[0:03] Gesegneten Sabbat! Also, wenn ich in meiner Gemeinde Stuttgart-Wangen gesegneten Sabbat sage – wir haben heute gelernt, heute ist Sabbat, nicht wahr? Gott hat an diesem Tag geruht. Wenn ich in meiner Gemeinde Stuttgart-Wangen „Gesegneten Sabbat“ sage, dann ruft die ganze Gemeinde im Chor zurück: „Gesegneten Sabbat!“ Und ich dachte mir, ich habe das, glaube ich, noch nie in einer Stadthalle ausprobiert. Ich erhoffe mir ein schönes Ergebnis. Wollen wir es noch einmal gemeinsam probieren? Gesegneten Sabbat! Ja, wunderbar.
[0:40] Wir wollen jetzt weitermachen, wollen ein bisschen auch zeitlich darauf konzentrieren, dass wir jetzt nicht zu lange brauchen, aber wir wollen uns ein Thema anschauen, das ich glaube, uns alle packen wird. Es geht jetzt um den Berg und das Feuer: „Als Gott mit Freunden zelten ging.“
[1:11] Und bevor wir beginnen, würde ich gerne vielleicht noch mal ganz kurz, dass wir uns gedanklich drauf einstimmen können, ein Gebet sprechen. Lieber Vater im Himmel, wir möchten Dir von ganzem Herzen Dank sagen, dass wir Dein Wort haben, dass wir studieren können und dass wir jetzt mehr Dich erfahren dürfen. Wir möchten Dich bitten, dass Du unsere Gedanken lenkst und leitest, dass Du uns mit Deinem Heiligen Geist erfüllst und danken Dir für Deine besondere Gegenwart. Im Namen Jesu, Amen.
[1:44] Vielleicht haben Sie sich gefragt, woher wissen wir eigentlich all das über – Moment – all das über die Schöpfung und den Garten Eden und all diese Geschichten? Das hat zu tun mit einem Mann, der ungefähr mindestens 2.500 Jahre später das erstmals aufschrieb, und zwar in einer Wüste als ein ziemlich bescheidener Mann, ein Hirte, jemand, der sich um Schafe und Ziegen kümmerte, und das nicht erst seit ein paar Jahren, sondern seit 40 Jahren. Sein Name war Mose.
[2:36] Und wenn Sie sich zufällig für Ägyptologie interessieren – das ist die Lehre vom alten Ägypten, die Schwesterdisziplin zur Altorientalistik –, dann wissen Sie vielleicht, dass Mose eigentlich ein ägyptischer Name ist. Nicht, dass Mose ein echter Ägypter gewesen wäre, aber er gehörte zum Volk der Hebräer, die schon seit geraumer Zeit in Ägypten gefangen gewesen sind. Die Hebräer, die sogenannten Israeliten, waren die Nachkommen von Israel/Jakob, der der Sohn von Isaak, der der Sohn von Abraham gewesen ist.
[3:17] Das waren Menschen, denen Gott, wie in all den Jahrhunderten zuvor – seien sie zum Beispiel Metusalem oder Noah oder Henoch gewesen –, immer wieder offenbart hatte, dass er die Liebe ist, und zwar immer, und ihnen gezeigt hatte, was er eigentlich für die ganze Menschheit vorgesehen hat. Und die Israeliten waren dann im Laufe der Zeit nach Ägypten gekommen und wurden dort versklavt. Da werden wir gleich noch mehr darüber sprechen.
[3:48] Mose allerdings war aufgrund von Umständen – das können Sie dann selbst nachlesen am Beginn von 2. Mose, wenn Sie das interessiert – an den ägyptischen Hof gekommen als ein Adoptivsohn der Prinzessin des Pharao. Wir wüssten bis heute gerne, welcher Pharao das genau gewesen ist. Da gibt's verschiedene Diskussionen und Debatten drum, ist nicht unser Thema, aber er war dort auf dem Weg, Pharao zu werden, zu einer Zeit, als das Land Ägypten die mächtigste Nation im gesamten Alten Orient gewesen ist und der Pharao natürlich mit Abstand die mächtigste Person im ganzen Land Ägypten gewesen ist, ein Mann, der quasi mehr als Gott verehrt wurde, als Mensch gesehen wurde. Und Mose war da schon auf dem Weg gewesen, er stand quasi an der Spitze der weltweiten Gesellschaft, könnte man sagen, hatte fast schon die höchste Position, die man haben konnte.
[4:39] Und aufgrund von bestimmten Lebensumständen kam er dann plötzlich in die Wüste von Midian, um dort in Asien sozusagen, also auf der Richtung Sinai, in einer Gegend, die die Ägypter verachtet haben. Sie haben von diesen elenden Asiaten gesprochen, dort Schafe zu hüten, was von allen Berufen die unterste Schublade bei den Ägyptern gewesen ist. Mit anderen Worten, er ist buchstäblich von ganz oben nach ganz unten gefallen, also wirklich sozial, wirtschaftlich im Ansehen der Nation ganz unten.
[5:19] Und diesem Mann, der wahrscheinlich der größte Gesetzgeber, Poet, Geschichtsschreiber aller Zeiten war, Mose, hat Gott erstmals viele dieser Dinge offenbart, über die wir heute schon gesprochen haben. Und die fünf Bücher, die er geschrieben hat, bilden das Rückgrat des Alten Testaments.
[5:43] Eines Tages war Mose mal wieder mit seinen Schafen unterwegs, und es war heiß. Und wie das so ist in der Wüste, wenn es heiß ist, dann brennt mal was. In der Wüste gibt es keine großen Bäume, da gibt es nur so kleine Dornbüsche. Und er war so unterwegs und sah da irgendwo in der Nähe einen Dornbusch brennen, wie sie immer brennen. Und da hat sich wahrscheinlich – ich vermute, ich bin nicht dabei gewesen, ich vermute – hat sich da nicht viel dabei gedacht und hat sich dann wahrscheinlich irgendwo sich bequem gemacht, so bequem es halt sein kann in der Wüste, und hat auf seine Schaf- und Ziegen aufgepasst.
[6:18] Und ich habe keine Ahnung, wie lange es für ihn eigentlich gedauert hat, etwas sehr Bemerkenswertes zu realisieren. Vielleicht eine halbe Stunde, Dreiviertelstunde, vielleicht auch nur 20 Minuten. Ich weiß nicht, wie schnell auf der Sinai-Halbinsel dort die Büsche brennen. Aber dieser Busch brannte und brannte und brannte und brannte und brannte und brannte. Und irgendwann, also irgendwann muss er mal aufgeschaut haben und gesagt haben: „Hey, der brennt immer noch!“ Uhr hat er nicht gehabt, nicht wahr? Aber er hat schon so ein Gefühl gehabt: „Der brennt immer noch!“ Er hat ein bisschen noch gewartet und gesagt: „Ja, vielleicht habe ich mich ja einfach nur verguckt, oder das ist halt ein besonders widerstandsfähiger Strauch oder so.“
[7:10] Und irgendwann muss er sich gesagt haben: „Das ist doch nicht normal! Der brennt und der verbrennt nicht. Der brennt immer nur, aber verbrennt nicht. Er bleibt immer gleich.“ Ein Feuer, das nicht ausgeht, ein immerwährendes Feuer mitten im Dornbusch. Und dann hat er irgendwann gesagt: „Okay, das ist merkwürdig. Also ich will mal sehen, was ist das für ein widerstandsfähiger Dornbusch, nicht wahr? Dieser brennt und brennt und brennt und er hört gar nicht auf zu brennen, der ewig brennende Dornbusch sozusagen.“
[7:50] Und dieser Dornbusch wurde nicht verzehrt. Und als er dort in die Nähe kommt, wird er nicht unsanft, wahrscheinlich schon sanft, aber bestimmt gewarnt, gestoppt. Und es heißt hier, dass Gott mitten aus dem Dornbusch zu ihm rief: „Stopp! Halt! Zieh deine Schuhe aus von deinen Füßen, denn der Boden, auf dem du stehst, ist heiliger Boden.“
[8:22] Gott hatte sich offenbart in einem Dornbusch, nicht in einer großen Terbinthe, nicht in einer Libanon-Zeder, sondern in so einem völlig gewöhnlichen, unansehnlichen, man könnte fast sagen, hässlichen Dornbusch. Also, ich meine, wer geht in den Urlaub und macht Bilder von Dornbüschen? So ein großer Baum, nicht wahr, mit tollen Blättern oder so, das ist ja beeindruckend. Aber so ein gewöhnlicher Dornbusch.
[8:53] Ein Dorn. Wenn Sie vorhin gerade aufgepasst haben, dann wissen Sie, die Dornen sind eigentlich ein Symbol für das, was die Sünde mit uns angerichtet hat. Und in diesem Dornbusch – merken Sie sich das gut für heute Nachmittag – in diesem Dornbusch offenbart sich Gott mit einem Feuer. Und wir wissen, das Feuer ist ein Symbol für seine Liebe, der brennende Thron, nicht wahr? Ein Feuer für seine Liebe. Und das Feuer geht nicht aus, um zu zeigen: „Meine Liebe bleibt immer gleich.“
[9:22] „Zieh deine Schuhe aus, der Boden, wo du stehst, ist heiliger Boden.“ Also der Staub, der da war, ganz ehrlich, der war in seiner mineralischen Zusammensetzung nicht anders als der Staub 100 Meter weiter. Das war ein ganz gewöhnlicher Staub. Bis dahin waren einfach nur dort Schafe drüber getreten, und es hatte absolut nichts mit diesem Staub auf sich. Das Einzige, was diesen Staub heilig machte, war die Gegenwart Gottes. So dass der Gott, der so heilig ist, dass die Seraphim und Cherubim im Himmel singen: „Heilig, heilig, heilig!“, seine Heiligkeit so stark ist, dass sogar der Staub, der in der Nähe Gottes ist, heilig wird.
[10:01] Woraus sind wir gemacht? Wir sind aus Staub gemacht. Als ob Gott sagen wollte: „Egal, wer du bist, und wenn du nur völlig bedeutungsloser Staub bist, in meiner Gegenwart bist du heilig, bist du besonders.“ So wie der Sabbat durch die Gegenwart Gottes ein heiliger Tag wird, weil Gott anwesend in einer besonderen Art und Weise, so wird Staub heilig durch die Gegenwart Gottes. Und Gott kommt hier nicht einfach nur zu demonstrieren, dass er da ist, sondern Gott hat natürlich ein Anliegen.
[10:32] Das Feuer, das brennen soll, zeigen: „Ich habe euch noch immer lieb.“ Denn das Volk Gottes, das Volk Israel, hatte eine schwere Situation in Ägypten. Er sagt: „Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten sehr wohl gesehen. Ich habe ihr Geschrei gehört und ich kenne ihre Schmerzen.“ Lieber Freund, liebe Freundin, Gott kennt deine Schmerzen. Wenn du denkst, niemand kümmert sich um mich, und wenn du nachts in dein Kopfkissen beißt, Tränen über deine Wangen kullern, weil du das Gefühl hast, niemand weiß, wie es dir wirklich geht: Gott hört dein Schreien, Gott sieht deine Schmerzen, er kennt deine Situation.
[11:25] Sie waren dort Arbeitssklaven. Sie mussten Ziegel, so Lehmziegel, herstellen für große Bauten, und sie wurden dazu angetrieben. Sie waren Sklaven, sie waren gefesselt. Und Gott benutzte diese Situation, er benutzte diese Geschichte, er wartete sozusagen über Jahrhunderte, bis ein bestimmter Zeitpunkt, als sein Volk physisch gefangen war, um nicht nur ihnen, sondern uns allen für alle Jahrhunderte, für alle Jahrtausende, für alle Zeitalter zu zeigen, wie Gott mit der eigentlichen Gefangenschaft umgeht.
[11:57] Wir haben ja gelernt, als Adam und Eva gesündigt hatten, waren sie gefangen. Sie konnten nicht mehr von alleine sagen: „Es tut mir leid.“ Sie brauchten jemand, der ihnen hilft. Wir haben damit aufgehört, dass Gott gesagt hat: „Ich werde diesen Kampf weiterführen, ich will euch helfen.“ Und wie das, erklärte er jetzt hier in dieser Geschichte in einer beeindruckenden Art und Weise. Er sagt: „Ich bin herabgekommen, ich will euch erretten, ich will euch erlösen.“
[12:21] Merken Sie sich dieses Wort: „Erlösen“ kommt in der Bibel immer wieder vor, und es bedeutete damals: „Ich will euch freimachen, ich will euch rausbringen aus der Sklaverei.“ Alleine hatten die Israeliten keine Chance. Sie hatten keine wirkliche ausgebildete Armee, sie waren ein Haufen von Sklaven. Die Ägypter waren die Weltmacht Nummer eins. Sie hätten niemals aus eigener Kraft sich befreien können. Und genauso geht es uns allen mit der Sünde. Niemand von uns kann aus eigener Kraft sich zu einem besseren Menschen machen.
[12:47] Es gibt so heute viele Online-Coaches, die uns genau das verkaufen für viel Geld, nicht wahr? „Trainiere nur deine Gedanken und mach das, und dann wirst du ein toller Mensch.“ Aber wir alle wissen aus eigener Erfahrung: Am Ende funktioniert es nicht wirklich. „Ich will dich erretten, ich will dich erlösen aus der Knechtschaft, erretten.“
[13:05] Und Gott hatte die Jahrhunderte gewartet, weil er diese Geschichte quasi als eine Sehenswürdigkeit für alle Zeitalter zeigen wollte, wie er in diesem großen Kampf mit dem Satan siegt. Und so wartete er buchstäblich. Die Bibel sagt, er hat buchstäblich gewartet bis zu einem Zeitpunkt, als er sah, dass ein Pharao auf dem Thron sein würde, der so rebellisch sein würde, so widerspenstig, so sehr gegen Gott eingestellt sein würde, dass er quasi wie ein Gleichnis, wie eine Illustration für den Satan selbst sein würde, der auch nicht bereit ist, uns freizugeben, der nicht bereit ist, uns einfach loszulassen, der uns für sich selbst beansprucht.
[13:54] Und so begann Gott, gegen den Pharao zu kämpfen. Er sandte eine Plage nach der anderen. Der große Fluss, der Nil, wurde zu Blut verwandelt. Er sandte diese Kröten, diese Frösche. Und am Anfang konnten die Magier in Ägypten das zum Teil auch noch so imitieren als Illusion, aber schon bald hörte das auf. Und Gott brachte eine Plage nach der anderen. Die Zeit würde uns fehlen, die alle im Einzelnen zu beschreiben und was sie so im Einzelnen bewirkt haben. Aber eine Sache blieb immer dieselbe: Der Pharao ließ das Volk nicht gehen.
[14:24] Er hatte mal versprochen, wenn die Plage schnell vorbei ist. Kaum war die Plage vorbei, hat er sich wieder eines Besseren – in Anführungsstrichen – also eines Schlechteren besonnen. Und egal, was passierte, egal, welche übernatürliche Kraft einwirkte, der Pharao ließ sie nicht los.
[14:42] Sie wollten gehen, und scheinbar war da auch schon viel Gutes geschehen. Die Plagen Gottes hatten ja schon gezeigt, dass Gott an ihnen wirkt. Sie hatten Predigten gehört von Mose, und Mose hatte sie ermutigt, aber sie waren noch nicht frei. Kennst du das auch, dass du kämpfst mit einer Sache und du kommst irgendwie nicht los? Du hast schon viele gute Predigten gehört, du hast viele gute Vorträge gehört, du hast dich damit beschäftigt, du weißt, was das Problem ist, du willst frei werden, aber es klappt nicht. Genau das war die Situation.
[15:21] Und als neun Plagen, die Gott brachte, mit all seiner Kraft und Gewalt das Volk immer noch nicht freigemacht hatten, brachte er seine absolute letzte Plage.
[15:40] Ein Lamm. Jedes israelitische, jede israelitische Familie sollte sich ein kleines Lamm nehmen. Und was sollte ein Lamm im Haus der Israeliten bewirken, wenn schon all die Plagen, der Hagel und die Stechmücken und alle Dinge nichts bewirkt hatten? Ein Lamm für jede Familie.
[16:11] Dieses Ereignis wurde so spektakulär, dass es für alle Zeiten den Kalender Israels geändert hat. Es wurde buchstäblich ein Neuanfang. Es sollte der erste Monat des Jahres werden. Sie haben den Kalender geändert in Erinnerung an dieses Ereignis. „Rede zu der ganzen Gemeinde Israel und sprecht: Am zehnten Tag dieses Monats nehme jeder Hausvater ein Lamm, ein Lamm für jedes Haus.“
[16:37] Am zehnten Tag, ein paar Tage lang hat die Familie mit diesem Lamm gelebt. Und Lämmer – also, manche sind Tierfreunde, manche nicht so, aber ich glaube, wir alle können uns übereinstimmen: Lämmer sind wirklich niedlich, oder? Die Kinder haben gerne mit diesem Lamm gespielt, sie mochten das Lamm, dieses friedliche, liebevolle Lamm, das keinem Menschen was zuleid tun würde.
[17:13] Das Blut sollte aufgefangen werden. Wahrscheinlich hat nicht nur ein Kind gefragt: „Mama, warum muss das Lamm sterben? Es hat doch gar nichts getan!“ Und das Blut dieses Lammes sollte aufgefangen werden und sollte an die Türpfosten des eigenen Hauses gestrichen werden, so dass jeder, der vorbeikam, sah: „Da ist Blut an der Tür.“
[17:39] Ganz ehrlich, wenn Sie heute Abend nach Hause gehen und morgen an Ihrer Tür Blut streichen – links Pfosten, oben, rechter Pfosten –, was werden Ihre Nachbarn sagen? Was werden Ihre Nachbarn sagen, wenn sie an ihre Türen Blut streichen? Das haben die Ägypter auch gedacht: „Was, warum streichen die Blut an ihre Türpfosten?“
[18:05] Vielleicht gab es ein paar Israeliten, die gesagt haben: „Aber müssen wir es wirklich an die Türpfosten streichen? Ich meine, das haben wir so lange an diesem Haus gebaut, nicht wahr? Es sieht zu schön aus, ich habe zu viel Mühe gegeben. Das Blut macht das jetzt alles irgendwie ein bisschen hässlich. Können wir nicht das Blut irgendwie im Schlafzimmer, irgendwo hinsprengen oder so? Können wir nicht irgendwie auf der Rückseite, an der Terrasse, irgendwo das Blut hinmachen?“
[18:23] Nein, es sollte vorne an die Türpfosten, damit jeder, der vorbeiging, sah, dass man daran glaubte, dass dieses Blut des Lammes freimachen konnte. Und tatsächlich, als sie das Lamm geschlachtet hatten und das Blut an die Türpfosten getan hatten, da sagt Gott hier: „Das Blut soll euch zum Zeichen dienen, und wenn ich das Blut sehe, dann werde ich verschonend an euch vorübergehen.“ Deswegen nannte man das Passah. Passah heißt auf Hebräisch „vorübergehen“.
[18:57] Und an diesem Abend um Mitternacht wurden alle Israeliten frei. Das hat sich tief eingebrannt in das Denken des jüdischen Volkes, des hebräischen Volkes: „An dem Tag, als wir das Lamm geschlachtet haben und es an die Türpfosten gestrichen haben, nicht zwei Tage später, nicht drei Wochen später, sondern noch an demselben Abend, in derselben Nacht, nicht einmal 24 Stunden später, sondern quasi direkt, wurden wir alle frei.“
[19:34] Das Blut des Lammes machte Menschen, die gefangen waren, wieder frei. Wir werden heute Nachmittag noch sehen, diese Geschichte zeigt uns, wie Gott auch dich und mich freimacht. Denn jeder, der sich zu dem Blut des Lammes bekennt, zu Jesus Christus, der für mich und für dich gestorben ist, der wird frei. Nicht erst in drei Wochen, nicht erst übermorgen, sondern wenn ich es für mich persönlich anwende und öffentlich dazu stehe.
[20:09] Gott führte sein Volk heraus, und ich glaube, niemand von uns ist jetzt verwundert oder erstaunt, wenn Gott sie mit einer Wolken- und einer Feuersäule führt, um deutlich zu machen: „Meine immerwährende Liebe führt euch aus der Sklaverei hinaus.“
[20:28] Die Bibel sagt, dass Gott selbst ein verzehrendes Feuer ist. Was verzehrt dieses Feuer? Wir haben gelernt, das Feuer ist ein Symbol für die Liebe. Gibt es etwas, was Liebe hasst? Es gibt etwas, was Liebe abgrundtief hasst. Wissen Sie, jeder, der liebt, hasst etwas. Was hassen Menschen, die verliebt sind? Wovor haben sie am meisten Angst? Was wollen sie unter gar keinen Umständen? Trennung. Ganz genau, Trennung. Liebe hasst Trennung. Echte Liebe kämpft gegen die Trennung mit allem, was sie kann und hat.
[21:10] Und die Bibel sagt uns – das werden wir heute noch sehen –, dass die Sünde von Gott trennt. Und deswegen hasst Gott die Sünde. Er hasst sie mit einem Hass, der kaum zu beschreiben ist, und er verzehrt die Sünde. Er will diesen Trennungsgrund wegnehmen. Und er brachte sie zum Berg Sinai, genau dort, genau dorthin, wo er dem Mose erschienen war, wo dieser Dornbusch brannte.
[21:47] Vielleicht hat sich ja Mose gedacht: „Ah, vielleicht möchte Gott allen im Dornbusch erscheinen.“ Ja, vielleicht werden alle Israeliten noch mal so einen brennenden Dornbusch sehen. Aber nein, Gott hatte etwas anderes vor.
[21:59] Er sagte folgendes: „Ihr habt gesehen, wie ich euch an den Ägyptern getan habe und wie ich euch auf Adlerflügeln getragen und euch zu mir gebracht habe. Ich habe euch erlöst. Wenn ihr nun wirklich meiner Stimme Gehör schenken und gehorchen werdet und meinen Bund – Achtung, meinen Bund – bewahrt.“
[22:19] Woher kommt das Wort Bund? Weiß jemand, von welchem Tätigkeitswort das Wort Bund abstammt? Von „binden“. Ja, ein Bund ist eine Verbindung. Da verbinden sich, also in einem Ehebund verbinden sich Mann und Frau. Gott wollte einen Bund mit seinem Volk schließen, und zwar sagt er: „Ihr sollt mein besonderes Eigentum sein, denn die ganze Erde gehört mir. Ihr aber sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein.“
[22:46] „Ihr sollt ein heiliges Volk sein.“ Heißt: Wer allein ist heilig? Gott ist heilig. Wodurch wird der Staub heilig? Durch Gottes Gegenwart. Wodurch wird der Sabbat heilig? Durch Gottes Gegenwart. Wodurch wird ein Volk, wodurch wird ein Mensch heilig? Durch Gottes Gegenwart. „Ihr sollt ein Volk sein, in dem Gott gegenwärtig ist. Ihr sollt Priester sein.“
[23:05] Weiß jemand, was ein Priester ist? In der Bibel ist ein Priester jemand, der vermittelt zwischen Gott und anderen Menschen, die Gott noch nicht so gut kennen, jemand, der direkten Zugang zu Gott hat, der mit Gott redet.
[23:15] Zugang zu Gott hat, wer mit Gott redet und dann den Menschen erzählt, was Gott gesagt hat, um die Menschen zu Gott zu bringen. Mit anderen Worten: Die Israeliten, die selbst frei geworden waren, sollten anderen erklären, wie Gott ist. Wer hatte eigentlich ursprünglich mal die Aufgabe gehabt, anderen zu erklären, wie Gott ist? Der Luzifer. Und so wie der Luzifer eigentlich der besondere Freund Gottes gewesen war, der besondere Engel am Thron Gottes, so sollten die Israeliten Gottes besonderes Volk sein. Das, was der Luzifer falsch gemacht hatte, sollten sie richtig machen. Sie sollten ein königliches Priestertum sein, ein heiliges Volk, damit sie die Tugenden – das ist ein altes deutsches Wort, Tugenden sind Charaktereigenschaften – damit sie erklären, erzählen, wie Gott ist, anderen Menschen zeigen, dass Gott die Liebe ist.
[24:10] Und dann sagte Gott: „Bereite das Volk vor! In drei Tagen werde ich mich dem Volk zeigen, ich werde mich dem Volk offenbaren.“ Stellen Sie sich vor: In drei Tagen erscheint ihnen Gott. Gott sagt: „In drei Tagen werde ich mich offenbaren.“ Das wäre doch eine spannende Sache, oder? Was würden Sie machen, wenn Sie wüssten: „In drei Tagen werde ich Gott begegnen“? Also, so real, wirklich.
[24:34] Ich weiß nicht genau, was die Israeliten gedacht haben, als sie am Abend zuvor in ihr Zelt gestiegen sind. Ich habe gedacht: „Morgen, morgen wird es... wie wird das sein?“ Ja, was, was werden wir sehen? Einen brennenden Dornbusch vielleicht, so wie Mose uns erzählt hat? Und sie haben wahrscheinlich nicht so viel geschlafen und waren vielleicht aufgeregt.
[24:49] Es heißt, als sie aufgewacht sind – steht ja, wie sie aufgewacht sind, noch ehe sie aufgewacht sind, heißt es hier – es gab ein Donnern und ein Blitzen und eine dichte Wolke und es ertönt ein starker, lauter Schall von Schofarhörnern. Mit anderen Worten: Die lagen da in ihren Zelten und plötzlich...
[25:11] Ja, wahrscheinlich sind sie aus ihren Zelten rausgekrochen, so ganz zitternd. Und dann heißt es hier so beeindruckend, dass Gott im Feuer auf den Berg Sinai herabkam.
[25:25] Es heißt weiter: „Und Mose führte das Volk aus dem Lager Gott entgegen.“ Ja, zitternden Knies sind die alle dort gegen den Berg gegangen, weil Gott sich ihnen offenbart hat.
[25:33] Wenn Sie jemals gedacht haben, das Thema von der Liebe Gottes ist einfach nur so ein sentimentales Säuseln, hören Sie jetzt genau zu! Als Gott sich offenbart in seiner ganzen Liebe, da bebt der Berg. Die Israeliten sind völlig außer sich. Es heißt: „Weil der Herr im Feuer auf ihn herabstieg.“
[25:53] Da war Kraft in der Offenbarung Gottes. Das war nicht einfach nur: „Ja, ja, ich habe euch lieb, ich kann auch nichts machen.“ Da war Kraft in Offenbarung Gottes. Der Berg bebte, und die Israeliten haben so etwas noch nie erlebt.
[26:11] Und ich glaube auch, wir haben manchmal wenig Vorstellung davon, was für eine Kraft, was für eine Macht in der Liebe Gottes steckt. Die Bibel sagt: „Der Berg brannte im Feuer bis ins Innerste des Himmels hinein.“ Das Hebräische sagt eigentlich wörtlich: „bis in das Herz des Himmels.“ Mit anderen Worten: Da war eine Verbindung vom Herzen des Himmels zur Erde, eine Verbindung aus reinem Feuer.
[26:48] Man könnte auch sagen: Gott hat Himmel und Erde zusammengebracht.
[26:57] Das Feuer ist ein Symbol für seine Liebe. Da brannte es, und es heißt hier interessanterweise: „Der HERR, unser Gott, hat am Horeb einen Bund mit uns geschlossen von Angesicht zu Angesicht.“ Ah, das muss ich, das habe ich vergessen. Moment, ja.
[27:20] Hier, das habe ich vergessen zu lesen. Es heißt hier: „Ihr saht keine Gestalt, sondern vernahmt nur die Stimme.“ Ja, also, sie haben ihn nicht gesehen, sie haben nur das Wort gehört. Aber jetzt Achtung, was hier steht! Hier steht: „Von Angesicht zu Angesicht hat der Herr auf dem Berg mit euch geredet.“ Ja, was denn? Haben sie seine Stimme, also haben sie sein Angesicht gesehen oder nicht? Auf der einen Bibelstelle heißt es, sie sahen seine Gestalt nicht, sie hörten nur seine Stimme. Aber an einer anderen Stelle heißt es: „Von Angesicht zu Angesicht.“ Also, wer hat jetzt recht?
[27:56] Interessanterweise ist beides von Mose geschrieben. Mose wusste schon, was mit anderen Worten... Sie haben also tatsächlich nicht ihn gesehen, aber diese Phrase „von Angesicht zu Angesicht“ ist sehr interessant, denn sie heißt eigentlich, dass jemand wie mit seinem Freund redet.
[28:16] Als Gott am Sinai im Feuer herabkam, war das eigentlich eine Freundschaftsanfrage an das ganze Volk: „Ich würde gern euer Freund sein.“ Ja, sogar noch mehr als Freund. Weiß jemand zufällig – jetzt muss ich ja doch einmal ganz kurz aus meiner Altorientalistik-Kiste rausgreifen – weiß jemand zufällig, wie man im Alten Orient geheiratet hat? Also, so im alten Babylon und auch in Israel, ist man da zum Standesamt gegangen mit Brautkleid? Nee, gab's nicht. Stand man in irgendeiner Kirche und hat gesagt: „So, war uns also bis der Tod uns scheidet“ und so weiter? Gab's nicht. Wie hat man geheiratet im alten Babylon und in Israel und im Alten Orient? Es war ganz einfach. Man kam, man hatte eine Familienfeier vor Zeugen, und dann musste der Mann folgendes sagen: Er musste sagen: „Du bist meine Frau.“ Was musste die Frau sagen? „Du bist mein Mann.“ Da war man verheiratet. Die sogenannten *verba solemnia*, die feierlichen Worte: „Du bist meine Frau, du bist mein Mann.“ Wenn man jemand adoptieren wollte, musste man sagen: „Du bist mein Sohn.“ Und das Kind musste sagen: „Du bist mein Vater, du bist meine Mutter.“ Dann war man adoptiert. Wenn man sich scheiden lassen wollte, musste man sagen: „Du bist nicht meine Frau“, und: „Du bist nicht mein Mann.“ Da war man geschieden.
[29:38] In der Bibel steht: „Es wird meinen Namen anrufen, und ich will ihm antworten. Ich will sagen: Das ist mein Volk.“ Und das Volk wird sagen: „Der Herr ist mein Gott.“ Jedes Mal, wenn Sie in der Bibel lesen: „Der HERR, dein Gott, ich will dein Gott sein, du sollst mein Volk sein“, ist das jedes Mal ein Heiratsantrag. So hätte ihn jeder Israelit gelesen. Heiratsantrag am Sinai. Macht Gott seinem Volk sozusagen einen Heiratsantrag, einen Antrag auf Freundschaft und Verbindung.
[30:16] Jetzt muss ich nur kurz erklären: Warum war es denn so laut? Man kann sich ja vorstellen, warum man sie in die Wüste gebracht hat, nicht wahr? Also, wer von uns hat schon mal einen Heiratsantrag gemacht? Jemand? Ein Heiratsantrag? Jemand? Doch ein paar. Wo macht man den Heiratsantrag am liebsten? Also, irgendwo, wo man alleine ist, oder? Also nicht mitten auf der belebtesten Hauptstraße oder so, ja, nicht mitten an der Uni zwischen Tür und Angel, sondern in der Regel meistens, wo man in Ruhe ist. Und Gott führt sein Volk aus Ägypten in die Wüste, um ihnen einen Antrag zu machen.
[30:54] Aber warum so laut? Ich denke, niemand von uns hat beim Heiratsantrag eine Trompete gehabt und dann vor dem Antrag gesagt: „Ich habe dir was zu sagen, Schatz!“ Oder? Nein, die Schofarhörner, diese lauten Instrumente sind in der Bibel ein Zeichen für den Krieg. Jedes Mal, wenn das Volk Israel in den Krieg zog, dann wurden die Schofarhörner geblasen.
[31:22] Wie kann eine Liebeserklärung, eine Hochzeit, eine Liebeserklärung gleichzeitig eine Kriegserklärung sein? Das ist auch merkwürdig, oder? Gottes Liebeserklärung an sein Volk ist gleichzeitig eine Kriegserklärung. Und deswegen auch diese ganze gewaltige Machtoffenbarung, denn Gott – Achtung, gut zuhören – Gott liebt den Sünder, und er hasst die Sünde. Und die Liebeserklärung an den Sünder ist eine Kriegserklärung an die Sünde. Deswegen hat Gott in 1. Mose 3 gesagt: „Ich will Feindschaft setzen zwischen der Schlange und der Frau.“ Im Hebräischen ist das Wort Feindschaft sogar das allererste Wort. Heute sagen die Theologen: Dieser Satz ist das Evangelium, ja, das erste Evangelium. Gott greift ein, Gott rettet den Menschen, Gott will ihn aus den Fängen des Satans herausziehen. Das erste Wort im Evangelium ist: „Feindschaft will ich setzen.“ „Ich will den Satan besiegen, ich will die Sünde besiegen, ich will den Trennungsgrund aus der Welt schaffen, weil ich die Menschen [liebe].“
[32:32] Eine echte Liebeserklärung Gottes ist immer eine Kriegserklärung an die Sünde. Und deswegen ist das wahre Evangelium immer auch ein bisschen eine Herausforderung, weil wir Sünder manchmal unsere Sünde lieben. Und dann merken wir: Gott liebt uns, aber er hasst die Dinge, die wir tun. Und das ist manchmal nicht so. Wir hätten vielleicht lieber jemand, der einfach sagt: „Ich mag dich so, wie du bist, und du kannst so bleiben, wie du bist, und ich streichel dich.“ Ja, aber das ist nicht das wahre Evangelium. Das wahre Evangelium ist eine Liebeserklärung Gottes, der sagt: „Ich verbinde Himmel und Erde zu einem Bund, und gleichzeitig habe ich alle Kraft und Macht, um das hinwegzunehmen, was uns trennt: die Sünde.“
[33:22] Da, mit diesem Wissen, dass hier eine Liebeserklärung, eine Hochzeit, einen Heiratsantrag vorliegt, schauen wir uns mal den ersten Satz an: „Ich bin der Herr, dein Gott.“ Das Hebräische könnte man genauso gut übersetzen: „Ich, der HERR, bin dein Gott.“ Ich bin dein Gott, und jetzt ergänze ich: „Und du sollst mein Volk sein.“ Damit geht es los: „Lass uns einen Bund schließen, lass uns gemeinsam zusammenbleiben.“ Ja, ich habe dich frei gemacht, aber nicht einfach nur, damit du jetzt vor dich hinläufst. „Ich würde gerne, dass du bei mir bleibst.“ „Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Knechtschaft, herausgeführt habe.“ Deswegen nennt die Bibel dieses Gesetz auch das Gesetz der Freiheit, das Gesetz der Liebe, das Gesetz der Freiheit, denn die Liebe wächst ja auf dem Boden der Freiheit. „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.“ Warum? Weil Gott mich liebt, so wie jeder Ehepartner nicht möchte, dass es noch eine dritte Person in der Ehe gibt. „Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf der Erde ist, noch von dem, was in den Wassern ist unter der Erde.“ „Bete sie nicht an und diene ihnen nicht, denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott.“
[34:35] Und das stimmt. Warum ist Eifersucht – wann ist Eifersucht etwas Gutes? Eifersucht ist immer dann etwas Gutes, wenn sie berechtigt ist, denn dann beweist sie echte Liebe. Ein Mensch, der betrogen wird und es ist ihm egal, hat er seinen Partner wirklich lieb? Gott ist tatsächlich buchstäblich eifersüchtig, wenn wir ihn betrügen, weil er uns tatsächlich buchstäblich liebt. „Die aber Gnade erweist an vielen Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten.“
[35:19] Und dann kommen all diese Gebote. Ähm, das vierte Gebot, das dem Ganzen einen besonderen, also ganz besonders ist, werden wir heute noch zu kommen, heute Nachmittag. „Gedenke an den Sabbattag und heilige ihn. Am siebten Tag ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes. Da sollst du kein Werk tun, weder du noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling innerhalb deiner Tore lebt.“ Damit diese Beziehung, diese Bindung zwischen Gott und Mensch auch hält, braucht man Zeit zusammen, und die soll der Sabbat geben. „Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darin ist, und er ruhte am siebten Tag. Darum hat der HERR den Sabbattag gesegnet und ihn geheiligt.“ Und dann kommen die weiteren Gebote, die wir wahrscheinlich alle gut kennen: „Du sollst nicht töten, du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht stehlen, du sollst kein falsches Zeugnis reden, du sollst nicht begehren.“ Und all das lässt er auf Stein schreiben.
[36:03] Warum Stein? Weil das hält, das bleibt. Hier beschreibt Gott seine Liebe, wie sie ist. Denn er ist das Leben, deswegen sagt er: „Du sollst nicht töten.“ Er ist die Treue, deswegen sagt er: „Du sollst nicht ehebrechen.“ Ja, und so können wir jedes Gebot durchgehen und sehen, wie es bestimmte Aspekte seiner Liebe beschreibt. Und dass die Israeliten lernen, dass diese Liebe immer dieselbe ist, soll sie auf Steintafeln geschrieben werden.
[36:41] Ich frage noch mal: Wer hat schon mal einen Heiratsantrag gemacht, oder wer hat jemandem anderen mal seine Liebe erklärt? Muss kein Heiratsantrag gewesen sein, eine Liebeserklärung gegeben. Ja, was ist das Schlimmste, was man sich vorstellen kann bei einer Liebeserklärung, was passieren kann? „Ach, lass uns lieber Freunde bleiben.“
[37:07] So, als Gott dem Volk zeigt, wie sehr er sie liebt und welche Kraft er hat, um ihnen zu helfen – er wollte sie nicht einschüchtern, er wollte ihnen zeigen, was er für sie tun kann – da sagen sie hier folgendes: „Wir haben seine Stimme mitten aus dem Feuer gehört.“ „Heute haben wir gesehen, dass Gott mit den Menschen redet und sie am Leben bleiben.“ Und dann sagen sie: „Und warum sollen wir sterben?“ Also, die sagen mit anderen Worten: „Wir haben gesehen, Gott hat mit uns geredet, und wir sind am Leben geblieben, und deswegen haben wir jetzt Angst, dass wir sterben.“
[37:34] Ja, das ist merkwürdig, oder? Wie kann man gleichzeitig sagen: „Wir haben gesehen, Gott hat mit uns geredet, und wir sind am Leben geblieben, und deswegen haben wir jetzt Angst, dass wir sterben“? Jetzt Angst, dass wir sterben? Wir haben gesehen, die Liebeserklärung ist auch eine Kriegserklärung. Eine Liebeserklärung an den Sünder und eine Kriegserklärung an die Sünde. Offensichtlich war da etwas in ihrem Herzen, das gemerkt hat: „Oh, oh, mir geht's an den Kragen, die Sünde.“ „Wenn wir die Stimme des Herrn, unseres Gottes, noch weiter hören, so müssen wir sterben.“ Und dann jetzt Achtung, gut aufpassen, gleich am Ende: „Denn wer von allem Fleisch könnte die Stimme des lebendigen Gottes mitten aus dem Feuer reden hören?“ Mit anderen Worten: „Welcher Mensch aus Fleisch und Blut könnte die Stimme Gottes hören und am Leben bleiben?“ Achtung: „Tritt du hinzu und höre alles, was der HERR, unser Gott, reden wird.“ Die sagen in einem Atemzug: „Welcher Mensch könnte jemals Gottes Stimme hören und am Leben bleiben? Lieber Mose, könntest du hingehen und hören und uns dann sagen, was er gesagt hat?“ Ist Mose aus Fleisch und Blut? Die haben ganz genau gewusst, dass man aus Fleisch und Blut in der Gegenwart Gottes sein könnte, wenn man so wie Mose sein ganzes Leben Gott übergibt und mit ihm verbunden sein möchte. Aber für die meisten Israeliten war der Gedanke, nicht nur mit Gott verbunden zu sein, sondern mit ihm wirklich verbunden zu sein, fast ein bisschen beängstigend.
[39:06] Ich glaube, viele von Ihnen haben so was gesagt wie: „Gott, bitte mach, dass ich nicht krank werde. Bitte gib, dass ich meine Arbeit behalte. Bitte sorge dafür, dass meine Kinder einen guten Schulabschluss haben, aber bitte komm mir nicht allzu nah, nicht zu nah.“ „Denn wenn du immer näher kommst, dann wird dein verzehrendes Feuer der Liebe Dinge in meinem Leben verzehren, an denen ich eigentlich noch so ein bisschen hänge, und das wird mir ein bisschen zu heiß.“ „Lass uns eine Beziehung auf Distanz haben. Du sagst uns, wo es nach Kanaan geht, wir folgen dir, aber lieber soll uns jemand anders sagen, wie du bist.“ „Der Mose soll uns das sagen.“ Ja, wir haben lieber einen Prediger, der uns sagt, wie du bist, was wir zu tun und zu lassen haben, aber komm nicht zu nahe an mich heran. Lieber Freund, liebe Freundin, wenn du vielleicht auch mal dieses Gefühl gehabt hast: „Da, ich glaube, da gibt's einen Gott, und ich glaube, das ist auch ganz gut, ihn zu kennen und zu ihm zu beten, irgendwie möchte ich nicht, dass das zu sehr auf mein Leben bezogen wird.“ Mach das nicht! Gott ist nicht gekommen, und Gott sagt – spricht seinem Wort nicht – um dich einzuschüchtern, sondern dir zu helfen. Es ist eine echte Liebeserklärung.
[40:15] Und das Tolle an Gott ist: Als sie gesagt haben: „Wir wollen noch nicht so richtig, lass uns lieber so auf Distanz eine Beziehung haben. Mose sagt uns, was du möchtest, und wir tun es“, dann hat Gott nicht gesagt: „Na, dann will ich nicht.“ Gott hat mitgemacht. Gott hat mitgemacht, sagt: „Okay, aber ich würde euch gerne erklären, wie ich bin, damit ihr mich besser kennenlernt, damit ihr das besser verstehen könnt. Ihr wohnt alle in Zelten. Könnte ich mitkommen? Baut mir auch ein Zelt! Baut mir ein Zelt, und dann komme ich mit euch mit, und ihr könnt über die Zeit mich besser kennenlernen.“ Die Zeit würde uns fehlen, wenn wir jetzt alle Details von diesem Zelt uns anschauen, das gebaut worden ist. Eins soll uns reichen: „Sie sollen ein Heiligtum bauen, damit ich in ihrer Mitte wohne.“ Gott sagt: „Okay, ich darf nicht in eurem Herzen wohnen, aber könnte ich wenigstens bei euch in eurer Mitte wohnen? Könnte ich bei euch dabei sein? Ich würde gern in eurem Alltag mit gegenwärtig sein.“ Lieber Freund, liebe Freundin, Gott wünscht sich, in deinem Alltag mittendrin dabei zu sein. Er braucht nicht viel, er braucht nur ein Zelt.
[41:30] So wie hier die Israeliten ihm ein Zelt bauten, und dieses Zelt war ganz beeindruckend. Und zu einem anderen Zeitpunkt, in einem anderen Format, könnte man mehr darüber sagen, was da alles gewesen ist. Aber ich möchte nur auf ein paar Dinge hinweisen: Da war Feuer und da war Rauch, der aufstieg, und da war Licht, und da waren die Gebote Gottes. Da waren übrigens auch – ich weiß nicht, ob ich das Bild noch drin habe, ich habe es, glaube ich, rausgenommen – ja, nee, drinne. Da waren auch Schofarhornbläser. Mit anderen Worten: Es war eigentlich all das, was man auch am Sinai gesehen hatte: das Gesetz, Schofarhörner, Feuer, Rauch. Man könnte fast sagen, das Heiligtum, das die Israeliten dann bauten, war wie eine Art Sinai to go, ja, zum Mitnehmen, zum praktisch Zusammenbauen und Mitnehmen, um immer wieder etwas über Gott zu erfahren. Und so ist Gott. Gott offenbart sich uns, und vielleicht verstehen wir nicht, vielleicht sind wir noch nicht bereit, vielleicht wollen wir nicht ihn komplett annehmen. Und dann sagt Gott nicht: „Okay, ich lasse dich in Ruhe“, sondern er geht mit uns die Schritte, die wir bereit sind, mit ihm zu gehen, damit wir ihn besser kennenlernen. Und so bauten sie ihm dieses Heiligtum.
[42:54] Hier im allerinnersten, sozusagen in der innersten Kammer dieses Zeltes, da war der Thron Gottes, da war das Gesetz Gottes in Steintafeln, das Gesetz der Liebe, die Gesetzmäßigkeit seiner Liebe, die immer gleich bleibt, auf seinem Thron. Da waren diese Engel, diese Cherubim, die das beschützt haben. Und es gab einen Priester, der dort direkt bis an die Bundeslade gehen durfte. Und schaut mal, liebe Freunde, wie er aussah! Der hatte Edelsteine: Rubin, Topas, Smaragd, Granat, Saphir, Diamant und so weiter. Wer hatte schon mal solche Edelsteine direkt am Thron Gottes? Der Luzifer, der Hohepriester. Sollte ja jetzt in der Gegenwart Gottes von Gott Offenbarung empfangen, um dem Volk zu sagen, wie Gott ist, und um das Volk näher zu Gott zu bringen. Und sie alle, die Israeliten, sollten ja ein Volk von Priestern sein, wiederum die Gott kennen und anderen Völkern Gottes Gnade und Gottes Güte und Gottes Charakter der Liebe weitergeben. Der Luzifer hat was... der Satan hat genau gesehen, dass hier wieder das entstand wie schon im Garten Eden, was er im Himmel kaputt gemacht hat oder kaputt machen wollte. Und wer die Geschichte Israels kennt, die nächsten 1500 Jahre, der weiß, wie sehr der Satan gewütet hat gegen dieses Volk, um es davon abzuhalten, genau das zu tun, was Gott ihm hier eigentlich geschaffen hatte. Das Gesetz Gottes war ihnen gegeben worden.
[44:30] Das Gesetz Gottes war ihm gegeben worden, und Gott hat ihm dann gesagt – Mose sagt jetzt also, was, nachdem Gott das gesagt hat: „Einen Propheten wie mich wird Gott euch senden.“ Die Israeliten hatten ja gesagt: „Gott, hör auf zu reden! Ja, Mose soll das alles... ja, lass Mose das erfahren, Mose redet zu uns.“ Und Gott sagt: „Okay, okay, ich rede nicht mehr direkt zu euch. Ich rede nur noch über menschliche Mittler, über Mose und über die Priester und so weiter, über Propheten.“ Aber es wird jemand kommen, der wird meine Worte euch direkt wieder sagen. Und wer das war und wie all das, was wir heute Vormittag im ersten und zweiten Thema gehört haben, wie das alles sich zusammenbündelt im Leben dieses Erlösers Jesus Christus, das werden wir heute Nachmittag uns anschauen. Wie dieser Heiratsantrag, den Gott hier stellvertretend für die gesamte Menschheit dem Volk Israel gemacht hat, sich tatsächlich realisieren lässt und tatsächlich ein echter Bund entsteht, nicht auf Distanz, sondern in echter, echter Liebe. Das werden wir heute Nachmittag uns anschauen, was Jesus für uns getan hat und was es für unser Leben bedeutet.
[45:47] Heute Morgen möchte ich schließen mit dieser Frage: Hast du verstanden, dass Gott dich so sehr liebt, dass er dich zurückholen möchte, dass er dich freimachen möchte und dass er dir einen Bund anbietet? Wussten Sie, dass die Zehn Gebote in der Bibel niemals Zehn Gebote heißen? Die Zehn Gebote in der Bibel heißen immer „der Bund“. Deswegen heißt auch der Kasten, wo sie drin waren, die Bundeslade. Gott bietet uns eine Verbindung an. Gott möchte mit dir wohnen, mit dir leben, sich mit dir verbinden. Wer von uns möchte heute sagen: „Ich möchte Gottes Angebot besser kennenlernen, ich möchte das verstehen“?
[46:31] Lasst uns noch gemeinsam beten. Ich lade uns ein, dazu aufzustehen. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Dank sagen, dass du uns in deinem Wort alte und neue Schätze zeigst, dass du zu uns sprichst. Herr, wir danken von ganzem Herzen, dass wir sehen können, dass du uns so sehr lieb hast, dass du uns gerne befreien möchtest, dass du mit uns leben möchtest. Herr, du bist nicht ein Gott, dem wir etwas bringen sollen, sondern du bist ein Gott, der sich wünscht, dass wir mit dir zusammenleben. Wir möchten dein Angebot heute besser verstehen und uns mit dir verbinden und möchten zu besonderen Menschen werden. Nicht besonders, weil wir so toll sind oder weil wir so klug sind, sondern weil du in unserem Leben wohnst. Heilige Menschen, die heilig sind, weil du gegenwärtig bist. Und wir möchten dich bitten, dass du uns heute auch an dem Nachmittag in alle Wahrheit führst, wie sie für uns jetzt wichtig ist zu verstehen. Erfülle uns mit deinem Heiligen Geist. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.