Veröffentlicht am
906 Klicks

Manuskript:CSH_2012_Q3_Folge13.pdf

In dieser Folge der Cannstatt Study Hour wird der dritte und letzte Abschnitt des zweiten Thessalonicherbriefs behandelt. Christopher Kramp beleuchtet die Bedeutung des Gebets für die Verbreitung des Wortes Gottes und den Schutz der Verkündiger vor Widersachern. Weiterhin wird die Wichtigkeit von geistlicher Konstanz, das Lenken des Herzens durch Gott hin zur Liebe und zum Ausharren, sowie die Notwendigkeit von Gemeindezucht und das Vorbildsein innerhalb der Gemeinde thematisiert. Abschließend werden die Themen Arbeit, Vorbildfunktion und die Vorbereitung auf die Wiederkunft Jesu Christi vertieft.


Weitere Aufnahmen

Serie: Cannstatt Study Hour 2012 Q3: Die Thessalonicherbriefe

  • 0:0
  • 0:0
  • 0:0

Transkript

[1:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour, zu unserer letzten Folge in diesem Quartal. Wir haben ja ein ganzes Quartal, ein Vierteljahr lang, drei Monate, den ersten und den zweiten Thessalonicherbrief studiert und heute ist unsere letzte Folge, wir werden heute das letzte Thessalonicher Kapitel anschauen, das dritte Kapitel im zweiten Thessalonicher Brief. Wir freuen uns schon sehr auf das nächste Quartal, wir werden in den nächsten drei Monaten dann ein tolles und spannendes Thema studieren, mehr dazu am Ende dieser Folge. Jetzt wollen wir uns, indem wir uns vorbereiten auf das Bibelgespräch am 29. September, hier durch den dritten Abschnitt des zweiten Thessalonicher Briefes hindurch wagen und schauen, was wir hier entdecken können.

[2:02] In Vers 1 lesen wir, wie Paulus jetzt seine Schlussbemerkung einleitet mit dem Satz: „Im Übrigen, betet für uns, ihr Brüder, damit das Wort des Herrn ungehindert läuft und verherrlicht wird, so wie bei euch.“ Paulus erinnert die Thessalonicher, dass es ihre Pflicht ist, für die Arbeiter zu beten. Das ist eine Wiederholung dessen, was er schon im ersten Thessalonicherbrief gesagt hat, und zwar im ersten Thessalonicher 5, Vers 25, wo er kurz und knapp formulierte: „Brüder, betet für uns.“ Etwas, was er auch in vielen anderen Briefen deutlich gemacht hat, z.B. in Kolosser 4 und dort Vers 3. Kolosser 4, Vers 3, dort heißt es: „Betet zugleich auch für uns, damit Gott uns eine Tür öffnet für das Wort, um das Geheimnis des Christus auszusprechen, um dessen Willen ich auch gefesselt bin.“ Paulus macht immer wieder deutlich, dass es die Pflicht der Christen ist, für diejenigen zu beten, die das Wort Gottes offensiv an andere weitergeben und sozusagen an der Front stehen der Evangeliumsverkündigung. Da können wir eine praktische Frage uns stellen: Wie oft und wie intensiv betest du für diejenigen, die, und wie oft bete ich, für diejenigen, die das Wort Gottes verkündigen? Da können wir uns selbst prüfen und notfalls, wenn nötig, Änderungen vornehmen in unserem Gebetsleben.

[3:30] Der Grund, warum wir das tun wollen und tun sollen, der findet sich in 1. Korinther 16, Vers 9, unter anderem. 1. Korinther 16 und dort Vers 9. Wir lesen: „Denn eine Tür hat sich mir aufgetan, weit und vielversprechend.“ Paulus sagt: „In meinen Evangelisationen, in meinen Missionsbemühungen, da tun sich Türen auf und zwar weit und vielversprechend.“ Aber dann lesen wir weiter, was er sagt in Vers 9: „Und es gibt viele Widersacher.“ In der Mission, wenn wir feststellen, dass es immer wieder offene Türen gibt und gleichzeitig Widersacher. Und deswegen sagt er: „Betet für uns, dass das Wort Gottes frei laufen kann, dass es sich ausbreiten kann ohne Verhinderung.“ Gleicher Gedanke findet sich in 2. Timotheus 2, Vers 9. 2. Timotheus 2 und dort Vers 9 lesen wir: „In dessen Dienst ich leidende dulde, sogar Ketten wie ein Übeltäter, aber das Wort Gottes ist nicht gekettet.“ Paulus wusste, selbst wenn der Mensch, der Verkündiger, der Evangelist eingesperrt wird, angekettet wird, das Wort Gottes nimmt seinen Lauf und das ist das, was eigentlich uns bewegen sollte. Nicht so sehr die Evangelisten und die Prediger, sondern dass das Wort Gottes durch sie frei sich entfalten kann und viele, viele Menschen erreichen kann.

[5:03] Und dadurch wird das Wort verherrlicht, so wie er im 2. Thessalonicher Brief sagt, dass es verherrlicht wird, das Wort. Und da können wir Apostelgeschichte 13 lesen, Apostelgeschichte 13, Vers 48. Das heißt: „Und das ist etwas, was wir lernen sollten. Es ist nicht die Ehre des Evangelisten, die Ehre des Predigers oder des Missionars, dass Menschen sich retten, es ist die Ehre des Wortes Gottes. Es ist zur Verherrlichung des Wortes Gottes, dass Menschen sich bekehren.“ Und wenn wir sehen, dass Menschen zum Glauben kommen, sollten wir dem Wort Gottes und Gott selbst natürlich die Ehre geben und nicht uns.

[5:57] 2. Thessalonicher 3, Vers 2 sagt uns: „Und dass wir errettet werden von dem verkehrten und bösen Menschen, denn nicht alle haben den Glauben.“ Paulus sagt, der zweite Grund neben der Tatsache, dass wir das Wort Gottes frei predigen möchten, der zweite Grund für uns, die Apostel zu und die Missionare zu beten, ist, dass wir errettet werden vor unseren Widersachern. Paulus wusste, es gibt Menschen, die gegen den Glauben arbeiten, weil sie ihn selbst nicht haben. Wir können hier zum Beispiel Römer 15, Vers 31 aufschlagen. Römer 15 und dort Vers 31. Die Bibel sagt uns: „Dass ich bewahrt werde vor den Ungläubigen in Judäa und dass mein Dienst für Jerusalem den Heiligen angenehm sei.“ Er musste Bewahrung erleben vor den Ungläubigen, denn die hatten es auf ihn abgesehen und dafür sollten auch die Gläubigen beten. Und ich glaube, es ist wichtig, dass auch wir nicht nur dafür beten, dass das Wort Gottes sich frei entfaltet, sondern dass auch diejenigen, die das Wort Gottes predigen, bewahrt werden vor ihren Widersachern. Und lasst mich etwas sehr deutlich sagen: Wenn man heute das Wort Gottes predigt, hat man Widersacher. Betet für diejenigen, die das Wort Gottes predigen, dass sie bewahrt werden vor ihren Widersachern.

[7:22] In 5. Mose 32, Vers 20 lernen wir etwas über diese Menschen, die ohne Glauben sind. 5. Mose 32, Vers 20, dort heißt es: „Und er sprach: Ich will mein Angesicht vor ihnen verbergen, ich will sehen, was ihr Ende sein wird, denn sie sind ein verkehrtes Geschlecht, sie sind Kinder, in denen keine Treue, oder man kann auch übersetzen, kein Glaube zu finden ist.“ Die, die nicht treu sind, sind verkehrt.

[7:51] Ein anderer wichtiger Vers, der findet sich in Apostelgeschichte 13, Vers 45. Apostelgeschichte 13 und dort Vers 45, das heißt es: „Als die Juden jedoch die Volksmenge sahen, wurden sie voll Eifersucht und widersetzten sich dem, was Paulus sagte, indem sie widersprachen und lästerten.“ Wir können hier sehen, einer der Gründe, warum treue Prediger des Wortes Gottes verfolgt werden, ist, dass andere, die auch vorgeben, religiös zu sein, eifersüchtig werden. Das heißt, sie wurden voll Eifersucht und widersetzten sich dem.

[8:34] In einem anderen Beispiel können wir in Apostelgeschichte 17, Vers 5 lesen. Apostelgeschichte 17, Vers 5, das ist ja direkt die Geschichte von der Bekehrung der Thessalonicher. Da heißt es Vers 5: „Aber die Juden, die sich weigerten zu glauben, wurden voll Neid und gewannen ein ... denn etliche boshafte Leute vom Straßenpöbel erregten einen Auflauf und brachten die Stadt in Aufruhr, und sie drangen auf das Haus Jasons ein und suchten sie, um sie vor die Volksmenge zu führen.“ Immer wieder, wenn Paulus gepredigt hat, da waren Menschen voller Eifersucht, voller Neid, obwohl sie selbst Lehrer des Gesetzes waren, Lehrer der Bibel, religiöse Menschen. Und weil sie so voller Neid und Eifersucht waren, haben sie einen Aufruhr veranstaltet, haben sie boshafte Leute für sich eingesetzt, um das Werk des Evangelisten Paulus zu behindern. Und wann immer das Wort Gottes gepredigt wird, trifft man auf diejenigen, die versuchen mit aller Macht, mit aller Boshaftigkeit, mit aller Arglistigkeit dieses Werk zu verhindern. Und Paulus sagt: „Betet für uns, betet für uns, dass wir weitermachen können im Dienst, betet für uns, dass das Wort Gottes sich ausbreitet in alle Lande.“ Und ich denke, genau das soll auch heute unser Gebetsanliegen sein, dass das Wort Gottes sich ausbreitet, trotz der Widersacher, die es gibt, dass Gott uns bewahrt vor denjenigen, die sein Werk kaputt machen wollen.

[10:00] In Vers 3 lesen wir in 2. Thessalonicher 3, im dritten Vers, wie gesagt, dort heißt es: „Aber der Herr ist treu, er wird euch stärken und bewahren vor den Bösen.“ Paulus wusste, wenn wir bei Gott bleiben, dann kann er uns bewahren, vor den Bösen und vor auch dem Bösen. Er ist treu, er hat die Kraft. Das ist eine Erinnerung an das, was er schon in 1. Thessalonicher im 5. Kapitel, in Vers 24, ja auch am Ende seines Briefes geschrieben hatte. Dort hat er gesagt in Vers 24: „Treu ist er, der euch beruft, er wird es auch tun.“ Hat Gott dich berufen, dann darfst du wissen, dass Gott treu ist, dass er es tun wird.

[10:48] Was wird er tun? Wir haben gesehen, in 2. Thessalonicher 3, Vers 3: Er wird uns bewahren vor den Bösen. Die Bibel sagt nicht, dass er seine Augen zumacht, wenn wir Böses tun und einfach so tut, als wäre es nicht passiert. Die Bibel sagt, Gott ist in der Lage, uns zu bewahren.

[11:03] In Psalm 121, und dort Vers 7, wir lesen hier nur einige der Verse, die wir angegeben haben, ihr könnt im Sendemanuskript das noch ausführlicher studieren. In Psalm 121, und dort Vers 7 lesen wir: „Der Herr behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele.“ Ist Gott in der Lage, uns vor allem Übel zu behüten, ja oder nein? Die Bibel sagt, er ist es, er ist treu, er kann es tun, und Paulus erinnert uns daran.

[11:46] Jesus selbst hatte das gebetet, in Johannes 17, und dort Vers 15. Johannes 17, Vers 15, dort sagt er: „Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern, dass du sie bewahrst vor den Bösen.“ Ja, es ist wahr, wir sind in einer Welt umgeben vom Bösen, aber trotzdem hat Jesus gebetet, dass Gott in der Lage ist, uns in der Welt vor dem Bösen zu bewahren, und das ist die Kraft Gottes. Gott muss uns noch nicht einmal ins Paradies versetzen, um uns vor dem Bösen zu bewahren. Gott kann uns in der Welt vor dem Bösen bewahren, das ist die Kraft Gottes, wenn wir bei ihm bleiben.

[12:30] Und in Judas 24, einem der schönsten Verse der Bibel, in Judas 24, direkt vor der Offenbarung, lesen wir diese wunderbare Aussage: „Dem aber, der mächtig genug ist, euch ohne Straucheln zu bewahren und euch unsträflich mit Freuden vor das Angesicht seiner Herrlichkeit zu stellen.“ Gott ist mächtig genug, um uns zu bewahren, ohne dass wir straucheln müssen, und dass er uns unsträflich vor das Angesicht seiner Herrlichkeit stellen kann.

[13:05] Schauen wir in Vers 4 des dritten Kapitels im zweiten Thessalonicher Brief. 2. Thessalonicher 3 und dort Vers 4, Paulus sagt diesen interessanten Satz hier: „Wir trauen euch aber zu ihm, dem Herrn, dass ihr das tut und auch tun werdet, was wir euch gebieten.“ Paulus hatte Vertrauen in seine neu gewonnenen Geschwister, und ich glaube, wir sind in einer Zeit angekommen, wo auch wir wieder Vertrauen haben müssen in unsere Geschwister. Manchmal habe ich den Eindruck, dass wir zu sehr uns fragen: Oh, was könnte der vielleicht denken? Und ist es angemessen, sich mit dem noch zusammen abzugeben? Was denkt dann Bruder X von mir, wenn ich mit Bruder Y zusammenhänge? Oder wie wird das meiner Reputation noch gut ankommen, wenn ich jetzt mit Schwester Y spreche? Paulus hatte Vertrauen in seine Geschwister. Hast du Vertrauen in deine Geschwister?

[14:07] Er sagt: „Wir trauen euch aber zu ihm, dem Herrn, und zwar zwei Dinge: dass ihr das tut, was ...“ Was ist das für eine Zeitform? Das ist die Gegenwartsform. Und dann sagt er: „... und auch tun werdet, Zukunft.“ Mit anderen Worten, ich traue euch zu, dass das, was ihr jetzt gerade tut, euren geistlichen Zustand, den ihr auch bewahren könnt, dass es dort eine Konstanz gibt im geistlichen Leben. Denn das ist das, worum es eigentlich geht, bei der Vorbereitung auf die Wiederkunft. Wir haben ja gesehen, beide Thessalonicherbriefe haben die Wiederkunft zum Zentrum. Und Paulus sagt uns, uns, die wir uns vorbereiten auf die Wiederkunft, die bald sein wird, was wichtig ist: dass ihr nicht nur das, was ihr jetzt tut, jetzt tut, sondern dass ihr es auch weiterhin tut, dass ihr konstant bleibt in eurem Glauben. Das ist etwas, was wir verstehen müssen.

[14:57] Diese Konstanz im Glauben, die lässt sich sehr schön nachvollziehen in Philipper 2 und dort Vers 12. Philipper 2 und dort Vers 12, dort heißt es: „Darum, meine Geliebten, wie ihr alle Zeit gehorsam gewesen seid, nicht allein in meiner Gegenwart, sondern jetzt noch viel mehr in meiner Abwesenheit, verwirklicht eure Rettung mit Furcht und Zittern.“ Paulus sagt: „So wie ihr gewesen seid, als ich bei euch war, so sollt ihr jetzt auch sein ohne mich.“ Mit anderen Worten, das wahre Glaubensleben offenbart sich dann, wenn wir keinen geistlichen Mentor haben, der direkt in unserer Nähe ist. Manche Menschen sind nur deswegen religiös, weil sie sich in der Gegenwart anderer religiöser Menschen dazu hingezogen fühlen. Aber wenn sie dann alleine sind, unbeobachtet, so wie sie meinen, dann fällt alle Religiosität wieder ganz schnell von ihnen ab. Und vielleicht geht es auch dir so. Ich denke, wir alle haben solche Phasen in unserem Leben gehabt, wo wir nach außen hin ganz schnell religiös sein konnten, aber wehe, wir waren alleine bei uns, ohne dass uns jemand gesehen hat. Und Paulus sagt: „Das muss anders werden. Es ist möglich, und ich habe Vertrauen, dass auch bei dir es klappt.“ Und durch Paulus spricht Jesus zu dir heute, dass Jesus zu dir Vertrauen hat, dass auch du das erleben kannst. Obwohl du bisher so oft gefallen bist, Jesus traut dir zu, dass du ein Leben der Konstanz leben kannst, in deiner Treue zu Gott.

[16:33] Übrigens, was meint Paulus damit, wenn er sagt: „Das, was ich euch geboten habe?“ Wollen wir das ganz kurz erläutern, indem wir 1. Korinther 14, Vers 37 lesen. 1. Korinther 14, Vers 37. Die Bibel sagt: „Wenn jemand glaubt, ein Prophet zu sein oder geistlich, der erkenne, dass die Dinge, die ich euch schreibe, Gebote des Herrn sind.“ Also, Paulus hatte keinerlei Bürde, den Leuten irgendetwas aufzudrängen, was seine eigene Meinung oder seine eigene Interpretation oder seine eigenen Gedanken waren. Nein, was er ihnen gepredigt hat, weil er inspiriert war, waren die Gebote des Herrn. Und wenn er also sagt: „Ich traue euch zu, dass ihr weiterhin dem gehorsam sein könnt, was ich euch gesagt habe“, sagt er mit anderen Worten: „Ihr werdet weiter gehorsam den Geboten Gottes sein können, konstant.“

[17:24] Und das ist etwas, was er jetzt schon im 1. Thessalonicher Brief angedeutet hat. In 1. Thessalonicher 4, Vers 10 hat er gesagt: „Und das tut er auch an allen Brüdern, die in ganz Mazedonien sind. Wir ermahnen euch aber, ihr Brüder, dass ihr darin noch mehr zunehmt.“ Dieser Gedanke zieht sich durch seine Briefe immer und immer wieder: ein konstantes Glaubensleben zu haben.

[17:49] Dann kommt er in Vers 5 des dritten Kapitels im 2. Thessalonicher, Vers 5, zu folgender Idee: „Der Herr aber lenke eure Herzen zu der Liebe Gottes und zum standhaften Ausharren des Christus.“ Manche übersetzen auch: „In das geduldige Ausharren auf den Christus“, was dann ein Hinweis ist auf die Wiederkunft. Wir werden gleich sehen, dass das letztendlich dasselbe ist, denn um geduldig auf die Wiederkunft warten zu können, brauchen wir die Geduld und das Ausharren, das Jesus selbst hatte.

[18:26] Interessant ist hier, dass Paulus sagt, der Herr möchte dein Herz lenken, er möchte unser Herz lenken, so wie ein Autofahrer das Auto lenkt, so möchte der Herr unser Herz lenken. Die Frage ist: Hat Gott beide Hände an dem Steuerrad deines Herzens? Lesen wir einige Texte, die das verdeutlichen.

[18:46] In 1. Könige 8, Vers 58, sagt Salomo: „Er, also Gott, wolle unser Herz zu ihm neigen.“ Warum oder wozu? „Dass wir in allen seinen Wegen wandeln und seine Gebote, seine Satzungen und seine Rechte halten, die er unseren Vätern geboten hat.“ Was passiert, wenn Gott unser Herz lenken darf, wenn er es neigen darf? Was macht Gott dann? Er führt uns dazu, dass wir in allen seinen Wegen wandeln und dass wir alle seine Gebote halten. Das bedeutet, dass Gott an unserem Herzen lenken darf.

[19:23] Anderes Beispiel, in 1. Könige 29, Vers 18, dort heißt es: In 1. Könige 29, Vers 18: „Herr, du Gott, unser Väter Abraham, Isaak und Israel, bewahre ewiglich solchen Sinn und Gedanken im Herzen deines Volkes und richte ihr Herz fest auf dich.“ Wenn es darum geht, das Herz zu lenken, so können wir hier lesen, dass Gott unsere Gedanken, unsere Entscheidung, unsere Gesinnung lenken möchte. Darf Gott deine Gedanken lenken? Das ist die Frage.

[20:03] Paulus sagt uns, dass Gott unsere Gedanken lenken möchte. Er möchte unsere Herzen lenken. Wohin? Auf seine Liebe hin und auf das standhafte Ausharren in Christus und auf Christus hin.

[20:16] Psalm 119, Vers 36, sagt das gleiche noch einmal mit anderen Worten. Psalm 119, Vers 36, der längste Psalm, bringt hier folgendes zum Ausdruck: „Neige mein Herz zu deinen Zeugnissen und nicht zu Habgier.“ Habgier ist etwas, was in den zehn Geboten verurteilt wird. Das heißt, was hier der Psalmist sagt: Wenn du, Herr Gott, mein Herz lenkst, dann lenkst es immer zu den Geboten und nicht hin zur Sünde. Gott möchte unsere Herzen lenken. Zu zweit, zur Liebe und zum Ausharren.

[20:58] Nun, was bedeutet es, dass er uns zur Liebe hinlenken möchte? Lesen wir 5. Mose 30, Vers 6. Die Bibel macht es noch spezifischer. 5. Mose 30, Vers 6: „Und der Herr, dein Gott, wird dein Herz und das Herz deiner Nachkommen beschneiden.“ Wozu? Was ist das Ziel dieser Beschneidung des Herzens? Das ist etwas anderes wie auch das Denken des Herzens, dass du dem Herrn, deinen Gott, liebst von ganzem Herzen und von ganzer Seele, damit du lebst.“ Das ist das, was Gott tun möchte. Er möchte unser Herz beschneiden, das ist das Lenken zur Liebe, das Wegschneiden, was dort nicht hingehört.

[21:44] In Jeremia 31, und dort Vers 33 lesen wir: „Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Inneres hineinlegen und es auf ihre Herzen schreiben, und ich will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein.“ Das ist nach Hebräer 8, Vers 10 der neue Bund, schon im Alten Testament, der neue Bund, deutlich beschrieben. Die Beschneidung des Herzens, dass Gott unsere Gedanken lenken kann. Das heißt, die Beschneidung des Herzens ist also das Beschneiden von Gedanken. Darf Gott deine Gedanken beschneiden? Darf er dort Gedanken wegschneiden, die in die falsche Richtung führen? Darf er deine Gedanken lenken hin auf sein Gesetz, auf seine Liebe?

[22:34] Wisst ihr, das ist wahrscheinlich der Zellkern, der Nukleus dessen, was es bedeutet, am Ende versiegelt zu werden. Wir werden zu ihm im Laufe dieser Kanzelzeit ja auch noch kommen. Und was bedeutet es, auf die, nein, ein Vers wollen wir noch lesen, diese Beschneidung, dieses Lenken des Herzens hin zur Liebe wird bewerkstelligt durch wen?

[23:00] In Römer 5, und dort Vers 5, Römer 5, Vers 5 lesen wir: „Die Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden, denn die Liebe Gottes, zu der wir hingelenkt werden sollen, ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist.“ Das heißt, der Heilige Geist bewirkt dieses Lenken zur Liebe, denn die Liebe wird uns hineingegossen. Nicht nur schneidet der Heilige Geist Gedanken weg, er führt auch die Liebe Gottes, die dem natürlichen Menschen so fremd ist, wieder in unser Denken hinein. Die Liebe Gottes, Römer 13, Vers 10, ist ganz deutlich die Erfüllung des Gesetzes.

[23:38] Was ist dieses Warten auf die Wiederkunft? In Hebräer 9, Vers 28 lesen wir. Hebräer 9, Vers 28: „So wird der Christus, nachdem er sich einmal zum Opfer dargebracht hat, um die Sünden wieder vieler auf sich zu nehmen, zum zweiten Mal denen erscheinen, die auf ihn warten, nicht wegen der Sünde, sondern zum Heil.“ Wenn Jesus wiederkommt, kommt er nicht wegen der Sünde. Das heißt, er kommt nicht, um Sünde hinwegzunehmen oder Sünde noch herauszuschneiden aus dem Charakter, sondern er kommt nicht wegen der Sünde, sondern zum Heil, um diejenigen mitzunehmen, die sich vorbereitet haben, wodurch? Indem sie auf ihn gewartet haben, durch standhaftes Ausharren.

[24:24] Und Paulus sagt: „Der Herr, lenke euer Herz, eure Gedanken auf dieses Ausharren.“ Worüber denkst du nach? Denkst du über die Liebe Gottes, über seine Gebote und über die Wiederkunft Jesu nach? Wenn nicht, lass Gott deine Gedanken, dein Herz auf diese Dinge hin lenken und lass ihnen dein Herz beschneiden an den Punkten, wo eine Beschneidung notwendig ist.

[24:47] In Jakobus 5, Vers 7 lesen wir: „So wartet nun geduldig, ihr Brüder, bis zur Wiederkunft des Herrn.“ Also, das Warten auf die Wiederkunft soll mit dieser Geduld, die Jesus selbst gehabt hat, geschehen. „Und siehe, der Landmann wartet auf die köstliche Frucht der Erde und geduldet sich ihren Wegen, bis sie den Früh- und Spätregen empfangen hat.“ Wir müssen Geduld haben, dass wir vorbereitet werden können auf die Wiederkunft, dass wir immer konstanter mit Jesus leben, dass er unsere Gedanken darauf hin lenken kann.

[25:32] Wie oft denkst du über die Wiederkunft Jesu nach? Wie geduldig wartest du darauf? Das sind die Gedanken, die uns machen wollen, wenn wir jetzt über dieses dritte Thessalonicher Kapitel im zweiten Brief sprechen wollen. Denn Paulus sagte: „Herr, lenke deine Gedanken, deine Herzen zu der Liebe hin und zum standhaften Ausharren.“

[25:55] Und natürlich denken wir dabei auch an Offenbarung 14, Vers 12, wo es heißt: „Hier ist das standhafte Ausharren der Heiligen, hier sind die, welche die Gebote Gottes und den Glauben Jesu bewahren.“ Das ist das, was wir haben wollen, das ist das, was wir brauchen. Und das ist nur möglich, es ist nur überhaupt denkbar, Teil dieser Gruppe zu sein, wenn wir Gott erlauben, in unsere Gedanken einzugreifen, unsere Gedanken zu beschneiden und unsere Gedanken auf ihn hin zu lenken. Es ist dein Wunsch, dass Gott auch deine Gedanken auf ihn hin lenken darf, auf sein Wesen, auf seinen Charakter, auf seine Liebe, auf sein Gesetz, auf sein Kommen.

[26:34] In Vers 6, im zweiten Thessalonicher Brief, Kapitel 3, Vers 6 heißt es: „Wir gebieten euch aber, Brüder, im Namen unseres Herrn Jesus Christus, dass ihr euch von jedem Bruder zurückzieht, der unordentlich wandelt und nicht nach der Überlieferung, die er von uns empfangen hat.“ Nun, das ist eine interessante Aussage, die es verdient, etwas ausführlicher betrachtet zu werden. Zurückziehen von ehemaligen Mitgläubigen, das ist etwas, was Jesus schon angedeutet hat oder beschrieben hat in Matthäus 18, wo es um die Gemeindezucht, die Gemeindedisziplin geht. Matthäus 18, Vers 17, dort heißt es, nachdem ein gewisser Prozess durchlaufen worden ist, wo man zuerst einzeln mit der Person spricht, dann unter Zeugen und dann vor der ganzen Gemeinde. „Hört er aber auf diese nicht, so sage es der Gemeinde. Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, so sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner.“ Heißt es, dass man sie nicht mehr lieben soll, die Menschen, mit denen man dann erstmal in der Gemeinde, die man nicht mehr zur Gemeinde zählt? Keineswegs, denn Jesus hat auch die Heiden und Zöllner geliebt. Aber Paulus macht deutlich, wenn jemand unordentlich wandelt, wir werden gleich noch sehen, was dieses unordentlich bedeutet und die Überlieferung, die die Bibel uns gibt, nicht annimmt, dann soll er nicht in der Gemeinde Glied bleiben. Und das gehört gepredigt. Das ist eine klare, unmissverständliche Aussage von Paulus.

[28:03] Nun, interessanterweise hat Paulus dieses unordentliche Wandeln bereits in seinem ersten Thessalonicher Brief erwähnt. In Kapitel 5, Vers 14 hat er gesagt: „Wir ermahnen euch aber, Brüder, verwarnt die Unordentlichen, tröstet die Kleinmütigen und so weiter.“ Das heißt, im ersten Brief hat er gesagt: „Verwarnt sie.“ Und jetzt im zweiten Brief, nachdem sie verwarnt worden sind und es immer noch einige gibt, die unordentlich wandeln, sagt er: „Jetzt distanziert euch von ihnen.“ Das zeigt auch, wie ausgewogen Paulus in dieser Sache vorgegangen ist.

[28:40] In Vers 7 heißt es: „Ihr wisst ja selbst, wie ihr uns nachahmen sollt, denn wir haben nicht unordentlich unter euch gelebt.“ Nun, mit anderen Worten, Nachahmung des Apostels Paulus hilft uns zu unterscheiden, wer ein wahrer und wer kein wahrer Jünger Jesu ist. Um was geht es hier genau? Schauen wir vielleicht ganz kurz vorher noch diese Idee an, dass Menschen Vorbilder sein sollen in der Gemeinde. Einige wenige Beispiele.

[29:11] In 1. Timotheus 4, Vers 12, 1. Timotheus 4, Vers 12, dort heißt es: „Niemand verachte dich wegen deiner Jugend, sondern sei dem Gläubigen ein Vorbild im Wort, im Wandel, in der Liebe, im Geist, im Glauben und in der Keuschheit.“ Das war geschrieben an Timotheus. Das gleiche finden wir so ähnlich geschrieben auch an Titus. In Titus 2 und dort Vers 7 lesen wir: „In allem mache dich selbst zu einem Vorbild guter Werke in der Lehre, erweise Unverfälschtheit, würdigen Ernst, Unverderbtheit.“ Es ist nötig, dass wir in der Gemeinde Vorbilder haben, sowohl in ihrer Lehre als auch in ihrem Charakter. Bist du so ein Vorbild? Oder gehörst du zu denen, die unordentlich wandeln in der Gemeinde?

[30:01] 1. Petrus 5 und dort Vers 3, 1. Petrus 5, Vers 3. Nicht als solche, da geht es um diejenigen, die der Gemeinde vorstehen, die Gemeinde leiten, nicht als solche, die über das ihnen zugewiesene herrschen, sondern indem ihr Vorbilder der Herde seid. Das Leitungsmodell in der Gemeinde Gottes ist nicht Herrschaft, sondern Vorbild. Je höher die Position ist in der Gemeinde Gottes, desto mehr sollte derjenige ein Vorbild sein, in der Lehre, in der Fähigkeit zu lehren und im Charakter. Und eben nicht die Position ausnutzen und zu herrschen. Und Paulus war ein gutes Beispiel für dieses Prinzip.

[31:03] In Vers 8, 2. Thessalonicher 3, Vers 8 heißt es: „Wir haben auch nicht umsonst bei jemandem Brot gegessen, sondern mit Mühe und Anstrengung haben wir Tag und Nacht gearbeitet, um niemand von euch zur Last zu fallen.“ Offensichtlich gab es dort Unordentliche, die einfach sich geweigert haben zu arbeiten und sich einfach haben aushalten lassen wollen vom Rest der Gemeinde. Und Paulus sagt: „Selbst wir, die Evangelisten, haben nicht umsonst bei jemandem Brot gegessen.“

[31:35] Nun, die Bibel sagt ja in Matthäus 6, Vers 11, das ist sehr interessant einmal hier zu bemerken, in Matthäus 6, Vers 11, in dem Vaterunser, dem Berühmten, sagt Jesus: „Gib uns heute unser täglich Brot.“ Und das ist ein wichtiges Prinzip. Aber wenn wir das vergleichen mit dem, was Paulus sagt, zeigt es uns, dass das Gebet: „Gib uns heute unser täglich Brot“ nicht unsere eigene Bemühung ausschließt, das auch zu erlangen. Mit anderen Worten, auch wenn wir beten: „Gott, gib uns unser täglich Brot“ und wir wissen, es kommt letztendlich von ihm, müssen wir trotzdem das Unserige dazu beitragen. Und das war schon immer so gewesen.

[32:22] In 1. Thessalonicher 2, Vers 9 hatte Paulus darauf schon Bezug genommen. Und wir sehen hier, wie der 1. und 2. Thessalonicher Brief sich immer wieder ergänzen und wie der zweite bestimmte Punkt noch einmal hervorholt. 1. Thessalonicher 2, Vers 9: „Ihr erinnert euch aber, Brüder, an unsere Arbeit und Mühe. Denn wir arbeiteten Tag und Nacht, um niemanden von euch zur Last zu fallen und verkündigten euch dabei, während der Arbeit, das Evangelium Gottes.“ Und das ist ein interessantes Prinzip, das er Paulus hier anspricht, und wir können es auch in Apostelgeschichte 18, Vers 3 sehen oder in vielen anderen Stellen.

[32:53] Gehen wir zurück zu 2. Thessalonicher 3 und dort Vers 9. 2. Thessalonicher 3, Vers 9. Und das ist jetzt sehr interessant, was er sagt: „Nicht, dass wir kein Recht dazu hätten.“ Mit anderen Worten, er sagt, wir als Evangelisten, als Missionare haben ein Recht, von der Gemeinde bezahlt zu werden. Aber er sagt weiter: „Sondern um euch an uns ein Vorbild zu geben, damit ihr uns nachahmt.“ Paulus wusste, dass es in der Gemeinde Leute geben würde, die natürlich zur Faulheit neigen, zum Nichtstun. Und er wusste, wenn er als Prediger einfach nur dem Wort Gottes dienen würde und einfach sich selbst nicht unterhalten würde, sich selbst nicht unterstützen würde, nichts verdienen würde und sich von der Gemeinde bezahlen lassen würde, dann würden diese Geschwister in der Gemeinde anfangen zu denken, sie könnten das auch tun. Aber Paulus macht ganz deutlich, dass es keine Sünde ist, von der Gemeinde bezahlt zu werden, wenn man ein Evangeliumsarbeiter ist. Warum? Schauen wir gemeinsam in 1. Korinther 9. Er sagt, wir hätten das Recht dazu. Und wir wissen auch von vielen anderen Aposteln, dass sie dieses Recht in Anspruch genommen haben.

[34:09] In 1. Korinther 9 und dort ab Vers 4, der ganze Passus geht bis Vers 14, wir lesen die ersten Verse. Paulus sagt: „Sind wir nicht berechtigt zu essen und zu trinken? Sind wir nicht berechtigt, eine Schwester als Ehefrau mit uns zu führen, wie auch die anderen Apostel und die Brüder des Herrn und Kephas? Oder sind nur ich und Barnabas nicht berechtigt, die Arbeit zu unterlassen?“ Wer zieht je auf eigene Kosten in den Krieg? Wer pflanzt einen Weinberg und isst nicht von dessen Frucht? Oder wer weidet eine Herde und nährt sich nicht von der Milch der Herde?

[34:42] Was Paulus sagt und was er dann weiter sagt, ist: Wir haben das Recht, Paulus, ich und Barnabas und die, mit denen er zusammengearbeitet hat, wir haben das Recht, von denen, die wir bekehren, auch unterstützt zu werden. Aber um euch ein Beispiel zu geben, wie ihr leben solltet, habe ich darauf verzichtet und habe lieber ein extra Opfer auf mich genommen, habe zusätzlich gearbeitet, damit ihr nicht auf falsche Ideen kommt und einen falschen Eindruck bekommt und vielleicht selbst nicht wisst, was der Plan Gottes für euer Leben ist.

[35:24] Und dieser Verzicht auf das, was eigentlich sein gutes Recht wäre, das hat er natürlich nur von einer einzigen Person gelernt: von Jesus Christus, der auch gesagt hat in Johannes 13, Vers 15: „Denn ein Vorbild habe ich euch gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.“ Viele Dinge, die Jesus getan hat, hätte er gar nicht selbst tun müssen. Er wurde getauft, obwohl er selbst keine Sünden begangen hat, aber er hat es getan, um ein Vorbild zu sein für uns und aus einigen anderen Gründen auch. Jesus hätte nicht den Himmel verlassen müssen, er hat zusätzliche Arbeit auf sich genommen, die er nicht hätte tun müssen, um uns ein Vorbild zu sein. Und die Frage: Es gibt Situationen in unserem Leben, wo wir auf ein Recht verzichten können, um anderen ein besseres Vorbild zu sein. Das ist die Frage, die wir uns alle selbst stellen müssen.

[36:12] 2. Thessalonicher 3 und dort Vers 10. „Denn als wir bei euch waren, geboten wir euch dies: Wenn jemand nicht arbeiten will, so soll er auch nicht essen.“ Das heißt, Paulus hatte es deutlich gemacht, und wir sehen ja hier, wie er im 2. Thessalonicher Brief einige seiner deutlichen Predigten wiederholen muss. Letztes Mal haben wir gesprochen über die Predigt, die er gehalten hatte über Daniel 7, 8 und 9, die offensichtlich einige nicht wirklich ganz verstanden hatten. Und hier wiederholte er die Predigt über die Praxis eines Christen, dass er arbeiten soll, um zu essen. Denn offensichtlich hatten einige, die vielleicht auch verführt waren durch diese prophetischen Irrlehren, dass Jesus schon in ihrer Zeit kommen würde, vielleicht haben sie geglaubt: Wir können nicht mehr arbeiten, wir brauchen nicht mehr arbeiten, Jesus kommt bald und wir sind jetzt einfach nur noch, lasst uns aushalten von allen anderen Gläubigen. Und Paulus wehrt sich vehement dagegen.

[37:08] Diese Idee: Wer arbeitet, nur der soll auch essen, die kommt natürlich aus 1. Mose 2 und dort Vers 9. Ganz früh in der Bibel ist dieses fundamentale Prinzip verdeutlicht, wo es heißt: Und Gott daher, Verzeihung, 3 Vers 19. 1. Mose 3 Vers 19 natürlich: „Im Schweiße des Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zurückkehrst zum Erdboden.“ Es soll uns Schweiß kosten, dass wir essen dürfen. Warum? Es ist eine Therapie für den sündigen Menschen, dass der Segen Gottes etwas kostet. Und natürlich kostet der Segen Gottes viel mehr als unsere schwachen Bemühungen, kostet das Leben des eingeborenen Sohnes Gottes. Aber damit wir wenigstens ansatzweise verstehen, dass der Segen Gottes nicht einfach umsonst ist, sondern dass er teuer erkauft ist, sollen auch wir arbeiten, um den Segen Gottes, das Brot, genießen zu können.

[38:16] Und nur eines von mehreren Beispielen in den Sprüchen macht einen ähnlichen Gedanken deutlich. In Sprüche 13 und dort Vers 4, Sprüche 13 und dort Vers 4 heißt es: „Die Seele des Faulen gelüstet nach vielem und hat auch nichts. Die Seele der Fleißigen aber wird reichlich gesättigt.“ Gehörst du zu den Faulen oder zu den Fleißigen? Ich denke, jeder von uns hat dort Nachholbedarf an bestimmten Gebieten, bestimmten Ebenen unseres Lebens, wo wir vielleicht etwas fleißiger sein können und dann vielleicht auch mehr Segen erleben können.

[38:50] In 2. Thessalonicher 3 und dort Vers 11 sagt Paulus: „Wir hören nämlich, und jetzt macht er den Punkt, warum er das alles wiederholt: Wir hören nämlich, dass etliche, nicht nur einige, dass etliche von euch unordentlich wandeln und nicht arbeiten, sondern unnütze Dinge treiben.“ Mein Lieber und meine Liebe, lieber Freund, liebe Freundin, was tust du angesichts der Tatsache, dass Jesus wiederkommt? Könnte es sein, dass viele von uns unnütze Dinge treiben? Könnte es sein, dass wir alle in der Vergangenheit uns der Sache, der Tatsache schuldig gemacht haben, dass wir unnütze Dinge getrieben haben? Und das nennt Paulus unordentlich wandeln.

[39:27] Und wenn wir es nicht vergessen haben, in Vers 6 hat er gesagt, dass wenn jemand, der unordentlich ist und verwandt worden ist, so wie in 1. Thessalonicher 5, und es bleibt, dass irgendwann er seine Gemeindegehörigkeit nicht mehr behalten soll, Gemeindezugehörigkeit, unordentlich wandeln. Das war ein Problem in der Gemeinde Thessalonich. Ich denke, es ist auch ein Problem heute. Das sind also Menschen, die 1. Thessalonicher 4 und 5 nicht angenommen haben.

[40:07] In Vers 12 sagt er: „Solchen gebieten wir und ermahnen sie im Auftrag unseres Herrn Jesus Christus, dass sie mit stiller Arbeit ihr eigenes Brot verdienen.“ Jetzt, das ist interessant. Selbst jetzt noch, zum Zeitpunkt des 2. Thessalonicher gibt es die Möglichkeit für diejenigen, die unordentlich wandeln, umzukehren. Das heißt, jemand wird nur dann von der Gemeindezugehörigkeit entfernt, wenn er vorher das, was in Vers 12 steht, abgelehnt hat. Jeder, der jetzt noch beim Empfangen des 2. Thessalonicherbriefes zu denen gehört hat, die unnütze Dinge getrieben haben und die sich geweigert haben zu arbeiten, sie konnten noch durch das Lesen dieses 3. Kapitels sich bekehren. Aber wer diesen 2. Thessalonicherbrief abgelehnt hat, der wurde aus der Gemeinde entfernt. Und ich denke, es ist wichtig für uns, dass wir der Bibel folgen und dass, wenn wir ihr das erste Mal nicht gefolgt sind, wir ihr beim zweiten Mal folgen und nicht in konstanter Rebellion gegen das Wort Gottes leben. Denn die Bibel macht hier ganz deutlich, wenn jemand in Rebellion gegen das Wort Gottes lebt und konstant sich nicht bekehren möchte, dann hat er keinen Platz in der Gemeinde Gottes. Das ist vielleicht ein heißes Eisen, aber es gehört angesprochen. Und wenn wir uns auf die Wiederkunft vorbereiten, können wir nicht Menschen in der Gemeinde belassen, die offen sagen, wir möchten diesem biblischen Ratschlag oder diesem biblischen Gebot oder dieser biblischen Lehre nicht folgen, aus welchen Gründen auch immer. Paulus sagt: „Ermahnt sie in Liebe, gebietet ihnen, zeigt ihnen, aber wenn sie nicht wollen, empfangt sie nicht.“

[41:54] In Vers 13, 2. Thessalonicher 3, Vers 13 heißt es: „Ihr aber, Brüder, werdet nicht müde, Gutes zu tun.“ Das ist ein toller Vers. Vielleicht ist es uns alle schon so mal gegangen, dass wir im Werk Gottes müde geworden sind, dass wir gearbeitet haben für Gott und gearbeitet haben und gearbeitet haben und irgendwann völlig niedergeschlagen, vielleicht sogar depressiv geworden sind, müde geworden sind. Hier ist eine tolle Verheißung in Jesaja 40. Und heißt es in Vers 29: „Er, Gott, gibt dem Müden Kraft und Stärke genug, dem Unvermögenden.“ Bist du Unvermögenden? Bist du schwach? Ich bin schwach, ich bin Unvermögend, aber Gott gibt mir Stärke genug. Und das kann er dir auch geben.

[42:45] Vers 30: „Knaben werden müde und matt, und junge Männer straucheln und fallen.“ Jetzt, junge Männer, das ist ungefähr so die höchste Form an Stärke vielleicht, die wir uns vorstellen können. Junge Männer sind von allen Menschen vielleicht die, die am meisten Kraft und am meisten Ausdauer haben. Aber wenn sogar junge Männer straucheln und fallen, wenn sogar Knaben müde und matt werden, dann wird es jeder, mit anderen Worten, was die Bibel sagen will: Jeder Einzelne betroffen. Sogar der Stärkste im Glauben, der vielleicht frischer im Glauben ist und Feuer hat und Begeisterung und Eifer, auch der wird irgendwann müde und matt. Aber dann kann diese Verheißung wahr werden in Vers 31: „Aber die auf den Herrn harren, deren Herz gelenkt wird auf das Ausharren auf Jesus hin, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.“ Denn wir alle müssen diesen Lauf des Lebens laufen, der in Hebräer 12, Verse 1 und 2 beschrieben ist. Und wir können diesen Lauf laufen und nicht matt werden durch die Kraft, die von Gott kommt und nicht aus uns.

[43:49] In Galater 6, Verse 9 und 10 lesen wir: „Lasst uns aber im Gutes tun nicht müde werden, denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht ermatten. Vers 10: So lasst uns nun, wo wir Gelegenheit haben, an allen Gutes tun, besonders aber an den Hausgenossen des Glaubens. Lasst uns nicht müde werden, denn wenn wir nicht ermatten, werden wir ernten.“ Möchtest du ernten? Ich möchte ernten.

[44:26] Und dann, was ist das beste Gegenmittel gegen Müdigkeit, gegen Ermatten, gegen Verzweiflung und Depression? Hebräer 12, Vers 3 sagt: „Achtet doch auf ihn.“ Gemeint ist Jesus, der solchen Widerspruch von den Sündern gegen sich erduldet hat. Warum? „Damit ihr nicht müde werdet und den Mut verliert.“ Wenn du daran bist, den Mut zu verlieren, wenn du so enttäuscht bist, wenn du müde bist vor lauter Arbeit im Werk Gottes, achte auf ihn. Wenn dir ständig widersprochen wird, wenn du der einzige Einzelkämpfer bist in deiner Gemeinde, wenn du in einer Gegend bist, wo es keine Christen gibt, wenn du einfach entmutigt bist und es geht nicht voran, so scheint es, dann achte auf ihn, der so viel Widerspruch von Sündern erlitt und trotzdem im Glauben das Werk vollendet hat. Jesus, der Anfänger und Vollender des Glaubens, der größte Glaubensheld. Alle anderen sind Beispiele für den Glauben, aber er ist nicht nur ein Beispiel für den Glauben.

[45:18] In Hebräer 11 gibt es so viele Beispiele von Glaubenshelden, aber Jesus ist nicht nur ein Glaubensheld, er ist der Anfänger, er ist das A und das O des Glaubens. Er ist alles das, was Glauben ausmacht.

[45:39] Hebräer 12, Vers 5 sagt uns: „Und habt das Tröstwort vergessen, Verzeihung, gehen wir erst so zu 2. Thessalonicher 3 und dort Vers 14.“ 2. Thessalonicher 3, Vers 14: „Wenn aber jemand unseren brieflichen Worten nicht gehorcht, den kennzeichnet und habt keinen Umgang mit ihm, damit er sich schämen muss.“ Das ist das, was Paulus sagt: Kennzeichnet sie. Und ist es nicht interessant, dass alle diejenigen in der Offenbarung, die sich gegen das Wort Gottes wenden, die konstant gegen Gott rebellieren, irgendwann auch gekennzeichnet werden mit dem Malzeichen des Tieres. Aber hier geht es nicht darum, dass sie auf ewig verloren sind, sondern dass sie aus der Gemeinde ausgeschlossen werden, damit sie sich schämen. Denn die Scham hat einen Zweck.

[46:22] Schauen wir gemeinsam in 3. Mose 19. 3. Mose 19, Vers 17 und 18. Das ist unglaublich schön hier zu sehen. 3. Mose 19, Vers 17 und 18. Die Bibel sagt: „Du sollst deinen Bruder nicht hassen in deinem Herzen.“ Wir sollen diese gemeine Zucht nicht mit Hass oder mit Boshaftigkeit ausüben, sondern du sollst deinen Nächsten ernstlich zurechtweisen, dass du nicht seinetwegen Schuld tragen musst. Wenn wir sehen, dass ein Bruder, eine Schwester sich gegen Gottes Wort stellt und wir sie nicht zurechtweisen, dann tragen wir ihretwegen selbst Schuld und es ist Ausdruck unseres Hasses ihnen gegenüber. Wenn wir sie lieben, werden wir sie zurechtweisen.

[47:09] In Liebe, Vers 18: „Du sollst nicht Rache üben, noch Gräuel behalten gegen die Kinder deines Volkes, sondern du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin der Herr.“ Was ist die Liebe am Nächsten wie dich selbst? Es ist ihn ernstlich zurechtzuweisen, um ihn zu Jesus zu bringen, um ihn zu gewinnen. Matthäus 18, Vers 15 sagt uns: „Wenn wir mit einem Menschen so eine Diskussion haben oder so eine Auseinandersetzung, lasst uns ihn gewinnen wollen, ihn nicht verurteilen.“

[47:36] Und hier ist etwas für dich, falls du von anderen Menschen dafür zurechtgewiesen wirst, dass du dem Wort Gottes vielleicht an der einen oder anderen Stelle nicht folgst. Schau mal mit mir, was die Bibel sagt in Psalm 141, Vers 5. Psalm 141, Vers 5. Die Bibel sagt: „Der Gerechte schlage mich, das ist Gnade, und züchtige mich, das ist Öl für mein Haupt, und mein Haupt soll sich nicht dagegen sträuben, wenn es auch wiederholt geschieht.“ Jesus sagt in Offenbarung 3: „Wen ich liebe, den züchtige ich.“

[48:19] Und dann schließt Paulus einen Brief mit drei Versen. Vers 16 sagt er in 2. Thessalonicher 3, Vers 16: „Er aber, der Herr des Friedens, gebe euch den Frieden allezeit und auf alle Weise, der Herr sei mit euch allen.“ Und das ist genau das, was er schon im 1. Thessalonicher Brief, wir haben viele, viele andere mehr Texte durch den Vers, schaut es euch an, aber im 1. Thessalonicher Brief, am Ende hat er geschrieben in Kapitel 5, Vers 23: „Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch, das heißt, der Frieden, den Gott uns gibt, hat etwas zu tun mit der Heiligung, heilige euch durch und durch, nicht nur ein bisschen, nicht nur annäherungsweise, sondern durch und durch, vollkommen und euer ganzes Wesen, der Geist, die Seele und der Leib möge untadelig bewahrt werden bei der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus.“

[49:17] In Vers 17, 2. Thessalonicher 3, Vers 17, sagt er: „Der Gruß mit meiner, des Paulus, Hand, dies ist das Zeichen in jedem Brief, so schreibe ich.“ Paulus hat offensichtlich alle Briefe, bis auf den Galaterbrief, den er selbst geschrieben hat, diktiert und nur am Ende unterschrieben. Und diese Unterschrift, sagt er, ist das Zeichen. Jetzt, das ist unglaublich interessant. Warum? Weil er selbst dieses Wort „Zeichen“ in Römer 4 folgendermaßen verwendet. In Römer 4, Vers 11, sagt er, in einem anderen Zusammenhang über den Glauben Abrahams, und er empfing das Zeichen der Beschneidung als Siegel der Gerechtigkeit des Glaubens. Das heißt, ein Zeichen in der Gedankenwelt des Paulus ist ein Siegel. Seine Unterschrift besiegelt oder versiegelt den Brief. Und während Paulus jetzt über die Vorbereitung auf die Wiederkunft spricht, im ganzen 2. Thessalonicher Brief oder im ersten auch schon, am Ende des Briefes, sagt er: „Und das ist das Siegel.“ Als wollte er durch seinen Brief illustrieren, durch das Schreiben, Linie auf Linie, Linie auf Linie, durch das Schreiben des Briefes, wie wir vorbereitet werden, bis wir versiegelt werden, bis wir die Unterschrift Jesu auf unseren Charakter bekommen.

[50:35] In Vers 18 sagt er, der letzte Vers im 2. Thessalonicher Brief: „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch allen. Amen.“ Und damit zitiert er etwas oder sagt etwas, was er auch in Römer sagt, in Römer 16, Vers 20. Das ist unser letzter Vers für dieses Quartal. In Römer 16, Vers 20 heißt es: „Der Gott des Friedens aber wird in kurzem, und das ist diese Heiligung, durch und durch, wird in kurzem den Satan unter euren Füßen zermalmen.“ Dann sind wir vorbereitet auf die Wiederkunft, versiegelt, geheiligt, durch und durch, weil wir die Anweisung des Paulus, die er in all seinen Briefen, sagt uns Petrus, geschrieben hat, zur Vorbereitung dieses Charakters auf die Wiederkunft hin, angenommen, umgesetzt und ausgelebt haben. Und dann sagt er: „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, denn die allein macht es, sei mit euch.“ Amen.

[51:37] Möchtest du dich vorbereiten auf die Wiederkunft Jesu und das tun, was Paulus uns rät und den Briefen, den Anweisungen Paulus Schritt für Schritt folgen, um durch und durch geheiligt zu sein, wenn Jesus Christus in den Wolken des Himmels kommt? Wir haben viel gelernt über die Wiederkunft, und ich wünsche mir, dass du das nicht nur gelernt hast, sondern umsetzen wirst.

[52:01] Wir werden im nächsten Quartal ein Thema haben, das heißt „Wachsen in Christus“. Wir werden durch viele fundamentale Glaubensüberzeugungen der Bibel gehen, Schritt für Schritt. Ladet andere Menschen ein, die vielleicht noch nie die Kanzelzeit auch gesehen haben. Es wird sich besonders auch eignen für Menschen, die noch keinen Zugang zum Glauben haben, die einmal die Grundlehren der Bibel einfach kennen wollen, was die Bibel so lehrt. Und auch für diejenigen, die das schon kennen, wird es die Möglichkeit bieten, zu vertiefen und weiter zu wachsen in Christus. Denn das wird das Thema sein, durch alle biblischen Lehren hindurch. Wir wollen sehen, wie durch jede biblische Lehre wir tiefer und noch tiefer, näher, ja noch näher zu Christus hin wachsen wollen. Das soll unser Wunsch sein, und das werden wir die nächsten drei Monate machen. Ich hoffe, ihr freut euch schon darauf, und Gott wird uns auch dort reichlich segnen, in dem Studium seines Wortes. Gott mit euch. Amen.

[53:42] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!


Lizenz

Copyright ©2012 Joel Media Ministry e.V.
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.