In dieser ersten Folge der Serie „Macht. Glaube. Hoffnung.“ beleuchtet Eric Flickinger die Welt am Scheideweg, in der Martin Luther lebte. Das Video zeichnet ein lebendiges Bild der politischen, sozialen und religiösen Umwälzungen des frühen 16. Jahrhunderts, von den militärischen Konflikten des Osmanischen Reiches bis hin zu den intellektuellen Strömungen des Humanismus und der Erfindung des Buchdrucks. Es wird gezeigt, wie diese globalen Ereignisse und die tiefgreifenden Probleme der damaligen Kirche den Boden für Luthers Wirken bereiteten und wie seine frühen Thesen die Welt veränderten.
1. Licht am Horizont – Luthers Welt am Scheideweg
Eric Flickinger · Macht. Glaube. Hoffnung. ·Themen: Bibel, ErweckungWeitere Aufnahmen
Serie: Macht. Glaube. Hoffnung.
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Transkript
[0:00] Ich freue mich so sehr, dass Sie heute Abend hergekommen sind. Wir haben eine ganz interessante neunteilige Serie vor uns, die heute Abend beginnt und dann die weiteren Wochenenden fortgesetzt wird. Einige der Dinge, die über diese neun Nächte geteilt werden, werden Dinge sein, mit denen Sie sich sehr vertraut fühlen. Einige Dinge in diesen neun Vorträgen mögen vielleicht recht bekannt sein, aber ich kann mir gut vorstellen, dass einige Dinge auch vollkommen unbekannt bisher gewesen sind.
[0:50] Es gibt ja einige Aspekte aus dem Leben und dem Glauben von Martin Luther, die man überall in den Schlagzeilen heute lesen kann. Aber es gibt auch viele Aspekte, die wirklich historisch fundiert sind, die aber heute kaum in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden, obwohl sie sein Denken sehr stark geprägt haben. Und wir wissen, dass sein Leben und auch die Glaubensüberzeugung, die er so gewonnen hat, unsere Gesellschaft bis heute auch mitprägen. Aber auf welche Art und Weise genau? Sind es nur die Dinge, die vielleicht in der Kunst und Kultur noch so zu sehen sind? Sind es vielleicht Dinge, die wir in der Politik noch wahrnehmen? Wie haben seine Überzeugungen die Religion und auch den Aspekt der Freiheit beeinflusst?
[1:58] Heute Abend wollen wir beginnen, einige dieser Fragen nach und nach zu beantworten. Aber wir wollen heute Abend wie jeden Abend mit einer Art und Weise beginnen, die ganz notwendig ist für solche Botschaften. Und wir möchten tatsächlich mit einem Gebet beginnen, damit Gott unsere Zeit gemeinsam auch segnen kann. Ich möchte Sie einladen, dass Sie mit mir beten, wenn Sie möchten.
[2:31] Lieber Vater, wir möchten dir dankbar sein, dass wir heute Abend hier sein können. Vor 500 Jahren hat Martin Luther eine Haltung eingenommen, die die Welt verändert hat. Und jeden Abend, wenn wir hier zusammenkommen, werden wir besser verstehen, wie sein Glaube, seine Überzeugung unsere Welt verändert haben. So bitten wir dich, dass du uns segnen wirst heute Abend. Und wir bitten dich im Namen Jesu, Amen.
[3:11] So unser Thema heute Abend ist Licht am Horizont, Luthers Welt am Scheideweg. Was würde Martin Luther heute sagen? Was charakterisiert unsere Welt heute? Hier sind einige Schlüsselbegriffe, Dinge, die man heute Abend in den Nachrichten gut und gerne hören könnte. Krieg im Nahen Osten, eine weit verbreitete Kontroverse über den Islam, politische Spannungen in Osteuropa, die Frage nach der echten Identität in Europa, was ist eigentlich Europa, neue Entdeckungen, technologische Fortschritte und neue Wege der Kommunikation, neue technologische Errungenschaften, der Konflikt zwischen der freien Meinungsäußerung und auch der Zensur, Bemühungen, Weltfrieden zu erreichen, Reformen in der Kirche.
[4:29] Das sind Dinge, die man heute in den Nachrichten hören könnte, aber es mag Sie überraschen, dass genau diese Dinge auch die Nachrichten schon vor 500 Jahren bestimmt haben. Denn die Sorgen der Menschen von 1517 waren im Wesentlichen die ähnlichen Sorgen, die wir auch heute noch haben. Wir wollen eine kleine Reise unternehmen, 500 Jahre zurück in das Jahr 1517.
[5:05] Was war damals wirklich los? Da gab es militärische Auseinandersetzungen direkt vor den Toren Kairos. Die Schlacht von Raidinia. Im Jahr zuvor hatten die Osmanen schon Syrien erobert. Sie haben dann südwärts sich expandiert. Jahrhundertelang haben dort im Süden von Palästina und Ägypten die Mamluken regiert. Die kamen eigentlich aus dem Kaukasus, waren islamische Söldner. Und das kam dann zu einem Ende hier. Nun hatten die Türken die Kontrolle über die heiligen Städte des Islam.
[5:58] Schon einige Jahrzehnte vorher, in 1453, war Konstantinopel gefallen. Und das Osmanische Reich hatte sich vergrößert und war expandiert. Land nach Land und Region nach Region fiel unter die Herrschaft der Osmanen. Serbien, Albanien, Crimea, die Krim, all of them were conquered. All diese Länder wurden erobert. Sie führten auch Krieg gegen die Handelsmacht Venedig. Und zur selben Zeit haben die spanischen Könige die letzten Überreste des Maurischen Emirats aus der spanischen Halbinsel vertrieben.
[6:49] Hier ist, was in Osteuropa vor sich ging. Die osteuropäischen Nationen hatten den Eindruck, dass Westeuropa sie übervorteilt. Da waren Mächte wie Spanien und Portugal und Frankreich. In Europa war so ein Machtkampf im Gange, wer eigentlich das Sagen hat und wer die Macht hat. Aber die allergrößte Macht in jener Zeit in Europa war das Heilige Römische Reich deutscher Nation. Im Grunde genommen waren das eigentlich verschiedene weltliche und geistliche Territorien, die in diesem Reich zusammengefasst waren. Von den Niederlanden und von Mecklenburg ging es ganz den Süden hinunter bis nach Norditalien. Sieben Kurfürsten wählten den Kaiser.
[8:01] Maximilian I., der zu der Zeit herrschte, hatte folgenden Spitznamen. Er wurde genannt der letzte Ritter und der erste Kanonier. Denn immer mehr Technologie prägte auch das militärische Leben damals. Dort im Zentrum Europas war dieses Heilige Römische Reich deutscher Nation.
[8:24] Es gab neue Entdeckungen, die gemacht wurden. Man versuchte ja, den Seeweg nach Indien zu finden. Man wollte den Gewürzhandel intensivieren und auf dieser Westroute wäre das gut möglich gewesen. Christopher Columbus, ein ganz bekannter Italiener, hatte die Idee, diese Route finden zu können. Er hat andere versucht zu überreden, dass er das schaffen könnte. Aber alle waren skeptisch. Endlich hat er jemanden gefunden, der bereit war, seine Reise zu finanzieren.
[9:12] War seine Reise ein Erfolg? Er hat etwas gefunden. Er hat nicht genau das gefunden, was er eigentlich gesucht hatte. Aber er hat etwas gefunden, wofür ich recht dankbar bin. Und das sind die Amerikaner. Er dachte natürlich, dass er Indien entdeckt hätte. Deswegen wurden auch die Ureinwohner Amerikas oft als die Indianer bezeichnet. Kurz vor 1517 hat er diesen Doppelkontinenten Amerika entdeckt. Und benannt wurde der Kontinent nach dem Entdecker Amerigo Vespucci.
[10:02] Man findet in dieser Zeit auch, dass nach Jahrhunderten der intellektuellen Fähigkeiten der Menschen sehr schwach ausgeprägt waren, jetzt die Wissenschaften und die Künste wieder sehr aufgeblüht sind. Man hat sich wieder ganz für die klassische Antike interessiert. Die Humanisten haben versucht, das Studium der antiken Griechen und lateinischen Autoren zu beleben. Das Mutterland des Humanismus war Italien. Es war eine sehr weltoffene Gegend dort. Gleichzeitig ging es dort moralisch sehr dekadent zur Sache. Und die Kirche sah das Ganze mit großem Argwohn.
[11:07] Der erste christliche Gelehrte, der sich überhaupt mit dem Hebräischen beschäftigt hat, war ein Mann namens Johannes Reuchlin. Er wurde bekannt, weil er sich dafür eingesetzt hatte, dass man nicht jüdische Schriften verbrennen sollte. Als er diese alten Schriften genauer studierte, bekam er auch ein besseres Verständnis des Alten Testamentes. Und auch er hatte das Bemühen, die Bibel noch besser zu übersetzen. Reuchlin war ein Württemberger. Er wurde in Pforzheim geboren, nicht zu weit weg von hier. Er hat sowohl in Tübingen unterrichtet als auch für den Herzog von Württemberg hier in Stuttgart gewirkt. Wir werden auch noch etwas mehr über ihn und seinen Einfluss erfahren.
[12:06] Einer der einflussreichsten und leidenschaftlichsten Vertreter dieser neuen Bewegung des Humanismus war ein Mann namens Erasmus von Rotterdam. Er hat wirklich mit großer Leidenschaft für den Frieden gekämpft. 1517 verfasst er diese berühmte Klage des Friedens. Es wurde geschrieben, weil eine internationale Friedenskonferenz in Frankreich geplant war, die leider nie stattgefunden hat. Er war bekannt als der Fürst der Humanisten. Könige und Fürsten haben sich sehr mit seinem Werk beschäftigt und es wertgeschätzt. Er war ein brillanter Gelehrter und auch ein sehr gefürchteter Satiriker. Er war schon 50 Jahre alt, als er 1517 das schrieb.
[13:16] Hier ist ein Zitat von ihm. Zu groß ist die Sache, als dass man sie aus geringfügigen Gründen verzögern dürfte. Vom größten Teil des Volkes wird der Krieg verflucht. Man betet um Frieden. Einige wenige nur, deren gottloses Glück vom allgemeinen Unglück abhängt, wünschen den Krieg. Beurteilt selbst, ob es recht und billig sei oder nicht, dass deren Unredlichkeit mehr gilt als der Wille aller Guten. Ihr seht, bis jetzt ist nichts durch Bündnisse zustande gebracht, nichts durch Verschwägerung gefördert, nichts durch Gewalt, nichts durch Rache-Nahme. Stellt nun dagegen auf die Probe, was Versöhnlichkeit und Wohltätigkeit vermögen. Der Krieg wird aus Krieg gesät, Rache verursacht wieder Rache.
[14:32] 1516, ein Jahr zuvor, hatte Erasmus schon das Neue Testament im Originalgriechischen drucken lassen. Das war das erste Mal, dass das passiert worden ist. Dieses Projekt und weitere Editionen, die dann folgten über die Jahren, sind die Grundlage gewesen für viele Bibelbesetzungen, die wir heute noch haben. In seiner Edition war die bekannte lateinische Version, die Vulgata, neben dem griechischen platziert. Erasmus nutzte dafür einige wenige Manuskripte, die er von Reuchlin sich ausborgte zum Teil. Weil er für das letzte Buch der Bibel, für die Offenbarung, ihm die letzte Seite fehlte, hat er dann tatsächlich aus dem Lateinischen es einfach zurück übersetzt ins Griechische.
[15:31] Dieses ganze Projekt war überhaupt möglich durch eine andere Entdeckung, die wirklich die Welt verändert hat. Das war die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern. Die Wissenschaft hat sich dadurch sehr viel besser verbreiten können in der ganzen Welt. Als das Wissen sich verbreitete, haben die Herrscher das mit Besorgnis zur Kenntnis genommen. So haben sie nach Wegen gesucht, diese neue Technologie irgendwie im Zaum zu halten und einzugrenzen.
[16:12] Gutenberg hat diese Technologie ungefähr ein halbes Jahrhundert zuvor in Mainz entwickelt. Sein wichtigstes Werk ist natürlich die bekannte Gutenberg-Bibel. Diese neue Technologie konnte Ideen weit verbreiten. Aber damit war wie gesagt die Idee verbunden, wie kann man das Ganze durch Zensur kontrollieren.
[16:54] Berthold von Henneberg hat sich dazu folgendermaßen geäußert. Die göttliche Buchdruckerkunst macht aller Welt den Gebrauch von Büchern zur Belehrung und Erbauung zugänglich. Viele aber missbrauchen diese Kunst aus Ruhmessucht und Geldgier, sodass sie die Menschheit verderben, statt sie aufzuklären. So finden sich zur Herabsetzung der Religion und ihrer Spitzen Schrift in den Händen des Volkes, welche aus dem Lateinischen ins Deutsche übersetzt sind. Diese Übersetzer nun, ob sie in gutem oder schlechtem Glauben handeln, können nicht behaupten, dass die deutsche Sprache fähig sei, das genau wiederzugeben, was jene ausgezeichneten griechischen und lateinischen Autoren mit der sorgfältigsten Genauigkeit des Ausdrucks und der vollsten Kenntnis des Gegenstandes über die erhabenen Spekulationen des christlichen Glaubens geschrieben haben. Sie müssen vielmehr einräumen, dass die Armut unserer Sprache ihre Bemühungen vereitelt. Und dass aus diesem Grunde gezwungen sind, ihr Hirn zur Erfindung neuer Ausdrücke zu martern, ob bei einzelnen alten Schriftstellern den Sinn zu entstellen, was wir wegen der damit für die Heiligen Schriften verbundenen Gefahr noch mehr fürchten. Denn wir besorgen sehr, dass, wenn sie nur die alten gebrauchen, sie den Inhalt der geoffenbarten Wahrheit ändern, woraus eine ungeheure Gefahr für die Heiligen Schriften entsteht. Wer aber gibt den ungebildeten Männern und Frauen, welche die heiligen Bücher in die Hand fallen, die Fähigkeit, den richtigen Sinn herauszufinden. Wenn man zum Beispiel den Text des Evangeliums oder die Briefe des heiligen Paulus prüft, so wird jeder unterrichtete Mensch sich leicht davon überzeugen, dass viele Stellen durch andere Schriften ergänzt werden müssen.
[18:41] In derselben Zeit gab es auch ein Verlangen nach Reformen innerhalb der katholischen Kirche. Menschen erkannten, es gibt Probleme in der Kirche und sie hofften, dass es Veränderungen geben könnte. Im selben Jahr, um das wir uns ja gerade drehen, 1517, endete am 16. März, das fünfjährige Vatikan-Konzil beschloss, dass es wirklich keinen Weg gibt, mit diesen universellen Reformen nach vorne zu gehen. Die Menschen begannen zu erkennen, dass, wenn Reformen kommen würden, sie nicht von oben kommen könnten, sondern von unten.
[19:41] Im Jahr 1512 wurde ein Konzil in der Lateran eingeladen. Es war das Zentrum der päpstlichen Macht in Rom. Die Kirchenreform war auf der Agenda. Aber das Konzil konnte die Reformen nicht umsetzen. Die Herausforderung war, auch wenn sie ein paar Vorgaben machen konnten, der Papst konnte reinkommen und sie umsetzen.
[20:27] Und diese Dinge, die im ganzen Welt passierten, erhielten die Ideen, die Martin Luther hatte.
[20:41] Am 26. April 1517 wurden 151 Thesen an die Kirchentür der Wittenberger Schlosskirche genagelt. Der Autor stand für zwei Ideen ein. Vergebung der Sünden aufgrund der Gnade Gottes. Und zweitens der Vorrang der Bibel vor allen Kirchenvätern. Das waren faszinierende Ideen. Sicherlich interessant, um sie zu diskutieren.
[21:26] Die Schlosskirche, woher kam sie? Sie war erst 14 Jahre zuvor, 1503, von dem Kurfürsten Friedrich III. erbaut worden. Wittenberg war eigentlich eine sehr kleine Stadt, aber die Hauptstadt von dem mächtigen Kur Sachsen. Seit einigen Jahren war eine Universität dort herangewachsen, die immer wichtiger wurde. Friedrich III. wollte nur die allerbesten akademischen Standards an dieser Universität haben. Debatten, wie die, die diese 151 Thesen anrufen, waren regelmäßige Aktivitäten in der Stadt.
[22:24] Der Autor dieser 151 Thesen war ein Individuum mit dem Namen von Andreas Bodenstein. Er wurde auch Karlstadt genannt, nach seinem Geburtstag. Er war Theologie-Professor an der Universität Wittenberg. Aber Karlstadt hatte diese Ideen eigentlich nicht selbst entwickelt. Er wurde von einem anderen Kollegen an der Theologischen Fakultät dazu inspiriert. Ein Kollege, der sehr populär war unter allen Professoren. Einer, der wirklich ein brillanter Denker war. Der oft brandneue Ideen mit großer Ernsthaftigkeit vortrug. Und da kommt jetzt jemand in das Bild hinein, der uns viel vertrauter ist.
[23:32] Am 31. Oktober 1517 war es Martin Luther, der seine eigenen 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche annagelte. Was war sein Anliegen mit den 95 Thesen? Er wollte eine Diskussion lostreten über den Verkauf der Ablassbriefe. Er hatte sich Sorgen gemacht über dieses Thema. Und es gab guten Grund, besorgt zu sein.
[24:11] Die Kirche lehrte eine sogenannte dreifache Buße. Zuerst gab es da die Reue. Was nichts weiter als die Zerknirschung über die Sünde ist. Dann gab es die Absolution. Das bedeutete, dass der Priester einem die Vergebung Gottes zusprach. Und das als drittes die Genugtuung. Man musste also selbst nach der Vergebung noch ein paar gute Werke tun, um das wieder gut zu machen. Der Ablass war eigentlich nur dazu da, sozusagen den dritten Teil abzulassen oder abzugleichen. Man kann sich den Ablass eigentlich als eine Art Abkürzung vorstellen. Wenn man diese ganzen Werke nicht tun wollte, diese guten Werke. Wenn man keine Zeit hatte, jetzt eine Pilgerreise durchzuführen. Dann konnte man natürlich ja Vergebung bekommen. Und zwar durch einen Preis.
[25:24] Der Priester musste immer noch die Sünde untersuchen. Dazu kam noch, dass diese Lehre von dem Ablass noch gar nicht wirklich dogmatisch richtig fixiert war. Sie war nicht wirklich in Stein gemeißelt. Und so gab es einige Flexibilität, wie man das jetzt genau umsetzen könnte. Und Martin Luther erkannte, dass dieser Ablass zum Teil sehr missbräuchlich verkauft wurde. Er wollte darüber jetzt also sprechen und diese Missstände an die Öffentlichkeit bringen. Solche Diskussionen gab es ja eigentlich ständig an dieser Universität statt. Martin Luther hatte keinerlei Ahnung, dass das jetzt irgendwie die Welt verändern würde. Aber seine 95 Thesen blieben nicht einfach in Wittenberg. Sie wurden schnell verbreitet zu verschiedenen Fürsten, verschiedenen Kirchen.
[26:45] Was den Martin Luther wirklich bewegt hat, oder aufgeregt hat, das waren vor allem die Aktionen einer einzelnen Person. Das war ein Dominikaner, ein Theologe aus Leipzig. Und in der Nähe von Martin Luthers Gegend hat er diese Ablässe verkauft. Er hieß Johann Tetzel. Wie sagte ein Dominikaner aus Leipzig. Er wurde als Generalsubkommissar für den Ablasshandel vereidigt. In Magdeburg. Ein sehr kluger Mann. Hatte schon seit 1504 Ablässe verkauft. Er war in Polen schon als Inquisitor aufgetreten. Er war sehr groß. Sehr stark. Sehr einflussreich. Und er wusste genau, was er wollte. Er hatte übrigens sehr gut verdient für seine Arbeit. 80 Gulden im Monat. Er hatte extra seine Verpflegung gestellt bekommen, einen Knecht und auch ein Fuhrwerk, mit dem er dann gefahren ist. Er hatte diesen Verkauf wirklich zu einer Wissenschaft gemacht, des Ablasshandels.
[28:28] Der Erzbischof von Brandenburg war auch Kurfürst von Mainz geworden, seit 1514. Und damit auch Reichsärztkanzler für Deutschland. Und genau für diesen Albrecht von Brandenburg in Mainz arbeitete Tetzel. Albrecht war eigentlich ein Kunstliebhaber. Und er sammelte Reliquien. Er war allerdings zu jung für die Position, für die er benannt worden war. Und hatte schon andere Ämter, was wegen dem Verbot der Ämterhäufung ein Problem war. Deswegen musste er all diese Verstöße mit Geld begleichen, das er nach Rom senden musste.
[29:22] Das Erzbistum in Mainz war das Allerwichtigste in Deutschland. Neben Rom war und ist diese Institution die einzige, die auch Heiliger Stuhl genannt wird. Auf verschiedenen Umständen basierend war das Kurfürstentum schwer verschuldet ebenfalls in Rom. Dieses Erzbistum war finanziell schwer angeschlagen. Jedes Mal, wenn ein neuer Erzbischof gewählt wurde, musste man dafür Gebühren bezahlen. Aufgrund einiger Todesfälle hatte es sehr viele neue Wahlen gegeben. Und jetzt kam dieser junge Albrecht hinein. Und er hätte dann wahrscheinlich doch jetzt recht lange gelebt. Aber auch er kommt mit einer großen Schuldenlast, die er in Rom hat.
[30:30] Und an dieser Stelle kam jetzt eine andere Partei ins Spiel. Und das war das Bankhaus Fugger. Diese Bankiere lebten in Augsburg. Und sie haben jetzt der Kur Mainz geholfen, einen guten Deal zu machen mit der römischen Kurie. Sie waren es gewohnt, die Führer und Prinzen zu finanzieren. Und die Bürsten und die Kaiser mit Geld zu versorgen. Hinter den Szenen haben sie oft so die Fäden gezogen. Und sie hatten ausgezeichnete Beziehungen nach Rom. Sie haben ein sehr lukratives Ablassgeschäft jetzt initiiert.
[31:25] Dieser neue Ablasshandel sollte jetzt alle anderen, die es zuvor gegeben hatte, ersetzen. Es gab ein äußerst wichtiges Gebäudeprojekt, Bauprojekt in Rom. Die Peterskirche wurde vollständig neu gebaut. Und das kostete viel Geld. Und jeder wusste, dieser Ablass soll dafür dienen, unter anderem auch, diesen Bau zu vollenden. Jeder wusste, dass das eigentlich der Grund war.
[32:09] Seit 1513 hatte Leo X. die damalige Papst schon regiert, wie alle seine Vorgänger. Sein Vater war Lorenzo de' Medici aus Florenz. Leo X. hatte eigentlich kein Interesse an Reformen. Er liebte die Kunst. Er liebte die Kultur. Er hatte einen Hofnarren. Und wenn deren Witze ihm nicht gefielen, hat er ihn schlagen lassen. Das war eine sehr interessante Zeit damals. Er war auch tief verstrickt in die europäische Politik. Sein Ziel war es, den französischen König zum nächsten Kaiser zu machen.
[33:06] Aber Leo X. war jetzt kein Ausnahmefall in dieser Hinsicht. Über die Jahre war das Papsttum in dieser Zeit moralisch wirklich tief gesunken. Nehmen wir zum Beispiel Sixtus IV. Er lebte bis 1484. Und er tat das mit einer gehörigen Prise von Vetternwirtschaft. Vespasio de' Medici sagte dies, Vespasiano de' Medici sagte, es hätte diese Wahl beinahe zum Niedergang der Kirche des Herrn geführt. Er hat einfach alle bedeutenden Positionen mit Familienmitgliedern und Freunden besetzt. Er hat Kriege angefangen, einfach nur, dass er neues Territorium seinen Freunden als Geschenk geben könnte. Und als er hörte, dass einige seiner Feinde und seiner Freunde einen Frieden geschlossen hatten, hat er vor lauter Sorgen einen Herzinfarkt bekommen und ist gestorben.
[34:23] Dann haben wir einen anderen Papst hier. Er hieß Innozenz VIII. Er hatte so ungefähr sieben oder acht Kinder. Er hatte auch die sehr berüchtigte Hexenbulle in Auftrag gegeben. Wie sagt man, veröffentlicht. Er hat einen Kreuzzug gegen die Waldenser in Westitalien durchgeführt. Er war eigentlich ein recht schwacher Papst gewesen. Im Grunde genommen war er mehr so eine Marionette für einflussreiche Menschen hinter der Szene. In Rom gab es dieses Sprichwort über ihn. Man sagte, ganz Rom nennt ihn Vater. Weil er so viele verschiedene Kinder mit so vielen verschiedenen Frauen hatte.
[35:26] Und 1487 kam diese berühmte Hexenbulle heraus. Die hat er gar nicht selbst geschrieben, sondern wurde ihm einfach diktiert von einem Mann namens Heinrich Kramer. Wir werden gleich nochmal auf den zurückkommen. Er hat außerdem einen Kreuzzug gegen die Waldenser durchgeführt. Die Waldenser waren eine Gruppe von Menschen, die über Jahrhunderte den christlichen Glauben, den neutestamentlichen Glauben in den Westalpen Italiens und Frankreichs beibehalten hatten.
[36:09] Und dann gibt es Alexander VI. Von 1492 bis 1503. Da gibt es einen interessanten Text anlässlich seiner Papstkrönung. Rom hat groß einen Cäsar gemacht. Nun hebt Alexander Kühn es zum Gipfel empor. Mensch, jener, dieser, ein Gott. Von allen Päpsten gilt er mit Abstand als der Schlimmste überhaupt. Und sein Sohn Cäsar tat viele Dinge, die man gar nicht mit Worten eigentlich so sagen sollte.
[36:50] Und danach kam Julius II. Von 1503 bis 1513. Und er war schon sprichwörtlich bekannt für seine vielen Kriege und Feldzüge. Und hier ist ein Zitat von jenem besagten Heinrich Kramer.
[37:36] So sah die Welt eigentlich aus, als Martin Luther ins Leben kam. Martin Luther wurde am 10. November geboren. Er war entweder der erste oder der zweite Sohn eines jungen Ehepaars in Eisleben. Das junge Ehepaar, beide etwa 23 Jahre alt, kamen aus der Gegend von Eisenach. Und Eisleben war eigentlich nur ein Intermediatstadt. Und eigentlich waren sie nur auf der Durchreise. Sie wollten gar nicht lange in Eisleben bleiben.
[38:24] In welchem Jahr ist Martin Luther eigentlich geboren worden? Da gibt es eigentlich eine Debatte darüber. Vor allem 1483 oder 1482 sind Optionen. Für beide Daten gibt es gute Gründe. Aber auch wenn man das genaue Datum nicht kennt, hat man doch ungefähr eine Idee. Einen Tag später, am 11. November, ist er getauft worden. Und es war gerade der Martinstag. Und deswegen wurde er Martin getauft in der Eislebener Kirche St. Peter und St. Paul.
[39:13] Wie schon gesagt, es mag sein, dass es schon ein älteres Geschwisterkind gab, das aber früh gestorben ist. Eisleben gehörte damals zu dieser kleinen Grafschaft Mansfeld. Nach wenigen Monaten ist die Familie zu dieser Hauptstadt von Mansfeld weitergezogen. Mansfeld hatte nur etwa 2.000 Einwohner. Es gab nicht mal feste Straßen. Aber direkt neben diesem kleinen Dorf war die mächtige Burg der Grafen von Mansfeld. Und hier ist Martin Luther aufgewachsen.
[40:00] Wie waren seine Eltern eigentlich? Hans Luther arbeitete im Bergbau. Er war eigentlich aus einer Bauernfamilie gebürtig, hat sich dann allerdings im Bergbau heimisch werden lassen. Er liebte Bücher, aber die waren sehr teuer, und so hatte er kaum Gelegenheit zu lesen. Er war ein sehr aufrechter Mann. Manche modernen Biografen sagen allerdings, dass er möglicherweise sogar Analphabet gewesen ist. Eine Sache ist sehr sicher. Er liebte nicht die roten, bettelnden Mönche. Er liebte die, die nicht so gut waren, wie sie heute sind. Er wollte, dass seine Kinder, wenn sie aufwachsen, ganz ehrbare, verantwortungsvolle Leben leben würden.
[41:13] Von Zeit zu Zeit war Hans wahrscheinlich ein bisschen überwältigend in seiner Elternführung. Von Zeit zu Zeit war er wahrscheinlich ein bisschen heftig in seinen Erziehungsmethoden. Aber Martin Luther hat seinen Vater oft auch gelobt, und nicht nur getadelt. Seine Mutter hieß Margarete. Auch sie war manchmal doch recht hart in ihren Erziehungsmethoden. Auch sie war bäuerliche Abstammung. Und sie scheint eine doch sehr zurückgezogene Persönlichkeit gewesen zu sein. Aber auch sein ganzes Leben lang hatte Martin Luther zu ihr eine sehr gute Beziehung.
[42:03] Hier haben wir einen kleinen Hinweis, wie es dem kleinen Martin Luther in der Lateinschule ging. Martin Luther war wahrscheinlich etwas feinfühliger und sensibler als die meisten seiner Zeitgenossen. In der Schule gab es eine ganze Reihe von wirklich harten Erziehungsmethoden. Da wurde viel geschlagen. Und das hat vor allem den Sensiblen und den Erzieherinnen und Erziehern und das hat vor allem den Sensiblen Luther doch sehr stark mitgenommen. Die Schüler wurden explizit aufgefordert, sich gegenseitig zu verpetzen, wenn man etwas Falsches getan hat. Mehrmals ist Luther wirklich schwer zusammengeschlagen worden vom Lehrer. Trotzdem hat Luther von Anfang an Anzeichen dafür gezeigt, dass er eine gute Auffassungsgabe hatte und auch akademisches Talent.
[43:25] Als er 14 Jahre alt war, haben seine Eltern ihn nach Magdeburg auf die Schule geschickt. Er wurde hier von den sogenannten Brüdern vom gemeinsamen Leben unterrichtet. Magdeburg war eine etwas größere Stadt. Ungefähr 25.000, 30.000 Menschen, die dort lebten. Das war damals eine der Großstädte Deutschlands, so neben Köln und neben Nürnberg. Diese Brüder vom gemeinsamen Leben, das war so eine moderne Bewegung, die sehr sich für die Erziehung und Bildung einsetzte. Aber auch hier wurde er oft geschlagen. Einmal hat er es geschafft, 15 Mal am Tag geschlagen worden zu sein. Zudem musste er von Haus zu Haus ziehen und betteln. Er hat an den Haustüren gesungen in der Hoffnung, dass man ihm etwas Brot geben würde. Aber positiv muss man vermerken, dass die Schule nichts gekostet hat.
[44:42] Hier in Magdeburg hat er vermutlich auch den Wenceslaus Link getroffen, mit dem er später befreundet gewesen ist. Kurze Zeit später hat er dann die Schule gewechselt, ist nach Eisenach gekommen. Die Stadt war kleiner, unter 4.000 Einwohner. Aber die Familie Luther hatte dort einige Familienmitglieder. Martin fühlte sich sehr wohl in dieser Stadt. Er musste immer noch zunächst von Haus zu Haus betteln gehen. Aber schließlich hat er eine Unterkunft gefunden, wo er versorgt wurde. Heinrich Schalbe war eine der einflussreichsten Persönlichkeiten der Stadt und hat ihn aufgenommen. Heinrich Schalbe war sogar zweimal Bürgermeister. Er ist dort auch mit den Franziskanern bekannt geworden.
[45:48] Martin Luther hörte zu dem Zeitpunkt, dass dort in Eisenach bei den Franziskanern ein gewisser Johann Hilten im Gefängnis saß. Wer war das? Das war ein Franziskaner, der um 1500 gestorben war. Jemand, der sich sehr mit biblischer Prophetie beschäftigt hatte. Und er, dieser Johann Hilten, hatte vorhergesagt, dass 1516 ein Gegner des Mönchtums auftreten würde. Er lag knapp daneben, weil die Reformation wirklich erst 1517 begann. Aber schon interessant, dass er ein bisschen geahnt hat, was kommen könnte. Johann Hilten hat sogar einen Kommentar geschrieben über das biblische Buch Daniel. Später hat Melanchthon sich auf diesen Kommentar sogar berufen. Aber Hilten hat an manchen Punkten natürlich noch sehr falsch gelegen. Er hatte vorhergesagt, dass um 1600 die Türken die Welt erobern würden. Und dass 1651 die Welt enden würde. Also da hat er sich auf jeden Fall deutlich verrechnet. Aber einige seiner Ideen über Daniel waren wohl auch dem Luther bekannt.
[47:31] In jener Zeit gab es eine neue Modeerscheinung in der Theologie, die sich weit verbreitete. Das war die sogenannte Heilige Anna. Angeblich, so sagte man, sei sie die Mutter von Maria gewesen, die ja die Mutter von Jesus war. Das war richtig Mode geworden, die Heilige Anna an sie zu glauben. Selbst der Kaiser hat sie unglaublich verehrt. Als Luther in Eisenach war, hat er zum ersten Mal von dieser neuen Mode mitbekommen. Nun, diese Anna kommt in der Bibel selbst eigentlich gar nicht vor. Das hat sich später durch traditionelle apokryphische Bücher so entwickelt. Aber erst im Spätmittelalter hat man begonnen, sie wirklich so ins Zentrum zu rücken. Die römische Lehre war, dass sie es war, Anna, die die Maria geboren hat. Und die Maria soll angeblich keine Erbsünde vererbt bekommen haben. Viele Legenden um diese Anna basierten eigentlich auf der biblischen Geschichte von der Hannah.
[50:06] Und wenn man das absolviert hatte, konnte man sich jetzt aussuchen, in welche Richtung man weiter studieren wollte. Man konnte Theologie wählen, Medizin oder Jura. Also jeder Student musste erstmal diese freien Künste absolvieren. Der Zweck der liberalen Kunststudien war es, eine breite Grundlage für die Bildung zu geben. Um ihnen die wissenschaftliche Methode und die Logik und das Verständnis zu lehren. Dies war notwendig für die Debatte.
[50:45] Luther hat sehr, sehr intensiv studiert. Und er hat sich von nichts ablenken lassen. Er hat 1502 seinen Bachelor gemacht. Und zwar zum frühestmöglichen Zeitpunkt. Obwohl er das sehr frühzeitig, diesen Abschluss gemacht hat, war er eigentlich zunächst mal nicht der Klassenbeste. Von 57 Kandidaten war er nur auf Platz 30 gelandet.
[51:24] Luthers Vater hatte gehofft, dass er ein Jurist werden würde. Und dieses Studium betraf sowohl das ekklesiastische oder die kanonische und das säkulare Recht. Aber auf dem Weg zum Studium musste Luther diese breite Grundlage für die liberalen Kunststudien haben.
[51:54] Auf der anderen Seite war Luther sehr musikalisch eingegangen. Er war einmal auf seinem Weg nach Hause, als er sich mit seinem Schwert in seinem Bein verletzt hatte. Er hat dann die Maria angerufen, dass sie ihm helfen möge. Aber da kam nicht so viel Hilfe, wie er sich das vielleicht vorgestellt hatte. Denn in der Nacht brach die Wunde erneut auf. Er hätte beinahe sterben können. Als er dann so ans Bett gefesselt war, musste er sich mit irgendetwas beschäftigen, um die Zeit zu vertreiben. Als hat er angefangen, Laute zu spielen und zu lernen.
[52:51] Dann 1504 hat Luther die Abschlussprüfung zum Master gemacht. Jetzt war er schon der Zweitbeste gewesen. Er hatte großes Interesse an dem, was er studierte. Er hat sogar angefangen, Vorlesungen in Philosophie selbst zu halten. Er war damals in Ockham.
[53:31] Trotz des aufkommenden Humanismus in der Gegend, vor allem auch in Erfurt, war immer noch diese alte akademische Form, die Scholastik eigentlich vorherrschend war. Das alles basierte auf der alten Philosophie von Aristoteles. Alles basierte auf Logik. Dieses System basierte auf menschlichen Überlegungen, wo man immer nur überlegen muss, ob es wahr oder falsch ist. Und es gab eine ganze Reihe von verschiedenen philosophischen Richtungen.
[54:26] In dieser Zeit hat Luther eine der herausragendsten Entdeckungen seines Lebens gemacht. Er fand zum ersten Mal in seinem Leben eine Bibel. Er hatte Bibelverse schon gehört, ein paar hier und ein paar da. Und sie stammen aus den Gospeln und den Neuen Testamenten. Seine Meinung war, dass dies die ganze Bibel sei. Er war völlig unbewusst, dass die Bibel viel größer war und viel mehr beinhaltete. Und als er begann, sie zu studieren, hat er festgestellt, dass es in der Bibel Geschichten gab, die er noch nie gehört hatte. Und er wollte so ein Buch unbedingt haben.
[55:33] Eine der ersten Geschichten, die er liest, war die Geschichte von Samuel. Die Geschichte von einer betenden Mutter. Die Geschichte von einem jungen Mann Gottes. Zu einer Zeit, als die Anbetung Gottes im Heiligtum damals mit sehr viel Unmoral und Bosheit verunreinigt war. Er war fasziniert von dieser Geschichte. Er hatte noch keine Ahnung, wie sehr die Geschichte von Samuel seine eigene Lebensgeschichte widerspiegeln würde.
[56:33] Hier sind einige Worte dieser Geschichte, die er damals las. Hier sind einige Worte dieser Geschichte, die er damals las. Hier sind einige Worte dieser Geschichte, die er damals las.
[57:45] Das Leben von Martin Luther ist ein brillantes Beispiel für die Wahrheit dieser Worte. In unserem nächsten Episode werden wir sehen, wie die Bibel Martin Luthers Gedankenprozesse beeinflusst. Wie die Bibel sein Leben veränderte und wie das auch dazu geführt hat, dass unser ganzes Leben sich geändert hat.
[58:27] Dieser aufrichtige junge Mann hatte sehr aufrichtige, ehrliche Fragen. Fragen, die auch wir haben. Wie kann ich inneren Frieden finden? Wie kann ich Schuldgefühle überwinden? Wie kann ich sicherstellen, dass ich auf dem richtigen Weg bin? Wir haben gesehen, das Leben von Luther war in vielen Punkten mit ähnlichen Dingen angefüllt, wie auch unsere Leben, mit denen wir uns heute so beschäftigen. Damals gab es auch Machtkämpfe in Europa. Fragwürdige Handlungen von religiösen Autoritäten. Kriege. Und Unzufriedenheit mit den Muslimen. Dies sind einige der gleichen Dinge, die heute in unserer Gesellschaft diskutiert werden. Und 500 Jahre her, hat die Bibel Martin Luthers Antworten auf diese Fragen gefunden. Wir werden sehen, wie die Dinge, die Martin Luthers Leben verändert haben, unsere Leben heute auch verändern.
[59:58] Wenn wir morgen Abend wieder hier uns einfinden, werden wir uns über folgendes Thema unterhalten. Der Schrei der Seele. Luthers Ringen um den inneren Frieden. Ich hoffe, dass auch Sie morgen Abend wieder hier dabei sein werden. Und wir werden sehen, wie dann diese einzelnen Aspekte sehr stark zusammenkommen werden. Und dieses unglaubliche 500-jährige Jubiläum der Reformation, was wir dieses Jahr feiern werden, was ja nicht nur das, was vor 500 Jahren passiert ist, sondern es gibt Lektionen für uns heute. Ich möchte Sie ganz herzlich einladen, morgen Abend wieder hier dabei zu sein.
[1:00:58] Aber bevor wir heute Abend hier enden, möchte ich noch einmal mit einem Gebet schließen und Sie dazu einladen. Wir wollen beten.
[1:01:08] Lieber Vater, wir danken Dir für das Beispiel von Martin Luther. Vor 500 Jahren hast Du sein Leben verändert. Und das ist nur deswegen passiert, weil Du bereit warst, weil er bereit war, sich verändern zu lassen von Dir. Und so möchten wir Dich bitten, dass wenn wir weiter sein Leben studieren, dass Du uns zeigst, was wirklich wichtig war. Und wenn wir in dasselbe Buch hineintauchen werden, wie es Luther getan hat auch, dann möchten wir Dich bitten, dass Du uns hilfst, das zu sehen, was auch er gesehen hat. Wir danken Dir, dass wir heute Abend hier sein konnten und bitten Dich, im Namen Jesu. Amen.
[1:02:34] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!
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