Weiterhin wird anhand von Jakobs Ringen mit Gott die Bedeutung von Selbstverleugnung, echtem Glauben und Ausdauer in Krisenzeiten hervorgehoben. Die Botschaft ermutigt dazu, trotz Schwierigkeiten auf Gottes Führung zu vertrauen und sich auf die bevorstehenden Prüfungen vorzubereiten.


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Serie: Erweckungswochenende 2011: Wie die Nadel zum Pol

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Transkript

[0:00] Im Namen Gottes. Willkommen zu unserem letzten Vortrag. Unser Wochenende stand unter dem Thema: "Wie die Nadel zum Pol". Wir haben uns das Leben von Jakob angeschaut, der Reihe nach, und haben gesehen, welche Ereignisse dort waren, welche Elemente, die letztlich dazu geführt haben, dass sein Name verändert wurde in Israel. Bevor wir heute Abend zum Thema kommen, möchte ich euch nochmal kurz zu einem Gebet einladen, bevor wir beginnen.

[1:56] Unser Vater im Himmel, wir bitten dich, dass du erneut an diesem Abend zu uns sprichst. Wenn wir jetzt mit den letzten Szenen im Leben Jakobs uns beschäftigen, mögen wir dann einen Eindruck und ein Verständnis bekommen von der Größe der Krise, die vor uns liegt. Und mögen wir verstehen, welche Vorbereitung für uns notwendig ist, um in dieser Zeit zu bestehen. Sei bei uns jetzt. Wir bitten es im Namen Jesu. Amen.

[2:41] Ich lade euch ein, eure Bibeln aufzuschlagen, im ersten Buch Mose, Kapitel 29. Und hier finden wir eine der wunderschönsten Liebesgeschichten in der ganzen Bibel. Und Jakob liebte Rachel und sagte: "Ich werde dir sieben Jahre für Rachel, deine jüngere Tochter, dienen." Hier gibt uns die Bibel ein Bild von Jakobs erster Liebe in seinem Leben. Aber Vers 20 zeigt uns noch etwas, wie tief und besonders diese Liebe Jakobs war. Die Bibel sagt hier: "Und Jakob diente um Rachel sieben Jahre, und sie waren in seinen Augen wie einzelne Tage, weil er sie liebte."

[4:04] Ich möchte mit euch sprechen über vier Bedingungen, die die Bibel uns gibt, für ein glückliches Familienleben. Ich sehe auch junge Leute unter uns, und das bedeutet, einige Singles sind hier. Und vielleicht sind auch einige dabei, die gerade jetzt zuschauen. Diese Prinzipien in der Bibel finden sich ganz besonders im Leben von Jakob. Und beachten wir, wie die Bibel hervorhebt, was für eine außerordentliche Liebe Jakob für Rachel hatte. Wie viele unter uns könnten das von sich sagen, dass sie bereit wären, für jemanden sieben Jahre zu arbeiten, und es würde ihnen vorkommen wie einzelne Tage?

[5:03] Die erste Voraussetzung für ein glückliches Heim ist, dass es tiefe und reine Liebe und Zuneigung geben muss. Ich weiß, dass das für uns hier heute Abend so offensichtlich aussieht. Aber wie oft geschieht es in unserer Gesellschaft, dass dieses erste Kriterium ignoriert wird, um andere Dinge zu tun? Aber wie oft geschieht es in unserer Gesellschaft, dass dieses erste Kriterium ignoriert wird, um andere Dinge willen?

[5:50] Ich kenne die koreanische Kultur. Und wenn ich euch jetzt darüber etwas berichte, werdet ihr vielleicht Parallelen zu eurer eigenen Kultur feststellen. Also das ist ziemlich verbreitet in Korea, dass wenn die Kinder dann auf dem College sind und sich umschauen nach einem Partner, dass die Eltern sagen: "Schau aus nach jemandem, der einen guten Beruf hat, ein Anwalt, ein Arzt und so weiter, der eben finanziell gut dasteht." Und oft finden auch Leute zusammen, die rein äußerlich gut zusammenzupassen scheinen, wo zum Beispiel beide denselben Beruf haben. Und tatsächlich ist es auch so, nicht jede Ehe, die so geschlossen wird, dass die irgendwann auseinander geht und man sich scheiden lässt.

[7:03] Aber ihr seht, Freunde, die Grundlage für eine göttliche Heimat kann nicht sein, dass man sich scheiden lässt. Es muss eine echte, divine, unselbische Liebe sein, die zwei Parteien motiviert, sich gegenseitig zu beeinflussen. Und das ist die Grundlage für eine glückliche Heimat. Ein Heim kann nicht sein, dass man sagt: "Ja, ich kann mit der Person auskommen" oder "sie verdient genug Geld". Es muss eine echte, selbstlose, gottgegebene Liebe geben, die dazu führt, dass beide aufeinander zugehen.

[7:46] Als ich noch Single war, hatte ich kein Geld, auch keinen Job. Vielleicht sollte ich es eher sagen, ich hatte keinen respektablen Job. Aber in dieser Zeit traf ich meine Frau. Im Rückblick war ich sehr dankbar, dass wir uns unter diesen Umständen trafen.

[8:19] Es gibt einige Frauen, die nur nach einem Prediger Ausschau halten. Nachdem ich selber erfahren habe, was ein Prediger so tut, weiß ich gar nicht, warum sie darauf so scharf sind, aber es gibt solche Frauen. Aber die Wahrheit war, ich habe meine Frau kennengelernt in einer Zeit meines Lebens, wo man sagen könnte, meine Karriere war ganz unten. Und später wurde mir erst klar, dass ich dadurch sicher sein konnte, dass sie mich nicht mochte wegen irgendwie einem dicken Portemonnaie, denn ich hatte keins. Es war nicht meine Stellung beruflich, denn ich hatte gar keine. Sie heiratete mich nicht wegen des Hauses, das ich nicht besaß. Sondern die einfache Wahrheit war: Sie hat mich geliebt. Einfache, schlichte, echte Liebe.

[9:32] Wenn wir das Hohe Lied sorgfältig studieren, im Hohen Lied wird berichtet, eigentlich die erste große Liebe von Salomo und wie sie sich beide kennengelernt und umeinander geworben haben. Und wenn man die Einzelteile zusammensetzt und dann ein Bild erhält, wie Salomo um diese Frau geworben hat, anstatt dass er seine königlichen Wände angelegt hat und durch das Land gezogen ist und nach einer Braut ausgeschaut gehalten hat, gibt es die Bibel den Hinweis, dass er sich ganz normal angezogen hat, Salomo, wie ein Schafhirte, und in dieser Situation eben sich auf die Suche gemacht hat. Und so traf er Sulamith, seine erste Frau. Und was für eine Überraschung, als sie entdeckt, dass ihr Liebhaber niemand anders ist, als der Prinz, der König Israels.

[11:04] Aber es hätte niemals anders passieren können. Einige Frauen hätten ihn sofort geheiratet, wegen seiner Stellung. Aber das wäre keine echte Entscheidung, keine wahre Hingabe an ihn gewesen. Einige hätten ihn geheiratet, wegen seines Wohlstands. Wir nennen die im Englischen Goldgräberinnen. Aber auch das wäre keine echte Liebe als Motiv gewesen. Einige hätten den Wunsch gehabt, dort in diesen wunderschönen Gebäuden und in den großartigen Häusern zu leben mit ihm. Aber das kann niemals die Grundlage sein für ein echtes, gottgewolltes Heim.

[12:11] Salomo traf auf seine zukünftige Frau einfach in der Kleidung, in der Verkleidung einer gewöhnlichen Person, damit sie irgendwann herausfinden konnte, dass sie viel mehr erhielt, als sie gedacht hatte. Salomo war der Sohn Davids. Auch Jesus wird der Sohn Davids genannt. Und als Jesus auf diese Erde kam, da kam er nicht als großer, glänzender König mit viel Reichtum, sondern als er kam, war er eine normale Person, die äußerlich nicht attraktiv war. Man würde nicht angezogen werden zu ihm, durch seinen Wohlstand. Und er hatte innerhalb Israels keine große Position. Aber Jesus wollte, dass seine Nachfolger ihm nur deswegen nachfolgten, weil er die Wahrheit besaß und aus keinem anderen Grund.

[13:25] Die erste Bedingung für jedes Heim ist, es muss wahre, echte, reine Liebe geben.

[13:49] Nun beachten wir außerdem, dass Jakob eine Frau heiratete, die denselben Glauben wie er besaß. Und dieses Prinzip, wenn es um ein glückliches Heim geht, ist wahrscheinlich das Prinzip, das am meisten missachtet wird. Wir können nicht wirklich die Hoffnung haben, dass wir ein glückliches Heim aufbauen können, wenn wir nicht einen Partner finden, der denselben Glauben hat wie wir. Und das ist das Prinzip, das wir nicht haben können, dass wir ein glückliches Heim aufbauen können, wenn wir nicht einen Partner finden, der denselben Glauben hat wie wir.

[14:31] Ich weiß, einige werden jetzt sagen: "Ja, schau mal, die und die, er war kein Christ, dann haben sie geheiratet und einige Jahre später ließ er sich taufen." Ja, es mag solche Geschichten geben. Aber für jede solche Erfolgsgeschichte gibt es neun andere, wo es nicht geklappt hat. Und selbst in diesen Beispielen, wo etwas Gutes geschieht, gibt es eine ungeschriebene Geschichte von Konflikten, von Schmerzen und Leiden, die uns oft nicht erschlossen ist.

[15:32] Eines, was ich immer wieder höre, ist, dass Menschen zu mir sagen: "Ach, weißt du, du kennst meinen Freund oder meine Freunde nicht. Wenn du sie kennen würdest, würdest du wissen, sie sind wirklich ein guter Mensch." Das ist wie dieses Syndrom, das Petrus hatte beim letzten Abendmahl. Jesus sagte, einer der Jünger würde ihn verraten. Und Petrus war sich ganz sicher: "Auch wenn es jedem anderen passieren könnte, mir jedenfalls nicht. Jeder mag dich verlassen, Herr, aber ich nicht." Freunde, wenn wir diese Einstellung haben: "Ja, ich weiß, es steht in der Bibel und es mag auch zutreffen auf alle anderen, aber bei mir wird es nicht so sein", dann laufen wir ganz große Gefahr, dass wir für den Rest unseres Lebens uns unglücklich machen.

[16:48] Es braucht also nicht nur echte, wahre Liebe, sondern die Ehe muss auch im Herrn geschehen. Denn die Bibel sagt uns: "Geht nicht unter einem ungleichen Joch."

[17:04] Das Prinzip Nummer drei. Es war auf die Bitte von Isaak und Rebekka, dass Jakob nach Haran ging, um eine Frau zu finden. Und auch Laban, sein späterer Schwiegervater, sagte: "Ja, es ist besser, dass ich meine Tochter dir gebe, als jemand anders." Eine Ehe sollte den Segen haben der Familie und der Freunde.

[17:48] Wie oft habe ich Paare getroffen, die sich gegen den Willen der Eltern und auch der Freunde durchsetzen. Es ist noch nicht lange her, da habe ich eine junge Frau betreut. Sie war eine Adventistin und ihr Freund war ein Buddhist. Und alle ihre Freunde, nicht nur einer, sondern ausnahmslos jeder, warnte sie vor dieser Entscheidung, die kurz bevor stand. Aber das Seltsame war, dass trotz dieser ganzen klaren Warnungen der Freunde, die sie doch lieb hatten, dass sie das Gefühl hatte: "Ich kann trotzdem die Sache erfolgreich machen." Und sie ist inzwischen verlobt. Aber ich habe immer noch Hoffnung, dass Gott sie aufwecken wird und dass ihr klar wird, was sie im Begriff steht zu tun.

[19:02] Jede Ehe hat irgendwann mal stürmische Zeiten. Und in diesen stürmischen Zeiten, wenn da Familien da sind, Familien, die dich unterstützen können, die dich ermutigen, dann kann das entscheidend dafür sein, ob ihr durchkommt oder es auseinanderbricht. Soweit es nur möglich ist, sollten wir den Rat von gottesfürchtigen Eltern und Freunden beachten.

[19:38] Und das vierte Prinzip ist, dass in jeder Ehe muss es irgendwie eine Möglichkeit geben, für den Mann Geld zu verdienen. Das ist jetzt natürlich geschlechtsspezifisch. Es muss eine Möglichkeit geben, für den Mann Geld zu verdienen. Es muss eine Möglichkeit geben, für den Mann seine Familie zu versorgen.

[20:17] Wie viele Frauen habe ich getroffen, wo es andersrum ist, wo die Frau für den Mann sorgt. Ihr Damen, auch wenn ihr noch Single seid. Und egal wie gut er aussieht. Egal, was für ein Auto er fährt. Wenn er keine Arbeit hat, mit der er dich, die Familie, versorgen könnte, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass diese Beziehung nicht der Wille Gottes ist.

[20:54] Jakob hat über 14 Jahre lang bewiesen, dass er die Eigenschaften hatte, die notwendig waren, um eine Familie zu versorgen. Also die Bibel sagt, ich kenne diesen Vers nicht, aber... Die Bibel sagt: "Bewähre dich erstmal draußen, in der Welt, auf dem Fels, und dann versorgst du deine Familie. Und dann bist du ein Mensch." Das heißt, du brauchst eine vernünftige Arbeit, und dann kannst du auch ein Heim gründen, ein Haus. Und wenn er das festgemacht hat, dann kann er auch eine Partnerin finden, die ihn in dieser Arbeit unterstützt.

[22:06] Jetzt, Freunde, erinnern Sie sich, dass die Bibel beschreibt, dass Jakob 7 Jahre arbeiten wollte, wirklich ein Total von 14 Jahren, für Rachel. Und die Bibel sagt, dass sie nur ein paar Tage für sie dauerten, weil sie Liebe hatte. Und beachten wir auch, dass die Bibel sagt, dass Jakob bereit war, jahrelang, 14 Jahre insgesamt, für Rachel zu arbeiten, und die Bibel sagt sogar, sie kam ihm vor wie einzelne Tage.

[22:36] Und das erinnert uns an einen Grundsatz, der sehr wichtig ist im Christentum. Es ist ein einfacher Grundsatz, aber er bedeutet, dass die Liebe der eigentliche Antrieb ist und das Motiv für alles, was wir für Christus tun. Wenn wir lange genug am Sabbat in den Gottesdienst gehen, dann wird das zu einer Gewohnheit. Obwohl das eine gute Gewohnheit ist, muss das Fundament von allem, was wir tun, trotzdem sein, dass wir es aus Liebe für Jesus tun. Wenn wir das tun für Jesus, weil wir ihn lieben, dann wird auch der Sabbat uns begeistern. Und du wirst nicht mit der Uhr dort stehen und sagen: "Wann geht die Sonne endlich unter, damit ich den Fernseher anmachen kann? Ich möchte jetzt einkaufen gehen, wann ist die Sonne endlich unten?" Unser Motiv muss die Liebe zu Jesus sein, und wenn das wirklich da ist, dann werden wir alles, was er von uns erwartet, gerne tun.

[24:09] Ich bin, als ich Kind war, niemals bei uns zu Hause in die Küche gegangen. Das muss ich anders formulieren. Ich bin nie in die Küche gegangen zum Arbeiten. Meine Schwester war älter. Aber in der koreanischen Kultur ist das so, die Männer lassen sich in der Küche eigentlich nicht blicken und wenn, dann nicht um zu arbeiten. So bin ich aufgewachsen. Aber nach meiner Heirat. Ihr Paare, ihr könnt euch daran erinnern, wenn ihr frisch verheiratet seid und eure Frau serviert euch die erste Mahlzeit. Und ihr wisst ja, sie möchte euch gefallen und deswegen gibt sie sich die größte Mühe. Und ich erinnere mich, meine Frau hat damals jeden Topf, den sie bekommen konnte, in Benutzung genommen. Und es hat so lange gedauert, bis sie mit dem Kochen fertig war, denn sie wollte, dass es mir ganz gut gefällt. Und ich erinnere mich daran, es hat nicht nur hervorragend geschmeckt. Meine Frau ist eine super Köchin. Aber ich erinnere mich auch noch, ich konnte ihr ansehen, wie stolz sie war, dass sie mir das allerbeste geben konnte. Aber als wir dann gegessen haben, habe ich im Augenwinkel die ganze schmutzige Geschirr gesehen, die Berge. Und ich muss dazu sagen, sie hat mich nicht mal darum gebeten, das Geschirr zu spülen. Aber Freunde, Liebe erzeugt Liebe. Und ich hoffe, dass jetzt kein deutscher Mann auf mich sauer wird, aber ich habe angefangen, das Geschirr zu spülen. Und tatsächlich, in den ersten Ehejahren war ich immer derjenige bei jeder Mahlzeit, der dann abgespült hat.

[26:51] Wenn wir andere jung verheiratete Paare besucht haben, hat meine Frau immer gesagt: "Mein Mann spült zu Hause ab." Freunde, ich bin damit nicht groß geworden als Kind, ich musste nie abspülen. Und ich mache das nicht mal gerne. Und warum habe ich es trotzdem getan? Liebe ist das ultimative Motiv. Und wenn wir Liebe haben, können sogar schwierige Dinge so leicht von der Hand gehen.

[27:35] Später dann, als Jakob vor Laban geflüchtet war und ihm dann erzählt von diesen ganzen Leidensjahren, was er durchmachen musste. Dann sagt er: "Was ich alles für dich durchgemacht habe, nachts, da konnte ich vor Frost kaum schlafen. Und wenn ein Tier verloren ging, dann habe ich es aus meiner eigenen Tasche erstattet. All das habe ich für dich getan." Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber wenn ich so einen Chef hätte, dann hätte ich schon lang gekündigt. Wie hat er das ausgehalten, diese Behandlung über 20 Jahre? Wie? Der Grund war etwas, das man Liebe nennt.

[28:27] Freunde, warum hat Jesus das Kreuz erduldet und die Schande nicht geachtet? Warum hat er zugelassen, dass einer seiner engsten Jünger ihn verraten hat? Warum hat er es zugelassen, dass einer seiner geliebten Jünger ihn verleugnete? Die Schläge und diese schlimmen Verhöre, warum hat Jesus das durchgemacht? Er hat es aus Liebe getan.

[28:59] Freunde, liebt ihr Jesus? Und wenn ja, wie zeigt sich das in eurem Leben? Jesus sagte: "Wenn ihr mich liebt, dann haltet meine Gebote." Jesus hat uns darum gebeten, dass wir ihm gehorchen, weil wir ihn lieben, nicht weil wir hoffen, dass wir ewiges Leben bekommen.

[29:27] Eine meiner Lieblingsgeschichten in der Bibel als Kind war die Geschichte von den drei Helden, und ich mag sie heute noch. Kennt ihr die Geschichte? David sagt: "Oh, ich wünschte, ich könnte Wasser trinken von diesem Brunnen." Und er hat niemanden darum gebeten, was zu holen. Aber diese drei Helden, die sind in das Feindeslager, mitten ins Herz hineingegangen. Wenn da eine kleine Sache schief gegangen wäre, ein Ausrutscher, wenn man sie entdeckt hätte, man hätte sie auf der Stelle getötet. Und doch, diese drei Helden, diese Starken, haben ihr Leben eingesetzt, nur um etwas Wasser zu holen. Und sie brachten es David. Und David, als er dieses Wassergeschenk annimmt, konnte er nicht glauben, was sie getan hatten. Und er konnte es nicht mal übers Herz bringen, das Wasser zu trinken. Er wusste, es war mit Blut erkauft. Und so hat er es Gott geopfert. Als ein Zeichen seiner Liebe zu Gott.

[31:03] Freunde, seht ihr, dass das letzte Motiv immer die Liebe sein muss? Jakob liebte Rachel, und deswegen kam es ihm vor, die lange Zeit wie wenige Tage. Und in der ganzen Bibel finde ich kein schöneres, kein klareres Bild von der Liebe zwischen Ehemann und Frau wie hier in der Geschichte von Jakob und Rachel.

[31:42] Hier in diesem Raum haben wir vier verschiedene Gruppen von Menschen. Einige sind nicht verheiratet. Und vielleicht habt ihr auch den Gedanken schon bekommen: "Hat Gott mich vergessen?" Die Bibel lehrt uns, dass wenn eine Frau heiratet, dass dann ihre Zuneigung sich vor allem um den Mann dreht. Wenn du heute Abend hier bist, unverheiratet, vielleicht ist es dann Gottes Plan für dich, dass du deine Zuneigung und deine Liebe in etwas investierst, das anderen gar nicht auffällt. Vielleicht gibt es Kinder oder ein Waisenheim, vielleicht gibt es ein Missionswerk, wo Gott jemanden braucht, der seine ganze reine Liebe in diese Sache hineinschüttet. Und wir sollten nicht deswegen grummeln, weil Gott uns noch niemanden geschenkt hat. Vielleicht lässt Gott es bewusst zu, weil er mit deiner Liebe etwas anderes vorhat.

[33:22] Einige andere sind hier, sie sind verheiratet und sie sind glücklich verheiratet. Aber wir müssen vorsichtig sein, denn in der Geschichte von Jakob erkennen wir, es war Rachel, die ihm mehr Probleme und Kummer gemacht hat als Lea. Und ein Beispiel dafür ist, als sie unbemerkt die Götzenbilder von ihrem Vater Laban gestohlen hat und Jakob wusste gar nichts davon und fast hätte er deswegen, es hätte ihm fast Kopf und Kragen geschlagen. Und die Botschaft sollte eigentlich klar sein: Wenn wir eine glückliche Ehe haben, dass wir uns deswegen nicht stolz fühlen, denn bei Jakob war eigentlich Rachel sein Schwachpunkt, die ihm eben viel Schwierigkeiten immer wieder gebracht hat.

[35:00] Und wisst ihr das, in der Geschichte von Lea, wir finden eines der tiefsten Beispiele für eine Frau, die sich nach Liebe gesehnt hat und sie hat sie nicht bekommen, weil die Zuneigung zu einer anderen Person ging. Und in Wahrheit war es so, dass Gott Lea sozusagen dafür einen Ausgleich verschafft hat, weil Jakob in seiner Liebe Rachel vorgezogen hat. Denken wir darüber genau nach. Welche Frau war letztendlich die Mutter des Messias? Wer? Lea! Es war Lea. Gott hat sie gesegnet in dieser Ehe, wo sie so unglücklich war, hat Gott ihr etwas geschenkt, das ihr Glück geschenkt hat. In jeder unglücklichen Ehe sorgt Gott dafür für eine Art Ausgleich, für einen Puffer, der dir hilft, das zu ertragen und der dir einen Ausgleich schenkt.

[36:21] Es gibt auch Leute hier, die, als sie geheiratet haben, beide ungläubig waren, aber inzwischen ist einer der Partner Christ geworden. Und jetzt stehst du in der Herausforderung, ein christliches, vorbildliches Leben zu führen, das dein Partner sieht und das ein Mittel zu seiner Bekehrung werden kann. Das ist die Aufgabe, die Gott dir jetzt vorgelegt hat.

[37:07] Wir sollten uns nicht täuschen, egal in welchem Zustand wir sind, ob verheiratet oder Single oder glücklich und unglücklich. Gott sorgt immer dafür, dass es irgendetwas gibt, was uns vorsichtig macht, entweder oder was uns ermutigt und Glück schenkt.

[37:38] Jetzt gehen wir in 1. Mose Kapitel 30 zu Vers 25. Und es geschah, als Rachel Josef geboren hatte, da sprach Jakob zu Laban: "Entlass mich, dass ich an meinen Ort und in mein Land ziehe." Ich lese das, weil hier beschrieben wird, dass Jakob an einem Punkt kam in seinem Leben, wo eine Sehnsucht in ihm aufgebrochen ist, zurückzugehen in sein Vaterhaus. Aber die Bibel sagt uns auch, dass Laban Jakob überzeugen konnte, noch zu bleiben. Es ist also nicht sofort passiert. Aber in 1. Mose Kapitel 31 Vers 1. Da berichtet die Bibel: "Und er, Jakob, hörte die Worte der Söhne Labans, die sprachen: Jakob hat alles genommen, was unserem Vater gehörte, und von dem, was unserem Vater gehörte, hat er sich all diesen Reichtum verschafft. Und Jakob sah das Angesicht Labans, und siehe, es war gegen ihn nicht wie früher." Hier, in diesem Vers wird uns mitgeteilt, da hat sich etwas verändert in der Beziehung zwischen Laban und Jakob, er sah ihn nicht mehr mit den gleichen Augen an, wie bisher.

[39:57] Ich lese deswegen vor, weil wenn wir das Leben Jakobs betrachten, dann erkennen wir vier verschiedene Prinzipien Gottes, wie er einen Menschen führt. Kapitel 30, Vers 25 hatten wir gelesen, dass dieser Wunsch, die Sehnsucht aufgebrochen ist in Jakob: "Ich möchte gerne nach Hause." Aber einfach nur die Sehnsucht im Herzen war noch nicht Grund genug zu sagen: "Ja, jetzt ist es Gottes Wille, dass es auch geschieht." Aber jetzt kommt noch etwas dazu: die Umstände ändern sich. In Kapitel 31 wird uns ja gesagt, dass etwas verändert worden ist, er hat nicht mehr die Gunst seines Schwiegervaters, und im Patriarchen Propheten wird uns auch gesagt, dass Jakob Angst hatte, dass die Söhne Labans mit Gewalt den Besitz ihm wiedernehmen würden, den er sich durch genetische Experimente angeeignet hatte.

[41:11] Das dritte Prinzip, und das ist sehr wichtig: Jetzt geschieht das Wort Gottes zu Jakob. Kapitel 31, Vers 3: "Und der Herr sprach zu Jakob: Kehre zurück in das Land deiner Väter und zu deiner Verwandtschaft, und ich will mit dir sein." Ich habe einen Fehler gemacht, es sind nur drei, nicht vier Prinzipien. Wie führt Gott uns, wie sehen wir seinen Willen? Einmal durch das Wort Gottes, durch die Vorhersehung, durch die Umstände, und durch die Beeindruckung durch den Heiligen Geist. Und erst wenn all diese drei Prinzipien zutreffen, können wir wirklich mit Sicherheit sagen: "Ja, das ist Gottes Wille, und er führt mich in diese Richtung."

[42:22] In jedem Leben, bei jeder Person gibt es kritische Momente, und es ist wichtig, dass wir jeden Tag und immer den Willen Gottes suchen. Aber es gibt Entscheidungen im Leben, die können unser ganzes Leben beeinflussen, wenn wir an dieser Stelle die falsche Weiche stellen.

[42:49] Die Bibel sagt uns, dass Jakob nicht nur in seinem Herzen den Eindruck hatte, die Zeit ist gekommen, zurückzugehen. Und es war nicht nur, dass die Umstände sich veränderten, dass die Leute, mit denen er zusammenwohnte, ihm nicht mehr wohlgesonnen waren, sondern jetzt sagte auch Gott zu ihm: "Jakob, die Zeit ist da, zurückzugehen."

[43:24] Der Grund, warum Jakob überhaupt weggegangen war aus der Heimat, war ja gewesen, dass sein Bruder Esau was wollte. Er wollte ihn töten. Jetzt versetzen wir uns hinein in die Situation von Jakob. Er ist in einer sehr schwierigen Lage. Er möchte ja nach Hause zurück. Aber da wartet ja dieser listige Jäger, Esau, sein Bruder. Ein Mann, der es versteht, wie man Leben nimmt. Aber dort, wo er sich jetzt befindet, sein Wohnort, da sagt die Bibel uns, dass die Situation immer schwieriger wurde, die Leute wollten ihn nicht mehr. Und jetzt könnt ihr verstehen, in welcher Klemme Jakob sich befand. Er hat das Gefühl, er kann nur zwischen zwei Übeln wählen.

[44:33] Ich möchte etwas erklären. In Deuteronomium 32 beschreibt die Bibel diese Erfahrung und es benutzt ein Bild aus der Natur, um zu verdeutlichen, wie Gott mit seinen Kindern handelt. In 5. Mose 32, Vers 9 heißt es.

[45:04] Vers 10.

[45:56] Ich muss hier auf etwas hinweisen, denn wir haben ja zu Beginn unseres Wochenendes gelernt, dass Israel und Jakob, dass sich das sowohl auf eine Person, als auch auf eine Nation bezog. Und jetzt in Vers 11. Da beschreibt die Bibel ein interessantes Phänomen aus der Natur, das die Erfahrung Jakobs und die Erfahrung Israels beschreibt. Vers 11.

[47:04] Ich habe ein Seminar gehalten und über die Straße war ein riesiger, toter Baum. Und in seiner Spitze gab es dieses riesengroße, massive Nest, das aus richtigen Ästen gebaut war. Und ich denke, ich übertreibe nicht, wenn ich sagen würde, der Durchmesser von diesem Nest war ungefähr so breit wie diese zwei Boxen. Wie viel ist ein Pfund? Etwa ein halbes Kilo, ich weiß es jetzt nicht genau. Also bis 75 Pfund kann so ein Nest wiegen. Also das sind vielleicht, weiß ich nicht, 30, 40 Kilogramm. Dankeschön, also 34 Kilogramm. Ihr könnt euch vorstellen, wie groß so ein Nest sein muss. Also ihr könnt euch vorstellen, das ist nicht hier so ein kleines Vogelnest, das ist eine massive Struktur.

[48:34] In diesem Nest war eine Adlermutter und sie hatte Jungen. Und wie bei allen Vögeln eigentlich, gibt es einen bestimmten Zeitraum, wo die Mutter sich um die Jungen kümmert und sie mit der nötigen Nahrung versorgt. Aber es kommt dann der Tag, wo der junge Adler groß genug ist und er jetzt das Nest verlassen muss. Und jetzt tut der Adler etwas, was die Bibel hier in Vers 11 beschreibt. Es heißt nämlich: "Der Adler stört sein Nest auf." Was heißt das? Der Adler, der hat rasiermesserscharfe Krallen. Und komischerweise benutzt die Adlermutter jetzt diese Krallen, um in das Nest zu greifen und diese schöne, weiche Unterlage für die Jungen aufzukratzen, sodass auf einmal überall diese spitzen Äste rausstechen. Und die kleinen Adler, die verstehen gar nicht, was hier los ist. Es war doch immer so ein guter Zimmerservice. Und jetzt ist alles anders.

[50:27] Aber weil die Adler eben so langsam fliehen vor diesen scharfen Ästen und Spitzen, bewegen sie sich hin zum Rand des Nestes. Und dann passiert noch etwas Komisches, denn die Bibel sagt in Vers 11: "Wie der Adler sein Nest aufstört und über seinen Jungen schwebt." Der Adler tut jetzt wieder etwas, was die Kinder überhaupt nicht begreifen können. Denn die Mutter beginnt mit ihren sehr starken Schwingen auf das Nest zu schlagen und da bleibt es nicht aus, dass irgendwann auch mal ihre Jungen getroffen werden. Und er stellt euch vor, wie es dem Jungen jetzt vorkommen muss. Im Nest gibt es keinen weichen Platz mehr. Überall sind die scharfen Äste, die rausgucken. Jetzt fängt auch noch seine Mutter an zu schlagen und er rennt hin und her und weiß gar nicht, was ihm geschieht.

[51:53] Und dann geschieht eine dritte Sache, und das war das Ziel der Mutter. Denn die Bibel sagt: "Wie der Adler sein Nest aufstört, über seinen Jungen schwebt, seine Flügel ausbreitet, sie aufnimmt." Denn stellt euch vor, wenn das geschieht, dass das Nest eben aufgewühlt ist und dann fängt die Mutter auch noch zu schlagen an, dann ist der einzige ruhige Platz, der für die Junge noch bleibt, der Rücken der Mutter. Und das war genau die Absicht. Denn jetzt tut die Adlermutter etwas, was das Junge total erschreckt. Es heißt nämlich, dass sie die Flügel ausbreitet und sie aufnimmt. Sie fängt an, in den Himmel zu fliegen. Und sie kreist immer höher und höher. Und an einem bestimmten Punkt tut sie etwas, das das kleine Junge total erschreckt. Sie schubst ihn nämlich vom Rücken runter. Und jetzt stürzt der Vogel in seinen Tod. Und instinktiv fängt der kleine Vogel an zu flattern und mit seinen Schwingen zu rudern. Aber die Flügel sind noch zu schwach. Und es scheint, dass der Tod jetzt das sichere Schicksal des Jungen ist. Aber kurze Momente bevor es aufschlägt, schafft es die Mutter, dass sie das Junge wieder auffängt und es wieder hinaufträgt zu dem Nest und erneut das Junge auf den Rücken nimmt.

[54:32] Und jetzt kommt dieses ganze schreckliche, aufwühlende Erleben, dass das Junge durchmachen musste, noch ein zweites Mal. Und wieder flattert der Junge ganz hilflos. Aber während er das tut, werden seine Flügel immer stärker. Man sagt, dass es einige Adler und Jungen gibt, die niemals wirklich den Versuch unternehmen, selber zu flattern. Aber diejenigen, die es doch tun, die versuchen es immer wieder und immer wieder und schließlich kommt der Punkt, wo sie tatsächlich selber fliegt.

[55:24] Das kommt einem so eigenartig und so rücksichtslos vor. Aber welche Bedeutung hat diese Geschichte eigentlich für Jakob? Im Blick auf das Leben von Jakob. Jakob war doch jetzt genau in dieser Position. Da passierte etwas ganz Komisches. Das Leben war einigermaßen gut zu ihm eine Weile. Es ging ihm gut, der Wohlstand wuchs. Aber jetzt steht er an der Schwelle, seine adoptierte Familie zu verlieren und seine Anstellung. Aber das andere Problem ist, dass wenn er nach Hause will, dann muss er sich ja seinem mörderischen Bruder Esau stellen, der sich gerne rächen möchte. Und jetzt steckt er in der Klemme und fragt sich: "Wo soll ich denn überhin? Was soll ich machen?"

[56:46] Es gibt einige hier unter uns, die, glaube ich, recht gut verstehen, was Jakob damals durchmachen musste. Denn vielleicht habt ihr die gleiche Erfahrung gemacht und eure Arbeit verloren. Vielleicht seid ihr Student und ihr habt eine Aufnahmeprüfung gemacht, aber ihr habt es nicht geschafft, eure Wunschschule zu bekommen. Vielleicht seid ihr eine ganz sportliche, fitte Person, aber neulich hat der Arzt euch gesagt, dass ihr schwer krank seid. Und ihr seid ganz durcheinander. Das Leben lief so gut bisher. Was ist jetzt auf einmal los?

[57:35] Ihr lieben Freunde, das ist ein Bild dafür, wie Gott uns trainiert. Es gibt Zeiten in unserem Leben, wo Gott möchte, dass wir jetzt etwas anderes machen. Sein Wille für euer Leben hat sich verändert. Er möchte gerne, dass ihr in eurem Glauben neue Höhen erreicht. Aber um das zu erreichen, müsst ihr durch einige Schwierigkeiten, durch Leiden in eurem Leben gehen. Auch ihr müsst die Erfahrung durchmachen, dass euer Nest aufgestört wird.

[58:20] Ich habe das selber erlebt, das ist noch nicht lange her. Dinge passierten und mir war nicht klar, wo führt das Ganze hin? Und mir kamen alle möglichen Gedanken in den Kopf. Der Teufel hat mich sogar versucht zu sagen: "Schmeiß doch alles hin und such dir eine andere Arbeit und geh in ein anderes Land." Und doch wurde mir irgendwie bewusst, in dieser ganzen Situation, da will Gott mir irgendetwas klar machen. Es war Zeit für Jakob, zu einem anderen Ort zu gehen. Gott wollte, dass er ein anderes Erlebnis hat. Und jetzt war es Zeit für Jakob, sein ultimatives Test zu erleben.

[59:24] Bitte, sehr schnell, lasst uns in unsere Bibel drehen. Zu Genesis 32. Diese Erfahrung, die in diesem Kapitel 32 berichtet ist, die zieht sich über einen einzigen Tag hin. Es ist interessant, wenn wir die Bibel sorgfältig lesen, dann zeigt die Bibel uns, wir sollten nie unterschätzen, was nur innerhalb eines Tages passieren und sich verändern kann. Innerhalb eines Tages wurde aus Josef im Kerker der Vize-Pharao von ganz Ägypten. In nur einem einzigen Tag wurde aus Mose, dem Prinzen von Ägypten, dem Thronerben, ein Verfolgter und Flüchtling. In einem Tag nur wurde aus einem weisen Mädchen, Esther, eine Anwärterin und spätere Königin Persiens. Wir dürfen keinen einzigen Tag beginnen, ohne von Gott Weisheit und Stärke zu erbitten, denn wir können niemals wissen, was in nur einem Tag passieren kann.

[1:01:15] In 1. Mose 32. In Vers 2, bitte beachtet dort, dass es heißt: "Jakob zog seines Weges, und es begegneten ihm Engel Gottes." Wenn wir Gottes Willen tun, wenn wir das tun, was er uns gebeten hat, müssen wir uns auf dem richtigen Pfad des Gehorsams befinden. Jakob sah zwei Gruppen von Engel vor ihm und hinter ihm, die ihm die Bestätigung und die Zusicherung gaben, dass Gott mit ihm war.

[1:02:13] Ich gehe jetzt über einige Verse schnell hinweg und lese weiter in Vers 24. Die Bibel sagt: "Jakob wurde alleingelassen, und ein Mann rang mit ihm, bis die Morgenröte aufging. Als er sah, dass er ihn nicht überwältigen konnte, rührte er sein Hüftgelenk an, und er renkte, als er mit ihm rang." Es gibt zwei Dinge, die wir hier verstehen müssen, damit uns klar wird, welche Ausmaße das Geschehen hier hat.

[1:03:02] Als Jakob zuerst Rachel sah, war sie gerade in einer Notlage, denn sie konnten ihre Schafe nicht tränken, weil genug Männer da sein mussten, um den Stein von dem Brunnen wegzuschieben. Vielleicht wollte Jakob Eindruck machen auf Rachel. Die Bibel berichtet uns, dass Jakob allein in der Lage war, diesen massiven Stein, der den Brunnen abdeckte, wegzuschieben. Jakob war also kein Schwächling.

[1:03:59] Der zweite Hinweis, den die Bibel uns gibt, ist: Dieses Ringen geschah die ganze Nacht. Ich weiß nicht, ob ihr auch Wrestling habt, dieses Ringen in Deutschland, aber bei uns dauert das nur wenige Minuten. Ich glaube, diese Ringkämpfer, niemand von ihnen könnte eine ganze Nacht durchkämpfen. Aber so tat es Jakob.

[1:04:30] Wir müssen natürlich verstehen, dieser Fremde wollte ihn töten, aber als der Morgen kam, da berührt diese Person einfach nur seine Hüfte und auf einmal ist sein Gelenk ausgerenkt. Eines kann ich euch sagen, ich bin noch nie ein Gelenk ausgerenkt worden, aber mir ist mal passiert beim Sport, dass mein linkes Schultergelenk ausgekugelt war. Der Schmerz war so heftig, dass ich Sterne vor Augen hatte und ich bin fast bewusstlos geworden. Wenn sein Hüftgelenk da aus der Pfanne gesprungen ist oder verrenkt wurde, dann bedeutet das eine ganz ernsthafte Verletzung.

[1:05:38] In Vers 26. Vers 27, da sprach er: "Lass mich los, denn die Morgenröte ist aufgegangen, und ich will nicht los, es sei denn, du segnest mich." Und er sagte: "Was ist dein Name?" Und er sprach: "Jakob." Da sprach er: "Nicht Jakob soll fortan dein Name heißen, sondern Israel, denn du hast mit Gott und mit Menschen gerungen und hast gesiegt."

[1:06:22] Jakob ist auf dem Weg zu seinem Vaterhaus. Sein Bruder kommt ihm entgegen mit einer Schar Soldaten, um ihn zu töten. Und jetzt kämpft Jakob mit diesem göttlichen Wesen. All diese Elemente werden sich wiederholen für Gottes Volk, direkt vor seiner Wiederkunft, vor Jesu Wiederkunft. Das Sonntagsgesetz ist erlassen. Es beginnt zuerst eher harmlos. Aber dann kommt es so weit, dass diejenigen, die wirklich treu Gottes Gebote halten wollen, zum Tode verurteilt sind. Und jetzt kommen die Bösen heran, um Gottes Volk zu vernichten. Gottes Volk kommt in eine riesen Notlage, als sie sehen, dass die Feinde heranrücken. Und jetzt, wie Jakob, klammern sie sich und kämpfen an ihr Gegenüber, an Gott, denn er ist die einzige Hoffnung, der einzige, der sie aus der Krise bringen kann.

[1:07:47] Drei Dinge können wir lernen aus der Geschichte Jakobs. Zuerst muss man lernen, totalen Selbstverleugnung. Freunde, ihr müsst verstehen, dass Gott nicht an einem schwierigen Zeitpunkt war, als er mit Jakob kämpfte. Er hätte schon gleich zu Beginn seine Hüfte berühren können. Also, warum hat Gott so lange gewartet und zugelassen, dass Jakob die ganze Nacht hindurch ringen musste, um am Ende seine Hüfte zu berühren?

[1:08:46] Gott hatte zugelassen, dass Jakob an einen Punkt kommt, wo er das tut, was er sein ganzes Leben lang gemacht hat, nämlich immer kämpfen und ringen und sich anstrengen. Und er wollte, dass er begreift und an den Punkt gelangt, wo er sieht: "Meine Bemühungen sind alle wertlos, ich bin erschöpft, ich bin am Ende." Und das erkennen wir in Vers 27. Er sagt: "Was ist dein Name?" Vers 28 im Deutschen. Und denken wir daran, wenn Gott in der Bibel eine Frage stellt, dann nicht deswegen, weil er etwas nicht weiß. Wusste Gott, wie Jakob heißt? Ja. Ja, warum hat er ihn gerade an diesem Punkt gefragt? Nach einer Nacht des Ringens. Jetzt gehandicapt. Und Jakob muss sagen: "Jakob", und das heißt "der Versenhalter" oder "der Betrüger".

[1:09:59] Gott musste Jakob all dieser Selbstgefälligkeit berauben, seiner Selbstsicherheit, damit er bereit war, durch die Krise zu gehen. Wir können niemals die kommende Krise durchstehen, wenn wir noch einen kleinen Rest von Selbstgerechtigkeit und Selbstgefälligkeit in unserem Leben haben.

[1:10:29] In den Schriften von Ellen White finden wir diese Aussage. Was bedeutet Rechtfertigung aus Glauben? Es ist das Werk Gottes, die Ehre des Menschen in den Staub zu legen und das für den Menschen zu tun, was er in seiner eigenen Kraft nicht vermag. Wenn der Mensch erkennt, dass er selbst nichts ist, dann ist er vorbereitet, mit der Gerechtigkeit Christi bekleidet zu werden. Erst wenn der Mensch selbst zu nichts wird, kann Gott etwas für ihn tun. Und deswegen diese ganze Nacht des Ringens. Deswegen wollte Gott ihn befreien von dieser ganzen Selbstgenügsamkeit, Selbstgefälligkeit, die er sein ganzes Leben hindurch sehr schnell prüfen.

[1:11:46] Der zweite Punkt ist: Gott wollte prüfen, ob der Glaube Jakobs echt war und stark. Denn denken wir daran, Gott hatte ihm ja versprochen, mit ihm zu sein und ihm die Verheißung zu schenken, die es in Abraham und Isaak gegeben hatte. Und deswegen bringt Gott Jakob in diese Zwangslage. Auf der einen Seite ein blutdurstiger Bruder, auf der anderen Seite eine Familie, die ihn hasst. An denen er sich halten kann. Jetzt kommt heraus, wie sein Glaube wirklich steht. Uns wird gesagt, wir brauchen einen Glauben, der durchhalten kann, trotz Hunger, trotz Verzögerung.

[1:12:53] Und der dritte Punkt, den Jakob brauchte, er brauchte Ausdauer. Beachten wir in Vers 26, da sagt der Engel: "Lass mich los." Vers 27: "Denn die Morgenröte ist aufgegangen." Wir haben den Eindruck, dieser Engel versucht, sich loszureißen. Und die Bibel zeigt uns, dass Jakob einfach an ihm festgehalten hat. Er war verwundet, er war müde, er war am Ende. Und er hat gesagt: "Ich lass dich nicht gehen, es sei denn, du segnest mich."

[1:13:37] Heute hören die Leute auf zu beten, wenn nach einer Woche nicht mehr was passiert. Freunde, wenn wir vor dieser Prüfung stehen und wenn wir sie bestehen wollen, diese Zeit der Angst in Jakob, dann brauchen wir einen Glauben, der durchhält und der festhält bis zum Ende.

[1:14:12] Rabea wird jetzt gleich für uns noch ein Lied singen. Und nachdem sie das getan hat, möchte ich euch noch eine Geschichte erzählen. Und dann werden wir schließen. Aber bitte hört auf die Worte des Liedes und betet still für euch, während sie singt. Und dann werden wir schließen mit Gebet.

[1:21:07] Wie kannst du dann mit Pferden zurechtkommen? Und wenn du auf ein Land des Friedens dein Vertrauen setzt, wie willst du es dann machen in der Pracht des Jordan? Wisst ihr, was dieser Vers bedeutet? Jeremiah gibt uns ein einfaches Beispiel. Denn zu dieser Zeit war das so, dass ein Soldat in Israel, der konnte Rüstung und Waffen an sich tragen, die etwa 90 Kilogramm wogen. Bis zu 90 Kilogramm.

[1:22:07] Und was er hier sagt, ist, dass wenn also ein ganz normaler Fußsoldat in diesen Umständen damit nicht mitkommt, wie möchte er dann überleben, wenn der Feind seine Kavallerie loslässt? Die Bibel benutzt ja auch das Bild vom Jordan. Meistens war der Jordan ziemlich glatt und ruhig. Aber es gab auch Zeiten, da war er sehr stürmisch und angeschwollen. Es gab Zeiten, da hat Gott seinem Volk gesagt: "Geht durch den Jordan hindurch", und sie sind hineingeschritten im Glauben und er ging auseinander. Und wenn du nicht den Glauben hast, das zu tun, wenn er ganz ruhig ist, das Wasser, was führt dich zu dem Glauben, dass du es tun wirst, wenn er stürmisch ist und angewachsen?

[1:23:20] Als ich im College war, da habe ich manchmal besondere Bewegungen und Bodybuilding gemacht, zum Beispiel Gewichttraining. Also einfach Bewegungsübungen mit Gewichten. Auf jeden Fall, ich habe mich dort trainiert, meinen Körper trainiert, in der Sporthalle und das war hinter dem Heim. Und das war eben so gemacht und schallgedämpft, dass auch wenn die Leute da schrien und bei ihren Übungen und laut waren, dass in dem Heim jeder in Ruhe schlafen konnte. Aber natürlich gab es trotzdem einfach so ein paar Regeln, die vernünftig waren, wenn man die Sporthalle benutzte oder diesen Kraftraum. Erstmal: Du sollst nicht alleine trainieren. Und Nummer zwei: Wenn du fertig bist, räume alles wieder zurück.

[1:24:44] Eines Tages, es war noch etwas Zeit, bevor ich zur Arbeit ging, also ging ich in die Halle und niemand war dort. Und der Letzte, der es benutzt hatte, hatte die ganzen Gewichte auf dieser Stemmbank gelassen. Ich hatte es eilig und ich habe mir nicht die Zeit genommen, mal durchzuzählen, die Scheiben, die da drauf waren, aber es sah so aus, als würde ich das stemmen können. Ich bin also drunter durchgekrabbelt und ich habe es aus der Bank hochgedrückt. Aber diejenigen, die das schon mal gemacht haben, die wissen, einfach nur, dass du es hochstemmen kannst, bedeutet doch nicht, dass du es wirklich in der Hand hast, sondern dass du es hochstimmst. Und sobald meine Arme 90 Grad überschritten hatten, fiel es runter. Und es war so schwer, dass alles, was ich hinkriegte in meiner Kraft, es so hochzustemmen, dass es nicht meine Brust zusammenquetschte.

[1:26:20] Das Problem war, dass in dem Plan dieses Kraftraums für die nächsten Stunden niemand eingetragen war. Und ich hätte da schreien und rufen können, niemand hätte mich gehört. In dieser Situation gab es zwei sehr schwierige Möglichkeiten. Nummer eins: Du hättest jetzt diese Gewichtsstange herunterrollen können bis zu deinem Bauch, sodass du dich aufrichten kannst und das dann runterholen. Aber das ist sehr schmerzhaft, man wird die ganze Partie hier verletzen. Ich habe Männer gesehen, die sind sehr gelenkig und die schaffen es tatsächlich, mit den Füßen drunter zu gehen und sich so zu unterstützen. Aber ich gehörte nicht zu denen.

[1:27:23] Also, was mache ich jetzt? Ich habe meine ganze Kraft eingesetzt, dass es mich nicht zusammendrückt. Und während ich dort drückte und schnaufte, hörte ich ein Geräusch. Colors? Was auch immer das ist. Der Letzte, der das benutzt hatte, die befestigt am Ende, sodass sie nicht wieder runterrutschen können. Und während ich mich bewegte und damit kämpfte, hörte ich dieses Geräusch. Eine Scheibe fiel runter und dann noch eine Scheibe und bald waren alle Scheiben auf einer Seite runtergerutscht. Und dann machte es... und die Stange fiel natürlich auf der anderen Seite runter.

[1:28:31] Und diese Erfahrung hat mich etwas Einfaches, aber Wichtiges gelehrt. Wenn du 200 kg mal stemmen möchtest, aber so schwer war es nicht, dann musst du erst mal mit 50 anfangen und dann musst du dich hocharbeiten zu 60, 100, 150, bis du irgendwann bei 200 bist. Viele Leute sagen: "Ich weiß, was das Mahlzeichen des Tieres ist, ich werde das nicht bekommen." Ja, ich weiß, was die Angst in Jakob ist, ich schaffe es dadurch. Aber so funktioniert das nicht. Wenn du nicht geistliche Stärke entwickelt hast, Tag für Tag, allmählich, genauso wie es unmöglich ist, dass du dieses Riesengewicht stemmst, wie du dafür trainiert hast, wirst du auch nicht durch diese Krise kommen, wenn du nicht Tag für Tag geistlich deinen Glauben aufgebaut hast.

[1:29:54] Eine Prüfung steht vor uns und sie wird Gottes Gemeinde erschüttern. Und viele, viele werden diese Prüfung nicht bestehen. Und ihr schaut zu im Internet. Es liegt an euch, wie ihr umgeht mit den täglichen Prüfungen heute, und sie werden entscheiden über die zukünftige Prüfung.

[1:30:23] Freunde, Gott sucht Menschen. Männer, die man nicht kaufen oder verkaufen kann. Männer, deren Gewissen so treu auf die Pflicht zeigt, wie die Nadel zum Pol. Männer, die für das Recht einstehen, selbst wenn der Himmel einstürzt. Freunde, ich möchte so ein Mensch sein. Ist das auch euer Wunsch heute Abend? Ihr Damen, ist das euer Wunsch heute? Lasst uns zum Schluss aufstehen und lasst uns uns selbst Gott weihen. In diesen kommenden Krisen wollen wir durch Gottes Gnade treu sein, wie die Nadel zum Pol. Treu zur Pflicht. Und für das Recht einstehen, auch wenn der Himmel zusammenstürzt.

[1:31:24] Unser Vater im Himmel, heute kommen wir jetzt aus dem Leben Jakobs. Du hast uns Lehren mitgegeben aus dem Leben Jakobs. Da war jemand, ein Mensch wie wir. Schwach. Er hat versucht, es in eigener Kraft zu schaffen. Und doch sehen wir in seinem Leben die Kraft der Gnade. Herr, gib uns einen ausdauernden Glauben. Und hilf uns durchzuhalten und nicht aufzugeben. Herr, wenn wir heute Abend hier weggehen, mögen unsere Entscheidungen und die Entschlüsse, die wir gefällt haben, mögen sie uns begleiten. Und mögen wir das tun, wozu du uns berufen hast. Denn das ist unser Gebet und wir bitten all das im Namen Jesu. Amen.

[1:32:56] Jetzt bin ich auf den Beinen. Ich bitte, ich kann deinen Weg finden. Lass mich durchs Paradies mit dir gehen.


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