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Wir verbinden den Vers von Daniel 8,14 “Er sprach zu mir: Bis zu 2300 Abenden und Morgen; dann wird das Heiligtum gerechtfertigt werden!” mit einem Kapitel im Alten Testament, dass uns darüber Aufschluss geben kann was an diesem „Untersuchungsgericht“ passiert.

Manuskript zum Video: DBE-Manuskript-Folge9.pdf

Folien zum Video: 09-gericht5.pdf

In dieser Folge von „Die Bibel erklärt“ wird das Konzept des Untersuchungsgerichts beleuchtet, das im Jahr 1844 begann. Es wird erklärt, warum dieses Gericht stattfindet und was genau darin untersucht wird. Der Fokus liegt dabei auf der Bedeutung des himmlischen Heiligtums und dem Prozess der Reinigung, der eng mit dem Konzept der Sühnung verbunden ist.


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Serie: Die Bibel erklärt

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Folge von Die Bibel erklärt hier auf joelmedia.de. Dies ist wahrscheinlich die letzte Folge aus Brasilien, weil ich bald wieder oder nächste Woche umziehen werde wieder nach Deutschland. Von daher gibt es noch ein bisschen tropisches Wetter für mich, Hitze hier im Zimmer. Und wir stellen uns heute die Frage, was wird eigentlich im Untersuchungsgericht untersucht. Wer sich erinnert an die letzte Folge, da hatten wir herausgearbeitet, dass das Gericht anfängt, als die Bücher geöffnet wurden, als die Throne aufgestellt wurden, dass das Gericht anfängt in einem ganz bestimmten Jahr und zwar dem Jahr 1844. Jetzt warum fängt das Gericht oder hat das Gericht schon angefangen? Warum findet das Gericht nicht zu dem Zeitpunkt statt, wo Jesus wiederkommt? Was ist der Sinn davon? Das hat etwas mit der Natur des Gerichts zu tun und mit der Natur einer Gerichtssitzung. Das schauen wir uns heute nämlich an. Aber bevor wir jetzt reingehen ins Studium, möchte ich gerne nochmal drei Dinge in Erinnerung berufen. Einmal, wir haben gelernt in Folge sieben, dass das Gericht im Himmel stattfindet. Das Gericht findet nicht auf der Erde statt, sondern das Gericht Gottes findet im Himmel statt. Das wird heute noch ganz interessant und wichtig werden. Dann haben wir herausgefunden, dass das Gericht etwas mit dem Heiligtum zu tun hat. Wer sich noch erinnert, Folge 6, da haben wir diesen Psalm 73 gelesen, dass das Gericht und das Heiligtum so verbunden sind. Und das ergibt heute ganz viel Sinn. Und wir haben beim letzten Mal und beim ersten Mal auch festgestellt, dass die Taten der Menschen, die Sünden und die guten Taten in Bücher aufgeschrieben wurden. Und diese ganzen Fakten, die bringen wir heute zusammen, um zu sehen, was wird eigentlich untersucht im Untersuchungsgericht.

[2:24] Hier, wie wir beim letzten Mal noch gesehen haben, beginnt ja das Gericht 1844. Und zwar haben wir da gelesen, dass Gott sich setzt und mit den Engeln zusammenrichtet. Wir haben ja gelesen, dass bei der Wiederkunft dann die Übergabe des Gerichtes an die Heiligen stattfindet. Am Anfang richtet Gott und da richten die Engel. Und wir haben das hier zurückgefolgt auf diesen Vers in Daniel 8, Vers 14: „Er sprach zu mir: Bis zu 2300 Abenden und Morgen, dann wird das Heiligtum gerechtfertigt werden.“ Bei diesem Vers haben wir uns erst mal beim letzten Mal besonders um dieses Zeitelement gekümmert. Was hat es mit dem Zeitelement auf sich und wann passt es zeitlich in die Geschichte? Heute kümmern wir uns um den nächsten Teil und zwar, dass das Heiligtum gerechtfertigt wird. Ich gehe gerade gleich zur nächsten Folie und markiere es hier.

[3:21] Also hier wird das Heiligtum gerechtfertigt. Jetzt erst mal, welches Heiligtum oder um welches Heiligtum geht es hier eigentlich? Wenn derjenige, der das Alte Testament kennt, hier das Wort Heiligtum liest, dann gehen sofort die Glocken im Gehirn an und man denkt sofort an dieses Heiligtum, an diese Stiftshütte, die Mose in der Wüste kreiert hat. Jetzt als Daniel das jedoch geschrieben hat, damals als die Juden, die Israeliten in der Gefangenschaft Babylons waren, da hat das Heiligtum oder ja der Tempel, der war zerstört. Und Hebräer 8, Paulus, als er im Hebräer schreibt, gibt uns einen ganz wichtigen Hinweis, um welches Heiligtum es sich hier handelt. Hebräer 8, Vers 1: „Die Hauptsache aber, die Hauptsache aber bei dem, was wir sagen, ist: Wir haben einen solchen Hohenpriester, der sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones der Majestät im Himmel.“ Wer ist dieser Hohepriester? Hier, ich markiere das mal in einer Farbe, der Hohepriester hier, das ist Jesus Christus. Und der, das kennen wir von der Kreuzigung, der ist aufgefahren in den Himmel nach der Auferstehung und setzt sich zur Rechten des Thrones, zur Rechten Gottes und zwar wo? Im Himmel. „Einen Diener des Heiligtums und der wahrhaftigen Stiftshütte.“ Das heißt, es gibt also eine Stiftshütte hier auf der Erde und es gibt eine wahrhaftige, eine richtige, eine echte Stiftshütte im Himmel, die der Herr errichtet hat und nicht ein Mensch. Das heißt, Paulus sagte, Jesus dient in der Stiftshütte im Himmel. Das heißt, es gibt ein Heiligtum im Himmel. Das heißt, als hier Daniel diese Vision hat, dass das Heiligtum gerechtfertigt wird, da war das Heiligtum auf der Erde zerstört, aber das Heiligtum im Himmel war oder ist nach wie vor aktiv und es spricht hier und das haben wir auch schon gelernt, als wir gesehen haben, dass das Gericht im Himmel stattfindet. Es spricht über das Heiligtum, das himmlische Heiligtum.

[5:49] Jetzt, ich muss nochmal kurz zurück. Jetzt haben wir uns um dieses Wort Heiligtum gekümmert. Jetzt, was hat es mit diesem Wort gerechtfertigt auf sich? Das Schwierige bei dem Wort ist, dass es nur einmal in dieser Form im Alten Testament vorkommt, also im Hebräischen und das Neue Testament ist im Griechisch. Von daher ist es nicht so ganz einfach, dieses Wort zu übersetzen. Was es bedeutet. Einmal hier in der Schlacht wird mit gerechtfertigt übersetzt, es kann auch mit gereinigt übersetzt werden oder wiederhergestellt. Jetzt, warum muss das Heiligtum gereinigt oder wiederhergestellt oder gerechtfertigt werden? Das setzt ja erstmal voraus, dass das Heiligtum verunreinigt ist oder Sünde auf sich geladen hat, Schuld auf sich geladen hat, ansonsten müsste man es ja nicht reinigen. Noch dazu kommt, dass wir gerade festgestellt haben, es geht ja hier um das wahrhaftige Heiligtum im Himmel. Jetzt, der Himmel ist ja im Prinzip der letzte Ort, den wir mit einer Unreinheit, mit Sünde in Verbindung bringen. Das heißt, wie kann es sein, dass das Heiligtum im Himmel verunreinigt wird? Das ist eine ganz wichtige Frage und die Antwort auf diese Frage gibt uns auch die Antwort darauf, was genau in diesem Heiligtum passiert und was es mit dem Gericht zu tun hat.

[7:14] Jetzt erstmal kümmern wir uns hier um das Konzept der Reinigung in der Bibel. Wenn wir uns dieses Konzept einfach mal angucken, wie passiert Reinigung und Rechtfertigung in der Bibel, dann kommen wir vor allem in den ersten Büchern Mose auf ganz viele Verse, die darüber sprechen. Einer davon ist zum Beispiel hier im dritten Mose Kapitel 16, Vers 16: „So soll er Sühnung erwirken für das Heiligtum wegen der Unreinheiten der Kinder Israels und wegen ihrer Übertretungen und aller ihrer Sünden und er soll dasselbe tun mit der Stiftshütte, die sich mitten unter ihren Unreinheiten befindet.“ Jetzt stellen wir fest, was wird hier gesagt? Gott sagt, hier muss Sühnung erwirkt werden für das Heiligtum. Hier wird auch die Stiftshütte verwendet. Das Heiligtum und die Stiftshütte sind im Prinzip austauschbare Begriffe. Manchmal wirkt ein bisschen was anderes damit, aber im Prinzip ist es austauschbar. Das Heiligtum wird hier durch Sühnung erwirkt wegen der Unreinheiten der Kinder Israels. Hier geht es nicht um das himmlische Heiligtum, sondern hier geht es um das Heiligtum auf der Erde. Jetzt müssen wir dazu verstehen, dass das Heiligtum auf der Erde ein Symbol ist für das Heiligtum im Himmel. Als Mose diesen Befehl gekriegt hat, das Heiligtum zu errichten, da hat ihm Gott gesagt: „So wie ich dir das auf dem Berg Sinai gezeigt habe, genauso wie es im Himmel ist, wie du es im Himmel gesehen hast in dieser Vision, genauso baue das Heiligtum auf der Erde.“ Also das Heiligtum der Erde war eine Repräsentation des Himmels. Die Idee war, dass die Israeliten ja nicht lesen konnten, also nur wenige konnten lesen zu der Zeit und Gott wollte hier quasi ein Anschauungsobjekt geben für die Kinder Israels, damit sie lernen können, wie ist es im Himmel, wie funktioniert Gott, wie funktioniert Erlösung und da hat er ihnen das Heiligtum gegeben, damit sie das anfassen, sehen, riechen können auf der Erde. So, Sühnung wird erwirkt für das Heiligtum wegen der Unreinheiten der Kinder Israels.

[9:44] Ich sage zu dir: „Einen Moment mal, Lukas, wir haben gerade gelesen, dass das Heiligtum gerechtfertigt oder gereinigt werden soll. Hier wird Sühnung erwirkt. Das ist ja etwas ganz anderes.“ Nun, wenn wir die Bibel studieren, dann sehen wir, dass das Wort Sühnung und das Wort Reinigung, Rechtfertigung, das ist das gleiche Konzept. Und zwar sehen wir das hier schon im Vers 30: „Denn an diesem Tag wird für euch Sühnung erwirkt, um euch zu reinigen von allen euren Sünden, sollt ihr gereinigt werden vor dem Herrn.“ Das heißt, Sühnung zu erwirken ist genau das gleiche Konzept wie zu reinigen. Und ganz interessant auch hier im 3. Mose 14 wird Sühnung nicht nur auf Menschen angewendet, auf Sünden, sondern auch auf ein Haus. Schaut mal, „und er lasse den lebendigen Vogel vor der Stadt hinaus in das freie Feld fliegen.“ In 3. Mose gibt es ganz viele dieser Anweisungen, was tut man, wenn das passiert, wenn das passiert, diese ganzen verschiedenen Opferdienste, die im Heiligtum passieren, das ist eins davon und schaut mal, was hier gereinigt wird: „Und erwirke Sühnung für das Haus, so ist es rein.“ Das heißt, nicht nur Menschen werden, nicht nur für Menschen wird Sühnung erwirkt, sondern selbst für Häuser, für Gegenstände wird hier Sühnung erwirkt, was einem einfach zeigt, dass es, anstelle, dass es hier ein ganz kompliziertes theologisches Konstrukt ist, das kein Mensch verstehen kann, ist Sühnung ein ganz, ganz einfaches Konzept, wo Gott einfach sagt: Sühnung ist Reinigung, wieder reinmachen. Etwas wurde verunreinigt, etwas hat Sünde auf sich geladen und um das wieder wegzunehmen, um die Sünde wegzunehmen, um das Haus, die Verunreinigungen wegzunehmen, in dem Fall ist es Pilzbefall, da müssen wir einfach Sühnung erwirken, um es wieder rein zu machen. Gott möchte uns einfach, ganz einfach lernen: Wenn du gesündigt hast, dann musst du wieder rein werden und der Prozess ist diese Sühnung und er beschreibt diesen Prozess im Heiligtum.

[11:56] Jetzt, ich gehe nochmal zurück hier, also wir waren nochmal bei dem Punkt, dass Sühnung erwirkt wird für das Heiligtum. Das passiert an einem ganz bestimmten Tag. Wir haben ja gelesen, in der letzten Folie, ich gehe nochmal zurück, dass genau an diesem bestimmten Moment wird das Heiligtum gerechtfertigt. In der Geschichte Israel, in dem jährlichen Zyklus, passiert es genau einmal im Jahr, dass das Heiligtum gereinigt wird, Sühnung erwirkt wird. Und dieser ganz spezielle Tag passiert genau hier in 3. Mose 16, oder wird da beschrieben, Vers 33: „Und er soll Sühnung erwirken für das Allerheiligste, oder das Heiligtum gleiche, für die Stiftshütte und für den Altar soll er Sühnung tun.“ Und dann wird noch was anderes beschrieben, auch für die Priester und die ganze Volksmenge, oder Volksgemeinde, soll hier Sühnung erwirkt werden. „Dies soll eine ewige Ordnung sein, dass ihr für die Kinder Israels einmal im Jahr Sühnung erwirkt, wegen aller ihrer Sünden, und man machte es so, wie der Herr das Mose geboten hatte.“ Das heißt, einmal im Jahr in diesem Zyklus war dieser ganz bestimmte Tag, der nannte sich der große Versöhnungstag. Und an diesem Tag ging der Priester ins Heiligtum, aber nicht nur ins Heilige des Heiligtums, welches das erste Abteil des Heiligtums ist, sondern er ging hier ins, wie man hier sieht, ins Allerheiligste, also in einen Ort, wo er nur einmal im Jahr hineingehen durfte, in der Stiftshütte. Und dort hat er direkt nicht nur für das Volk Sühnung erwirkt, also während des Jahres wurde er immer, wenn jemand gesündigt hat, sein Opferlamm, sein Opfertier zum Heiligtum gebracht und der Priester hat dann das geopfert und dem Sünder vergeben. Aber jetzt passiert was ganz Bestimmtes. Nicht nur wird das ganze Volk, jetzt wird eine Sündenvergebung für das ganze Volk und selbst den Priester selber getätigt hier, sondern das Heiligtum selber, das Gebäude, die Institution in sich wird hier gereinigt an diesem Tag.

[14:46] Jetzt haben wir festgestellt, dass die Reinigung des Heiligtums ein ganz bestimmter Tag ist. Wir haben gesehen, dass es hier der große Versöhnungstag ist. Jetzt was passiert am großen Versöhnungstag? Das ist nochmal ein ganzer Schritt und einfach wegen der Zeit werde ich diese Folge jetzt in zwei Teile teilen und dann dürft ihr euch schon auf den nächsten Part freuen, wo wir uns dann wirklich reingehen und gucken, was passiert an diesem Tag und was hat das mit dem Gericht zu tun und was wird da eigentlich untersucht und warum findet das Gericht in diesem Fall jetzt schon statt. Also, ihr dürft gespannt sein auf die nächste Folge.


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