In dieser Folge der Christ Study Hour mit Clemens Kramp wird die Geschichte von Josef, dem Prinzen von Ägypten, beleuchtet. Die Predigt konzentriert sich auf Josefs Aufstieg zur Macht, seine Fähigkeit, Gottes Führung zu erkennen und darauf zu reagieren, sowie auf die Bedeutung von Vergebung. Es wird gezeigt, wie Josef trotz der Schwierigkeiten in seinem Leben und der Taten seiner Brüder, einen Plan Gottes umsetzt, der letztendlich zur Rettung seiner Familie und zur Erfüllung göttlicher Pläne führt.
Christ Study Hour 2022 Q2: Genesis – Das Buch vom Anfang: 12. Josef, der Prinz von Ägypten
Clemens Kramp · Christ Study Hour 2022 Q2: Genesis - Das Buch vom Anfang ·Themen: 1. Könige, 1. Mose, Bibel, Bibelstudium, RömerWeitere Aufnahmen
Serie: Christ Study Hour 2022 Q2: Genesis - Das Buch vom Anfang
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Transkript
[0:31] Ein herzliches Willkommen, ihr lieben Zuschauer, zu einer neuen Folge der Christ Study Hour. Wir wollen heute das Thema 12 miteinander betrachten: Josef, der Prinz von Ägypten. Bevor wir einsteigen in das Wort Gottes und einige Dinge näher uns anschauen wollen und auch lernen wollen, lade ich euch ein, dass wir ein gemeinsames Gebet sprechen.
[1:00] Lieber Jesus Christus, ich möchte hier danken, dass wir dich kennen dürfen. Ich möchte danke sagen, dass du uns von Herzen liebst und dass du uns durch dein Wort zahlreiche Beispiele gegeben hast, was es bedeutet zu leben mit dir zu leben und positive Entscheidungen im persönlichen Leben zu treffen. Am Beispiel von Josef, Herr Jesus, können wir sehen, was es bedeutet ein echter Friedensstifter zu sein und das Thema Vergebung in das eigene Herz zu lassen. Jesus, wir dürfen auch sehen, dass du derjenige bist, der einen Plan für die Menschen hat, persönlich, aber auch im großen Stil. Und wir bitten dich, dass du uns jetzt siehst, dass du uns deinen Heiligen Geist gibst, dass wir verstehen können, was es auch mit unserem Leben ganz konkret zu tun hat. Habe Dank dafür, Jesus, in deinem Namen. Amen.
[1:54] Ihr Lieben, in der letzten Woche haben wir uns angesehen, ja, was haben wir uns angesehen? Wir haben uns das Leben eines jungen Mannes angesehen, der einen unerschütterlichen Glauben hatte, trotz zahlreicher Schicksalsschläge, die er in seinem persönlichen privaten, innerhalb seiner Familie erlebt hat. Wir haben einen jungen Mann gesehen, der treu war, treu in Versuchung, treu, obwohl um ihn herum ein Chaos das Leben doch die Tagesordnung war. Wir haben uns das Leben des jungen, 17-jährigen Josef angeschaut, wie er schließlich nach Ägypten kam und was er alles auf dem Weg dorthin zu erleiden hatte. Ein beispielloses haben wir gesehen, wie Gott einen Menschen im Leben führen kann und trotz der Dinge, die manchmal aufkommen, auch im familiären Bereich, haben wir gesehen, dass Gott die Führung des Lebens eines jeden Menschen in die Hand zu nehmen, wenn wir uns darauf einlassen. Und Josef selber, er erkannte die Führung Gottes in seinem Leben, trotz der zahlreichen Rückschläge, die ihn auch umgaben.
[3:12] Wir möchten einsteigen heute mit dem Abschnitt Josefs Aufstieg zu Macht und ich lade euch ein, dass wir hier einen Text aus dem Wort Gottes zunächst gemeinsam betrachten und zwar den Abschnitt aus 1. Mose 41 und dort ab Vers 25. Ich lade euch ein, eure Bibeln zur Hand zu nehmen und 1. Mose 41 aufzuschlagen. Ich lese ab Vers 25: Da sprach Josef zum Pharao: Was der Pharao geträumt hat, bedeutet dasselbe. Gott hat dem Pharao wissen lassen, was er tun will. Die sieben schönen Kühe sind sieben Jahre und die sieben schönen Ähren sind auch sieben Jahre. Es ist ein und derselbe Traum. Die sieben mageren und hässlichen Kühe, die nach jenen herauskamen, sind sieben Jahre. Ebenso die sieben leeren, vom Ostwind versengten Ähren. Es werden sieben Hungerjahre sein. Vers 28: Darum sagte ich zu dem Pharao: Gott hat dem Pharao sehen lassen, was er tun will. Ja, es kommen sieben Jahre, da wird großer Überfluss herrschen im ganzen Land Ägypten. Aber nach ihnen werden 700 Jahre eintreten und all dieser Überfluss wird vergessen sein im Land Ägypten und die Hungersnot wird das Land aufzehren, so dass man nichts mehr merken wird von dem Überfluss im Land wegen der Hungersnot, die danach kommt, denn sie wird sehr erdrückend sein. Und Vers 32: Dass aber der Pharao den Traum zweimal hatte, das bedeutet, dass die Sache bei Gott fest geschlossen ist und dass Gott es rasch ausführen wird.
[4:58] Durch die Träume, die der Pharao hat, offenbart Gott seine Pläne, nicht nur mit ihm, sondern auch mit der Familie rund um Josef und das ganze Land Ägypten. Und Josef kenntnis habend von diesen Träumen, schlägt ein konkretes Wirtschaftsprogramm vor. Lesen wir weiter ab Vers 37: Diese Rede gefiel dem Pharao und allen seinen Knechten gut. Und der Pharao sprach zu seinen Knechten: Können wir einen Mann finden wie diesen, in dem der Geist Gottes ist? Und der Pharao sprach zu Josef: Nachdem Gott dir dies alles mitgeteilt hat, ist keiner so verständig und weise wie du. Du sollst über mein Haus sein und auf meinen Befehl sollen mein ganzes Volk gehorchen. Nur um den Thron will ich höher sein als du. Und der Pharao sprach zu Josef: Siehe, ich setze dich über das ganze Land Ägypten.
[6:02] Wir lesen noch Vers 47 bis 49: Und das Land trug in den sieben Jahren reichen Überfluss. Und er sammelte allen Ertrag der sieben Jahre, die im Land Ägypten waren, und schaffte die Nahrungsmittel in die Städte. Den Ertrag der umliegenden Felder brachte er in die Städte. Und Josef speicherte Getreide auf wie Sand am Meer und über die Maßen fiel, bis man es nicht mehr messen konnte, denn es war unermesslich viel.
[6:31] Was wir gelesen haben, lässt uns verstehen, dass der Pharao in dieser konkreten Notsituation, die über das Land Ägypten hereinbrechen sollte, einen sehr fähigen und weisen Mann gesucht hat. Und er findet ihn in der Person, in dem Mann Josef. Denn Josef hat diese gewünschten Fähigkeiten, er besitzt diese nötige Weisheit, um in dieser Krisensituation eine Lösung zu präsentieren und ja, weise vorzugehen. So wird Josef über das ganze Land Ägypten gesetzt.
[7:05] Das Interesse des Pharaos scheint hier weniger im Hinblick auf eine geistliche Bedeutung zu sein. Der Pharao hat ja so den wirtschaftlichen Aspekt im Auge und möchte hier eine kluge Entscheidung treffen. Die Auswahl Josefs ist vielmehr eine pragmatische Entscheidung des Pharaos, weniger eine, die einer religiösen Entscheidung entsprechen könnte. Und so wird Josef aufgrund einer Notlage zum höchsten Staatsbeamten in Ägypten.
[7:36] Der Pharao erkannte, dass der Geist Gottes in Josef war. Er wurde als verständig und weise wahrgenommen in dieser herausfordernden Situation, die sie gemeinsam erlebt haben als ganzes Land. An dieser Stelle möchte ich kurz innehalten und verweilen bei dem Gedanken, den der Pharao hatte. Er hat erkannt, dass Josef nicht alleine unterwegs war. Er hat erkannt, dass der Geist Gottes in Josef war. Und ich möchte so eine praktische Frage an dieser Stelle für dich und mich stellen: Erleben Menschen aus unserem Umfeld auch, dass der Heilige Geist Teil unseres Lebens ist? Drückt unser Reden und Handeln aus, dass wir Kinder Gottes sind? Du und ich, können Menschen bei der Beobachtung deines und meines Lebens wahrnehmen, dass wir Christen sind? Und dass wir dabei sind, Jesu Werk auf dieser Erde vorzuführen?
[8:41] Ich möchte mit euch weitergehen und in das Kapitel 42 einsteigen, denn hier endete nicht die Geschichte. Denn diese Geschichte, von der wir heute oder die wir heute noch näher beleuchten wollen, ist doch die, dass Gott die Familie hinführt in eine konkrete Situation, in der es am Ende um Vergebung geht. Und wir werden das noch konkreter sehen. Josef konfrontiert seine Brüder um dieses Thema geht es in Kapitel 42. Und wir lesen zunächst die Verse 1 bis 3 und auch dann die Verse 6 bis 9. Und Jakob sah, dass es in Ägypten Korn gab. Das sprach Jakob zu seinen Söhnen: Was seht ihr einander an? Siehe, ich höre, dass es in Ägypten Korn gibt. Zieht hin und kauft uns dort Getreide, damit wir leben und nicht sterben. So machten sich zehn der Brüder Josefs auf den Weg, um in Ägypten Getreide zu kaufen.
[9:38] Was wir lesen weiter ab Vers 46: Josef aber war Regent über das Land, er allein verkaufte dem ganzen Volk des Landes Korn. Darum kamen die Brüder Josefs und beugten sich vor ihm nieder, das Angesicht zur Erde gewandt. Als nun Josef seine Brüder sah, erkannte er sie und er verstellte sich und redete hart mit ihnen und fragte sie: Wo kommt ihr her? Sie antworteten: Aus dem Land Kanaan, um Nahrung einzukaufen. Und Josef erkannte seine Brüder, sie aber erkannten ihn nicht. Vers 9: Und Josef dachte an die Träume, die er von ihnen geträumt hatte und sprach zu ihnen: Ihr seid Kundschafter, ihr seid gekommen, um zu sehen, wo das Land offen ist.
[10:33] Wie könnte es anders sein, ihr Lieben? Aufgrund der konkret erlebten Hungersnot, nicht nur in Ägypten, sondern die Bibel beschreibt uns, dass die Hungersnot die Erde umfasste. Erkennt auch Vater Jakob, dass es Zeit ist zu handeln und er spricht mit seinen Söhnen und sagt: Ihr Lieben, wir müssen jetzt etwas tun, weil auch wir leiden mehr und mehr Hunger. Und so schickt er seine Söhne nach Ägypten, seine zehn, zehn außer Benjamin. Und dieser Entschluss sollte später dazu führen, dass er seinen geliebten Sohn Josef eines Tages wiedersehen würde. Aber nicht nur das, wenn wir uns in Erinnerung rufen, was in 1. Mose 37, 47 stand: Siehe, wir banden Garben auf dem Feld, sagte hier Josef, und siehe da, richtete sich meine Garbe auf und blieb stehen. Und siehe, eure Garben stellten sich rings umher und warfen sich vor meiner Garbe nieder. Wenn wir uns diesen Text vor Augen führen, dann bedeutet die Begegnung Josefs mit seinen Brüdern gleichzeitig auch die Erfüllung des Traumes, den Gott ihm gegeben hat.
[11:52] Josef war inzwischen der Regent im Lande Ägypten, wie wir in Kapitel 42, 46 gemeinsam gelesen haben. Seine bedürftigen Brüder, die ihn wegen seiner Träume verspotteten und deren Erfüllung anzweifelten, waren nun von seinem Wohlwollen und seinen Entscheidungen abhängig.
[12:15] Josef traf eine Entscheidung. Er steckte die Vergangenheit und das, was man mit seiner Familie erlebt hat, nicht einfach in eine Schublade und sagte: So waren sie und so sind sie wahrscheinlich heute auch noch. Sie haben mich schlecht behandelt und wahrscheinlich sind sie heute immer noch so negativ, wie ich sie erlebt habe. Das hat Josef nicht. Aber was tat Josef? Er war fest entschlossen, die Herzen seiner Brüder neu zu prüfen.
[12:40] Ich möchte mit euch gemeinsam die Verse 13 bis 22 lesen, zunächst 1. Mose 42, die Verse 13 bis 22 und dann noch einige Verse ab Vers 29. 1. Mose 42 ab Vers 13: Sie antworteten: Wir, deine Knechte, sind zwölf Brüder, die Söhne eines einzigen Mannes im Land Kanaan. Und siehe, der Jüngste ist gegenwärtig bei unserem Vater und der eine ist nicht mehr. Aber Josef sprach zu ihnen: Es ist so, wie ich euch gesagt habe, ihr seid Kundschafter. Daran will ich euch prüfen. So wahr der Pharao lebt, ihr sollt von hier nicht fortgehen, es sei denn, euer jüngster Bruder kommt her. Schickt einen von euch hin, damit ihr euren Bruder holt. Er aber soll in Haft behalten werden. So sollen eure Worte geprüft werden, ob ihr wahrhaftig seid. Wenn aber nicht, dann seid ihr Kundschafter. So wahr der Pharao lebt, und er setzte sie alle zusammen in Gewahrsam drei Tage lang. Am dritten Tag aber sprach Josef zu ihnen: Wenn ihr am Leben bleiben wollt, so tut man dies, denn ich fürchte Gott. Wenn ihr aufrichtig seid, lasst einen von euren von euch Brüdern hier gebunden im Gefängnis zurück. Die anderen aber geht hin und bringt Getreide heim, um den Hunger eurer Familien zu stillen. Vers 20: Euren jüngsten Bruder aber bringt zu mir, damit eure Worte sich hier als wahr erweisen und dann sollt ihr nicht sterben. Und sie handelten danach. Sie sagten aber zueinander: Wahrlich, wir sind schuldig, wir sind schuldig wegen unseres Bruders, denn wir sahen die Drangsal seiner Seele, als er uns um Erbarmen anflehte, wir aber hörten nicht auf ihn. Darum ist diese Drangsal über uns gekommen. Und Ruben antwortete und sprach zu ihm: Habe ich euch nicht zu geredet und gesagt: Versündigt euch nicht an dem Knaben? Aber ihr wolltet ja nicht hören. Und sieht, nun wird sein Blut gefordert.
[14:59] Wir wollen Vers 22 gleich noch einmal lesen. Sie lesen aber kurz weiter ab Vers 29. Als sie aber zu ihrem Vater Jakob ins Land Kanaan kamen, erzählten sie ihm alles, was ihnen begegnet war und sprachen: Der Mann, der Herr des Landes, ist hart mit uns und handelt uns und behandelte uns als Kundschafter des Landes. Wir aber sagten: Wir sind auch richtig und sind keine Kundschafter. Wir sind zwölf Brüder, Söhne unseres Vaters. Einer ist nicht mehr, der Jüngste aber ist gegenwärtig bei unserem Vater im Land Kanaan. Da sprach der Mann, der Herr des Landes zu uns: Daran will ich erkennen, ob ihr aufrichtig seid. Lasst einen eurer Brüder bei mir zurück und geht und nehmt mit, was ihr für eure Familien braucht und bringt euren jüngsten Bruder zu mir, damit ich erkenne, dass ihr keine Kundschafter, sondern aufrichtig seid. Dann will ich euch euren Bruder herausgeben und ihr könnt ungehindert im Land verkehren. Und es geschah, als sie ihre Säcke ausleerten, siehe, da hatte jeder seinen Beutel mit Geld in seinem Sack. Und ihr Vater Jakob sprach zu ihnen: Ihr habt mich meiner Kinder beraubt. Josef ist nicht mehr, Simeon ist nicht mehr und Benjamin wollt ihr mir nehmen? Dies alles ist über mich gekommen. 437: Da sprach Ruben zu seinem Vater: Du kannst meine beiden Söhne töten, wenn ich ihn dir nicht wiederbringe. Übergib ihn nur meiner Hand, ich will ihn dir wieder bringen. Er war sprach: Mein Sohn soll nicht mit euch abziehen, denn euer Bruder ist tot und er ist allein übrig geblieben. Sollte ihm ein Unfall begegnen auf dem Weg, den ihr geht, so würdet ihr auch meine grauen Haare vor Kummer ins Totenreich hinunterbringen.
[15:57] Zwei Ereignisse mussten eintreten, damit Jakob letztlich bereit war, Benjamin mit nach Ägypten zu geben. Zum einen wurde es notwendig oder ist es geschehen, dass die Nahrung ein Ende fand. Sie hatten quasi nichts mehr zu essen, sie brauchten Nahrung für sich selber, für ihre Frauen, für ihre Kinder. Und dann war ein zweiter Punkt sehr wesentlich für Vater Jakob, um diese schwere Herzensentscheidung zu treffen und Josef und Benjamin mitzugeben. Es war die Garantie, die Juda gegeben hat: Ich bringe dir deinen Sohn wieder. Gelesen hier im Wort Gottes, er sagte: Ich will für ihn bürgen, ich will mich einsetzen, ich werde das hier garantieren. Vater, ich stehe dafür gerade und Benjamin wird wieder kommen.
[19:49] Ihr Lieben, ganz kurz an dieser Stelle schon mal angerissen, in der Rückschau der Dinge, die unser Leben betroffen haben, in der Rückschau der Dinge, die in unserem Leben nicht gut gelaufen sind, seines gesagte Worte oder Handlungen, die andere Menschen verletzt und geschmerzt haben. Ist es wichtig, dass wir uns verinnerlichen, dass es einen Gott im Himmel gibt, der nicht nur die Situation kennt, sondern der auch da ist und bereit ist, uns den Moment der Vergebung, den Moment der Ruhe, der Besinnung zu schenken und der uns auch helfen möchte, gute Entscheidungen zu treffen, in dem Sinne, dass wir wieder den Weg der Versöhnung einschlagen wollen. Und genau das erleben die Brüder von Josef. Ihr auch, sie halten Rückschau auf ihr Leben und sie erkennen, dass sie deutlich daneben getappt sind, dass sie Dinge getan haben, die nicht gut waren. Und sie benennen es hier wörtlich: Wahrlich, wir sind schuldig wegen unseres Bruders. Ihre Sünde, ihre Verfehlung sind ihm deutlich vor Augen.
[20:54] Wir wollen in dieser heutigen Betrachtung uns auch diese persönliche Beziehung, diese Nähe, dieses Wohlwollen Josefs mit seinem Bruder Benjamin vor Augen führen, denn die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Die Geschichte um Josef und seine Brüder und die große Hungersnot. Und so lesen wir in 1. Mose 43 und den in den ersten beiden Versen folgende Gedanken: Aber die Hungersnot lastete auf dem Land. Und es geschah, als sie alles Korn aufverzehrt hatten, dass sie aus Ägypten herausgebracht hatten, da sprach ihr Vater zu ihnen: Geht und kauft uns wieder ein wenig Speise.
[21:42] Vater Jakob war nicht einverstanden. Er wollte nicht, dass Benjamin mitgeht. Das Mitgehen Benjamins, die Abreise seines anderen geliebten Sohnes fiel ihm nicht leicht. Es war der Sohn, der ihm von Rahel noch geblieben war. Und Vater Jakob hatte ja, man könnte es so zusammenfassen, große Angst, dass er nun auch noch Benjamin verlieren würde, verlieren wie Josef verloren hatte. Und so lesen wir beispielgebend für diese Gedanken, diese Verse ab Vers 6, 1. Mose 43: 46: Da sprach Israel: Warum habt ihr mir das so leid getan, den Mann zu verraten, dass ihr noch einen Bruder habt? Sie sprachen: Der Mann forschte so genau nach uns und unserer Verwandtschaft und sprach: Lebt euer Vater noch? Habt ihr noch einen Bruder? Da geben wir ihm Auskunft, wie es sich verhielt. Konnten wir dann wissen, dass er sagen würde: Bringt euren Bruder herab? Und Juda sprach zu seinem Vater Israel: Gib mir den Knaben mit, so wollen wir uns auf den Weg machen, damit wir leben und nicht sterben, wir und du und unsere Kinder. Ich will für ihn bürgen, von meiner Hand sollst du ihn fordern, wenn ich ihn dir nicht wiederbringe und ihn vor dein Angesicht stelle, so wie ich die Schuld trage, so will ich die Schuld tragen vor dir, mein ganzes Leben lang.
[23:14] Zwei Ereignisse mussten eintreten, damit Jakob letztlich bereit war, Benjamin mit nach Ägypten zu geben. Zum einen wurde es notwendig oder ist es geschehen, dass die Nahrung ein Ende fand. Sie hatten quasi nichts mehr zu essen, sie brauchten Nahrung für sich selber, für ihre Frauen, für ihre Kinder. Und dann war ein zweiter Punkt sehr wesentlich für Vater Jakob, um diese schwere Herzensentscheidung zu treffen und Josef und Benjamin mitzugeben. Es war die Garantie, die Juda gegeben hat: Ich bringe dir deinen Sohn wieder. Gelesen hier im Wort Gottes, er sagte: Ich will für ihn bürgen, ich will mich einsetzen, ich werde das hier garantieren. Vater, ich stehe dafür gerade und Benjamin wird wieder kommen.
[24:08] Dann, ihr Lieben, kamen die Brüder, begleitet von Benjamin, in Ägypten wieder an. Wir wollen einige Verse gemeinsam lesen und zwar in dem gleichen Kapitel wollen wir die Verse 16, 18, 23 und dann auch noch einige Verse ab Vers 29 lesen. 16: Als nun Josef den Benjamin bei ihnen sah, sprach er zu seinem Verwalter: Führe die Männer ins Haus hinein, schlachte und bereite ein Essen zu, denn sie sollen mit mir zu Mittag essen. Vers 18: Da fürchteten sich die Männer, weil sie in das Haus Josefs geführt wurden und sprachen: Man führt uns hinein wegen des Geldes, welches das erste Mal wieder in...
[24:49] Geldes, welches das erste Mal wieder in unsere Säcke gekommen ist, um über uns herfallen und uns zu überwältigen und zu Sklaven zu machen, samt unseren Eseln. Fest 23. Er sprach zu ihnen: "Friede sei mit euch! Fürchtet euch nicht! Euer Gott und der Gott unseres Vaters hat euch einen Schatz in eure Säcke gegeben. Euer Geld ist mir zurückgekommen." Und er brachte Simeon zu ihnen hinaus.
[25:18] Lesen doch einige Verse 29. Als er aber seine Augen erhob und seinen Bruder Benjamin sah, den Sohn seiner Mutter, fragte er: "Ist das euer jüngster Bruder, von dem ihr mir gesprochen habt?" Und er sprach: "Gott sei die Ehre, mein Sohn."
[25:41] Danach aber zog sich Josef zurück, denn sein Innerstes war aufgewühlt wegen seines Bruders, und er konnte, und er suchte einen Ort auf, wo er weinen konnte. Und er ging in sein Gemach und weinte dort. Dann aber rasch sein Angesicht, ging hinaus, überwand sich und sprach: "Tragt das Essen auf!" Und man trug ihm besonders auf und ihnen besonders, und ebenso den Ägyptern, die mit ihm saßen, besonders, denn die Ägypter dürfen nicht mit den Hebriden zusammen essen, denn das ist für die Ägypter ein Kreuz.
[26:17] 33. Und sie aßen vor ihm, der Erstgeborene zuerst und der Jüngste zuunterst. Und die Männer schauten einander verwundert an. Und man trug ihnen besondere Gerichte von dem auf, was vor seinem Gesicht gestanden hatte. Das besondere Gericht für Benjamin aber war fünfmal größer als die besonderen Gerichte von ihnen allen. Sie tranken und wohnten fröhlich mit ihm.
[26:50] Die Bibel beschreibt uns ganz, ganz deutlich, dass Josef eine besondere Zuneigung zu seinem Bruder Benjamin empfand. Er nennt ihnen Vers 29: "Mein Sohn!" Was für eine Nähe wird ausgedrückt! Und auch beim Auf-Tischen des Essens wird sehr deutlich, dass Benjamin doch irgendwie eine besondere Stellung im Herzen Josefs hat. Der bekommt fünfmal mehr als seine Brüder.
[27:18] Bei allen Leid lesen wir zu dieser Begebenheit folgende Gedanken durch. Diese Bevorzugung Benjamins wollte Josef feststellen, ob sie ihren jüngsten Bruder mit ebenso viel Hass und Missgunst behandelten, wie ihn damals. Da die Brüder noch immer, da die Brüder noch immer an Namen Josef verstehe ihre Sprache nicht, unterhielten sie sich ungezwungen miteinander. Dadurch hatte er gute Gelegenheit, ihr wahres Denken kennenzulernen. Trotzdem wollte er sie noch weiter prüfen und ordnete von vor ihrer Abreise an seinen silbernen Trinkbecher im Sack des Jüngsten zu verstecken.
[28:02] Wir lieben, dieses Mal störten sich die Brüder Josefs nicht an der erlebten Ungleichbehandlung. Gewesen hatte sich zudem verändert, was wir aus erster Mose 37, Vers 3 bis 4 kannten. Als es darum ging, dass Josef ein neues Gewand, einen neuen Leibrock, heißt es hier im Wort Gottes, bekommen hatte, denn dort sagt uns Vers 4: "Als nun seine Brüder sahen, dass ihr Vater ihn lieber hatte als seine Brüder, hassten sie ihn und wollten ihn nicht mehr mit dem Friedensgruß grüßen." Ihr Wesen hatte sich verändert. Der Charakter der Brüder war ein anderer geworden.
[28:41] Auch in dem Erleben nicht gleich behandelt zu werden, das kann auch eine praktische Bedeutung für dein und mein Leben haben. Meinst du nicht auch, ihr Lieben, gab es in unserem Leben vielleicht auch schon Situationen, in denen Menschen, die dich enttäuscht haben, in denen Dinge vorgefallen sind, wo du gesagt hast: "Eigentlich ist das jetzt schon ungerecht"? Und vielleicht war es vielleicht auch Situationen, die dich innerlich so ziemlich auf die Palme gebracht haben. Ungerechtigkeit zu erleben ist keine Kleinigkeit und mitunter ist es, wenn nicht sogar einer der größten Gründe, warum Menschen in Streit geraten.
[29:14] Niemand möchte an einer Kasse oder irgendwo stehen dran sein und jemand drängelt vor. Oder auch viele andere Dinge, ja, vielleicht im Rahmen der Familie, dort, wo Dinge vielleicht gewährt werden, sei es Freizeit, ein Urlaub, Geldzuwendung oder was auch immer. Das Erbe, Gerechtigkeit ist doch irgendwie, oder der Wunsch nach Gerechtigkeit ist doch fest in unserem Herzen verankert. So war es damals auch im Herzen der Brüder, als sie noch jünger waren. Aber dann in dieser Krisensituation vor Josef, stellte Josef fest in der Probe, die ihm gestellt hat, dass sie herzlich verändert hat. Sie konnten mit dieser Ungerechtigkeit leben.
[30:01] Vielleicht hast du auch schon erlebt, wie Menschen, die dir nicht gut getan haben. Vielleicht hast du in dieser Zeit, die du gerade vor Augen hast, auch persönliche Verluste erlebt, aufgrund von Menschen, die Entscheidung getroffen haben, und du musst es dann vielleicht sogar ins Leere schauen und hast am Ende nicht das erhalten, was sie eigentlich zugestanden ist.
[30:25] Bei allen Leid lesen wir weiter: Josef war zufrieden. Er hatte seine Brüder auf die Probe gestellt und in ihnen die Früchte wahrer Reue für ihre Sünden gesehen.
[30:38] Ihr Lieben, ich denke, Josef gibt uns hier so ein gutes Beispiel. Und ich möchte das auf den Punkt bringen, dass es mir so aufs Herz gelegt ist. Ich glaube, ihr Lieben, wir geben Menschen zu früh auf. Aber Josef tat es nicht. Und ich habe das von eingangs gesagt, als Josef wieder die Begegnung mit seinen Brüdern hatte, dann hat er nicht auf seine Show-Pläne, die es offensichtlich nicht in seinem Leben gab, hat er nicht in seiner Schublade "Brüder" geschaut und gesagt: "So waren sie, so sind sie wahrscheinlich heute immer noch." Ich weiß es ihnen, helfe ich nicht. Sie werden aufgrund meiner hohen Staatsdefizite, habe ich so richtig mal spüren, was sie mir damals angetan haben." Ihr Lieben, so war Josef nicht. Er gibt uns hier ein Beispiel und lässt uns wissen: Menschen nicht aufzugeben, das ist doch entscheidend.
[31:26] Denn Menschen können sich durch die Gnade Gottes verändern. Und so entschied sich Josef von neuem herauszufinden, wie seine Brüder gestrickt sind, ob sie immer noch die schlechten Charaktereigenschaften der Vergangenheit haben würden. Doch Josef, und so haben wir es schon angelesen, beließ es nicht bei dieser einen Probe in Bezug auf das Essen, sondern er plante noch eine weitere Sache. Er wollte, dass seine Brüder noch einmal auf die Probe stellen. Und jetzt kommt dieses uns wohl bekannte Beispiel mit den, mit dem Becher, mit dem silbernen Becher.
[32:09] Und ich bin jetzt bei dem Abschnitt von erste 44, die ersten 13 Verse und dann auch noch Vers 17. Und Josef befahl seinem Verwalterin, sprach: "Fülle den Männern die Säcke mit Speise, so viel sie tragen können, und lege das Geld eines jeden in seinen Sack. Einen Becher, aber den silbernen Becher lege ich oben in den Sack des Jüngsten, samt dem Geld für das Korn." Und er handelte nach dem Wort Josefs, dass er gesprochen hatte.
[32:41] Oder als er, als der Morgen anbrach, ließ man die Männer ziehen, samt ihren Eseln. Als die Arbeit zur Stadt hinaus gekommen und noch nicht weit entfernt waren, sprach Josef zu seinem Verwalter: "Mache dich auf, verfolge den Männern nach! Und wenn du sie eingeholt hast, sprich zu ihnen: Warum habt ihr Gutes mit Bösem vergolten? Ist das nicht derjenige, aus dem mein Herr trinkt und aus dem er, war zu sagen pflegt? Da habt ihr Böses getan!"
[33:07] Als er sie nun eingeholt hat, redet er mit ihnen diese Worte. Sie aber sprachen: "Warum redet mein Herr solche Worte? Das sei ferne von seinen Knechten, so etwas zu tun! Vers 8: Siehe, wir haben dir das Geld, das wir oben in unseren sechs Pfannen aus dem Land Kanaan wieder zurückgebracht, wie sollten wir denn aus dem Haus, aus dem Haus deines Herrn, Silber oder Gold gestohlen haben? Bei welchem von deinen Knechten aber etwas gefunden wird, der soll sterben, und wir anderen wollen die Knechte deines Herrn sein."
[33:37] Es war eine tiefe Überzeugung, die sie, diese im Herzen hatten. Dieser Vorwurf konnte nicht wahr sein. Für Szenen aber, er sprach: "Nach eurem Wort, so soll es sein. Bei wem er gefunden wird, der sei mein Knecht. Die anderen aber sollten ungestraft bleiben."
[33:54] Da ließ sogleich jeder seinen Sack zur Erde gleiten und jeder öffnete seinen Sack. Er aber fing an zu suchen, beim Ältesten und kam bis zum Jüngsten. Da fand sich der Becher in Benjamins Sack. Da zerrissen sie ihre Kleider und jeder legt, dass seine Last auf seinen Esel und sie kehrten wieder in die Stadt.
[34:16] Jetzt könnte man vielleicht ergänzen: "Geschlossen zurück." Was war passiert? Versieht sind vielleicht noch, aber sprach: "Das sei ferne von mir, so etwas zu tun! Der Mann, in dessen Hand der Becher gefunden worden ist, soll mein Knecht sein. Ihr aber zieht in Frieden zu eurem Vater hinauf."
[34:36] Josef erprobt das Verhalten, das innerste seiner Brüder aufs Neue. Und die Brüder fand sehr herausgefordert. Benjamin wird des Diebstahls verdächtigt, eine Tat, für die auf die eine harte Strafe zu folgen hatte. Das Denken und Fühlen, das Handeln der Brüder wird hier auf ein, auf eine enorme Art und Weise auf die Probe gestellt. Und die Brüder empfinden einen Schmerz. Sie begreifen, dass das, was nun folgen würde, ja die Wiederholung der Geschichte sein könnte, die Josef erlitten hat. Der Verkauf, ihr Verkauf ihres Bruders nach Ägypten als Sklave. Und nun sollte Benjamin aufgrund dieser Tat, die doch eigentlich nicht stattgefunden haben könnte, auch ein Sklave Ägyptens werden. Eine Vorstellung, die sie ihrem Vater Jakob doch nicht, wie sollten sie ihm das erklären?
[35:45] Juda entschließt sich sicherlich aufgrund dessen, was er seinem Vater versprochen hat, anstelle Benjamins die Strafe zu tragen. Juda entschließt sich, sein Stellvertreter zu sein. Und zu lesen wir in Kapitel 44, in Vers 20: "Beantworteten wir meinem Herrn? Wir haben einen alten Vater und einen jungen Knaben, der ihm in seinem Alter geboren wurde, und dessen Bruder tot ist, und er ist allein übrig geblieben von seiner Mutter, und sein Vater hat ihn lieb." Bis 29: "Wenn ihr nun diesen auch von mir zurücknehmt, und es stößt die mein Unglück zu, so werdet ihr meine grauen Haare durch ein solches Unglück ins Totenreich hinunter bringen."
[36:32] Und dann noch diverse 33 und 34. "Darum will nun ich, entschuldigt, darum will nun dein Knecht als Sklave meines Herrn hier bleiben anstatt des Knaben. Der Knabe aber soll mit seinen Brüdern hinaufziehen. Denn wie könnte ich zu meinem Vater hinaufziehen, ohne dass der Knabe bei mir wäre? Ich möchte das Leid nicht sehen, das meinen Vater träfe."
[36:56] Juda, ihr Lieben, war fest entschlossen, die Strafe, die Benjamin zu spüren bekommen sollte, die wollte er selber tragen. Ihr Lieben, ich habe mich gefragt: Ist das nicht ein Charakterzug eines Christen? Ist es nicht ein Charakterzug eines Nachfolgers Jesu, für andere sich einzusetzen, wenn andere Menschen in Not sind? Zu sagen, also nicht zu sagen: "Ja, das ist mir relativ egal, dann muss er halt das ausbaden", sondern wirklich zu sagen: "Ich setze mich für andere Menschen ein."
[37:34] Wir lieben Geschwister, ich glaube, Christus hat uns genau das vorgelebt. Und ich möchte hier einen Schwenk machen und neue Testament und mit euch ganz kurz Matthäus 20, 28 anschauen. Jesus Christus ist uns hier Vorbild. Und an diesen Text musste ich denken, als sich hier das Verhalten von Juda gesehen habe. Dort lesen wir Matthäus 20, Vers 28: "Gleich wie der Sohn des Menschen nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele."
[38:15] Wir haben wohnen in dem Römer-Texten Römer 5 gesehen, dass Gott auch die und mir seine unfassbar große Liebe aufgezeigt hat. Ihm war es nicht bereit, dass wir auf dem Weg waren, verloren zu gehen, sondern als wir noch Sünder waren, hat Jesus Christus sein Leben gegeben. Sein Leben gegeben. Das Angebot der Lösung ist für jeden gleich, ganz gleich, ob sich ein Mensch dafür entscheidet, ja, das Angebot anzunehmen oder nicht. Aber die Voraussetzungen, die Gott geschaffen hat, sind für alle gleich.
[39:04] Gott geschaffen hat, sind für alle gleich. Jesus ist gekommen, nicht um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben als Lösegeld für viele zu geben.
[39:18] Gibt es auch in deinem Umfeld Menschen, die in Not geraten sind? Gibt es in deinem Umfeld Menschen, die schwere Tage haben, innerhalb seiner Familie, innerhalb deiner Nachbarschaft, vielleicht sogar Kollegen oder auch Fremden, Fremde in deinem Ort, in dem du lebst? Und bist du und bin ich bereit, persönliche Verluste in Kauf zu nehmen, damit es diesen Menschen wieder gut geht?
[39:48] Die Geschichte von Josef ist noch nicht zu Ende, denn Josef gibt sich seinen Brüdern zu erkennen. Und wir lesen hier die Verse in Kapitel 45, die Verse 1 bis 9 und danach 14 und 15. Da konnte sich Josef nicht länger bezwingen, vor allem die um ihn her standen. Und er rief: "Lasst jeder Mensch, last jedermann von mir hinausgehen!" Und es stand kein Mensch bei ihm, als Josef sich seinen Brüdern zu erkennen gab. Und er weinte laut, so dass die Ägypter und das Haus des Pharao es hörten. Und Josef sprach zu seinen Brüdern: "Ich bin Josef! Lebt mein Vater noch?" Aber seine Brüder konnten ihm nicht antworten, zu bestürzt waren sie vor ihm.
[40:34] Das sprach Josef zu seinen Brüdern: "Tretet doch her zu mir!" Als sie nur näher kam und sprach er zu ihnen: "Ich bin Josef, euer Bruder, den ihr nach Ägypten verkauft hat. Und nun kümmert euch nicht und macht euch keine Vorwürfe darüber, dass ihr mich hierher verkauft habt, denn zur Lebensrettung hat mich Gott für euch her gesandt."
[41:00] 46. Denn dies ist das zweite Jahr, dass die Hungersnot im Land herrscht, und es wären noch fünf Jahre ohne Pflügen und Ernten sein. Aber Gott hat mich für euch her gesandt, um euch ein Überrest zu sichern auf Erden, um euch am Leben zu erhalten zu einer großen Errettung.
[41:27] Vers 8: "Und nun nicht ihr habt mich hierher gesandt, sondern Gott. Er hat mich dem Pharao zum Vater gesetzt und zum Herrn über sein ganzes Haus und zum Herrscher über das ganze Land Ägypten. Zieht nun schnell zu meinem Vater hinauf und sagt: 'So spricht dein Sohn Josef: Gott hat mich zum Herrn über ganz Ägypten gesetzt. Komm zu mir herab, zögere nicht!'"
[41:51] Und Vers 14 und 15: "Und er fiel seinem Bruder Benjamin um den Hals und weinte, und Benjamin weinte auch an seinem Hals. Und er küsste alle seine Brüder und umarmte sie unter Tränen. Und danach redeten seine Brüder mit ihm."
[42:10] Josef macht keine Vorwürfe. Ich möchte einen Gedanken aus 57 herausziehen, wo es heißt: "Zur Lebensrettung hat Gott mich hierher gesandt."
[42:22] Zur Lebensrettung. Josef war ganz deutlich vor Augen, warum Gott diesen Plan mit seinem Leben verfolgt hat. Er hat ihn zur Rettung von Leben, von anderen Menschen, dieses Leben erleben lassen.
[42:38] Sind auch wir, bist auch du, bin auch ich als Lebensretter unterwegs?
[42:45] Aus der letzten Lektion wissen wir noch, dass Gott diesen tiefen Wunsch hat, bei dem es auch um die Rettung von Menschen geht. Und so ist die Frage: Haben wir unsere Nachfolger, unsere Jüngerschaft auch so verstanden, dass wir im Sinne der Lebensrettung unterwegs sind?
[43:05] In 1. Johannes 2, 4-6 wird uns deutlich gemacht, dass wenn wir Christen sind und sagen, wir folgen Jesus, dass wir auch so wandeln sollen, wie Jesus es getan hat. Und wie Jesus gewandelt, wird uns deutlich, wenn wir Lukas 19, ab Vers Lukas 19, Vers 10 lesen. Dort wird uns über Jesus folgendes gesagt: "Denn der Sohn des Menschen ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist."
[43:38] Wenn wir das Kapitel 45 hineinschauen aus dem ersten Buch Mose 1, wird uns deutlich: Josef erkennt ganz klar, das ist keine Frage des Schicksals war, sondern vielmehr ein klarer Plan Gottes dahinter stand, dass er all das erlebt hat. Vers 7 spricht davon, dass Gott ihn vor seinen Brüdern her gesandt. Vers 8 spricht davon: Nicht ihr, sondern Gott hat es getan.
[44:05] Josef erkannte, dass Gott ihn für einen größeren Plan voraus geschickt hatte. Und so frage ich mich, und hier kann so eine praktische Frage für dich und mich versteckt sein: Haben auch wir diese innere Offenheit in unserem Leben, dass Gott einen größeren Plan für unser Leben, mit unserem Leben verfolgt?
[44:26] Vielleicht denkst du, das wär, dass du so ein Standardleben führen sollst, als Christ, als Adventisten, einmal die Woche vielleicht im Gottesdienst gehen und regelmäßig beten, Bibel lesen. Ist das so das Leben, was du glaubst, dass Gott mit dir führen möchte?
[44:44] Ihr Lieben, ich möchte hier den Punkt machen. Ich glaube, Gott sehnt sich danach, dass wir eine innere Offenheit haben, dass er auch einen größeren Plan mit unserem Leben verfolgen kann. Und ja, es kann sein, dass wir bei dem Erleben dieses größeren Plans, wenn wir so eine Offenheit dafür haben, auch Durststrecken erleben, Zeiten, in denen es sehr herausfordernd sein kann.
[45:13] In den letzten Teil einsteigen, wird mir eines deutlich, ihr Lieben. Als wir ihn 14 und 15 gelesen haben, haben wir gesehen, dass Josef seinen Brüdern um den Hals fiel unter Tränen. Er küsste sie. Es ist ein deutliches Zeichen dieser tiefen Sehnsucht, wie der persönlichen Frieden zu haben.
[45:34] Ist es nicht auch ein Zeichen der Vergebung, die Josef vom Herzen getragen hat? Und die Bibel berichtet uns nicht davon, dass die Brüder hier sich bei ihm schon entschuldigt hätten, dass sie gesagt haben, was ihnen alles leid hat in der Rückschau ihres Lebens. Aber Josef zeigte diese äußerlichen Zeichen der Vergebung, des Friedens.
[46:01] Wir lieben, wir wollen die verbleibende Zeit dafür nutzen, um sehr konkret und praktisch zu werden. Und ich möchte die Frage stellen: Ist Versöhnung in unserem heutigen Leben, in diesem Jahr 2022, wie wir es erleben, noch vonnöten? Braucht die Welt eine Versöhnung? Brauchen die Menschen, die auf dieser Welt leben, das Thema Versöhnung?
[46:20] Die Bibel macht in Römer 3, Vers 23 und 24 folgendes deutlich. Römer 3 und dort die Verse 23 und 24. Dort heißt es: "Denn alle haben gesündigt, dich und mich eingeschlossen, und verfehlen die Herrlichkeit, die wie sie vor Gott haben sollten. Erst 24: So, dass sie ohne Verdienst gerechtfertigt werden durch seine Gnade, aufgrund der Erlösung, die in Christus Jesus ist."
[47:02] Ja, wir alle haben gesündigt. Aber was sind die Sünden unseres Lebens?
[47:16] Gibt es in deinem Leben Eifersucht? Er tapst du dich, dass du zornig unterwegs bist in bestimmten Situationen? Weißt du tief in seinem Inneren, dass du vielleicht von Selbstsucht geprägt ist? Wie steht es mit dem Thema Ehrlichkeit und Unehrlichkeit? Und vielleicht sind auch einige Kinder dabei, aber nicht nur Kinder, denn wir Erwachsenen haben ja mitunter auch noch Eltern und sind aufgerufen, aufgrund der zehn Gebote Vater und Mutter zu ehren.
[47:54] Und vielleicht weißt du tief in seinem Inneren, dass du vielleicht nicht mit einem Partner eines anderen aktiv geschlafen hast, aber du hast es dir innerlich vorgestellt oder gewünscht. Es gibt so viele Dinge in unserem Leben, die die Sünde sind, die nicht gut sind, die verkehrt sind, wo wir merken, dass sie Trennungen verursachen.
[48:16] Und das konkret der Punkt, ihr Lieben, den ich heute auch noch mal setzen möchte: Die Sünde ist nicht nur deswegen so schlimm, weil Gottes gesagt hat, und wir anders handeln. Die Sünde ist deswegen auch so schlimm, weil sie Trennung bringt. Die Sünde baut Mauern.
[48:33] Wenn jemand Diebstahl begeht und das vielleicht im großen Stil, dann spürt er ganz deutlich, wird das sehr deutlich für ihn, dass er sich im Gefängnis wiederfindet, finden einer Mauer gegenüber steht. Wenn man mordet und das Leben eines anderen auslöst, ist es nicht viel anders. Selbst beim Ehebruch, wo wir vielleicht den heutigen Zeit nicht ins Gefängnis geworfen werden, wird es sehr deutlich, dass eine Mauer entsteht. Bei einem gläubigen Menschen in jedem Fall, in seiner Beziehung zu Gott.
[49:02] jedem Fall in seiner Beziehung zu Gott, aber vor allem auch gegenüber dem Ehepartner, dem man doch eigentlich sein Jawort gegeben hat.
[49:18] Jesaja 59, Vers 2 macht sehr deutlich, was die Sünde in unserem Leben bewirkt. Dort heißt es: „Sondern eure Missetaten trennen euch von eurem Gott und eure Sünden verbergen sein Angesicht vor euch, dass er nicht hört.“
[49:34] Ihr Lieben, ich glaube, wir leben in einer Zeit, in der es wichtig ist, die entstandenen Mauern wieder niederzureißen. Gott sorgte für die Grundlage durch den Tod und das Leben von Jesus Christus. Uns ist doch ein Weg geebnet worden, auch persönlich ein neues Leben einzuschlagen. Gott möchte uns rechtfertigen, er möchte uns gnädig sein. Jesus Christus hat die Schuld für dich und mich getragen.
[50:06] Am Ende dieser heutigen Lektion möchte ich einen sehr bedeutsamen Text aus dem Neuen Testament in den Mittelpunkt stellen, weil ich glaube, dass es genau das ist, was Josef gelebt hat. Ihr Lieben, und ich lade euch ein, dass wir den Text aus 2. Korinther 5, Vers 15 aufschlagen. Dort heißt es: „Und er ist deshalb für alle gestorben, damit die, welche leben, nicht mehr für sich selbst leben, sondern für den, der für sie gestorben und auferstanden ist.“
[50:39] Ihr Lieben, genauso wie Josef in seiner von Gott gegebenen Weisheit erklärt, wie Menschen Ägyptens überleben können und nicht sterben brauchen, so erklärt uns Gott in seiner ewigen Treue und Weisheit auch, was für unser ewiges Leben notwendig ist und welche Nahrung du und ich, welche Nahrung wir brauchen. Wir Menschen sind Sünder, wie wir festgestellt haben, und wir selbst können nicht gerecht vor Gott stehen. Der Tod ist die logische Konsequenz unserer Sünde, die wir getan haben. Aber Gott selbst hat die Voraussetzung geschaffen, damit du und ich ewig leben dürfen. Was für ein Geschenk! Jesus Christus ist für alle Menschen gestorben.
[51:22] Aber ihr Lieben, mit dem Tod am Kreuz hat Jesus nicht nur die Grundlage für unsere Erlösung geschaffen. Was Jesus auch gemacht hat, ist, er wollte damit erreichen, dass Menschen nicht mehr für sich selbst leben, sondern für ihn, wie wir gelesen haben in Vers 15.
[51:40] Wir lesen weiter, Vers 17: „Darum ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden.“ Das alles aber kommt von Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat durch Jesus Christus und uns den Dienst der Versöhnung gegeben hat.
[52:05] Vers 19: „Weil nämlich Gott in Christus war und die Welt mit sich selbst versöhnte, indem er ihnen ihre Sünden nicht anrechnete und das Wort der Versöhnung in uns legte.“
[52:16] Vers 20: „So sind nun wir Botschafter für Christus; und zwar so, dass Gott selbst durch uns ermahnt. So bitten wir nun stellvertretend für Christus: Lasst euch versöhnen mit Gott!“
[52:30] Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm zur Gerechtigkeit Gottes führen.
[52:46] Liebe Geschwister, im Zuge seiner neuen Stellung im Land Ägypten und im Rahmen der hereinbrechenden Hungersnot, die die ganze Erde umfasste, begegnete auch Josef dem Thema der Versöhnung auf eine sehr konkrete und praktische Art und Weise.
[53:00] Ist es nicht so, die, die ihn hassen, die ihm die Kleider auszogen, die, die ihn umbringen wollten, seine Brüder, sein Fleisch und Blut, standen plötzlich vor ihm und brauchten seine Hilfe. Seine Brüder, die auf Grund ihres Hasses die normalen Umgangsformen verweigerten. Seine Brüder, die ihn verkauften, seine Brüder, die ihn für einen Spinner hielten, aufgrund der Träume, die er ihnen erzählte.
[53:33] Seine Brüder, die so entscheidend und gravierend in sein Leben eingegriffen haben, standen in dieser weltweit schwierigen Lebenslage, in dieser weltweiten Situation vor ihm und baten ihn um Unterstützung.
[53:46] Wir Lieben, wir können uns gut vorstellen, dass ihnen dann alles präsent war: die Träume seiner Jugendzeit, und die Bibel berichtet davon, die Erinnerungen an die unschönen Situationen mit seinen Brüdern.
[53:55] Und, ihr Lieben, mal ganz ehrlich, in der jetzigen Stellung wäre es doch dem Josef ein Leichtes gewesen, ihnen ihre Fehler einmal so deutlich vor Augen zu führen und die noch einzuholen, was ja vielleicht auch gerecht und gut wäre.
[54:15] War Josef so? Ihr Lieben, die Bibel beschreibt uns, dass Josef ganz anders war. Josef war ein Mann der Versöhnung. Bis auf einige Prüfungen, die er seinen Brüdern auferlegte, zeigte er sich schlussendlich versöhnungsbereit.
[54:31] Denn er erkannte, dass Gott ihn in all den Jahren nicht verlassen hatte. Er kannte die Führung Gottes in seinem Leben.
[54:40] Und an dieser Stelle möchte ich dich und mich ermutigen, dass auch wir doch zulassen dürfen, die Führung Gottes in unserem Leben zu erkennen. Manchmal geschehen vielleicht Dinge, die wir nicht einordnen können. Aber wir können nachdenken und Zeit nehmen zum Reflektieren und zum Überlegen, wieso sind Dinge geschehen.
[55:01] Denn ich glaube ganz fest, dass Gott auch in meinem und deinem Leben die Führung übernehmen möchte. Und wenn er das Steuer in der Hand hat, dann dürfte es sicher sein, dass er den Zielhafen kennt und dass er uns auch dorthin führen wird.
[55:15] Josef entscheidet sich für eine versöhnungsbereite Haltung, denn er erkennt, dass Gott ihn für einen größeren Plan vorausgeschickt hat. Es war nämlich die Absicht Gottes, dass durch Josef der wahre Glaube bei den Ägyptern eingeführt würde. Zu lesen wir es bayernweit. Dieser treue Zeuge sollte Christus am Hof der Pharaonen offenbaren.
[55:39] Josef vergab die Fehler seiner Brüder. Mit anderen Worten, und da gibt es auch so ein schönes Lied: Josef, ein Friedensstifter.
[55:55] Wir wollen zum Abschluss uns noch einmal die Verse 15 und 20 vor Augen führen. „Und er ist deshalb für alle gestorben, damit die, welche leben, damit du, damit ich nicht mehr für sich selbst leben, sondern für den, der für sie gestorben und auferstanden ist.“
[56:17] Vers 20: „So sind nun wir Botschafter für Christus; und zwar so, dass Gott selbst durch uns ermahnt. So bitten wir nun stellvertretend für Christus: Lasst euch versöhnen mit Gott!“
[56:39] Liebe Schwester, lieber Bruder, am Ende dieses Themas, am Ende der Geschichte von Josef, wollen wir uns zwei Fragen stellen, oder einige Fragen stellen.
[56:51] Für wen lebe ich? Für wen liebst du?
[57:02] Bin ich im Jahr 2022 als Botschafter für Christus unterwegs?
[57:13] Ist meine Botschaft, ist das, was ich sage, entspringt dem, was ich tue? Beziehungsweise lässt sich aus dem, was ich tue, erkennen, dass meine Botschaft ist: „Lasst euch versöhnen mit Gott!“ Wird das deutlich, wenn ich rede, wenn ich handle?
[57:31] Ich möchte weitere Fragen mit euch teilen: Lebst du, lebe ich in versöhnten Beziehungen? In einer versöhnten Beziehung mit meinem Gott? Ist alles bereinigt und vergeben, oder steht doch etwas zwischen Jesus und mir?
[57:47] Ist die Mauer, die die Sünde gebaut hat, eingerissen, oder gibt es noch einige Ziegelsteine, die dort seit einiger Zeit noch stehen? Aber nicht nur diese Frage unserer Beziehung zu Gott, wollen wir nun stellen, sondern auch die konkrete Frage: Wie sieht es aus mit meinem und deinem Nächsten?
[58:02] Lebst du in versöhnten Beziehungen mit deinen Nächsten? Und nehmen wir ruhig einen Moment Zeit darüber nachzudenken. Jetzt auf Pause zu drücken und Gott zu fragen:
[58:13] Lieber Gott, gibt es Menschen, mit denen ich eigentlich nicht in Frieden lebe? Gibt es belastete Beziehungen? Gibt es Situationen, Beziehungen, die ich erlebe in der Familie, in der Nachbarschaft, im Kollegenkreis, in der Gemeinde? Gibt es Beziehungen, die ich negativ beeinflusst habe, wo ich vielleicht auf andere Menschen hätte zugehen sollen und ihnen meinen Frieden, meine Vergebung hätte anbieten können?
[58:43] Gibt es vielleicht auf der anderen Seite Beziehungen, die belastet sind, weil andere Leute auf keinen Fall mit mir Kontakt haben wollen, in Frieden leben wollen und den Kontakt abgebrochen haben? Aber gibt es hier vielleicht auch so etwas, was mein Herz beschwert, was ich dir, Herr Jesus, eigentlich doch abgeben möchte, um wieder frei zu werden von dieser Last, die ich zu tragen habe?
[59:06] Nimm die in dieser Zeit, wo jetzt auf den Pause-Knopf drückt, ruhig auch ein Blatt Papier, schreibe dir die Namen und die Personen auf, wo du weißt, ich hier könnten wir noch ein bisschen aufräumen, hier könnte Gott noch wirken und Heilung schenken, hier könnte der Heilige Geist Herzen wieder zueinander führen.
[59:25] Notiere dir die Personen und fand für diese Beziehung zu beten, heute und an einem jeden neuen Tag.
[59:34] Ich glaube ganz fest, ihr Lieben, auch in diesem Jahr 2022, in einer von Sünde und leidgeplagten Welt, sehnen sich im tiefsten Inneren eines Menschen, sehnen sich die Menschen doch danach nach Hoffnung und Zuversicht. Sie sehnen sich nach Frieden und Ruhe und letztlich auch nach Vergebung.
[59:54] Wer liebt es nicht, versöhnte Beziehungen zu erleben?
[1:00:00] Und zusammenfassend möchte ich dir die Frage stellen: Lebst du aus der Versöhnung mit Gott heraus, versöhnungsbereit mit anderen, und gibst diese Botschaft auch an andere weiter?
[1:00:10] Ich möchte diese Frage noch einmal wiederholen, weil ich glaube, sie ist so wichtig und essentiell für unser Christen-Dasein.
[1:00:18] Lebst du aus der Versöhnung mit Gott heraus, versöhnungsbereit mit anderen, und gibst du diese Botschaft auch an andere weiter?
[1:00:31] Ihr Lieben, ganz ehrlich, unser Leben ist ein Leben mit Höhen und Tiefen, nicht wahr? Doch wir dürfen wissen, dass Gott trotz all unserer Erlebnisse, Erfahrungen mit uns geht, und das Angebot der Versöhnung gilt für uns, aber auch für die Menschen, die um uns, und die um die uns umgeben.
[1:00:49] Dieses Thema der Versöhnung möchte Gott ganz konkret in unser Herz legen. Wir haben die freie Entscheidung, dieses Thema der Versöhnung, wie Josef es in seinem Leben auf eine drastische Art und Weise auch erlebt hat, in unserem Leben zuzulassen oder eben auch nicht.
[1:01:06] Wir dürfen es in die Praxis umsetzen oder auch nicht. Gott wird uns nicht zwingen, aber er schenkt uns Gelegenheiten, wenn wir es möchten.
[1:01:16] Und wer von uns hat nicht schon erlebt, wie gut es tut, nach einer schwierigen Situation, nach einem Streit, nach einer Zeit, einer Auszeit, der Begegnung, sich wieder in die Arme zu fallen und zu sagen: „Meine Liebe, mein Lieber, ist es wieder gut! Ich bin dankbar, dass Gott dich gemacht hat und dass wir wieder Frieden haben können.“
[1:01:35] Sind das nicht Momente des Glücks, wo es uns richtig gut geht, wonach wir uns eigentlich sehen?
[1:01:43] Was bleibt am Ende dieser Geschichte von Josef? Wir haben gesehen, dass Josef ein Mann der Versöhnung war. Ich möchte es so zusammenfassen und auch in unserem Leben. Und wir haben davon gesprochen, dass wir ein Leben mit Höhen und Tiefen erleben. Haben wir die Gelegenheit, eine Entscheidung zu treffen?
[1:02:05] Ich möchte diese Entscheidung, diese Grundsatzentscheidung, aufteilen in vier Teile: Entscheidungen, und dich einladen, sie für dich anzunehmen.
[1:02:16] Ich ermutige dich, Gottes Versöhnung für dich persönlich anzunehmen.
[1:02:26] Und vielleicht hast du es vor einiger Zeit, vor einigen Jahren schon getan, und jetzt merkst du, es sind einige Dinge vorgefallen. Ich ermutige dich, es erneut zu tun.
[1:02:35] Punkt 2: Jesus lädt dich auch ein, versöhnungsbereit mit anderen ja zu leben, so aufzutreten, wie ein Beispiel zu nehmen an Josef und vielen anderen Gottes Männern aus der Bibel. Ich lade dich ein, versöhnungsbereit mit deinem Umfeld, mit den Menschen, die dich umgeben, zu leben.
[1:02:56] Punkt 3: Gott bittet dich, die Botschaft der Versöhnung stellvertretend für Jesus Christus weiter zu sein. Und da dürfen uns die Frage stellen: Was ist das, was ich von mir gebe, was ich sage, was ich verkünde? Was deutlich wird in meinem Leben? Ist es die Botschaft der Versöhnung? Ist es die Botschaft, die Jesus Christus auf dieser Erde gelebt hat und auch verkündigt hat? Oder rede ich über ganz andere Dinge in meinem Leben?
[1:03:25] Punkt 4: Das ist der letzte Punkt, zu dem ich dich ermutigen möchte, sich dafür zu entscheiden, ist, dass wir nicht selber nur in unserem Leben gute Entscheidungen treffen und eine versöhnungsbereite Haltung einnehmen. Vielmehr dürfen wir andere auch ermutigen, weil Konflikte sind ja nicht nur in unserem Leben, sondern auch in dem Leben anderer Menschen.
[1:03:45] Wir dürfen sie ermutigen und sagen: „Versucht doch mit dem Weg des Friedens, versuch's doch mit Gott, der den Frieden schenken möchte und damit auch schon die halbe Miete mit auf den Weg geben möchte im Hinblick auf eine Versöhnung mit anderen Menschen.“
[1:04:00] Gleichzeitig darfst du andere ermutigen, das Punkt 4, als Versöhnungsbotschafter zu leben.
[1:04:08] Abschließend möchte ich uns einladen, nicht den Fehler zu machen zu sagen: „Ja, diese vier Punkte werde ich in meinem Leben umsetzen. Diese vier Punkte werde ich jetzt leben und tun und dann legen wir los.“ Lasst uns nicht den Fehler machen, einfach vielleicht aus Begeisterung heraus, einfach nur diese Entscheidung zu treffen, sondern lasst uns die Entscheidung komplett machen, indem wir sagen: Wir wollen ganz bewusst für jeden einzelnen Schritt Gott um den Heiligen Geist bitten.
[1:04:34] Denn er kennt die Zeit und er kennt auch die Worte, die Gedanken, die unser Leben und unser Reden prägen sollten. Und so, dass die Dinge, die wir formen, die Handlungen, das wieder gut werden mit anderen Menschen auch Frucht tragen kann. Gott weiß, wo die anderen Menschen stehen und wann der richtige Zeitpunkt ist, über welches Medium oder wie auch immer wir kommunizieren sollen.
[1:04:59] Das ist dieser Punkt, den ich am Ende noch machen möchte. Ihr Lieben, lasst uns in der festen Entscheidung, wie der Versöhnung in unserem Leben erleben zu wollen, es mit dem Heiligen Geist tun. Menschen zu sein, die Gott konkret darum bitten, geführt zu werden, Tag für Tag.
[1:05:21] Lieber Herr Jesus Christus, ich möchte danke sagen, dass du uns vorausgegangen bist. In deinem Leben, deinem Wort, dürfen wir sehen, was es bedeutet, ein Friedensstifter zu sein. Und auch im Leben von Josef durften wir jetzt sehen, dass er trotz schwieriger Lebensereignisse ein Mann der Versöhnung war, ein Friedensstifter.
[1:05:45] Lieber Vater im Himmel, ich möchte ja danke sagen, dass wir diese Zeit, diese Betrachtung miteinander erleben durften. Dass es uns Beispiele wie Josef gegeben hast, was es bedeutet, trotz herausfordernder Momente im persönlichen Leben, doch dir die Treue zu halten, ein Mann mit einer gewissen Nüchternheit und der klaren Ausrichtung zu dir, großer Gott, zu sein.
[1:06:09] Und gleichzeitig sehen wir auch, dass es möglich ist, trotz größter Schicksalsschläge, sich ganz orientieren, neu auszurichten und mit dir zu gehen, großer Gott.
[1:06:20] Liebe Vater, wir wollen dir danken für die Verheißung aus Lukas 11, dass du sagst, dass wir um den Heiligen Geist bitten dürfen, dass du ihn gerne gibst. Und wenn wir jetzt an unsere Beziehungen, die wir erleben im Familienkreis und darüber hinaus, in der Gemeinde und so weiter, da wir über unsere Beziehung nachdenken und merken, dass manches im Argen ist, da dürfen wir wissen, dass du auch für diese Situationen uns den Heiligen Geist geben möchtest, dass wir recht geführt sind.
[1:06:46] Lieber Vater, dank für diese Zusicherung. Wir müssen nicht alleine ackern, wir müssen nicht alleine überlegen, wir müssen nicht alleine neue Wege bauen und Mauern einreißen, sondern wir dürfen dich einladen, an unseren Herzen und den Herzen unserer lieben Mitmenschen zu wirken. Die war Vater, gedankendank wir dafür in Jesu Namen, dass du einen großen Plan auch mit unserem Leben hast, nicht nur mit dem Leben von Josef. Und wir wollen offen dafür sein, dass du uns führst.
[1:07:10] Tonleiter ist in der kommenden Zeit. Habe Dank dafür in deinem Namen. Amen.
[1:07:19] Ihr Lieben, ich danke euch, dass ihr mit dabei gewesen seid und lade euch ein, auch beim Abschluss dieses Quartals, bei der nächsten Kreistag die aber in der kommenden Woche mit dabei zu sein. Gott segne euch und schenke euch Freude, versöhnte Beziehungen zu leben und zu gestalten. Am Ende.
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