Veröffentlicht am
950 Klicks

In dieser Folge von „Macht. Glaube. Hoffnung.“ untersucht Eric Flickinger Luthers Verständnis des Antichristen. Er beleuchtet, wie Martin Luther von der anfänglichen Idee eines einzelnen Gegners zu der Erkenntnis gelangte, dass der Antichrist ein System darstellt, das sich gegen Christus stellt. Die Ausführungen basieren auf biblischen Texten und historischen Vergleichen, um Luthers Schlussfolgerungen zu begründen und die Bedeutung dieser Erkenntnis für die heutige Zeit zu beleuchten.


Weitere Aufnahmen

Serie: Macht. Glaube. Hoffnung.

  • 0:0
  • 0:0
  • 0:0

Transkript

[0:00] Also ein wunderschönen guten Abend. Schön, dass wir da sind. Wir sind schon ganz gespannt auf das Thema oder freuen uns auf das Thema heute Abend. Und ich denke, das gilt uns allen, weil das Thema Nummer sieben ist: Der Antichrist – Luthers Idee oder Realität? Wir werden direkt hineintauchen in das Thema und wollen gemeinsam beten.

[0:43] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir Danke sagen, dass du uns heute Abend hier zusammengebracht hast. Wir sind dankbar für das Vorbild, das uns Martin Luther gegeben hat. Sein einfaches und eindeutiges Verlangen war, dass wir Jesus besser kennenlernen können, damit wir verstehen, wie wir gerettet werden können und mit ihm die Ewigkeit verbringen können. Wir bitten dich, dass du unsere Zeit heute Abend segnen wirst, Herr. Bitte bring uns noch näher zu dir. Wir bitten das im Namen Jesu. Amen.

[1:27] Wir wollen, wie wir das gewohnt sind, diesmal eine sehr kurze Zusammenfassung geben. Wir schauen das Leben von Martin Luther an und wie die Geschichte vor 500 Jahren nicht viel anders war als heute. Luther hatte verstanden, dass es einige Praktiken in der Kirche gibt, die nicht biblisch waren. Er hat sich dagegen ausgesprochen. Als er sich in die Bibel hinein vertiefte, verstand er etwas sehr Bedeutsames. Er stieß auf diesen kraftvollen Vers: „Der Gerechte wird aus Glauben leben.“ Er fand das in den Schriften von Paulus, der das vor dem Propheten Habakuk übernommen hatte. Luther verstand, dass das Evangelium eine ungeheure Kraft hat, um uns von Schmerz und von Schuld zu befreien.

[2:44] Diese Botschaft, die er predigte, war keineswegs populär. Letztendlich wurde er aufgerufen, sich zu verantworten für seinen Glauben und diese Überzeugung zu widerrufen. Und er sagte: „Wenn man mir aus der Bibel nachweist, wo ich falsch liege, dann werde ich das gerne tun. Aber wenn das nicht möglich ist, dann sage ich: Hier stehe ich. Ich kann nicht anders, Gott helfe mir. Amen.“ So ging das Evangelium mit noch größerer Kraft und Macht voran.

[3:36] Je mehr Luther die Bibel studierte, desto mehr realisierte er, dass manche Praktiken in der Kirche überhaupt nicht mit der Bibel in Übereinstimmung zu bringen waren. Oder zumindest begann er die Idee, dass die Kirche etwas mit antichristlicher Lehre zu tun hat. Diese Lehre begann als ein kleiner Kern, aber sie begann zu wachsen, als er weiter studierte. Diese Überzeugung von ihm begann wie ein kleiner Samen, er hat sich immer mehr ausgebreitet, ist größer geworden, je mehr er die Bibel studierte.

[4:18] Am 7. Oktober 1520 veröffentlichte er dann dieses Traktat, überschrieben „Vorspiel von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche“. Und hier zeigt es sehr deutlich, wo viele Dinge in der Kirche gegen die Schrift standen. Die Dekrete und Traditionen Roms hat er jetzt einfach beiseite gefegt. Er sagte: „Die Bibel und nur die Bibel, der können wir wirklich vertrauen.“ Er hat dann tatsächlich das Kirchenrecht verbrannt und die Bannandrohung. Und die Wahrheit der Bibel wurde immer bekannter.

[5:13] Also Luther hatte diese Idee, dass die Kirche etwas mit dem Antichristen zu tun hat. Aber war diese Idee auch korrekt? War das einfach nur auf Vermutungen basierend, oder gab es echte biblische Gründe, die ihn dazu geführt haben? Diese Frage ist für uns von großer Bedeutung, weil wir in einer Zeit leben, wo die Reformation angeblich ja weitergehen soll. Und im letzten Vortrag haben wir gesehen, dass es zahlreiche Reformatoren gab und sie in vielen Glaubenspunkten durchaus verschiedener Meinung gewesen sind. Aber es gab mindestens drei Dinge, die alle Reformatoren gleich glaubten: Erstens die absolute Autorität der Bibel. Zweitens die Tatsache, dass das Evangelium im Glauben an Jesus Christus seinen Ausdruck findet. Und das dritte, dass der Vatikan, das Papsttum, der Antichrist ist.

[6:31] Luther hatte eigentlich nie sich vorgenommen: „Ich will jetzt herausfinden, wer der Antichrist ist.“ Er wollte einfach nur Frieden mit Gott finden. Aber als er die Bibel studierte, sind ihm Dinge so aufgegangen. Er hatte eigentlich die Psalmen und Galater und Römer und Hebräer studiert. Und Hebräer auch. Und er hatte die Schriften von Paulus dann sehr gut verstanden. Zum Beispiel auch im 1. Römerbrief. Da heißt es im 1. Römerbrief 2, Vers 2.

[7:28] Für Luther war das sehr bedeutsam in seinem Verständnis. Denn für ihn war jetzt, wie bei Paulus, alles im Evangelium auf Christus zentriert. Das heißt ja auch hier nicht, dass Paulus über nichts anderes gesprochen hat, als nur über Christus. Er hat auch über verschiedene andere Dinge gesprochen, wie die Auferstehung, das Gesetz. Paulus hat auch über moralische Lebensstandards und Verhaltensregeln gesprochen, über die Mission der Kirche. Aber alles, was Paulus schrieb und lehrte, war eben auf Christus zentriert und mit Christus verbunden. Alles war in diesem Evangelium des Kreuzes gebadet und eingetroffen.

[8:24] Wo hat also bei Luther diese Idee des Antichristen begonnen? Am Anfang hat er einfach unter dem Antichristen schlechte Christen oder Häretiker, Irrlehrer verstanden. Das war noch so um 1513, 1514, wo er als junger Professor die Psalmen unterrichtet hatte. Er dachte damals noch, dass Leute, die etwas anderes lehren, als was Rom sagt, vielleicht mit Antichrist beschrieben werden könnten.

[9:07] Er hatte dann auch diese Idee aufgeschnappt, die damals sehr populär war, dass vielleicht die Osmanen, die Türken, was damit zu tun hätten, weil er das Osmanische Reich die Christenheit bedrohte. Und als er jetzt die Möglichkeit sah, dass vielleicht das Osmanische Reich das Christentum hier angreift, hat er gedacht, naja, vielleicht sind die ja der Antichrist, weil sie ja in ihrer Theologie, die Moslems, ja auch gegen Jesus Christus als den göttlichen Sohn sind. Und auch heute, wenn man sich ein bisschen umhört, findet man viele Menschen, die aufgrund ihres christlichen Glaubens der Meinung sind, dass der Islam irgendwie was mit dem Antichristen zu tun haben könnte. Das ist auch nicht schwer zu verstehen, weil wir sehen, dass es einen großen Anteil an Verfolgung von radikalem Islam gegen die Christenheit gibt. Aber Luthers Weltanschauung war noch sehr geprägt von dem, was er um sich herum gesehen hatte.

[10:28] Je mehr er in die Bibel hinein drang, desto mehr verstand er das Evangelium. Durch das bessere Verständnis des Evangeliums eröffneten sich ihm jetzt die Ideen des Antichristen. Als Luther die Kirche betrachtete, von der er ja Teil war, hat er jetzt einige Dinge etwas klarer gesehen. Er sah, die Kirche war eine wirklich geistlich tote Kirche. Das Evangelium, das er in Römer, in Galater, in Hebräer gefunden hatte, das wurde von den Kanzeln gar nicht gepredigt. Es wurde auch in den Beichtstühlen nie erwähnt. Und das hat ihn ziemlich beschäftigt. War das jetzt einfach nur so ein Übergangsphänomen oder hatte das tiefere Ursachen? Luther, die Kirche war nicht einfach nur formalistisch oder lauwarm. Sie war von dem wahren Evangelium vollständig abgefallen. Und je mehr er bemerkte, dass das nicht eine gute Kirche mit schlechten Repräsentanten war, sondern die Kirche selbst hat die Wahrheit hinter sich gelassen. Sie wurde jetzt auf ungewöhnliche und unwahrheitliche Positionen basiert.

[12:23] Hier ist, was Luther im Jahr 1541 gesagt hat. Was er hier ausdrückte, ist ein Echo aus biblischer Prophetie. Wir werden ab morgen noch ein paar mehr dieser Parallelen klarer darstellen. Als Luther die Praktiken seiner Zeit in der Kirche mit den Schriften des Neuen Testaments verglich, kam er zu einer unausweichlichen Schlussfolgerung: Die Kirche war wirklich deutlich von der Wahrheit abgeirrt. Und sie hat sich in der Kirche sehr viel verändert. Und sehr seltsam verwandelt.

[13:41] Was dachten Menschen damals, zur Zeit von Luther, über den Antichristen? Im Spätmittelalter glaubte man, dass irgendwann mal ein böser Mensch kommen würde und quasi den Papstthron für sich gewaltsam beanspruchen würde. So glaubte also auch die Kirche damals, dass wenn der Antichrist mal kommen würde, würde er in der christlichen Kirche regieren und nicht als ein Feind von außen. Man benutzte dafür einige Bibelverse, zum Beispiel diesen hier, Matthäus 24, 15: „Wenn ihr nun den Gräuel der Verwüstung, von dem durch den Propheten Daniel geredet wurde, an heiliger Stätte stehen seht.“ Jetzt liest der 8. darauf.

[14:46] Obwohl wir heute diesen Vers vielleicht etwas anders auslegen würden, ist doch die Idee, die man hier drin sah, in der Bibel recht gut bezeugt, dass der Antichrist innerhalb des Systems aktiv sein würde. Man glaubte also an diesen Antichristen in der Kirche, allerdings erst irgendwann als Einzelperson in der Zukunft. Aber Luther schaute sich das Thema genauer an und kam zu einer erstaunlichen Schlussfolgerung. Er sagte: „Ich glaube, der Antichrist ist schon da und er sitzt schon auf dem Papstthron.“ Nicht eine zukünftige Person, sondern das ganze System selbst. Das war eine sehr revolutionäre Sicht.

[15:43] Als Luther sich einige Päpste seiner Zeit anschaute, war es gar nicht schwer, diese Schlussfolgerung zu ziehen. Viele von ihnen, wenn wir sie heute durch unsere Augen anschauen, würden wir als Kriminelle bezeichnen. Und es war einer nach dem anderen. Martin Luther dachte: „Das ist kein Individuum, das am Ende zusammenkommen wird, sondern das ist ein systemisches Problem.“ Der Antichrist ist nicht ein Individuum, sondern ein System, das sich komplett gegen Christus stellt.

[16:27] Wenn Luther damit recht hatte, dann gibt es weitreichende Implikationen für die Gemeinde. Das würde auch die gesamten Rahmenbedingungen ändern. Anstatt in die Zukunft zu schauen, wurden die Menschen jetzt eingeladen, sich mit der Gegenwart zu beschäftigen. Was auch dazu führte, dass man sich wieder mehr mit der Kirchengeschichte befasste, weil die Menschen jetzt verstehen wollten, wie ist es überhaupt zu so einem Abfall gekommen.

[17:12] Luther war nicht der Erste, der diese Idee des Antichristen mit einem System verbunden hatte. Schon Wycliffe hatte dieselbe Idee gehabt. Seine Schriften hatten Leute wie Jan Hus oder Hieronymus beeinflusst. Und so Luther war nicht der Erste, der diese Idee des Antichristen mit einem System verbunden hatte. Luther war also nicht der Allererste, der in diese Richtung gedacht hat, aber er hat jetzt viele Dinge auch zusammengetragen.

[17:52] Wie hat Luther diese Schlussfolgerung wirklich begründet? Er hat nicht einfach nur Dinge beobachtet und dann menschlich sich zusammengereimt. Seine Idee war, die Bibel zu studieren, um zu sehen, wie wird dort in der Bibel der Antichrist beschrieben. Viele späte Reformatoren haben sich vor allem auf die Prophezeiungen konzentriert, um den Antichristen zu identifizieren. Luther hat allerdings einen etwas anderen Ansatz gehabt. Schauen wir uns mal 2. Thessalonicher 2, Vers 4 an.

[18:40] Luther sah hier, dass dieser Antichrist dem Tempel Gottes sitzen würde. Der Tempel Gottes ist im Neuen Testament nicht mehr so eine ganz reale Struktur, ein Bauwerk. Paulus verwendet das griechische Wort „naos“. Das selbe Wort verwendet er auch, wenn er darüber spricht, dass wir alle der Tempel Gottes sind. Damit wird die Gemeinde, die Kirche als Ganzes beschrieben und nicht mehr ein Gebäude nur noch aus Ziegeln und aus Mauern.

[19:35] Paulus sagte hier, dass der Antichrist in der Kirche Gottes, in der Gemeinde Gottes sitzen würde, anstelle Gottes. Er würde eine Position fast wie die eines Gottes einnehmen. Dieser Geist der Selbsterhöhung war hier angesprochen. Luther brauchte gar nicht weit suchen, um so etwas zu finden. Wenn wir uns noch mal erinnern an Alexander VI., als wir angeschaut haben, wie er beschrieben worden ist damals. Dort hieß es anlässlich seiner Papstkrönung: „Rom hat groß einen Cäsar gemacht, nun hebt Alexander Künast zum Gipfel empor. Mensch, jener dieser ein Gott.“

[20:26] Wenn man also solche Personen dort hatte, die so eine selbsterhabene Meinung hatten, dann war es für den Luther nicht schwer, diese Dinge miteinander zusammenzubringen. Luther hat diese korrekte Identifikation auch später durch prophetische Schriften verifiziert. Also die Prophetie war nicht das eigentliche Startargument für den Luther, hat aber dann später entlang des Weges seine Schlussfolgerung immer wieder bestätigt.

[21:00] Ein Lieblingsvers von ihm war zum Beispiel Daniel 11, Vers 37: „Er wird sich auch nicht um den Gott seiner Väter kümmern, noch um die Sehnsucht der Frauen, überhaupt um gar keinen Gott, sondern gegen alle wird er groß tun.“ Luther hat diesen Vers sehr gemocht, um zu zeigen, wie diese Selbsterhöhung im System vorhanden ist. Diese Selbsterhöhung fand nicht nur ab und zu hier und dort mal statt, sondern war Teil des Systems. Das war in alle Lehren und Praktiken der Kirche eingeflossen.

[21:42] Hier einige Beispiele davon. Da ging es zum Beispiel um die päpstlichen Gesetze. Wenn jemand seine eigenen Gesetze als wichtiger nimmt, als die Gesetze Gottes, gibt es ein echtes Problem. Die Verordnungen des Papstes wurden sehr rigide durchgesetzt. Aber in vielen Fällen wurde das Gesetz Gottes vernachlässigt und unter die Füße getreten. Da gab es ein falsches Verständnis vom Evangelium. Da wurden die Werke mit dem Glauben vermischt, auf falsche Weise. Luther hatte ja durch sein Studium herausgefunden, dass man das so nicht machen kann. Dieses falsche Evangelium widersprach dem Zentrum des Evangeliums.

[22:51] So kam Luther zu der Schlussfolgerung: Wenn ein System das Evangelium von Christus beiseite schiebt, dann ist das doch eine antichristliche Herangehensweise. Das Papsttum hatte zum Beispiel Dinge als Sünde bezeichnet, die nach der Bibel vollkommen okay waren. Da gab es viele Gesetze, die in der Bibel keine Grundlage hatten. Aber die Lehren und die Vorschriften des Wortes Gottes wurden vernachlässigt.

[23:27] Bei Deuteronomium 2, Vers 3 schreibt der Paulus: „Lasst euch von niemandem in irgendeiner Weise verführen, denn es muss unbedingt zuerst der Abfall kommen und der Mensch der Sünde geoffenbart werden, der Sohn des Verderbens.“ Paulus hat hier auch einige prophetische Aussagen der Bibel wiedergegeben. Daniel 7, 8 und 11 geben uns sehr klare, eindeutige Merkmale des Antichristen. Wir werden da heute Abend schon ein bisschen darauf eingehen, später noch und dann auch im Seminar weiter das noch vertiefen.

[24:11] In Daniel 7 gibt es diese Beschreibung des Antichristen, der das Gesetz Gottes verändern möchte. Luther hat diese Dinge zusammenkommend gesehen, wie das alles zusammenführte. Sünde wird hier in der Bibel als Gesetzlosigkeit definiert. Das ist die einzige Definition, die in der Bibel explizit so genannt wird, in 1. Johannes 3, Vers 4. Wo in 1. Johannes 3, Vers 4 steht: „Sünde ist die Übertretung des Gesetzes oder auch die Gesetzlosigkeit.“ Luther nennt den Antichristen den Menschen der Sünde, weil er das Gesetz bricht und er ändert.

[25:05] Was also passierte war: Die Bibel wurde verdreht. Die Bibel wurde falsch interpretiert und die wahrheitlichen Aussagen der Bibel wurden nicht mit den Menschen geteilt. Aber Luther hat Christus gefunden und er hat das Gospel in der Bibel gefunden. Rom hatte versucht, das Licht der Menschen zu verhindern. So wurde das Buch der Christenheit von den Menschen zurückgehalten, sodass sie diese Freiheit nicht erleben konnten. Wenn Christus also in der Bibel dargestellt wird und die Kirche das System der Bibel uns vorenthält, so dachte Luther, dann muss das System antichristlich sein.

[26:03] Das Evangelium wurde nicht gepredigt. Und in vielen Orten wurde das Evangelium sogar behindert und aufgehalten. Also war für Luther klar, dass der Feind Christi im System existent war. Dann war die Hierarchie im System selbst. Dort im System gibt es nichts, was irgendwie nach Demokratie oder Gewissensfreiheit aussieht. Es ist gebaut durch eine Machtstruktur, die von oben nach unten geht. Nur so sind eigentlich viele der schrecklichen Missstände zu erklären, die in all den Zeitaltern passiert sind.

[27:03] Das ist sehr verschieden von dem Königreich Gottes. Denn im Reich Gottes, im Reich von Christus, ist jeder Gläubige ein König und ein Priester. Da gibt es ein Verlangen, in Harmonie miteinander zu leben. Das Reich Gottes ist selbst auf Opfern der Liebe aufgebaut. Aber dieses System war auf einer ganz anderen Grundlage gebaut. Anstatt die Menschen zu Gott zu führen, wurden die Menschen eher zum Papst oder zu sich selbst geführt.

[27:51] Man hat also den Papst als einzelnes Individuum jetzt nicht so direkt buchstäblich angebetet. Aber die Anbetung war von Menschen fabriziert. Sie wurde nach menschlichen Ideen geleitet und nicht wirklich auf Gott geleitet. Da gab es die Lehren von den Päpsten und über die Heiligen. Aber all das hat die Menschen eigentlich wirklich von Gott getrennt.

[28:29] Dazu kam noch dieses falsche System des Priestertums. Dieses Priestertum, das dort im System praktiziert wird, hat eigentlich die erlösende Kraft Christi verborgen. Die Bibel lehrt etwas sehr Einfaches über das Priestertum: Es gibt nur einen wahren Priester und das ist Christus. Er ist derjenige, der für unsere Sünden gestorben ist. Er ist der einzige, der uns die Sünden vergeben kann, weil er für unsere Sünden gestorben ist. Er ist auch der einzige, der uns ewiges Leben anbieten kann, weil er von den Toten auferstanden ist. Er hat den Preis für unsere Sünden bezahlt.

[29:30] Aber das System hat viele weitere Menschen jetzt dort hinzugefügt, die mitmischen sollten. Rom hat dieses neue System des Priestertums eingeführt. Dieses Priestertum war nicht auf blutigen Opfern gegründet, sondern man glaubte jetzt, dass die Hostie der wirkliche Leib Christi sei. All das lenkt eigentlich von dem wahren Opfer ab, das Christus für uns längst gebracht hat.

[30:17] Und dann schaute man sich auch die Beispiele an, die von Leitern des Systems dort abgegeben wurden. Das Leben von Christus war ein absolutes Vorbild für Christen. Aber das Leben vieler Päpste war ein absolutes Skandal. Dieser Punkt ist sicherlich nicht das eigentliche finale Argument, um das System so zu identifizieren. Es hat viele unmoralische Menschen gegeben, die mit dem Reich Gottes in Verbindung standen, in allen Zeitaltern. Aber viele Verbrechen dieser Päpste waren die tatsächliche Schlussfolgerung, die logische Konsequenz aus den falschen theologischen Ideen, die dort gepredigt wurden.

[31:22] Es gab auch keinen Raum für Diskussion über das System. Wenn mal Kritik vorgebracht wurde, wurde sie ohne Gnade zerschmettert. Wenn Menschen nicht widerrufen wollten oder sich nicht reformieren lassen wollten, dann hatten sie die Wahl: entweder das Gefängnis oder der Scheiterhaufen. Selbst Kaiser mussten feststellen, wo die wahre Macht wirklich liegt.

[32:03] Als dann die Reformation nicht mehr in Schach gehalten werden konnte, hat man sogar einen eigenen Orden nur damit beauftragt, die Reformation zu unterdrücken. Das waren die Jesuiten dann. Und die Geschichte sagt uns, dass vieles, was dann geschehen ist, absolut illegal und schrecklich einfach nur war.

[32:29] Was man also sieht, ist ein System, das die Gläubigen in die falsche Richtung führt. So hat Luther all diese Punkte zusammengenommen und festgestellt: Dieses System handelt im Gegensatz, im Widerspruch zu Christus. Das war angeblich die Kirche Christi, doch in jeder Hinsicht wurden die Menschen von Christus entfernt. Und Luther dachte, das ist antichristisch.

[33:11] Aber wirklich die Schlüssel für ihn, all das zu verstehen, war sein Verständnis des Gospels. Viele spätere Reformer würden sich auf die Prophezeiung verlassen, um die identifizierenden Teile der Antichristen zusammen zu bringen. Sie würden sich auf die außergewöhnlichen Charakteristiken anschauen, wie die Geografie, die Geschichte, die Politik und so weiter. Und das alles sind präzise Marken, die identifizieren, aber sie antworten nicht der Frage, warum dieses System Antichrist genannt wird. Aber Luther hat diese Frage sehr gut beantworten können.

[34:08] Es ist auch wichtig, das Wort Antichrist selbst besser zu verstehen. Wenn man das Wort in Teile zerlegt, bedeutet das, was viele Menschen nicht realisieren. Das ist etwas, das nicht allen Menschen so bewusst ist. Das Präfix „Anti“ halten wir immer für ein Wort, das „gegen“, „im Widerspruch zu“ steht. Und das ist sehr wahr, diese Bedeutung gehört zu dem Wort. Aber dieses Präfix hat eine andere Bedeutung, wenn man sich genau damit beschäftigt. Im Griechischen bedeutet es auch: anstelle von jemandem sein.

[35:17] Das antichristliche System ist nicht nur eine Attacke auf Christus, sondern vor allem auch ein System, das sich an die Stelle von Christus setzt. Luther hat also nach und nach all diese Teile zusammengesetzt. Er fand dann mit der Zeit immer mehr Gründe und Beweise für diese Sache.

[35:45] Er schaute sich den Reichtum Roms an. Und er verglich das mit der Armut von Christus. Selbst die weltlichen Obrigkeiten verstanden, wie machtvoll und wie reich das päpstliche System war. Das System hatte sich wirklich sehr auf das Geld eingeschossen. Wenn Sie sich Daniel 11, Vers 38 anschauen, dann sagt es so, dass es sich um Gold und Silber, um Edelsteine und Kleinodien handelt. Luther hat sich das angeschaut und gesagt: „Schaut her, hier wird das Papsttum beschrieben.“

[36:39] Dazu sollte man auch das Zölibat noch erwähnen, die Lehre vom Zölibat. Die Lehre, dass Priester nicht heiraten dürften, ist natürlich nicht der Bibel entsprechend. Viele schreckliche Verbrechen sind letztendlich auch mit verursacht worden durch diese Lehre. Tatsächlich sagte die Bibel sogar voraus, dass es irgendwann mal solch eine Lehre geben würde. In 1. Timotheus 4, Vers 1 heißt es: „Der Geist aber sagt ausdrücklich, dass in späteren Zeiten etliche vom Glauben abfallen und sich irreführenden Geistern und Lehren der Dämonen zuwenden werden.“ Und Vers 3: „Sie verbieten zu heiraten und Speisen zu genießen, die doch Gott geschaffen hat, damit sie mit Danksagungen gebraucht werden von denen, die gläubig sind und die Wahrheit erkennen.“

[37:41] Dieser letzte Abschnitt bezieht sich auch auf das erfohlene Fasten. Und auch das wurde von der Kirche in Rom durchgeführt. An bestimmten Tagen verbot die Kirche das Essen bestimmter Nahrungsmittel, die man sonst hätte gut und gerne essen können. All diese Dinge wurden jetzt von dem System von den Gläubigen abverlangt, ohne wirklich die biblische Grundlage.

[38:21] Luther hat dann all das so miteinander verbunden in seinem Verständnis. Er wollte verstehen, dass die Menschen verstehen, was wirklich vor sich geht und wie viel Einfluss das System auf das Leben der Menschen hatte. In 1523 schrieb er folgendes: „So hat Christus gesprochen und getan, aber der Papst lehrt und sagt das genaue Gegenteil. Christus sagt ja, aber der Papst sagt nein. Da sie nun im Streit miteinander liegen, muss einer von beiden mit Sicherheit lügen. Christus lügt auf jeden Fall nicht. Deshalb schlussfolgere ich, dass der Papst ein Lügner ist und nicht der wahre Antichrist.“ So muss man sich mit der Heiligen Schrift so gut auskennen, dass man den Papst nicht nur Antichrist nennen kann, sondern auch klare Beweise dafür geben kann, sodass man zuversichtlich sein Leben darauf setzen kann und gegen den Teufel besteht, wenn man stirbt.

[39:31] Er wollte also nicht nur, dass er Antichrist ist, er wollte, dass Menschen das auch anderen erklären können. Und das führt zur Frage: Wie viele Protestanten wissen heute noch die Identität des Antichristen? Und wie viele wissen, auf welcher Grundlage Luther diese Identifikation vorgenommen hatte? Und wie viele könnten heute aus der Bibel heraus mit Zuversicht diese Identität des Antichristen belegen?

[40:09] Wenn Luthers Identifikation korrekt ist, wenn sein Verständnis vom Evangelium korrekt ist, dann ist die Identität des Antichristen dasselbe. Denn das Evangelium ändert sich nicht. Die Schriften von Paulus ändern sich nicht. Die Schriften von Daniel und auch von Johannes in Offenbarung ändern sich nicht. Christus ist immer noch unser Hoher Priester im Himmel. Und noch immer wendet er sein Blut für uns an.

[40:51] Hat Rom vielleicht irgendetwas von dem geändert, von diesen Lehren, die wir gerade angeschaut haben? Sie sind immer noch da. Der Beichtstuhl und die Priester, Ablässe und gute Werke, mit denen man sich bei Gott etwas verdienen kann, Zölibat, Kirchenhierarchie, die Skandale, der Reichtum – all das ist heute unverändert. Wenn Luther heute leben würde, würde er auf dieser Grundlage dieselbe Identifikation vornehmen.

[41:29] Aber einige Dinge haben sich geändert im Laufe der Zeit. Die Päpste haben etwas von ihrer weltlichen Macht verloren. Aber wenn wir heute immer noch feststellen, dass er sehr einflussreich ist. Sie haben generell, allgemein gesprochen, ihre Einstellung verändert. Sie sind heute sehr viel freundlicher und netter in ihren Worten. Aber was wir auch finden, ist, dass die Protestanten sich sehr verändert haben in ihren Glaubensüberzeugungen. Viele haben die Bibel als einzige Grundlage ihres Glaubens verlassen und sind so nicht mehr in der Lage, den Antichristen zu identifizieren. Und viele können überhaupt nicht mehr verstehen heute, warum Luther so eine Identifikation damals vorgenommen hat.

[42:30] Luther hat sich auch mit der Kirchengeschichte beschäftigt, um diese einzelnen Puzzleteile zusammenzusetzen. Er beschäftigte sich mit Konzilien, Dekreten und mit dem Kirchenrecht. Immer war die Bibel das führende Argument in seinen Forschungen, in seinen Untersuchungen. Trotzdem hat er auch das Studium der Geschichte faszinierend gefunden, weil das zusätzliche Beweise brachte für seine Nachforschung.

[43:07] Er nahm sich die Aussagen vieler Päpste und verglich sie mit dem, was die Bibel sagt. Er hat den Beginn des Papsttums, des abgefallenen Papsttums interessanterweise in das 6. Jahrhundert datiert. Er schaute sich an, was in jener Zeit passierte. Er sagte, dass der erste definitive Papst des abgefallenen Systems dann Sabinianus gewesen ist. Jemand, der die Bücher seines Vorgängers verbrannt hatte. Er war der Erste, der in Hungerszeiten die Nahrungsmittel verkaufte, statt sie umsonst weiterzugeben. Als dieser Sabinianus starb, war er beim Volk so verhasst, dass die Menschen sogar seinen Leichnam noch schänden wollten.

[44:23] Luther schaute sich also die Geschichte an und sah hier immer mehr Beweisstücke. Wenn wir jetzt in die Geschichte zurückschauen, können wir noch mehr Dinge sehen. Die Bibelprophetie fixiert den Zeitpunkt des Erwachsenens dieses antichristischen Systems in etwa 538 n. Chr. Das war, als die Ostrogothen zurückgezogen wurden und der Papst seine weltliche Macht errichtete.

[45:01] Luther wurde auch von der Falsifizierung der Geschichte der Kirche sehr bestürzt. Es gab Geschichten, die über sogenannte Heilige verbreitet wurden, um Fehler zu verhindern. Aber die unbiblischen Lehren wurden von diesen sogenannten Wundern der Heiligen als Beweis genommen für unbiblische Lehren. In einem Zeitalter, wo die Menschen die Bibel nicht wirklich selbst lesen konnten, war es leicht, sie zu verführen.

[45:51] Luther sah in diesem Zusammenhang zum Beispiel auch den berühmten Versen Matthäus 24, Vers 24: „um, wenn möglich, auch die Auserwählten zu verführen.“ Luther hat all diese verschiedenen Dinge zusammengeführt. Luther hatte auch ein Gesamtbild der Geschichte. Er glaubte, dass es einen wirklichen Kampf gibt zwischen Christus und Satan. Morgen Abend werden wir dieses Thema vertieft betrachten. Aber Luther glaubte, dass der Antichrist in diesem großen Kampf eine besondere Rolle spielt.

[46:45] Man kann zurückschauen in die frühe Verfolgung der Christen. Die ersten Nachfolger Christi wurden wirklich ohne Gnade verfolgt. Mit vieler Gewalt ist dort das Evangelium eigentlich behindert worden. Doch selbst durch Gewalt konnte das Evangelium nicht aufgehalten werden. So gab es dann Versuche, einen Kompromiss zu machen. Es zeigte sich, dass durch die Kompromisse das Evangelium besser aufgehalten werden konnte, als durch äußerliche Verfolgung und Bedrohung.

[47:49] Luther hat dann in seinem Evangelium herausgefunden, dass als die Kirche den Staat um Hilfe bat, sie in Wirklichkeit selbst sich sehr geschadet hat. Luther hat sich dabei an die Versuchung von Jesus erinnert. Satan hatte ja damals versucht, Jesus zur Sünde zu verführen, aber war gescheitert, weil Jesus immer wieder auf einem hohen Berg stand. Satan präsentiert Jesus die Reiche der Welt und bietet sie ihm an. Er sagte zu Jesus: „Alles, was du tun musst, ist, mich anzubeten, dann werde ich dir all das geben.“ Aber Jesus hat das abgelehnt.

[48:49] Die Kirche, stattdessen, hat die Sache aus anderer Sicht betrachtet. Luther kommentierte das so, 1545.

[49:19] Luther glaubte, dass die Weltgeschichte ihrem Ende schnell zuneigte. Und er hatte gute Gründe, das zu glauben. Denn er sagte: „Der Antichrist ist ja schon da und wirkt in dieser Welt.“ Und basierend auf mehreren Bibelprophezeiungen, hat er die Zeit des Verurteilens nicht mehr als 300 Jahre ausgerechnet. Und wir werden uns am Sonntag noch mehr darüber beschäftigen.

[50:12] Luther glaubte, dass das Papsttum nicht von menschlichen Gründen abgeschafft werden könnte. Er glaubte, dass nur eine Sache das Papsttum am Ende stürzen würde, und das war die Wiederkunft Jesu. In 2. Thessalonicher 2, Vers 8 heißt es: „Und dann wird der Frevler offenbart werden, ihn wird der Herr Jesus töten, wenn er kommt.“ Bezüglich des Ende der Zeit sagte Luther einige Dinge, die fast prophetisch klingen. Schaut euch das an, was er 1523 und 1524 geschrieben hat.

[51:18] Luthers Identifizierung des Antichristen wurde von späteren Protestanten bestätigt und vertieft. Sie haben sich tief in die Prophezeiungen der Bibel und haben mehr Beweise entdeckt, dass Luther auf dem richtigen Weg war. Nehmt zum Beispiel Daniels Visionen. Wir werden sie heute Abend nicht in viel Detail besprechen, aber in Daniel 7 hat er eine Vision von vier Tieren, die aus dem See kommen. Das ist nicht einer der Tiere. Ja. Aber diese vier Tiere sind sehr bedeutsam.

[52:29] Diese vier großen, schrecklichen Tiere waren Symbole für vier Weltreiche, die die Welt beherrschen würden. Und wir werden sie kurz ansprechen. Die Identität dieser vier Königreiche ist sehr wichtig und auch gut begründet. Womit ich jetzt hier dieses Bild erklären kann: „The Beast or the Beast?“ We'll get there.

[53:03] Schauen wir, worum es geht. Etwas, was ich mir unbedingt vorgenommen hatte und mich sehr darauf gefreut hatte, wenn ich hier nach Deutschland kommen würde, um es selbst mit meinen eigenen Augen zu sehen, war, dass ich unbedingt Nürnberg sehen und dahin fahren wollte. Denn auf dem Nürnberger Rathaus gibt es dort einige sehr bedeutsame Statuen. Da gibt es drei Türen zu diesem Rathaus, und bei zwei dieser Türen gibt es sehr interessante, wirklich beeindruckende Skulpturen. Diese Statuen stellen diese vier Tiere aus Daniel 7 dar.

[54:01] In Daniel 7 sieht der Prophet Daniel so einen Löwen mit Adlerflügeln. Und dieses Tier, wenn man sich dann die Merkmale anschaut und das alles im Detail studiert, stellt man fest, dass dieses Tier das Königreich Babylon repräsentiert. Und wenn man dann nach Nürnberg geht und sich dort über der Tür die erste Skulptur anschaut, findet man, dann sieht man einen Löwen mit Adlerflügeln. Und man sieht auch eine Darstellung des Führers dieses Weltreiches, nämlich Nebuchadnezzar.

[54:50] Dann sagte Daniel, dass er einen Bären gesehen hatte, der mit drei Rippen im Maul auf einer Seite aufgerichtet war. Das repräsentierte das Vereinigte Königreich der Meder und der Perser. Da hat man hier tatsächlich auch über der Tür in Nürnberg einen Bären mit drei Rippen im Maul. Und man sieht dort Kyros, den Großen, der als General Babylon besiegte.

[55:30] In Daniel 7 gibt es dann noch diesen Leoparden mit vier Köpfen und vier Flügeln. Das repräsentiert das Königreich von Griechenland. Und wenn man sich die Skulpturen in Nürnberg anschaut, findet man hier den Leoparden mit vier Köpfen und vier Flügeln. Und man sieht Alexander, den Großen.

[55:54] Dann, sagt Daniel, sah er dieses schreckliche und schreckliche Biest. Fast so ein bisschen wie ein Drache. Das repräsentiert das Königreich von Rom. Es hat zehn Hörner auf seinem Kopf. Und wir werden momentan über einen dieser Hörner sprechen. Aber wir werden uns jetzt die Skulptur in Nürnberg anschauen. Und wir wollen uns einmal die Statue in Nürnberg anschauen.

[56:34] Hier gibt es also dieses drachenähnliche Tier mit zehn Hörnern. Und Julius Caesar, der dargestellt ist. Dann sieht man, dass bei einem dieser Hörner so ein kleiner Kopf ist. Und dort spricht es von diesem kleinen Horn in Daniel 7, das aufkommen wird, mit Menschenaugen und großen Dingen sprechen wird. Und was den Antichristen auch identifiziert.

[57:10] In Vers 8 liest man dort in Daniel 7: „Als es sich aber auf die Hörner 8 gab, siehe, da brach ein anderes kleines Horn zwischen ihnen hervor, von dem drei der folgenden Hörner ausgerissen wurden. Und siehe, das Horn hatte Augen wie Menschenaugen und ein Maul, das redete große Dinge.“ Also auf den Ruinen des alten Roms wurde dieses neue System gegründet.

[57:32] Schau dir Daniel 7, Vers 20 an. Also dieses kleine Horn, dieses antichristische System, würde großartige Dinge sprechen und die Vorrechte Gottes eigentlich für sich in Anspruch nehmen. Die Kirche in Rom behauptet, dass sie die Vollmacht hat, Sünden vergeben zu können und sogar leblose Materie, in dem Fall das Brot der Hostie, in den tatsächlichen Körper Jesu verwandeln zu können.

[58:20] Auch in Daniel 7, Vers 24 gibt es solche Merkmale. Die zehn Hörner bedeuten zehn Könige, die aus diesem Königreich hervorgehen werden. Nach ihnen aber wird ein anderer aufkommen, der wird ganz anders sein als die Folgen und wir drei Könige stürzen. Dieses System ist sehr anders als alle anderen politischen Systeme auf der Erde. Es ist nicht nur ein politisches System, sondern eine Verbindung von Kirche, von Religion und von Staat und Politik.

[58:54] In Daniel 7, Vers 25 lesen wir: „Er wird den Höchsten lästern und die Heiligen des Höchsten vernichten und wird sich unterstehen, Festzeiten und Gesetz zu ändern. Sie werden in seine Hand gegeben werden, eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit.“ Hier wird gesagt, dass es ein Versuch unternommen werden würde, aber es wird sich einiges ändern. Sie werden entweder geändert oder sie werden komplett gestrichen.

[59:28] Wenn man sich den Katechismus der Kirche anschaut, Daniel 8, Vers 12 sagt dies. Daniel 8, Vers 12 heißt es dann noch: „Und das Horn warf die Wahrheit zu Boden, und was es tat, gelang ihm.“ Anstatt also die Menschen zu Jesus zu führen, hat das System versucht, das Evangelium zu verändern. Statt sie zu Jesus zu führen, hat es sie jetzt zu anderen Menschen gebracht, die dort ihnen dann die Sündenvergebung zusprechen.

[1:00:08] Daniel 8, Vers 24 und 25 sagt dies.

[1:00:32] Also legte Martin Luther die Grundlage für dieses Verständnis. Er war nicht der Erste, um zu dieser Begründung zu kommen, aber er hat mehrere wesentliche Teile zusammengebracht. Und über Zeit wurde mehr und mehr Beweise zusammengebracht, um zu zeigen, dass dies klar die richtige Identifikation ist.

[1:01:02] Aber es gibt etwas sehr Wichtiges, was man hier betonen sollte. Gott spricht hier in der Bibel nicht gegen aufrichtige Menschen. Ich möchte eine Frage stellen: Wer von uns kennt ganz wunderbare, freundliche Menschen, die Katholiken sind? Menschen, die Jesus mit all ihren Herzen lieben? Menschen, die Jesus tun wollen? Gott spricht hier nicht über aufrichtige Menschen. Was er hier identifiziert, ist ein System, das sich an die Stelle Christi gesetzt hat. Es ist also sehr wichtig, dass wir in unserem Denken eine klare Unterscheidung vornehmen.

[1:02:00] Wo führt all das hin? Was man am Ende sehen wird, ist Folgendes: Wir werden sehen, wie das Papsttum weiter an Macht und Kraft und Einfluss zunehmen wird. Wie wird das passieren? Wir werden ganz besonders am Dienstag, am Reformationstag, in dem Bonusthema, da uns Zeit nehmen, das richtig zu zeigen, wo wir uns dann die Zukunft der Reformation anschauen werden und in welche Richtung das weitergehen wird. Aber schlussendlich wird alle menschliche Geschichte auf einen Punkt zu steuern, nämlich auf die Wiederkunft. All das, was wir heute in der Welt sehen, all die Schmerzen, all die Sorgen, all die Kriege, all die Blutschmerzen, all die Lügen, all die Verführungen. All das wird irgendwann zu einem Ende kommen. Und auch das Regieren des Antichristen wird ein Ende finden.

[1:03:26] Aber es gibt nur einen, der dieses Ende herbeiführen wird. Wenn er kommen wird, wird es Menschen geben, die bereit fühlen sind und Menschen, die nicht bereit sind. In den nächsten wenigen Abenden werden wir uns mehr und ausführlicher beschäftigen. Luther wollte vorbereitet sein für Jesus. Luther hat das in seinem eigenen Denken sich vergewissert, indem er etwas sehr Einfaches gesagt hat. Wenn er über die Autorität der Bibel gesprochen hat, hat er damals gesagt: „Hier stehe ich. Ich kann nicht anders. Gott helfe mir. Amen.“

[1:04:26] Wer von uns möchte auch diese Aussage sich anschließen? Dann wollen wir noch gemeinsam beten.

[1:04:36] Lieber Vater, wir möchten für die baldige Wiederkunft Jesu bereit sein. Es ist ein System, das seit langen Jahrhunderten existiert und Menschen ablenkt von dir. Es war etwas, was Luther sehr deutlich verstanden und sehr deutlich gesprochen hat. Und trotzdem hören wir heute nur noch sehr wenig darüber. Es wird fast schon angesehen, als ob das eine Position ist, mit der man Hass verbreitet. Aber Luther hat sich wirklich um die Menschen gesorgt. Und er hat sich besonders für Jesus interessiert. Wir möchten dich bitten, Herr, dass du uns auch zu Jesus führst und dass du uns hilfst, dass wir bereit sein können auf seine Wiederkunft. Wir beten dies im Namen Jesu. Amen.

[1:06:12] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!


Lizenz

Copyright ©2017 Joel Media Ministry e.V.
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.