[0:00] Hallo und willkommen zurück zu Die Bibel erklärt hier auf joelmedia.de. Ich habe diese Woche meine Lektion studiert und bin über diesen Vers hier gestolpert. Es war 2. Korinther 4 Vers 18 und ich habe mich gefragt, was bedeutet der Vers eigentlich? Und das geht uns oft so, dass wir in der Bibel über Verse stolpern und uns fragen: Paulus, in dem Fall Paulus, was möchtest du uns mit dem Vers eigentlich sagen?
[0:36] Und ich habe mir gedacht, ich zeige euch, wie man in so einem Vers rangeht, um herauszufinden, was Paulus, was die Bibel, was Gott uns hier zeigen will. Man liest sich natürlich, erst mal fängt man mit dem Vers an. Wir lesen uns das durch und da steht: „Da wir nicht auf das Sichtbare sehen, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich, was aber unsichtbar ist, das ist ewig.“
[0:59] Also es ist wieder so eine Kontrastierung. Wir haben etwas Sichtbares, ich lade kurz noch eine andere Farbe hier rein. Wir haben ja einmal etwas, das ist sichtbar hier, und das Sichtbare ist aber gleichzeitig zeitlich. Und das Unsichtbare, das ist ewig. Und es ist interessant, Paulus sagt uns hier: „Wir sollen nicht auf das Sichtbare sehen, sondern wir sollen auf das Unsichtbare sehen.“ Was ein kleiner Widerspruch in sich ist, denn wie können wir auf etwas schauen, das wir gar nicht sehen?
[1:38] Wie können wir es da rangehen? Zuerst mal überlegen wir uns, gibt es Verse, die wir kennen, gibt es Verse, die ich kenne, die so ähnlich sind? Und wenn man ein bisschen rumüberlegt, kommt man vermutlich relativ schnell auf einen relativ bekannten Vers. Und zwar im Hebräer 11 heißt es ja hier: „Es ist aber der Glaube ein Beharren auf dem, was man hofft, und eine Überzeugung von den Tatsachen, die man nicht sieht.“ Und man sagt: Okay, vermutlich hat dieser Vers hier etwas mit dem Glauben zu tun, denn hier geht es ja darum, dass es Sachen gibt, die man nicht sieht, aber von denen man überzeugt ist, auf die man hofft.
[2:19] Wer ein bisschen weiter liest, dann auch, der kommt auf einen anderen Vers, der relativ bekannt ist. Und zwar hier im 2. Korinther, im Kapitel 4, nein, das ist nicht Kapitel 4, das ist Kapitel 5. Da habe ich einen kleinen Fehler gemacht. Und da steht: „Denn wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen.“ Also wir haben wieder diesen Kontrast zwischen Glauben und Schauen.
[2:44] Und dann ist natürlich immer eine gute Idee, sich das im direkten Kontext anzuschauen. Hier in Vers 17 steht nämlich folgendes: „Denn unsere Bedrängnis, die schnell vorübergehend und leicht ist, verschafft uns eine ewige und über allen Maßen gewichtige Herrlichkeit.“ Das heißt, wenn Paulus uns sagt, wir sollen auf das Unsichtbare schauen, dann redet er über etwas ganz Bestimmtes. Und zwar er hat hier Bedrängnis im Sinn und die Herrlichkeit, die übermäßige Herrlichkeit, die Bedrängnis hier auf der Erde, die Herrlichkeit in der Ewigkeit.
[3:25] Okay, so wir wissen diese zwei Dinge. Aber meistens ist es jetzt, wie gehen wir jetzt weiter? Man kommt oft an diese Mauer und man weiß nicht genau, wie gehe ich jetzt weiter in meinem Studium. Und es ist natürlich toll, wenn man sich Leute anhört, die die Bibel kennen, die die Bibel auslegen. Man denkt sich: Wie kommen die mal auf diese Verse? Wie schaffen die das, diese Verbindungen zu machen? Und ich möchte euch ein Werkzeug zeigen, mit dem das einem da wunderbar hilft.
[3:49] Und zwar gehe ich hier auf die Seite bibleserver.com. Das ist eine Seite, die ich sehr mag, mit vielen deutschen Online-Bibel-Übersetzungen. Und ich nehme hier meine Lieblingsübersetzung, die Schlachter 2000. Und wir gehen mal eins weiter, Korinther Kapitel 4, der Vers 18 war es. So, Korinther Kapitel 4, Vers 18. Hier sehen wir ihn: „Da wir nicht auf das Sichtbare sehen, sondern auf das Unsichtbare.“
[4:17] Und wenn man auf die Zahl klickt, kommt so eine kleine Sprechblase. Und hier gehen wir zu den Kommentaren. Da laden sich die Kommentare. Und da gibt es ein Kommentar, neben einigen anderen. Und zwar The Treasury of Scripture Knowledge. Das wäre zu Deutsch, würde vielleicht so etwas heißen wie „Die Schatzkammer der Bibelweisheit, des Bibelwissens“. Und das ist ein ganz besonderes Buch.
[4:50] Und zwar wurde das von einer Reihe von Leuten zusammengestellt, im letzten Jahrhundert. Und die haben einfach alle Querverweise, sämtliche Querverweise und andere Texte, die mit diesem Text irgendwie zu tun haben, vom Sinn her und von den Worten her, genommen und in dieses Buch gepackt. Das ist quasi wie so ein Buch, nur für Quertexte. Und hier steht folgendes: 2. Korinther 4, Vers 18. Und da stehen dann immer solche Worte, hier „we“, im Englischen „uns“, und „for“. Und dann steht eine ganze Reihe von Querverweisen.
[5:22] Was bedeutet dieses „we“ und „for“? Da geht man auf die Seite von The Treasury of Scripture Knowledge. Da gibt es eine extra Seite, The Treasury of Scripture Knowledge. Und hier kann man eingeben, der Querverweis ist natürlich jetzt sehr gut, wenn man Englisch kann. Allerdings sollte es auch kein Problem sein, wenn man des Englischen nicht her ist. 2. Korinther, in Englisch Corinthians, 4, Vers 18, go.
[5:46] Und hier haben wir den Ausschnitt aus der englischen Bibel, aus der King James Version. Und hier steht folgendes: „While we look not at the things which are seen.“ Während wir nicht auf die Dinge schauen, die wir sehen. Und das „we“ hier ist markiert. Denn die Idee von diesem Buch ist, dass man quasi dieses Wort nimmt und alles, was danach kommt, dieser ganze Absatz, der danach kommt, darüber gehen jetzt diese Verse. Und dann gibt es den nächsten Absatz, der mit „for“ anfängt. Und dann steht hier „for“ und dann gehen die Verse über den nächsten Absatz.
[6:25] Und ich mag die Seite sehr, hier übrigens kann man sehen, tsk-online.com. Denn wenn man hier mit der Maus über den Vers geht, dann sieht man direkt den Bibelfers angezeigt. Wollen wir gar nicht viel rumtippen und kopieren und einfügen. Die Texte sind natürlich auf Englisch. Also wer das Englische nicht kann, ist mit einer Bibel in der Hand gut beraten.
[6:44] Und jetzt kann man sich die Verse einfach mal durchsehen. Man sieht hier schon den ersten: „for we walk not by faith, we walk by faith not by sight.“ Das ist genau den, den wir schon angeguckt haben. „Denn wir wandeln durch Glauben und nicht durch Schauen.“ Aber hier gibt es eine ganze Reihe von anderen Versen im Römer 8, Hebräer 11, einige. Und man kann sich das ein bisschen durchlesen und mal gucken, was sagt die Bibel. Wo nimmt die Bibel die gleiche Idee in anderen Versen?
[7:19] Und vielleicht können diese anderen, andere Verse mir mit der Idee in diesem Vers, den ich gerade studiere, helfen. Und in der Tat, ich habe mir das durch, ich habe mir die alle durchgelesen. Und ich habe mir einige rausgepickt, die mir geholfen haben zu verstehen, was der Text sagt. Wir gehen wieder zurück in unsere Studienoberfläche hier und ich zeige euch die Verse.
[7:37] Und zwar ist es einmal im Hebräer 11, vom Vers 24 bis 27. Wenn ich nochmal hier zurückgehe, dann seht ihr, dass der hier ist. Hebräer 11 Vers 25 wird hier angezeigt. Und Vers 26 und Vers 27. Das heißt, ich habe die hier. Wahrscheinlich auch da hat man genau das gleiche. Hebräer 11 Vers 25. Hier ist ein bisschen anders, aber die gleiche Textstelle ist ja auch vorhanden. Und so habe ich die hier rausgepickt. Und wir werden das mal durchlesen, was da steht.
[8:15] „Durch Glauben“, ich markiere es gleich. „Durch Glauben also, sprich wieder um den Glauben, weigerte sich Mose, als er groß geworden war, ein Sohn der Tochter des Pharao zu heißen. Er zog es vor, mit dem Volk Gottes Bedrängnis zu erleiden.“ Das Wort Bedrängnis haben wir auch schon mal vorgefunden. „Anstatt den vergänglichen Genuss der Sünde zu haben. Denn die Schmach des Christus“, hier ziehe ich mal eine Linie, „die Schmach des Christus hat er nämlich vor größerem Reichtum gehalten, als die Schätze, die in Ägypten waren, denn er sah die Belohnung an.“
[8:59] „Durch Glauben verließ er Ägypten, ohne die Wut des Königs zu fürchten, denn er hielt sich an den Unsichtbaren als Seher ihn.“ Hier kommt also diese Idee zweimal vor. Einmal hier, da steht: „denn er sah die Belohnung an.“ Und hier steht: „denn er hielt sich an den Unsichtbaren als Seher ihn.“
[9:14] Das heißt, Mose, was hat er hier gemacht? Er hat anscheinend, er hat den Unsichtbaren, Gott, gesehen, obwohl er ihn nicht gesehen hat. Also er hielt sich an Gott, als ob er ihn sehen würde. Und er sah auf die Belohnung, die Ewigkeit, die Belohnung in der Ewigkeit. Warum hat er das gemacht? Er war ein Hochpharaus, der Mose, und er hat sich nicht dafür entschieden, sich den Reichtümern zu ergötzen, hat sich nicht dafür entschieden, diese hohe Position, dieses großartige Privileg, das er hatte, zu nutzen, sondern er hat sich entschieden, Bedrängnis zu erleiden mit dem Volk Jesu, mit dem Volk Christus.
[9:57] Und die Schmach des Christus hat er als größeren Reichtum empfunden, als alles, was ihm Ägypten nie angeboten hat. Und das ist die Kraft, die hier drin steckt. Seht ihr, er hat auf das Unsichtbare gesehen, er hat auf Gott geschaut, er hat auf die Belohnung geschaut, das ewige Leben, obwohl er es nicht gesehen hat, nicht vor seinem wirklichen Auge, aber er hat es vor seinem Auge des Glaubens gesehen.
[10:21] Und das hat ihm die Kraft, das hat ihm die Motivation gegeben, alles Weltliche zurückzulassen und die Schmach Christi zu erleiden und in Christi Fußstapfen zu treten, bevor er überhaupt gelebt hat, aber das Leben eines Christen zu führen und das ewige Leben zu haben. Nicht nur das, sondern das großartige Werk zu tun.
[10:50] Und wir gehen weiter hier im Hebräer 12, Verse 1 und 2, sagen uns folgendes: „Da wir nun eine solche Wolke von Zeugnissen um uns haben, so lasst uns jede Last ablegen und die Sünde, die uns so leicht umstrickt.“ Wir sollen die Sünde ablegen, die uns so leicht umstrickt. „Und lasst uns mit Ausdauer laufen in dem Kampf, der vor uns liegt.“
[11:14] Und wie legen wir die Sünde ab? Wie laufen wir mit Ausdauer in diesen Kampf? Ganz einfach, indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender unseres Glaubens. Das heißt, die Idee ist hier, wie können wir diese zwei Dinge erreichen? Die Sünde abzulegen und sich nicht damit umstricken und mit Ausdauer zu laufen, das christliche Leben zu führen, indem wir hinschauen auf Jesus.
[11:44] Ich versuche ja natürlich mit meinem Touchpad meines Computers rumzumalen, das ist nicht immer ganz so erfolgreich. Aber ich denke, der Punkt kommt an. Also die zwei Punkte hier: Wie legen wir die Sünde ab? Wie laufen wir? Wie sind wir erfolgreich in diesem christlichen Leben, das nicht immer einfach ist, das ein Kampf ist, ein Ausdauerlauf wird es hier verglichen, das Paulus mit einem Ausdauerlauf, mit einem Kampf. Indem wir hinschauen auf Jesus, indem wir Jesus sehen, obwohl wir ihn nicht sehen können.
[12:14] Indem wir ihn im Glauben anschauen, weil er der Anfänger und Vollender unseres Glaubens ist. Und wir lesen kurz den Rest hier: „Um der vor ihm liegenden Freude willen das Kreuz erduldete und dabei die Schande für nichts achtete.“ Ziemlich ähnlich mit dem Vers von Mose hier. „Und sich zu Rechten des Thrones Gottes gesetzt hat.“ Jesus war unser Vorbild. Jesus hat das Rennen des Lebens durchgehalten. Jesus hat den Kampf auf dieser Erde erfolgreich gemeistert.
[12:52] Und indem wir auf ihn schauen, da haben wir die Motivation dafür. Und wir wissen, woher die Kraft kommt, die uns den Sieg geben kann über die Sünde, die wir ablegen sollen. Und hier im 1. Johannes 5 steht folgender Gedanke. Was bedeutet es, auf das zu schauen, was wir nicht sehen? Es bedeutet im Glauben auf Gott zu schauen.
[13:15] Warum sollen wir das tun? Damit wir die Bedrängnis haben, im Glauben auf das Unsichtbare zu sehen, damit wir in unserer Bedrängnis Kraft bekommen, das christliche Leben zu führen. Das war die falsche Farbe, die ich mit grün machen soll. Aber der Punkt kam rüber. Und hier im 1. Johannes 5 wird quasi dieser Kreis, der Kreis schließt sich.
[13:49] Denn hier steht folgendes: „Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt. Und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwindet.“ Was ist der Sieg, der die Welt überwindet? Der Sieg ist der Glaube. Wie überwinden wir die Welt? Wie überwinden wir die Herausforderungen des Lebens, die Schwierigkeiten, die uns jeden Tag gegenüberstehen, die Herausforderungen mit Süchten umzugehen?
[14:16] Und mag es die Alkoholsucht zu sein, die Sucht mit einer Droge, die Sucht mit dem Tabak, aber vielleicht auch eine Sucht wie Facebook, dass man so viele Stunden auf Facebook verbringt. Vielleicht eine Sucht wie das Internet, einfach auf YouTube, Video nach Video anschaut. Du weißt, mit was du jeden Tag zu kämpfen hast. Wie kannst du Sieg erringen? Wie kannst du die Welt überwinden? Indem du Glauben hast.
[14:39] Und was ist Glauben? Glauben ist, auf Jesus zu schauen. Oh, zack, weg damit. Und nochmal neu. So voll mit Strichen hier. Auf Jesus hinzuschauen. Das ist der große Punkt. Und dadurch kriegen wir die Kraft, die wir brauchen.
[15:03] Dadurch kriegst du die Kraft, die du brauchst in deinem täglichen Leben, um den Herausforderungen zu widerstehen, um die Schmach auf dich zu nehmen, um die Bedrängnis in deinem Leben erfolgreich meistern zu können. Und deswegen sollen wir nicht auf das Sichtbare schauen, sondern auf das Unsichtbare.
[15:23] Denn wenn wir auf das Sichtbare schauen, dann werden wir entmutigt. Aber wenn wir auf das Unsichtbare schauen, auf das, was ewig ist, daher kommt die Kraft. Und wenn du eine Herausforderung in deinem Leben hast, wenn du eine Sucht in deinem Leben hast, du schaust auf diese schlechte Angewohnheit, du schaust auf diese Stunden und Stunden und das Geld und die guten Gelegenheiten, die du verlierst mit dieser Sucht, dann schau nicht auf die Sucht.
[15:46] Schau nicht auf das Zeitliche, sondern schau auf das Ewige. Schau auf Jesus. Schau auf Gott. Schau auf die Belohnung, die auf uns wartet. Und du wirst Kraft bekommen vom Himmel. Durch Gebet und durch eine richtige Vision, die dir hilft zu überwinden. Leg ab, was dich hindert, mit Gott zu sein.
[16:13] Und laufe das Rennen, laufe den Lauf des Lebens, den Kampf des Lebens erfolgreich. Im Namen Jesu. Amen.