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Präsentationsfolien: Lehre einen Menschen das Fischen Teil 1 (1,7MB)

In dieser ersten Lektion des ARME Bible Camps lernen wir, wie wir die Bibel selbstständig studieren können. Anhand eines Sprichworts wird verdeutlicht, warum es so wichtig ist, nicht nur Wissen zu erhalten, sondern auch die Fähigkeit zu erlernen, dieses Wissen selbstständig zu erlangen. Entdecke, wie du geistlich für ein ganzes Leben versorgt wirst.


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Serie: ARME BIBLE CAMP

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Transkript

[1:00] Wir werden uns alle zehn Minuten abwechseln. Werde ich auf Deutsch sprechen? Alle, die jetzt ein Headset haben, werden mich dann auf Englisch hören, genauso wie Immanuel auch, der gerade nickt.

[1:30] Wir werden gemeinsam jetzt einige interessante Dinge lernen und weil wir dazu die Kraft des Heiligen Geistes brauchen, möchte ich uns einladen, gemeinsam für ein kurzes Anfangsgebet niederzuknien und dann werden wir beginnen.

[1:46] Lieber Vater im Himmel, wir danken dir so sehr, dass wir zusammenkommen dürfen, um dein Wort zu studieren und vor allem zu lernen, wie wir studieren. Und schenk du uns deinen Heiligen Geist, den du verheißen hast. Wir brauchen nur Daten, die wir ohne großes Theologiestudium oder theologisches erfahren können und die wir weitergeben dürfen. Und wir bitten dich, dass du uns segnest und bei uns bist nach deiner Verheißung. Dein Wort wird in deinem Namen nicht leer gesagt. In deinen Namen beten wir Jesus. Amen.

[2:18] Guten Nachmittag für alle. Mein Name ist Emmanuel Beck und es ist mein Privileg, mit euch heute hier gemeinsam zu sein. Leider kann meine Frau und meine drei Söhne nicht mit euch sein, aber sie grüßen euch aus den Vereinigten Staaten von Amerika.

[2:44] Das Seminar, das wir gemeinsam euch präsentieren wollen, hat einen ganz besonderen Titel. Es heißt: Lehre einen Menschen das Fischen. Der Name kommt eigentlich von einem chinesischen Sprichwort. Nur, dass wir es ganz klar gestellt haben, ich bin nicht chinesisch, sondern koreanisch. Aber so geht das Sprichwort: Gib einem Mann einen Fisch, du fütterst ihn für einen Tag. Und lehre einem Mann das Fischen, du fütterst ihn fürs ganze Leben. Möchtest du lieber ein Fisch oder ein Netz haben? Darum geht es heute.

[3:34] Jetzt, wenn wir das auf Army Bible Camp übertragen, wäre das die Anwendung für uns: Gib einem Mann eine Predigt, dann fütterst du ihn für diesen Tag. Geistlich natürlich. Aber wenn du ihn lernst, wie man die Bibel für sich selbst studiert, dann fütterst du ihn für das ganze Leben.

[4:02] Vor vier Monaten wurde mein dritter Sohn geboren, er wird immer noch gestillt, er ist sehr, sehr jung. Und sehr bald wird meine Frau damit beginnen, dieses Spiel, wie man ein kleines Kind füttert. Und das ist natürlich normal, denn Babys, die muss man mit dem Löffel ernähren.

[4:30] Wenn du in der Tente bist, oder in der Mittagszeit, und du siehst einen 40 Jahre alten Mann, und die 65-jährige Mutter von ihm sitzt neben ihm, und sie sagt: Mach den Mund ganz groß auf. Und du würdest sagen: Irgendwas ist hier komisch an diesem Bild. Aber glaub es oder nicht, so komisch, wie das Bild aussieht, aber es gibt viele Erwachsene, die Woche für Woche von einer Predigt abhängen, um geistlich genähert zu werden. In anderen Worten, sie haben nicht gelernt, sich selbst aus dem Wort Gottes zu ernähren. Und ich glaube, das ist das Wichtigste, was man tun kann: Du lernst, dich selbst aus dem Wort Gottes zu ernähren.

[5:38] Also wir wollen hier in diesem Seminar nicht in die komplizierten Dinge der Theologie gehen. Aber was wir euch mitgeben wollen, sind Prinzipien, die das Studium der Bibel sozusagen bestimmen.

[6:00] Ein Zitat, das ich mit euch teilen möchte, da geht es um die Notwendigkeit, die ganze Bibel zu studieren. Manchmal denken wir: Diese kleine Geschichte, dieser Fakt, der sagt uns nicht wirklich was. Mancher Abschnitt der Schrift, den Gelehrte als Geheimnis bezeichnen, oder als unwichtig abtun, ist voller Trost und Belehrung für denjenigen, der in der Schule Christi unterrichtet wurde. Ein Grund, warum viele Theologen kein klareres Verständnis haben vom Wort Gottes, liegt darin, dass sie ihre Augen vor den Wahrheiten verschließen, die sie nicht praktizieren wollen.

[7:02] Hier finden wir ziemlich praktischen Ratschlag. Ein Verständnis der Bibel hängt nicht so sehr von der Intelligenz ab, die zum Studium verwendet wird, sondern vielmehr von dem Ziel, das allein erreicht werden soll, dem ernsten Verlangen nach Gerechtigkeit. Und das ist aus dem Buch Ratschläge für die Sabbatschule.

[7:38] Was haben wir gerade gelesen? Ich habe ein bisschen Zeit mit Mr. Hilbert. Und ich habe auch andere deutsche Freunde. Deutsche sind sehr intelligent. Aber das Bibelstudium braucht eigentlich nicht so sehr Intelligenz. Vielmehr braucht es eine Willigkeit, alles zu tun, was Gottes in der Bibel zeigt.

[8:18] Viele von euch würden zustimmen, dass Gott uns für das verantwortlich macht, was wir an Licht empfangen haben. Wer von euch würde sagen, dass das wahr ist? Also, wenn jemand so wenig von Gottes Willen versteht, dann wird Gott ihn nur für das verantwortlich machen. Und jemand, der so viel versteht, dann wird Gott ihn nur für das verantwortlich machen. Deswegen zeigt Gott uns niemals Wahrheit, es sei denn, wir wollen auch dieser Wahrheit folgen. Denn wenn er euch immer mehr und mehr zeigen würde, aber ihr wollt nur dem Wenigen folgen, dann wärst du ja in größerer Verdammnis wegen all dem, was du weißt.

[9:22] Also, es ist eigentlich Gottes Gnade, dass er uns keine neuen Wahrheiten zeigt, es sei denn, wenn wir wirklich der Wahrheit folgen wollen.

[9:36] Das sagt die Bibel auch. Es heißt: Strebe eifrig danach, dich Gott als bewährt zu erweisen. Es heißt hier, als jemand, der das Wort der Wahrheit recht teilt. Was bedeutet das? Es impliziert, dass wir im Studium der Bibel, dass es da einen richtigen Weg gibt, wie man die Schrift unterteilt, um sie zu verstehen.

[10:12] Ich möchte euch eine Frage stellen. Wenn es einen richtigen Weg gibt, die Schrift zu teilen, um sie zu verstehen, dann bedeutet es ja eigentlich auch, dass es was für einen Weg gibt. Einen falschen Weg.

[10:32] Es ist also sehr wichtig, es ist also sehr wichtig, wie es eine amerikanische Übersetzung sagt, dass wir das Wort ganz akkurat behandeln.

[10:46] In Apostelgeschichte 8, Vers 30, da finden wir einen Text, wir können auch gemeinsam aufschlagen, mit einer einfachen Frage, von der ich glaube, dass jeder einzelne von uns diese Frage an sich selbst stellen sollte. Dort heißt es nämlich: Verstehst du auch, was du liest? Wer von uns liest täglich in der Bibel? Doch die allermeisten. Wer von euch könnte sagen: Alles das, was ich lese, das verstehe ich auch? Und genau das ist das Problem. Niemand wird gerettet durch Bibellesen. Die große Frage ist: Verstehst du, was du liest?

[11:28] Und einer meiner absoluten Lieblingsverse, wenn es zum Bibelstudium kommt, und einige wissen das vielleicht schon, weil sie es gehört haben, ist ein Vers in Psalm 119, Vers 99. Und den solltet ihr euch anmarkieren, vielleicht irgendwo auf der ersten Seite eurer Bibel schreiben, oder an euren Kühlschrank hängen, oder wo auch immer. Es heißt hier in Psalm 119, Vers 99: Ich bin so verständig. Richtig? Dort steht nicht: Ich bin so verständig wie meine Lehrer. Nebenbei gesagt, wer von uns würde gern, nachdem er heute Morgen hier gewesen ist, die Bibel so gut und so interessant studieren, wie Alva Myers? Okay. Vielleicht kennt jemand auch Doug Batchelor. Doug Batchelor schon gehört? Oder Mark Finley? Wer von uns würde sagen: Ich würde gern die Bibel so gut studieren mit so großem Namen? Aber das ist nicht, was die Bibel sagt. Die Bibel sagt nicht: Ich bin so verständig geworden, wie alle meine Lehrer, sondern es steht dort: Ich bin was? Verständiger.

[12:40] Was heißt verständiger? Lasst uns das mal ganz kurz durchdenken, ob wir das richtig verstanden haben. Du meinst, Christopher, ich kann die Bibel tiefer studieren als Alva Myers? Nein.

[13:00] Ist das möglich? Manchmal haben wir diese Einstellung, da gibt es diese großen Sprecher und die kommen dann und erzählen uns alles und wow, ich könnte das niemals tun. Aber das ist nicht, wie wir hier zum Army Bible Camp kommen sollten. Das Ziel von uns, die wir hier unterrichten, ist nicht, dass ihr am Ende die Bibel so gut studieren könnt, wie Alva Myers oder wie Emanuel Beck, sondern, dass ihr eigentlich noch verständiger werdet. Was ist dann euer Ziel? Was ist dann eure Aufgabe? Wenn ich verständiger geworden bin als all diese großen Lehrer? Andere noch weiser zu machen. Amen? Und das ist ein gutes Mittel gegen Stolz.

[13:40] Also, schauen wir weiter. Es gibt ein Wort, über das wir sprechen müssen. Und wir haben versprochen, dass wir nicht in Theologie reingehen. Aber diesen einen Begriff müssen wir definieren. Dieses ganze Seminar hat einen Namen, weil das, was wir versuchen, euch zu erzählen, ist wirklich etwas, und das Ganze nennt sich mit einem großen Wort: biblische Hermeneutik. Das ist das einzige große Wort, das wir verwenden wollen.

[14:22] Was ist Hermeneutik? Es ist die Wissenschaft und auch eine Kunst. Es ist eine Wissenschaft, weil es da bestimmte Gesetzmäßigkeiten gibt. Aber es ist auch eine Kunst, durch die die Bedeutung eines biblischen Textes ermittelt wird.

[14:46] Die Grundlage aller Hermeneutik ist eigentlich meine Ansicht von der Bibel. Wir wollen das ganz kurz ein bisschen erklären. Könnt ihr mir sagen, wenn ihr draußen auf der Straße sein würdet, irgendwo in Blaubeuren oder Stuttgart oder wo auch immer ihr hier seid, was würden Menschen sagen, was ist die Bibel? Das Wort Gottes. Würden das viele Menschen sagen? Was würden die meisten Menschen sagen? Ein altes Buch. Ein Geschichtsbuch. Ein Märchenbuch.

[15:18] Wir haben hier einige mögliche Antworten. Zum Beispiel würden manche sagen: Es ist ein Märchen. Wer sagt vor allem, dass es ein Märchen ist? Menschen, die wahrscheinlich atheistisch geprägt sind. Wenn ich glaube, die Bibel ist ein Märchenbuch, wie werde ich die Bibel studieren? Gar nicht. Wenn ich glaube, die Bibel ist ein Märchenbuch, werde ich sie gar nicht studieren.

[15:44] Was ist mit der Antwort: Es ist ein Buch mit vielen Weisheiten? Welche Gruppe von Menschen würde sagen: Die Bibel ist ein Buch voller Lebensweisheit, voller interessanter Ideen, die mir im Leben helfen könnten? Humanisten zum Beispiel. Psychologen. Philosophen. Buddhisten. Hindus. Jesus war ein toller Lehrer. Er hat interessante Ideen. Es sind Weisheiten. Wie würde ich die Bibel studieren, wenn ich glaube, es ist nur ein Buch, das von einem weiteren guten Lehrer geschrieben worden ist? Was würde ich dann machen in meinem Bibelstudium? Ich würde es ab und zu lesen. Wenn ich einen Text studiere, worauf würde ich allein achten? Auf das, was mich interessiert? Vielleicht ein bisschen philosophieren? Ich würde sehr philosophisch an die Sache herangehen. Ich würde vielleicht ein bisschen darüber meditieren, aber kaum mich mit Fakten beschäftigen wollen.

[16:40] Was ist, wenn die Menschen sagen: Es ist eine Geschichtsquelle, ein historisches Buch, allein? Wie würde ich dann an die Bibel herangehen? Ich würde die Bibel untersuchen. Denn was mache ich mit jeder historischen Quelle? Angenommen, ihr würdet euch mit Homer beschäftigen, oder mit all diesen Geschichtsschreibern. Was macht so ein Geschichtsstudent, wenn er die Geschichtswerke studiert? Er prüft sie. Das heißt, wenn ich glaube, die Bibel ist einfach eine Geschichtsquelle, ein historisches Dokument, dann gehe ich heran und sage: Okay, ist das historische Wahrheit? Kann das stimmen? Und ich fange an, die Bibel zu kritisieren.

[17:22] Manche sagen: Die Bibel enthält das Wort Gottes. Wer sagt das zum Beispiel? Wer würde das sagen? Viele heutige Theologen würden sagen: Die Bibel enthält das Wort Gottes. Manches ist Wort Gottes, manches nicht. Wie würde ich die Bibel studieren, wenn ich glaube, das Wort Gottes ist dort nur enthalten? Kritisch, mit welchem Ziel? Genau.

[17:48] Hermeneutik würde bedeuten, ich muss entscheiden, was ist inspiriert und was nicht. Also, wir sehen, der Ansatz, den ich an die Bibel habe, entscheidet, wie ich sie studieren werde.

[18:00] Noch ein weiterer Ansatz ist der. Manche sagen: Die Bibel ist das Wort Gottes, aber es ist leider verdorben. Weiß jemand, wer das sagt? Unsere muslimischen Freunde würden sagen: Die Bibel ist das Wort Gottes, ist allerdings falsch übersetzt und verdorben. Auch unsere mormonischen Freunde würden das sagen. Wenn ich also glaube, die Bibel ist das Wort Gottes, aber leider verdorben, wie kann ich dann die Bibel studieren? Was müsste ich tun? Ich muss es prüfen und ich brauche eine Quelle der Inspiration, die nicht verdorben ist, richtig? Deswegen haben die Moslems dann den Koran oder die Mormonen haben das Buch Mormon. Und das ist dann die Quelle, die die Bibel interpretiert.

[18:42] Schauen wir uns noch eine Möglichkeit an. Manche sagen vielleicht: Die Bibel ist das diktierte Wort Gottes. Jedes einzelne Wort ist von Gott diktiert worden. Wenn ich das glaube, was würde dann mein Ansatz an die Bibel sein? Wie würdet ihr die Bibel lesen, wenn ihr glaubt, jedes einzelne Wort ist von Gott diktiert? Das heißt, Gott sagt und, Mose schreibt und. Gott sagt er, Mose schreibt er. Wie würdet ihr die Bibel lesen und studieren? Wir müssten dann Hebräisch und Griechisch können, ja, das ist wahr. Das ist sehr wahr. Sehr gute Beobachtung. Was noch? Also, ich kann euch sagen, wie ich das machen würde: Ich würde einfach nur den einen Text lesen und nirgendwo anders hingehen, denn Gott hat es ja schon genau so formuliert, wie es sein muss, oder? Wenn ich glaube, dass das Wort Gottes diktiert ist, dann reicht mir einfach der Vers, den ich gerade studiere. Ich brauche keine Parallelverse, denn Gott hat es ja schon so perfekt aufgeschrieben, wie es nur irgendwie möglich ist.

[19:36] Jetzt wollen wir mal ausprobieren, wie diese Ansätze sich auswirken, wenn wir einen bekannten Bibelfers nehmen. Lass uns mal einen bekannten Bibelfers nehmen, nämlich den hier: Daniel 8, Vers 14. Schlagen wir alle gemeinsam auf und wir exerzieren das ganz kurz durch. Was passiert, wenn ich diese verschiedenen Ansätze an die Bibel nehme?

[19:58] Wir fangen mal mit dem ersten, wir lesen ihn vielleicht einmal kurz vor. In Daniel 8, Vers 14, kann Ihnen jemand auswendig? Er sprach zu mir: Bis zu 2300 Abend und Morgen, dann wird das Heiligtum gerechtfertigt werden.

[20:16] Nehmen wir an, wir glauben, die Bibel ist ein Märchen. Wie würde ich diesen Text interpretieren? Gar nicht. Das ist einfach nur eine Illusion, ein Quatsch, ein Unsinn, den ich gar nicht brauche.

[20:28] Wie würde ich diesen Vers interpretieren, wenn ich sage, die Bibel ist ein Buch voller Lebensweisheiten? Helft mir mal, wie würdet ihr das dann interpretieren? Es würde dich nicht interessieren. Okay, du würdest keine Weisheit daran sehen. Hm? Ja, vielleicht ist das einfach ein philosophischer Ausdruck von Geduld haben. Hat jemand noch einen anderen Vorschlag?

[20:56] Ihr denkt euch vielleicht: Wie kann man nur so dumm die Bibel lesen? Aber der Punkt ist, der Punkt ist, viele Menschen kommen zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen, weil ihr Blickwinkel von der Bibel ihre Auslegungsprinzipien bestimmt. Also, jemand, der diesen Ansatz hat, würde sagen: Naja, da muss was gereinigt werden, da muss was gerechtfertigt werden. Da muss vielleicht irgendwie etwas geschehen in meiner Seele. Vielleicht würde man darüber meditieren, ein bisschen philosophieren und es irgendwie so im Nebulösen lassen.

[21:30] Was würde passieren, wenn ich glaube, die Bibel ist eine Geschichtsquelle allein, einfach ein historisches Buch ohne Inspiration? Wie würde ich dann diesen Vers herangehen? Was würde ich versuchen zu verstehen? Genau. Ich würde jetzt in die Zeit von Daniel gehen und andere Geschichtsquellen nehmen und versuchen, das dann zu studieren. Genau. Was noch? Auf keinen Fall kann es eine Prophetie sein, sondern Daniel muss sicherlich die Sache schon erlebt haben und danach aufgeschrieben haben. Das ist das, was dann die Historiker sagen. Sie sagen: Daniel hat so viele Prophezeiungen aufgeschrieben, also so viele Dinge, die offensichtlich eingetreten sind, er kann das nicht vorher geschrieben haben, sondern er muss es nachher geschrieben haben. Dann fängt man an, dort Antiochus IV. Epiphanes zu sehen und alles Mögliche. Das kommt aus dieser Sicht der Bibel.

[22:16] Was wäre, wenn ich sage, die Bibel enthält das Wort Gottes? Welchen Ansatz müsste ich jetzt nehmen, um diesen Vers zu verstehen? Die Bibel enthält das Wort Gottes. Was wäre jetzt meine Aufgabe? Ja, ich müsste also prüfen, ist das auch Wort Gottes oder gerade nicht? Oder noch krasser, ja? Genau, das ist meistens der Grund. Wenn ich es gerade merke, das passt mir nicht, dann ist es nicht Gottes Wort. Ich müsste also entscheiden, was davon ist Gottes Wort? Ich könnte sagen: Ja, vielleicht gibt es ein Heiligtum, das gerechtfertigt wird, aber das mit den 2300 Tagen, das ist ein bisschen zu konkret. Das gefällt mir nicht.

[23:04] In der Bibel ist das Wort Gottes aber verdorben. Was müsste ich dann tun? Ja, der Urtext wäre auch verdorben. In dieser Theorie. Es ist einfach falsch weitergegeben worden. Das war mal Gottes Wort, aber wir können nicht mehr den genauen Ursprungsgehalt. Was müsste ich tun? Erinnert euch noch, wer diese Ansicht hat? Genau. Ich müsste also jetzt zu einem besser inspirierten Buch gehen. Der Mormone würde also sagen: Aha, hier geht es um das Heiligtum. Was sagt das Buch Mormon über das Heiligtum? Ah, da geht es um die Tempel, nicht wahr? Oder was sagt der Islam über das Heiligtum? Das wäre auch ein Ansatz.

[23:40] Was wäre, wenn ich sage, die Bibel ist das diktierte Wort Gottes? Ich brauche keine anderen Parallelverse. Wie würde ich dann diesen Vers angehen? Es sind nur Tage, genau. Denn Gott hat ja diktiert 2300 Tage. Das heißt, diese Prophezeiung muss von 2300 diktierten Tagen sprechen.

[24:02] Und das alles sind Ansichten, die wir auch finden in der Welt. Es kann sein, wir sprechen mit Freunden aus anderen christlichen Kirchen oder anderen Religionen oder mit Freunden, die keiner Religion angehören und wir zeigen ihnen Daniel 8, Vers 14 und sagen ihnen, was wir glauben und wundern uns, dass sie uns gar nicht verstehen. Wie kannst du das nicht sehen? Der Grund liegt nicht daran, dass diese Menschen irgendwie ungeistlich sind oder dumm, die Bibel zu interpretieren. Und wenn ich verstehe, wie die Bibel interpretiert werden muss, dann werde ich auch notwendigerweise zur Wahrheit kommen. Und deswegen ist das so wichtig, was wir hier mit euch gemeinsam besprechen wollen.

[24:40] Die Frage, die wir jetzt stellen wollen: Wie spricht die Bibel über sich selbst?

[24:58] Der zweite Timotheus, und schau mit mir auf Kapitel 3 und Vers 16. Jetzt bitte beachten, was die Bibel sagt. Die ersten zwei Wörter dieses Verses: Die Bibel sagt, wie viel Skriptur? All Skriptur. Du wirst es übersetzen, oder? Ich habe es vergessen.

[25:20] Also, wir wollen jetzt gemeinsam sehen, was die Bibel über ihren Ansatz zu sagen hat. In 2. Timotheus 3, 16 heißt es: Alle Schrift ist von Gott eingegeben und ist nützlich zur Lehre, zur Unterweisung, zur Rechtweisung und zur Erziehung der Gerechtigkeit, glaube ich.

[25:46] Wenn wir die Bibel akzeptieren, wie sie einfach da geschrieben steht, dann ist es nicht die Frage, ob es nur historisch akkurat ist. Die Bibel sagt buchstäblich: Alle Schrift ist von Gott eingehaucht.

[26:10] Lass uns gemeinsam nur ein bisschen zurückgehen zu 1. Thessalonicher 2, Vers 13.

[26:24] Diese Verse zeigen uns, was ist die richtige Ansicht über die Bibel, damit wir dann wissen, wie wir sie studieren müssen. Wir wollen vor allem auf den letzten Teil hier im Vers 13 uns konzentrieren. Darum danken wir auch Gott unablässig, dass ihr, als ihr das von uns verkündigte Wort Gottes empfangen habt, ja, Gott, es nicht als Menschenwort aufgenommen habt, sondern als das, was es in Wahrheit ist, als Gottes Wort, das auch wirksam ist in euch, die ihr gläubig seid.

[27:14] Wir müssen also wirklich verstehen, dass diese Männer Gottes von ihm ausgesprochen haben, dass sie das geschrieben haben, was sie geschrieben haben. Also, so wie Paulus es in Timotheus geschrieben hat: Gott hat es hineingehaucht, er hat ihnen die Ideen gegeben, und sie haben dann es in ihren eigenen Worten aufgeschrieben.

[27:38] Im Psalm 12, in der deutschen Übersetzung ist es Vers 7, in diesen Versen, die wir lesen, ist es die Testimonie der Bibel von ihrer Inspiration, die uns erläutert, wie wir zu ihrem Studium kommen. Vers 6: Die Bibel sagt: Die Worte des Herrn sind reine Worte, als Silber, probiert in einem Schmelzofen der Erde, gereinigt siebenmal. In anderen Worten, die Bibel sagt uns: Gottes Wort ist ausgesprochen rein. Wir müssen es nicht durch die Meinung oder Theorien von Menschen hindurchfiltern.

[28:32] Und 1. Korinther 2 gibt uns ein ganz wichtiges Prinzip an die Hand, das wir nicht vergessen dürfen. Und da schauen wir in Vers 13, 1. Korinther 2, Vers 13. Und hier sehen wir, was die Bibel sagt, und auch davon reden wir auch, nicht in Worten, die von menschlicher Weisheit gelehrt sind, sondern in, sondern in solchen, die vom Heiligen Geist gelehrt sind, indem wir Geistliches geistlich erklären.

[29:14] Es ist am Ende letztendlich ein Autor, der unterschiedliche Schreiber benutzt hat. Mit diesem Verständnis, dann verstehen wir, wenn wir die Bibel studieren, dass wir volles Vertrauen haben können, dass es das inspirierte Wort Gottes ist.

[29:52] Also, gute Adventisten sollten eigentlich, und das tun sie auch noch allermeistens, einer Interpretationsmethode verschrieben haben, die als historisch-grammatische Methode gilt. Und was das bedeutet, ist sehr einfach. Wenn ein guter Adventist sich die Bibel anschaut, dann sind es immer zwei Hauptpunkte, die er sich überlegt. Er möchte also auch den historischen Kontext verstehen und er schaut ganz genau, wie es aufgeschrieben ist, was die Satzstruktur ist, was die Worte sind, die gebildet sind. Zwei Dinge.

[30:55] Also, wir wollen die Geschichte und die Kultur bedenken und es zeigt an, wie dieser Text aufgeschrieben ist, was die sprachlichen Dinge sind, die wir dort sehen können.

[31:10] Und noch ein schlimmes Wort muss ich hier einführen. Und dieses Wort ist das Wort Exegesis. Und das bedeutet ganz einfach: die Bestimmung der Bedeutung eines biblischen Textes, und zwar in seinem historischen und seinem literarischen Kontext. Mit anderen Worten, das ist einfach die Anwendung dieser Methode.

[31:49] Mit anderen Worten, ich möchte euch ein Beispiel geben: Wenn dir ein Bibelstudent zur Bibel kommt, dann anstatt, dass er sagt: Wo in der Bibel finde ich eine Predigt, über die man nicht tratschen und klatschen sollte? Vielleicht der Vers spricht da vorne und ich tue das alles so zusammen. Exegesis fängt einfach ganz ohne Vorurteil an, ohne Vorwissen an. Wenn ich die Bibel studiere, sollte ich also nicht bereits eine Bedeutung hineinlegen in die Passage. Anstatt dessen möchte man herausfinden, was wollte der Autor wirklich sagen.

[32:38] Also, dazu muss man natürlich die Zeitperiode kennen. Und dann die Struktur, den Satzbau anschauen, was da alles gesagt ist im Genauen.

[32:59] Oftmals finden wir heute das Problem, dass Pastoren, Prediger, manchmal auch Gelehrte eine Bedeutung in den Text hineinlegen wollen, der da gar nicht da ist. In Sprüchen gibt es ein Vers. Da heißt es: Wo keine Offenbarung ist, da geht das Volk zugrunde. Jedes Jahr in der Graduationszeit. Und da höre ich dann Prediger, die über diesen Vers predigen. Im Englischen heißt das: Eine Vision. Wo keine Vision ist, da geht das Volk zugrunde. Da sagen dann die Prediger: Ihr braucht eine Vision für euer Leben, denn wenn da keine Vision ist, werdet ihr zugrunde gehen. Und dann sagen die Prediger: Junge Leute, habt eine Vision für euer Leben. Das ist eine tolle Idee, aber das ist nicht richtige Exegese.

[34:00] Denn Sprüche 29, wo der Vers herkommt, hat nichts zu tun mit einer Vision für mein Leben. Deswegen wollen wir den Autoren das sagen lassen, was er wirklich sagen möchte.

[34:16] Und John Calvin sagt Folgendes: Es ist die erste Aufgabe eines Auslegers, den Autoren das sagen zu lassen, was er sagt. Anstatt ihm etwas anzuhängen, was er unserer Meinung nach gesagt haben müsste.

[34:37] Ich habe in Amerika immer wieder Evangelisationsveranstaltungen. In den letzten neun Jahren ist das alles, was ich gemacht habe. Und wenn ich Menschen über den Sabbat aufkläre und sie belehre, dann höre ich manchmal Folgendes: Das bedeutet das eigentlich gar nicht. Man kann ja die Bibel so auslegen, wie man es immer haben möchte. Das ist eigentlich gar nicht wahr. Du kannst die Bibel verfälschen, dass sie immer das sagt, was du sagen möchtest. Aber wenn du die Bibel sich selbst auslegen lässt, also wenn du sie sprechen lässt, dann gibt es da immer eine ganz klare, spezifische Bedeutung.

[35:32] Hier haben wir eine Aussage vom Geist der Weisung. Der Bibelstudent sollte gelehrt werden, der Bibel mit der Einstellung eines Lernenden zu begegnen. Wir sollten ihre Seiten durchforschen, nicht um Beweise für unsere Meinungen zu finden, sondern um zu lernen, was Gott sagt.

[36:08] Ich habe früher mal gedacht: Alle haben doch die gleiche Bibel, oder? Wie können Menschen den Sabbat nicht erkennen? 98% der Christenheit feiern den ersten Tag der Woche. Wir haben doch alle dieselbe Bibel. Warum können sie den Sabbat in der Bibel nicht sehen? Wisst ihr warum? Denn wenn Menschen die Bibel lesen, dann werden sie meistens nicht das glauben, was sie lesen, sondern sie lesen meistens in die Bibel hinein, was sie schon glauben. Versteht ihr den Unterschied?

[36:59] Das ist das Hauptproblem, das bei den meisten Bibelstudenten gleich am Anfang des Studiums beginnt.

[37:07] Das ist ein anderes, ziemlich interessantes Zitat hier. Das, was sich am besten zu einem intelligenten Leser vorstellt, mit kompetentem Wissen, ist in aller Wahrscheinlichkeit das wahre Sinne.

[37:39] Manchmal machen wir den Fehler, dass wir zu viele Dinge in der Bibel sehen. Und wenn wir anfangen, ist es sicher, zu sagen, dass einer der ersten Dinge, die wir tun sollten, ist, nur zu versuchen, das Offensichtlichste zu sehen. Wenn wir diesen ersten Schritt tun, vermeiden wir viele Fehler.

[38:07] Aber die Bibel ist Gottes Wort. Und Gott hat natürlich ein unendliches Verständnis. Und Ausdruck dessen ist, dass die Bibel eine unfassbare Tiefe hat. Und das ist die andere Seite dieser Idee jetzt. Und das ist vom Geist der Weisung: Christus ist die Wahrheit. Seine Worte sind Wahrheit. Und sie haben eine tiefere Bedeutung, als es oberflächlich erscheint.

[38:47] Und jetzt schaut den nächsten Satz an. Wie viele Aussprüche, Christine? Wie viele? Alle Aussprüche, Christine, haben einen Wert, der über den anspruchslosen Anschein hinausgeht.

[39:04] Ich möchte dir eine Frage stellen. Als Petrus Jesus gefragt hat: Wie oft soll ich vergeben? Was hat Jesus gesagt? 70 mal 7. 70 mal 7, nicht wahr? Das hat er gesagt.

[39:24] Lass uns mal kurz drüber nachdenken. Denn ich weiß, Deutsche sind gut in Mathematik. Wie viel ist 70 mal 7? Ja, es ist 490. Auf wie viele verschiedene Arten könnte man 490 sagen? Da gibt es viele Möglichkeiten. Man hätte auch sagen können: 10 mal 49. Also, ich sehe zwar asiatisch aus, bin aber auch nicht gut in Mathe. Aber es gibt natürlich andere Möglichkeiten, das auszudrücken. Aber hier ist das Problem.

[40:02] Aus all den verschiedenen Möglichkeiten, wie er die Zahl 490 hätte ausdrücken können, hat Jesus gesagt: 70 mal 7. Erinnert euch, was wir gerade gelesen haben. Die erste Bedeutung dieser Geschichte, die ich euch mit Petrus und Jesus erzähle, ist, dass Jesus sagt, dass es da keine Grenze geben sollte bei der Vergebung. Er hat nicht gemeint, wenn uns jemand etwas verkehrtes tut, dass wir sagen: Oh, das war jetzt 375. 375. Er hat nicht gesagt, du musst jetzt zählen, wie oft eine Person dir Falsches tut. Er hat natürlich erstmal gemeint: Unbegrenzt. Aber warum hat Jesus gesagt: 70 mal 7?

[41:05] Gibt es irgendeine Stelle in der Bibel, wo wir gefordert sind, 70 mal 7 zu rechnen? Wo? In Daniel Kapitel 9. Hier ist also die tiefere Bedeutung von dem, was Jesus gesagt hat. Gott hat gesagt: Du wirst niemals aufhören, deinem Bruder zu vergeben. Aber es gibt natürlich eine Grenze der Geduld Gottes mit seinem Bundesvolk. Und nach 70 Wochen, dann würden sie abgeschnitten sein, so wie es in Daniel 9 heißt.

[41:50] Wir sollten also zu Beginn erstmal die einfachste Bedeutung nehmen. Aber vor allem, wenn man auch die Evangelien studiert. Dann dürfen wir davon ausgehen, weil Ellen White es sagt auch, dass alle Aussprüche Christi einen Wert haben, der weit über das hinausgeht, was an der Oberfläche erscheint. Und das hilft uns hoffentlich, in unserem Ansatz, die Bibel zu verstehen.

[42:33] Ellen White sagt uns ebenfalls: Wenn wir die Bibel jeden Tag fleißig und unter Gebet studieren würden, würden wir jeden Tag wunderbare Wahrheit in einem neuen, klaren und kraftvollen Licht sehen.

[42:56] Wer von euch ist froh, dass man im Army Bible Camp ist? Also, ich möchte ganz ehrlich sein, diese Halle hier ist eine der besten Hallen, die ich jemals gepredigt habe. Und bisher hat das Essen wunderbar geschmeckt. Also, ich finde, das Essen ist wunderbar. Ja, und die Predigten waren gut. Aber wisst ihr was? Die Freude und der Segen, den ihr hier erfahrt, muss nicht hier enden. Ihr könnt nach Hause gehen. Und ihr könnt jeden Tag dann zu Hause ebenfalls so ein Herzensbrennen, so ein Heartburn haben. Also, wie kann man es erleben? Wenn du die Bibel jeden Tag unter Gebet studierst.

[43:49] Also, jetzt hebt eure Hände nicht, es sei denn, ihr seid wirklich ernsthaft dabei. Wer von euch möchte eine Verabredung machen, eine Verpflichtung, jetzt gerade, nachdem das Bible Camp endet, dass wir jeden Tag Zeit nehmen, und zwar hoffentlich am Morgen, um die Bibel unter Gebet zu studieren? Wenn du das wirklich machen möchtest, dann... Hebe deine Hand nicht, wenn du es nicht wirklich ernst meinst.

[44:26] Bevor wir beginnen die Bibel zu studieren, möchte ich noch etwas mit euch teilen. Es gibt einen Vers, der zeigt, dass Bibelstudium oder Methoden des Bibelstudiums nicht das Einzige sind, worauf es ankommt. Schlagt mal mit mir gemeinsam auf, oder ihr könnt es auch hier lesen, in Esra 7, Vers 10.

[44:43] Esra 7, Vers 10 heißt es: Denn Esra hatte sein Herz darauf gerichtet, das Gesetz des Herrn zu erforschen und zu tun und in Israel Gesetz und Recht zu lehren. In diesem Vers gibt es vier verschiedene Dinge, vier verschiedene Schritte. Könnt ihr mir diese vier Schritte nennen?

[45:05] Das Erste ist, ganz genau, er nahm sich seinem Herzen vor. Er richtete sein Herz, er hat also unter Gebet und Selbstprüfung und Bekenntnis sein Herz vorbereitet. Was war der zweite Schritt, den wir sehen können? Was können wir noch sehen? Er hat sein Herz darauf gerichtet, er hat geforscht. Und forschen klingt schon nach was? Studium. Habt ihr mal einen Forscher gesehen, der oberflächlich durch den Tag geht? Was macht ein Forscher? Ein Forscher sucht, er nimmt sich Zeit, er opfert vielleicht etwas dafür, um etwas zu suchen und zu finden. Er hat also erforscht.

[45:49] Er hat sein Herz aufgerichtet, dann hat er erforscht. Was ist der nächste Schritt? Auch tun. Wie würde man das anders ausdrücken, wenn man das, was man erforscht hat, auch tun möchte? Gehorsam. Der dritte Schritt wäre gehorsam. Und was ist der vierte Schritt? Was heißt lehren? Wir finden also in diesem Vers eigentlich das gesamte Paket, in das Bibelstudium hineingehört.

[46:17] Wir sehen hier also: das Herz darauf richten, sein Herz vorzubereiten, denn wenn wir eigentlich uns selbst prüfen und nicht Gebet haben vor dem Bibelstudium, dann können wir an ganz großen Irrtümern verfallen. Der zweite Punkt ist der Forscher, das Gesetz, Studium. Der dritte Punkt, wie gesagt, das Tun, der Gehorsam und der vierte Punkt, Lehre in Israel, also Zeugnis geben.

[46:41] In unserem Seminar wollen wir uns vor allem auf diesen Punkt hier konzentrieren: das Studium. Wir haben an den Morgenandachten mit Martin vor allem den Punkt des Gebets und wir werden dann auch noch Gelegenheit haben, Pastor Eilbert wird darüber sprechen, über das Zeugnis geben und so weiter, aber hier wollen wir uns vor allem über den zweiten Punkt Gedanken machen. Aber wir wollen von Anfang an sagen, dass der zweite Punkt, das Studium der Bibel, alleine nichts bedeutet. Ohne Herzensvorbereitung und ohne Gehorsam danach und die Willigkeit, das auch weiter zu geben, ist Bibelstudium ein toter Buchstabe. Und das muss uns ganz deutlich vor Augen stehen.

[47:19] Nun, wenn wir darüber nachdenken, wen würdet ihr sagen, wer ist euer persönliches Vorbild, wenn es zum Bibelstudium kommt? Hat jemand von euch so ein persönliches Vorbild?

[47:37] Natürlich, das ist die richtige Antwort. Das sollte es zumindest so sein. Manchmal versuchen wir so zu sein wie Pastor XY, nicht wahr? Aber wer von uns hat sich ernsthaft darüber Gedanken gemacht, wie hat Jesus die Bibel studiert? Natürlich, wir können sagen: Jesus, das ist wahr, aber wie hat Jesus eigentlich wirklich die Bibel studiert?

[47:59] Lasst mich euch eine Frage stellen. Wenn wir uns fragen würden: Gibt es ein Vorbild, wie wir beten sollten? Hat Jesus uns ein Vorbild hinterlassen, wie wir beten sollten? Wie viele Vorbilder haben wir? Wie viele Beispiele hat er uns gegeben? Etliche. Das Vaterunser, das Hohepriesterliche Gebet, es gibt etliche Gebete, wo wir sehen können, wie Jesus gebetet hat. Wenn es um das Predigen geht, gibt es mehrere Beispiele, wo Jesus gepredigt hat? Weißt du zum Beispiel? Bergpredigt, Endzeitpredigt, Matthäus 24, und so weiter und so fort. Wenn es um medizinische Arbeit geht, heilen, hat uns Jesus dort Vorbilder gegeben? Die ganze Bibel ist voll davon, nicht wahr?

[48:41] Aber wenn es darum geht, was ist die richtige Methode des Bibelstudiums? Gibt es einen Vers oder Beispiele in der Bibel, wo wir sehen, wie Jesus die Bibel studiert hat?

[49:05] Ich glaube, in der ganzen Bibel gibt es nur einen einzigen Vers, der uns detailliert zeigt, was war die Methode des Studiums Jesus. Diesen Vers finden wir in Lukas 24, Vers 27. Den müsst ihr aufschlagen, denn ihr müsst euch in Rot und Grün und Blau markieren und ebenfalls aufschreiben oder am besten auswendig lernen. Es heißt hier: Und er begann bei Mose und bei allen Propheten und legte ihnen allen Schriften aus, was sich auf ihn bezieht.

[49:39] Nun, welche Prinzipien können wir hier erkennen? Welche Prinzipien kannst du erkennen, die Jesus angewandt hat, methodische Schritte sozusagen, in seinem Bibelstudium? Er fing von vorne an, das ist richtig. Was noch? Alles, was... Alles? Ja, alles, was bekannt war, das Alte Testament, nicht wahr? Alle Propheten, auch Obadja? Wann war das letzte Mal, dass du Obadja studiert hast? Nahum? Letztes Quartal, nicht wahr? Und davor? Es gibt so bestimmte Dinge, die lesen wir immer wieder und immer wieder und Psalm 23 und Psalm 51 und 1. Mose 3 und manche Dinge, die kombinieren dazu nicht, aber Jesus hat sich in der ganzen Bibel ausgekannt. Er war systematisch, er fing von vorne an, er hat in allen Schriften studiert.

[50:35] Und was ist das dritte entscheidende Prinzip? Alles, was sich auf ihn bezieht. Nun, das Ganze kann man sich leicht merken mit etwas, was ich das ABC des Bibelstudiums nenne. Und alle, die das vielleicht schon mal gehört haben in Cannstatt, werden sich jetzt wundern, dass ich die Reihenfolge geändert habe, um es auf das Englische, mit dem Englischen anzugleichen. Früher war das im Deutschen nämlich: Anfang, Bibel, Christus. Wer sich das merken möchte, darf es gerne weiter so bemerken, aber jetzt haben wir es folgendermaßen: Das ABC ist erstens: Alle Schriften. Und das ist im Englischen: All Scripture. Im zweiten haben wir dann: Er begann bei Mose, bedeutet für unser B ist es dann, was ist das B? Beginne von vorn. Alle Schriften, beginne von vorn. Und das dritte wäre dann ganz einfach: Was ist wohl C? Christus, genau. Im Englischen heißt es sogar: Concerning himself, also, dass sich was auf ihn bezieht. Christus im Zentrum. Das ist das ABC des Bibelstudiums.

[51:39] Und wenn ich das ABC gelernt habe, dann kann ich bald das ganze Alphabet. Wenn ich das Alphabet kann, dann kann ich reden und sprechen und Texte verstehen. Aber ohne das ABC funktioniert gar nichts. Also, was ist das A? Alle Schriften. Was ist B? Beginne von vorn. Und was ist C? Christus im Zentrum.

[51:57] Nun, wenn ich das ABC gelernt habe, was für ein Buchstaben werde ich danach lernen? D, nicht wahr? Und im Englischen ist es ein bisschen schöner als im Deutschen, aber ich habe es versucht im Deutschen auch noch zu übersetzen. Denn Jesus hat, und das ist jetzt vielleicht ein bisschen merkwürdig, Jesus hat nicht nur Christus gefunden, sondern auch sich selbst. Jetzt würde ich sagen, es ist das Gleiche. Das stimmt. Für Jesus war es dasselbe, aber für jeden anderen Menschen auf dem Planeten ist es was anderes. Jesus hat Christus gefunden und er hat sich selbst in der Bibel gesehen. Was bedeutet das für uns? Wir sollen Jesus in der Bibel suchen, aber auch uns selbst. Es ist schon so gegangen, dass ihr die Bibel gelesen habt und ihr stellt fest: Meine Güte, was ich dort lese über Abraham, das trifft eigentlich auf mich zu. Dieser Vers in Sprüche passt genau auf meine Lebenssituation. Und so haben wir als D, im Englischen: Discover yourself und im Deutschen: Du im Text. Das ist schön, oder? Das freut mich so sehr, weil das hat noch keiner vorher gehört. Ich konnte euch was Neues mal bringen.

[53:05] Alle Schriften, beginne von vorn, Christus im Zentrum und du im Text. Und jetzt kommt nach D was? E, natürlich. Und was ist wohl E? Jemand, der kreativ ist? Experience. Ja, etwas, was im Text auch tatsächlich vorkommt. Wir sind nur eine Eselsbrücke, aber es soll aus dem Text kommen. Erkläre nicht, oder? Erkläre es anderen. Im Englischen: Expound to others.

[53:35] Also, fassen wir zusammen unser ABC erweitert zu ABCDE. Was ist A? Ich kann euch nicht hören. Was ist A? Alle Schriften. Was ist B? Begründe von vorn. C? Christus im Zentrum. D? Du im Text. Und E? Erkläre es anderen.

[53:55] Wir werden jetzt eine Pause haben.


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