Diese Predigt beleuchtet das „Vermächtnis Achans“ und seine Bedeutung für die Heiligung in der Gemeinde. Anhand biblischer Beispiele wie dem Auszug Israels aus Ägypten und der Eroberung Kanaans wird die Wichtigkeit von Reinheit und Gehorsam in der Gemeinschaft thematisiert. Der Vortrag zeigt auf, wie Sünde die Gemeinschaft beeinträchtigen kann und wie ein liebevoller, aber konsequenter Umgang damit notwendig ist, um Gottes Segen zu bewahren und die Gemeinde zu stärken.
Achans Vermächtnis
Ronny Schreiber · Predigten ·Themen: Bibel, BibelstudiumWeitere Aufnahmen
Serie: Predigten
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Transkript
[0:00] Hallo und herzlich willkommen hier vor Ort und auch am Livestream zuhause. Wenn ihr jetzt verwundert seid, dass ihr mich hier seht und nicht den Christopher, dann liegt das daran, dass der Christopher mich gefragt hat, ob ich einspringen kann, weil er selber gerade unterrichtet in Österreich und deswegen bin ich heute hier. Aber ich freue mich, dass wir gemeinsam ein Thema behandeln können und das Thema heute soll heißen Achans Vermächtnis. Es hat was mit Heiligung in der Gemeinde zu tun und bevor wir die Bibeln aufschlagen, bevor wir dort hineinkommen, lasst uns gemeinsam mit einem Gebet starten. Unser lieber Vater im Himmel, wir sind dir dankbar dafür, dass wir an diesem Abend zusammenkommen können, dass wir dein Wort studieren dürfen und Herr, wenn wir deine Bibel aufschlagen, möchten wir dich bitten, dass dein Heiliger Geist mitten unter uns ist. Bitte führe du uns durch dein Wort und erkläre uns die Dinge, die für uns so wichtig sind. Herr und hab Dank dafür. Im Namen Jesu, Amen.
[0:57] Nun, ich hatte schon gesagt, es geht so ein bisschen um Heiligung in der Gemeinde und ich möchte zuerst mit euch Israel betrachten. Also das alte Israel, das war ja zur Zeit Josefs in Ägypten im Land Gosen und dem ging es eigentlich ganz gut da, solange Josef lebte. Solange Josef lebte, war irgendwie alles okay in Ägypten, aber in dem Moment, als Josef starb und ein neuer Pharao kam, drehte sich das Blatt. Und da gucken wir mal rein in die Bibel und schauen mal ins zweite Buch Mose, gleich ins erste Kapitel. Zweites Buch Mose, erstes Kapitel und hier lesen wir die Verse 8 bis 14. Wie heißt es? Zweiter Mose 1, 8 bis 14.
[1:43] Da kam ein neuer König auf über Ägypten, der nichts von Josef wusste. Der sprach zu seinem Volk: Siehe, das Volk der Kinder Israels ist zahlreicher und stärker als wir. Wohl an, lasst uns kluge Maßnahmen gegen sie ergreifen, dass sie nicht zu viele werden. Sie könnten sonst, wenn sich ein Krieg erhebt, womöglich zu unseren Feinden übergehen und gegen uns kämpfen und aus dem Land ziehen. Darum setzte man Sklaventreiber über sie, um sie durch Lasten zu bedrücken. Und sie bauten dem Pharao die Vorratstätte Pitom und Ramses. Je mehr sie aber das Volk bedrückten, desto zahlreicher wurde es und desto mehr breitete es sich aus, so dass ihnen vor den Kindern Israels graute. Darum zwang die Ägypter die Kinder Israels mit Gewalt zum Dienst. Und sie machten ihnen das Leben bitter mit harter Zwangsarbeit an Lehm und Ziegeln und mit allerlei Feldarbeit, laute Arbeiten, zu denen man sie mit Gewalt zwang.
[2:44] Und das war das Leben Israels jetzt unter dem neuen Pharao. Unter dem alten Pharao waren sie so ein bisschen die Günstlinge, weil Josef in hohen Ehren stand. Aber sobald Josef gestorben war und ein neuer Pharao aufkam, der Josef nicht mehr kannte und nichts mehr von ihm wissen wollte, merkte man, dass die Kinder Israels jedoch sehr zahlreich sind und man müsse vielleicht etwas gegen sie tun. Und jetzt kam man auf die Idee, sie zu unterdrücken, in Zwangsarbeit Frohndienst aufzulegen und sie wurden zu Sklaven gemacht. Ein eben noch freies Volk wurde plötzlich versklavt. Und Gott hatte kein Gefallen daran, sein Volk in Knechtschaft zu sehen. Er wollte nicht, dass sie in Ägypten unterdrückt werden. Und so berief er Mose. Und Mose sollte den Kindern Israels jetzt das Evangelium der Freiheit verkünden. Er sollte sie herausführen. Er sollte ihnen sagen, dass es eine Rettung gibt und dass sie dem Gott ihrer Väter folgen sollen aus der Knechtschaft heraus. Nun ist es aber so, dass der Teufel darüber nicht froh ist, wenn seine Gefangenen ziehen. Also hat er alles versucht, um Israels im Land zu halten. Er hat den Pharao benutzt und versucht, irgendwie Israel das Leben so bitter zu machen und so schwer zu machen, dass sie nicht ausziehen und keine Hoffnung mehr haben. Als Mose denn nun endlich kam, hat der Pharao auch nicht nachgegeben und Gott brauchte Plagen. Viele Wunder mussten getan werden, um Israel in die Freiheit zu schicken.
[4:06] Und es ist so ein bisschen, was wir hier sehen, auch das, was in unserem Leben passiert. Auch wir sind eigentlich in Freiheit gemacht von Gott, so waren wir gedacht, sind in die Knechtschaft der Sünde gekommen und Gott möchte uns von da herausholen. Deswegen verkündet er uns das Evangelium der Freiheit. In Freiheit möchte er uns bringen und wir möchten ausziehen, aber der Teufel möchte uns nicht gehen lassen. Und auch in unserem Leben wird Gott Wunder wirken und uns helfen, irgendwie aus der Knechtschaft der Sünde herauszukommen, um zu ihm zu gelangen. Und wenn wir jetzt gucken, was Gott mit Israel gemacht hat, der Weg Israels, um sie überhaupt herauszubekommen aus dem Land, musste damals in der 10. Plage das Blut des Lammes ihnen helfen, dass sie nicht unter dem Gericht stehen. Das Gericht erhob sich über das ganze Land Ägypten, auch über Gosen, aber Gosen war nicht betroffen, denn sie hatten das Blut des Lammes an ihre Türpfosten gestrichen. Der Würgeengel, wie Luther ihn nennt, er zog vorbei und das Volk wurde nicht getroffen unter der Plage. Es zog nun in die Freiheit.
[5:09] Und wenn wir uns das historisch angucken, was passiert ist, das Passafest war, dann zog Israel aus nach dem Passafest. Sie durchschritten die Sinai-Halbinsel, zogen durchs Rote Meer durch, und dann kamen sie nach 50 Tagen an den Sinai, an den großen Berg, an dem die Gesetze gegeben werden sollten. Sie feierten dort das Wochenfest, Mose ging auf den Berg, dann gab es dieses Erdbeben, Feuer fiel vom Himmel und die zehn Gebote oben wurden geschrieben. Das ist ganz ähnlich auch in unserem Leben. Es ist ganz ähnlich auch im Leben der Gemeinde. Das Passa ist die persönliche Schuldvergebung, das Lamm Gottes, das für unsere Schuld eintritt. Wer im Blut des Lammes gewaschen ist, dem ist seine Sünde vergeben. Aber damit endet es nicht. Wenn ich das Opfer Jesu annehme in meinem Leben, wenn ich noch in der Knechtschaft der Sünde bin und in Jesus mein Heil sehe und das Opfer ergreife, dann ist sein Blut für mich vergossen und es wird angewendet auf mein Leben. Aber der Weg ging weiter. So wie Israel jetzt auszog und Israel durchs Rote Meer hindurch zog, ist auch ein Symbol für unsere Taufe. Auch wir werden getauft in Wasser und Geist, sagt die Bibel. Auch meine Entscheidung war es im Leben, nachdem ich von Gott in die Freiheit gerufen wurde, aus der Knechtschaft der Sünde herausgerufen wurde, bin ich durch die Taufe gegangen und der Weg damals von Israel stand jetzt am Berg Sinai nach 50 Tagen. Das Wochenfest wurde gefeiert und das Gleiche soll auch in unserem Leben passieren.
[6:39] Wenn wir von Gott gerufen wurden, das Blut Jesu in unserem Leben angenommen haben, uns entschieden haben, ihm zu folgen und durch die Taufe gehen, dann sollen auch wir am Berg Sinai stehen. Und was war damals passiert? Es war die Erfüllung eines Schattens, den Gott sich vorausgeschickt hatte. Er hatte das Volk Israel gerettet durch das Passafest, dann durchs Wasser und dann nach 50 Tagen, nach dem Auszug, kamen sie endlich an den Sinai. Das ist in der Gemeinde später auch passiert. Das Passalam war ein Symbol für Christus, nicht wahr? Jesus Christus. Wenn wir jetzt von Christus aus, Christus ist gestorben, das Blut des Lammes war vergossen und wir gehen jetzt mal 50 Tage weiter, was ist dann passiert? Pfingsten, nicht wahr? Also das Wochenfest ist tatsächlich nach Passa, diese 50 Tage, das Wochenfest kam, die Ausgießung des Geistes. Wieder war die Gemeinde versammelt, allerdings nicht am Berg Sinai, sondern es war jetzt seine Gemeinde, das waren die Berge Zion. Und wieder gab es diesen Wind und wieder bebte die Erde und wieder fiel Feuer vom Himmel, aber diesmal nicht auf den Berg Sinai wie damals, sondern jetzt in der Erfüllung des Schattens auf die Berge Zion, auf sein Volk. Und wieder wurde ein Gesetz geschrieben. Damals wurde das Gesetz geschrieben mit Gottes Finger oben auf dem Berg und jetzt in der Erfüllung des Schattens sollte das Gesetz in die Herzen der Jünger geschrieben werden. Denn das sagt Paulus, 2. Korinther 3, Vers 3: Ihr seid ein Brief, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf steinernen Tafeln, sondern auf die fleischernen Tafeln eures Herzens, sagt er. Gottes Geist hat seine Gesetze in unser Herz geschrieben, sein Gesetz der Liebe in das Herz seiner Jünger.
[8:26] Das war die Rettung. Und diesen gleichen Weg, den wir als Menschen gehen, den persönlich, den damals auch das ganze Volk Israel gemacht hat, diesen Weg können wir auch sehen im Heiligtum. Wenn ich ins Heiligtum hineingehe, komme ich zuerst an den großen Altar, den Brandopferaltar, wo das Lamm geschlachtet wurde. Hernach, nachdem ich das Opfer angenommen habe, ist die nächste Station im Heiligtum das Waschbecken, ein Symbol für die Reinigung, auch ein Symbol für die Taufe, für die Auferstehung, das alte Leben abgelegt, zu einem neuen Leben aufgestanden. Und der nächste Schritt, Brandopferaltar, Waschbecken, ist das Zelt. Und in dem Zelt ist das Symbol für die Heiligung. Hier wird man verändert. Hier ist die siebenarmige Leuchte, ein Symbol für den Geist. Hier ist der Räucheraltar, ein Symbol für das Gebet direkt zum Vater, dass wir mit ihm verbunden sind. Und hier sind die Schaubrote, ein Sinnbild für die Bibel, für das Wort Gottes. Durch diese tägliche Anwendung wird das Leben geheiligt. Wir als Menschen, die wir herausgerufen worden sind aus der Knechtschaft der Sünde aus Ägypten, haben auch diesen Weg gemacht, sind mit vielen Wundern von Gott dort gerettet worden, durften ihn kennenlernen. Er hat uns sein Volk genannt. Wir sind durch die Taufe gegangen und stehen am Berg Sinai. Und Gottes Geist schreibt seine Gesetze in unsere Herzen. Das ist das von der Rechtfertigung bis zur Heiligung. Das, was auch in unserem Leben passiert. Heiligung meint, unser Leben wird verändert, Stück für Stück. Gott ändert unser Herz, damit unser Herz wieder in den Himmel passt.
[10:05] Und wenn wir mal zurückgehen auf die Geschichte von Israel, wie sie damals alles verlassen haben, wie sie ausgezogen sind, wie sie durch die Wüste, dann durchs Meer, dann in den Berg Sinai kamen. Gott hatte sie ja herausgeholt aus Ägypten, aus der Knechtschaft, weil er ihnen das verheißene Land verheißen hat. Ich habe etwas für euch vorbereitet. Ich möchte euch in das gelobte Land bringen. Nun, Israel wollte in das gelobte Land und sie stellten nun fest, als sie endlich an der Grenze ankamen des gelobten Landes, dass das Land besetzt war. Es lebten Völker da drin. Und als sie das Land auskundschafteten, da verzagte ihr Herz. Sie sagten: Was ist denn passiert hier? Da leben Riesen in dem Land. Das Land ist ein furchtbares Land. Es frisst seine Bewohner. Und sie hatten Angst. Und sie sagten: Niemals können wir überwinden. Und weil sie gesagt hatten, wir können nicht überwinden und Gott nicht vertraut haben, ist keiner aus dem Volk in dieses Land gekommen, außer Kaleb und Joshua. Alle anderen sind in der Wüste dahin gestreckt worden und nur die beiden kamen später rein.
[11:08] Nun, als Joshua letztendlich die nächste Generation also hineinführte in das Land, nachdem das Volk angenommen hat: Wir können es doch schaffen. Wir wollen auf den Herrn vertrauen. Als sie dieses Vertrauen angewendet hatten und nun hineinkamen, da war das Land immer noch besetzt. Das Land war immer noch stark. Und ja, es gab da riesige Städte drin. Wenn wir an Jericho denken, Jericho war unbezwingbar. Also Israel hatte keine Chance, militärisch gegen Jericho vorzugehen. Und es lebten da diese Riesen. Drei Stämme von Riesen gab es im Land. Und die waren so mächtig und so stark, dass die Kinder Israels sagten: Wir sehen aus wie Heuschrecken in ihren Augen. Und die waren ja immer noch da. Und dennoch hat Joshua sie in das Land hineingeführt. Jesus hatte ihm ja verheißen, dass er mit ihm sein wird. Er soll nur keine Angst haben. Er wird siegreich sein. Das war die Verheißung, die Christus ihm gegeben hat. Und wir können das mal lesen, wie er siegreich sein wird, wenn wir Joshua 1 uns angucken. Joshua 1 und hier in Vers 8 und 9, da spricht Christus mit Joshua. Und in Joshua 1, Vers 8 und 9, da sagt er zu ihm: Lass dieses Buch des Gesetzes nicht von deinem Mund weichen, sondern forsche darin Tag und Nacht, damit du darauf achtest, alles zu befolgen, was darin geschrieben steht. Denn dann wirst du Gelingen haben auf deinen Wegen, und dann wirst du weise handeln. Habe ich dir nicht geboten, dass du stark und mutig sein sollst? Sei unerschrocken und sei nicht verzagt, denn der Herr, dein Gott, ist mit dir überall, wo du hingehst.
[13:00] Die Verheißung, die Christus dem Joshua gab, war: Wenn du studierst, wenn du dir das Gesetz Tag und Nacht vor Augen führst, wenn ich immer in deiner Nähe bin, wenn wir eine Beziehung haben, dann bin ich bei dir, egal, wo du hingehst. Und du brauchst nicht verzagen vor den großen Bollwerken, vor den Riesen und vor den Feinden. Das war die Verheißung, die Christus dem Joshua gegeben hat. Und das Gleiche macht Christus auch in unserem Leben. Wenn du das Gesetz vor Augen hältst und wenn du nicht verzagst vor dem, was du siehst, sondern wenn du mir treu bist, dann wirst du Gelingen haben auf all deinen Wegen. Das ist die Verheißung. Und ich werde dich ins gelobte Land hineinbringen. Nur manchmal übersehen wir, was damals in Israel passiert ist, denn Israel musste auch kämpfen. Also als Israel hineinzog, wurden nicht gleich per Wunder alle Städte niedergeworfen, sondern Israel musste hineinziehen. Joshua an der Spitze. Und nun ging es auch gegen die großen Städte, wie zum Beispiel Jericho, eine riesige befestigte Stadt, unüberwindbar, so schien es für die Israeliten. Und dennoch ging sie hin. Man ist ein bisschen das Symbol, das Christus mit uns vorhat. Christus möchte auch das Land einnehmen, das Land unseres Herzens. So wie Joshua damals Kanaan eingenommen hat, Stück für Stück und Stadt für Stadt niedergeworfen hat, so möchte auch Jesus unser Herz Stück für Stück gewinnen, bis das ganze Herz ihm gehört, bis die Heiligung in uns abgeschlossen ist, bis alles zu Christus gehört und unser Herz, unser Verstand uns zu Christus ziehen, zu unserem Herrn und König. Und wir müssen nicht verzagen, sondern wir müssen wie Israel im Glauben den Kampf annehmen. Israel musste auch um die Stadt ziehen, sie mussten sich mit Jericho auseinandersetzen. Aber nicht sie haben den Sieg errungen, sondern Gott war es, der die Mauern einstürzen ließ.
[14:46] Und manchmal ist das so in unserem Herzen auch. Da sind Bollwerke, Bollwerke der Sünde, die so riesig sind, dass wir sagen: Wir können sie nicht selbst überwinden. Und das stimmt, wir können sie nicht selbst überwinden. Und jeder von uns hat so eine Jericho im Herzen. Große Städte, auch viele kleine, aber diese großen und die machen uns so viel Sorgen und vor denen haben wir Angst. Aber in der Geschichte der Eroberung Kanaans können wir sehen, dass es gar nicht aus eigener Kraft geschehen ist, diese Eroberung, sondern die Einnahme Jerichos, es war Gottes Gnade. Das Volk ist losgezogen und das Volk ist drum herum gezogen um diese Stadt und Gott hat diese Stadt besiegt. Interessanterweise hat er den Israeliten gesagt, was sie dann tun sollen. Es war ja der Auftrag, Jericho nicht nur einfach niederzuwerfen, sondern sie sollten noch etwas machen. Wenn die Städte fallen, auf die Gott sich schickt und wenn Bollwerk für Bollwerk, Stadt für Stadt niedergeworfen wird, dann sollten sie noch etwas machen. Was sollten sie noch tun? Das ist was ganz Wichtiges nach der Einnahme. Sie sollten, sagt die Bibel, den Bann vollstrecken. Schon mal gehört? Den Bann vollstrecken. Das hieß, dass sie alles zusammen kehren sollten, alles zusammenfegen sollen, alles, was dort war und sie sollten es mit Feuer verbrennen. Also die ganze Stadt sollte mit Feuer verbrannt werden. Das ist ein interessantes Symbol, denn das soll auch in unserem Herzen passieren. Wenn dort Sünde ist, soll der Bann daran vollstreckt werden. Das heißt, die Sünde soll ganz ausgemerzt werden. Aber wie? Gott sagte damals, sie sollen es mit Feuer machen, sie sollen alles verbrennen. Nun, das Feuer in der Bibel ist ein Symbol für den Heiligen Geist. Und als der Heilige Geist in die Herzen der Menschen fiel, wurde das Gesetz hineingeschrieben und Paulus bezeugt später in Römer 5, dass die Liebe Gottes ist in unsere Herzen ausgeschüttet worden. Also wenn dort Sünde ist, möchte Gott diese Sünde ausmerzen. Er möchte den Bann daran vollstrecken und seine Liebe hineinschreiben. Es soll ein Tausch stattfinden. Sünde raus, Liebe rein. Also nur Sünde raus, ist nicht das, was Gott gesagt hat, sondern Sünde raus, Liebe rein. Sollte der Bann daran vollstreckt werden.
[17:04] Joshua 1, Vers 9. Das ist ein schöner Vers. Ich finde ihn sehr ermutigend. Den hatten wir gerade schon gelesen. Soll ich nochmal lesen? Joshua 1, Vers 9. Ich lese nochmal für dich. Gott sagt: Habe ich dir nicht geboten, dass du stark und mutig sein sollst? Sei unerschrocken und sei nicht verzagt, denn der Herr, dein Gott, ist mit dir überall, wo du hingehst. Dankeschön. Das ist ein sehr, sehr ermutigender Vers. Und das ist eine Verheißung, die wir haben, wenn wir auch gegen unsere Sünden vorgehen.
[17:55] Wir lesen ihn gerne noch ein drittes Mal. Aber als Symbol für das, was hier geschrieben steht, was ja wirklich passiert ist. Sie sind so gegen Jericho gezogen und der Segen Gottes lag da drauf. Aber es gab ein Problem. Wenn wir das nämlich mal lesen, die Geschichte. Wir gehen jetzt mal zu der Einnahme von Jericho. Das war die erste Stadt, gegen die sie gezogen sind. Und zwar in Kapitel 7 können wir lesen. Und wir lesen mal Kapitel 7, die ersten fünf Verse. Also Jericho wurde jetzt eingenommen. Das war in Kapitel 6, als Jericho fiel. Und jetzt lesen wir mal in Kapitel 7, die Verse 1 bis 5. Da heißt es: Aber die Kinder Israels vergriffen sich an dem Gebannten, denn Achan, der Sohn Kamis, des Sohnes Zabtes, des Sohnes Serachs vom Stamm Judah, nahm etwas von dem Gebannten. Da entbrannte der Zorn des Herrn über die Kinder Israels. Und Joshua sandte Männer aus von Jericho nach Ai, das bei Beth-Avon liegt, östlich von Bethel. Und er sprach zu ihnen: Geht hinauf und kundschaftet das Land aus. Und die Männer gingen hinauf und kundschafteten Ai aus. Und als sie wieder zu Joshua kamen, sprachen sie zu ihm: Lass nicht das ganze Volk hinaufziehen, etwa 2.000 oder 3.000 Mann sollen hinaufziehen und Ai schlagen. Bemühe nicht, das ganze Volk dahin zu gehen, denn sie sind wenige. So zogen vom Volk etwa 3.000 Mann hinauf und sie flohen vor den Männern von Ai. Und die Männer von Ai erschlugen etwa 36 Mann von ihnen und jagen ihnen nach vom Stadttor bis nach Seberin und schlugen sie am Abhang. Da wurde das Herz des Volkes verzagt und zerfloss wie Wasser.
[19:38] Jetzt lesen wir mal Vers 10 und 11. Nun Joshua war nun sehr verzagt. Und in Vers 10 und 11 heißt es: Da sprach der Herr zu Joshua: Steh auf, warum liegst du denn auf deinem Angesicht? Israel hat sich versündigt. Sie haben auch meinen Bund übertreten, den ich ihnen geboten habe, indem sie von dem Gebannten genommen und davon gestohlen und es verheimlicht und unter ihre Geräte gelegt haben. Darum können die Kinder Israels vor ihren Feinden nicht bestehen, sondern müssen ihren Feinden den Rücken kehren, denn sie sind zu einem Bann geworden. Ich werde künftig nicht mit euch sein, wenn ihr nicht den Bann aus eurer Mitte vertilgt.
[20:25] Nun, was damals passiert ist, Jericho war eingenommen worden und jetzt kam der Achan auf die Idee, also einer aus dem Volk Israel und er nahm etwas von dem Gebannten. Also er hielt etwas von dem fest, was eigentlich vernichtet werden sollte. Also symbolisch würden wir sagen, er hielt an der Sünde fest. Er hielt an etwas fest, das ihm so viel teurer war als der Gehorsam gegen Gott. Das Resultat davon, dass das passierte, ist, es war Sünde in der Gemeinde. Gemeinde Israels, einer sündigt, Sünde war in der Gemeinde und Gott kann die Gemeinde nicht mehr segnen. Die Gemeinde zieht jetzt gegen ein kleines Dorf ein, das war ja eine kleine Stadt und eigentlich leicht zu besiegen, aber als sie gegen sie ziehen, bekommen sie eine Niederlage, mit der sie nicht gerechnet haben. Die große Stadt konnten sie niederwerfen im Glauben, aber das kleine Dorf schaffen sie nicht, weil sie ohne Gott gekämpft haben. Und durch die Sünde von einem einzigen Menschen in der Gemeinde sind 36 mitgefallen. Beim ersten Ansturm auf Ai fielen sofort 36 Mann durch die Sünde von einem einem Menschen, einem Gemeindeglied. Das ist etwa das, was wir auch bei uns im Leben in der Gemeinde feststellen können. Wenn wir Sünde dulden in der Gemeinde, dann wird die Gemeinde nicht mehr von Gott gesegnet. Gott sagt, die Gemeinde ist zu einem Bann geworden. Ich werde künftig nicht mehr mit ihnen sein. Das heißt, selbst wenn sich die Gemeinde anstrengt und versucht, Eroberungen zu machen, Missionsarbeit zu machen oder wie auch immer, aber der Segen Gottes fehlt, dann werden sie das zwar tun, aber erfolglos bleiben, weil die Sünde in der Gemeinde geduldet wird. Und Gott sagt, solange die Sünde dort ist, in Israel, kann ich sie nicht segnen.
[22:23] Nun, jetzt ist natürlich ein großer Aufruhr in der Gemeinde und Joshua möchte feststellen: Was kann ich denn tun? Was kann ich machen? Und schlussendlich werfen sie das Los, um zu prüfen, woher kommt derjenige, wer hat gesündigt. Und sie prüfen das ganz genau. Das Los fällt letztendlich auf die Stämme, auf die Gruppen und auf die Familien und letztendlich auf den Achan. Und jetzt lesen wir mal Vers 20 und 21, Kapitel 7, Joshua 7, Vers 20 und 21. Da antwortete Achan dem Joshua und sprach: Wahrlich, ich habe mich an dem Herrn, dem Gott Israels, versündigt, denn dies habe ich begangen. Ich sah unter der Beute einen kostbaren babylonischen Mantel, 200 Schickel Silber und ein Goldbahn, 50 Schickel schwer. Da gelüstete mich danach und ich nahm es und siehe, es ist in meinem Zelt in der Erde vergraben und das Silber darunter.
[23:21] Nun, was der Achan gemacht hat, er hatte etwas gefunden in Jericho und wollte es für sich behalten. Interessant ist was, da steht Gold, da steht Silber, aber da steht auch, dass er einen babylonischen Mantel fand und ein babylonischer Mantel, ich meine Babylon war weit weg. Da befand sich in Jericho ein babylonischer Mantel und der schien ihm so gut gefallen zu haben, dass er den samt dem Silber und dem Gold mitgenommen hat und unter seinem Zelt vergraben hat. Ich finde es interessant, dass das hier extra betont ist, dass ein babylonischer Mantel war, weil wenn ich darüber nachdenke, wenn das ein Symbol ist für das, was in der Gemeinde heute passiert und sowas auch passieren kann in der Gemeinde, dann habe ich mich gefragt, warum ein babylonischer Mantel? Nun, die Gemeinde soll das weiße Gewand Jesu tragen, also die Gemeinde ist bekleidet mit der Sonne, der Sonne der Gerechtigkeit, der Gerechtigkeit Jesu. So wird sie dargestellt in Offenbarung 12. Sie ist mit dem weißen Gewand Jesu gekleidet und nicht mit dem babylonischen Mantel. Der babylonische Mantel, wenn das eine die Gerechtigkeit Jesu ist, dann scheint das andere eine falsche Gerechtigkeit, eine falsche Rechtfertigung zu sein, irgendeine falsche Lehre, die sich in die Gemeinde eingeschlichen hat, an der festgehalten wird. Ich habe gedacht an die neuen Lehren, die hineingekommen sind. Martin Luther hat damals gesagt: Wenn die Lehre unserer Rechtfertigung, wenn unsere Rechtfertigungslehre fällt, ist unsere Kirche gefallen. Das hat Martin Luthers evangelische Kirche damals gesagt und 1999 ist die Rechtfertigungslehre gefallen. Damals hatten sie die Rechtfertigungslehre angenommen, sie hatten mit der katholischen Kirche korrespondiert. Martin Luther hatte damals gesagt: Die Rechtfertigung der katholischen Kirche ist keine Rechtfertigung, die wir annehmen können, denn Rechtfertigung aus Werten, Rechtfertigung durch Selbstgeißelung und Rechtfertigung durch die Anbetung von irgendwelchen Engeln und Heiligen ist keine Rechtfertigung, die biblisch ist. Martin Luther hat gesagt: Aus Glauben sind wir gerechtfertigt. Das war die Rechtfertigungslehre, die er gepredigt hat und er sagte damals und warnte seine Kirche: Wenn wir einmal diese Rechtfertigung aufgeben, dann ist unsere Kirche gefallen. 1999 unterschreibt die evangelische Kirche einen Pakt über eine Rechtfertigungslehre, die gemeinsame Anerkennung der Rechtfertigungslehre zusammen mit der katholischen Kirche und die Gemeinde fällt wieder da rein. Eine falsche Gerechtigkeit, Gerechtigkeit aus Werten, egal wie ich mich verhalte, egal was ich tue, ich werde eh gerettet werden. Es gibt sogar die Möglichkeit in der katholischen Kirche zum Beispiel, Ablässe zu bezahlen, noch bevor ich die Sünde begangen habe. Das ist eine Lehre, die vertreten wir nicht, keine protestantische Kirche, aber heute sieht es so aus, es ist verschwommen. Es wurden Kompromisse gemacht, es wurden Kompromisse in der Kirche gemacht und man nahm so einen babylonischen Mantel mit.
[26:05] Resultat: Die Gemeinde kann nicht mehr gesegnet werden und Paulus warnte davor, denn auch in seiner Zeit und wir können das mal lesen, im zweiten Korinther, 2. Korinther 6, da warnt er davor, solche Kompromisse zu schließen, sich auf sowas einzulassen. 2. Korinther 6 und wir lesen Verse 14 bis 18.
[26:34] 2. Korinther 6, 14 bis 18. Paulus rät hier der Gemeinde und sagt: Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen, denn was haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit miteinander zu schaffen und was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? Wie stimmt Christus mit Belial überein oder was hat der Gläubige gemeinsam mit dem Ungläubigen? Wie stimmt der Tempel Gottes mit Götzenbildern überein, denn ihr seid ein Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott gesagt hat: Ich will in ihnen wohnen und unter ihnen wandeln und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein. Darum geht hinaus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr, und rührt nichts Unreines an, und ich will euch aufnehmen und will euch ein Vater sein und ihr sollt meine Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige.
[27:25] Nun, Paulus sagt der Gemeinde: Sondert euch ab, macht keine Kompromisse. Was haben Licht und Finsternis miteinander zu schaffen? Wie stimmt Christus und der Teufel überein? Macht klare Grenzen und das ist etwas, was wir glaube ich gerade in der heutigen Zeit, gerade in der Generation, in der wir wohnen, besonders im Auge haben müssen. Kompromisse werden geschlossen, es wird nicht massiv gegen den Glauben gewettet oder gegen die Bibel, sondern es werden Kompromisse geschlossen, das ist viel tückischer. Wenn solche Kompromisse geschlossen werden, wenn wir Licht und Finsternis vermischen, wie wir in Kanaan angesehen haben, der Segen Gottes bleibt aus auf der Gemeinde. Die Gemeinde kämpft ja trotzdem, die Gemeinde zieht ja trotzdem ins Feld, aber Gott segnet nicht und die Gefahr ist gegen Menschen verloren. Damals fielen 36 aufgrund der Sünde von einem. Sünde wurde geduldet in der Gemeinde und deswegen ist sie gefallen. Und das ist oft passiert in der Kirchengeschichte, dass wenn Sünde geduldet wurde in einer Gemeinde, dass die Gemeinde gefallen ist. Dazu nachher ein bisschen mehr.
[28:35] Vielleicht erst mal, was machen wir denn, wenn wir so etwas entdecken in der Gemeinde? Also ich spreche jetzt nicht von den versteckten Sünden, die wir nicht sehen. Versteht mich nicht falsch, Sünde, wir sind alle Sünder. Sünder trägt jeder von uns, aber wenn wir offene Sünde in der Gemeinde haben, also wir wissen, wir wissen, da ist offene Sünde bei uns in der Gemeinde und wir wissen, dass das da ist und wir machen dagegen nichts, sondern wir akzeptieren das, dann machen wir einen Kompromiss. Also wir machen dann Licht und Finsternis, vermischen wir dann. Das Resultat davon, der Segen Gottes bleibt von der Gemeinde weg.
[29:10] Nun, wie ist der richtige Umgang? Wir gehen mal in den ersten Korinther, also ein Buch vorher, in Kapitel 5. Erster Korinther 5, wie sollen wir mit sowas umgehen? Hier ist ein krasses Beispiel für Sünde in der Gemeinde. Erster Korinther 5, 1 bis 5. Es könnte auch so eine Sünde sein in unserer Gemeinde oder irgendeine offene Sünde. Paulus schreibt in die Korinther hier: Überhaupt hört man von Unzucht unter euch und zwar von einer solchen Unzucht, die selbst unter den Heiden unerhört ist, dass nämlich einer die Frau seines Vaters hat und ihr seid aufgebläht und hättet doch ihr Leid tragen sollen, damit der, welcher diese Tat begangen hat, aus eurer Mitte hinweg getan wird. Denn ich, als dem Leib nach abwesend, dem Geist nach aber anwesend, habe schon, als wäre ich anwesend, über den, der dies auf solche Weise begangen hat, beschlossen, den Betreffenden im Namen unseres Herrn Jesus Christus und nachdem euer und mein Geist sich mit der Kraft unseres Herrn Jesus Christus vereinigt hat, dem Satan zu übergeben, zum Verderben des Fleisches, damit der Geist gerettet werde am Tag des Herrn Jesus.
[30:27] Paulus, seine Empfehlung ist: Wenn ihr sowas habt, da war jetzt einer in der Gemeinde, der war mit seiner Mama zusammen und Paulus, seine Empfehlung ist, wenn ihr sowas seht in der Gemeinde, das ist ja sogar unerhört bei den Heiden, selbst die Heiden tun sowas verrücktes nicht und das duldet ihr in der Gemeinde und deckt das auch noch und ihr seid aufgebläht, dabei solltet ihr eigentlich Leid tragen und Paulus sagt: Ich habe bereits beschlossen, was mit demjenigen passieren soll. Er sagt: Entfernt ihn aus eurer Mitte. Also werft ihn aus der Gemeinde. Jetzt, warum sagt er das? Möchte Paulus demjenigen schaden? Nein, das möchte er nicht. Er sagt: Entfernt ihn aus eurer Mitte, damit er dem, er soll dem Satan ausgeliefert werden, zum Verderben des Fleisches, damit der Geist gerettet werden kann am Tag Jesu. Also was hat er vor? Er möchte denjenigen aus der Gemeinde entfernen, er soll in die Welt zurück, sein Gemeindebrief soll ihm abgenommen werden, er soll in die Welt zurück und dort kann er sein Leben leben und wenn er sein Leben dort lebt und sieht das Elend der Sünde, was passiert mit ihm und wie schlimm die Sünde ist, wenn er dem Satan ausgeliefert wird, dann hat Paulus hier die Hoffnung, dass wenn er das sieht, dass er irgendwann sagt: Ich möchte zurück in die Gemeinde. Ich habe gesehen, die Gemeinde ist rein, die Gemeinde ist gut und die Gemeinde hat recht und die Welt ist voller Sünde und hoffentlich dreht er sich irgendwann um und kommt zurück, bekennt seine Sünde und legt sie ab.
[31:50] Wenn man das nicht macht, wenn man das in der Gemeinde duldet, dann passiert das, von dem Christus gesagt hat: Am letzten Tag kommt jemand und sagt: Haben wir nicht in deinem Namen gepredigt, haben wir nicht in deinem Namen geweißt, haben wir nicht in deinem Namen böse Geister ausgetrieben und Christus sagt: Ich kenne euch nicht. Wenn jemand in der Gemeinde ist, der offene Sünde lebt und die Gemeinde weiß das, aber sie hilft ihm nicht, sondern sie duldet das in der Mitte, dann fehlt der Segen Gottes in der Gemeinde und gleichzeitig droht dieser Mensch verloren zu gehen, weil er von der Gemeinde gedeckt wird. Habe ich nicht in deinem Namen geweißt, in deinem Namen gepredigt, ich war doch irgendwie immer in der Mitte, ich war doch bei jeder Veranstaltung dabei, ich war doch immer präsent. Das Problem war, dieser Mensch könnte verloren gehen. Besser ist es, sagt Paulus, ihn auszuschließen, damit er vielleicht wieder gerettet werden kann und ihn nicht in einer falschen Sicherheit zu wiegen.
[32:42] Darüber hinaus sagt Paulus, und das können wir noch mal lesen, in den Versen 6 bis 8, also erster Korinther 5, 6 bis 8. Einen zweiten Grund, warum offene Sünde, wenn sie verübt wird, sofort rausgenommen werden muss. Er sagt hier Vers 6: Euer Rühm ist nicht gut. Wisst ihr nicht, dass ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert? Darum fegt den alten Sauerteig aus, damit ihr ein neuer Teig seid, da ihr ja ungesäuert seid, denn unser Passalam ist ja für uns geschlachtet worden, Christus. So wollen wir denn nicht mit dem alten Sauerteig festfeiern, auch nicht mit Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern mit ungesäuerten Broten der Lauterkeit und Wahrheit.
[33:34] Paulus warnt: Nicht nur der eine Mensch, der dort eventuell verloren geht oder wahrscheinlich verloren geht, wenn die Sünde in der Gemeinde akzeptiert wird, sondern er sagt, auch wenn das passiert, dann ist nicht nur der eine Mensch in Gefahr, sondern dieser Sauerteig wird auswuchern und die ganze Gemeinde infizieren, beeinflussen. Das heißt, wenn ich jemanden sehe in der Gemeinde, der offene Sünde lebt und am Anfang finden wir das ganz furchtbar und wir alle sagen, das ist aber stimmt, dass es in der Gemeinde ist, aber wir dulden das mal, weil unter dem Deckmantel der Liebe wollen wir mal alles so lassen, wie es ist und wollen diejenigen nicht anfassen und das braucht vielleicht gar nicht lange Zeit, vielleicht wenige Monate, wenige Jahre und es durchsäuert so nach und nach die ganze Gemeinde und plötzlich wird offene Sünde anerkannt und ist nicht schlimm. Plötzlich sagt die Gemeinde: Na ja, wenn er ein Sünder ist und er ein Sünder und ich auch, und schleichen sich plötzlich so Dinge ein in die Gemeinde, die eigentlich dann gar nicht hingehört, aber keiner sagt mir was, denn einer ist ja dann wieder andere.
[34:28] Nun, jetzt könnte man sagen und das wird ja oft angebracht: Moment mal, wir dürfen aber nicht richten. Jeder ist ein Sünder, wir dürfen nicht richten. Aber lesen wir auf Vers 12, 1. Korinther 5, Vers 12. Paulus sagt: Denn was geben mich auch die an, die außerhalb der Gemeinde sind, dass ich sie richten sollte? Habt ihr nicht die zu richten, welche drin sind? Und Paulus gibt sogar den Auftrag dazu, er sagt: Außerhalb die Menschen kann ich nicht richten, also was geben sie mir an, das darf ich nicht. Ich darf niemanden draußen richten, er kennt die Wahrheit nicht. Ich sehe, was vor Augen ist, aber Gott sieht sein Herz. Aber innerhalb der Gemeinde, offene Sünde muss ich benennen, wenn das da ist. Ich muss doch helfen, der Gemeinde und demjenigen. Wie wir das benennen, da kommen wir gleich zu.
[35:20] Ich will mal ein paar Beispiele geben. Zum Beispiel, was heute ganz aktuell ist, zum Beispiel Lebensstilfragen. Also Lebensstilfragen, zum Beispiel in einigen Gemeinden, das kennen die, wir haben eine Gesundheitsbotschaft und die Gesundheitsbotschaft, jeder, der sie kennenlernt und sie erstmal annimmt, versucht sie zu befolgen, so gut er kann. Und das sind Schritte, wir schaffen nicht alles auf einmal, sondern wir machen das Schritt für Schritt. Und das ist okay, jeder ist auf seiner Stufe. Wenn wir aber jetzt anfangen, schlechte Dinge in die Gemeinde einzubringen und sie dort einzuflegen, wird die ganze Gemeinde damit durchsäuert. Zum Beispiel, das kennen wir vielleicht heute in Gemeinden, wir wissen zum Beispiel alle, dass zum Beispiel der Genuss von Kaffee nicht gesund ist. Jetzt ist das etwas, was nicht in die Gemeinde gehört. Jetzt die meisten von uns oder viele kommen von außerhalb und haben im Leben irgendwann mal Kaffee getrunken. Jetzt versuchen sie davon loszukommen, sobald sie die Gesundheitsbotschaft hören und sagen: Ich würde mir das gerne abgewöhnen. Das ist normal, wenn man das hört und denkt, das ist schlecht, also versuche ich mir den Kaffee abzugewöhnen. Und es ist gut, jeder ist auf seiner Stufe. Der eine schafft schneller, der andere braucht länger, aber wir versuchen das. Schlecht wird es dann, wenn ich sage: Ich bringe das mal mit in die Gemeinde und ich fange mal an, in der Gemeinde Kaffee zu trinken. Und dann sieht das ein anderer und sagt: Ach so, ist gar nicht so schlimm, dann mache ich das auch. Und plötzlich wird in der Gemeinde Kaffee ausgeschenkt, nur als Beispiel für viele andere Dinge, die es auch geben kann. Plötzlich ist es normal geworden und plötzlich ist der Küchenschrank voll Kaffee und überall haben wir Dinge, die nicht in die Gemeinde gehören. Wir alle müssen uns das hier abgewöhnen, aber es ist zu Hause, muss jeder für sich, kämpft jeder für sich und versucht Schritt für Schritt sein Leben besser zu haben, durch Gottes Gnade. In der Gemeinde sollten wir darauf achten, dass wir einen hohen Standard haben. Das ist viel leichter für die Geschwister, wenn wir den guten Standard haben, zum Beispiel beim Essen oder Trinken oder was auch immer, den Standard nicht kaputt zu machen. Denn in der Gemeinde wissen wir, da ist es gut und da ist es richtig, ist auch gut für unsere Gäste, für Leute, die neu dazukommen, dass der Standard hochgehalten wird. Zu Hause ist dann viel leichter, den Standard auch zu Hause umzusetzen, als wenn er in der Gemeinde runtergebrochen ist, dann brauche ich auch zu Hause nicht mehr dafür zu kämpfen, dann stehe ich plötzlich alleine. Das durchwuchert plötzlich die ganze Gemeinde und dann ist der Kampf zu Hause viel schwerer, als er anders hätte sein können.
[37:47] Die gleichen Dinge zum Beispiel, ich will noch ein paar Beispiele aufzählen, heute ganz oft im Gemeinde Ehebruch wird geduldet. Also ich rede nicht nur von Ehebruch, wo verheiratete Paare sich andere Partner suchen oder Ehen geschieden werden, sondern sogar die Dinge, wo ungläubige Partner gesucht werden und dann wird eine Ehe gehalten. Auch das ist nicht richtig, auch das sollen wir nicht hinnehmen oder annehmen. Wir müssen die Menschen unterrichten, dass es nicht rechtens ist, sowas zu tun in der Gemeinde. Also wir sollen innerhalb der Gemeinde heiraten, nicht außerhalb der Gemeinde. Oder ein großes Thema heute Homosexualität, wie gehen wir damit um? Da ist die Frage, einige Geschwister sagen: Homosexualität, das ist schlecht und deswegen Gott schreibt, das ist immer ein Gräuel, also weisen wir sie aus der Gemeinde, die haben gefälligst draußen zu bleiben, die lassen wir gar nicht rein. Andere sagen: Moment, Homosexualität, Gott liebt den Sünder, bringt sie rein, tauft sie, gibt ihnen Ämter. Nun, wie gehen wir damit um, was ist richtig, was ist falsch?
[39:04] Nun zunächst müssen wir sagen, 1. Johannes 1, Vers 10 sagt: Wer behauptet, er sei ohne Sünde, ist ein Lügner und die Wahrheit ist nicht in ihm. Sünder sind wir alle. Jeder, der jetzt hier sitzt, auch alle vom Livestream, wir sind alle Sünder. Das ist kein Geheimnis und das wissen wir. Jetzt, wie gehe ich zum Beispiel jetzt um, wenn ein Homosexueller sagt, er möchte gerne in die Gemeinde aufgenommen werden? Sage ich dann ja oder sage ich dann nein? Sage ich, er hat draußen zu bleiben, er darf das Haus nicht betreten, denn es heißt hier: Homosexualität, das ist dem Herrn ein Gräuel. Nun, das stimmt, aber Steuerhinterziehung auch. Lügen ist dem Herrn auch ein Gräuel. Es sind so viele Dinge, die dem Herrn ein Gräuel sind und wir sind alle Sünder. Aber was unterscheidet uns jetzt, dass wir sagen können, der eine darf in die Gemeinde, der andere darf da nicht rein? Nun, die Art und Weise, wie diese Sünde gehandhabt wird. Wenn ich sage, ich bin ein Sünder, dann ist es die Wahrheit und wenn ich sage, ich möchte diese Sünde aber unbedingt überwinden, dann gehöre ich in die Gemeinde. Und wenn ich sage, ich bin ein Sünder, aber ich möchte die Sünde gar nicht überwinden, dann gehöre ich nicht in die Gemeinde. Das ist der Unterschied. Sünder sind wir alle, aber wir sind Sünder, die die Sünde überwinden wollen, mit Gottes Hilfe und mit der Hilfe unserer Geschwister, dass wir zusammen kämpfen, um überwindet zu werden.
[40:20] Jetzt, wenn ich aber in die Gemeinde aufgenommen werden will und sage: Aber eigentlich, ich lebe gerne im Ehebruch oder Homosexualität finde ich eigentlich ganz gut, sollten wir nicht ändern oder ich hinterziehe gerne Steuern oder was auch immer. Und wenn ich sage, ich möchte in die Gemeinde aufgenommen werden, dann darf die Gemeinde das nicht zulassen. Wenn ich aber sage: Ich bin homosexuell, aber ich möchte das unbedingt überwinden, bitte helft mir, bitte betet für mich, ich weiß, dass es falsch ist. Dann bitte hinein in die Gemeinde. Wir sind alle Sünder, wir müssen überwinden und in der Gemeinschaft sind wir da stärker. Aber jemand, der nicht überwinden will, hat nichts in der Gemeinde zu suchen. Es gibt ganze Kirchen heute, vielleicht kennt ihr das nicht nur außerhalb von anderen Kirchen, sogar in der Adventgemeinde gibt es mittlerweile Gründungsprojekte in den USA, wo es homosexuelle Vereinigungen gibt, also Kirchengemeinden, Gemeinden von Homosexuellen, die sagen: Wir wollen genauso zusammen sein und wir sehen nicht ein, dass es falsch ist, wenn Hetero heiraten dürfen, wollen wir das auch machen. Also sie kämpfen nicht gegen die Sünde, sondern sie kämpfen sozusagen gegen das Wort Gottes und das ist falsch.
[41:28] Nun, was passiert, wenn wir sowas dulden? Ich will nicht gegen einzelne Gruppen angehen, wir sind alle Sünder und wir kämpfen alle mit verschiedenen Dingen in unserem Leben. Aber ich habe was beobachtet, ich komme aus der evangelischen Kirche und in der evangelischen Kirche wurde ganz lange weggesehen. Es wurden Dinge akzeptiert in der Gemeinde und man hat gesagt: Naja, den Schwamm der Liebe drüber und wir nehmen das irgendwie so hin, jeder macht so ein bisschen, was er will und das Wort Gottes wurde nicht mehr gehört. Es hieß: Das Wort Gottes ist ja ein bisschen radikal an der und der Stelle. Vielleicht lesen wir diese bösen Stellen aus dem Alten Testament nicht mehr. Vielleicht lesen wir die Bergpredigt nicht mehr so, wie Jesus sie gesagt hat, sondern verändern den Text. Vielleicht lassen wir Paulus hier und da weg und zensieren ihn, um des Friedens willen, um der Liebe willen. Das Resultat davon, die Rechtfertigung, die Heiligung, so wie die Bibel sie beschreibt, gab es nicht mehr. Menschen haben für Heiligung überhaupt gar keine Notwendigkeit mehr gesehen und die ganze Gemeinde fiel so nach und nach in so einen Dämmerschlaf und allen war es egal. Keiner wusste mehr richtig, was ist Rechtfertigung, was ist Heiligung, werden wir eigentlich gerettet? Wir werden wahrscheinlich alle gerettet. Keiner geht verloren. Gott liebt ja den Sünder, weil das Wort Gottes zensiert wurde. Das, was da stand, wurde nicht mehr angenommen. Die Gemeinde hat einen babylonischen Mantel bekommen. Einen babylonischen Mantel. Dieser babylonische Mantel, der wurde auch in Jericho gestohlen, in die Gemeinde gebracht und die Gemeinde konnte nicht mehr gesegnet werden.
[42:53] Lasst uns aufpassen, dass es in unserer Gemeinde nicht passiert, dass sich babylonische Mäntel einschleichen. Falsche Gerechtigkeiten, die gegen das Wort Gottes stehen, die eine Vermischung, ein Kompromiss sind mit dem, was das Wort Gottes sagt. Das Wort Gottes oder Israel und Babylon haben nichts miteinander gemeint. Es fängt mit einem babylonischen Mantel an in der Gemeinde und es durchsäuert nach und nach die ganze Gruppe. Anstatt dass sich die Gruppe stärkt, wenn sie zum Gottesdienst kommt, wenn sie Gemeinschaft untereinander haben, wird die Gruppe schwächer, weil viele Dinge einfach geduldet werden und Sünde ist normal. Und Satan wird die Gemeinde noch mehr angreifen mit Sünde, als er die Einzelnen außerhalb der Gemeinde angegriffen hat, denn er möchte Sünde unbedingt in die Gemeinde bringen. Und wir sollen versuchen, sie zu überwinden durch Gottes Gnade und seine Hilfe.
[43:44] Nun, wie funktioniert das? Was sollen wir tun? Also, wenn wir Gruppen in den Gemeinden haben und wir können es auch selbst sehen, wie gehen wir damit um? Wie reden wir mit denjenigen? Zunächst mal liebevoll. Zunächst mal einen liebevollen Umgang. Jeder prüft sich selbst. Wo stehe ich? Dulde ich vielleicht Dinge? Habe ich Dinge noch nicht überwunden? Und weil das so ist, bringe ich sie in die Gemeinde und werde auch anderen zum Fallstrick? Oder versuche ich sie selber zu überwinden und achte darauf, dass sie nicht in die Gemeinde kommen?
[44:12] Nun, einander die Übertretung zu bekennen und füreinander zu beten, ist was Wichtiges. Ob in kleinen Gebetskreisen, und ich weiß, hier gibt es Gebetskreise, in kleinen Gruppen oder auch in der Familie oder manchmal auch einfach allein vor unserem Herrn Jesus Christus. Das ist wichtig, dass wir die Dinge aussprechen, dass wir ihm die Dinge sagen und vielleicht auch unter uns, dass wir die Sünde bekennen, beim Namen nennen und sagen: Bitte hilf mir, bitte bete für mich. Ich möchte euch mal zeigen, wie Christus damit umgegangen ist, wenn so etwas aufgetaucht ist in der Gemeinde. Wir gehen mal in Matthäus 18 und wir lesen das mal eben und schauen uns da noch mal den Zusammenhang an. Matthäus 18, 15 bis 17.
[45:00] Matthäus 18, 15 bis 17. Wenn aber dein Bruder an dir gesündigt hat, so geh hin und weise ihn zurecht unter vier Augen. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen. Hört er aber nicht, so nimm ein oder zwei mit dir, damit jede Sache auf der Aussage von zwei oder drei Zeugen beruht. Hört er aber auch auf diese nicht, so sage es der Gemeinde. Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, so sei er für dich wie ein Heide und ein Zöllner.
[45:33] In Christus gibt es so eine Vorgehensweise, wie wir damit umgehen, wenn wir sowas in der Gemeinde haben. Dann stelle ich denjenigen nicht an den Pranger und sage: Guck mal da, offene Sünde, sondern ich gehe zu dem und ich frage ihn: Kann ich dir helfen? Kann ich für dich beten? Ich sehe, du hast Schwierigkeiten irgendwo mit. Lass uns darüber sprechen. Und wenn das jetzt offene Sünde ist und derjenige beharrt darauf und sagt: Ich möchte das aber, ich möchte das gar nicht überwinden. Ich weiß, das ist vielleicht nicht richtig nach der Bibel, aber ich sehe das nicht so. Ich möchte das gerne behalten. Dann holt euch noch einen dazu, vielleicht einen Ältesten der Gemeinde oder einen Pastor und redet mit ihm. Helft demjenigen zu überwinden und betet, betet, betet für denjenigen. Und wenn er das auch nicht annimmt, bevor die offene Sünde in der Gemeinde bleibt und die Gemeinde unter den Bann fällt, denn das hat Gott gesagt zu Israel: Ihr seid ein Bann geworden, weil ihr Sünde in der Gemeinde duldet. Bevor das passiert, soll lieber derjenige vor die Gemeinde gebracht werden. Das ist ein schmerzhafter Weg und ein trauriger Weg, aber wichtig, was Christus hier am Ende sagt. Er sagt: Hörte aber auch nicht auf die Gemeinde nicht, so sei er für dich wie ein Heide und wie ein Zöllner. Nur ein Heide und ein Zöllner. Das heißt, er wird aus der Gemeinde entlassen. Er ist wieder Heide und Zöllner, also er gehört wieder zur Welt. Wie sollen wir eigentlich Heiden und Zöllner behandeln? Mit Liebe oder mit Hass? Mit Liebe. Auch die sollen wir mit Liebe behandeln. Sie sollen halt nur nicht mehr in der Gemeinde sein. Wir sollen sie aber mit Liebe behandeln. Er sei für dich wie ein Zöllner und wie ein Sünder.
[47:02] Wir bemühen uns natürlich um jeden, der die Gemeinde verlässt. Es soll die Gemeinde verlassen, damit die Gemeinde nicht durchsäuert wird und damit er gerettet werden kann. Aber natürlich versuchen wir ihn zu retten, versuchen ihm zu helfen, beten für ihn. Interessant ist, wie das geschieht. Zunächst mal schaut man den Zusammenhang. Jesus sagt ja hier, wie wir mit sowas umgehen sollen in Kapitel 18. Er sagt, wie wir, also in welcher Reihenfolge. Erst alleine, dann mit mehreren, dann vor die Gemeinde und dann erst ein Ausschluss. Aber er sagt in den Versen davor, da steht das Gleichnis vom verlorenen Schaf. Damit fängt er an. Er erzählt zuerst das Gleichnis vom verlorenen Schaf und sagt dann, wie wir mit Sünden in der Gemeinde umgehen. Und wenn wir das Gleichnis vom verlorenen Schaf durchlesen, stellen wir fest: Aus der Gemeinschaft ist einer entschwunden. Da waren 100, einer ging weg, 99 blieben zurück. Und wie ging Jesus damit um? Er ging ihm nach, bis er es gefunden hat, dieses Schaf. Und dann trug er es selber auf den Schultern wieder zurück. Das war sein Umgang mit einem, der verloren ist, der vorher zur Herde gehörte. Und so sollen wir es auch machen. Er ist der Hirte, er ist unser Vorbild und wir sollen es auch ihm gleich tun. Wenn wir merken, ein Schaf verlässt die Herde und geht in die Irre, dann sollen wir nicht hinterherfluchen und sagen: Gut, dass es weg ist, sondern wir sollen ihm hinterher gehen und sollen uns um dieses Schaf bemühen, sollen diese Schafe nötig mit eigener Kraft wieder tragen, bis es wieder in der Herde ist.
[48:32] Also wie tragen wir solche Schafe? Im Gebet, durch Hilfe, aktive Hilfe, den Brüdern und Schwestern helfen. Wir sollen nicht zum Ankläger unserer Brüder werden. Ja, es gibt bei uns in der Gemeinde, in jedem fallen Leute ein, wo wir sagen, da stimmt irgendwas nicht, da ist vielleicht offene Sünde. Wir sollen nicht zum Ankläger werden, auch nicht, wenn sie ausgeschlossen sind, sondern wir sollen sie verteidigen. Der Ankläger, der Brüder, das ist der Teufel und der braucht unsere Hilfe nicht. Der verklagt sie Tag und Nacht. Was die Menschen brauchen, ist Hilfe, dass wir zurückkommen können, dass sie den Weg der Heiligung wieder einschlagen. Denn Gott hatte sie ja damals aus der Knechtschaft der Sünde gerufen, um sie zu befreien. Sie wurden getauft, die Heiligung fing an in ihrem Herzen und sind vielleicht verloren gegangen. Gott möchte sie aber wieder in die Gemeinde zurückhaben. Er möchte sie nicht bei Satan lassen, sondern sie sollen zurückkommen. Und sein Weg ist: Sucht die verlorenen Schafe und helft ihnen.
[49:22] Interessant ist, was Paulus sagt, wie wir das machen sollen. Schaut euch mal Römer 12, Vers 20 an. Römer 12, Vers 20.
[49:32] Römer 12, Vers 20 sagt Paulus: Wenn nun dein Feind Hunger hat, so gib ihm zu essen. Wenn er Durst hat, dann gib ihm zu trinken. Wenn du das tust, wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Nun, was meinte Paulus? Wenn dein Feind Hunger hat oder Durst hat, dann kümmere dich um ihn, also erweise ihm Liebe. Und wenn du das tust, dann wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Wollte Paulus dem Menschen unglaubliche Schmerzen zufügen, meinte er das? Du wirst feurige Kohlen auf seinem Haupt sammeln. Wir müssen uns überlegen, tauchten schon mal irgendwo feurige Kohlen auf? In der Bibel gab es schon mal was, wo feurige Kohlen benutzt wurden? Jesaja, wir erinnern uns an die Geschichte von Jesaja. Jesaja sagt: Ich bin ein Mann mit unreinen Lippen, was soll ich denn tun? Da kam ein Cherubim und nahm mit der Zange eine Kohle vom Altar und legte sie ihm auf die Lippen. Und sogleich konnte er sprechen. Deine Sünde oder deine Unreinheit ist jetzt von dir genommen. Da diente die feurige Kohle dazu, um seine Lippen zu reinigen. Jetzt sagt Paulus aber, wenn wir jemandem Liebe tun, sogar unseren Feinden, sagt er, dann fangen wir an, feurige Kohlen auf deren Haupt zu sammeln. Nun, wir wollen das reinigen. Da ist irgendwas Sündiges, da ist irgendwas, was denjenigen veranlasst, von Gott wegzugehen, sich der Welt zuzuwenden. Und Paulus sagt: Helft ihnen. Begegnet ihnen nicht mit Hass und Feindschaft, sondern in Liebe. Und das ist der gleiche Paulus, der gesagt hat: Schließt die Leute aus der Gemeinde aus, die solche Gräuel in der Gemeinde verüben. Der sagt jetzt sogar den Feinden gegenüber: Sammelt feurige Kohlen auf ihr Haupt, indem ihr ihnen Gutes tut. Bemüht euch um diese Menschen. Wenn er Hunger hat, gibt ihm zu essen. Hat er Durst, gibt ihm zu trinken. Sei liebevoll zu ihm. Dann werdet ihr feurige Kohlen auf ihre Häupter sammeln. Also ihr werdet dazu beitragen, dass etwas gereinigt wird, was kaputt gegangen ist. Denn er wird die Liebe sehen, wird sagen: Das ist vielleicht viel besser als das, was ich in der Welt erlebe. Er sieht, wie der Teufel in der Welt arbeitet, denn er wurde vielleicht aus der Gemeinde ausgestoßen und gehört jetzt zur Welt. In seinem Herzen ist Christus aber immer noch drin. Und er sehnt sich zur Gemeinde. Und jetzt sind die Geschwister nicht gegen ihn, sondern helfen ihm, kümmern sich um ihn. Derjenige sieht jetzt den Satan in der Welt und derjenige sieht jetzt, wie die Gemeinde arbeitet. Und irgendwann wird es gereinigt sein und er kommt vielleicht zurück. Das ist die große Hoffnung, ein verlorenes Schaf wieder zu gewinnen.
[52:46] Du meintest die Verse davor, Vers 18, es ist möglich, so viel an euch liegt, so haltet mit allen Menschen Frieden. Rechtet euch nicht selbst, Geliebte, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes, denn es steht geschrieben: Meine ist die Rache. Ich will vergelten, spricht der Herr. Wenn dein Feind Hunger hat und so weiter. Es ist Gottes Sache. Also die Herzen der Menschen zu reinigen, ist Sache des Heiligen Geistes. Das Feuer muss in seinem Herzen, aber das kommt von Gott. Das kann nicht ich tun.
[53:14] Wenn wir denjenigen Hass entgegenbringen, dann verhärten wir eher die Herzen.
[53:40] Wenn du jemandem Hass entgegenbringst, egal ob Freund oder Feind, du wirst sein Herz verhärten. Selbst in der Gemeinde, wenn du jemanden, wenn du offene Sünde anzeigen möchtest, du möchtest mit demjenigen reden, wenn du jetzt auf ihn losgehst und ihm sagst, was für ein böser Kerl er ist und wie schlimm, dann würdest du anfangen, sein Herz zu verhärten. Gehst du mit Liebe auf ihn zu, betest für ihn, versuchst ihm zu helfen, dann kannst du sein Herz vielleicht öffnen für das Wirken des Geistes. Wenn der Geist aber hineinkommt, die feurige Kohle sein Herz berührt, der Geist ist Liebe. Der Geist ist viel liebevoller, als ich es irgendwie sprechen kann und so können wir Menschen gewinnen.
[54:18] Genau, ohne Liebe geht es nicht, sagt auch Petrus. Lass uns da mal hingehen in unseren letzten Vers, 1. Petrus 4 und wir lesen mal Vers 7 und 8. 1. Petrus 4, Vers 7 und 8. Der Rat von Petrus, 1. Petrus 4, 7, 8.
[54:39] Ganz besonders für unsere Gemeinde. Petrus sagt hier: Es ist aber nahe gekommen, das Ende aller Dinge. So seid nun besonnen und nüchtern zum Gebet. Vor allem aber habt innige Liebe untereinander, denn die Liebe wird eine Menge von Sünden zudecken.
[54:57] Nun, das Ende aller Zeiten ist gekommen, also wir sind ganz nah am Ende der Zeiten. Jetzt sagt er: Betet ohne Unterlass, seid besonnen und habt Liebe untereinander. Christus sagt auch: Woran wird man sein Volk erkennen? Dass ihr Liebe untereinander habt. Die Welt außen wird uns nicht daran erkennen, dass wir das Buch Daniel so gut auslegen können, oder die Offenbarung vorwärts und rückwärts aufsagen können, dass wir den Tempel der Ezekiel verstehen, dass wir das Heiligtum erklären können. Daran wird uns die Welt nicht erkennen. Sie werden vielleicht staunen, sind aber sehr sehr belesen, aber daran werden sie nicht erkennen, dass wir das Volk Gottes sind. Sie werden es daran erkennen, dass wir Liebe untereinander haben, indem wir füreinander beten, indem wir uns umeinander kümmern, indem wir die verlorenen Schafe nicht einfach ziehen lassen, sondern versuchen ihnen Liebe nachzugehen. So wie der Herr es getan hat. Wenn wir seinen Charakter tragen, dann tun wir das.
[55:48] Aber wenn wir erfolgreich sein wollen in dem, was wir machen, müssen wir beides miteinander verbinden. Wir müssen die Gemeinde reinhalten vor offener Sünde. Die Geschwister zu Hause, jeder ist auf seiner Stufe, jeder ist auf seinem Weg der Heiligung, auch hier in der Gemeinde. Aber Sünde von außen in die Gemeinde mit hineinzubringen und zu sagen, weil ich das mache, sollen das alle anderen auch machen, ist vielleicht nicht mehr so schlimm, ist falsch. Und egal was es ist, ob es Beziehungssachen sind oder ob es Lebensstil Dinge sind oder wie auch immer, wir helfen uns damit nicht, wenn wir die Gemeinden anfangen damit zu verunreinigen. Die Gemeinde muss immer ganz sauber sein, da müssen alle darauf achten. Und wenn da Dinge entdeckt werden in der Gemeinde, dann müssen wir einander helfen. Und zwar nicht mit erhobenen Zeigefingern sagen: Böse, böse, was du da machst, sondern mit Liebe. Bruder, Schwester, da ist vielleicht was falsch in deinem Leben. Lass uns zusammen beten, lass uns darüber sprechen. Und damit macht ihr das den Gemeinden Ältesten und den Pastoren auch viel viel leichter. Denn stellt euch vor, ihr seid in der Lage eines Ältesten oder eines Predigers und es geht darum, offene Sünde in der Gemeinde, wie man damit umgeht, schließen wir jemanden aus oder nicht. Das ist eine ganz schwere Entscheidung und das tut weh sowas. Und wenn wir uns umeinander kümmern, dann brauchen diese Entscheidungen vielleicht gar nicht gefällt werden, dass Menschen ausgeschlossen werden müssen, sondern wir können vielleicht den Bann an der Sünde in der Gemeinde vollstrecken. Also durch Liebe das ausmerzen, was der Teufel an Hass hineingebracht hat oder an falschen Dingen.
[57:15] Und ich wünsche mir das heute mehr denn je in der Gemeinde, denn gerade heute ist die Gemeinde so angegriffen weltweit von so vielen Dingen, die von außen kommen. Und man neigt dazu, viele Sachen mit in die Gemeinde hineinzubringen. Und wenn die Gemeinde verunreinigt ist und die Gemeinde das duldet und der Segen Gottes nicht mehr auf der Gemeinde sein kann, dann macht die Gemeinde immer noch Missionsarbeit wie vorher vielleicht und kümmert sich immer noch um viele Dinge, aber die Arbeit ist nicht gesegnet. Und dann ist alles, was wir tun, sinnlos. Wir arbeiten, wir eifern uns auf, wir kämpfen wie die Israeliten vor Ai und wir können doch nicht siegen, weil Gottes Geist nicht bei uns ist. Und deswegen, es ist Zeit, heute in diesen Tagen die Mauern wieder aufzubauen. So wie Nehemia damals, unsere
[57:56] Glaubensfundamente wieder fest hinzustellen und sagen, das ist unsere Kirche und so wollen wir leben, das wollen wir vertreten, so wollen wir uns darstellen in der Welt. Nicht indem wir uns mit der Welt vermischen, sondern indem wir uns ganz klar abgrenzen, denn was soll das Licht mit der Finsternis gemein. Amen.
[58:09] Vielleicht darf ich noch ein Gebet sprechen zum Abschluss. Unser lieber Vater im Himmel, wir sind dir dankbar dafür, dass wir deine Geschichten in der Bibel lesen dürfen und dass wir sehen können, Herr, wie du mit den Menschen umgegangen bist von jeher. Du bist jedem voller Liebe nachgelaufen und du möchtest die Menschen immer in die Freiheit rufen. Raus aus der Knechtschaft der Sünde und hinein in deine Freiheit. Und lieber Vater, uns alle hast du gerufen zu dir und du möchtest, Herr, mit deinem Geist dein Gesetz in unser Herz hineinschreiben. Und wir möchten dich bitten, dass du bei uns persönlich anfängst und dieses Werk in der ganzen Gemeinde ausbreitest, damit wir ein heiliges Volk sind, ein königliches Priestertum und damit die Welt in uns deine Kinder erkennen kann. Lieber Vater, bitte hilf, dass die Gemeinden reingehalten werden, dass der Teufel keinen Zugriff hat, dass wir keine Kompromisse eingehen in der Lehre, die wir haben, sondern dass wir treue Nachfolger sind, Herr, und die eingerissenen Mauern wieder aufbauen in diesen letzten Tagen, damit unser Zeugnis, unsere Lehre feststehen, bis du wiederkommst. Und wir danken dir dafür. Im Namen Jesu. Amen.
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