In dieser Predigt von Christopher Kramp geht es um den Maßstab, nach dem wir im Gericht beurteilt werden: Gottes Gesetz. Es wird erklärt, warum das Gesetz der Freiheit genannt wird und wie es sich auf unser tägliches Leben auswirkt. Die zehn Gebote werden als Ausdruck von Gottes Charakter und Liebe betrachtet, und es wird dargelegt, dass sie auch im Neuen Testament gültig sind. Die zentrale Botschaft ist, dass Gnade das Gesetz nicht aufhebt, sondern bestätigt, und dass der Heilige Geist uns befähigt, Gottes Gesetz in unseren Herzen zu schreiben und danach zu leben.
Ausweg 2012: 8. Der Maßstab
Christopher Kramp · Ausweg 2012 (Vortragsreihe über die grundlegenden Themen der Bibel)Weitere Aufnahmen
Serie: Ausweg 2012 (Vortragsreihe über die grundlegenden Themen der Bibel)
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Transkript
[0:00] Wunderschönen guten Abend, immer noch oder zum ersten Mal oder wieder. Schön, dass wir immer noch da sind, dass wir immer noch am Rechner sitzen. Ich hoffe, Sie haben sich gut gestärkt. Wir haben das auch gerade hier getan und wie schon letzten Samstagabend hat es dann fünf Minuten länger gedauert. Wir entschuldigen uns dafür, wir danken für die Geduld und vielleicht hat es ja auch dazu gereicht, noch ein Kuchenstückchen mehr zu essen, daheim, was auch immer.
[0:38] Wir haben uns eben gerade Gedanken gemacht, wenn Sie nicht dabei gewesen sind, über das Datum. Wenn wir das letzte Datum der biblischen Prophetie gesprochen, das letzte Datum vor der Wiederkunft und wir haben gesehen, nachdem wir Daniel 9 analysiert haben und auch das mit Daniel 8 verknüpft haben, ist das letzte Datum welches? Das Datum 1844. Und dort sollte etwas Besonderes, etwas Wichtiges geschehen, nämlich die Reinigung des Heiligtums oder in der Sprache von Daniel 7, was beginnt dort? Das Gericht. Wir haben jetzt genau angeschaut, worin dieses Gericht besteht und dass wir keine Angst haben brauchen von dem Gericht, denn es gibt einen Anwalt und unser Anwalt ist Jesus Christus. Und Jesus ist nicht nur unser Anwalt, sondern ist auch unser Richter. Und wir brauchen keine Angst haben, wenn wir unser ganzes Leben, all unsere Akten, die wir so haben, einfach unserem Anwalt übergeben und dann mit ihm gemeinsam leben. Und wenn wir mit ihm gemeinsam leben, werden wir dann unser Leben nach einem Maßstab ausrichten, der jetzt das Thema sein soll, der Maßstab, der dann auch im Gericht beurteilen wird, ob wir mit Jesus gewesen sind, wirklich oder nicht.
[1:47] Und bevor wir das genau besprechen, lade ich uns ein, noch einmal ein kurzes Gebet zu sprechen. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen für das Thema, das wir auch jetzt besprechen dürfen. Wir möchten dich bitten, dass du uns Weisheit schenkst, dass du mit deinem Heiligen Geist gegenwärtig bist und dass wir verstehen, was du uns zu sagen hast. Im Namen Jesu. Amen.
[2:08] Der Maßstab. Wir haben aufgehört mit der Frage, was ist der Maßstab? Und genau mit dieser Frage beginnen wir. Was ist der Maßstab im Gericht? Was ist sozusagen der rote Faden, nach dem sich jedes Urteil richten wird? Und die Bibel macht es so einfach und deutlich, dass jedes Kind es verstehen kann: „Redet und handelt als solche, die durch das Gesetz der Freiheit gerichtet werden sollen.“ Und das ist wieder eine ganz praktische Implikation. Es sagt hier, dass wir durch das Gesetz gerichtet werden. Und das heißt nicht einfach, dass ich sage: „Aha, das ist eine theologisch interessante Wahrheit“, sondern es bedeutet, es hat eine Implikation, es hat eine Bedeutung für mein Reden und Handeln. Wir sollen so reden, wir sollen so handeln, dass während wir reden, während wir handeln, während wir denken, wir wissen, dass wir durch das Gesetz der Freiheit gerichtet werden.
[3:05] Und was hat es mit diesem Gesetz auf sich? In Prediger 12, Vers 13 heißt es: „Lasst uns die Summe aller Lehren…“ Jetzt, was ist die Summe? Was ist eine Summe? Alles zusammengefasst. Ich meine, wenn ich in der Mathematik all die verschiedenen Teilergebnisse zusammen addiere, dann kriege ich die Summe. Das heißt, was der Prediger – wer hat übrigens das Buch Prediger geschrieben? Weiß es jemand? Es war Salomo, ganz genau. Was uns Salomo sagt, wenn man all die verschiedenen Lehren der Bibel, all die Lehrpunkte zusammenfassen soll und all sie addiert und all die verschiedenen Teilaspekte und Konzepte der Bibel zusammennimmt und die Summe aller Lehre zusammenfasst, unter dem Strich sozusagen, bleibt folgendes: „Fürchte Gott und halte seine Gebote, denn das macht den ganzen Menschen aus.“ Und dann heißt es als Begründung, warum wir Gott fürchten und seine Gebote halten sollen: „Denn Gott wird – das haben wir gerade besprochen – jedes Werk vor ein Gericht bringen, samt allem Verborgenen, es sei gut oder böse.“ Weil Gott in dem Gericht alle Werke anschaut, sagt die Bibel, sollen wir seine Gebote halten.
[4:16] Die Bibel, das haben wir gerade gelesen, nennt dieses Gesetz mit einem besonderen Namen. Es nennt das Gesetz, das Gesetz der Freiheit. Das ist merkwürdig, denn wenn wir an Gesetz denken, woran denken wir meistens? Zwang und Freiheit. Ganz genau, an Restriktion. Zu viele Gesetze, schimpft man ja meistens über die Politik, alles wird genau geregelt und reguliert, zu viele Gesetze, gebt uns mehr Freiheit, nicht wahr? Das ist so die landläufige Idee, die wir haben. Je weniger Gesetze, desto mehr Freiheit habe ich. Und diese Bibel nennt jetzt das Gesetz, das Gesetz der Freiheit. Mit anderen Worten, dass dieses Gesetz Freiheit ausdrückt. Und die Frage ist natürlich, von welchem Gesetz ist die Rede? Denn wenn Sie die Bibel gut kennen, wissen Sie, das ist eine ganze Reihe von Regeln, von Statuten, von Gesetzen, von Geboten, alles mögliche. Es ist weit über 600 einzelne Vorschriften allein im Gesetz des Mose. Was ist jetzt nun das Gesetz, nach dem wir gerichtet werden sollen? Was sind jetzt die genauen Vorschriften, die wir für unser Reden und Handeln zur Grundlage nehmen sollen? Das ist die Frage, die wir uns stellen wollen. Es muss das Gesetz der Freiheit sein.
[5:29] Und welches Gebot, welches Gesetz in der Bibel ist das Gesetz der Freiheit? Gibt es ein Gesetz, das tatsächlich damit so überschrieben ist: „Gesetz der Freiheit“? Ich meine, gelesen: „Gesetz der Freiheit, Doppelpunkt“? Weil das wäre das Gesetz, nach dem wir gerichtet werden, nicht wahr? Gibt es das irgendwo? Das Gesetz der Freiheit, Doppelpunkt? Ganz genau, das gibt es und zwar hier: In 2. Mose 20 heißt es: „Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Knechtschaft, was das herausgeführt habe.“ Was ist das Gegenteil von Knechtschaft? Freiheit. Das heißt, Gott sagt, ich bin – wenn wir das umformulieren würden – ich bin derjenige, der dir die Freiheit gegeben habe. Das ist die Überschrift über eine Reihe von Geboten, die wir auch wie kennen, als die 10 Gebote.
[6:12] 2. Mose 20 und die Überschrift darüber ist: „Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Knechtschaft herausgeführt habe, weil ich dich aus Gnaden freigemacht habe.“ Und können wir uns erinnern, wie das Volk herausgeführt worden ist? Durch das Blut, nicht wahr? Das Blut des Lammes. Und wie war nochmal der lateinische Name für Auszug? Exodus. Und Exodus kann auch übersetzt werden als Ausweg. Es ist das Gesetz des Auswegs. Es ist das Ausweg-Gesetz. Nicht 2012, sondern 2002. War auch 20, nicht, ja? Nun, wie auch immer. Es ist das Gesetz des Auswegs. Wenn wir den Ausweg gefunden haben aus der Knechtschaft, den Ausweg gefunden haben aus der Sünde, aus den schlechten Gedanken und Gewohnheiten, dann führt uns der Ausweg ja irgendwohin. Der Ausweg ist ja kein Weg ins Niemandsland. Wenn es einen Fluchtweg gibt in einem Gebäude, dann führt uns der Fluchtweg ja nicht ins Nirgendwo hin, sondern an einen bestimmten Ort, nicht wahr, wo wir sicher sind. Und so führt uns der Ausweg, der Exodus, aus der Knechtschaft der Sünde heraus an einen sicheren Ort, zum Gesetz der Freiheit.
[7:34] Konnte Gott dem Volk Israel die zehn Gebote geben, als sie noch Sklaven Ägyptens waren? Nein. Er musste sie erst frei machen, damit sie in der Freiheit das Gesetz der Freiheit auch begreifen können, nicht wahr? Und so ist es auch mit uns. Wir müssen freigemacht werden durch das Blut Jesu, wie wir es besprochen haben in den letzten Vorträgen, um durch die Freiheit, die Jesus schenkt, dann dieses Gesetz der Freiheit, dieses Gesetz des Auswegs kennenzulernen.
[8:01] Und wir haben ja darüber gesprochen, über diesen Zustand und das Volk ist durch das Meer hindurchgegangen zu diesem Berg. Und einige kennen das schon, ich möchte es aber hier nochmal für alle wiederholen und auch für die Livestream-Zuschauer. Kennen wir den berühmten Satz in der Bibel: „Denn wovon das Herz voll ist, davon redet der Mund.“ Schon mal erlebt, dass dein Herz voll gewesen ist, dass es in deinem Herzen so richtig, dass du von einer Sache so überwältigt warst, so überzeugt warst, so erfüllt warst, dass du es einer Person sagen wolltest und es ist förmlich aus dir rausgeplatzt? Schon mal erlebt? Das ganze Herz war voll davon und das ist das Prinzip, dass Jesus sagt: Wenn das Herz voll ist, dann redet der Mund davon. Da macht man keine Einleitung, da redet man nicht mit einem heißen Brei herum, man spricht es direkt dann, oder? Schon mal erlebt? Ich habe das schon erlebt.
[8:57] Und so kommt das Volk Israel zu dem Berg Sinai, zwei Millionen, schätzt man, Israeliten ungefähr um diesen Berg herum zu Gott, der sie so sehr liebt. Und was sind die ersten Worte, die er zu ihnen spricht? Das, was auf seinem Herzen ist, das, was aus ihm förmlich heraussprudelt. Er sagt nicht: „Schön, dass ihr da seid, jetzt lasst uns erstmal die Lagerregeln festlegen. Also, Dan, ihr seid da und Ruben, ihr seid da und das sind übrigens unsere Sanitätsvorschriften und das ist das.“ Nein, nein, nein, nein. Das Erste, was er heraussprudelt aus seinem Herzen ist: „Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Knechtschaft herausgeführt habe. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.“ In Gottes Herzen pumpt das Gesetz, das ist Gottes – das ist in seinem Herzen drin. Es ist sein Charakter, sein Wesen. „Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Knechtschaft herausgeführt habe.“ Dieses Gesetz ist das, was Gottes Herz sozusagen ausmacht. Und jeder Angriff auf das Gesetz – wer hat zuerst angegriffen auf das Gesetz? Wer war derjenige, der den – Satan. Jeder Angriff auf das Gesetz ist demzufolge ein Angriff worauf? Nicht auf Gott, sondern auf sein Herz. Es ist ein Stich ins Herz, wenn man gegen das Gesetz redet. Es ist ein Stich ins Herz Gottes, ein Stich in sein Wesen. Er hat Herzschmerzen, wenn jemand das Gesetz bricht. Das ist auch der Grund, warum er so traurig war, als Luzifer gefallen ist, warum er ein Klagelied gesungen hat, weil es in seinem Herzen war. Und wenn wir uns dem Herzen Gottes nähern wollen, wenn wir wissen wollen, wie Gott fühlt und wie er denkt, dann haben wir eine Möglichkeit, indem wir uns das anschauen, was das Gebot, das Gesetz, dass sein Charakter, sein Wesen sagt.
[10:47] Das heißt: „Ihr habt gesehen, was ich an den Ägyptern getan habe und wie ich euch auf Adlersflügeln getragen und euch zu mir gebracht habe. Wenn ihr nun wirklich meiner Stimme Gehör schenken und gehorchen werdet und meinen Bund bewahrt.“ Er hat sich gewünscht, dass nachdem er sie herausgeführt hat, dass sie jetzt auch wirklich einen Bund mit ihm bewahren. Frage: Was bedeutet das Wort Bund? Was meint man mit Bund? Vertrag, Verbindung, eine Verbindung, nicht wahr? Da kommt das Binden, Bund, nicht wahr? Da sind zwei Dinge vereint, verbunden. Von dem Ehebund, nicht wahr? Gott möchte nicht einfach nur, dass wir Regeln beachten, verstehen wir das? Das Gebot der Freiheit, das Gesetz der Freiheit ist nicht ein Regelkatalog, der einfach abgearbeitet wird, sondern es ist Ausdruck des Bundes, des Verbundenseins zwischen Gott und mir, dass ich ganz nahe an dem bin, was Gott in seinem Herzen hat, sein Gesetz.
[11:53] Das heißt hier: „Ihr solltet vor allen Völkern mein besonderes Eigentum sein, denn die ganze Erde gehört mir.“ Er sagt: Mir gehört die ganze Erde, alle Völker, alles ist meins. Aber ihr, die ihr mich kennt, die ihr mich liebt, die ihr meinem Ruf der Freiheit gefolgt seid, ihr sollt ein besonderes Königreich von Priestern, ein heiliges Volk. Ihr sollt einer besonderen Verbindung mit mir stehen, denn ihr wisst, was in meinem Herzen ist und ihr sollt das auch halten.“
[12:16] Und dann heißt es hier: „Die Tafeln waren das Werk Gottes.“ Wir haben heute hier eine kleine, ein Abbild sozusagen davon. Das ist nicht das Werk Gottes. Das ist nicht mit dem Finger Gottes eingegraben. Und wer weiß, ob die Tafeln so groß gewesen sind. Die sind recht schwer, ich möchte sie nicht anheben, nicht, dass sie dann runterfallen. Aber diese zehn Gebote waren auf Stein geschrieben, auf Tafeln eingegraben, es war die Schrift Gottes. Und ganz ehrlich, ich freue mich auf den Moment im Himmel, wo ich vielleicht irgendwann hoffentlich dann sehen werde, was Gottes Handschrift ist. Schon darüber nachgedacht, wie diese Handschrift aussah? Was eine Handschrift Gott gehabt hat. Denn ja, die Bibel ist von Gott inspiriert, aber doch sind all die Worte geschrieben von Menschen, nicht wahr? Mit ihren eigenen Worten, mit ihren eigenen Ausdrücken haben sie die Gedanken Gottes wiedergegeben. Aber diese zehn Gebote waren geschrieben in der Orthografie, in der Grammatik, in der Handschrift Gottes eingegraben, in Stein. Ich denke, das ist ein besonderes Dokument. Stellen wir uns vor, wir würden diese Steintafeln mit uns tragen und wir wüssten, was dort steht, das hat Gott mit seinem eigenen Finger eingegraben.
[13:30] Jetzt, wenn Gott etwas macht, macht er etwas, was vorläufig ist oder macht Gott für die Ewigkeit? Man hat früher gesagt, man baut für die Ewigkeit. Manche Nationen waren dafür bekannt, dass ihre Produkte für die Ewigkeit sind, aber natürlich waren die nicht für die Ewigkeit. Man sagt nur, die waren recht langlebig. Aber wenn Gott etwas macht, dann ist es vollkommen. Wenn Gott etwas schreibt, dann schreibt er es nicht, um geändert zu werden, wie es versucht worden ist im Mittelalter, wie wir gesehen haben. Gott schreibt für die Ewigkeit.
[13:59] Schauen wir weiter. Und vielleicht sagt einer von uns: „Na ja, schön und gut, Christopher, das habe ich ja verstanden, dass im Alten Testament das Volk Israel, ein besonderes Volk war und dass Gott ihnen die Zehn Gebote gegeben hat, aber im Neuen Testament ist das doch ganz anders, oder? Das Gesetz ist doch abgeschafft.“ Schauen wir, was Petrus sagt. Kannte Petrus das Evangelium des Neuen Testamentes? Ja oder nein? Er hat es mitgeschrieben. Er war ja einer der Apostel. Er wusste, was Jesus gesagt hat, oder? Er hat Jesu Lehre dreieinhalb Jahre mitverfolgt. Er hat zwei Briefe im Neuen Testament geschrieben. War eine wichtige Person in der Apostelgeschichte. Und er sagt: „Ihr“, meint jetzt hier das alttestamentliche Volk Israel oder das neutestamentliche Volk der Christen? Er meint das NT, Volk der Christen. Er sagt: „Ihr aber seid ein was?“ „Ein außergewöhnliches Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk.“ Er benutzt genau die gleiche Sprache, wie auch Mose, oder wie Gott in 2. Mose 19, als er von dem alten Volk Israel sprach, dem die Zehn Gebote gegeben waren. Er benutzt die gleiche Sprache. Es geht um einen Bund. Und dann heißt es: „Ein Volk des Eigentums, damit ihr die Tugenden dessen verkündet.“
[15:02] Was sind Tugenden? Werte, ganz genau. Was noch? Im Fußball hat man früher von den deutschen Tugenden gesprochen, mal gehört? Ich weiß nicht, wer den Fußball früher verfolgt hat. Ich habe das früher ein bisschen getan. Da hat man von den deutschen Tugenden gesprochen. Man hat gesagt, die Deutschen können zwar nicht wirklich Fußball spielen, aber sie können laufen, sie können kämpfen, sie geben niemals auf, deswegen gewinnen sie trotzdem. Es gab mal einen Engländer, der hat gesagt: „Ein Spiel dauert 90 Minuten, am Ende gewinnen wir die Deutschen.“ Nicht, weil sie die beste Balltechnik haben, da gibt es die Brasilianer, die Italiener, die Portugiesen und wer auch immer sonst, aber die Deutschen haben die deutschen Tugenden. Man sprach von den Charaktereigenschaften, die es niemals aufgeben, weiterkämpfen, kämpfen und wenn es noch so hässlicher Fußball, weiterkämpfen. Tugenden sind Charaktereigenschaften. Aber hier geht es nicht um die deutschen Tugenden beim Fußball. Hier geht es um die Tugenden dessen, der euch aus der Finsternis berufen hat zu seinem wunderbaren Licht. Wir haben einen ganzen Vortrag gehabt, letzten Montagabend, über das Licht und da ging es darum, dass wer hat uns berufen aus dem Licht – äh, aus der Finsternis, Entschuldigung – Jesus, durch das Evangelium, durch das Opfer, durch die Gnade Jesu am Kreuz. Spricht er Licht in unsere Finsternis hinein.
[16:10] Weiß jemand noch, wie die – wie das hebräische Wort war für die Finsternis, für das Chaos auf der Erde am ersten Schöpfungstag? Tohuwabohu, nicht wahr? Und wir alle haben gesagt, das ist ein Bild dafür, auch für das Tohuwabohu in unserem Herzen, in unserem Leben. Und Jesus spricht Licht hinein. Und wenn wir das erlebt haben, dann ist es unsere Aufgabe, als das königliche Priestertum, als das heilige Volk die Tugenden, das heißt die Charaktereigenschaften Gottes zu verkünden. Und wo finden wir die Charaktereigenschaften Gottes? In seinem Gesetz. So wie er ist, so, das, was ihn ausmacht, seine Werte, seine Charaktereigenschaften finden sich in seinem Herzen, seine Identität in seinem Gesetz. Das heißt, wir haben die Aufgabe, seine Tugenden, sein Gesetz zu verkünden.
[16:53] Und jetzt wollen wir ganz kurz einfach die Überprüfung machen, ob die 10 Gebote, so wie wir sie im Alten Testament finden, auch im Neuen Testament gelten. Ja, das Alte Testament sagt: „Erstes Gebot: Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.“ Matthäus 4, Vers 10. Im Neuen Testament sagt Jesus: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.“ Also gilt das erste Gebot noch, ja oder nein? Ist aufgehoben? Nein. Es gilt noch. Wie ist es mit dem zweiten Gebot? Das zweite Gebot ist ein recht langes Gebot, das heißt: „Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was in den Wassern unter der Erde ist.“ Johannes fasst es kurz und prägnant zusammen in 1. Johannes 5, Vers 21. Er sagt: „Kinder, hütet euch vor den Götzen.“ Gilt das Gebot noch oder ist es abgeschafft? Gilt noch, oder? Es gilt noch. Und genauso auch hierin: „Immer noch das zweite Gebot: Bete sie nicht an und diene ihnen nicht, denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied derer, die mich hassen.“ Paulus, Verzeihung, sagt in Apostelgeschichte 17: „Da wir nun von göttlichem Geschlecht sind, dürfen wir nicht meinen, die Gottheit sei dem Gold oder Silber oder Stein gleich einem Gebilde menschlicher Kunst und Erfindung.“ Also gilt das zweite Gebot noch? Definitiv. Kein Zweifel. Also das erste Gebot gilt noch, das zweite Gebot gilt noch.
[18:15] Wie ist es mit dem dritten Gebot? Es heißt hier: „Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen, denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.“ Was sagt Paulus an Timotheus? 1. Timotheus 6, Vers 1: „Damit nicht der Name Gottes und die Lehre, was?“ „Verlästert werden.“ Gilt das dritte Gebot noch? Okay, also haben wir das erste Gebot gilt noch, das zweite Gebot gilt noch, das dritte Gebot gilt noch.
[18:39] Wie ist es mit dem fünften Gebot? Es heißt hier: „Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, damit du lange lebst in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt.“ Und Epheser sagt Paulus: „Ihr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in dem Herrn, denn das ist recht.“ Und dann zitiert er sogar das alttestamentliche Gebot und sagt: „Es ist das erste Gebot mit einer Verheißung.“ Weil es heißt: „Du sollst lange, damit du lange lebst im Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt.“ Gilt das fünfte Gebot noch? Ohne jede Frage, es gilt noch.
[19:08] Sechstes Gebot sagt: „Du sollst nicht töten.“ Und in Johannes lesen wir im ersten Johannesbrief, dass kein Mörder ewiges Leben bleibend in sich hat. Gilt das sechste Gebot noch? Definitiv. Sechstes Gebot gilt noch.
[19:20] Siebte Gebot. „Du sollst nicht Ehe brechen.“ Gilt es noch? Matthäus 19, Vers 9 sagt, dass von Jesus berichtet wird, dass er gesagt hat: „Wer seine Frau entlässt, es sei denn wegen Unzucht, und eine andere heiratet, der bricht die Ehe.“ Und das war offensichtlich nicht gut, sondern schlecht. Und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe. Gab es noch Ehebruch? Und war Ehebruch noch verboten im Neuen Testament? Definitiv. Siebte Gebot gilt genauso im Neuen Testament.
[19:51] Und wie ist es mit dem achten Gebot? Das achte Gebot sagt: „Du sollst nicht stehlen.“ Und dann heißt es: „Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht und was jetzt noch? Diebstahl, falsche Zeugnisse, Lästerungen.“ So Matthäus 15, Vers 19. Übrigens, ist es nicht interessant, woher kommen all diese bösen Dinge? Ehebruch, Unzucht und Diebstahl und falsche Zeugnisse, woher kommen die? Aus dem Herzen. Das heißt, all die Gesetzlosigkeit dieser Welt kommt aus dem Herzen des Menschen. Aber was ist im Herzen Gottes? Das Gesetz, die Freiheit. Im Herzen des Menschen ist die Sklaverei, sind all diese bösen Gedanken. Im Herzen Gottes sind die reinen Gedanken, die reinen Konzepte, die Freiheit, das Gesetz.
[20:35] Und der Erlösungsplan besteht darin, wie das Gesetz – oder Verzeihung – wie das Herz, unser Herz mit Gottes Herz wieder zusammenkommen kann, wie die Herzen wieder im Gleichklang schlagen. Irgendwie muss unser Herz umprogrammiert werden. Wir werden gleich dazu noch mehr sagen. Jedenfalls den Unterschied zwischen Gottes Herzen und unserem Herzen.
[20:55] Wie viele Gebote haben wir noch? Zwei, genau. Das neunte Gebot sagt: „Du sollst kein falsches Zeugnis reden gegen deinen Nächsten.“ Und da im gleichen Vers, den wir gerade zitiert haben, kommt nicht nur der Diebstahl vor, sondern auch die falschen Zeugnisse. Also auch das neunte Gebot immer noch bindend, gültig im Neuen Testament. Da ist nichts von diesen Geboten abgeschafft worden.
[21:16] Und das letzte Gebot sagt: „Du sollst nicht begehren das Haus deines Nächsten, du sollst nicht begehren die Frau deines Nächsten, noch seinen Knecht, noch seine Magd, noch seinen Rind, noch seinen Esel, noch irgendetwas, das dein Nächster hat.“ Und Paulus sagt: „Denn von der Begierde hätte ich nichts gewusst, wenn das Gesetz nicht gesagt hätte: Du sollst nicht begehren.“ Und Paulus lebt im Neuen Testament, im Römerbrief, einem der wichtigsten Briefe des Neuen Testamentes, zeigt er ganz deutlich, dass dieses Gebot immer noch gültig ist.
[21:45] Nun, gilt das erste Gebot, zweite Gebot, dritte Gebot, fünfte Gebot, sechste Gebot, siebte Gebot, achte Gebot, neunte Gebot, zehnte Gebot? Wunderbar. Alles klar.
[22:00] Denn die Bibel sagt ja auch in Psalm 111, Vers 7 und 8: „Die Werke seiner Hände sind Wahrheit und Recht. Alle seine Verordnungen sind was?“ „Unwandelbar.“ Sie können nicht wandeln. Was bedeutet Wandel? Änderung, nicht wahr? Da verwandelt sich etwas, da ändert sich etwas, wird etwas transformiert. Und jeder Versuch, sei er von außen oder von innen, von Atheisten oder von Christen, das Gesetz Gottes zu ändern, zu transformieren, zu kürzen, zu erweitern, was auch immer, abzuschaffen, sind gegen Gottes ausdrücklichen Willen, sowohl im Alten als auch im Neuen Testament. Denn die Gebote sind unwandelbar bestätigt für immer und ewig, ausgeführt in Treue und Aufrichtigkeit.
[22:43] Und Jesus hat das auf den Punkt gebracht. Jesus ist da wirklich sehr präzise. Er sagt: „Bis Himmel und Erde vergangen sind, wird wie viel?“ „Nicht ein Buchstabe.“ Jesus sagt nicht mal, das ist nicht ein Gesetz, er sagt nicht mal ein Buchstabe. Und wir haben ja gesehen, dass im Mittelalter manche Gesetze, ein ganzes Gesetz ist ganz weggelassen worden, viele sind sehr umgeschrieben worden, manche sind leicht verändert worden. Können wir uns erinnern? Da wurde dann statt Unzucht keuschert. Kleine Worte wurden ausgetauscht. Aber Jesus sagt, es soll nicht mal ein Buchstabe, das soll nicht umformuliert werden, denn Gott hat sich was dabei gedacht, als er mit seinem eigenen Finger die Worte gewählt hat, die er gewählt hat, oder? Nicht ein Buchstabe. Frage: Sind Himmel und Erde schon vergangen? Steht der Himmel noch? Wann haben sie das letzte Mal geschaut? Immer noch da der Himmel? Ist die Erde immer noch da? Dann durfte bisher irgendetwas am Gesetz geändert werden. Wenn Himmel und Erde noch nicht vergangen sind, dann ist auch noch nicht die Zeit, irgendetwas am Gesetz zu ändern. Wir werden sehen, dass auch nach dem Himmel und Erde vergehen werden, das Gesetz immer noch das Gleiche ist. Nicht ein einziges Strichlein vom Gesetz darf vergehen, kein I-Punkt, kein Komma, kein Punkt, kein Nichts, bis alles geschehen ist.
[23:53] Und Paulus sagt das auch sehr deutlich. Er sagt: „Das Gesetz ist heilig, das Gebot ist – was ist es? – heilig, gerecht und gut.“ Und ich frage mich, warum so viele Christen heute und seit geraumer Zeit so eine kleine Avision kriegen, sobald das Wort Gesetz kommt. Ich meine, erlebt, viele Menschen, mit denen ich rede, sie reden von Jesus und sie reden von der Gnade, aber so wie das Wort Gesetz kommt, dann gehen sie ein bisschen, die Nackenhaare hoch. Nur nicht zu viel Gesetz, nur nicht zu viel Restriktion, nur nicht zu viel Gesetzlichkeit. Das ist das Wort, das man hört, nicht wahr? Gesetzlichkeit. Schon mal gehört? Wir wollen nicht zu gesetzlich sein. Ich weiß nicht genau, was das Wort gesetzlich bedeutet. Ich weiß nur, was das Gesetz ist. Das Gesetz ist in Gottes Herzen und ich möchte am Herzen Gottes sein, nicht wahr? Sie auch? Du auch, der du zuschaust? Und Paulus sagt, es ist gut, es ist gerecht, es ist heilig. Und wenn es heilig ist und gut und gerecht, dann sollten wir darüber nachdenken, dann sollten wir darüber sprechen, dann sollten wir keine Angst davor haben und sagen: „Ho, nicht zu viel über das Gesetz reden, das könnte uns irgendwie von Gott entfernen.“ Entschuldigung mal, was sollte uns näher zu Gott bringen als das Gesetz? Es ist in Gottes Herzen. Als ob man irgendwie Jesus und das Gesetz trennen könnte. Jesus bringt uns zu Gott. Nein, das Gesetz ist auch wichtig. Nein, nein, nein, nein. Wir werden gleich sehen, wie uns das Gesetz in einer besonderen Weise zu Jesus bringt und zu Gott.
[25:14] Denn es ist in ihrem Herzen. Denn Paulus sagt uns: „Durch das Gesetz kommt dir was?“ „Dir was?“ „Die Erkenntnis der Sünde.“ Paulus hat sie ausgedrückt: „Ohne Gesetz hätte ich nicht gewusst, dass ich begehre.“ Hm. Wer von uns hat zuhause einen Spiegel? Alle sich nicht melden. Ich meine, es ist dunkel gerade, ich sehe nicht genau, wie sie aussehen. Warum haben wir einen Spiegel zuhause? Es mag ja verschiedene Gründe geben. Was ist eine der wichtigsten Gründe, warum haben wir einen Spiegel zuhause? Damit wir uns angucken. Aber warum wollen wir uns angucken? Ich meine, es gibt verschiedene Gründe, warum Leute in den Spiegel schauen, aber warum schauen wir vor allem erstmal primär rein praktisch in den Spiegel? Ob alles in Ordnung ist, ob alles da noch sitzt, wo es sitzen soll. Und wenn ich früh morgens aufstehe und ich bin noch total verschlafen und ich mache meine Augen wieder auf und gucke in den Spiegel und denke: „Was, wer ist das?“ Und ich bin irgendwie nicht ganz zufrieden mit dem, was ich sehe. Welchen Wert hätte es jetzt, den Spiegel zu nehmen und zu sagen: „Ich nehme den Spiegel und schmeiße ihn aus dem Fenster und jetzt ist alles in Ordnung.“ Würde das irgendetwas nützen an meiner Situation? Gar nichts. Wenn ich dreckig nach Hause komme und ich war irgendwo im Schlamm und ich sehe, ich bin dreckig und das gefällt mir nicht, dann nützt es mir gar nichts, den Spiegel wegzutun.
[26:46] Jetzt, wenn ich zum Gesetz komme und ich sehe, ich bin ein Sünder, was gewinne ich, wenn ich sage: „Ah, das Gesetz ist eigentlich abgeschafft? Es gilt gar nicht mehr.“ Was gewinne ich dadurch? Null Komma nichts. Aber ich verliere eine ganze Menge. Ich verliere nämlich meine Erkenntnismöglichkeit, dass ich Reinigung brauche. Frage: Kann mich der Spiegel reinigen? Was passiert, wenn ich den Spiegel von der Wand nehme und sage: „Okay, ich habe gesehen, ich bin dreckig. Jetzt muss der Spiegel herhalten und jetzt gerubbelt und geschrubbelt, bis der Dreck weg ist.“ Was passiert? Ich kann nur aufzeigen. Was passiert, wenn ich das tue? Der Spiegel ist dreckig. Das stimmt. Da sieht man, dass das Vergleiche hinken könnten. Aber was wahrscheinlich auch passieren könnte, ist, dass das Glas mich schneidet, oder? Irgendwann. Das stimmt. Jedenfalls, ich werde nicht wirklich sauber, oder? Aber der Spiegel ist dazu da, dass wenn ich frühmorgens aufstehe und sage: „Meine Güte, ich muss mich waschen“, dass ich dann vom Spiegel mit meinem Gesicht wohin gehe? Zum Waschbecken, zum Wasser. Und so ist das Gesetz. Das Gesetz zeigt mir meine Notwendigkeit, zum lebendigen Wasser zu gehen.
[28:01] Und wer kann mir das lebendige Wasser allein geben? Jesus. Und was macht also diese landläufige Theorie, dass das Gesetz Gottes geändert, abgeschafft oder nicht so wichtig ist? Was bewirkt sie in der Praxis des Christen? Dass wir nicht mehr so oft zu Jesus gehen, weil wir gar nicht mehr das Gefühl haben, dass wir es nötig haben. Aber wir kommen zu Jesus, um ihn anzubeten und begeistert zu sein von Jesus und zu tanzen. Aber wir kommen nicht mehr, weil wir erkannt haben, dass wir eine Sünde in unserem Leben haben. Und Jesus möchte uns reinigen. Ich glaube, Jesus ist nicht so begeistert, wenn wir einfach sündenschmutzig vor ihm tanzen und begeistert sind. Und Jesus, wir lieben dich, wir lieben dich. Und Jesus sagt: „Aber ich würde euch gerne sauber machen.“ Und wir kommen gar nicht zu dem Wasser, weil wir sagen: „Ach, wunderbar, Jesus, du liebst uns, wie wir sind.“ Und wir können einfach so bleiben, wie wir sind. Und wunderbar, du liebst den Sünder. Und wir bleiben einfach so. Das ist nicht Gottes Plan. Jesus liebt den Sünder. Er hat alles getan aus eigener Kraft. Er kam aber mit einem Ziel, um uns zu reinigen, um uns sauber zu machen, um uns von der Sünde zu erlösen. Und deswegen brauchen wir das Gesetz. Wir müssen erkennen, was Gottes Ideal ist in seinem Herzen. Und wir haben schon gesehen, die biblische Definition für Sünde ist die Gesetzlosigkeit. 1. Johannes 3, Vers 4 sagt das sehr eindeutig.
[29:18] Und hier haben wir schon mal gesagt: „Ich hätte die Sünde nicht erkannt, außer durch das Gesetz.“ Und interessanterweise sagt der Paulus – übrigens, was war Paulus' Beruf, bevor er Christ wurde? Er war Theologe, das stimmt. Er war Zeltmacher, das stimmt. Aber was war seine Richtung als Theologe? Er war wirklich ein Gelehrter, nicht wahr? Er war einer der einflussreichsten Theologen seiner Nation. Er war ein Pharisäer. Und wofür sind die Pharisäer bekannt? Dass sie wirklich das Gesetz Gottes auswendig kannten. Wer von uns hat schon mal einen Bibelfers auswendig gelernt? Wer von uns kann den Vers immer noch auswendig? Es ist eine Sache, einen Bibelfers auswendig zu lernen. Als ich vor einiger Zeit mal in England war, hatte ich die Aufgabe, unter anderem 100 Bibelfers auswendig zu lernen. Und ungefähr, wie viele Tage hatten wir? 100 Tage ungefähr. Und das war natürlich eine interessante Aufgabe. Ich habe auch viele Texte gelernt, jeden Tag einen. Wenn man jeden Tag einen Bibelfers auswendig lernt und ein Gedächtnis hat, so wie ich, dann hat man mit 100 Bibelfers auswendig gelernt, aber heute kann ich kaum noch einen auf Englisch. Es ist gar nicht so einfach, Bibelfers auswendig zu lernen. Aber diese Pharisäer konnten, das war eine der Bedingungen, Bibelferse auswendig, und zwar nicht nur 1. Mose 1, sondern ganze 1. Mose 1. Und nicht nur ganze 1. Mose 1, sondern 1. Mose 2, 3, 4, 5 bis 50. Und dann noch 2. Mose, 3. Mose, 4. Mose, 5. Mose. Im Alter von 10 Jahren. Auswendig. Das beinhaltet alle Geschlechtsregister. Alle Opfergesetze in 3. Mose. Auch solche Gesetze von der Reinigung des Hauses. Das habe ich auch mal gelesen, 3. Mose 13 oder so, 70 Verse darüber, wie man Aussatz am Haus reinigt. Das lernt sich nicht so einfach. 5. Mose. All die Gesetze, all die Geschlechtsregister. Mit 10 Jahren. Man sagt nach, mit 14 Jahren sollten Pharisäer das gesamte Alte Testament von 1. Mose 1 bis Maleachi auswendig können. Dieser Saulus kannte die Gebote Gottes auswendig, inwendig, vorwärts, rückwärts, von der Seite. Wahrscheinlich nicht von der Breche, wahrscheinlich noch in ganz anderen Sprachen. Ich weiß es nicht. Der Mann kannte das Gebot. Aber in einem seiner Briefe sagt er: „Ich lebte einst außer ohne Gesetz.“ Ein Mann, der das Gesetz auswendig kannte, sagt: „Ich lebte einstmals ohne Gesetz.“
[31:56] Und das führt uns zu der Frage: Moment mal, ist es möglich, die 10 Gebote im Wortlaut zu kennen, sie vielleicht vorwärts, rückwärts, seitwärts, mit Buchstabenvertauschung auswendig zu können, in Deutsch, Britisch, Griechisch, in welcher Sprache auch immer, und trotzdem ohne Gesetz zu sein, so wie der Saulus? Denn er sagt: „Irgendwann kam ich zur Erkenntnis des Gesetzes und dann bin ich gestorben.“ Geistlich.
[32:24] Die Bibel sagt: „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren ging.“ Bevor wir über die tiefere Bedeutung des Gesetzes nachdenken, wollen wir noch einen dieser Gedanken hier verdeutlichen zur Dringlichkeit des Gesetzes. Was war das Problem Gottes, als er auf den Planeten Erde schaute nach dem Sündenfall? Was war das Problem? Das habe ich schon fast gesagt. Die Sünde war das Problem, ganz genau. Um das Sündenproblem zu lösen, welche zwei Optionen hatte Gott rein theoretisch? Ja gut, er konnte natürlich die Menschen einfach vernichten. Aber wenn er sozusagen sie nicht vernichten wollte, also wenn er sich für eine gute Lösung entscheiden wollte, welche beiden Optionen hatte er? Entweder das Gesetz Gottes ändern, sodass die Sünde nicht mehr Sünde ist. Wenn das Gesetz Gottes geändert, dann wäre das, was vorher Sünde gewesen wäre, keine Sünde mehr. Wenn ich sage, du darfst nur 80 fahren auf dieser Straße und ich fahre 120 und dann hinterher wird das Gesetz geändert, dass 120 erlaubt sind, rückwirkend, dann ist es kein Verbrechen mehr. Entweder er ändert das Gesetz oder er bezahlt die Strafe für den Gesetzesbruch. Die beiden Optionen hat er.
[33:33] Und für welche Option hat er sich entschieden? Warum? Weil offensichtlich das andere nicht möglich ist. Denn wenn das möglich gewesen wäre, wenn das einfach so ginge, warum hat Gott es nicht getan? Warum hat er dieses immense Opfer aufgenommen? Alle, die am Montagtag waren und zugeschaut haben, wissen, dass es selbst für Gott, den Vater, einen Kampf bedeutet hat, dass es nicht einfach war, jetzt erlösen wir die Welt. Es war wirklich eine intensive Erfahrung für Gott selbst, uns zu retten. Das war kein Spaziergang, kein Honigschlecken. Das war wirklich ein Kampf, ein Opfer. Aber er hat es aufgenommen, weil die andere Option offensichtlich nicht zur Diskussion stand. Es stand nicht zur Diskussion, das Gesetz zu ändern.
[34:16] Also hat das Kreuz auf Golgatha das Gebot nicht abgeschafft, sondern bestätigt. Es gibt keinen besseren, keinen tieferen, keinen standhafteren Beweis dafür, dass die Gebote Gottes gültig sind, als das Kreuz auf Golgatha. Denn Jesus ist dort gestorben für die Übertretung eines gültigen Gesetzes. Denn wenn das Gesetz nicht mehr da ist, dann gibt es was nicht mehr? Keine Sünde. Wenn es keine Sünde mehr gibt, dann braucht es was nicht? Kein Jesus. Und wer hat wahrscheinlich diese Theorie erfunden? Der, der gegen das Gesetz von Anfang an gekämpft hat. Und das müssen wir verstehen.
[34:54] Dieses Beispiel, das haben wir schon gerade angedeutet. Wenn wir Auto fahren – ich kann übrigens nicht Auto fahren, deswegen ist dieses Beispiel etwas fern für mich. Aber alle, die Auto fahren können, können das wahrscheinlich besser nachvollziehen als ich. Da gibt es ja so Regeln, Vorschriften, wie viel man zu fahren hat. Alle Welt kommt nach Deutschland, um auf Straßen zu fahren, wo es keine Regeln gibt. Die Autobahn, egal wo man hinkommt. Ah, ihr Deutschen, ihr habt die Autobahn. Es soll Amerikaner geben, die kommen hier nach Deutschland, um einfach mal auf die Autobahn zu fahren, ohne Regeln. Aber in vielen anderen Straßen gibt es Regeln. Und wenn ich dort irgendwo fahren kann, statt in der Fußgängerzone – ich weiß nicht, was da erlaubt ist, was ist da wahrscheinlich erlaubt? 30, 50? Sagen wir Schrittgeschwindigkeit in der Fußgängerzone. Und sagen wir, jemand fährt mit dem Auto dort mit 80 durch die Fußgängerzone. Und ich würde behaupten, auch wenn ich mich jetzt da nicht gut auskenne, das ist mehr als 10 Euro Strafe, oder? Da gibt es wahrscheinlich einige Punkte. Vielleicht sogar viele Punkte, keine Ahnung. Und da kommt jetzt der Polizist und hält mich an, irgendwo vor so einer Dönerbude, mitten in der Fußgängerzone und sagt: „Was fährst du hier mit 80 durch die Fußgängerzone?“ Und ich bin ganz kleinlaut und sage: „Ja, das tut mir leid.“ Und er sagt: „Das sind, weiß ich, keine Ahnung, so und so viel Euro Strafe.“ Sagen wir, 2000 Euro, was auch immer, ja. Aber dann sieht er, dass ich ein armes Häuflein bin, dass ich kein Geld habe, dass ich so mitleide. Aus irgendeinem Grund bekommt er Sympathie und Mitleid mit mir und sein Herz ist groß. Und er sagt: „Du, ich habe gerade diesen Schein ausgestellt, aber die 2000 Euro, die gebe ich dir, Cash, und du kannst es überweisen. Ich bezahle das für dich.“ Er dreht sich um. Und diese 2000 Euro, die ich nie gehabt hätte, um sie zu bezahlen, jetzt habe ich sie bekommen und die Strafe ist bezahlt. Der Polizist dreht sich um, steigt in sein Auto und ich gehe zurück. Ich habe noch ein bisschen Fußgängerzone vor mir. Was wird mein Tachometer jetzt anzeigen? Wieder 80? Werde ich wieder 80 fahren? Wer wird weiter 80 fahren? Wohl kaum, oder?
[37:01] Gnade hebt die Straßenverkehrsordnung nicht auf. Und genauso wenig hebt Gnade die 10 Gebote auf. Denn was ist wahrscheinlich mehr, mehr ewig? Die 10 Gebote oder die Straßenverkehrsordnung? 10 Gebote, oder? Straßenverkehrsordnung ist nicht von Gott mit seinen eigenen Fingern geschrieben worden. Aber wenn es sogar für die Straßenverkehrsordnung gilt, für all die anderen Gebote und Gesetze, die wir in unserem Land haben, dann warum soll es nicht gelten für die 10 Gebote, dass Gnade zwar uns von der Strafe befreit, aber nicht das Gebot aufhebt?
[37:33] Und David sagt etwas Interessantes. Er sagt: „Wie glücklich ist ein Mensch, der Freude findet an den Weisungen des Herrn, der Tag und Nacht in seinem Gesetz liest und darüber nachdenkt.“ Wir können sagen, die 10 Gebote sind gültig, das ist wunderbar. Aber wie oft, lieber Freund, liebe Freundin, hast du die 10 Gebote genommen in der Bibel und hast darüber nachgedacht? Also, du sollst nicht töten. Das ist einfach, du sollst nicht töten. Den Sinn hat man verstanden. Aber was bedeutet es, darüber nachzudenken? Wie können wir diese 10 Gebote, die so kurz und prägnant und präzise sind, in unser tägliches Leben hineinbringen, dass wir so reden und handeln, als solche, die gerichtet werden durch das Gesetz der Freiheit? Das ist die Frage, die wir jetzt angehen wollen.
[38:18] Und David sagt an einer anderen Stelle im Psalm 119: „Öffne mir die Augen, damit ich sehe die, die was?“ „Wunder in deinem Gesetz.“ Wer hat in den letzten Tagen, Wochen, Monaten beim Lesen der 10 Gebote Wunder gesehen? Wunder im Gesetz? Wow, hätte ich nie gedacht, dass das da drin steht. Da müssen Wunder sein im Gesetz. Wir wollen ganz kurz einige andeuten.
[38:40] Was haben wir hier? 2. Mose 20, Vers 1. Mein Lieblingsvers. Die meisten glauben, dass diese Verse gar nicht zur Bibel, also zu den 10 Geboten dazugehören. Das klingt doch wie eine Einleitung, oder? „Und Gott redete alle diese Worte und sprach.“ Da liest man schnell drüber, nicht wahr? Was auch immer. Aber diese Worte, meine lieben Freunde, sind der Schlüssel zum Erfolg. Warum? „Gott redete alle diese Worte und sprach.“ Welche Idee kommt die ganze Zeit vor, immer wieder? Gottes Wort, nicht wahr? Gottes Wort. Er redete, er sprach seine Worte. Der Fokus im Vers ist auf dem Wort Gottes. Das heißt, das ist uns völlig klar. Was bedeutet es, dass diese Worte auf diesen Steintafeln, dass sie von Gott gesprochen wurden? Was ist die Implikation? Die Bibel sagt: „Am Anfang war das Wort. Und als das Wort war bei Gott und das Wort war Gott, alles ist durch dasselbe entstanden.“ Das heißt, das Wort hat was? Es hat Kraft. Es entsteht etwas dadurch. Das heißt, wenn Gott sagt: „Du sollst nicht töten“, dann hat es was? Kraft. Es kann etwas entstehen, was vorher nie da war. Das Wort Gottes hat eine ungeheure Kraft, denn wir wissen, Gott sprach: „Es werde Licht und es wurde Licht.“
[40:07] Hat sich jemand mal von uns gefragt: „Wie soll ich jemals die zehn Gebote halten?“ Schon mal gefragt? Das ist zu schwer. Das ist unmöglich. Das ist ein hohes Ideal. Ja, Gott möchte, dass wir das theoretisch tun würden, wenn wir das könnten. Aber es ist natürlich unmöglich. Aber die Bibel sagt, es ist Gottes Wort. Es ist das Wort des lebendigen Gottes, der sagt: „Es werde Licht und es wurde Licht.“ Und wenn er sagt: „Du sollst nicht begehren.“ Was passiert in meinem Herzen? Wenn ich das Wort Gottes annehme, was passiert? Durch das Wort Gottes, durch Jesus Christus bekomme ich die Kraft, nicht zu begehren.
[40:49] Gibt es jemanden unter uns, der mit der Begierde kämpft? Gibt es jemanden unter uns, der mit Rufmord kämpft? Der mit Ehebruch kämpft? Der mit Diebstahl kämpft? Geistlich, geistlich, was auch immer. Damit vielleicht anderen Götzen nachzulaufen, seien sie materiell oder seien sie Karriere oder was auch immer. Und wir kämpfen damit seit Tagen und Wochen und Monaten und vielleicht Jahren. Und wir haben das Gefühl, wir können es nicht überwinden. Die Bibel sagt: „Und Gott redete alle diese Worte und sprach: Es ist in seiner Kraft.“ Er hat uns aus der Knechtschaft herausgeführt. Und das ist die Bedingung, das ist die Voraussetzung, dass wir die zehn Gebote halten können. Wir wissen, jeder ist ein Knecht der Sünde. Aber durch Gott werden wir herausgebracht durch das Blut, das haben wir schon angesprochen. Und Jesus sagt uns, er wird uns wie viel schenken? Gehorsam zu den zehn Geboten, zu alles dazu? Ja oder nein? Ja oder nein? Er schenkt uns das.
[41:52] Jetzt, wie wird es wohl auf Jesus wirken, wenn er mit einem Geschenk zu uns kommt? Das Geschenk heißt Erlösung aus Glauben, aus Gnade. Und wir sagen: „Wunderbar, nehme ich an. Dankeschön.“ Und dann kommt er mit einem zweiten Geschenk und das heißt was? Gehorsam zu den zehn Geboten. Und er denkt: „Naja, das erste Geschenk hat die Person so gerne angenommen, nicht wahr?“ Und dann bietet er es uns an und sagt: „Hier ist das Geschenk, du kannst die zehn Gebote halten.“ Und was machen die Christen? „Oh Gott, wir können die zehn Gebote nicht halten, es ist so schwer, bitte hilf uns. Das ist unmöglich.“ Die denken wohl, die denkt Jesus. Hallo? Das ist ein Geschenk. Und ja, wir nehmen die Erlösung aus Gnaden gerne an, aber wir zögern, das Geschenk des Gehorsams anzunehmen. Aus welchem Grund? Kann mir jemand sagen, aus welchem Grund? Wahrscheinlich, weil manchmal die Sünde, die wir dann ja aufgeben würden, die wir überwinden können, die uns einfach noch ein bisschen zu gut schmeckt, ein bisschen zu gut riecht, ein bisschen zu sehr unser eigen geworden ist. Das ist das Problem. Nicht, weil Gott so Probleme hat, uns gehorsam zu machen. Das ist nicht Gott. Gott kann alles. Aber es ist unser Problem, das aufgeben zu können, das tatsächlich loszulassen. Er möchte so ein Geschenk haben. Und die Frage heute Abend, liebe Freunde, liebe Freundinnen, ist: Wir haben uns entschieden für Jesus als unseren Erlöser. Wir haben das auch in den Entscheidungen deutlich gemacht. Die Frage ist: Möchtest du dir den Gehorsam auch schenken lassen? Möchtest du loslassen von dem, das dich trennt und dieses Geschenk in Anspruch nehmen?
[43:37] Schauen wir ganz kurz einige wenige Gebote an, um das ein bisschen tiefer zu verstehen. „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.“ Was bedeutet das? Warum ist das so wichtig? Warum ist das so praktisch? Denn die Bibel sagt: „Damals, als ihr Gott nicht kanntet, dient ihr denen, die von Natur was sind? Nicht Göttern.“ Das heißt, wenn wir anderen Göttern nachlaufen, tun wir Gott eigentlich wirklich Konkurrenz machen? Hat Gott Konkurrenz von anderen Göttern? Nein. Er bewahrt uns nur vor Irrbildern, vor Trugbildern, vor einer Fata Morgana, wo wir glauben, da gibt es irgendetwas, was mir helfen kann, und ich renne gegen den Baum, ich renne gegen die Wand. Und Gott möchte mich durch das Gebot: „Du sollst keine anderen Götter haben“, einfach nur vor dieser Illusion schützen. Ganz praktischer Grund.
[44:24] Im zweiten Gebot heißt es: „Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was in den Wassern unter der Erde ist. Bete sie nicht an und diene nicht, denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein was?“ „Ein eifersüchtiger Gott.“ Jetzt, dieser Begriff hat viele verwirrt. Ist Gott ein eifersüchtiger Gott? Frage. Wer von uns liebt eine andere Person ganz besonders? Sei es, dass sie verheiratet ist, oder verlobt, oder verliebt ist. Ich auch. Ist Eifersucht dann etwas Schlechtes in der Situation, oder etwas Natürliches? Nehmen wir an, der Ehepartner rennt mit einer anderen Frau, mit einem anderen Mann hinweg. Wäre es jetzt ein Zeichen, mein Lieber, wenn ich sage: „Objektiv gesehen ist es ja auch gar nicht so schlimm. Das stört mich gar nicht. Da stehe ich über den Dingen.“ Würde ich damit zum Ausdruck bringen, dass ich die Person geliebt habe? Nein. Und wenn wir uns von Gott entfernen, wenn wir Dingen nachlaufen, wenn wir uns vor Autos niederwerfen, oder vor unserer Karriere niederwerfen, oder vor unserem Computer niederwerfen und ihn anbeten – ja, das machen wir, auch wenn wir nicht tatsächlich niederknien – und das an eine Stelle heben, wo eigentlich nur Gott hingehört, dann ist Gott mit Recht eifersüchtig, weil er uns liebt, weil er auch so gerne bei uns ist, weil er so viel für uns getan hat. Er ist eifersüchtig, ja, natürlich.
[45:52] Und dann heißt es: „Der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied derer, die mich hassen.“ Und dieses Wort „hassen“ verdient es genau, unter die Lupe genommen zu werden, weil es heißt hier: „Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und seine Mutter und seine Frau und seine Kinder, Brüder und Schwestern, dazu braucht er sein eigenes Leben, so kann er nicht mal ein Jünger sein.“ Und wir denken: „Meine Güte, Jesus, was für eine starke Aussage. Ich kann doch nicht mal meine Vater, Mutter, Kind und Frau alle hassen.“ Aber wir verstehen nicht – das passiert so oft beim Bibellesen. Wir lesen ein Wort und nehmen dann unsere 21. Jahrhundert-Wortbedeutung aus unserem Wörterbuch und tun es in den Text hinein und sagen: „Wow, wir müssen unsere Familie hassen.“ Aber wenn wir einfach die Bibel mit sich selbst vergleichen, stellen wir fest, was „hassen“ meint. Wie das vor 2000 Jahren gemeint war, das Wort hassen. Wie war es gemeint? Matthäus erklärt uns das: „Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert.“ Warum ist also Gott eifersüchtig, wenn Menschen, die sagen: „Ja, ich liebe dich“, in Wirklichkeit jemand anders mehr lieben? Ist doch ein berechtigter Grund, eifersüchtig zu sein, oder? Wenn ich meiner Frau sage: „Ich liebe dich“, aber durch meine Taten zum Ausdruck bringe: „Ich liebe eine andere Frau viel mehr“, dann würde ich mich schon wundern, wenn sie nicht eifersüchtig wäre, oder? Und wenn wir durch unser Bekenntnis einmal die Woche sagen: „Gott, wir lieben dich“, und wir singen Lieder und wir beten zu ihm, aber in der Woche tun wir unsere Worte, unsere Taten und unsere Gedanken zum Ausdruck bringen: „Wir lieben andere Dinge viel mehr als Gott“, dann ist Gott eifersüchtig. „Ich sage dir, Moment mal, du wolltest eine Beziehung mit mir. Und jetzt? Ich habe so viel für dich gegeben. Ich habe alles für dich gegeben und du trittst es mit Füßen.“ Es ist ein Angriff auf das Herz Gottes. Und Jesus hat dann Herzschmerz.
[47:34] Und dann heißt es: „Er war Gnadeweis an vielen Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten.“ Schon im Alten Testament, schon in den 10 Geboten selbst, ist der Hinweis darauf, dass es nicht einfach um ein Einhalten, ein disziplinarisches Einhalten von Regeln geht, sondern es geht um Liebe, um eine Beziehung, um einen Bund. „Die mich lieben und deswegen meine Gebote halten.“ Noch nirgends, weder im Alten noch im Neuen Testament, noch irgendwo in der Bibel, waren Gebote irgendetwas sogenanntes Gesetzliches. Das gibt es gar nicht in der Bibel. Ja, das gibt es in menschlichen Religionen. Da haben Menschen viel Unfug draus gemacht. Aber in der Bibel sind die Gebote Gottes immer Ausdruck seiner Liebe, seines Wesens, seines Charakters. Und gegen die Gebote zu handeln, gegen die Gebote zu übertreten, die Gebote für unwichtig zu erachten, ist immer ein direkter Angriff auf die Beziehung zu Gott, auf die Beziehung zu Jesus, auf sein Herz.
[48:26] Denn Jesus sagt auf die Frage: „Was ist das größte Gebot im Gesetz?“ „Du sollst den Herrn, deinen Gott, was steht hier?“ „Lieben mit deinem ganzen Herzen.“ Jetzt möchte ich eine ganz praktische Frage stellen. Was haben wir gelernt, ist im Herzen? Okay, was ist in unserem Herzen? Die Bibel spricht von den Gedanken und Gesinnung des Herzens. Was bedeutet es, Gott zu lieben mit deinem ganzen Herzen? Was bedeutet das ganz praktisch, so praktisch wie möglich runtergebrochen, dass ich als 21. Jahrhundert-Mensch das verstehen kann? Was bedeutet das? Dass ich mit jedem Gedanken Gott liebe. Das heißt nicht, dass ich immer denke: „Gott, Gott, Gott, Gott.“ Kein Mantra, nicht wahr? Aber dass jeder Gedanke schon, nicht nur meine Worte, meine Taten äußerlich, sondern jeder Gedanke Ausdruck einer Liebesbeziehung zu Jesus ist. Und wenn wir ganz ehrlich sind, so oft, ja, gehören wir zu Jesus. Immer mal wieder, nicht wahr? Wir gehen zu ihm und gehen von der Ecke von ihm und gehen zu ihm und gehen weg zu ihm. Vor allem unseren Gedanken, nicht wahr? Aber Gott wünscht sich, dass wir ihn lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit unserem ganzen Denken, mit jedem Gedanken. Das ist das zweite, erste und größte Gebot.
[49:39] Das zweite ist nicht vergleichbar. „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Jesus hat alle Gebote zusammengefasst in wie viele Gebote? In zwei Gebote, die die Liebe ausdrücken. Und deswegen sagt Jesus, und er zitiert ja im Grunde genommen aus dem zweiten Gebot: „Liebt ihr mich, so haltet meine Gebote.“ Man kann Jesus nicht auf Dauer lieben und die Bibel lesen und dann sagen, die Gebote, Gott hat es in Namen geschafft. Das geht nicht. „Liebt ihr mich, so haltet meine Gebote.“
[50:03] Das heißt übrigens im dritten Gebot: „Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen.“ Wir haben gesehen, wie viele Namen hat Jesus? Einen, nicht wahr? Aber natürlich viele einzelne menschlich gesehen Namen, die verschiedene Charaktere ausdrücken. Welche Namen haben wir gesagt gibt es zum Beispiel? Immanuel, Michael, Menschensohn, Gesalbter, Messias, Schilo, so viele. Und ist es, was bedeutet es, den Namen des Herrn zu missbrauchen? Ja, stimmt, wir sollten nicht einfach so: „Oh Gott“, sagen und einfach den Namen so in einer profanen Art und Weise benutzen. Aber ich glaube, das steckt mehr dahinter. Denn der Name des Herrn, zum Beispiel, wenn wir einen Namen nehmen: „Gott mit uns“, ist es möglich, diesen Namen, „Gott mit uns“, zu missbrauchen, ihn umzuändern? Für einen Zweck zu gebrauchen, den Gott nicht geplant hat? Ich glaube, ja. Denn es heißt in Judas 4, dass diese Gnade, die ihm im Heiligtum, in „Gott mit uns“ zum Ausdruck kommt, dass sie missbraucht werden kann. „Gottlose sind sie, missbrauchen die Gnade unseres Gottes für ihre was?“ „Ausschweifung.“ Schon im Judasbrief im Neuen Testament gab es Menschen, von denen es heißt, sie haben sich eingeschlichen in die Gemeinde damals, die immer von Gnade, Gnade, Gnade gesprochen haben, aber was gemeint haben? Ausschweifung, Zügellosigkeit, Übertretung des Gesetzes und das alles unter dem Gnadenmantel zugedeckt haben. Und das ist was? Ist ein Missbrauch der Gnade, ist ein Missbrauch des Namens Gottes, „Gott mit uns“. Hier eine andere Übersetzung sagt, dass es Zügellosigkeit ist. Wenn ich also von Gnade rede, aber zügellos lebe, dann missbrauche ich tatsächlich den Namen des Herrn. Denn der Name ist „Gott mit uns“, ist das Evangelium, ist die Gnade Gottes.
[51:48] Und hier gegen Ende wollen wir einen ganz interessanten Gedanken denken. Denn vielleicht fragt sich der eine: „Ja, nur einen Moment mal, wenn die Gebote Gottes in meinem Herzen sein sollen, mit meinem Denken sein sollen, aber in meinem Denken ja eigentlich Diebstahl ist und falsche Zeugnisse und Ehebruch und all die Dinge aus meinem Herzen hervorkommen, wie kommen die da hin?“ Das ist ja wie ein Computer, nicht wahr? Unser Herz ist wie ein Computer, der einen furchtbaren Virus hat. Alles ist lahmgelegt, alles läuft verkehrt. Und die Frage ist, wie kann man dieses Herz, diese Gedankenwelt wieder umprogrammieren, dass sozusagen die Software auf unserem Herzen mit der göttlichen Software übereinstimmt, dass das funktioniert.
[52:31] Schauen wir, was die Bibel sagt. In 2. Mose 31, die Gebote waren geschrieben mit dem Finger Gottes, haben wir gesagt. Das war der Finger Gottes, der dort geschrieben hat. Und dann heißt es in Lukas 11, Vers 20: „Wenn ich aber die Dämonen durch den Finger Gottes austreibe, Jesus sagt: „Mit dem Finger Gottes treibe ich die Dämonen aus, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen.“ Aber in Matthäus 12, Vers 28 sagt er: „Wenn ich aber die Dämonen durch den – was steht da?“ „Geist Gottes.“ Das heißt, der Finger Gottes, der die 10 Gebote schreibt, symbolisch steht für den Heiligen Geist. Was ist also die primäre Aufgabe des Heiligen Geistes? Das Gesetz zu schreiben. Heutzutage, ich möchte es sagen, auch vor einem Livestream, heutzutage wird viel darüber diskutiert, wer der Heilige Geist ist und was genau ist in der Natur und denkt so viel Streit und Debatte darüber, aber so selten wird doch über die primäre, wichtigste Aufgabe, von der die Bibel spricht, gesprochen. Dass nämlich der Heilige Geist eine Aufgabe hat, die zuvorderst vor allen anderen steht, nämlich, dass er das Gesetz Gottes schreibt. Und manchmal, glaube ich, wäre es besser, dass wir ihn einfach schreiben lassen.
[53:47] Denn es heißt in Sprüche 3, Vers 3b: „Binde sie um deinen Hals, schreibe sie auf die was?“ „Auf die Tafel.“ Woran denken wir bei Tafel? Bitte nicht an Essen denken. An die Gesetzestafel, nicht wahr? Aber hier gibt es auch eine Tafel deines Herzens. Und auf diese Herzenstafel sollen die 10 Gebote geschrieben sein. Und das ist das, was Hesekiel sagt: „Ich will meinen Geist in euer Inneres legen und werde bewirken.“ Jetzt, wer bewirkt das? Gott. Jesus bewirkt das. Nicht ich aus mir selbst aus, sondern Jesus bewirkt durch seinen Geist, dass ihr in meinen Satzungen wandelt und meine Rechtsbestimmungen befolgt und tut. Das heißt, der Heilige Geist schreibt, genauso wie der Finger Gottes auf die Steintafeln geschrieben hat: „Du sollst nicht töten, du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht stehlen“, schreibt er die Prinzipien, die Gedanken des Gesetzes Gottes mit all ihren Implikationen, Satz für Satz, Vorschrift auf Vorschrift, Linie auf Linie sozusagen, in mein Denken.
[54:52] Frage: Was muss ich tun, damit der Heilige Geist schreiben kann? Kann ich irgendetwas tun? Ich möchte es folgendermaßen illustrieren. Wenn ich morgen früh uns fragen würde, jeden Einzelnen: „Glaubst du, dass Jesus für dich am Kreuz gestorben ist?“ Würden wir alle die Hand strecken? Okay. Nehmen wir an, danach setze ich euch vor einen Fernseher – nicht gegen den Fernseher, ich will jetzt nicht gegen den Fernseher predigen, aber einfach nur als Illustration. Und ihr schaut sechs Stunden lang das deutsche Fernsehprogramm. Und nach sechs Stunden frage ich euch: „Glaubt ihr, dass Jesus euer Erlöser ist?“ Was würdet ihr sagen? Ja, hoffentlich. Frage: Während dieser sechs Stunden hat die Wahrheit, dass Jesus euer Erlöser ist, irgendetwas in eurem Denken bewirkt? Warum nicht? Weil die Synapsen, das Gehirn, auf eine andere Sache gerichtet war.
[55:52] Der Heilige Geist schreibt in unser Denken, wenn der Heilige Geist durch die Bibel in unser Denken kommt. Wenn meine Synapsen sozusagen, wenn meine grauen Zellen sich mit diesem Wort beschäftigen, wenn die Gedanken, die hier sind, hier irgendwie reinkommen, indem ich sie lese, wenn das sich aufeinander trifft, dann trifft der Heilige Geist auf mein Denken. Dann kann er schreiben. Und ich glaube, bei so vielen Christen heute steht der Heilige Geist mit angespitztem Bleistift vor dem Gehirn und wartet nur, dass er schreiben darf. Aber er bekommt die Gelegenheit, weil er wird nie rangelassen, weil da ständig andere Programme laufen. Und das ist eine Tragik. Denn was nützt es mir, wenn ich weiß, was die Wahrheit ist, aber der Heilige Geist diese Sachen nicht programmieren darf?
[56:42] Und deswegen sagt der David: „Das war keine poetische Beschreibung. Ich denke über dein Gesetz nach, Tag und Nacht.“ Der David war ein übertriebener Heiliger, war ein Fanatist. Der David hat ganz praktisch gewusst, was es heißt, das Gesetz Gottes im Herzen zu haben, darüber nachzudenken. Das heißt nicht, dass ich den ganzen Tag, zwölf Stunden am Tag mit der Bibel vor dem Kopf rumlaufe. Ich kann am Morgen etwas lesen und kann den ganzen Tag mit Gott verbunden sein, mit dem Heiligen Geist. Aber wenn ich nur fünf Minuten am Morgen und zehn Minuten am Abend meine Bibel aufschlage, um einen Bibelleseplan zu erfüllen oder einen Andachtstitel zu lesen, dann kann der Heilige Geist herzlich wenig schreiben. Und dann wundern wir uns, dass wir über Jahre hinweg irgendwie auf der Stelle treten.
[57:28] Aber Jesus sagt: „Ich will es tun. Ich will meinen Geist in mein Inneres legen. Ich will es bewirken, dass ihr meine Gebote befolgt und tut.“ Das, was Jesus den Neuen Bund nennt, ist eines meiner Lieblingsthemen in der vergangenen Zeit geworden. Der Neue Bund, mein Blut, das des Neuen Bundes. Jesus beschreibt, was der Neue Bund ist. Er sagt, das ist der Bund.
[57:48] den ich mit dem Haus Israel schließen werde. Nach jenen Tagen durch das Blut, das er vergossen hat auf Golgatha, spricht der Herr: Ich will ihnen meine Gesetze wohin? In den Sinn. Im alten Bund standen die zehn Gebote wo? Auf Steintafeln. Aber hier nützen sie mir nichts. Kein Mensch wird gerettet, weil er weiß, ja, die zehn Gebote sind gültig. Ein Mensch wird gerettet, wenn er die zehn Gebote durch Jesu Kraft in sein Denken, in sein Herz, in seine Gesinnung geben lässt und sie in seine Herzen schreiben. Und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein. Das sind zwei Komponenten im Neuen Bund. Die erste ist, dass Gott sein Gesetz in unser Herz schreiben möchte, in unser Denken, dass wir so denken, wie Gott denkt. Und die zweite Komponente ist, dass wir sein Volk sind, nicht über menschliche Mittel.
[58:35] Und jetzt ist hier die entscheidende Frage: Was passiert, wenn das Gesetz durch Gottes Geist in mein Herz hineinprogrammiert wird, hineingeschrieben wird, über einen Prozess, der natürlich nicht über Nacht fertig ist, aber der immer weiter geht? Was passiert irgendwann? Dann habe ich das Gesetz in meinem Herzen. Und das gleiche Gesetz ist in welchem Herzen auch? In Jesu Herzen. Und dann schlagen diese beiden Herzen gleichzeitig. Und wie nennt man das? Wie nennt man das? Liebe. Deswegen sagt die Bibel: Liebe ist die Erfüllung des Gesetzes. Liebe. Das meint die Bibel. Liebe Gott von deinem ganzen Herz, von deiner ganzen Seele. Das ist die Liebe, nach der Gott sich sehnt, dass wir im gleichen Takt denken. Eines der größten Zeichen von Liebe ist ja, dass meine Frau und ich die gleichen Gedanken haben, die gleiche Situation, dass wir die gleichen Dinge einschätzen, dass wir das gleiche Wissen, das gleiche Denken, weil wir unsere Herzen sozusagen im Gleichtakt schlagen. Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. Zuerst nur die Liebe, die Erfüllung des Gesetzes.
[59:39] Haben wir gesagt, das Gesetz ist was? Es ist vollkommen. Und die Bibel sagt, es erleuchtet die Augen. Und wenn wir das Gesetz so verstehen, werden wir es nicht mehr als ein Regelwerk sehen, dem wir uns beugen, sondern wir sehen, dass wir da wirklich erst eine enge Verbindung zu Jesus aufrechterhalten können. Mose hatte gesagt bekommen: Fürchtet euch nicht. Gott möchte, dass ihr nicht sündigt. Das ist das Ziel.
[1:00:03] Wir wollen abschließen mit einer Geschichte, die sich in Matthäus 19 zugetragen hat. Und siehe, einer trat dazu und fragte ihn: Guter Meister, was soll ich Gutes tun, um das ewige Leben zu erlangen? Das ist eine wichtige Frage, oder? Der hatte die wichtigste Frage gestellt, die man stellen kann: Was muss ich tun, um ins ewige Leben zu kommen? Und was sagt Jesus? Wenn du ins Leben eingehen willst, die Summe aller Lehre ist: Fürchte Gott und halte seine Gebote. Und der Jüngling ist ein bisschen, der fragt nochmal nach: Welche denn? Welche? Und jetzt ist es sehr konkret: Du sollst nicht töten, du sollst nicht Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsches Zeugnis reden, ehre deinen Vater und deine Mutter, du sollst deinen Nächsten lieben, wie dich selbst. Und der Jüngling sagt: Was sagt er? Das habe ich alles gehalten.
[1:00:53] Und jetzt sagt Jesus diesen merkwürdigen Satz: Willst du vollkommen sein, verkaufe, was du hast und gib es den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben und komm, folge mir nach. Also muss man mehr tun, als die zehn Gebote halten, oder? Stellen wir nochmal zurück. Was hat Jesus da wirklich gesagt? Welches Gebot ist das Gebot, du sollst nicht töten? Gebot Nummer sechs. Was ist das Gebot, du sollst nicht Ehe brechen? Sieben. Was ist, du sollst nicht stehlen? Acht. Was ist, du sollst nicht falsches Zeugnis reden? Jesus spricht zu dem Jüngling, ich bin der Jüngling, und ich rede zu Jesus, und Jesus sagt: Du musst Gebote halten. Nummer sechs, Nummer sieben, Nummer acht, Nummer neun. Was würden wir erwarten, was würde als nächstes kommen? Zehn, wäre logisch. Aber sagt Jesus, du sollst nicht falsches Zeugnis reden. Was ist das für ein Gebot? Was ist Gebot Nummer? Fünf. Das heißt, Jesus sagt, du musst halten, Gebot Nummer? Ehre Vater und Mutter. Entschuldigung, selbstverständlich. Aber das war natürlich richtig. Falsches Zeugnis reden ist das achte Gebot. Sehr gut aufgepasst. Aber er sagt, Ehre Vater und Mutter ist das fünfte Gebot. Mit anderen Worten, er sagt, du musst das sechste halten, das siebte halten, das achte halten, das neunte halten und das fünfte halten.
[1:02:01] Der Jüngling, einige gehen davon aus, dass er ein Pharisäer war, aber auch wenn er kein Pharisäer war, jedes Schulkind in Israel konnte nicht nur die zehn Gebote auswendig, auch die Psalmen 119 mit all seinen 172 Psalmen, weil das war das goldene ABC. Damit haben wir das ABC kennengelernt, dass nach dem neunten Gebot das zehnte kommt und nicht das fünfte. Und er hat sich gefragt, was macht denn Jesus da? Warum springt der? Warum lässt er eins aus? Warum lässt er dieses eine Gebot aus? Merkwürdig, oder? Und dann sagt er, das habe ich alles gehalten. Was hast du gehalten? Das fünfte Gebot hast, also das sechste Gebot hast, siebte, achte, neunte und das fünfte. Und dann stellt er diese Frage: Was fehlt mir noch? Was würden Sie antworten? Was fehlt wohl noch?
[1:02:45] Können wir sehen, dass die Antwort von Jesus: Willst du vollkommen sein, so geh hin und verkaufe, was du hast. Was sagt das zehnte Gebot? Du sollst nicht begehren. Was war wohl das Problem dieses Jünglings? Begierde. Nicht jeder Mensch, der Jesus nachfolgt, muss alles verkaufen. Nicodemus war wahrscheinlich so reich, sagt die Tradition, dass er Joseph für zehn Jahre hätte ernähren können, ohne selbst Mangel zu leiden. Aber Jesus sagt nicht zu Nicodemus: Verkaufe alles, was du hast. Weil das nicht das Problem von Nicodemus ist. Aber dieser reiche Jüngling, der das fünfte, sechste, siebte, achte, neunte Gebot gehalten hat, aber nicht das zehnte, der bekommt von Jesus eine Therapie. Verkaufe alles, was du hast und folge mir nach. Wenn du mir nachfolgst, durch meine Kraft, kannst du auch das zehnte Gebot halten. Aber die Bibel sagt, als der Mann das hörte, ging er was? Betrübt davon. Vielleicht sagst du: Ja, ich habe das, alle Gebote gehalten, bis auf dieses eine, das irgendwie übersprungen wurde. Geh nicht betrübt davon. Folge Jesus und folge ihm nach.
[1:03:45] Wie glücklich ist ein Volk, das auf Gottes Gesetz hört. Denn Gottes Gebote werden Verlängerung der Tage des Lebens und viel Frieden bringen. Und wenn wir hineinschauen und nicht nur vergessliche Hörer sind, sondern was? Wirkliche Täter. Dann werden wir glückselig sein in unserem Tun. Letzter Vers für heute, glaube ich. Glückselig sind, die seine Gebote halten. Das Wort für glückselig heißt im Griechischen einfach glücklich. Wer von uns möchte glücklich sein? Ich möchte glücklich sein. Ich möchte seine Gebote halten. Erster Johannes 5, Vers 3 sagt: Seine Gebote sind was? Nicht schwer. Warum? Wenn wir es in der Liebe tun zu Jesus, werden wir in dieser Bindung diese Liebe haben. Er sagt: Liebt ihr mich, so haltet meine Gebote. Das war der letzte Vers für heute.
[1:04:35] Wollen sie mit Gottes Hilfe ihre Gebote halten. Geboten folgend, nicht nur geschrieben in Stein, aber auch geschrieben in mein Herz durch den Heiligen Geist. Wer von uns möchte sagen: Das möchte ich tun. Ich möchte so eine Liebesbeziehung zu Gott haben, dass tatsächlich mein Herz und sein Herz im Gleichtakt schlagen. Ich wünsche, dass auch ihr, die ihr live zuschaut, genau diese Entscheidung trefft. Wir werden uns morgen treffen. Wir werden morgen Pause haben. Aber wir werden uns am Montag treffen, und zwar am 19.11. Und dann werden wir darüber sprechen, dass Gott nicht nur ein Herz hat, sondern dass sein Herz auch an einer ganz bestimmten Frequenz schlägt, einen bestimmten Herzschlag. Und wir werden noch näher kommen an das Herz und werden hören, in welcher Frequenz sein Herz schlägt. Ich hoffe, Sie sind gespannt. Sie dürfen das unter keinen Umständen verpassen. Und wenn Sie so ein bisschen irgendwie Gefühle hatten, da fehlt noch was. 19.11., 19 Uhr. Und dann am nächsten Tag, am 20. Die Täuschung. Beide Vorträge gehen Hand in Hand und dürfen auf keinen Fall diese beiden Vorträge verpassen. Wir werden eine Überraschung erleben, eine Täuschung aufdecken, die es wirklich in sich hat. Und dann am Freitag der Vorschule ganz besonders drauf ein besonderes Thema: Die Rückkehr. Ebenfalls 19 Uhr nicht verpassen.
[1:06:01] Und ich möchte jetzt den Abend abschließen mit einem kurzen Gebet und dann sind wir für heute beendet. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir dein Wort haben, dass du uns zeigst, dass du für uns Sorge trägst und dass du etwas in deinem Herzen trägst, dass du deinen Charakter, dein Wesen, deinem Gesetz zum Ausdruck gebracht hast. Nicht um einen unerreichbaren Standard zu bilden, um den Menschen ständig das Gewissen zu machen, sondern zu zeigen, wie Friede und Gerechtigkeit aussehen können. Und du hast uns auch erlöst, uns freigemacht, damit wir diesen Standard erreichen können. Du hast uns freigemacht, damit wir mit deinem Herzen Übereinkunft leben können. Du hast uns freigemacht, deine Gebote halten zu können. Und das wird der Maßstab sein in dem Gericht, über das wir gesprochen haben. Wenn der Satan uns verklagt, dann werden wir, weil wir alle unsere Akten, die wir übergeben haben, all unser Leben, Herr Jesus, dann wirst du von uns sprechen können. Du wirst zeigen, dass dein Blut alle unsere Sünden bereinigt hat, alle unsere Sünden vergeben hat und dass dein Blut gleichzeitig durch deinen Heiligen Geist auch in uns gewirkt hat, sodass wir tatsächlich jetzt nach deinen Geboten gelebt haben. Und das wird auch die Engel überzeugen, dass wir in den Himmel kommen dürfen. Und du wirst bald kommen, wir werden darüber sprechen in den nächsten Vorträgen. Wir möchten dich bitten, dass du uns bald wieder recht gesund zusammenführst, dass wir weiter studieren können, was du in deinem Wort zu sagen hast. Hab Dank dafür, dass wir dir folgen dürfen und dass du dein Wort so klar und deutlich uns zeigst. Amen.
[1:07:55] Musik
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