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In dieser Christ Study Hour-Episode taucht Marco Klink tief in die Geschichte von Jakob, dem „Verdränger“, ein. Die Lektion beleuchtet die komplexen Beziehungen und Charakterzüge Jakobs und seines Bruders Esau, beginnend mit ihrer Geburt und den prophetischen Hinweisen auf ihre zukünftigen Rollen. Es wird analysiert, wie Esau sein Erstgeburtsrecht verachtete und warum dies als gottlos gilt, während Jakobs eigene Täuschungsmanöver beleuchtet werden. Ein zentraler Punkt ist Jakobs Traum von der Himmelsleiter, der ihm Gottes Verheißungen und die Rolle Jesu als Mittler offenbart. Abschließend wird Jakobs Zeit bei seinem Onkel Laban betrachtet, die von Betrug und harter Arbeit geprägt war, aber auch von Gottes fortwährender Treue und Jakobs wachsendem Glauben.


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Serie: Christ Study Hour 2022 Q2: Genesis - Das Buch vom Anfang

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Transkript

[0:31] Ich möchte alle Zuschauer sehr herzlich willkommen heißen zur Christ Study Hour. Wir sind mittlerweile angekommen beim Thema Nummer 9, welche überschrieben ist mit dem Titel: Jakob, der Verdränger. Wir haben das Studium in diesem Quartal begonnen mit der Schöpfung, haben uns anschließend den Sündenfall angesehen, die Sintflut, den Turmbau zu Babel und haben uns in den letzten Wochen beschäftigt mit Abraham und dem ewigen Bund, dem ewigen Evangelium, was für alle Zeitalter gilt. Und wollen uns heute und auch nächste Woche beschäftigen mit Jakob. Lasst uns, bevor wir das Wort Gottes aufschlagen, gemeinsam beten.

[1:18] Lieber Vater im Himmel, wir wollen dir danken, dass wir auch diese Woche etwas aus deinem Wort lernen können. Möchte dich bitten, dass du mir die richtigen Worte schenkst, dass du meine Gedanken führst, dass du auch die Herzen öffnest von allen, die dieses Video sehen werden, und dass du uns zeigst, was du uns heute sagen möchtest durch die Geschichte von Jakob. In Jesu Namen bitten wir darum. Amen.

[1:46] Wir wollen dieses Bibelstudium heute in drei Teile aufteilen. Zuerst schauen wir uns an, was die Bibel sagt über die Charaktere von Jakob und seinem Bruder Esau. Dann schauen wir uns die Begebenheit von Jakob mit der Himmelsleiter an und abschließend die Zeit, die Jakob bei seinem Onkel Laban verbracht hat. Lasst uns beginnen und dazu das fünfundzwanzigste Kapitel aufschlagen im ersten Buch Mose und wir beginnen dort ab Vers 19.

[2:18] Wir lesen im ersten Buch Mose, Kapitel 25, und beginnen dort ab Vers 19: "Dies ist die Geschichte Isaaks, des Sohnes Abrahams. Abraham zeugte Isaak, und Isaak war 40 Jahre alt, als er Rebekka zur Frau nahm, die Tochter des Betuel, des Syrers aus Haran, die Schwester des Laban, des Syrers. Und Isaak bat den Herrn für seine Frau, denn sie war unfruchtbar, und der Herr ließ sich von ihm erbitten, und seine Frau Rebekka wurde schwanger. Und die Kinder schlossen sich in ihrem Schoß. Da sprach sie: Wenn es so gehen soll, warum bin ich denn in diesem Zustand gekommen? Und sie gingen hin, den Herrn zu fragen. Und der Herr sprach zu ihr: Zwei Völker sind in deinem Leib, und zwei Stämme werden sich aus deinem Schoß scheiden, und ein Volk wird im anderen überlegen sein, und der Ältere wird dem Jüngeren dienen. Als ihre Tage erfüllt waren, dass sie gebären sollte, da waren Zwillinge in ihrem Leib. Der erste, der herauskam, war rötlich, am ganzen Leib wie ein haariger Mantel, und man gab ihm den Namen Esau. Danach kam sein Bruder heraus, und seine Hand hielt die Ferse Esaus. Da gab man ihm den Namen Jakob. Und Isaak war 60 Jahre alt, als sie geboren wurden. Und als die Knaben groß wurden, da wurde Esau ein tüchtiger Jäger, ein Mann des freien Feldes. Jakob aber war ein sitzender Mann, der bei den Zelten liebte. Und Isaak hatte den Esau lieb, weil ihm das Wildbret schmeckte. Rebekka aber hatte den Jakob lieb. Erstmal bis hierhin ist Vers 28.

[4:03] Der Bericht über die Geburt von Jakob und Esau weist bereits darauf hin, dass das Leben der beiden Brüder nicht so sein wird, wie man es sich normalerweise unter Brüdern vorstellt. Von Beginn an werden die Eigenschaften des einen Bruders den Eigenschaften des anderen Bruders gegenübergestellt. In Vers 23 heißt es oder wird berichtet, dass beide Söhne jeweils ein Volk oder ein Stamm bilden werden und das Volk des Älteren ihm folgen wird. Esau, der in Vers 24 so beschrieben wird als jemand mit rötlicher Erscheinung und stark ausgeprägter Behaarung. Über Jakobs äußere Erscheinung finden wir hier keine Information, aber zwei Kapitel weiter, in Kapitel 27, Vers 11, wird Jakob als glatt beschrieben, im Gegensatz zu Esau, von dem es heißt, dass er rauh ist. In Vers 26 steht, dass Jakob bei der Geburt die Ferse Esaus festgehalten hat, was fast schon eine prophetische Vorausschau auf die späteren Entwicklungen darstellt. Als die beiden Eltern wurden, in Vers 27 wird gesagt, dass Esau ein Jäger wurde, der draußen auf dem freien Feld seinen Dingen nachging. Jakob, so heißt es, war ein sitzender Mann, der die meiste Zeit zu Hause verbracht. In Vers 28 werden uns das Verhältnis der Eltern zu den Söhnen ein wenig beschrieben. Es heißt, dass Isaak Esau liebte, dass Rebekka Jakob mehr liebte.

[5:47] An dieser Stelle könnte die Frage aufkommen, warum werden die Unterschiede zwischen den beiden Brüdern so detailliert beschrieben? Wir sehen in der Bibel, was nach dem Sündenfall eine von Gott eingesetzte Feindschaft zwischen dem Samen der Schlange und dem Samen der Frau eingeführt wurde. Diese Feindschaft zeigt sich letztendlich immer darin, ob wir Gottes Wort und seine Maßstäbe den höchsten Platz in unserem Leben geben, oder ob wir der Meinung sind, eigene Wege gehen zu müssen und selbst entscheiden können, was richtig für uns ist. Wenn wir diesen Weg gehen, stellen wir uns unter die Herrschaft Satans. So lassen sich alle Menschen einer dieser beiden Linien zuordnen: der Linie der Gläubigen auf der einen Seite oder derjenigen der Ungläubigen auf der anderen Seite. Gottes Wille ist es, dass beide Linien klar voneinander getrennt sind. Satan ergeben dagegen arbeitet eifrig daran, beide Linien miteinander zu vermischen. Und so finden wir in der Bibel an vielen Stellen einerseits die Bemühung Satans, die Linien zu vermischen. Zum Beispiel wird im sechsten Kapitel des ersten Buches Mose, als die Gläubigen sich mit den Ungläubigen verbunden haben, beschrieben, dass die Welt böse wurde und dass Gott die Flut als Gericht über die Welt gebracht hat. Andererseits gab es zu allen Zeiten Menschen, die Gott die Treue hielten, unabhängig von den Umständen, und somit zur Linie der Gläubigen gehören. Bei der Sintflut zum Beispiel waren es nur Noah und seine Familie.

[7:30] Lasst uns weiter lesen ab Vers 29 und dort bis 34. "Und Jakob kochte ein Gericht. Da kam Esau vom Feld und war erschöpft. Und Esau sprach zu Jakob: Lass mich von dem roten Gericht da hinunterschlingen, denn ich bin erschöpft. Daher gab man ihm den Namen Edom. Da sprach Jakob: Verkaufe mir heute dein Erstgeburtsrecht. Und Esau sprach zu Jakob: Siehe, ich muss doch sterben, was soll mir das Erstgeburtsrecht? Jakob sprach: So schwöre mir heute! Und er schwor ihm und verkaufte so dem Jakob sein Erstgeburtsrecht. Da gab Jakob dem Esau Brot und das Linsengericht, und er aß und trank und stand auf und ging davon. So verachtete Esau das Erstgeburtsrecht."

[8:22] Lasst uns ergänzend dazu noch im zwölften Kapitel im Buch Hebräer, den Vers 16 lesen. Dort heißt es, dass nicht jemand ein Unzüchtiger oder ein gottloser Mensch sei, wie Esau, der um einer Speise willen sein Erstgeburtsrecht verkaufte. So wird im Hebräerbrief ein gottloser Mensch genannt, weil er sein Erstgeburtsrecht verkauft hat. Warum dieses harte Urteil über Esau? Der Bericht aus dem fünfundzwanzigsten Kapitel im ersten Buch Mose und aus Vers 16 Hebräer 12 zeigen, dass das Handeln von Esau keine kleine Dummheit oder Naivität war. Man könnte ja meinen, Esau war hungrig, Jakob hat ihm ein schmackhaftes Essen, da kann das schon mal passieren. Bei dem Verhalten von Esau geht es nicht um ein Versehen oder um jugendliche Unvernunft. Das Verhalten von Esau offenbart die Boshaftigkeit seines Herzens. Es offenbarte ihn als einen Ungläubigen, der Verachtung für die Verheißung empfand, die Gott seinen Vätern gegeben hat. Denn was beinhaltet dieses Erstgeburtsrecht, das er für eine Mahlzeit verkauft hat? Es ging bei dem Erstgeburtsrecht nicht nur um irdischen Reichtum, den er geerbt hätte. Viel wichtiger ist der geistliche Reichtum. Er wäre der Priester der Familie und somit geistliches Oberhaupt geworden. Unter seinem Nachkommen würde eines Tages der Messias hervorgehen. Esau und Jakob wussten um diese Dinge Bescheid.

[9:59] Trotzdem war Esau fixiert auf die gegenwärtige Situation und dachte nicht an die Zukunft. Entscheidend ist hier Vers 32: "Und Esau sprach zu Jakob: Siehe, ich muss doch sterben, was soll mir das Erstgeburtsrecht?" Dieser Vers offenbart, dass Esau über das gegenwärtige Leben hinaus keine Hoffnung hatte. Er war mit Sicherheit sehr hungrig und vielleicht hat er sich auch wirklich dem Tod nahe gefühlt, aber selbst wenn dem so gewesen wäre, hätte er nicht abweichen dürfen. Aber haben wir zum Beispiel, wir haben uns die Begebenheiten letzten zwei Wochen angeschaut. Hat die Verheißung, die ihm gegeben wurde, nicht erlangt, aber er starb im Glauben an die Auferstehung und hielt an dieser Verheißung fest. Leider fehlt in diesem Glauben. Er hatte kein Glaube an ein Erbe, das über das irdische Leben hinausgeht. Alles, was er erhalten sollte, wollte er im gegenwärtigen Leben erhalten. Er ist ein Vertreter all derer, welche die Erlösung durch Christus für sich selbst gering schätzen und leichtfertig sind, ihr himmlisches Erbe für die vergänglichen Dinge dieser Welt einzutauschen. Die meisten Menschen zu allen Zeitaltern leben für die Gegenwart, ohne zu viele Gedanken an die Zukunft zu verschwenden. So lassen sie sich von ihren selbstsüchtigen Wünschen leiten und verpassen all die himmlischen Segnungen, die Gott ihnen eigentlich zugedacht hat.

[11:44] Aber diese Betrachtung wäre nicht vollständig, wenn wir nicht auch das Verhalten von Jakob etwas genauer unter die Lupe nehmen würden. Auch Jakobs Verhalten in dieser Situation ist nicht gerade vorbildlich. Er verhielt sich mehr wie ein Rivale Esaus und nicht wie sein Bruder. Er glaubte zwar, dass die Verheißung Gottes wahr sind und er hatte auch Achtung vor dem Glauben seiner Väter, aber trotzdem war sein Glaube zu diesem Zeitpunkt noch nicht reif. Herr offensichtlich der Meinung, dass die Verheißung Gottes mit Geld gekauft werden können.

[12:26] Auch von Abraham wissen wir, dass er, obwohl er an Gottes Verheißung glaubte, dazu verführt wurde, die Erfüllung der Verheißung selbst in die Hand zu nehmen. So ließ er sich auf die Macht seiner Frau ein, woraus dann später Israel entstanden ist. Später in seinem Leben wurde Jakobs Denken bewusster, er bekehrte sich und hatte denselben festen Glauben wie seine Väter Abraham und Isaak. Wir wissen aus der Weltgeschichte und auch aus unserem eigenen Leben, dass es nicht der einzige Mensch war, der töricht gehandelt und Gottes Verheißung gering geschätzt hat.

[13:07] Lasst uns das Verhalten als warnendes Beispiel sehen, damit wir selbst nicht auf diesem Weg des Unglaubens wandern, der in letzter Konsequenz zum ewigen Tod führt.

[13:20] Wir überspringen jetzt einige Kapitel und wollen weiter lesen im 28. Kapitel, nachdem Jakob sich das Erstgeburtsrecht ergaunert hat, hat er Pläne geschmiedet, seinen Bruder Esau zu töten. Daraufhin floh Jakob zu seinem Onkel Laban und auf dem Weg dorthin geschah folgendes.

[13:46] Wir lesen in Kapitel 28, die Verse 10 bis 22: "Jakob aber zog von Beerscheba aus und wanderte nach Haran. Und er kam an einen Ort, wo er über Nacht blieb, denn die Sonne war untergegangen. Und er nahm von den Steinen jenes Ortes und legte sie unter sein Haupt und legte sich an dem Ort schlafen. Und er hatte einen Traum, und siehe, eine Leiter war auf die Erde gestellt, die reichte mit der Spitze bis an den Himmel, und siehe, auf ihr stiegen die Engel Gottes auf und nieder. Und siehe, der Herr stand über ihr und sprach: Ich bin der Herr, der Gott deines Vaters Abraham und der Gott Isaaks. Das Land, auf dem du liegst, will ich dir und deinem Samen geben. Und dein Same soll werden wie der Staub der Erde, und nach Westen, Osten, Norden und Süden sollst du dich ausbreiten, und in dir und in deinem Samen sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden. Und siehe, ich bin mit dir, und ich will dich behüten, überall, wo du hingehst, und dich wieder in dieses Land bringen, denn ich will dich nicht verlassen, bis ich vollbracht habe, was ich dir zugesagt habe."

[15:02] Als nun Jakob von seinem Schlaf erwachte, sprach er: Wahrlich, der Herr ist an diesem Ort, und ich wusste es nicht! Und er fürchtete sich und sprach: Wie furchtgebietend ist diese Stätte! Hier ist nichts anderes als das Haus Gottes, und dies ist die Pforte des Himmels! Und Jakob stand am Morgen früh auf und nahm den Stein, den er unter sein Haupt gelegt hatte, und richtete ihn auf zu einem Gedenkstein und goss Öl auf seine Spitze. Und er gab diesen Ort den Namen Bethel. Zuvor aber hieß die Stadt Luz. Und Jakob legte ein Gelübde ab und sprach: Wenn Gott mit mir sein und mich behüten wird auf dem Weg, den ich gehe, und mir Brot zu essen geben wird und Kleider anzuziehen, und mich wieder mit Frieden heim zu meinem Vater bringt, so soll der Herr mein Gott sein. Und dieser Stein, den ich als Gedenkstein aufgerichtet habe, soll ein Haus Gottes werden, und von allem, was du mir gibst, will ich dir gewisslich den Zehnten geben."

[16:09] Was für eine Lektion für Jakob! Bevor er diesen Traum hatte, hatte Jakob nur eine sehr beschränkte Vorstellung von Gott. Hier offenbart er sich mit ihm, und diese Begegnung mit Gott hat sein zukünftiges Leben entscheidend verändert. Jakob hat den Segen seines Vaters nur durch Betrug erhalten. Nach der Vorstellung sündiger Menschen mag seine Vorgehensweise vielleicht funktionieren, aber nicht bei Gott. Die Erfüllung von Gottes Verheißung lässt sich nicht kaufen. Das Einzige, was Jakob durch diesen Betrug erreicht hat, war die lebenslange Feindschaft seines Bruders und die jahrelange Flucht. Gott hat schon Jahre zuvor gesagt, dass Jakob anstelle seines Bruders Esau der Erbe sein wird. Der Fehler von Jakob und seiner Mutter, die ihn dabei unterstützt hat, lag darin, dass sie die Verheißung Gottes selbst auf ihre eigene Art und Weise erfüllen wollten.

[17:15] Trotz dieser Sünde hat Gott Jakob nicht verstoßen. Auch wenn Jakob, genau wie sein Bruder, noch nicht da war, wo Gott ihn haben wollte, gab es doch einen entscheidenden Unterschied zwischen den beiden Brüdern. Esau war ungläubig, er verachtete Gottes Verheißung. Jakob war von Natur aus genau so sündig, aber er glaubte an die Verheißung Gottes. Um ihm zu zeigen, dass allein Gott die Verheißung erfüllen kann, gab Gott Jakob den Traum von der Himmelsleiter. Jetzt verstand er, dass das Erbe, das Gott seinen Vätern verheißt, auf andere Weise erhalten wird.

[18:05] Die Verheißung, die Gott hier in Vers 13 gibt, hatte er bereits Abraham und Isaak gegeben. Nun holt er sie Jakob. Zusätzlich gab er ihm in Vers 15 noch Worte der Ermutigung und des Trostes auf den Weg, mit Rücksicht auf die Situation, in der Jakob sich gerade befand. Im Prinzip hat der Vater Gott hier in kompakter Form das Evangelium. Denn die Leiter, die auf die Erde aufgestellt wurde und bis in den Himmel reicht, ist ein Symbol für Jesus Christus. Bevor die Menschen sich im Garten Eden gegen Gottes Herrschaft auflehnten, gab es zwischen Gott und den Menschen uneingeschränkten Kontakt. Aber durch die Sünden der ersten Menschen zerstörten diese intensive Gemeinschaft. Und so brauchte es ein Mittler, der die Beziehung zwischen Mensch und Gott wiederherstellt. Jesus ist das Bindeglied zwischen Himmel und Erde, zwischen Gott und den Menschen. Er selbst bezieht sich im Neuen Testament auf diese Leiter. So lesen wir in Johannes 1, Vers 51: "Und er spricht zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Künftig werdet ihr den Himmel offen sehen und die Engel Gottes auf und nieder steigen auf dem Sohn des Menschen." Jesus ist derjenige, der die durch die Sünde entstandene Kluft überbrückt. Er ist es, der uns Menschen, die wir in unserer Schwachheit und Hilflosigkeit gefangen sind, mit der Quelle unendlicher Kraft verbindet.

[19:46] Dieser Traum führte dazu, dass Jakob in Vers 22 sagt: "Und von allem, was du mir gibst, will ich dir gewisslich den Zehnten geben." Nehmen auch wir uns ein Beispiel daran und geben Gott unsere Zeit, unsere Fähigkeiten und unseren Besitz. Im Grunde gehört sowieso alles Gott, aber welch großen Segen hält Gott für all jene bereit, die ihm alles willig übergeben.

[20:16] Wenn wir in Kapitel 29 weiterlesen, wird berichtet, wie Jakob am Wohnort seines Onkels Laban ankommt und dann eine erste Bekanntschaft macht mit Rahel, einer Tochter. Und so wollen wir lesen in Kapitel 29, die Verse 13 bis 30.

[20:40] 1. Mose 29, die Verse 13 bis 30: "Und es geschah, als Laban die Nachricht von Jakob, dem Sohn seiner Schwester, hörte, da lief er ihm entgegen, umarmte und küsste ihn und führte ihn in sein Haus. Da erzählte er Laban diese ganze Geschichte. Da sprach Laban zu ihm: Fürwahr, du bist mein Bein und mein Fleisch! Und er blieb bei ihm einen Monat lang. Danach sprach Laban zu Jakob: Solltest du mir darum umsonst dienen, weil du mein Neffe bist? Sage mir, was dein Lohn sein soll! Dann aber hatte Laban zwei Töchter: die ältere hieß Lea, und die jüngere Rahel. Und Lea hatte matte Augen, Rahel aber hatte eine schöne Gestalt, ein schönes Angesicht. Und Jakob liebte sie und sprach: Ich will dir sieben Jahre lang dienen um deiner jüngeren Tochter willen. Der antwortete Laban: Es ist besser, ich gebe sie dir als einem anderen Mann. Bleibe bei mir! So diente Jakob um Rahel sieben Jahre lang, und sie kamen ihm vor wie einzelne Tage, so lieb hatte er sie. Und Jakob sprach zu Laban: Gib mir meine Frau, dass ich zu ihr eingehen kann, denn meine Zeit ist erfüllt. Der lud Laban Leute des Ortes ein und machte ein Fest. Und es geschah am Abend, da nahm er seine Tochter Lea und brachte sie zu ihm hinein, und er ging zu ihr ein. Und Laban gab seine Magd Silpa seiner Tochter Lea zur Magd. Und es geschah am Morgen: Siehe, da war es Lea! Und Jakob sprach zu Laban: Warum hast du mir das angetan? Habe ich dir nicht um Rahel gedient? Warum hast du mich denn betrogen? Laban antwortete: Es ist nicht Sitte in unserem Ort, dass man die Jüngere vor der Älteren weg gibt. Vollende die Hochzeitswoche mit dieser, so wollen wir jene auch geben für den Dienst, den du mir noch weitere sieben Jahre lang leisten sollst. Und Jakob machte es so und vollendete die Hochzeitswoche mit dieser. Da gab er ihm Rahel, seine Tochter, zur Frau. Und Laban gab seine Tochter Rahel seiner Magd Bilha zur Magd. So ging Jakob auch zu Rahel, und er liebte Rahel mehr als Lea. Und er diente ihm noch weitere sieben Jahre lang."

[23:17] Eine interessante Frage, die Jakob hier in Vers 25 stellt: "Warum hast du mir das angetan?" Derjenige, der sieben Jahre zuvor selbst durch Betrug den Erstgeburtssegen erhalten hat, wurde nun selbst Opfer eines Betrugs. Die charakterlichen Züge, die er selbst besaß, da er nun bei seinem Onkel Laban, der ohne Rücksicht auf Jakob nur darauf fixiert war, seinen eigenen Nutzen aus der Situation zu ziehen, die verwandtschaftlichen Beziehungen zu Jakob spielten offensichtlich keine Rolle. Entsprechend der damaligen Sitte arbeitete Jakob eine festgesetzte Zeit wie seine zukünftige Braut, da er offensichtlich den Brautpreis nicht bezahlen konnte.

[24:21] Nach den sieben Jahren harter Arbeit im Hause Labans, die nach seinem Empfinden schnell verflogen waren, wollte er endlich Rahel zur Frau nehmen. Aber Laban, von Habgier getrieben, wollte diesen kostbaren Arbeiter noch länger bei sich behalten und verlor, so scheint es zumindest, jede Hemmung. Nachdem Jakob ihn damit konfrontierte, machte Laban ihm das Angebot, noch sieben weitere Jahre zu bleiben und dann wirklich seine Frau zu bekommen.

[24:58] Jakob, der fleißig und treu zwei Jahrzehnte wich er nicht von seiner Seite und vermehrte seinen Besitz in erheblichem Maße. Die Zusammensetzung der Familie waren nun natürlich andere, alles andere als optimal und entspricht nicht dem.

[25:11] optimal und den entspricht nicht dem Willen Gottes für eine Ehe zwischen Mann und Frau.

[25:19] Jakob gibt der Rahel mehr als Lea. Diese war damit natürlich nicht glücklich und so waren die folgenden Jahre geprägt von Bevorzugung, Neid und Eifersucht. Letztendlich wurden die zwölf Söhne Jakobs, die die späteren zwölf Stämme ausmachten, von vier verschiedenen Frauen geboren.

[25:46] Ich denke aber, dass in dieser Geschichte nicht das ungerechte Handeln Labans im Vordergrund steht, sondern die bemerkenswerte Reaktion Jakobs. Lasst uns da mal lesen in Kapitel 31, die Verse 38 bis 42. Erster Mose 31, 38 bis 42.

[26:08] "Diese 20 Jahre bin ich bei dir gewesen. Deine Mutter Schafe und Ziegen wurden nie ihre Jungen, überhaupt und die Widder seiner Herde habe ich nicht gegessen. Was zerrissen wurde, habe ich dir nicht gebracht, ich musste es ersetzen. Du hast es von meiner Hand gefordert, ob es bei Tag oder bei Nacht geraubt war. Es ging mir so, am Tag verschachtelte ich vor Hitze und in der Nacht vor Frost und der Schlaf floh von meinen Augen. Diese 20 Jahre lang habe ich dir in deinem Haus gedient, 14 Jahre für seine beiden Töchter und sechs Jahre für seine Scharfe, und du hast mir meinen Lohn zehnmal verändert. Wenn nicht der Gott meines Vaters für mich gewesen wäre, der Gott Abrahams und der Isaak, den du gefürchtet, hättest du mich gewiss jetzt leer ziehen lassen. Aber Gott hat mein Elend und die Arbeit meiner Hände angesehen und hat gestern Nacht Recht gesprochen."

[27:14] Der Jakob vor dem Traum mit der Himmelsleiter hätte bestimmt nicht so reagiert, aber die 20 Jahre des Dienstes haben ihm zahlreiche Gelegenheiten gegeben zu erkennen, dass Betrug und Täuschung nur Schaden anrichten.

[27:36] Sein eigenes Verhalten fiel nun auf ihn selbst zurück. Aber offensichtlich hat Jakob sich die Lektion zu Herzen genommen.

[27:45] Ihm wurde das ewige Evangelium nicht vergeblich gepredigt. Durch Gottes Gnade fand eine große Veränderung in seinem Charakter statt, eine Veränderung, die bei jedem von uns stattfinden kann, wenn wir auf Gott vertrauen.

[28:01] So möchte ich abschließend uns alle dazu ermutigen, den Weg des Glaubens zu gehen. Ein Glaube, der darauf vertraut, dass Gott die Verheißung, die er uns gegeben hat, auch wahr machen kann. Das ist der Glaube Abrahams, Isaaks und Jakobs. Das ist der Glaube, der ihm als Gerechtigkeit angerechnet wurde, und das ist der Glaube an Gott, mir und auch dir schenken möchte.

[28:25] Lasst uns zum Abschluss gemeinsam beten.

[28:35] Lieber Vater im Himmel, wir wollen dir danken für all die wunderbaren Lektionen aus deinem Wort. Und wir danken dir auch, dass du die Begebenheit mit Jakob, das niederschreiben lassen, damit wir heute ja tausende danach daraus lernen können.

[28:50] Ich möchte dich bitten, dass du uns Erkenntnis schenkst und das hilft, dass wir die Dinge, die wir gelernt haben, auch umsetzen können in unserem Leben. Dass du uns diesen Glauben schenkst, der unseren Vorvätern zur Gerechtigkeit angerechnet wurde, dass wir unerschütterlich und ohne Unterbrechung im Glauben mit dir wandeln.

[29:11] Im Jesu Namen beten wir. Amen.


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