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In dieser Predigt zur Jahreslosung 2024 „Alles bei euch soll in Liebe geschehen“ (1. Korinther 16,14) fordert Christopher Kramp dazu auf, das Verständnis von Gottes Liebe neu zu überdenken. Er beleuchtet, wie menschliche Vorstellungen von Liebe oft von der göttlichen abweichen und wie Satan versucht, diese zu verzerren. Anhand biblischer Passagen aus Josua, 1. Korinther, 1. Johannes, 2. Petrus und Römer werden drei wesentliche Merkmale der wahren Gottesliebe herausgearbeitet: Sie ist ruhig, tief und unparteiisch. Die Predigt lädt dazu ein, Gottes Liebe als ein hohes und tiefgründiges Ziel im christlichen Leben zu erkennen und zu erfahren.


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Serie: Predigten

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Transkript

[0:08] [Musik]

[0:10] Gesegneten Sabbat, herzliches Willkommen auch an alle, die jetzt live zugeschaltet sind. Ein neues Jahr liegt vor uns. Ich glaube, Gott hat sich was dabei gedacht, dass er die Zeit eingeteilt hat: Wochen, Monate, Jahre, Tage. Man kann irgendwie immer wieder von vorne anfangen. Man kann ein neues Jahr beginnen, einen neuen Monat beginnen, die vergangene Woche hinter sich lassen. Heute neu beginnen. Und ich weiß nicht, wie es dir geht, ob du dir für das kommende Jahr was vorgenommen hast. Ich bin mir sicher, dass Gott sich etwas für mich und für dich vorgenommen hat, dass Gott noch nicht am Ende mit uns ist. Und ich wünsche mir, dass, wenn wir heute gemeinsam Gottes Wort lesen, über Gottes Wort nachdenken, dass wir ihm besonders begegnen, dass wir etwas über ihn verstehen, was wir vielleicht bisher nicht so gut verstanden haben.

[1:23] Man fragt sich, was soll man predigen? Bei dieser Predigt war der Titel und das Thema nicht so schwer zu finden, es war quasi vorgegeben. Die Jahreslosung steht ja traditionell am Anfang immer, und man predigt gerne über die Jahreslosung. Und so möchte ich das heute tun. Aber als ich mir Gedanken gemacht habe über diesen Vers, ist mir persönlich aufgegangen – und ich glaube, es wird euch auch so gehen – dieser Vers ist kurz und er steht da so am Ende vom Korintherbrief, aber in Wirklichkeit enthält er einen tiefen Schatz. Ich weiß nicht, ob ihr auf Schatzsucher-Modus gerade seid. Ich bin es. Und wenn ihr auch, dann gleich nachdem wir gebetet haben, eure Bibeln zur Hand nehmt, dann wollen wir einen Schatz ausgraben. Wir müssen ein bisschen buddeln, ein bisschen polieren, ein bisschen unsere althergebrachten Ideen beiseite schieben, und ich glaube, wir werden etwas finden, was uns sehr berühren wird. Jedenfalls hat es mich sehr berührt.

[2:30] Bevor wir beginnen, möchte ich euch einladen, da wo es möglich ist, dass wir niederknien und Gott einladen, dass er uns in diesem Studium segnen wird.

[2:58] Lieber Vater im Himmel, wir können dir mit Worten eigentlich nicht wirklich ausdrücken, was du für uns bedeutest, aber das weißt du ja selbst. Wir möchten einfach als deine Kinder jetzt zu dir kommen und dir sagen, dass wir dich lieb haben, dass es uns leid tut, dass wir so oft nicht so gelebt haben, dass wir ganz nahe bei dir gewesen sind. Wir möchten dir sagen, dass wir deine Weisheit brauchen, dass wir dich verstehen wollen. Wir möchten dir sagen, dass wir ohne dich nicht leben können. Wir möchten dich jetzt bitten, dass dein Wort, deine Gegenwart uns alle berührt und stärkt. Du hast versprochen, dass jeder von uns dich so verstehen kann, dass wir mit Freude durch dieses schwierige Leben gehen können, mit Stärke auch unsere Schwachheiten überwinden können. Herr, wir wissen nicht, was in diesem Jahr auf uns zukommt, aber wir wissen, dass du da bist. Und wir möchten heute wegschauen von uns, wegschauen von unseren Familien, unseren Sorgen, unseren Problemen, unserer Gemeinde, wegschauen von unserem Beruf, unserem Hobby und hinschauen auf dich und in den kommenden Minuten einfach nur über dich nachdenken. Und wir bitten dich, dass du mit deinem Heiligen Geist jeden von uns segnest. Das hast du versprochen, das wollen wir in Anspruch nehmen und danken dir dafür von ganzem Herzen im Namen Jesu. Amen.

[4:43] [Musik]

[4:58] 1. Korinther 16 und dort Vers 14.

[5:06] [Musik]

[5:10] Der erste Korintherbrief ist natürlich geschrieben von Paulus. Und in der Gemeinde Korinth, da ging es zum Teil drunter und drüber. Die Gemeinde war jung, es gab einiges zu klären. Und am Ende von 1. Korinther, so im letzten Kapitel, da gibt es Grüße und persönliche Anliegen. Und Paulus schiebt noch so ein paar Ratschläge hinterher. Und mitten unter diesen vermeintlich so am Ende angefügten Ratschlägen findet sich 1. Korinther 16 Vers 14: "Lasst alles bei euch in Liebe geschehen."

[5:53] Ich erinnere mich noch ganz genau: Ich war relativ jung, ich war ein Kind. In meiner Heimatgemeinde gab es eine Gemeindestunde, und ich weiß gar nicht warum, aber man hat dort die Kinder zugelassen, die durften mit dabei sein. Ist keine so besonders kluge Idee. Ich fand das natürlich ganz spannend damals. Damals ging meine Heimatgemeinde – nicht diese Gemeinde, meine Heimatgemeinde – durch eine schwere Zeit. Es gab viel Streit, und es wurde viel über die Liebe gesprochen. Und ich weiß nicht mehr, was in der Gemeindestunde alles diskutiert worden ist, aber ich weiß noch, wie ein Bruder, ein älterer Bruder, der heute schon verstorben ist, irgendwann aufstand und mit emotionaler Stimme sagte: "Ich habe das Gefühl, ich werde hier mit Liebe erschlagen!"

[6:47] Vor ungefähr zehn Jahren, genau um diese Zeit, war Bea und ich in Botswana. Ich bin damals eingesprungen für jemanden bei einem Camp Meeting in Botswana. Und dort war ein anderer Evangelist aus Amerika, den einige von euch vielleicht sogar kennen würden, wenn ich seinen Namen verraten würde. Und wir saßen dort am Mittagstisch zusammen und haben uns unterhalten, haben uns ganz gut verstanden. Und er sagte zu mir dann eines Tages: "Christopher, weißt du was? Ich muss dir gestehen, ich habe so viel Oberflächliches und so viel Falsches über die Liebe Gottes gehört. Es gab Zeiten in meinem Leben, da konnte ich den Begriff 'Liebe Gottes' nicht mehr hören. Ich konnte es nicht mehr hören, ich konnte es nicht mehr ertragen."

[7:30] Ein Mann sagt: "Ich habe das Gefühl, ich werde von Liebe erschlagen." Ein anderer sagt: "Ich kann dies Gerede von der Liebe Gottes nicht mehr ertragen." Vielleicht ist es auch schon mal dir so gegangen, dass du das viele Reden von der Liebe nicht mehr so richtig füllen konntest mit konkretem Inhalt – so eine riesige Blase. Das Thema ist ja ein Thema, von dem niemand sagt, dass er es nicht glaubt, oder? Alle Christen aller Denominationen, aller Kirchen stimmen überein: Gott ist die Liebe. Da steht ja auch in 1. Johannes 4 Vers 8.

[8:19] Aber wenn wir alle verstehen, dass Gott die Liebe ist, und hier steht: "Lasst alles bei euch in Liebe geschehen", warum gibt es so wenig Liebe in unseren Gemeinden, in unseren Familien? Ich habe mir Gedanken drüber gemacht, ob das, was wir als Liebe bezeichnen, eigentlich wirklich Liebe ist.

[8:55] Könnte es sein, dass Satan, der ja gegen Gott kämpft – das ist unser Verständnis, es gibt einen großen Kampf – dass Satan, der weiß, dass Gott Liebe ist, es nicht zulassen kann und zulassen will, dass wir Gottes Liebe verstehen? Aber Satan kann Gottes Liebe ja nicht einfach aufhalten, man kann keinen Damm gegen sie errichten. Ich glaube, er hat im Laufe der Zeit viele andere Dinge mit dem Etikett "Liebe" bezeichnet. Viele andere Dinge, die eigentlich nicht unbedingt Gottesliebe sind, die wir heute als Liebe bezeichnen, die wir im Hinterkopf haben, wenn das Wort "Liebe" fällt, sodass wir unbewusst oft uns fragen: Wie hat das jetzt eigentlich was mit Gott zu tun?

[9:55] Gehen wir noch mal zu 1. Johannes 4, den wir gerade schon zitiert haben. Wie geht es dir, wenn du hörst: "Gott ist die Liebe"? Sagst du: "Ja, weiß ich schon, tausendmal gehört"? Melde dich nicht, aber geht es dir nicht auch mal so, dass du so ein bisschen das Gefühl hast, der Begriff ist so ausgedehnt, so ausgeschwemmt, dass man kaum noch irgendwie das fassen kann, was das bedeutet?

[10:24] In 1. Johannes Kapitel 4 und dort in Vers 8 heißt es ja: "Wer nicht liebt, der hat Gott nicht erkannt, denn Gott ist Liebe." Dem Johannes war das so wichtig, dass er es in Vers 16 noch mal erwähnt hat. Dort steht in Vers 16: "Und wir haben die Liebe erkannt und geglaubt, die Gott zu uns hat." Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. Also, allen Täuschungsversuchen zum Trotz kann man Gottes Liebe erkennen und man kann sie glauben.

[11:11] Was ich heute versuchen möchte, ist – und ich wähle das Wort "versuchen" bewusst – ich möchte heute versuchen, uns alle ein bisschen näher zu bringen zu der echten Liebe Gottes. Denn die Liebe Gottes ist wie ein tiefer Schatz. Die Liebe Gottes ist wie ein hohes Ziel. Wir werden gleich sehen, dass nichts verkehrter sein könnte, als die Liebe Gottes als ein Anfängerthema zu behandeln oder ein oberflächliches Thema. Heute werden wahrscheinlich oder morgen viele Predigten gehalten werden über diesen Vers: "Lasst alles bei euch in Liebe geschehen." Aber ich glaube, solange wir falsche Vorstellungen von der Liebe Gottes haben, werden auch die Dinge unter uns in den Gemeinden immer falsch laufen.

[12:14] Was ist also eigentlich Gottes Liebe? Also, wenn du das mal mit Adjektiven, mit Merkmalen beschreiben, was ist das eigentlich und was ist es nicht? Das Erste, was wir heute entdecken wollen, ist: Liebe, Gottesliebe, ist auf jeden Fall nicht, was ein normaler Mensch empfindet. Ich sag's noch mal: Gottes Liebe ist auf jeden Fall nicht das, was ein normaler Mensch – nicht normaler Mensch – empfinden kann. Und das kommt aus Römer Kapitel 5. Schaut mit mir in Römer Kapitel 5 und dort Vers 5. Römer 5 und dort Vers 5: "Die Hoffnung aber lässt nicht zu Schanden werden."

[13:12] In Römer 5 Vers 5: "Die Hoffnung lässt nicht zu Schanden werden, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen, also in unser Denken, unser Fühlen, durch wen? Durch den Heiligen Geist." Also, sag mir, wo, wie, wie kann ich die Liebe Gottes verstehen und erfahren? Durch wen? Durch den Heiligen Geist. Ein Mensch, der nicht vom Heiligen Geist erfüllt ist, kann die Liebe Gottes gar nicht richtig verstehen. Das heißt, alles, was unbekehrte Menschen als Liebe bezeichnen – sie haben ja reale Gefühle oder reale Emotionen, das sind alles gute Gefühle, also meistens, nicht alle, aber die sind von Gott geschaffen, die sind wichtig – aber sie sind nicht die Liebe Gottes. Und das ist eine ganz wichtige Sache, weil ich glaube ganz oft, dass wir die Gefühle, die wir schon im unbekehrten Zustand hatten, die wir mit Liebe verbinden, weil sie von der Welt als Liebe bezeichnet werden, wir mitnehmen in unser christliches Leben und dann einfach das irgendwie an der Liebe Gottes dranhängen.

[14:22] Und heute, in den nächsten Minuten, möchte ich mit euch versuchen, dass ihr mal herausarbeitet, nicht: "Was ist es nicht?", sondern: "Was ist es eigentlich?" Nicht: "Was ist falsch an dem anderen?", sondern: "Wie ist sie eigentlich, die echte Liebe Gottes, die durch den Heiligen Geist unser Herz berühren möchte?" Ich glaube, darüber wird viel zu wenig gesprochen.

[14:53] Sagt im zweiten Band der Zeugnisse: "Liebe ist von Gott. Das unbekehrte Herz kann sie nicht entstehen lassen und diese Pflanze himmlischen Wachstums nicht produzieren, die nur dort lebt, wo Christus regiert." Die Liebe, über die wir sprechen, die gibt es nur dort, wo Christus regiert. Und das wollen wir heute kennenlernen. Ich weiß nicht, wie ihr die Liebe Gottes beschreiben würdet. Ich habe vor Kurzem bei ihr etwas gelesen, was mich sehr beeindruckt hat. Ich habe, glaube ich, noch niemals irgendjemanden das sagen hören, deswegen möchte ich es heute mal sagen. Sie sagt: "Passt mal auf, Gott ist Liebe. Gott ist in sich selbst, in seiner Essenz, Liebe." Und jetzt erklärt sie, was das heißt: "Er macht das Allerbeste aus dem, was wie ein Angriff aussieht."

[16:01] Habt ihr schon mal erlebt, dass ihr euch angegriffen gefühlt habt? Kennt ihr das? Man fühlt sich angegriffen, was macht man dann? Man denkt sich: "Wie kann der nur so sein? Das hätte ich nicht von dir gedacht!" Gottes Liebe beschreibt sie hier als einen Aspekt, dass, wenn er sich quasi angegriffen fühlen könnte, er das Allerbeste beim anderen unterstellt. Schon mal so über Gottes Liebe nachgedacht? Das ist gar nicht so einfach zu machen, oder? Jetzt fangen wir an zu verstehen, dass ein normaler Mensch so eine – das ist nicht etwas, was man so aus sich heraus produzieren kann.

[16:40] Oder schaut mal mit mir zu Petrus, 2. Petrus Kapitel 1. Vielleicht wisst ihr, in 2. Petrus 1, da beschreibt der Petrus eine Leiter. Ja, da geht's so Stufen, die Stufen, die wir in unserem christlichen Leben, in unserer christlichen Erfahrung durchleben. Das christliche Leben ist ja kein Hamsterrad, ja, das ist ja eine Entwicklung. Wir haben einen Wachstumsprozess, sagt man immer, nicht? Der Wachstumsprozess. Und der Petrus beschreibt, was da so alles dabei ist. Da spricht er von der Tugend zum Beispiel, ja. Er spricht von der Erkenntnis, von der Selbstbeherrschung, von der Gottesfurcht – Dinge, die aufeinander aufbauen. Wisst ihr, was in dieser Leiter der christlichen Entwicklung das Ziel ist, das Höchste? Schaut mit mir in Vers 7. Dort heißt es: "In der Gottesfurcht aber die Bruderliebe, in der Bruderliebe aber die Liebe."

[17:39] Da hört's auf. Die Liebe, wie sie die Bibel beschreibt, ist das höchste Ziel, das ein Mensch erreichen kann. Wieso kommt das, dass wir oft denken, die Liebe ist ein Anfängerthema? Ja, na ja, der kennt sich noch nicht mit Daniel und Offenbarung aus, aber wir erzählen was über die Liebe Gottes, das ist das, das ist so für die Anfänger.

[18:07] Ja, Petrus sagt, die Liebe Gottes ist das höchste Ziel, nicht das niedrigste Level. Und daher bin ich mir ziemlich sicher, dass niemand von uns, mich eingeschlossen, bisher die Liebe Gottes richtig verstanden hat. Weil es ist das höchste Ziel. Wir sind ja alle noch unterwegs, oder? Heute wollen wir uns quasi ein bisschen Kletter-Ausrüstung anlegen und ein bisschen klettern und mal gucken, ob wir was von diesem Gipfel besser verstehen können, dem Gipfel der Liebe Gottes.

[18:41] Also, ich habe mir überlegt, ich mache mal was ganz anderes. Normalerweise liest man Texte, wo die Liebe vorkommt, oder? Ich habe mir gedacht, heute gehe ich das mal von der anderen Seite an. Wenn Gott die Liebe ist, dann müssen ja alle Eigenschaften von Gott mit der Liebe übereinstimmen, oder? Macht das Sinn? Wenn Gott die Liebe ist, muss alles, was über Gott gesagt wird, auch zur Liebe passen. Wir gucken uns jetzt also eine Reihe von Eigenschaften über Gott an und lernen über Gott etwas über seine Liebe. Ja, wir schauen uns an, welche anderen Eigenschaften hat Gott und übertragen diese dann auf die Liebe. Ich fange mal mit dem ersten an.

[19:17] Josua Kapitel 1 Vers 15. Schaut mal, was Gottes Ziel ist. Wir haben gerade gesehen, die Liebe ist das Ziel Gottes mit uns. Was ist Gottes Ziel in Josua 1 Vers 15? Da heißt es: "Bis der Herr auch eure Brüder zur Ruhe gebracht hat wie euch, und sie das Land eingenommen haben, dass der Herr, euer Gott, ihnen geben wird." Gottes Ziel mit Israel war, sie in die Ruhe zu führen. Mal gelesen: "Er hat sie in die Ruhe gebracht." Damit ist im Alten Testament etwas sehr Konkretes gemeint, damit ist ein Ruheort gemeint. Wenn ihr euch ausruhen wollt, müsst ihr euch mal ausruhen, oder? Bin ich der Einzige, der sich mal ausruhen möchte? Wo ruht ihr euch am liebsten aus? Wo geht ihr hin, wenn ihr euch ausruhen möchtet?

[20:34] Also, ich gehe nach Hause. Zu Hause kann man sich am besten ausruhen, oder? Da ist es am gemütlichsten, da fühlt man sich am wohlsten – zu Hause. Und das ist die Idee: Gott lädt Menschen zu sich nach Hause ein. Sein Land Kanaan soll das Land für die Israeliten sein, seine Wohnung, das Heiligtum. Er lädt uns ein, zu sich zu kommen. Könnt ihr euch erinnern, was die ersten beiden Jünger, die Jesus hatte, ihn gefragt haben, als sie ihm hinterher tippten? Als Jesus sich umdrehte und fragte: "Was sucht ihr?" Was haben sie dann gefragt? "Wo wohnst du?" Jesus sagt: "Kommt und seht!" Kommt zu mir nach Hause, setzt euch auf meine Couch, lasst es euch gut gehen. Das Wort für Liebe, das wir in diesem Kontext von Gottes Liebe verwenden, das Agape, das kommt von einem griechischen Wort "agapao". Das heißt: "Jemand willkommen heißen." Du bist willkommen. Gott hat von Anfang an, im Alten, im Neuen Testament, uns eingeladen: "Kommt zu mir nach Hause, ich mache meine Türen auf!" Jesus sagt: "Ich will euch Ruhe geben, ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen."

[21:55] Der erste Punkt heute: Gottes Liebe ist ruhig. Mögt ihr Ruhe? Oft verbinden wir Liebe eher so mit auffahrenden Emotionen, ja, mit leidenschaftlich, ja, so Liebe. Nein, Gottes Liebe ist ruhig, denn Gott möchte, dass wir zur Ruhe kommen – eine ruhige Liebe.

[22:18] Der zweite Punkt: Geht mit mir zu 1. Korinther 2 Vers 10. Hier lernen wir noch etwas über Gott. 1. Korinther 2 und dort Vers 10. Dort steht: "Uns aber hat es Gott geoffenbart durch seinen Geist, denn der Geist erforscht alles, auch die Tiefen Gottes." Habt ihr mal drüber nachgedacht, dass Gott Tiefen hat, dass Gott tief ist? Es gibt Tiefseetaucher. Ja, Titus wird nie einer – das darf er nicht, haben wir vom Arzt gesagt bekommen. Aber wir hatten auch nicht vor, ihn Tiefseetaucher werden zu lassen. Aber es gibt so Leute, die interessieren sich so: "Was ist ganz, ganz unten?"

[23:10] Ja, der Heilige Geist erforscht die Tiefen Gottes, weil – und es, glaube ich, überrascht uns nicht – Gott ist tiefer als alles, was wir uns vorstellen können. Da gibt es nichts Oberflächliches bei ihm. Da gibt es immer wieder neue Dinge zu lesen. Manche von euch sind schon Jahrzehnte in der Gemeinde, und ihr wisst, man kann die Bibel immer und immer wieder lesen, man findet wieder Neues über Gott heraus. Oder? Ich glaube deswegen, wenn Gott tief ist, dann ist auch seine Liebe tief. Sie ist ruhig und sie ist tief. Das heißt, man müsste eigentlich jeden Sabbat über die Liebe Gottes predigen können und immer etwas Neues herausfinden. Ich meine, wie oft habt ihr eine Predigt gehört, wo ihr hinterher gesagt habt: "Das habe ich etwas gehört, was ich noch nie gehört habe, das war völlig neu!"? Und dann sagt ihr: "Das Thema war die Liebe Gottes." Also, wenn jemand kommt und sagt: "Hey, ich habe eine Predigt gehört, die war total sensationell, ich habe noch nie so was gehört!" Dann denkt man: "Ja, oh, das war bestimmt Daniel 12 oder Offenbarung 17, irgendwas über das Heiligtum, irgendwas Spektakuläres, irgendwas, was noch keiner so richtig studiert hat." Könnt ihr euch vorstellen, jemand kommt aus einer Predigt und sagt: "Ich habe heute eine Predigt über die Liebe Gottes gehört und sag dann, das habe ich noch nie in meinem Leben verstanden"? Das müsste es eigentlich jeden Sabbat geben können, denn Gottes Liebe ist tief. Und vielleicht braucht die Gemeinde nicht immer nur Predigten über die Liebe Gottes, sondern Predigten über die Tiefe der Liebe Gottes, über die Ruhe der Liebe Gottes und über die weiteren Eigenschaften, die wir uns heute anschauen wollen.

[25:00] Schaut mit mir in Römer Kapitel 2. Der dritte Punkt: Römer Kapitel 2. Gottes Liebe ist ruhig, Gottes Liebe ist tief. Römer Kapitel 2 Vers 11. Römer Kapitel 2 und dort Vers 11. Dort steht: "Denn bei Gott gibt es kein Ansehen der Person." Bei Gott sind alle gleich, oder? Gott schaut nicht auf Äußerlichkeiten. Gott sagt nicht: "Oh, dieser Mann, der hat einen schicken Anzug an, der muss – der hat viel Geld auf dem Konto, den habe ich mehr lieber als andere." Gott sagt nicht: "Oh, diese Frau hat sich besonders nett zurechtgemacht, sie hat ein schönes Haar, sie habe ich mehr lieb." Gott schaut nicht auf Äußerlichkeiten, das ist, glaube ich, klar, oder? Das heißt auch: Gottes Liebe schaut nicht auf Äußerlichkeiten. Das heißt, alle die Emotionen, die es ja gibt und die ja auch gut sind und die ja auch ihren Wert haben und die Gott geschaffen hat, bei denen wir von Äußerlichkeiten angezogen werden – und das haben wir alle, oder? Als

[26:09] werden, und das haben wir alle. Oder als wir verliebt gewesen sind, dann waren das auch Äußerlichkeiten. Alle diese Gefühle sind biblisch keine Liebe. Sie sind nicht automatisch verkehrt, sie sind nicht automatisch böse, aber ich glaube, es wäre eigentlich für uns hilfreich, wenn wir sie nicht Liebe nennen würden, weil sonst wir ständig durcheinanderkommen. Das ist dann mehr sowas wie Verlangen, Begehren, ja, meinetwegen Verliebtsein oder so, ja. Aber indem wir das auch Liebe nennen, kriegen wir oft dann so in unserem Kopf unbewusst so ein Durcheinander, weil wir wissen, das hat eigentlich nicht so, so ist Gott nicht. Oder wir müssen das ein bisschen auseinanderzerren, das Original wieder freilegen.

[26:52] Gottes Liebe ist nicht von menschlichen Äußerlichkeiten abhängig. Ihr kennt doch die Geschichte von Samuel, oder? Als er zu Israel kam und die ganzen Söhne vor ihm dastanden, da hat doch Gott zu ihm gesagt: "Der Herr sieht nicht auf das Äußere, sondern auf das Herz, auf die inneren Qualitäten." Also, wovon wird Gottes Liebe angezogen, wenn es nicht von den Äußerlichkeiten ist? Wovon wird Gottes Liebe angezogen? Schaut mal mit mir in Jesaja 43. Das ist ein toller Text, den solltet ihr unterstreichen oder euch abschreiben oder auswendig lernen, ein Lied rausmachen, einem anderen erzählen, so dass ihr es euch merken könnt. Jesaja 43 und dort Vers 4. Jesaja 43 Vers 4. Dort beginnt der Vers mit welchem Wort? Jesaja 43 Vers 4. Es beginnt mit "Darum". Wenn "Darum" ist, was kommt dann? Ein Grund. "Darum, weil du kostbar bist in meinen Augen und wertgeachtet und ich dich lieb habe." Hier sehen wir, warum Gott uns lieb hat. Warum? Weil wir kostbar sind und weil wir wertgeachtet sind. Dort steht nicht, weil du schön aussiehst oder weil du dich so gut angezogen hast oder weil du freundliche Worte gesagt hast. Dort steht: "Weil du kostbar bist und wertvoll."

[28:27] Die Frage ist, was in uns zieht Gott an? Ich glaube, es ist ganz einfach: Die Qualität, die Gott in uns schätzt, ist die Tatsache, dass wir seine Geschöpfe sind. Wir sind alle seine Geschöpfe, oder? Und egal wie viel wir gesündigt haben, egal wie sehr das Bild Gottes in uns verzerrt ist, es ist nicht ganz ausgelöscht. Mit anderen Worten: Weil du existierst, weil ein Puls gerade bei dir schlägt und weil deine Lungen auf und zu machen, also, ne, also sich bewegen, deswegen bist du kostbar, deswegen, weil du existierst.

[29:14] Ich glaube, es war Spurgeon, der gesagt hat, also sinngemäß – ich habe nicht den genauen Wortlaut, aber sinngemäß hat er, glaube ich, gesagt: "Wie groß muss der Wert des menschlichen Lebens sein, der menschlichen Seele, wenn sowohl Gott als auch Satan alles daran setzen, sie zu bekommen? Wenn sowohl Gott alles daran setzt, als auch Satan alles daran setzt, dann sehen wir es mal, wie wertvoll wir sind. Nicht, weil wir etwas gemacht haben, sondern weil wir sind." Und solange wir existieren, haben wir diesen Wert. Und Gottes Liebe wird nicht angezogen durch unsere Worte, unsere Taten, unser Aussehen, sondern durch unsere Existenz. Solange du existierst, wird Gottes Liebe angezogen. Wenn du tot bist, kann Gott dich nicht mehr lieben. Bist du tot, weil du existierst? Und das heißt, egal wie viel du versagt hast, und wenn du bisher immer versagt hast, bist du trotzdem nicht wertlos. Warum? Weil du ja noch da bist.

[30:29] Egal wie viel du Mist gebaut hast, du bist immer noch wertvoll, weil du noch da bist. Und jetzt versteht ihr, warum ich das Ganze euch versuche nahezulegen, denn der Satan hat eine Strategie, diese Liebe Gottes zu verdecken mit einem anderen Konzept von Liebe, nämlich es gibt ja auch dieses menschliche Verliebtsein, dieses Begehren und so weiter. Und das hängt an Äußerlichkeiten. Da kann man was verkehrt machen, oder man kann in jemanden verliebt sein, und der benimmt sich völlig daneben, und dann hört dieses Verliebtsein auf, oder das hört dann auf. Und indem wir dieses Verliebtsein, dieses Anziehen an Äußerlichkeiten, dies abhängig machen von bestimmten Taten, Handlungsweisen, Charaktereigenschaften, was ja auch im Bezug auf eine Ehe ja durchaus Sinn hat, dass man nicht jeden Menschen heiraten könnte, ja. Indem wir dieses Begehren als Liebe bezeichnen und dann in die Liebe Gottes transferieren, verändert sich unser Bild von Gott. Und wir glauben plötzlich, dass wir wertlos sind, weil wir versagt haben.

[31:25] Es kann sein, dass, wenn ich in meiner Ehe ständig versage, dass vielleicht irgendwann ich mit meinem Ehepartner nicht mehr zusammenleben kann. Das kann sein. Es kann sein, wenn eine Freundschaft zerbricht, weil ich ständig versagt habe. Das kann passieren. Aber das ist eine andere Ebene als die Liebe Gottes, eine andere Ebene. Und der Satan versucht ständig, uns diese menschlichen Gefühlsregungen als Liebe Gottes zu verkaufen. Und dann denken wir, weil ich versagt habe, kann Gott mich nicht mehr lieben. Aber Gottes Liebe ist anders. Sie wird von einer echten Qualität angezogen, nämlich dass ich ein Geschöpf Gottes bin. Und deswegen steht in Johannes 3 Vers 16: "Denn so sehr hat Gott wen geliebt? Die ganze Welt." Warum? Weil sie existieren, weil sie da sind. Und das heißt auch, wenn er mich schon liebt, weil ich da bin, dann kann ich die Liebe nicht erkaufen. Oder dann ist jeder Versuch, Gottes Liebe zu erwerben, eigentlich eine Verleugnung der echten Liebe Gottes. Und deswegen hasst Gott die Selbstgerechtigkeit und die Werksgerechtigkeit, weil damit die Liebe Gottes kaputt gemacht wird.

[32:39] Nun, jetzt stellt euch mal vor, dass diese Liebe Gottes in unserem Herzen ist und alles, was wir tun, in Liebe geschieht. Könnt ihr sehen, wie man plötzlich dann sogar seine Feinde lieben könnte? Könnt ihr sehen? Deswegen ist die Liebe ein hohes Ziel. Ist die echte Liebe. Das ist die Liebe Gottes. Steht doch Matthäus 5, oder? Wollen wir das kurz aufschlagen? Matthäus 5. Da werdet ihr das sehen, dass die Liebe Gottes in Matthäus 5 und dort ab Vers 44 ist die Bergpredigt, eine der wichtigsten Texte der gesamten Bibel. Dort erklärt Jesus, wie das Gesetz Gottes wirklich gemeint ist. In Matthäus 5 Vers 44: "Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, segnet die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen und bittet für die, welche euch beleidigen und verfolgen." Das erklär mal einem Menschen, der Gottes Geist nicht kennt. Das kann er gar nicht. Das ist unmöglich. Aber dann heißt es weiter: "Damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel seid, denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt es regnen über Gerechte und Ungerechte. Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, was habt ihr für einen Lohn? Das ist eine andere Liebe. Tun nicht auch die Zöllner dasselbe? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr Besonderes? Machen es nicht auch die Zöllner ebenso? Darum sollt ihr was sein? Vollkommen sein, gleich wie euer Vater im Himmel vollkommen ist."

[34:17] Gottes Liebe soll unsere Liebe sein. Alles, was ihr tut, soll in Liebe entstehen, in Liebe geschehen. Das ist die Vollkommenheit, von der die Bibel spricht. Wenn wir von der Liebe Gottes reden, reden wir eigentlich von der Vollkommenheit. Irgendwie hat der Satan geschafft, die beiden Dinge völlig auseinander zu dividieren. Aber die Liebe Gottes, die wir heute versuchen, ein bisschen besser in den Fokus zu bekommen, die wir so leicht aus dem Blickfeld bekommen, weil wir oft von dieser menschlichen, diesen menschlichen Gefühlsregungen uns beeinflussen lassen – diese Liebe Gottes, das ist die Vollkommenheit, um die es in der Bibel geht.

[34:57] Noch einen Punkt. Hoheslied Kapitel 8 Vers 7, der gefällt mir auch sehr gut. Hoheslied 8 Vers 7: "Große Wasser können die Liebe nicht auslöschen, und Ströme sie nicht ertränken. Wenn einer allen Reichtum seines Hauses um die Liebe gebe, so würde man ihn nur verachten." Echte Liebe kann man nicht kaufen. Deswegen war die Reformation so wichtig, weil über Jahrhunderte die Kirche den Menschen gesagt hat: "Ihr könnt die Liebe Gottes kaufen." Und damit ihnen ein falsches Bild von der Liebe Gottes gegeben hat. Gottes Liebe wirkt nicht für Lohn. Kennt ihr Menschen, die sehr viel Gutes tun, aber dann auch die Erwartung haben, dass sie entsprechend auch etwas zurückbekommen? Dann kennt ihr euch selbst gut. Wir alle haben das in uns drinnen, oder? Wir tun Gutes mit der Erwartung, weil ich Gutes getan habe, dann sollte der andere jetzt auch dann doch jetzt irgendwann mal auch mal zurückgeben, oder? Gottes Liebe ist nicht so. Als Gott sich entschied, für die Menschen der Welt zu sterben am Kreuz von Golgatha, als Jesus am Kreuz von Golgatha starb, Johannes 3 Vers 16 sagt: "Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt." Wusste er da vorher, dass die allermeisten Menschen niemals es zurückgeben würden? Wusste er, dass sie niemals ihm nachfolgen werden? Jesus hätte auch sagen können: "Ich sterbe nur für die Menschen, von denen ich vorher weiß, dass sie an mich glauben werden." Hätte er machen können, oder? Der Herr mir gesagt, das ist sinnvoll macht. Aber Jesus starb für alle.

[36:56] Gegenleistung. Gottes Liebe wirkt nicht für Lohn und für Gewinn. Das Einzige, was Gottes Liebe wirklich sucht, was denkt ihr wohl, was sucht echte Liebe? Und das hat sie tatsächlich auch mit der Liebe hier gemeinsam. Was sucht echte Liebe? Annahme, genau. Gemeinschaft. Gemeinschaft, Gegenliebe, oder? Sie sucht, geliebt zu werden. Und deswegen sagt Jesus: "Das höchste Gebot ist: Liebe Gott von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt."

[37:30] Nächster Punkt. 1. Korinther Kapitel 2 Vers 7. Wir haben gesehen, Gottes Liebe ist ruhig, Gottes Liebe ist tief. Wir haben gesehen, Gottes Liebe wird nicht von Äußerlichkeiten angezogen, sondern von echten Qualitäten. Gottes Liebe wirkt nicht für Lohn. Gottes Liebe lernen wir jetzt, 1. Korinther 2 Vers 7, etwas über Gott. In 1. Korinther 2 Vers 7 heißt es: "Sondern wir reden Gottes Weisheit unter den Gereiften." Würdet ihr auch zustimmen, dass Gott weise ist, oder muss ich das noch weiter begründen? Nein, ich glaube nicht, oder? Jesus selbst wird die Weisheit genannt. "In ihm sind alle Schätze der Weisheit verborgen", sagt Kolosser. Christus ist weise. Gott ist weise. Die Bibel sagt, er hat in Weisheit alles gemacht. Hättet ihr vorher gesagt, dass Liebe weise ist? Man hat eher den Eindruck, dass Leute, die verliebt sind, sehr törichte Entscheidungen fällen, oder nicht besonders klug denken. In unserem Kopf ist oft die Weisheit und das Intellektuelle, das Intelligente, entscheiden etwas anderes als die Liebe. Bei Gott nicht. Gottes echte Liebe ist weise und klug.

[38:50] Noch ein Beispiel. 4. Mose 27. 4. Mose 27 und dort Vers 21. Und jetzt wird es interessant. Schaut mal, was noch zur Liebe Gottes dazu offensichtlich gehört. 4. Mose 27 Vers 21. Da geht es um Josua und Eleasar und so weiter. Da heißt es: "Und er soll vor Eleasar, den Priester, treten, der soll für ihn das Urteil der Urim erfragen vor dem Herrn." Ihr wisst vielleicht, die Urim, das waren diese beiden Steine an der Brust des Hohen Priesters, oder? Aber der Punkt an diesem Vers ist folgendes: Wer soll das Urteil fällen in diesem Vers? Wer soll das Urteil fällen? Gott. Oder ist Gott in der Lage, ein Urteil zu fällen? Natürlich. Gott ist urteilsfähig. Gott ist in der Lage, ein Urteil zu sprechen. Wenn Gott die Liebe ist, dann ist Gottes Liebe urteilsfähig, fähig ein gutes, gerechtes Urteil zu fällen. Menschen, die verliebt sind, die haben oft ihre gesamte Urteilsfähigkeit verloren, oder? Hat man den Eindruck? Manchmal treffen Menschen die dümmsten Entscheidungen ihres Lebens, weil sie von Begehren und so, ja, menschlichen Gefühlen geleitet werden. Aber Gottes Liebe ist komplett anders. Gottes Liebe ist fähig, ein Urteil zu fällen, ein gerechtes Urteil. Und deswegen ist es wichtig, dass wir Gottes Liebe auch nicht sentimentalisieren.

[40:49] Noch mal Ellen White, erster Band Selected Messages. Wir haben vollen Glauben in den Bibelvers, der sagt: "Gott ist die Liebe." Aber viele haben dieses Wort schamvoll, beschämend verdreht und sind in schwere Fehler gefallen, weil sie der Bedeutung eine falsche Interpretation gegeben haben. Und dann sagt sie: "Gott hat uns kostbare Verheißungen seiner Liebe gegeben, aber wir dürfen Gott nicht solch ein Zartgefühl zuschreiben, das ihn dazu führen würde, Schuld und Unrecht zu übergehen." Gottes Liebe ist nicht so, dass sie sagt: "Oh, du hast Schlimmes getan. Ah, du tust mir leid. Nicht so schlimm. Mach einfach weiter." Gottes Liebe ist urteilsfähig. Sie schmeichelt nicht dem Täter, sondern sie hilft dem Opfer. Und wir haben meistens immer nur die Perspektive des Täters, weil wir so viel Sünde in unserem Leben getan haben und wir hoffen auf Freispruch und Begnadigung. Und die gibt es in Hülle und Fülle, wenn wir Jesus annehmen. Aber manch einer möchte in der Sünde bleiben und hofft trotzdem auf Freispruch. Aber die Perspektive des Opfers, derjenige, der aufgrund der Sünde ungerechterweise gelitten hat. Lest mal die Psalmen, was David dort sagt: "Herr, strafe sie, rette mich. Strafe sie, rette mich, denn sie verfolgen mich." Gottes Liebe ist urteilsfähig. Und lass mich eine Sache einschieben als kleinen Exkurs: In dieser Zeit gehen auch nicht nur, aber auch am Rande unserer Gemeinden geht eine Lehre umher, die das Potenzial hat, genauso viel Spaltung zu erzeugen und Verwirrung zu erzeugen, wie damals die ganze Sache mit der Dreieinigkeit und also der Antitrinität. Und das ist die Idee, und das ist die Lehre, dass Gott nicht straft. Es treten Leute auf momentan, die sagen: "Gott ist die Liebe, und weil er die Liebe ist, wird er niemals jemanden strafen. Gott tötet auch niemanden. Gott macht all das nichts. Er lässt es alles nur geschehen." Und sie haben eine gute Motivation. Sie haben die Motivation, Gottes Charakter so schön wie möglich zu machen. Aber sie verdrehen das Evangelium. Wenn ihr jemanden – und lass mich das euch von meinem Herzen sagen – wenn jemand trefft, euch einreden will, dass Gott nicht straft und dass Gott auch die Gottlosen nicht vernichtet, sondern dass sie irgendwie sich selbst vernichten oder am Ende dann irgendwie durch irgendwas anderes vernichtet werden, hört nicht darauf. Denn Gottes Liebe ist urteilsfähig, und Gottes Liebe ist immer gerecht. Und Gott rettet uns dadurch, dass er das Böse vernichtet. Das steht schon in 1. Mose 3:15. Wir dürfen die Liebe Gottes nicht mit menschlichen Zartgefühlen überinterpretieren. Das ist enorm entscheidend.

[44:04] Noch etwas. Römer Kapitel 5 Vers 8. "Gott aber" – den kennt ihr bestimmt – "Gott aber beweist seine Liebe zu uns dadurch, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren." Gottes Liebe ist kein Lippenbekenntnis. Gott beweist seine Liebe. Gott zeigt, dass er das meint, was er sagt. Und Gott ist sogar bereit, zum Äußersten zu gehen. Kann es sein, dass wir oft mehr Lippenbekenntnisse abgeben, als dem auch Taten folgen zu lassen? Gottes Liebe ist immer das Tun dessen, was er gesagt hat. In Galater 1 und dort Vers 3 und 4 lesen wir, was Jesus für uns getan hat. In Galater Kapitel 1 Vers 3 und 4 dort steht: "Gnade sei mit euch und Friede von Gott dem Vater und unserem Herrn Jesus Christus, der sich selbst für unsere Sünden gegeben hat." Warum hat er das getan? Weil er uns liebt, oder? Echte Liebe gibt sich hin. Echte Liebe ist Hingabe und Tat. Gott tut etwas, um uns zu retten. Weil er uns liebt, bleibt er nicht so einfach distanziert, passiv. Gott tut etwas. Er tut sogar das Meiste, was er tun kann. Er geht zum Äußersten. Jesus gibt sich hin. Das ist echte Liebe.

[45:42] Und dann noch etwas, was mir persönlich besonders gut gefällt: In Maleachi Kapitel 3 Vers 6. Maleachi Kapitel 3 und dort Vers 6. Maleachi 3 und dort Vers 6: "Ich glaube, das habt ihr schon oft von mir gehört, aber wie Paulus sagt, euch immer wieder dasselbe zu schreiben stört mich nicht. Euch macht das fest." Maleachi 3 Vers 6: "Denn ich, der Herr, verändere mich nicht." Gott ist die Liebe, und er ist es immer. Wisst ihr, was der beste Beweis ist, dass diese menschlichen Gefühle, die wir Liebe nennen, nicht echte Liebe ist? Der beste Beweis ist, dass die Beziehungen oft zu Ende gehen, die Liebe aufhört, Partnerschaften zerbrechen, Freundschaften auseinandergehen. Das beweist, dass das, was wir dort gefühlt haben, was auch gut ist, was auch echt ist, was auch von Gott geschaffen ist, dass das nicht die Liebe ist, die Gott hat, denn Gottes Liebe hört gar nicht auf. Und weil wir immer diese Liebe vor Augen haben und das als Liebe bezeichnen und das dann irgendwie auf Gott übertragen, haben wir ständig diese Angst, dass Gottes Liebe zu uns aufhören könnte und wir sie wieder neu erwerben müssen, uns wieder neu qualifizieren müssen. Das ist das Problem. Ihr merkt schon, mein Punkt heute ist ganz einfach: Nimm nicht deine Gefühle als Maßstab. Nimm nicht das, was die Welt als Liebe definiert, als Maßstab, sondern versuch, Gott kennenzulernen. Und dann siehst du plötzlich, es gibt eine Liebe, die ist viel größer als das. Das ist auch gut und auch wertvoll, aber die ist viel größer. Ist der wahre Maßstab, und die leitet alles andere. Gott ist immer derselbe. Gottes Liebe ist bleibend. In 2. Timotheus Kapitel 2 und dort Vers...

[48:03] Ihr wisst vielleicht, 2. Timotheus ist der letzte Brief, den Paulus geschrieben hat, kurz vor seiner Hinrichtung. Der ist unglaublich wertvoll. Und wenn ihr euch mehr dafür interessiert, seid ihr herzlich eingeladen. Jetzt am Dienstag und an den kommenden Dienstagen werden wir diesen Brief hier weiter studieren. Der steckt unglaublich viel für uns auch für die Endzeit drinnen. Das sind die letzten Worte von Paulus. So nutzt die Gelegenheit. Kommt am Dienstag mal vorbei. Nächsten Dienstag werden wir genau diesen Vers auch studieren. 2. Timotheus 2 Vers 13: "Wenn wir untreu sind, so bleibt er doch treu. Er kann sich selbst nicht verleugnen." Mit anderen Worten: Seine Treue, seine Liebe ist so fest. Also, ich weiß nicht, ob Gott eine DNA hat, ja, also das jetzt nur als Bild, ja, in seine DNA eingeschrieben, in sein, in sein Wesen eingeschrieben, dass wenn er mal nicht die Liebe wäre, das wäre quasi, er würde sich selbst verleugnen. Er wäre sozusagen nicht mehr Gott. Und das muss ganz tief in uns hinein, weil wir auf dieser menschlichen Ebene so eine tiefe Liebe gar nicht kennen. Es muss andersrum sein. Nicht, dass wir unsere menschlichen Gefühle als Interpretation für die Liebe Gottes nehmen, sondern wir müssen Gottes Liebe erfahren, Gottes echte Liebe. Dann werden auch alle anderen Gefühle heilen und sich stabilisieren. So rum hat Gott es gedacht. Gottes Liebe ist bleibend.

[49:39] 5. Mose Kapitel 3. Noch ein Punkt über Gottes Liebe, und der wird euch vielleicht ein wenig erstaunen. 5. Mose 3 Vers 24. Das ist Mose, der kurz vor dem Einzug in das gelobte Land zu Gott betet, und da sagt er: "Ach, Herr, Herr, du hast angefangen, deinem Knecht deine Majestät und deine starke Hand zu zeigen. Denn wo ist ein Gott im Himmel und auf Erden, der es mit deinen Werken und deiner Macht gleichtun könnte?" Gott wirkt, und Gott ist mächtig. Aber wenn Gott die Liebe ist und Gott Macht hat, wie hängt das zusammen? Hat Liebe etwas mit Macht zu tun? Denn wenn Gott die Liebe ist und nicht nur Liebe hat, dann muss ja auch seine Macht mit seiner Liebe kompatibel sein, oder? Nun, dass Gott wirkt, das haben wir gesehen. Gottes Liebe breitet sich aus. Gottes Liebe ist immer tätig. Aber ist Gottes Liebe auch Macht? Denn für uns ist Macht und Liebe oft...

[51:00] Denn für uns ist Macht und Liebe oft zwei sehr getrennte Dinge, oder wir haben den Eindruck: Wenn man liebt, dann ist man eher machtlos, ausgeliefert seinen Gefühlen, man treibt so vor sich hin.

[51:09] Ja, Liebe und Macht. Schaut, was Ellen White sagt. Sie sagt im zweiten Band der Zeugnisse: „Liebe ist Macht.“ Und dann sagt sie: „In diesem Prinzip der Liebe sind intellektuelle und moralische Kraft involviert.“ Sie sagt also, echte Liebe ist intelligent und hat moralische Kraft.

[51:35] Und dann vergleicht sie die Macht der Liebe mit anderen Arten der Macht. Sie sagt zum Beispiel: Die Macht des Reichtums. Ist man mächtig, wenn man Reichtum hat? Das ist eine gewisse Form der Macht. Oder man kann Dinge ins Rollen kriegen, man kann Leute bezahlen, man kann Dinge auf die Beine stellen. Wenn man Reichtum hat, hat man eine gewisse Macht. Aber sie sagt, die Macht des Reichtums hat die Tendenz oder hat eine Tendenz zu verderben und zu zerstören. Viele Menschen, die diese Macht gehabt haben, sind daran zugrunde gegangen, sie haben ihre Seele verloren sozusagen.

[52:10] Ja, dann nennt sie eine zweite Macht, nämlich die Macht der Kraft, also der physischen Stärke, ja, der Kraft. Auch das ist eine Macht, die man haben kann. Wenn man stark ist, kann man andere verkloppen, ja, man kann sich Ansehen verschaffen. Aber sie sagt, die Macht der Kraft ist stark, um zu verletzen.

[52:35] Also, die Macht des Reichtums, die verdirbt. Die Macht der Kraft, die verletzt. Und dann sagt sie: „Die Exzellenz und der Wert reiner Liebe besteht in ihrer Effektivität, Gutes zu tun und nichts anderes als nur Gutes.“ Sie sagt, das ist eine Macht, eine Macht, Gutes tun zu können und absolut nichts anderes als Gutes. Das ist die Macht, die Gott von Anfang an eingesetzt hat. Er hat immer nur Gutes getan und deswegen ist sein Königreich auf dieser Liebe basiert. In dieser Liebe hat er triumphiert. Sagt nicht der Kolosserbrief, dass Jesus am Kreuz triumphiert hat? Hat er am Kreuz verloren oder gewonnen? Er hat gewonnen, als er die absoluteste, reinste Liebe gezeigt hat.

[53:35] Dort, wo Argumente nichts mehr nützen, dort, wo Autorität nichts bewirkt, erringt echte Liebe den Sieg. Hätte Jesus einfach sagen können: „Ich habe bessere Argumente als du, Satan!“ Jesus hätte den Satan schon im Himmel in Grund und Boden diskutieren können. Der wäre so klein gewesen. Er hätte doch einfach sagen können: „Ich bin Gott, du bist mein Geschöpf, halt den Mund!“ Hätte er auch sagen können, aber damit hätte er nicht triumphiert. Echte Liebe ist eine Macht. Jesus hat gewonnen, als er gezeigt hat, dass er nichts anderes als das Gute für andere im Sinn hatte.

[54:32] Aber was Erstaunliches an dieser Liebe ist noch ein Punkt, wir sind gleich am Ende angelangt. In 1. Könige 19, wenn wir an Macht denken, dann denken wir an Großes, wir denken an Stärke, an Lautstärke vielleicht auch. Aber schaut, was die Bibel über Gottes Stimme sagt in 1. Könige 19, Vers 12. Ihr wisst, Elia war auf dem Berg und da kommen verschiedene Dinge, oder ein Erdbeben und ein starker Wind und ein Feuer. Und Gott ist weder im Erdbeben noch im Feuer noch im Wind. Es heißt in Vers 12 am Ende: „Und nach dem Feuer kam die Stimme eines sanften Säuselns.“

[55:21] Gottes Stimme ist leise, und Gott arbeitet meistens leise. Ist schon aufgefallen? Es gibt ein paar Ausnahmen. Am Sinai war es ganz schön laut. Bei der Wiederkunft wird's ganz schön laut werden, wenn die Himmel zerbersten und die Erde zerkracht. Aber das sind eher so – und als das Rote Meer sich geteilt hat, war auch wahrscheinlich laut. Aber das sind eher die Ausnahmen, oder das waren sogar in biblischen Zeiten die Ausnahmen. Josua sagt: „Wo sind deine Wunder?“ Gott wirkt eigentlich, sein normaler Modus ist leise, heimlich, still, unbemerkt. Alle paar Jahrhunderte gibt's mal ein Riesenereignis, ja, so gefühlt. Als Jesus auf die Welt kam, war das heimlich und leise. Zu Nikodemus sagt er: „Das Wirken der Liebe Gottes an deinem Herzen ist so, dass du irgendwann merkst, er wirkt schon. Er macht das so leise, er fängt das so leise an, dass du es gar nicht gemerkt hast.“ Gottes Liebe ist also eine Macht, aber sie wirkt ganz leise.

[56:21] Ist erstaunlich, oder? Dreht's den Kopf alles um. Macht leise, wie kann das sein? Ganz leise. Ellen White sagt übrigens auch: „Liebe ist sehr einfach. Sie ist unglaublich tief, aber sie ist sehr einfach in ihren Operationen.“ Vorletzter Punkt: Offenbarung 18, Vers 8, und zwar der letzte, der letzte Teil des Verses, Offenbarung 18, Vers 8, ganz am Ende: „Denn stark ist Gott der Herr, der sie richtet.“ Ist Gott stark? Er sagt: „Gibt es irgendwas, was ich nicht kann?“ Gott ist stark, und wenn Gott die Liebe ist, dann muss auch seine Liebe stark sein. Unvorstellbar, oder? Die ist leise, aber stark. Im Hohelied steht: „Sie ist stark wie der Tod.“ Gottes Liebe ist die große Waffe im großen Kampf.

[57:40] Darf ich ein Wort an die Brüder richten? An uns Brüder: Ist die Liebe Gottes euer Lieblingsthema manchmal? Ich weiß nicht, wie es – also, ich will niemandem nahtreten, mir auch nicht, aber ich habe den Eindruck, dass die Schwestern eher einen Zugang zur Liebe Gottes haben als die Männer oder die Brüder. Kann das sein? Man hat den Eindruck, wir Brüder, wir mögen gern mehr Offenbarung, wenn die Endzeit kommt, ja, wenn es so – die Liebe Gottes hören wir uns auch gerne an, aber wenn es dir so gehen sollte – ich will nicht nahtreten, wenn nicht, wunderbar – aber wenn es dir so gehen sollte, dass du ein bisschen sagst, die Liebe ist ein bisschen sentimental, dann denk darüber nach, dass als Jesus im großen Kampf in sein Waffenarsenal ging und sich gefragt hat: „Mit welcher Waffe kann ich den Satan besiegen?“, da war die Waffe der Argumente, da war die Waffe seiner eigenen göttlichen Kraft, da war die Waffe seiner Autorität. Dagegen sind unsere Berserker nichts. All das war unfassbar, aber all das hat Jesus beiseitegenommen, weil er noch eine stärkere Waffe hat, eine Waffe, die so mächtig ist, so stark, dass nicht einmal der Tod ihr widerstehen kann: seine Liebe. Das ist seine Waffe. Indem er sich selbst hingegeben hat, konnte ihm niemand widerstehen.

[59:20] Gottes Liebe hat enorm viele Facetten, und je mehr wir über sie nachdenken, desto mehr, glaube ich, werden wir sie richtig schätzen und noch mehr werden wir nach und nach verstehen, dass wir noch viel mehr über sie nachdenken müssen. Letzter Punkt: Maleachi Kapitel 3, und dort Vers 3. Dort steht über Gott: „Er wird sitzen und schmelzen und das Silber reinigen.“ Wenn wir Gott begegnen, dann bringt er uns zum Schmelzen. Warum? Weil er das Unreine, die Verunreinigung herausnehmen möchte. Wir werden sozusagen geschmolzen, um gereinigt zu werden. Und ja, Gottes Liebe lässt unser Herz schmelzen, nicht in diesem sentimentalen Rosamunde-Pilcher-Sinn: „Ja, ich schmelze dahin!“, sondern in einem echten Sinne, dass unser Denken so verflüssigt wird, dass wir nicht mehr mit hartem Herzen festhalten an unseren Meinungen, sondern indem unser Denken quasi flüssig wird, Gott all das wegnehmen kann, was da nicht hingehört. Gottes Liebe bringt uns wirklich zum Schmelzen, damit all das, was nicht zu uns gehört, weggenommen wird.

[1:01:14] Ihr Lieben, die Liebe Gottes ist etwas sehr Wertvolles, etwas sehr Großes, etwas, wo wir kaum angefangen haben, es richtig zu betasten. Und ich wünsche mir für mich und für euch, dass wir in diesem Jahr nicht einfach jetzt die Jahreslosung abhaken und sagen: „Haben wir gemacht, ja, lasst alles unter euch in Liebe geschehen, haben wir eine Predigt drüber gehört, wunderbar, nächstes Thema!“, sondern dass wir uns dieses Jahr mal Zeit nehmen, wirklich Zeit nehmen, jeden Tag mehr Eigenschaften über die Liebe Gottes, von der Liebe Gottes zu entdecken und zu erleben. Denn wenn wir diese Liebe betrachten und in unserem Leben bemerken, dann kann unter uns alles in Liebe geschehen. Stellt euch mal vor, stellt euch mal vor, wir alle hätten so eine Liebe, wie Gott sie hat, jeden Tag in unserem Herz. Könnt ihr euch vorstellen, wie dann unsere Familien aussehen würden, wie dann unsere Ehen aussehen würden, wie dann unsere Gemeinden aussehen würden? Ich glaube, wir bräuchten gar nicht mehr viele Gemeindeprogramme, oder? Das breitet sich von alleine aus.

[1:02:27] Die Liebe. Ich möchte schließen noch mit einem Vers aus der Bergpredigt in Matthäus 7. Den kennt ihr, oder? Matthäus 7, die Goldene Regel. Die habe ich als Pathfinder auswendig lernen müssen. Matthäus 7, Vers 12: „Alles nun, was ihr wollt, dass die Leute euch tun sollen, das tut auch ihr ihnen ebenso. Das ist das Gesetz und die Propheten.“ Die Welt hat das ein bisschen umformuliert. Also, die Welt nennt das heute so: „Alles nun, was ihr wollt, dass die Leute euch tun sollen, das tut auch euch selbst.“ Das ist das Instagram-Evangelium. Ja, ich habe das Gefühl, jetzt bin ich mal dran, jetzt muss ich mich mal um mich kümmern, jetzt bin – ja, ich hätte eigentlich auch mal ein bisschen was verdient. Und das haben wir alle in uns drin, oder? Weil wir wissen ganz genau, was wir denken, was uns eigentlich zukommen würde, und wir kriegen es nicht, also wollen wir es uns selbst nehmen. Das klingt ganz wohlfühlmäßig, das klingt ganz schön, hat mit der Liebe Gottes nichts zu tun. Dort steht: „Was ihr wollt, dass andere euch tun, das tut anderen.“ Ellen White drückt das so aus: „Du wirst jene Liebe haben, die danach trachtet, dass nicht du, sondern ein anderer reich wird.“

[1:03:59] Ich fand das interessant: „Trachte nach dem Reichtum eines anderen.“ Also nicht nur im materiellen Sinne, sondern wie oft gehst du in die Gemeinde und sagst: „Ich möchte heute, dass Bruder, Schwester XY, dass die reicher nach Hause gehen.“ Den Reichtum eines – also, nicht finanziell jetzt unbedingt gedacht, dass ihr den Leuten Geld gebt, aber dass es ihnen besser geht, dass sie gesegneter sind. Das – aber das mit dem Reichtum ist vielleicht schon ganz hilfreich: nicht den Reichtum, den eigenen Reichtum suchen, sondern den um des anderen.

[1:04:33] Wir schließen. Ich möchte noch eine Sache sagen, die mir sehr auf dem Herzen liegt. Bitte tut mir einen Gefallen: Es gibt nicht erst seit heute immer wieder – ich weiß gar nicht, wo das herkommt, ich glaube, ich ahne – immer wieder wohlmeinende Menschen, die werden euch Folgendes erzählen, in der Gemeinde, außerhalb der Gemeinde, die werden sagen: „Du musst zuerst dich selbst lieben, bevor du andere lieben kannst.“ Schon mal gehört? „Du musst erst dich selbst lieben, bevor du andere lieben kannst.“ Wann immer ihr das hört, tut mir einen Gefallen: Seid nett zu der Person, habt sie lieb und macht eure Ohren zu, denn das ist Unsinn. Es ist völliger Quatsch, und ich erkläre euch ganz kurz, warum.

[1:05:29] Wenn das so wäre, wenn Gottes Liebe so funktionieren würde, dass ich erst mich selbst lieben muss, damit ich andere lieben kann, dann wäre das ja bei Gott auch so. Aber ist es bei Gott so? Muss Gott sich erst selbst lieben, damit er uns lieben kann? Sagt Gott erst: „Erstmal muss ich für mich selbst sorgen, damit es mir gut geht, und dann kann ich auch andere lieben.“ Macht Gott das so? So einem Gott möchte ich nicht dienen. Ihr habt heute gesehen, Gottes Liebe ist komplett anders. Warum sagen das Leute? Leute sagen das natürlich, weil sie merken: „Mir fehlt Liebe. Wie soll ich andere lieben, wenn ich mich selbst nicht geliebt fühle?“ Oder? Das ist auch gut. Es ist gut zu bemerken, dass mir Liebe fehlt. Nur das Problem an der Aussage ist – es ist wirklich eine gefährliche Aussage – ist, dass man denkt, ich kann diese Liebe mir selbst geben. Du kannst dich gar nicht selbst lieben, so wie Gott dich liebt. Ist unmöglich, denn Liebe kommt von Gott. Diese Liebe, die du weitergeben sollst, ist ja gerade nicht die Selbstliebe, sondern die Liebe von Gott. Bitte, liebe Geschwister, das meine ich sehr ernst: Lasst euch nicht einreden, „du musst dich erst selbst lieben, bevor du andere lieben kannst“, weil dann würdest du immer dein ganzes Leben lang an der Liebe Gottes vorbeilaufen. Jesus sagt: „Lieb Gott und deinen Nächsten wie dich selbst.“ Diese zwei Gebote, nicht drei Gebote, diese beiden Gebote sind das Gesetz und die Propheten. Gottes Liebe kommt von Gott, nicht indem wir versuchen, uns selbst zu lieben, um dann etwas weiterzugeben, sondern indem wir von uns selbst wegschauen und plötzlich merken: „Ich bin schon geliebt.“ Und indem wir auf Gottes Liebe schauen und merken, wir sind wertvoll, können wir plötzlich etwas weitergeben, was wir niemals weitergeben könnten, wenn wir versuchen würden, uns selbst zu lieben. Versuch nicht, dich selbst zu lieben. Du kannst dich nicht selbst so gut lieben, wie Gott dich lieben kann. Und wenn Gott dich liebt und wenn du weißt und glaubst, dass Gott dich liebt, dann wirst du einen Selbstwert haben und einen Selbstrespekt, der alles übertrifft, was die Menschen haben, die sich selbst lieben.

[1:07:50] 1. Korinther 16, Vers 14 und die Jahreslosung: „Lasst alles bei euch in Liebe geschehen.“ Und ich wünsche mir, dass unsere Gemeinden, unsere Familien, dass mein Leben von der echten Liebe Gottes erfüllt wird. Ist das auch euer Wunsch? Dann wollen wir jetzt gemeinsam das Lied zur Jahreslosung singen: „Alles bei euch lasst in Liebe geschehen.“

[1:08:37] Unfassbar ist Gottes Liebe zu mir, tief wie das weite Meer. Holt die verlorenen Kinder nach Haus, liebt diese Welt so sehr. Alles bei euch soll in Liebe geschehen, alles soll durch Gottes Gnade entstehen. Menschen werden es sehen, wenn mit Jesus wir gehen und Gottes Liebe verstehen. Als kleines Kind kam der Sohn in die Welt, unser Immanuel. Er gab sein Leben auf Golgatha hin, denn ich bin sein Juwel. Alles bei euch soll in Liebe geschehen, und alles soll durch Gottes Gnade entstehen. Menschen werden es sehen, wenn mit Jesus wir gehen und Gottes Liebe verstehen. Liebe zu Gott bringt der Heilige Geist, tröstet mich in dem Schmerz. Spricht zu dem Vater mit Seufzen für mich, schreibt sein Gesetz in mein Herz. Alles bei euch wird in Liebe geschehen, alles wird durch Gottes Gnade entstehen. Menschen werden es sehen, wenn mit Jesus wir gehen und Gottes Liebe verstehen.

[1:11:13] Lieber Vater im Himmel, du bist wirklich ein echter Vater für uns. Und Herr, wir haben heute so ein klein wenig versucht zu sehen, wie sehr du uns liebst und was deine Liebe eigentlich wirklich ausmacht. Wir haben heute verstanden, dass wir oft Dinge aus der reinen menschlichen Sphäre mit den positiven und negativen Dingen, die damit zusammenhängen, auf dich übertragen und dadurch oft in große Not kommen. Herr, lass uns lernen, es andersherum zu machen: zuerst auf dich zu schauen, zuerst deine Liebe zu verstehen, damit, wenn wir deine Liebe verstehen, auch unsere anderen Gefühle, das Begehren, die Freundschaft, alles, was es sonst noch gibt, was du auch geschaffen hast, in die richtigen Bahnen gelenkt wird und auf dem richtigen Fundament ruht. Denn was immer zerbricht in unserem Leben, seien es Freundschaften, Beziehungen – deine Liebe wird nie brechen. Und wenn wir das verstehen, dann können wir auch durch diese sündenkranke Welt hindurchgehen und Liebe weitergeben. Wir möchten dich bitten, dass du uns mit deinem Heiligen Geist erfüllst, jeden Tag aufs Neue, und wir jeden Tag aufs Neue uns dafür entscheiden, nach Golgatha zu schauen, wo deine Liebe so klar und sichtbar wird und selbst unsere trüben Augen verstehen, dass du uns wirklich magst. Lass unseren Blick nicht davon abwenden. Das bitten wir im Namen Jesu.


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