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In dieser Predigt von Dina T. wird das Konzept der Bildung tiefgehend beleuchtet, beginnend mit der biblischen Ursprungsbedeutung als Wiederherstellung des Bildes Gottes im Menschen. Es wird erklärt, wie der Sündenfall dieses Bild beeinträchtigte und wie Gott durch einen umfassenden „Bildungsplan“ den Menschen wieder zu sich zurückführen möchte. Die Predigt betont die zentrale Rolle des Herzens und der Gedanken in diesem Prozess und zeigt anhand biblischer Beispiele, wie wichtig es ist, diese zu läutern und auf Gott auszurichten.


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Serie: „Alle, die ich lieb habe, ... erziehe ich."

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Transkript

[0:00] Einen gesegneten Sabbat. Ich freue mich, hier sein zu dürfen. Ich freue mich eigentlich immer, wenn ich hier sein darf, und das ist ganz oft. Aber heute auch mal von der Seite und wegen meines Studiums, aber vielleicht auch so beschäftige ich mich eigentlich recht viel mit Bildung, mit Erziehung. Ja, ich studiere Lehramt, das bringt das so ein bisschen mit sich und es ist ein spannendes Thema, ja, weil die Kinder und die Jugendlichen von heute, das sind die Erwachsenen von morgen, nicht wahr? Das sind unsere Gesellschaft, unsere Bevölkerung, unsere Gemeinden auch. Und ich habe mich gefragt, was genau ist denn eigentlich Erziehung oder was genau ist denn eigentlich Bildung? Und es gibt ja diesen schönen Begriff Bildung. Und heute denkt man bei Bildung, na, das ist das, was ich weiß oder was ich in Büchern lese. Oder man denkt bei Bildung auch, ja, das ist so, da entfalten sich meine Konzepte und meine Eigenschaften und Fähigkeiten. Aber es ist ganz spannend, bis so 1800 herum wurde der Begriff Bildung eigentlich dafür verwendet, dass das Bild Gottes im Menschen wiederhergestellt werden soll. Und darum werde ich auch jetzt dieses, was wir vielleicht im Englischen nennen wir es "Education", im Deutschen sagen wir, ja, das ist Erziehung und Bildung und irgendwie alles zusammen. Ich werde das jetzt einfach Bildung nennen, weil ich glaube, das ist unter dieser Ansicht oder von der Seite her ist es der allumfassendste Begriff, um das zu beschreiben. Und ja, was ist das? Was ist diese Bildung? Man lernt ja bekanntlich nie aus. Also müssen wir fragen, hat das irgendwann ein Ende? Und um das zu beantworten, müssen wir auch fragen, wo ist denn der Anfang? Wo fängt Bildung an? Und ich würde das gerne mit euch machen heute und ich würde euch einladen, mit mir gemeinsam Erster Mose aufzuschlagen. Das ist doch ein gutes Kapitel, um zu schauen, wo was anfängt. Erster Mose 1, Erster Mose 1 und dort die Verse 26 bis 28. Das ist der sechste Tag der Schöpfung.

[2:17] Erster Mose 1, die Verse 26 bis 28. Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen, nach unserem Bild uns ähnlich. Die sollen herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde, auch über alles Gewürm, das auf der Erde kriecht. Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bild Gottes schuf er ihn, als Mann und Frau schuf er sie. Und Gott segnete sie und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über alles Lebendige, das sich regt auf der Erde. Und Gott sprach: Siehe, ich habe euch alles samentragende Gewächs gegeben, das auf der ganzen Erdoberfläche wächst, auch alle Bäume, an denen samentragende Früchte sind, sie sollen euch zur Nahrung dienen. Das ist spannend. So fängt unser Menschsein an. Gott hat den Menschen in seinem Bilde geschaffen und der Mensch sollte herrschen über die Erde und über die Tiere. Und dann gab es zwei besondere Segen, und diese Segen waren ohne Beeinträchtigung, ohne Bedingung. Sie sollten fruchtbar sein und sie sollten Nahrung bekommen, alles samentragende Gewächs. Aber dann ist was passiert. Wir haben das heute leider nicht mehr so. Schaut mit mir in 1. Mose 5, in 1. Mose 5 und dort wollen wir die Verse 1 und 3 anschauen.

[3:43] 1. Mose 5, die Verse 1 und 3. Dies ist das Buch der Geschichte von Adam. An dem Tag, als Gott den Menschen schuf, machte er ihn Gott ähnlich. Das, was wir gerade gelesen haben, im Bilde Gottes schuf er sie. Und dann Vers 3: Und Adam war 130 Jahre alt, als er einen Sohn zeugte, ihm selbst gleich, nach seinem Bild. Und er nannte ihn Seth. Das Wort hier für gleich und ähnlich ist genau das gleiche. Im Hebräischen steht da "Demut". Also Gott sagt, ich habe den Menschen geschaffen nach meinem Bild und jetzt ist Adam, er bekommt einen Sohn und der ist nach dem Bild Adams. Was ist dazwischen passiert? Der Sündenfall, nicht wahr? Die Kinder Adams waren nicht mehr direkt nach dem Bilde Gottes, so wie es Adam damals war. Der Mensch hatte dieses Bild Gottes verloren. Er hat auch seine Gerechtigkeit verloren, die er eigentlich hatte. Das wunderschöne Lichtkleid, das diese Gerechtigkeit dargestellt hat, hat er verloren. Er hat sich mit diesen Feigenblättern bedeckt. Der Mensch hatte auch das Verständnis, das er davor von der Liebe Gottes hatte, nicht mehr so. Weil wo war der Adam, als Gott dann gesagt hat: Adam, wo bist du? Wo war der Adam? Er hat sich versteckt, nicht wahr? Aber wir wissen, als erster Johannes, "die Liebe treibt die Furcht aus", nicht wahr? Adam hatte plötzlich ein verändertes Verständnis von dem Charakter Gottes. Er hatte auch die Herrschaft nicht mehr so uneingeschränkt über die Welt, wie er sie davor hatte. Und diese zwei besonderen Segen, die Fruchtbarkeit und die Nahrung, die haben sich beide sehr interessant verändert. Schaut mal mit mir in 1. Mose 3 und dort in Vers 16.

[5:45] 1. Mose 3, Vers 16. Und zur Frau sprach er, also hier spricht Gott: Ich will die Mühen deiner Schwangerschaft sehr groß machen. Mit Schmerzen sollst du Kinder gebären und dein Verlangen wird auf deinen Mann gerichtet sein, er wird über dich herrschen. Und dann in Vers 17 lesen wir vom zweiten Segen, der sich nun verändert hat. Und zu Adam sprach er: Weil du der Stimme deiner Frau gehorcht und von dem Baum gegessen hast, von dem ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen, so sei der Erdboden verflucht. Um deinetwillen mit Mühe sollst du dich davon nähren, dein Leben lang. Also Gott hat diese zwei Dinge verändert und aus einem besonderen Segen wurde etwas, was immer noch ein Segen war, aber es wurde zu einem Bild, ein Bild, das davor nicht unbedingt notwendig war, ein Bild, das ein Mensch braucht, der plötzlich sündig ist. Und diese bedingungslose Fruchtbarkeit und die bedingungslose Nahrung wurde zu einem Lehrplan, zu einem Lehrplan, der den Menschen wieder zurückbringen sollte zu Gottes Bild. Warum war das notwendig? Die Sünde schneidet uns nicht nur von Gott ab, sondern zerstört in der menschlichen Brust auch beides, den Wunsch, wie auch die Fähigkeit, ihn zu erkennen. Das ist der Grund, aus dem der David in Psalm 51, das kennen wir ja, da sagt er: "Schaffe mir ein neues Herz". Aber er zwei Verse weiter spricht auch davon: "Schenkt mir wieder Freude an deinem Heil". Wenn wir in Sünde gefallen sind, dann haben wir zunächst einmal keine Freude daran. Diese Freude daran, die Fähigkeit, Gott zu erkennen, den Wunsch, Gott zu erkennen, ist ein Geschenk, das zuerst von Gott kommen muss. Also dieses Thema von Bildung reicht weiter, als man zunächst einmal denkt. In unendlicher Liebe und Barmherzigkeit war der Plan zur Erlösung gefasst worden. Ein Leben der Bewährung wurde zugestanden. Es sollte das Werk der Erlösung sein, im Menschen das Bild seines Schöpfers wiederherzustellen, ihn zu der Vollkommenheit zurückzuführen, in der er geschaffen war. Sie sollte die Entwicklung von Leib, Seele und Geist fördern, damit die göttliche Absicht, die bei seiner Erschaffung gewaltet hatte, verwirklicht werden könnte. Dies ist auch der Zweck der Bildung, das große Ziel des Lebens. Liebe, die Grundlage von Schöpfung und Erlösung, ist auch die Grundlage wahrer Bildung. Ist das nicht spannend, wie weit Gottes Konzept von Bildung, wie weit Gottes Konzept von Erziehung eigentlich reicht? Und es hört nicht einfach in der Schule auf. Und wie gesagt, verwende ich jetzt dieses Wort Bildung für dieses zusammenfassende Konzept von Erziehung, von Bildung und all, was da mit reinspielt. Also die gesamte Geschichte der Welt, die wir so sehen, ist eigentlich eine Geschichte von Bildung. Und Gott hat da viele Namen dafür. Gottes höchstes Ziel ist es, dieses Ebenbild im Menschen wiederherzustellen. Und er nennt das ganz viel. Also da gibt es ganz viele Begriffe dafür in der Bibel, die alle dieses Konzept beschreiben. Er nennt es zum Beispiel dem eigenen Ich-Sterben. Er nennt es, dass er die Gebote ins Herz schreiben möchte. Er nennt es dem alten Menschen sterben, die vollkommenen Frucht des Geistes, der Sünde sterben, die Beschneidung des Herzens und, und, und. Gott hat ganz viele verschiedene Bilder, die uns auf verschiedene Arten und Weisen daran erinnern, was sein Bildungsplan und sein Bildungsziel ist. Und alle diese Konzepte beschreiben dieses Erziehungs- beziehungsweise Erlösungswerk. Wir lesen: Das Werk der Bildung und das Werk der Erlösung sind im höchsten Sinne eins. Und wenn wir das wissen, sollten wir uns nicht umso mehr damit beschäftigen, wie wir unseren Kindern Bildung zeigen, wie wir unseren Kindern Erziehung zeigen, wenn das eigentlich ein Bild für die Kinder ist, dafür, wie Gott an ihnen arbeitet. Wir wollen uns dieses Erziehungs- oder dieses Bildungswerk einmal anschauen beim Volk Israel. Wie Gott erzogen hat, wie Gott erzieht. Und dazu habe ich erstmal eine Frage.

[10:13] Im ersten bis zum vierten Buch Mose, was, wenn man es ganz grob runterbricht, was stand da drin? Ganz viel von zwei Dingen. Da standen ganz viele, ich habe es nicht verstanden, da standen Gebote, Gebote und Geschichten, oder nicht? Da standen die ganzen Geschichten von den großen Patriarchen, von den Glaubenshelden. Und dann hat Israel all das erlebt mit Gott, die ganzen Geschichten und die ganzen Gebote, nicht wahr? Die zehn Gebote erstmal und dann der Heiligtumsdienst und die ganzen Feste und die ganzen Schipologien. Da stand alles, was passiert ist drin und das Gesetz. Frage: Hätte das Volk Israel auch schon früher nach Kanaan eingehen können, als sie es sind? Ja, nicht wahr? Spannende Analogie. Ellen White schreibt, Jesus hätte auch schon wiederkommen können, aber ist noch nicht wiedergekommen. Vielleicht regt das zum Nachdenken an. Schaut mal in 5. Mose, in 5. Mose 1 und dort die Verse 2 und 3.

[11:38] In 5. Mose 1, die Verse 2 und 3, da steht: Elf Tagesreisen sind es vom Horeb auf dem Weg zum Berg Lang Zeir bis Kadesch Barnea. Ich habe hier mal eine Karte und da seht ihr hier unten den Berg Horeb und hier oben seht ihr dann Kadesch Barnea. Wir lesen, das dauert elf Tage, da hinzukommen. Wie lange hat Israel in der Wüste verbracht? 40 Jahre in der Wüste. Also warum sind sie dann eingegangen nach 40 Jahren? Warum hat es dann geklappt und dort am Anfang hat es nicht geklappt? War nicht alles schon geschrieben, was sie brauchten in den ersten vier Büchern Mose? Eine Frage, bevor wir uns das anschauen, an euch: Wünscht sich Gott von uns ein bestimmtes Verhalten? Wer würde sagen ja? Würde irgendwer sagen nein? Gott wünscht sich ein bestimmtes Verhalten. Aber es gibt einen Unterschied. Es gibt Verhalten und es gibt Verhalten. Schaut mal mit mir in 2. Mose 24 und dort Vers 3.

[12:47] 2. Mose 24 und dort Vers 3. Da lesen wir: Und Mose kam und verkündigte dem Volk alle Worte des Herrn und alle Verordnungen. Da antwortete das Volk einstimmig und sprach: Alle Worte, die der Herr geredet hat, wollen wir tun. Und jetzt schauen wir, was Gott dazu sagt. Mose spricht hier zum Volk in 5. Mose 5 und dort in den Versen 27 und 28. Und Mose erzählt dem Volk sozusagen in einer Nacherzählung, was passiert ist. Er sagt: Tritt du hinzu und höre alles, was der Herr, unser Gott, reden wird, und du sollst uns alles sagen, was der Herr, unser Gott, zu dir reden wird, und wir wollen darauf hören und es tun. Also Gott sagt: Das habt ihr gesagt, nicht wahr? Mose sagt: Das habt ihr gesagt. Als aber der Herr den Wortlaut eurer Rede hörte, die er mit mir redete, da sprach der Herr zu mir: Ich habe den Wortlaut der Rede dieses Volkes gehört, die sie mit dir geredet haben. Es ist alles gut, was sie geredet haben. Sonst sagen wir immer, naja, das Volk hat halt von sich aus gesagt, ja, das wollen wir alles tun, aber das war nicht gut, weil sie hätten sich auf Gott verlassen sollen. Aber Gott sagt: Eigentlich habe ich mich gefreut. Gott freut sich, wenn wir erkennen, dass es da ein Verhalten gibt, das richtig ist und wenn wir dieses Verhalten in unserem Leben haben wollen. Gott freut sich, wenn wir erkennen, dass unser Weg falsch war und wenn wir unseren Weg ändern wollen. Was war das Problem? Vers 29. Gott sagt: Oh, wenn sie doch immer ein solches Herz hätten, mich zu fürchten und alle meine Gebote alle Zeit zu halten, damit es ihnen gut ginge und ihren Kindern ewiglich. Gott sagt: Eigentlich, das Problem ist nicht, dass ihr da ein anderes Verhalten wolltet und dass ihr erkannt habt, dass das nicht so gut war, wie es bisher lief. Gott sagt: Dieser Zustand, ein solches Herz zu haben, soll bleiben. Weil sie hatten kein nachhaltig verändertes Herz. Sie hatten eine kurze Erweckung, ja, einen schönen Erweckungs-Sabbat gehabt, aber die Erweckung hat nicht angedauert. Aus der Überzeugung wurde kein Prinzip. Es hat sich nicht ins Leben verarbeitet, weil wir wissen, kurz danach sind sie um das goldene Kalb getanzt. Und der Heilige Geist hat ihnen, ich bin mir sicher, dass der Heilige Geist sehr stark am Berg Sinai gewirkt hat und er hat ihnen in diesem Herzen, in ihrem Herzen hat er gewirkt in diesem Moment, aber danach haben sie sich wiederum auf sich selbst verlassen. Sie hatten kein nachhaltig verändertes Herz. Und wir haben schon gesagt, Gott hat im ersten bis vierten Buch Mose alles gesagt, was wichtig war. Aber es ist spannend. Jetzt kommt ein kleines Wort ins Spiel, das wir hier gerade gelesen haben: "Wenn sie doch immer ein solches Herz hätten." Und wenn man sich mal anschaut, wie oft das Wort "Herz" so vorkommt, dann kommt es in erster, zweiter, dritter, vierter Mose achtmal vor, komplett, in allen vier Büchern zusammen. Was ist in fünfter Mose? Was steht in fünfter Mose so ungefähr? Wiederholung, nicht wahr? Die wichtigsten Geschichten und noch die Gesetze, die Wiederholung der Gesetze. Das heißt, das ist eigentlich das Gleiche wie in den ersten vier Büchern Mose. Es war eine Abschlusspredigt, eine Wiederholung nochmal von der Quintessenz, das müsst ihr wissen. Und jetzt spannend: Das Wort Herz kommt in fünfter Mose fast 40 mal vor. Es kommt viermal so oft vor, wie in den ganzen anderen Büchern. Es ist fast so, als ob Gott sagt: Hey, ihr wisst alles, was ihr wissen müsst. Ja, ich freue mich, dass ihr ein anderes Leben wollt, aber die Basis muss anders sein. Es reicht nicht einfach, diese oder jene Eigenschaft zu verändern, ihr braucht ein anderes Herz. Ihr müsst von ganz von Anfang, ganz von vorne anfangen.

[16:51] Also, was meint Gott, wenn er vom Herzen spricht? Schaut mal mit mir in fünfter Mose sieben, fünfter Mose sieben und dort die Verse 17 und 18. Hier ist ein Beispiel dafür, was Gott mit dem Herzen meint. Er sagt: Wenn du aber in deinem Herzen sagst: Diese Völker sind zahlreicher als ich, wie kann ich sie aus ihrem Besitz vertreiben? So fürchte dich nicht vor ihnen. Gedenke doch an das, was der Herr, dein Gott, dem Pharao und allen Ägyptern getan hat. Also Gott sagt, hier ist Israel, ja, und ihr sagt in eurem Herzen etwas. Jetzt, was ist ein Wort, das ich nicht ausspreche? Wie sage ich etwas, ohne es auszusprechen? Wie nennt man das? Ein Gedanke, nicht wahr? Das heißt, Gott sagt, ihr denkt: Oh, das schaffe ich nie, das schaffe ich nie, Völker sind zahlreicher und da hat es Riesen und was nicht alles. Ich aber sage euch: Gedenkt an das, was ich euch schon getan habe. Das heißt, wenn Gott von unserem Herzen spricht, dann ist das kein irgendwie ein Konzept, das irgendwie ganz philosophisch ist und das ist irgendwie unsere Seele und unsere Gefühle. Gott sagt, dein Herz, das sind das, was du denkst. Das, was du jetzt denkst, das, was du aber auch denkst, wenn keiner da ist, das, was du denkst, was da ganz hinten irgendwo schlummert, das, was du denkst, was du niemals sagen würdest, all das ist das Herz. Und das bringt uns eigentlich zu der Frage, oder das beantwortet auch so ein Stück weit die Frage, warum ist Israel eigentlich so oft gefallen?

[18:21] Wir wollen uns das kurz anschauen in Psalm 106 und dort die Verse 12 bis 14 und auch Vers 21. Hier spricht es von Israel und hier beschreibt es so den Weg, den Israel in der Wüste ging und das war jetzt nach so einer Erweckung, nach einem Wunderjahr, da glaubten sie seinen Worten und sangen seinen Lob. Aber sie vergaßen seine Werke bald. Sie warteten nicht auf seinen Rat, sondern sie wurden begehrlich in der Wüste und versuchten Gott in der Einöde. Sie vergaßen Gott, ihren Retter, der Großes getan hatte in Ägypten. Das ist jetzt sehr spannend. Also sie kommen von diesem Loben, Gott loben, dazu Gott zu vergessen und das scheint erst mal ein großer Schritt zu sein, nicht wahr? Man denkt sich, na, wenn ich gerade Gott noch gelobt habe, wie kann ich dann Gott so schnell vergessen? Schaut mit mir in Römer 1, Römer 1, Vers 21.

[19:19] Römer 1, Vers 21. Denn obgleich sie Gott erkannten, und hier spricht es von ungläubigen Menschen, aber der Mechanismus ist eigentlich der gleiche. Denn obgleich sie Gott erkannten, haben sie ihn doch nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt, sondern sind in ihren Gedanken in nichtigen Wahn verfallen und ihr unverständliches Herz wurde verfinstert. Also von diesem Gott erkennen dazu, dass das unverständliche Herz verfinstert wird, passiert nicht einfach so, sondern da passieren Zwischenschritte, ja. Man erkennt Gott und bei Israel hat es dann noch gelobt und dann aber vergessen zu loben. Hier haben sie gar nicht erst gelobt. Man erkennt Gott, Gott tut etwas für mich. Ich habe ein Erlebnis mit Gott, im Kleinen oder im Großen und ich danke ihm nicht oder ich danke ihm nicht fortdauernd und ich verfalle in nichtigen Wahn. Das ist jetzt spannend. Nichtiges ist eigentlich nicht schlecht, nichtiger Wahn ist schlecht, aber nichtiges ist so ein bisschen, was esse ich heute, was ziehe ich an, was arbeite ich. All diese Sachen sind nichts Schlechtes an sich, aber weil sie manchmal nicht mit Gott verbunden sind, weil wir in unseren Gedanken Gott loslassen und uns nur solchen Sachen hingeben, kann es sein, dass man in nichtigen Wahn verfällt und plötzlich dreht sich das Leben nur noch darum, was esse ich, was ziehe ich an, wo arbeite ich, wie kann ich Karriere machen und, und, und weiter. Und dann, wenn man Gott schon eigentlich gar nicht mehr so sehr im Fokus hat, dann werden die unverständlichen Herzen verfinstert. Also es ist nicht so, dass man an einem Tag heilig ist und danach ist man der schlimmste Sünder, sondern Gott zeigt uns eigentlich, da gibt es Wege, die wir gehen. Ja, viele kleine Schritte, die zu großen Gewohnheiten oder zu großen Entscheidungen führen. Darum sagt er auch in Epheser 5: "Berauscht euch nicht mit Wein, was Ausschweifung ist, sondern werdet voll Geistes. Redet zueinander mit Psalmen, mit Lobgesängen, mit geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in euren Herzen." Das heißt, Gott sagt nicht, ich soll jetzt den ganzen Tag durch die S-Bahn laufen und irgendwelchen leichten Liedern vorsingen. Er sagt: Sei in deinem Kopf, ja, in deinen Gedanken ein bisschen bei Gott. Sei in deinem Herzen, in deinen Gedanken bei den Lobgesängen, sei bei dem, was Gott für dich getan hat und verbinde deinen Alltag mit der Ewigkeit. Sagt alle Zeit Gott dem Vater Dank für alles in dem Namen unseres Herrn Jesus Christus.

[22:11] Wir haben uns das Beispiel in der Kindergeschichte angeschaut von dem Glas mit Holzkohle. Das Wasser ist ganz schmutzig und wir brauchen jetzt keine Meditation und leeren das ganze Wasser aus und dann füllt jemand wieder schmutziges Wasser hinein. Wir brauchen das klare Wasser, das reine Wasser, das Gott immer mehr dazu gibt und immer mehr und immer mehr. Und das dauert seine Zeit. Wir hatten jetzt nur, um dass hier nicht so dann die Sauerei entsteht, nur ein bisschen Holzkohle, aber auch wenn das so schwarz ist, das Wasser wie hier, das dauert Zeit, aber irgendwann wird das Wasser klarer und klarer und klarer und sieht irgendwann dann wieder so aus. Und so ist es auch mit unseren Gedanken. Die werden nicht von heute auf morgen perfekt, aber wenn wir immer weiter bei Gott bleiben und immer näher bei Gott bleiben, dann schüttet er von seinem Wasser nach und er schüttet nach und er schüttet nach und er macht uns immer sauberer. Darum sagt die Bibel: "Mehr als alles andere behüte dein Herz, denn von ihm geht das Leben aus." Ja, es gibt ein Gleichnis, das das eigentlich sehr schön beschreibt, diesen Mechanismus. Das ist in Matthäus 13, in Matthäus 13. Vielleicht können wir das auch, wer aufschlagen will, kann das auch gern mit aufschlagen. Matthäus 13, das ist das Gleichnis vom Sauerteig. Übrigens sind wir gerade dienstags abends dabei, die ganzen Gleichnisse durchzugehen und es lohnt sich sehr zu kommen, also es ist wirklich spannend. Und Jesus sagt: "Ein anderes Gleichnis sagte er ihnen: Das Reich der Himmel gleicht einem Sauerteig, den eine Frau nahm und heimlich in drei Schäffeln Mehl hinein mischte, bis das Ganze durchsäuert war." Jetzt ist es ganz spannend, woher kennen wir den Sauerteig? Der Sauerteig kommt eigentlich an verschiedenen Stellen vor, aber meistens steht er für die Sünde. Ja, beim Passah zum Beispiel sollten sie den Sauerteig abtun und Paulus schreibt dann, das stand für die Sünde. Ja, sie sollten die Sünde aus ihrem Leben abtun. Oder Jesus sagt: "Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer." Aber hier steht der Sauerteig für das Reich Gottes, ja, für das Reich der Himmel und den ganzen Teig soll dieser Sauerteig durchsäuern. Dass es an beiden Stellen steht, zeigt eigentlich nur, dass der Sauerteig einen Mechanismus beschreibt. Ja, es ist ein Mechanismus, wie unser Leben sich in diese Richtung entwickelt, ja, als Beispiel für das Reich Gottes oder auch, wie sich das Leben in die andere Richtung entwickeln kann. Und Ellen White schreibt: "Niemand ist so schlecht oder so tief gefallen, dass ihn das Wirken dieser Kraft nicht mehr erreichen könnte." Und da schreibt sie über den Sauerteig: "In alle, die sich dem Heiligen Geist unterwerfen, soll ein neues Lebenselement eingepflanzt werden. Das verlorene Bild Gottes soll in der Menschheit wiederhergestellt werden." Bildung, Gottes Lehrplan, ganz alltäglich, ganz einfach eigentlich auch. Das Ziel seines Bildungsplans ist, dass sich dieser gute Sauerteig, den wir eigentlich alle möchten, ganz in unserem Leben ausbreitet, dass er den ganzen Teig durchsäuert, dass er auch diesen kleinen Gedanken, ja, den wir manchmal haben, mit umfasst. Und diese, wie sagt man, diese Wahrheit finden wir am besten, also dieses klare Wasser, ja, und der Geist Gottes wirkt am besten durch sein Wort, nicht wahr? Wir lesen in Römer 10: "Demnach kommt der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch Gottes Wort." Das ist so eng miteinander verknüpft und das ist das, was uns eigentlich reinigt. Das ist das, wenn wir wirklich versuchen zu verstehen, was möchte Gott mir damit sagen. Ja, es gibt ein tolles Zitat, das steht: Wenn wir in der Bibel lesen, dann sollen wir uns vorstellen, wie wenn Gott jetzt das zu dir sagen würde, wie wenn Gott mit seiner Stimme dir jetzt diese Geschichte erzählt, weil es für dich geschrieben ist.

[26:32] Denn dem Mehl verborgene Sauerteig wirkt unsichtbar und durchsäuert alles. So wirkt auch der Sauerteig der Wahrheit im Geheimen, ruhig und beständig, und die Seele wird umgebildet. Die natürlichen Neigungen werden unterdrückt und verändert. Neue Gedanken, Gefühle und Beweggründe werden eingepflanzt. Als neue Richtschnur für die Ausbildung des Charakters dient nun das Leben Christi. Ist das nicht schön? Ist das nicht ein schöner Mechanismus, den Gott uns geschenkt hat? Und ich denke, das ist mit ein Grund, warum er in 5. Mose dem Volk Israel sagt, in 5. Mose 6, ne, in 5. Mose 11, dem Volk Israel so genaue Anweisungen gibt bezüglich dem, wie sie mit seinem Wort umgehen sollen. Er sagt: "So nehmt euch nun diese meine Worte zu Herzen, Gedanken, in eure Seele und bindet sie zum Zeichen auf eure Hand. Wir sollen es tun und sie sollen zum Erinnerungszeichen über euren Augen sein. Wir sollen daran denken, nicht wahr? Und ihr sollt sie euren Kindern lernen, indem ihr davon redet, wenn du in deinem Haus sitzt oder auf dem Weg gehst, wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst." Das ist eigentlich immer, nicht wahr? Ich bin daheim oder ich bin nicht daheim. Und morgens und abends sind diese besonderen Zeiten, den Anfang des Tages und das Ende des Tages auf eine besondere Art und Weise mit Gott gestalten. Darum lesen wir auch: "Niemand ist auch nur einen Tag oder eine Stunde lang sicher ohne das Gebet." Das heißt nicht, dass wir uns jede Stunde einen Wecker stellen und sagen: Jetzt knie ich mich hin, jetzt habe ich dieses Ritual. Das heißt: Betet ohne Unterlass. Das heißt: Seid in Gedanken bei Gott. Lasst ihn in euren Gedanken nicht los. Und ich glaube, das ist eine Botschaft, die wir uns immer und immer und immer wieder vor Augen führen müssen, weil wir sind vergesslich. Aber so möchte Gott uns verändern. So möchte er uns erziehen, bilden, nicht wahr? Sehr ermutigend. Wenn wir uns darin üben, in Zusammenarbeit mit dem Heiligen Geist die Gedanken zu beherrschen, gibt er uns auch die rechten Worte. Das ist echte Weisheit, die uns geistigen Frieden, Zufriedenheit und Ruhe vermittelt. Wir werden Freude daran haben, über den Reichtum der Gnade Gottes nachzudenken. Nicht wahr? David sagt: "Schenk mir wieder Freude an deinem Heil." Das wird das sein, wo wir sagen: Das macht mir Spaß, das macht mir Freude. Und dann werden wir beim Kottlack alle da sitzen und darüber sprechen, was wir in der Andacht gelesen haben und was wir Neues über Gott herausgefunden haben und was wir mit ihm erlebt haben. Wer Reformation möchte, wart ihr schon mal auf einem relativ konservativen adventistischen Kongress und keiner hat von Reformation gesprochen? Das kommt nicht vor, oder? Adventisten sagen immer, wir brauchen Reformation, wir brauchen Erweckung. Wer Reformation möchte, muss als erstes die Fantasie läutern, die Gedanken, die bildlich sind, die Vorstellungskraft, die Fantasie läutern. Wenn die Gedanken in gefährliche Richtungen schweifen, so müssen sie dazu angehalten werden, sich nur mit reinen und wertvollen Dingen zu beschäftigen. Wenn du versucht wirst, unlauteren Fantasien nachzugehen, rette dich zum Thron der Gnade und bete um himmlische Kraft. In der Kraft Gottes kann die Fantasie unter Kontrolle gebracht werden, sodass man sich mit Dingen befasst, die rein sind und himmlischen Ursprungs. Ist es nicht wertvoll, wenn wir versucht werden? Und unlautere Fantasien sind nicht nur Sachen, an die man erst mal denken könnte. Zum Beispiel hier, wenn man sich in Gedanken und Tagträumen hingibt, in denen das Ich eine große Rolle spielt, kann das in dem, was man spricht, zu Überheblichkeit führen. Solche Gedanken verhelfen nicht zu einer engeren Beziehung zu Gott. Also unlautere Fantasien ist sehr viel weiter, dieser Begriff, als wir jetzt zuerst einmal annehmen würden. Und das Spannende ist, wenn ihr euch mal Fernsehsendungen anschaut, sind alle nach diesem Prinzip aufgebaut, nicht wahr? Es gibt eine Hauptperson und alles dreht sich um diese Person. Und das ist so gemacht, auch Romane, und das ist so gemacht, und eigentlich ist die Bibel auch so gemacht, nur dass es in der Bibel um Gott geht, nicht wahr? Aber es ist so gemacht, dass du dich mit dieser Hauptperson identifizieren sollst. Und das verändert uns, das verändert uns zu einem Denken, das uns nicht zu einer engeren Beziehung zu Gott führt oder verhilft. Also das sollte man mit sehr viel Bedacht verwenden oder immer, wenn überhaupt.

[31:40] Wenn die Gedanken in die falsche Richtung gehen, geschieht das auch mit den Gefühlen. Und beide zusammen machen unseren Charakter aus. Das ist spannend. Also wir sehen hier, dass die Wurzeln eigentlich die Gedanken sind. Das ist das tiefste, das ist das Herz, von dem Gott spricht. Aber die Gedanken haben dann einen Einfluss auf die Gefühle. Wenn meine Gedanken immer richtig sind, ist es sehr schwer, sehr falsche Gefühle zu haben. Und wir haben eigentlich hier eine Definition von Charakter. Gott sagt, wenn alles weg ist, das bleibt übrig. Und da ist kein einziger Punkt zu Verhalten drin, weil den braucht es gar nicht. Gott weiß, wenn deine Gedanken so aussehen, wenn dein Herz so aussieht, dann wird früher oder später dein Verhalten auch so aussehen. Egal, ob in die eine oder in die andere Richtung. Das macht unseren Charakter aus und das ist das, das ist das, was Gott uns eigentlich sagen möchte. Das ist der Beginn und auch das Ziel aller Bildung. Gott zeigt uns, dass er unser Innerstes verändern möchte. Das, was keiner sieht. Und er zeigt uns auch, dass er es verändern kann und verändern will. Und ich bin kein Freund von langen Predigten, aber ich möchte, dass ihr das eine wirklich bewahrt. Dass unsere Gedanken verändert werden. Dass Gott unser Innerstes verändern will. Und wenn wir falsches Verhalten bemerken in unserem Leben, dann freut sich Gott, wenn wir dieses Verhalten nicht mehr möchten. Aber er sagt: Mein Bildungsplan, mein Lehrplan fängt nicht beim Verhalten an. Er fängt bei deinem Herzen an. Er fängt bei deinen Gedanken an, bei deinen Denkmustern, bei deinen Gewohnheiten, die du in Gedanken hast. Darum würde ich gerne mit euch mit einem Vers abschließen. Und zwar in 2. Korinther.

[33:21] In 2. Korinther und dort Kapitel 10. Ich habe es eigentlich auch hier drauf, aber ich lasse euch trotzdem aufschlagen, damit ihr das nicht verlernt. In Kapitel 10 und dort Vers 5: Sodass wir Vernunftsschlüsse oder hier steht auch Berechnungen, das heißt einfach nur bestimmte Gedanken, dass wir Vernunftsschlüsse zerstören und jede Höhe, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt und jeden Gedanken gefangen nehmen zum Gehorsam gegen Christus. Nicht wahr? Mit der Hilfe des Heiligen Geistes können wir lernen, können wir uns darin üben, unsere Gedanken zu kontrollieren, haben wir vorhin gelesen. Ich möchte euch dazu aufrufen, das wirklich zu machen. Das nicht nur einfach als einen anderen Punkt, den wir jetzt gelernt haben zu sehen, sondern das wirklich umzusetzen, dass wir erfüllt werden von diesem weißen Wasser, von diesem klaren Wasser und dass es dann überläuft. Dass wir zu einer Quelle lebendigen Wassers werden, wie Jesus es eigentlich gesagt hat. Lasst uns das gemeinsam machen.


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