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Manuskript: CSH_2012_Q3_Folge1.pdf

In dieser Lektion der Cannstatt Study Hour 2012 Q3 taucht Christopher Kramp tief in die Anfänge des Evangeliums in Thessalonich ein. Er beleuchtet, wie Paulus und seine Mitarbeiter durch göttliche Führung nach Europa kamen und wie das Evangelium trotz Widerständen Fuß fasste. Ein besonderer Fokus liegt auf der Methode der Verkündigung, die sich an Jesu Vorbild orientierte: die gründliche Auslegung der alttestamentlichen Schriften, um den Juden den Messias Jesus Christus zu offenbaren. Die Lektion zeigt, wie diese bibeltreue Methode zu Bekehrungen führte und wie das Evangelium auch heute noch durch das Wort Gottes wirkt.

In dieser Lektion der Cannstatt Study Hour 2012 Q3 taucht Christopher Kramp tief in die Anfänge des Evangeliums in Thessaloniki ein. Er beleuchtet, wie Paulus und seine Mitarbeiter nach Europa kamen, die Herausforderungen, denen sie begegneten, und die Methode, mit der sie das Evangelium verkündeten. Ein besonderer Fokus liegt auf der detaillierten Auslegung alttestamentlicher Prophezeiungen, die Paulus nutzte, um den Juden in Thessaloniki die Identität Jesu als Messias zu offenbaren.

Die Predigt erklärt, wie Paulus die Schrift nutzte, um das Verständnis der Juden zu erweitern und ihre Erwartungen an den Messias zu korrigieren. Er zeigt auf, wie die alttestamentlichen Schriften auf das Leiden und Sterben des Messias hinwiesen und wie dies zur Grundlage für die Bekehrung vieler wurde. Die Lektion betont die Wichtigkeit der Schrift als Fundament des Glaubens und wie das Evangelium durch gründliche Analyse und Studium der Prophezeiungen nach Thessaloniki kam.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2012 Q3: Die Thessalonicherbriefe

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Transkript

[12:23] Gehorchta auf's Wort in Serien heißt es, als er aber dieses Gesicht gesehen hatte, waren wir so gleich bestrebt nach Mazedonien zu ziehen, indem wir daraus schlossen, dass uns der Herr berufen hatte, das Evangelium zu verkündigen. Paulus und seine Mitarbeiter gingen nicht einfach irgendwo hin, sondern sie warteten darauf, dass der Herr es bestätigt hat, dass der Herr sie ruft. Hat der Herr dich gerufen?

[12:47] In Vers 11 und 12 lesen wir jetzt die ersten Stationen, die Paulus und seine Mitarbeiter hier in Europa absolviert haben. Insbesondere in Vers 12, wo es heißt: "Und von dort nach Philippi, welches die bedeutendste Stadt jenes Teils von Mazedonien ist, eine römische Kolonie." Und hier in Philippi macht er seine ersten wirklich guten Kontakte. Wir finden in Vers 13 bis 15 die ersten Taufen, die in Philippi stattfinden. Und zwar ist da ganz vorneweg eine Frau namens Lydia, eine Purpurhändlerin, die mitsamt ihrem Haus getauft wird.

[13:28] Es heißt hier in Vers 14: "Und eine gottesfürchtige Frau namens Lydia, eine Purpurhändlerin aus der Stadt Thyatira, hörte zu, und der Herr tat ihr das Herz auf, so dass sie aufmerksam acht gab auf das, was von Paulus geredet wurde." Es war der Herr, der das Herz auftat. Es war der Herr Gott selbst, der einen missionarischen Erfolg in Europa gab. Gott selbst leitete die Mission in Europa, und Paulus folgte nur dort, wo Gott ihn hinführte.

[13:58] Aber dann in den nächsten Versen sehen wir, wie Satan es versucht, unter allen Umständen das Evangelium daran zu hindern, nach Europa zu kommen. In Vers 16 lesen wir von einer Magd, die ein Wahrsagegeist war und die in Vers 17 dem Paulus folgte und folgendes schrie: "Diese Männer sind Diener des höchsten Gottes, die uns den Weg des Heils verkündigen." Nun, die Worte für sich genommen sind wunderbar. Es gibt nichts Falsches theologisch gesehen an diesen Worten. Das Problem war die Art und Weise, wie diese Frau das hinter den Männern, Paulus und seinen, also seinen Mitarbeitern, hinterher schrie und die Tatsache, dass diese Frau dafür bekannt war, dass sie einen Wahrsagegeist hatte und dass sie durch dieses Wahrsagen ihren Arbeitgebern viel geldlichen Gewinn gebracht hatte.

[14:41] Als nun diese Frau, die stadtbekannt war für ihren okkulten Einfluss und für ihre okkulten Praktiken, hinter Paulus und seinen Mitarbeitern hinterher lief und sie in schrillen Tönen lobte, da musste der normal denkende Beobachter glauben, dass auch Paulus und seine Mitarbeiter mit dem, was sie tun, zu tun haben mit den okkulten Praktiken dieser Frau und ihrer Arbeitgeber. Und so kann es mal sein, dass die Art und Weise, wie die richtigen Worte an den Mann gebracht werden, im Gegenteil eigentlich das Evangelium verhindern. Nicht die Worte allein sind entscheidend, sondern auch die Art und Weise, welche Methoden dabei verwendet werden und wer es sagt. Wenn das Ganze äußerlich an Rebellion erinnert, dann ändern auch die Worte daran nichts. Wenn das Ganze äußerlich, die ganzen äußeren Umstände an Wahrsagerei und Okkultismus erinnern, dann ändern auch die Worte nichts mehr daran. Und wenn das Ganze äußerlich an Weltlichkeit erinnert, das ein Thema, was auch zum Beispiel die Musik betrifft, dann ändern auch die guten christlichen Worte nichts mehr daran.

[15:50] Paulus jedenfalls wurde irgendwann unwillig. In Vers 18 heißt es: "Und dies tat sie viele Tage lang. Paulus aber wurde unwillig, wandte sich um und sprach zu dem Geist: Ich gebiete dir in dem Namen Jesu Christi, von ihr auszufahren!" Und daraufhin entsteht ein großer, großer Aufstand und man versucht Paulus und seine Mitarbeiter zu, ja, in die Mangel zu nehmen und sie werden ins Gefängnis gesteckt.

[16:18] Interessanterweise, das finde ich eine sehr interessante Episode. In Vers 25 haben sich Paulus und Silas nicht davon beirren lassen. Selbst als sie ins Gefängnis gesteckt wurden, Vers 25 heißt es: "Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobten Gott mit Gesang, und die Gefangenen hörten ihnen zu." Und Gott hat auch zugehört. Und Gott befreit sie. 26: "Da entstand plötzlich ein großes Erdbeben, so dass die Grundfesten des Gefängnisses erschüttert wurden, und sogleich öffneten sich alle Türen und die Fesseln aller wurden gelöst." Nun, wir kennen die Geschichte, wahrscheinlich hat der Kerkermeister große Angst, dass er sein Leben verliert, dass jetzt die ganzen Gefangenen weglaufen. Aber sie bleiben alle dort, und der Kerkermeister ist erstaunt über so viel Ehrlichkeit und über so viel Aufrichtigkeit. Diese Männer, Paulus und Silas, sind offensichtlich ganz anders als der Rest, und sie haben einen guten Einfluss auch im Gefängnis gehabt.

[17:13] Und durch diese scheinbare Niederlage zunächst einmal für das Evangelium, die die Gefangennahme der Apostel und dass sie ins Gefängnis gesteckt wurden, erweist sich jetzt als ein erstaunlicher Sieg, denn der Kerkermeister und sein ganzes Haus werden getauft. Und eine gerichtliche Untersuchung ergibt auch, dass man Paulus und Silas hier fälschlicherweise gefangengehalten hat, und sie werden auch aus der Stadt hinaus gebeten. Interessanterweise, das könnt ihr nachlesen in den Versen 35 bis 40, gibt sich Paulus nicht damit zufrieden, einfach durch die Hintertür abgeschoben zu werden, sondern möchte in aller Öffentlichkeit noch einmal eine Entschuldigung hören von den Autoritäten, warum sie ohne Grund gefangen gehalten worden sind. Das ist ein sehr interessanter Punkt hier an dieser Sache.

[17:56] Nun, wir können uns vorstellen, wie Paulus und Silas vermutlich ausgesehen haben. Sie wurden geschlagen, sie wurden ins Gefängnis gesteckt, und das ist auch an ihrem Körper nicht ohne Spuren geblieben. Aber trotzdem waren sie gleichzeitig jetzt erfüllt von dieser erstaunlichen Erfahrung, dass ein Erdbeben geschehen ist, dass sie befreit hat, das ganze Gefängnis um sie rum ist in Stücke gefallen, und wie dieser Kerkermeister sich bekehrt hat. Was für eine erstaunliche Geschichte! Und mit dieser Geschichte im Hinterkopf, mit den Narben im Körper, machen sie sich jetzt auf den Weg und trösten noch die Gemeinde-Geschwister im Haus der Lydia und dann gehen sie weiter.

[18:32] Die Bibel sagt, dass sie jetzt weiterziehen. Im Kapitel 17 und dort ab Vers 1 heißt es: "Und jetzt kommen wir zu dem entscheidenden Punkt unserer heutigen Studie. Sie reisten aber durch Amphipolis und Apollonia und kamen nach Thessaloniki, wo eine Synagoge der Juden war." Also, Paulus auf seinem Weg jetzt dem Ruf nach Mazedonien, nach Europa zu folgen, geht jetzt von Stadt zu Stadt. Nach seinem ersten großen Aufenthalt in Philippi geht er zu den nächsten Städten, wie sie heißen: Apollonia und Amphipolis, und kommt jetzt nach Thessaloniki. Und dort sagt es, dass die Juden eine große Synagoge hatten, und das war für Paulus immer ein wichtiger Haltepunkt, denn oftmals sehen wir, dass er in seiner Mission zunächst einmal versuchte, die Juden zu erreichen, weil die ja schon eine ganze Menge der Bibel kannten, sie kannten das gesamte Alte Testament, und wenn er sie gewinnen würde, hätte er viel mehr Potenzial, um dann auch die Heiden zu gewinnen.

[19:33] Und so arbeitet Paulus gemäß seiner Methode, und die wird in Vers 2 beschrieben. Lesen wir gemeinsam Vers 2. Apostelgeschichte 17, Vers 2: "Paulus aber ging nach seiner Gewohnheit zu ihnen hinein und redete an drei Sabbaten mit ihnen aufgrund der Schriften." Also, halten wir fest, Paulus hat hier am Sabbat gepredigt, hat mit ihnen am Sabbat Gottesdienst gefeiert. Und nach seiner Gewohnheit, das heißt nach seiner Methode, ging er am Sabbat zum Gottesdienst, natürlich, und predigte zu den Juden aufgrund der Schrift.

[20:07] Nun, diese Methode hat sich Paulus nicht ausgedacht. Wir können das gemeinsam lesen in Lukas 4, Vers 16, dass Paulus die Methode von Jesus imitiert hat. Und das ist das Geheimnis des großen Gemeindewachstums in der Apostelgeschichte. So viele Seminare werden angeboten, um zu studieren, warum haben die Apostel in der Urchristenheit so einen gewaltigen Erfolg gehabt? Wo es doch so einfach ist. Die Apostel haben einfach die Methode Jesu imitiert, denn nur die Methode Jesu wird wahren Erfolg geben.

[20:38] In Lukas 4 und dort Vers 16 lesen wir: "Und er, Jesus, kam nach Nazareth, wo er erzogen worden war, und ging nach seiner Gewohnheit am Sabbattag in die Synagoge und stand auf, um vorzulesen." Jesus ging auch nach seiner Gewohnheit am Sabbat in die Synagoge und hat dort gepredigt, natürlich mit dem Ziel, sein Volk zuerst, die Juden, zu gewinnen, damit er, wenn er die Juden gewinnt, mit den Juden gemeinsam dann die Welt erreichen kann. Das war das erklärte Ziel des Messias.

[21:06] Und so hat auch Paulus gearbeitet. In Johannes 18 und dort Vers 20, da macht Jesus diesen Punkt noch mal deutlich. Johannes 18, Vers 20: "Ich habe öffentlich zu der Welt geredet. Ich habe stets in der Synagoge und im Tempel gelehrt, wo die Juden immer zusammenkommen, und im Verborgenen habe ich nichts geredet." Jesus hat in seiner Verkündigungsstrategie keine Geheimnisse angewandt oder irgendwie so Geheimzirkel gebildet. Immer öffentlich, dort, wo die Gläubigen zusammenkamen, gepredigt und gelehrt. Und Paulus verfolgt genau diese Methode.

[21:43] Gehen wir gemeinsam wieder zur Apostelgeschichte 17 und schauen weiter, wie jetzt diese Methode sich konkretisiert hier in Thessaloniki. Paulus also, der Thessaloniki betreten hat, diese neue Stadt für ihn, drei Sabbate hintereinander geht er zu der großen Synagoge und predigt von den Juden. Und zwar folgendes, Vers 3: "Aus dem Alten Testament natürlich, indem er erläuterte und darlegte, dass der Christus leiden und aus den Toten auferstehen musste, und sprach: Dieser Jesus, den ich euch verkünde, ist der Christus." Und hier haben wir ein klassisches Beispiel dafür, was Paulus meint, wenn er sagt: "Den Juden, den Juden und ein Grieche, Grieche." Paulus hat sich versucht, in die Denkweise der Juden hineinzuversetzen, um dann ihnen zu helfen, Jesus anzunehmen.

[22:33] Hätte er gleich gesagt: "Jesus ist der Christus", hätte das nichts gebracht. Aber zunächst einmal wollte er ihn aus den Schriften zeigen, aus dem Alten Testament, dass der Messias, auf den sie warteten, bestimmte Eigenschaften erfüllen muss, von denen die Juden nicht mehr so viel im Hinterkopf hatten, nämlich nicht nur, dass der Messias ein König ist, sondern dass er leiden müsste.

[22:57] Diese Methode, auf das Alte Testament zurückzugreifen und aus dem Alten Testament, aus den Schriftstellen der alten Prophezeiung, den Punkt zu gewinnen. Auch diese Methode hat sich Paulus nicht selbst ausgedacht. Wir finden diese Methode deutlich beschrieben in Lukas 24.

[23:15] In Lukas 24 und dort die Verse 26 und 27, dort ist es Jesus selbst, der sagt: "Musste nicht der Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen?" Und er begann bei Mose und bei allen Propheten und legte ihnen aus allen Schriften, was sich auf ihn bezieht. Jesus hat genau die gleiche Methode verwendet, hat sich auf das Alte Testament bezogen und hat dort in den Prophezeiungen gezeigt, was die Bibel eigentlich wirklich lehrt über den Messias, im Kontrast zu dem, was die breite Öffentlichkeit sich eingebildet hat über den Messias. Jesus hat mithilfe der Schrift die populären Irrtümer aufgedeckt, um dann sozusagen den Boden vorzubereiten für den entscheidenden Punkt, nämlich, dass er der Christus ist.

[24:06] Und wir können das auch lesen in Vers 32, dass das eine gewaltigen Effekt hatte auf die Jünger. Dort heißt es: "Und sie sprachen zueinander: Brannte nicht unser Herz in uns, als er mit uns redete auf dem Weg und als er uns die Schriften öffnete?" Wenn wir diese Methode anwenden, die Methode Jesu, die Schrift zu öffnen, dann wird es im Herzen der anderen Menschen brennen. Paulus wollte, dass das Herz der Menschen brennt für die Wahrheit.

[24:28] Und seit er diese Methode angewandt hat. Wir finden auch in Vers 44 und 45 das gleiche. Vers 44 und 45: Er sagt zu ihnen: "Das sind die Worte, die ich zu euch geredet habe, als ich noch bei euch war, dass alles erfüllt werden muss, was im Gesetz Mose, unter den Propheten und den Psalmen von mir geschrieben steht." Da öffnet er ihnen das Verständnis, damit sie die Schriften verstanden. Die Annahme von Jesus als dem Messias ist nur möglich, wenn man die Schrift versteht.

[25:01] Und Paulus wollte nicht einfach nur kraft seiner rhetorischen Fähigkeiten, dass den Punkt rüberbringen, sondern er wollte es genau an der Schrift prüfen. So kam das Evangelium nach Thessaloniki. Das ist sehr wichtig für uns zu verstehen, dass die Thessalonicher nicht einfach durch Wunder bekehrt wurden oder durch außergewöhnliche Erfahrung oder Emotion oder schöne Musik, sondern durch eine sehr gründliche Analyse und ein sehr gründliches Studium der alttestamentlichen Prophezeiung. Das war der Hintergrund, so sind die Thessalonicher zum Glauben gekommen. Und das müssen wir wissen, damit wir dann auch den Thessalonicherbrief oder die Thessalonicherbriefe vielmehr verstehen können. Es waren Menschen, die gewohnt waren, aus dem Alten Testament die Prophezeiung genauestens zu analysieren und genauestens miteinander zu vergleichen.

[25:44] Schauen wir gemeinsam oder erinnern wir uns ganz kurz noch daran, dass diese Methode von vielen anderen Aposteln auch verwendet wurde. Wenn wir uns die Predigt von Petrus anschauen in der Apostelgeschichte 2, dann sehen wir genau die gleiche Methode. Wenn wir uns die Predigt anschauen von Stephanus in der Apostelgeschichte 7, dann finden wir ein Musterbeispiel dafür, wie er durch das ganze Alte Testament geht, irgendwann natürlich unterbrochen wird durch das Zähneknirschen der Pharisäer, und versucht, damit seinen Punkt deutlich zu machen. Paulus war also nicht alleine mit seiner Methode, sondern alle Jünger haben diese Methode angewandt, weil es die Methode Jesu war.

[26:22] Es war die Methode Jesu, und gerade der dreifache Vers, wir brauchen sich aufschlagen, nur für euch als Hinweis, könnt ihr dann auch später noch nachlesen. Galater 3, Vers 1 macht deutlich, dass Paulus in der Lage war, die Leiden Jesu anhand des Alten Testaments sehr deutlich und grafisch darzustellen. Er sagt, dass er den Galatern Christus als gekreuzigt vor Augen gemalt hat.

[26:44] Wie wird es also gewesen sein, als Paulus dort in jener Synagoge stand an diesen drei Sabbaten und gepredigt hat? Wo wir da angefangen haben, was wird er gepredigt haben? Wie wird er die alttestamentlichen Schriftstellen aneinandergereiht haben? So oder so ähnlich wird es gewesen sein. Da Jesus immer von vorne anfing, wird auch Paulus wahrscheinlich von vorne angefangen haben. Und die erste Verheißung auf den Christus, die findet sich in 1. Mose 3, Vers 15. Stellen wir uns also vor, wie Paulus seinen jüdischen Brüdern und Schwestern die Schrift öffnet und mit 1. Mose 3, Vers 15 beginnt, wo er ganz deutlich macht, dass Gott eine Verheißung gegeben hat: "Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen."

[27:37] Wie Gott damals der Schlange, dem Satan, gesagt hatte, dass Gott selbst eine Feindschaft setzen kann zwischen dem Menschen, der sich an Satan hingegeben hat, und Satan selbst. Gott ist in der Lage, durch sein Eingreifen, die Menschen, die seine Feinde geworden sind, wieder zu seinen Freunden zu machen, und zwar durch den Samen der Frau. Und das macht auch deutlich, dass ein Kampf stattfindet, ein geistlicher Kampf, und Paulus wird vielleicht gesprochen haben über diesen geistlichen Kampf zwischen Gut und Böse, der die Grundlage ist für das Verständnis dessen, was auf dieser Welt passiert. Und dass die Hoffnung, dass wir wieder Feinde Satans sein können, das heißt Freunde Gottes, in dem Samen der Frau liegt.

[28:19] Und dann brauchte Paulus nur zu 2. Mose 22 zu gehen. In 1. Mose 22, Vers 18, diese unglaubliche Geschichte von Abram, der seinen Sohn opfert, wo dieses Bild vom Opfer, vom freiwilligen Opfer eines Sohnes. Und ich kann mir vorstellen, dass Paulus hier vielleicht längere Zeit darauf verwendet hat, zu zeigen, wie der Vater seinen Sohn gibt. In dieser Geschichte finden wir Vers 18, den entscheidenden Punkt: "Und in deinem Samen sollen alle Völker der Erde gesegnet werden, weil du meiner Stimme gehorsam warst." Und weil Paulus ein Pharisäer war, ein Schriftgelehrter, der das Hebräische nur zu gut kannte, wusste er etwas, was er uns auch im Galaterbrief dann deutlich macht. Er kannte ein Detail der hebräischen Grammatik, das wir vielleicht im Deutschen übersehen, weil es nicht so deutlich rüberkommt.

[29:06] Er lässt uns nämlich wissen, und das wird er auch den Thessalonichern haben wissen lassen. In Galater 1, Verzeihung, Galater 3, Vers 16 sagt er: "Es sind aber die Verheißungen dem Abram und seinem Samen zugesprochen worden. Es heißt nicht: und den Samen (als von vielen, also Plural), sondern als von einem (Einzahl, Singular) und einem Samen, und dieser ist Christus." Paulus zitierte direkt aus 1. Mose 22, Vers 18, erzählt die Geschichte von dem Opfer und erklärt dann, dass der hebräische Text, er legt es aus, dass dieser hebräische Text von einer einzelnen Person spricht.

[29:46] In diesem Samen werden alle gesegnet werden. Das ist der Erlöser. Es wird nur ein Erlöser geben, der Same, der Messias.

[29:58] Er wird auch deutlich gemacht haben, was 5. Mose 18, Verse 15 und 18 beschreiben. 5. Mose 18, Vers 15: "Der heißt es: Einen Propheten wie mich wird dir der Herr, dein Gott, erwecken aus deiner Mitte, aus deinen Brüdern; auf ihn sollt du hören." Paulus wird deutlich gemacht haben, dass der kommende Prophet, der kommende, den Mose schon angekündigt hat, ein Prophet sein wird wie Mose. Was war das Besondere an Mose? Das Besondere an Mose war, dass er das Volk aus der Sklaverei geführt hat und dass dieses Hinausführen aus der Sklaverei durch ein Opfer geschah, durch das makellose Lamm, das am Passahfest geschlachtet wurde, durch das Blut, das an die Türpfosten gestrichen wurde. Und so ein Prophet wie Mose, der das Gleiche tun würde.

[30:44] So würde auch der Messias sein, jemand, der aus der Sklaverei befreien würde. Und es macht Sinn. Und auf ihn sollte man hören, seine Stimme sollte beachtet werden.

[31:00] Interessanterweise sagt Mose dann weiter in Vers 16: "Ganz so, wie du es von dem Herrn, deinem Gott, am Horeb erbeten hast, am Tag der Versammlung, in dem du sprachst: Ich will von nun an die Stimme des Herrn, meines Gottes, nicht mehr hören und das große Feuer nicht mehr sehen, damit ich nicht sterbe." Mose bezieht sich auf die Stelle, als Gott die zehn Gebote gegeben hatte, jenes große Gesetz mit Feuer und mit Blitzen und mit Rauch und mit Schofarhorn, als die Israeliten zitternd dastehen und plötzlich ihre Sündhaftigkeit erkannten und erkannten, dass sie jemanden brauchten, der für sie vermittelt.

[31:36] Und dieser Prophet, das ist, was er, was Mose sagen wird, was Paulus auch herausbringt in seinen Predigten, dann: Dieser Prophet, der kommen soll, wird offensichtlich diese Vermittlung darstellen zwischen dem sündigen Menschen und dem gerechten, heiligen Gott und seinem Gesetz, so dass man das Gesetz hören kann und trotzdem leben kann. Der Prophet, der das sündige Volk und das Gesetz wieder vereint.

[32:05] Das 18 heißt es dann: "Ich will ihnen einen Propheten wie dich aus ihrer Mitte, aus ihren Brüdern, erwecken und meine Worte in seinen Mund legen; der soll alles zu ihnen reden, was ich ihm gebieten werde." Dieser Prophet würde das Wort Gottes predigen.

[32:21] Und von da ist nur ein kleiner Schritt zur großen Wahrheit von Johannes 1, Vers 1, dass dieser Prophet tatsächlich das Wort Gottes war.

[32:33] Paulus wird weitergegangen sein zu dem Punkt, dass es eine Heils-Linie gab, die direkt auf diesen Propheten, auf diesen kommenden Messias hingewiesen hat. Die findet sich schon in 1. Mose 49.

[32:44] Und dort Verse. Paulus wird darauf deutlich gemacht haben, dass der Messias durch den Stamm Juda kommen würde, denn es heißt in Vers 10: "Es wird das Zepter nicht von Juda weichen, noch der Herrscherstab von seinen Füßen, bis der Schilo kommt, und ihm werden die Völker gehorsam sein." Der kommende Messias, auf den die Juden warten müssten, ein Friedensfürst, denn das ist, was Schilo meint, jemand, der Ruhe und Frieden und Trost bringt.

[33:15] Interessanterweise heißt es in Vers 11: "Er wird seine Füllen an den Weinstock binden und das junge seiner Esel an die Edelrebe. Er wird sein Kleid im Wein (das heißt im Traubensaft) waschen und seinen Mantel in Traubensaft." Ich kann mir vorstellen, wie es Paulus wahrscheinlich in den Fingern gejuckt hat, hier schon eine Anwendung zu machen auf die Worte Jesu, dass das Traubensaft ein Symbol ist für das Blut, das vergossen wurde, um Frieden zu machen, nicht nur für die Juden, sondern für alle Völker.

[33:48] Der kommende Messias aus dem Stamm Juda. Immer wieder wird Paulus die Anspielung gemacht haben auf das Bild des Opfers, auf das Bild des Blutes. Diese königliche Linie, diese königliche Linie, die durch den Stamm Juda hindurchging, durch Abram, Isaak, Jakob, Juda, die würde dann auch durch die Familie von Isaak gehen, so wie uns Jesaja 11.

[34:11] Und dort Vers 1 heißt es in Jesaja 11: "Und er wird ein Zweig hervorgehen aus dem Stamm Isai und ein Schössling hervorbrechen aus seinen Wurzeln." Das heißt, der Messias müsste aus der Familie Isaak kommen, ein Spross.

[34:28] In Jesaja 55 und dort Vers 3 heißt es: "Neigt eure Ohren und kommt her zu mir; hört, so wird eure Seele leben, denn ich will euch einen ewigen Bund gewähren, die gnädigen Güter Davids, die zuverlässig sind. Ich habe ihn zum Zeugen für Völkerschaften bestimmt, zum Fürsten und Gebieter von Völkern." Der kommende, der Prophet, der Messias, würde nicht nur ein König sein für das Volk Israel, sondern ein König sein für alle Völker.

[34:56] Und so hat Paulus versucht, dieses Missverständnis der Juden gerade zu rücken, dass der kommende Messias ein irdischer König sein würde für das Volk Israel, das gegen andere Königreiche kämpfen würde. In Vers 5 heißt es: "Siehe, du bist ein Volk berufen, das du nicht kennst, und ein Volk, das ich nicht kannte, wird dir zulaufen, wegen des Herrn, deines Gottes, und um des Heiligen Israel willen, weil er dich herrlich gemacht hat." Paulus zeigt dem Volk Israel, dass der wahre Messias nicht die Römer vertreiben würde, sondern der wahre Messias die Römer anlocken würde, und die Griechen.

[35:27] Und vielleicht hat er wieder im Hinterkopf gehabt diese Geschichte, als die Griechen kurz vor der Kreuzigung zu Jesus kamen und sagten: "Herr, wir wollen gerne Jesus sehen." Die alten testamentlichen Prophezeiungen waren so deutlich, und Paulus musste Schritt für Schritt aufbauen, um den Juden zu zeigen, aus den Schriften, die sie anerkannten, was sie selbst nicht wirklich verstanden über den Messias.

[35:52] Weiter wieder gemacht haben vielleicht mit Jeremia 23. Jeremia 23 und dort Vers 1, wo Gott ausruft: "Wehe den Hirten, welche die Schafe meiner Weide verderben und zerstreuen, spricht der Herr. Darum spricht der Herr, der Gott Israels, über die Hirten, die mein Volk weiden: Ihr habt meine Schafe zerstreut und versprengt und nicht nach ihnen gesehen. Siehe, ich werde an euch die Bosheit eurer Taten heimsuchen, spricht der Herr."

[36:14] Es ist ganz, ganz einfach wahrscheinlich für Paulus gewesen, hier eine Anwendung zu machen auf die Führer des Volkes Israels, die das Volk nicht mehr zusammengehalten haben, sondern in viele verschiedene kleine Gruppierungen und Sekten aufgesplittert haben. Denn Jesus selbst hat er gesehen, dass das Volk wie ein Volk und Hirten war, die Schafe ohne Hirten.

[36:39] Und dann in Vers 5 und 6 im gleichen Kapitel heißt es: "Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da werde ich dem David einen gerechten Spross erwecken, der wird als König regieren und weise handeln." Und wahrscheinlich, wenn Juden gesagt haben: "Schau her, siehst du, der Messias wird ein König sein", und Paulus wird gesagt haben: "Ja, er wird weise handeln, er wird Recht und Gerechtigkeit schaffen auf Erden."

[37:03] "In seinen Tagen wird Juda gerettet werden und Israel sicher wohnen, und das ist der Herr, den der Name, den man ihm geben wird: Der Herr ist unsere Gerechtigkeit." Und alles, was er jetzt tun musste, war zu Daniel 9 zu gehen, Vers 24, wo es heißt, dass eine ewige Gerechtigkeit eingeführt werden wird, wodurch, dadurch, dass ein kommender Fürst, der Messias, zerbrochen wird, dass er nicht mehr sein wird, dass er Schlachtopfer und Speisopfer abschaffen wird, dass er das Opfer sein wird.

[37:38] Und das Ganze noch verbunden mit einer Zeitprobe, die so deutlich in eine Zeitperiode, wie es die nur aus Sicht der Thessalonicher Gemeinde nur vor wenigen Jahren stattgefunden hat. Und ich glaube, so langsam haben die Juden begriffen, worauf Paulus hinaus wollte.

[37:57] In Jeremia 23, 7 hat es dann geheißen: "Darum siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da man nicht mehr sagen wird: So war der Herr, der die Kinder Israels aus dem Land Ägypten herausgeführt hat." Mit anderen Worten, dieser kommende Messias, der als König regieren wird, wird das Erlebnis in den Schatten stellen. Man wird nicht mehr sagen: "So wie aus Ägypten befreit worden sind", man wird dann sagen: "So wie uns der Messias befreit hat aus der Sklaverei durch ein Opfer, durch ein makelloses Opfer, durch Blut."

[38:30] Dieser König würde leiden. Das würden verschiedene Positionen, verschiedene Textstellen sehr deutlich machen. In Jeremia 33, Verse 17 und 18. Da hieß es: "Denn so spricht der Herr: Es soll David nie an einem Mann fehlen, der auf dem Thron des Hauses Israel sitzt. Auch den Priestern, Leviten, soll es nie an einem Mann fehlen, von einem Angesicht, der allezeit Brandopfer darbringt und Speisopfer darbringt und Schlachtopfer zurichtet." Diese Verheißung war eine doppelte: Der Kommende sollte ein König sein, aber gleichzeitig ein Hoherpriester.

[39:09] Denn Paulus konnte zeigen aus Daniel 9, dass das buchstäblich Israel irgendwann aufhören würde. Und er konnte zeigen in Jesaja 9.

[39:25] In all diesen wunderbaren Prophezeiungen. Jesaja 9 und dort Vers 1 heißt es: "Das Volk, das in der Finsternis wandelt, hat ein großes Licht gesehen; über den Bewohnern des Landes des Todesschattens ist ein Licht aufgeleuchtet."

[39:41] Als Gott am ersten Tag das Licht schuf, war da die Schöpfung vollkommen? Nein, es war nur der erste Schritt. Und so wie der erste Schöpfungstag der erste Schritt war in einer ganzen Reihe von Ereignissen, die eine Zeitperiode darstellten, so würde das Kommen des Messias der erste Schritt sein in einer Reihe von Ereignissen, die man dann als die Heilsgeschichte bezeichnen.

[40:05] Das Kommen des Messias wäre kein abgeschlossenes Ereignis, sondern das erste Kommen des Messias, der Beginn von vielen weiteren Ereignissen. Sogar sein Geburtsort war vorhergesagt worden. In Micha 5 und Vers 2.

[40:16] Da hatte die Bibel vorhergesagt. Micha 5, Vers 2. Verzeihung, in Vers 1 ist es im Deutschen: "Und du, Bethlehem Ephrata, du bist zwar gering unter den Hauptorten von Juda, aber aus dir soll mir hervorkommen der Herrscher über Israel werden soll, dessen Hervorgehen von Anfang, von den Tagen der Ewigkeit her gewesen ist."

[40:40] Paulus hat Punkt für Punkt all die verschiedenen Details über den kommenden Messias, oder den aus der Zeit des Alten Testaments gesehen, kommenden Messias verdeutlicht, auf den die Juden auch in Thessaloniki gewartet hatten.

[40:56] Und dann musste nur etwas zum Wirken des Messias. Was würde der Messias tun? Würde er die Römer vertreiben, oder was sagt die Prophezeiung? Die Prophezeiung sagt in Jesaja 61 und dort Vers 1 und 2: "Der Geist des Herrn, des Herrschers, ist auf mir, weil der Herr mich gesalbt hat, den Armen frohe Botschaft zu verkündigen. Er hat mich gesandt, zu verbinden die zerbrochenen Herzen, den Gefangenen Befreiung zu verkünden und Öffnung des Kerkers den Gebundenen, um zu verkündigen das angenehme Jahr des Herrn."

[41:22] Der Messias würde nicht kommen, um die Römer zu vertreiben. Der Messias würde kommen, um Arme zum Gott zu führen, um Sünder zu retten, um Kranke zu heilen. Das war die Aufgabe des Messias, und das mussten Juden verstehen.

[41:41] Und Jesaja 42, Vers 1 und 4. Da konnte Paulus ohne jeden Zweifel beweisen, dass der Messias nicht nur für das Volk Israel kommen sollte. Das heißt es: "Siehe, das ist mein Knecht, den ich erhalte, mein Auserwählter, an dem ich meine Seele wohlgefallen hat. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt; er wird das Recht zu den Heiden hinaustragen."

[42:09] Statt die Heiden zu vertreiben, würde er das Recht, das Gesetz Gottes, die Lehre Gottes zu den Heiden tragen, so wie es in Vers 4 heißt: "Er wird nicht ermatten und nicht zusammenbrechen, bis er auf Erden das Recht gegründet hat, und die Inseln, die Griechen, dort, wo Paulus gerade war, die Europäer, werden auf seine Lehre warten."

[42:24] Wir können uns vorstellen, wie Paulus an einem dieser Sabbate in der Synagoge stand und den Juden zeigt: "Schaut her, hier hat Gott vor über 600 Jahren, vor über 800 Jahren, genau das prophezeit." Und die Bibel würde ganz deutlich machen, dass der Messias leiden würde.

[42:47] In Micha 4 und dort Vers 14. Und das war der Punkt, auf den es jetzt Paulus am meisten ankam, den auch Apostelgeschichte sehr betont. In Micha 4 und dort Vers 14 heißt es: "Nun aber schließt er da ein, du Starr, du Schar! Man hat eine Belagerung gegen uns aufgestellt; mit dem Stab haben sie dem Richter Israels ins Gesicht geschlagen."

[43:18] Paulus wird deutlich machen, dass der kommende Richter Israels geschlagen werden würde, mit einem Stab ins Gesicht. Der Richter Israels, auf den die Juden warten würden, geschlagen werden ins Gesicht. Was für eine Demütigung! Kein glorifizierender König, der die Römer vertreibt, sondern der geschlagen wird ins Gesicht.

[43:37] Und mehrere Bibelstellen könnten sich dafür anführen lassen. In Jesaja 50 und dort Vers 6. In Jesaja 50 und dort Vers 6, da heißt es: "Meinen Rücken bot ich denen, die mich schlugen, und meine Wangen denen, die mich raufte. Mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel." Und er wird die Juden gefragt haben: "Paulus, ist das der Messias, auf den ihr wartet? Habt ihr so ein Bild vom Messias? Das ist jedenfalls das biblische Bild vom Messias. Dem Messias, auf den wir warten, muss jemand sein, der geschlagen worden ist, der bespuckt worden ist."

[44:17] Im Psalm 22 und dort Vers 6 bis 8. Da heißt es: "Zu dir riefen sie und haben Rettung gefunden; auf dich vertrauten sie und wurden nicht zuschanden. Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und verachtet vom Volk. Alle, die mich sehen, spotten über mich, sie reißen den Mund auf und schütteln den Kopf." Der Messias würde verspottet werden, er würde verachtet werden.

[44:47] In Vers 17 und 18. Vers 16 und 17 heißt es: "Meine Kraft ist vertrocknet wie eine Scherbe, meine Zunge klebt an meinem Gaumen, und du legst es mich in den Staub des Todes. Denn Hunde umringten mich, eine Rotte von Übeltätern umgibt mich; sie haben meine Hände und meine Füße durchgegraben." Der kommende Messias würde Wunden haben in den Füßen und in den Händen.

[45:09] Und als die Juden immer mehr diese Stellen in der Bibel miteinander zusammenbrachten, hat der Heilige Geist ein Wunder getan, zumindest an einigen. Er hat ihnen deutlich gemacht, was die Bibel wirklich über den kommenden Messias gesagt hat.

[45:23] Im Psalm 69 und dort Vers 8 und 9. Im Psalm 69 und dort Vers 8 und 9 heißt es: "Denn um deines Willen trage ich Schmach und Schande. Entstellt bin ich meinen Brüdern, oder entfremdet geworden den Söhnen meiner Mutter." Ein Text nach dem anderen zeigt, dass der kommende Messias leiden würde, verurteilt werden würde, verachtet werden würde.

[45:57] Und dann musste Paulus nur noch zu dem Text gehen, der wie kein anderer diesen entscheidenden Punkt verdeutlicht: Jesaja 53. Und es wird sehr ruhig gewesen sein in diesem Moment in der Synagoge von Thessaloniki, als Paulus den Juden zeigt, dass genau dieser Punkt, dass der Messias leiden würde, eben vom Volk Gottes nicht verstanden werden würde. Denn es heißt im Vers 1: "Wer hat unserer Verkündigung geglaubt, und dem Arm des Herrn, wem ist er offenbart worden? Er wuchs auf vor ihm wie ein Schössling, wie ein Wurzelspross aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und keine Pracht; wir sahen ihn, aber sein Angesicht gefiel uns nicht. Verachtet war er und verlassen von den Menschen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut, wie einer, vor dem man das Angesicht verbirgt. So verachtet war und beachtet nicht."

[46:54] Paulus sagt: Der kommende Messias wird nicht, oder der Messias, der kommen sollte, wird nicht mit großen Feierlichkeiten willkommen geheißen werden. Er wird verachtet sein, er wird nicht als das erkannt werden, was er war, denn man würde den Prophezeiungen nicht glauben schenken. Und das wäre eine Erfüllung der Prophezeiung.

[47:09] Und so manchen Juden wird es wahrscheinlich kalt und heiß den Rücken runtergelaufen sein. In Vers 4 heißt es: "Fürwahr, er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen; wir behielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt." Die Juden würden völlig missverstehen, was dort passiert, am Kreuz. Der Messias würde leiden, und die Juden würden nicht mal erkennen, dass der leidende Messias der Messias ist.

[47:41] Vers 5: "Doch er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen; die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt worden. Wir alle gingen in die Irre wie Schafe." Paulus, wir diesen Punkt gemacht haben, auch ich, der ich auf dem Weg nach Damaskus war, ging in die Irre. Ich war auch einer wie ihr. Ich habe auch geglaubt, allein das Halten des zeremoniellen Gesetzes, das äußere Halten macht mich gerecht vor Gott, und ich habe diese Sekte verfolgt und damit ein eigenes Zeugnis gegeben, haben wie er selbst in die Irre ging, bis ihm Jesus, der Gekreuzigte, erschienen ist.

[48:21] Lieber Freund, liebe Freundin, ist dir Jesus, der Gekreuzigte, erschienen? Kennst du denjenigen, der alles für dich gegeben hat, der dich aus den tiefsten Tiefen der Sünde herausretten kann? Er hat mich herausgerettet, und er kann dich herausretten. Hier, Jesaja 53, zeigt uns einen Erlöser, der alles gegeben hat, um dich zu retten.

[48:50] Paulus wird diesen Aufruf gemacht haben an die Juden, gezeigt haben aus der Bibel, warum sie nicht erkannt haben. Viele andere Schriftstellen konnte er zeigen. Er konnte zeigen die Geschichte von der Schlange, die erhöht werden musste, ein Bild dafür, dass der, dass der Messias erhöht werden musste, mit durchgegrabenen Händen und Füßen, was ein Beweis dafür ist, dass der kommende Messias gekreuzigt werden musste.

[49:22] Und wie viele Menschen waren da, die zu dem Zeitpunkt, Daniel 9, deutlich macht, die all diese, all diese Charakteristiken erfüllt haben? Und Paulus wird darauf hingewiesen haben, dass all die Opfer, die Schlachtopfer, die Brandopfer, die Speisopfer, all diese Opfer nur das eine Ziel hatten: auf das Lamm Gottes hinzuweisen.

[49:48] Und dann hatte er den entscheidenden Punkt gemacht: Dieses Lamm, weil Jesus Christus, Jesus von Nazareth, den ich verfolgt habe, den ich mit meinen eigenen Sünden auch ans Kreuz mitgenagelt habe, denn wie die Bibel sagt, würden wir Juden es nicht erkennen. Und damit diese Geschichte auch zum Bild für uns, lieber Freund, liebe Freundin, die auch wir in unserer Selbstgerechtigkeit gelebt haben und auf alles Mögliche gewartet haben, aber nicht auf den Messias, der für uns stirbt.

[50:19] Und wenn wir die Bibel als das annehmen, was sie ist, als das Wort Gottes, nicht als Menschenwort, sondern einfach das Wort Gottes auf uns wirken lassen, dann werden diese Verse, die wir gerade studiert haben, die gleiche Wirkung auf uns haben. Sie werden in uns wirken, denn das Wort Gottes kann nicht leer zurückkehren.

[50:40] Sicherlich wird Paulus auch auf die Opferstehung im Alten Testament hingewiesen haben, auf Hosea und auf andere Stellen, auf Psalm 16, Verse 9 und 10. Und dann wird er Sacharja beschrieben haben, vielleicht zum Schluss. Wir wissen es nicht genau.

[50:56] In Sacharja 13, Vers 12 und das Vers 10. Das heißt es: "Aber über das Haus David und über die Einwohner von Jerusalem will ich den Geist der Gnade und des Gebets ausgießen." Und Paulus wird gepredigt haben, dass Gott jetzt in diesem Moment in der Gemeinde, in der Synagoge von Thessaloniki, den Geist der Gnade und des Gebets ausgießen möchte, damit sie etwas erkennen, nämlich: "Und sie werden auf mich sehen, den sie durchstochen haben. Ja, sie werden um ihn klagen, wie man klagt um den eingeborenen Sohn, werden bitterlich über den leid tragen, den man bitterlich leid trägt über den Erstgeborenen."

[51:30] Ich habe Jesus ans Kreuz gebracht. Du hast Jesus ans Kreuz gebracht. Und er hat es freiwillig getan, damit wir leben dürfen. Und als Paulus diese Wahrheit den Juden in der Synagoge erklärt, da ist es, als ob das Licht vom Himmel hineinstrahlt in die Finsternis der Herzen. Manch einer ergreift das Licht und die Hand, die ausgestreckt ist. Manch einer weiß sie von sich, denn er möchte seinen Stolz nicht brechen lassen.

[52:01] In Sacharja 13 und das Vers 6. Das heißt es: "Und er wird zu ihm sagen: Was sind das für Wunden in deinen Händen? Und er wird antworten: Die hat man mir geschlagen im Haus meiner Lieben." Jesus kam zu seinem Volk. Jesus kam zu denen, die er so sehr liebte, und die ihn so sehr liebten, haben ans Kreuz genagelt. Er hat mich so sehr geliebt, er hat dich so sehr geliebt, und unsere Sünden haben wir dort hingebracht.

[52:34] Und wenn wir aufrichtig sind und wenn wir das Wort Gottes als das annehmen, was es ist, dann haben wir nur eine einzige Möglichkeit: Nämlich in Zerknirschung vor dem Kreuz niederfallen und sagen: "Gott, vergib mir. Vergib mir meine Selbstgerechtigkeit, vergib meinen Stolz, vergib mir, dass ich immer wieder meine Augen von dir weggewandt habe. Ich möchte dir folgen. Du bist für mich gestorben, du bist mein Heiland."

[53:08] Und als Paulus diesen Punkt macht, dass Jesus von Nazareth, dieser Messias, für jeden einzelnen ist, und damit wollen wir schließen. Er sagt uns der Bericht in der Apostelgeschichte 17, Vers 4: "Und etliche von ihnen wurden überzeugt und schlossen sich Paulus und Silas an, auch eine große Menge der gottesfürchtigen Griechen, sowie nicht wenige der vornehmsten Frauen."

[53:36] Das Evangelium war nach Thessaloniki gekommen. Ist das Evangelium auch schon zu dir gekommen? Denn nur, wenn es zu dir gekommen ist, wirst du die weiteren Wahrheiten des Evangeliums in den Thessalonicherbriefen verstehen. Ist das Evangelium zu dir in dein Herz gekommen? Hast du Jesus als den persönlichen Heiland angenommen und in alle deine Sünden übergeben und einen völligen Neuanfang gemacht?

[54:06] Ich möchte heute mich erneut, sowie Paulus sagt: "Ich sterbe täglich", mich erneut für Jesus ganz entscheidend. Möchtest du das auch tun und alles, was in der Vergangenheit liegt, ihm übergeben? Er hat dafür bezahlt, dass das Evangelium in mein Herz kommt und das Evangelium in dein Herz kommt. Denn das ist die Grundlage, um alles andere zu verstehen, wo es im Thessalonicherbrief geht.

[54:32] Möchtest du Jesus als deinen persönlichen Heiland annehmen und das Wort Gottes annehmen, so wie es in Wirklichkeit ist, nämlich Gottes Wort, das in dir wirkt? Das ist dein Wunsch. Gott segne dich in deiner Entscheidung. Wenn wir nächste Woche weiter studieren, was passiert, nachdem das Evangelium in Thessaloniki angekommen ist, wie es weiterging in dieser frisch gegründeten Gemeinde, seid herzlich eingeladen, dann wieder einzuschalten. Sagt noch mehr von euren Freunden Bescheid über diese Cannstatt Study Hour.


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