In dieser Lektion der Christ Study Hour mit Mirjam Giebfried geht es um das Thema Sanftmut im Schmelztiegel. Anhand biblischer Beispiele wie Hesekiel, Mose, Stephanus und Jesus wird beleuchtet, wie Sanftmut und Demut auch in schwierigen Situationen und angesichts von Leid und Ungerechtigkeit gelebt werden können. Die Lektion ermutigt dazu, Gottes Plan zu vertrauen und trotz eigener Verletzungen Mitgefühl und Vergebung zu zeigen.
Christ Study Hour 2022 Q3 – Im Schmelztigel mit Christus: 10. Sanftmut im Schmelztiegel
Mirjam Giebfried · Christ Study Hour 2022 Q3: Im Schmelztiegel mit Christus ·Themen: 1. Petrus, 2. Mose, Bibel, Bibelstudium, Hesekiel, Leben als Christ, Matthäus, PsalmenWeitere Aufnahmen
Serie: Christ Study Hour 2022 Q3: Im Schmelztiegel mit Christus
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Transkript
[0:34] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour hier bei joelmedia.de. Wir sind heute in Woche zehn angelangt mit dem Thema Sanftmut im Schmelztiegel. Haben schon die letzten Wochen viel vom Schmelztiegel gehört und vielleicht befinden wir uns auch immer noch in einer Situation, wo wir selbst Schwierigkeiten, Probleme, Herausforderungen haben, wo wir nicht wissen, wie wir sie meistern sollen. Und heute geht es um die Sanftmut trotz aller dieser Hürden. Lasst uns aber noch zuvor gemeinsam beten.
[1:11] Lieber Vater im Himmel, wir kommen jetzt zu dir. Wer du gesagt hast, dass du sanftmütig und von Herzen demütig bist, und wir wollen unsere Last jetzt ablegen. Bitte nimm du alles weg, was stört, was uns von dir fernhält und lass uns auch da noch auf uns nehmen, dass wir uns mit deinem Willen beschäftigen und das gerne erkennen, was du dir von uns wünschst. Ich bitte dich jetzt um den Heiligen Geist für jeden, der zuhört, aber auch für mich, dass du mir die richtigen Worte schenkst. Ja, und dass deine Wahrheit in ihrem rechten Licht präsentiert wird. Darum bitte ich dich im Namen Jesu.
[2:02] Amen. Lasst uns gemeinsam den Merkvers aufschlagen, den wir dieses Mal in Matthäus 5, Vers 5 finden, ein Auszug aus den Seligpreisungen in Matthäus 5. Und dort Vers 5 lesen wir: Wir glückselig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben.
[2:29] Das ist nichts Neues, dass Jesus hier präsentiert, sondern es kommt aus dem Alten Testament, nämlich im Psalm 137, Vers 11 lesen wir: Aber die Sanftmütigen werden das Land erben und sich großen Friedens erfreuen. Das ist so der gleiche Gedanke wie Matthäus 5, Vers 5, wo es auch heißt, dass die Sanftmütigen das Land erben werden. Wir haben noch andere Stellen, wo wir das auch herauslesen können.
[3:02] Und da darf ich euch gleich vorwarnen: Es gibt so manches zu meinen, wo die Sanftmut oder auch Demut, das ist nicht so ganz voneinander zu trennen. Im Deutschen anders übersetzt wird in dem Vers, den wir jetzt lesen, das ist Psalm 22, Vers 27. Da heißt es: Die Elenden, und das ist hier für Sanftmütigen eingesetzt, die Sanftmütigen, könnte man also sagen, sollen essen und satt werden. Die den Herrn suchen, werden ihn loben, euer Herz soll ewig leben.
[3:42] Dass es mit einem Erbe verbunden, mit ewigem Leben, wären wir sanftmütig. Und heute wollen wir uns mehr anschauen, wie wir Sanftmut haben können, auch dann, wenn es hart ist. Vielleicht lernen wir gerade in schwierigen Situationen sanftmütig zu sein.
[4:04] Lasst uns die Geschichte von Hesekiel betrachten. Wir sind in Hesekiel 24, dort die Verse 15 bis 27. Und wir wollen uns anschauen, was dort passiert.
[4:24] Hesekiel 24 kündigt Gott erst einmal an, dass seine geliebte Frau plötzlich sterben soll. Und Gott fordert Hesekiel auf, nicht, wie es damals auch sehr üblich war, offensichtlich zu trauern, sondern es sollte als Zeichen für ein prophetisch vorhergesehenes Ereignis ohne zu trauern, den Tod seiner geliebten Frau verkraften.
[5:02] Was passiert dann? Hesekiel geht hin und predigt den ganzen Tag und redet zu den Leuten. Und wie Gott schon gesagt hat, passiert es am Abend, dass Hesekiels Frau an einer plötzlichen Krankheit stirbt.
[5:19] Hesekiel gehorcht daraufhin Gottes. Steht da: Ich tat so, wie es mir geboten worden war, und er trauert nicht. Aber das löst eine Verwunderung bei den Menschen um ihn herum aus. Und sie sagen so ungefähr: Wirst du uns nicht erklären, warum du nicht trauerst? Was ist mit dir los?
[5:45] Und jetzt hatte ich Gelegenheit, ihnen von Gottes Plan oder von Gottes Warnung eigentlich, denn es würde unheilige sie kommen. Und in Hesekiel 4, Vers 3 lesen wir dann: Und du nimm dir eine eiserne Pfanne und stelle sie wie eine eiserne Mauer zwischen dich und die Stadt. Dass es also hier eine andere Begebenheit und richte dein Angesicht gegen sie, dass sie im Belagerungszustand komme und du sollst sie belagern. Das soll ein Zeichen sein für das Haus Israel.
[6:27] Das hat Hesekiel schon vorher getan gehabt, auch da hat er von Belagerung gesprochen gehabt. Aber auch hier lesen wir, es sollte ein Zeichen sein für das Haus Israel. Und auch in dem Kapitel 24 geht es darum, dass Hesekiel wie ein Zeichen ihnen offenbart, was passieren wird.
[6:57] Später dann in Hesekiel Kapitel 33, und das könnt ihr gerne zu Hause nachlesen, passiert auch wirklich, was Hesekiel vorausgesagt hat. Wie Hesekiel nicht kommen seine Frau trauern durfte, so würden die Israeliten auch nicht trauern, wenn sie sehen würden, dass das Heiligtum verwüstet wurde.
[7:22] Und natürlich fragen wir uns, warum ist das so? Warum haben sie dann nicht getrauert? Weil sie sich gesagt haben: Nein, schlagmann mit mir auf.
[7:35] Kapitel 33. Da heißt es in Vers 23: Das Wort des Herrn an mich folgendermaßen: Menschensohn, die Bewohner dieser Ruinen im Land Israel sagen: Abraham war nur ein einzelner Mann und hat das Land zum Besitz erhalten. Wir aber sind viele und uns ist das Land zum Besitz gegeben. Darum sprich zu ihnen: So spricht Gott, der Herr: Ihr habt das Fleisch mitsamt dem Blut gegessen, ihr habt eure Augen zu euren Götzen erhoben und habt Blut vergossen, und ihr solltet dennoch das Land besitzen. Ihr verlasst euch auf euer Schwert, eure Frauen verüben Greuel und jedermann verunreinigt einer die Frau des anderen, und ihr solltet dennoch das Land besitzen.
[8:36] Was aus diesen Versen herausklingt, ist, dass sie sich auf einen Irrtum gestützt haben. Sie dachten, naja, durch Abraham ist uns sehr verheißen worden, dass wir das Land Kanaan erwerben würden und das ist unser Besitz ist. Und obwohl sie schon sagen, dass der Feind kam und jetzt schon die Tempel angegriffen worden ist, haben sie trotzdem gesagt: Ach, es wird doch wieder Frieden geben. Aber ihre fehlende Trauer beruhte auf Irrtum. Ihre fehlende Trauer beruhte auf ihrem Tun.
[9:13] Und das hatte Hesekiel sich durch sein zeichenhaftes vorausgesagt. Jetzt haben wir so einigermaßen die geschichtliche Situation geklärt. Aber wie muss es wohl sicher gefühlt haben? Denn es nützt ja nichts, er hatte trotzdem seine Frau verloren. Und das wegen dem abtrünnigen Israel, das aus einem Irrtum heraus sich falsch verhalten würde.
[9:53] Hesekiel 24 und dort Vers 24 heißt es eben noch einmal: Das Hesekiel-Jahr ins Zeichen sein sollte, denn ihr werdet genau so handeln, wie er gehandelt hat. Und jetzt wird es wichtig. Und wenn es eintrifft, werdet ihr erkennen, dass ich Gott der Herr bin.
[10:18] Am Ende von 427 sagt Gott noch einmal genau das Gleiche. Hier heißt es auch: Und du wirst für sie ein Zeichen sein, und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin.
[10:32] Warum hat Gott das also alles so zugelassen? Gott wollte, dass das Volk Israel erkennt, dass er wahrer Gott ist. Und da sieht man mal, wie viel Gott daran gelegen ist, dass wir ihn erkennen, dass er sogar in diesem Fall zugelassen hat, dass Hesekiels Frau erfährt, also um dieses Zeichen vorzubringen, gestorben ist. Der Verlust, den Hesekiel erleben musste, sollte wie eine Predigt sein. Und was die Israeliten, das sein sollte, sie eigentlich wachrütteln, aber sie haben trotzdem nicht gehört.
[11:18] Doch welchen Trost muss es Hesekiel gegeben haben, zu wissen, dass Gott das zugelassen hatte, dass Gott die Kontrolle hatte und weil Gott ihm geboten hatte, nicht zu trauern.
[11:34] Das lesen wir ja in Vers 17 von Kapitel 24: Sei still, aber veranstalte keine Totenklage. Und diese ganzen Riten, die man auch hatte zum Trauern, das sollte hier sicherlich tun. Hat ihm das so aufgetragen, hatte konnte auch hier Hesekiel ohne zu trauern, den Tod seiner Frau verarbeiten.
[12:02] Und das gibt uns auch eine Hoffnung. Gerade wenn man Menschen verliert, dann ist das vielleicht einschneidend im Leben. Und ja, dann verändert sich, wenn es Menschen sind, die einem nahe standen, dann verändert sich so alles um einen herum gefühlt, vielleicht eine seltsame Stille, man weiß gar nicht mehr, wie das Leben normal weitergehen soll, denn es ist so eine große Lücke entstanden. Aber wie hieß es, dürfen auch wir getröstet werden von Gott.
[12:46] Man kann das zwar nur so ein bisschen zwischen den Zeilen herauslesen, und es scheint er wie so ein Auftrag, ein Gebot von Gott. Aber trotzdem gibt Gott doch Hesekiel die Kraft, über den Tod seiner Frau hinwegzukommen. Und ich denke, gerade bei der Hoffnung, die wir haben auf die Wiederkunft, auf das Wiedersehen mit unseren Geliebten, dürfen auch wir wie ein Zeichen für andere sein, wenn es darum geht, Tod zu verarbeiten.
[13:24] Ich habe das einmal erlebt bei einer Beerdigung, dass eine Frau kam auf die Angehörigen zu und hat gesagt: Ihr seid um Menschen, wie könnt ihr auf die Beerdigung gehen oder Taschentücher, ohne dass ihr weint? Und die Angehörigen mussten sagen: Wir haben keinen Grund zu weinen. Gott hat uns getröstet, und wir haben diese freudige Hoffnung, dass wir uns wiedersehen werden. Und so hat es etwas in dem Kopf einer Frau bewirkt, so wie es Hesekiel hatte mit den Menschen um ihn herum zu sprechen, so hatten auch die Angehörigen Anlass, jetzt mit der Frau zu reden und uns darauf hinzuweisen, es gibt mehr als den Tod. Gott kann uns darüber hinweg kommen lassen.
[14:43] Lesen wir, Entschuldigung, Hesekiel 9, Vers 23. Da lesen wir davon, wie Hesekiel auch eine Bindung zu dem Volk um ihn herum hatte. Und er sieht, dass die Menschen so böse, wie sie sind, trotzdem fällt er in seinen Augen sind, denn er sieht dieses Übel und fällt auf sein Angesicht und schnauft: Herr, Herr, bist du in deinem Zorn die nur über Jerusalem ausgießt, den ganzen Überrest von Israel umbringen. Und da finden wir bei Hesekiel eine Eigenschaft, die wir jetzt gleich auch bei Mose in 2. Mose 32 vorfinden werden.
[15:38] Wenn wir 2. Mose 32 lesen, dann geht es dort um das Goldene Kalb, die berühmte Geschichte. Sie Mose von einem Berg herunterkommt und sieht, dass das Volk Israel mit Aaron um ein Goldenes Kalb herumtanzt und sie essen und trinken und feiern. Hat er gesagt: Es ist ein Tag des Herrn, lasst uns feiern und es uns gut gehen.
[16:06] Und Mose, dass und wie muss es immer gerne sein, denn er war gerade aus der direkten Anwesenheit Gottes vom Berg herunter gekommen. Er wusste, wer Gott war und er wusste auch, dass das, was der unten angebetet worden ist, in Kürze war. Aber wie geht man damit um?
[16:29] Sie ließen zunächst einmal in 2. Mose 32. Wenn wir 2. Mose 32 beginnen, heißt es hier: Was aber das Volk sei, da Mose solange nicht von dem Berg herab kam, das sammelte sich das Volk um Aaron und sprach zu ihm: Mach uns Götter, die uns voran gehen, sein, denn wir wissen nicht, was mit diesem Mann Mose geschehen ist, der uns aus dem Land Ägypten herausgeführt hat. Also das war die Situation.
[17:07] Die Frage ist, wie reagiert Mose? Erst einmal sagt Gott zu Mose: Gehe jetzt schnell herunter. Und dann zieht Mose das. Und Mose sagt: Mose wandte sich um, stieg vom Berg hinab, die Tafeln in der Hand, und er zerschlägt diese Tafeln. So sehr hatten ihn ergriffen.
[17:36] Doch trotzdem behält Mose eine Haltung, eine Einstellung, die bemerkenswert ist. Denn in Vers 11 lesen wir, dass jetzt Israel zu Mose kommt und sagt: Mose, der uns aus dem Land Ägypten herausgeführt hat, kommt nicht. Der hält sich länger auf, als es sein muss, und wir wissen nicht, was aus ihnen geworden ist. Gott übernimmt scheinbar auch diese Sichtweise von ihnen.
[18:13] Und Gott sagt auch dann zu Mose: Was das Volk macht, dass du aus Ägypten herausgeführt hast, aber die Haltung, die Mose hat, ist ganz besonders. Denn in Vers 11 lesen wir: Mose aber besänftigte das Angesicht des Herrn, seines Gottes, und sprach: Herr, warum will dann Zorn gegen dein Volk entbrennen, dass du mit so großer Kraft und starker Hand aus dem Land Ägypten geführt hast?
[18:48] Warum konnte es Mose, der später als der sanftmütigste Mann bezeichnet wird, hier ruhig bleiben und sogar Gott besänftigen? Da hat er anders gesehen als die Israeliten. Hat nicht gesehen, dass er es war, der Israel aus Ägypten herausgeführt hat, sondern hat gesehen, dass Gott es war. Mose sagt: Es ist dein Volk, Herr, es sind deine Kinder. Du hast sie aus Ägypten herausgeführt. Vergiss das nicht.
[19:27] Ich kann mich erinnern, als ich auch einmal gesehen habe, dies und jenes in der Gemeinde läuft nicht so gut. Und trotzdem ging mein Herz doch an meine Gemeinde. Sagt sich: Hier, schau doch meine Gemeinde an. Und das war, wenn mir Gott im Gebet den Gedanken gegeben hätte: Es ist nicht deine Gemeinde, es ist meine Gemeinde. Es ist Gottes Gemeinde.
[20:00] Sanftmut und Demut zeigen sich hier in diesem Fall in der Treue. Und das merken wir auch bei anderen, bei anderen großen Helden, die wie Mose treu zum Volk gehalten haben. Bei Abraham haben wir das zum Beispiel gesehen. Der Tod eingetreten ist, so lange zerstört werden sollte. Wir sehen das aber auch bei Jeremia und eben auch bei Hesekiel, dass sie für ihr Volk eintreten. Und das ist eine Sanftmut oder eine Demut, sich weg zu schauen, aber trotzdem das Volk Gottes als sehr wertvoll zu achten.
[20:43] Hast du schon einmal Gott so richtig angefleht, so richtig angefleht, weil alles so gut läuft, wie es sein sollte? Hast du Gott für sein Volk gebeten, statt dich immer darüber aufzuregen, was Schwester X gemacht hat und Bruder Y und wie ungerecht sie doch alles sind, oder was für schlechte Manieren sie haben? Statt sich aufzuregen, tut es wie Mose, besänftige das Angesicht Gottes, indem du um Gnade bittest.
[21:30] Die Wahl auch eine Haltung, wie sie eben Abraham, Mose, aber auch Daniel eingenommen hat. Und in Daniel 9, Vers 5, da lesen wir, dass Daniel, von dem wir nicht erfahren, welche Schuld er jemals auf sich geladen hat, als er trotzdem sagt: Wir haben gesündigt und wir haben ungerecht getan und gesetzwidrig gehandelt. Wir haben uns abgewandt und sind von deinen Geboten und von deinen Rechtsordnungen abgewichen.
[22:14] Es ist so, so naht sich Daniel vor Gott, und er bekennt die gemeinsamen Sünden und er bittet dann um Vergebung. Das ist, was auch wir tun dürfen, angesichts der Fehler unserer Nächsten. Wir brauchen uns nicht ungerecht behandelt zu fühlen. Wir brauchen uns nicht benachteiligt zu fühlen, sondern wir dürfen es ins Gebet vor Gott bringen.
[22:42] Wenn wir zum Dienstag kommen, dann können wir uns auch fragen: Hatten die Israeliten Mose verletzt, bei dem, was wir gerade gelesen haben in 2. Mose 32? Hatten sie Mose verletzt? Sicherlich war er seelisch sehr verletzt. Und was betete Mose daraufhin? Wende deinen Zorn von ihnen ab und lass dich des Unheils, das du über sie bringen willst, geräumt.
[23:16] In 2. Mose 32, 12. Wir können aber auch einen Schritt weiter gehen und uns fragen: Hatten die Ältesten und die Schriftgelehrten Stephanus verletzt? Nicht nur seelisch, sondern zu Steinigen und fügten ihm körperliche, tödliche Wunden zu.
[23:44] Was hat Stephanus daraufhin gebetet? Apostelgeschichte 7, und dort Vers 60 finden wir das: Stephanus betet und er sagt: Rechne ihnen diese Sünden nicht an. Und dann stirbt er.
[24:07] Noch einen Schritt weiter: Hatten die Menschen Jesus verletzt? Ja, sicherlich, seelisch und körperlich. Und was betete Jesus daraufhin? In Lukas 23, 34 lesen wir: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.
[24:34] Wirst du verletzt worden, dann bist du vielleicht im Graben mit jemanden und weißt nicht, wie du ihm diesen Fehler vergeben kannst. Wie jemand so etwas tun kann, das könnte da hast du kein Verständnis. Ich sage zu dieser Person jemals verzeihen? Vielleicht fragst du dich so etwas.
[24:59] Dann vergleiche ich einmal mit Mose und er vergleicht sich einmal mit Stephanus und vergleicht sich mit Jesus. Und dann frage dich, ob du noch einen Grund hättest, nicht auch zu sagen: Vater, vergib ihm. Oder Vater, vergib mir.
[25:23] In der Lektion war jetzt noch angegeben Matthäus 5, Verse 43 bis 48. Und in Matthäus 5 sagt Jesus etwas auf, was damals scheinbar so lang und gängig war, dass man es so dachte. Er sagt: Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.
[25:57] Und wenn er jetzt sagt: Ihr habt gehört, dann stellt sich doch die Frage, woher hatte man diese Meinung? War das eine von den vielen Vorschriften, die die Pharisäer und Schriftgelehrten da aufstellten, wie zum Beispiel Sabbat oder dass man am Sabbat nicht halten durfte? Hatten sie sich das so ausgedacht, oder hat das Grund und Boden, dass man sagte: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen?
[26:34] Nun, zu weit hergeholt ist diese Aussage nicht, denn gibt wieder im Alten Testament in 3. Mose und dort Kapitel 19 lesen wir.
[26:49] In 3. Mose 19 und Vers ab Vers 16: Du sollst nicht als Verleumder umhergehen unter deinem Volk. Du sollst auch nicht auftreten gegen das Blut deines Nächsten. Ich bin der Herr. Du sollst deinen Bruder nicht hassen in deinem Herzen, sondern du sollst deinen Nächsten ernstlich zu Recht weisen, dass du nicht seinetwegen Schuld tragen musst. Du sollst nicht Rache üben noch Groll behalten gegen die Kinder deines Volkes, sondern du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin der Herr.
[27:34] Das ist hier doch so ganz ähnlich, wie wir das schon in der Geschichte von Mose gesehen haben, oder nicht? Bei Mose war es auch so, er hat nicht diesen Choral behalten, als er vom Berg heruntergestiegen ist, sondern er hat auch Liebe, ja Zuwendung dem Volk gegenüber erwiesen, als sogar Gott sagt: Ich sind so abtrünnig, lass mich sie, ja, zugrunde gehen lassen. Und Mose sagt dann: Nein, bevor du aus mir ein neues Volk erwachsen lässt, bitte halte fest an diesen Erfolg, an den Kindern Abrahams, die du doch schon aus Ägypten herausgeführt hast. Das ist doch dein Volk. Ja, du kannst du nicht einfach so vernichten.
[28:30] Und so sehen wir auch, dass man nicht Rache üben soll, nicht gehalten sein, sondern den Nächsten lieben, wie uns selbst, wie es in 3. Mose 19 heißt.
[28:46] Interessant ist auch in Vers 17 heißt es schon: Du sollst deinen Bruder nicht hassen in deinem Herzen. Das ist ein Hinweis darauf, es geht nicht nur um die äußerlichen Taten, die wir tun, nicht nur darum, wie wir uns jemand anderem gegenüber verhalten, sondern es fängt schon im Herzen an.
[29:15] Selbst Sünder, deren Herzen nicht völlig vor Gottes Geist verschlossen sind, werden auf Freundlichkeit reagieren. Es mögen zwar Hass mit Hass vergelten, aber sie werden auch Liebe mit Liebe vergelten.
[29:27] Das ist, wo Jesus dann später sagt: Wenn ihr doch nur Gutes mit Gutem vergelten, dann seid ihr nicht groß anders als die Heiden. Es ist nur der Geist Gottes, der Liebe für Hass gibt, dem Undankbaren und dem Bösen gegenüber gütig zu sein, Gutes zu tun und auf nichts zurück zu hoffen. Ist das Kennzeichen des himmlischen Königtums.
[30:02] Ihr erinnert euch vielleicht, die Sanftmütigen werden das Reich, das Land erben. Ein Gutes zu tun und darf nichts zurück zu hoffen, ist das Kennzeichen des himmlischen Königtums. Das sichere Zeichen, durch das die Kinder des Höchsten ihren hohen Stand verraten.
[30:22] Also, wenn jemand, wenn jemand etwas Schlechtes widerfährt, gerade bei Ungerechtigkeit, haben wir das, oder wenn du merkst, jemand ist dir rosig, sonnig, jemand hat sich hintergangen. Gerade dann ist es eine Zeit für uns, bis mit Gutem zu vergelten.
[30:51] Für diesen zweiten Teil von Vers 43 in Matthäus 5 finden wir, um ehrlich zu sein, keine direkte Aussage im Alten Testament oder überhaupt sonst in der Bibel. Es gibt so also oft sind trotzdem parallel.
[31:04] gibt so also oft sind trotzdem parallel schnell angegeben, wo man das so ein bisschen herauslesen kann, dass man auch dem Feind ja wiederstehen soll. Aber es steht nicht so direkt da, dass man ihn hassen soll. Von daher ist es jetzt auch nichts Neues, kein neues Gesetz, das Jesus bringt, wenn er dann sagt: "Liebt eure Feinde, segnet die, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen und bittet für die, welche euch beleidigen und verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel seid." Das klingt auch wieder so ein bisschen wie, damit ihr Erben des Reiches im Himmel seid.
[31:55] Wir können hierzu auch noch Lukas 6, Vers 27 bis 30 lesen. Und dort ab Vers 27: "Ich aber sage euch, die ihr hört: Liebt eure Feinde." Also Lukas schreibt das auch noch mal genauso auf. "Tut Gutes denen, die euch hassen, segnet die, die euch fluchen, und betet für die, welche euch beleidigen." Ich habe nie wieder das Fürbitte-Gebot für andere, dem, der dich auf die eine Backe schlägt, biete auch die andere dar. Und dem, der dir das Kleid nimmt, verweigere auch das Hemd nicht. Gib aber jedem, der dich bittet, und von dem, der dir das deine nimmt, vorerst nicht zurück. Und wie ihr wollt, dass euch die Leute behandeln, das ist sehr bekannt, so behandelt auch ihr sie gleicher weise.
[33:00] Also die Erziehungsmaßnahme, könnte man sagen, die Jesus hier darbietet, ist nicht zu sagen: "Du, du, du, das sollst du nicht machen" oder "Ich habe mich gekränkt gefühlt." Es gibt ja heutzutage die Ich-Botschaften und alles Mögliche an Theorien, aber hier ist es sagt einfach durch eine Art und Weise, wie du den anderen behandelst, da weißt du ihn schon darauf hin, wie er dich behandeln sollte. Das ist schon eine Lektion, die du ihm gibst.
[33:38] Im Römer 12, Vers 14, da wird auch ein Vers aus dem Alten Testament als aufgegriffen. Und Römer 12, da heißt es: "Segnet die euch verfolgen, segnet und flucht nicht." Und später heißt es dann auch noch, dass wir sozusagen Kohlen sammeln, wir sammeln Kohlen auf das Haupt unseres Feindes. Also das ist was, was ihn da nicht locker lässt, sondern ihm sozusagen auf den Kopf oder auf das Herz brennt, wenn wir ihm Gutes tun, obwohl er uns etwas über das angetan hat.
[34:37] Zurück zum Matthäus 5. Da heißt es dir dann eben noch das so, dass ihr die Kinder eures Vaters im Himmel seid. Und was, was soll das heißen? Bedeutet sind wir nicht alle Kinder Gottes? Naja, ich habe so kurz meine Erfahrung gemacht, da habe ich mit Papa geredet und mein Papa dann gesagt: "Wie würdest du dich so entscheiden?" Es ging darum, eine Aufgabe zu übernehmen und er hat gesagt: "Willst du das oder das machen, oder auch gar nichts machen? Das ist in Ordnung für mich." Dann habe ich zu ihm gesagt: "Papa, entscheide du. Wenn du das eine machst, mache ich das andere. Wenn du beides machen möchtest, gerne. Wenn du nichts davon machen möchtest, mache ich alles." Und das ist so die Art und Weise, wie er oft auf meine Fragen reagiert. Deswegen hatte er gesagt: "Du wirst meine Tochter. Das ist meine Tochter, die so redet." Und wenn jetzt Gott hier über Jesus sagt: "Damit ihr Kinder eures Vaters im Himmel seid", dann ist es auch ein bisschen so zu verstehen, Jesus hätte nichts anderes gemacht. Gott hätte nichts anderes gemacht, als auch dem Bösen mit Gutem zu begegnen.
[36:13] Dieser Ausspruch: "Liebe deinen Nächsten" klingt auch so ein bisschen aus 1. Petrus 2, Vers 17 heraus. Lasst uns doch zuerst zu Petrus gehen. In 1. Petrus 2, Vers 17, da heißt es: "Erweist jedermann Achtung. Liebt die Bruderschaft, oder liebt die Brüder." Bruderschaft ist ein bisschen komisch. "Fürchtet Gott, ehrt den König." Ich weiß nicht, wie gut ihr euch mit dem Petrusbrief befasst habt, aber Petrus weist immer wieder darauf hin, man soll es sich unterordnen. Er sagt, dass in dem Zusammenhang zum Beispiel von Vorgesetzten und ihren Untertanen, könnte man sagen. Er sagt, dass auch in einem Zusammenhang von Mann und Frau. Er sagt das aber eben auch in dem Zusammenhang, dass sich die Gemeinde Christus unterordnen soll.
[37:20] Und trotzdem müssen wir uns fragen: Geht das immer? Geht das, dass wir uns bedingungslos, widerstandslos anderen Menschen unterzuordnen haben? Na ja, wir kennen zum Beispiel die Geschichte von Daniel. Da gab es auch eingesetzt und daher hätte auch sagen können, wir sollen den König ehren. Aber wenn es darum ging, dass es jetzt hier, du darfst 30 Tage lang nur den König anbeten, dann hat Daniel das nicht getan. Er hat nicht den König in dem Maße geehrt, sondern er hat trotzdem noch sein Fenster aufgemacht und jeden Tag gebetet. Dass das dann in der Löwengrube geendet ist, wissen wir. Aber da hat Gott ihn wieder herausgeholt.
[38:16] Wir wissen auch zum Beispiel von Josef, dass er den Befehlen der Frau Potifars nicht gehorcht hat, sondern sich lieber aus dem Staub gemacht hat. Denn das sagte er: "Soll ich gegen Gott sündigen?"
[38:35] Mir kann ja auch etwas weiter lesen im 1. Petrus, da hat mal Vers 18: "Ihr Hassknechte, seid es alle Furcht euren Herren, untertan, nicht nur den guten und milden, sondern auch den verkehrten. Denn das ist die Gnade, wenn jemand aus Gewissenhaftigkeit gegenüber Gott Kränkungen erträgt, indem er zu Unrecht leidet." Und das ist so ein bisschen die Richtschnur, die wir hier haben.
[39:08] In Vers 19: "Aus Gewissenhaftigkeit" oder "wegen eines guten Gewissens", könnte man auch übersetzen. Unser Gewissen kann uns sehr wohl eine ein Maßstab gegeben, wie weit wir uns unterzuordnen haben oder nicht. Und Gott schätzt das Gewissen, schätzt die Gewissensfreiheit, dass er sagt, wenn es gegen dein Gewissen geht, dann brauchst du dich nicht unterzuordnen. Sicherlich ist das vielleicht auch so ein bisschen subjektiv, könnte man jetzt wieder sagen. Aber unser Gewissen, sowie allen weit sagt, war an diesem Schwert hier geschärft werden. Ja, das ist der letztendliche Maßstab auch noch. Aber wenn wir guten Gewissens etwas nachgeben können, dann soll das eben für uns gelten. Das bin ich einfach so bullish, sind nicht einfach auf unser Recht beharren, sondern auch nachgeben und unseren Herren das mögen. Das mag der Chef auf der Arbeitszeit, das mag mögen Vater und Mutter sein, zum Beispiel. Dann sollen wir uns auch von ihnen etwas sagen lassen.
[40:34] Dieser ... finden wir auch zu dem gleichen Thema Ratschläge in Epheser 6 und dort Vers 5 bis 7. Da heißt es ganz ähnlich wie jetzt gerade im Petrusbrief: "Ihr Knechte, gehorcht euren leiblichen Herren mit Furcht und Zittern in Einfalt eures Herzens als dem Christus, nicht mit Augen-Dienern, reihum Menschen zu gefallen." Und hier macht Paulus nach einem wichtigen, entscheidenden Punkt: Nicht um Menschen zu gefallen, sondern als Knecht des Christus, die den Willen Gottes von Herzen tun. Dient mit gutem Willen dem Herrn und nicht den Menschen. Dabei ihr wisst, was ein jeder Gutes tun wird, das wird er von dem Herrn empfangen, ist ein Sklave oder ein Freier. Was der Punkt in Paulus hier macht, bei all dem, was wir tun, sollen wir es nicht für die Menschen tun, nicht wegen Augen-General, nicht um gut beim Anderen anzukommen, sondern wir sollen als Knechte Christi leben. Und das zeigt uns, was wäre die höchste Autorität in unserem Leben sein darf. Das ist Christus.
[42:04] Und wir mögen uns vielleicht unterdrückt fühlen von dem ein oder anderen, jetzt zu Unrecht behandelt. Doch müssen wir uns fragen: Wenn ich mich hierbei natürlich das für den Menschen, um ihm zu gefallen, um meinen eigenen Vorteil vielleicht auch noch daraus zu erhaschen, oder tue ich das, weil ich eigentlich Knecht einer Person bin, die sehr viel höher als ich steht? Weil ich eigentlich Christus...
[42:41] Titus 2, Vers 9. Da steht auch noch etwas, ja, so ganz schön ausgedrückt. In Kolosser 3, Vers 12 und dort Vers 9 geht es dann darum, dass wir uns mit der Lehre Jesu schmücken, indem wir gehorsam und selbst beherrscht handeln. Und so können wir sehen, entweder wird das Evangelium durch unser Verhalten gerade eben bekräftigt, oder es wird geschwächt. Also auch auf das Evangelium hat es eine große Auswirkung, wie wir mit sozialer Hierarchie, sag ich jetzt mal, umgehen.
[43:43] In 1. Petrus 3, Vers 9, wenn wir zurück zum 1. Petrus gehen, dann finden wir dort auch noch ein paar, ich würde sagen, so ganz praktische Ratschläge, die wir jetzt noch mitnehmen können. 1. Petrus 3, Vers 9: "Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Schmähung mit Schmähung, sondern im Gegenteil, segnet, weil ihr wisst, dass ihr dazu berufen seid, Segen zu ehren." Und dieses Segnen ist hier vielleicht etwas abstrakt ausgedrückt, aber es heißt, jemanden etwas Gutes zu wünschen. Das heißt, wenn jetzt jemand verächtlich über mich spricht, kann ich ihm trotzdem etwas Gutes wünschen.
[44:31] In Römer 12, Vers 19, da geht es darum, dass wir keine Rache üben sollen. Und wenn wir so Matthäus 5, Vers 39 zurückkommen, einmal mit 45, Vers 39, dann heißt es: "Und dem, der mit dir vor Gericht gehen und ein Hemd nehmen will, dem lass auch den Mantel. Und wenn dich jemand nötigt, eine Meile weit zu gehen, zog mit ihm zwei." Da merken wir auch, und oder auch schon in dem Vers 9 und 139, dass wir nicht zurückschlagen brauchen, dass wir trotzdem auch, wenn uns jemand um etwas bittet, uns auch ein Stück mitgehen dürfen, auch ein Stück das, das klingt jetzt vielleicht absurd, aber sich auch ein Stück erniedrigen lassen. Denn das kann auch andere zum Denken bringen. Und ich habe schon mit Menschen geredet, die meisten, na ja, also heutzutage in unserer Gesellschaft, da lohnt es sich nicht mehr, gut möglich zu sein. Gutmütigkeit wird ausgenutzt, die wird ruchlos ausgenutzt und keiner macht sich Gedanken. Aber was ich hier aus der Bibel heraus lesen ist etwas anderes. Gerade durch Gutes können wir andere zum Nachdenken bringen und doch diesen guten Keim vielleicht in ihnen erwecken.
[46:27] Was uns jetzt noch zusammen 62 kommen. Der 62 war auch in Direktion angegeben, und das ist ein schöner, glaubensspendender Psalm, würde ich zu sagen. Im zum 62, da ist es im Vers 2: "Nur auf Gott wartet still meine Seele, von ihm kommt meine Rettung. Nur erstmal selbst und mein Heim eine sichere Burg. Ich werde nicht allzu sehr wanken." Schon alleine in diesen ersten beiden Versen können wir so viel rausholen. Das heißt, hier auf Gott warten, still meine Seele. Das heißt, wenn wir zu Problemen kommen, das mögen zwischenmenschliches sein, es mögen finanzielle Probleme sein, es mögen vielleicht Glaubenskrisen sein, es mögen vielleicht ja Probleme sein, wo wir uns selbst in Gefahr sehen. Dann heißt es auch für uns: Auf Gott warten. Nicht einfach vorschnell, impulsiv handeln, so wie es uns gut dünkt und vielleicht dadurch noch ein größeres Chaos veranstalten. Nein, auf Gott warten, sich beruhigen und von Gott etwas sagen zu lassen. Und das können wir ganz praktisch im Gebet tun.
[47:59] Dann heißt es: "Von Gott kommt meine Rettung." Dann dürfen wir wissen, wenn der Rettung kommt nicht vom Anwalt, meine Rettung kommt nicht durch meine eigenen Fäuste, meine Rettung kommt auch nicht durch meine besten menschlichen Freunde. Nein, die größte und beste Rettung kommt von Gott. Wenn Gott ist mein ist sichere Burg. Und wenn wir da mal ein bisschen weiter vorschlagen, sein 0, 50, dann lesen wir im Psalm 59, 14: "Angesichts ihrer Macht will ich auf dich haben, denn Gott ist meine sichere Burg." Hier liegt eine Begründung vor: Angesichts ihrer Macht. Und das heißt auch, wir dürfen uns keine Illusionen machen. Manchmal sind die Herausforderungen größer, als wir sie aus unserer menschlichen Kraft, doch aus unserem menschlichen Kraft wirklich ertragen können. Es mag vielleicht einer sagen, aber erst Römer 10, Vers 13 sagt doch: "Wer aber den Namen des Herrn anrufen wird, wird gerettet werden." Ja, mit Gottes Kraft, mit Gottes Hilfe, die wir uns schenken. Die Feinde mögen mächtiger sein als wir, aber mit Gott können wir es mit ihnen aufnehmen.
[49:33] Interessant ist, finde ich auch, wenn wir zu einem 62 lesen, dass es hier heißt in Vers 3 am Ende: "Ich werde nicht allzu bisher fanden." Das heißt doch ein bisschen werde ich schon was. "Ich werde nicht allzu sehr." Wenn wir dazu mal 37, 24 vergleichen, fällt erst so, wird er nicht hingestreckt liegen bleiben, denn der Herr hält seine Hand. Es geht hier auch um den Gerechten. Also da heißt es auch, dass der Gerechte doch fällt, aber der Unterschied ist, dass er nicht liegen bleibt.
[50:27] Lass uns noch 2. Korinther 4 aufschlagen. Die vielen Verse heute. 2. Korinther 4 und dort Vers 8: "Wir werden überall bedrängt, aber nicht erdrückt. Wir kommen in Verlegenheit, aber nicht in Verzweiflung. Wir werden verfolgt, aber nicht verlassen. Wir werden niedergeworfen, aber wir kommen nicht um." Auch das trifft Gläubige, die werden verfolgt, die werden niedergedrückt, aber es lässt sie nicht alles, sie bleiben nicht am Boden liegen.
[51:22] Dann heißt es noch in Psalm 62: "Auf Gott, gut, mein Heil und meine Ehre." Das ist mit 2. Timotheus 2, Vers 10 in Verbindung zu bringen. Denn hier heißt es: "Darum trage ich alle standhaft um der Auserwählten willen, damit auch sie die Errettung erlangen, die in Christus Jesus ist, mit ewiger Herrlichkeit." Wer spricht hier? Das ist Paulus in 2. Timotheus. Und ganz interessant ist, dass er sagt, er erträgt alles, warum der Auserwählten bilden, damit auch die Errettung erlangen, die in Christus ist, mit ewiger Herrlichkeit. Es gibt zwei Komponenten, sagt der Paulus. Wenn wir standhaft sind, dann kriegen wir einmal die Rettung und einmal die Herrlichkeit. Das spielt darauf an, wie es in unserem jetzigen Leben sein kann, aber wie es auch vor allem für die Zukunft aussieht. Denn es gibt kein Problem, das nicht gelöst werden kann, spätestens bei Jesu Wiederkunft. Nichts irdisches, was uns bedrücken kann, was uns Sorge bereiten kann, was nicht spätestens bei Jesu Wiederkunft gelöst wird. Aber er sagt, es gibt eben die Errettung und die Herrlichkeit und es erwartet uns himmlische Herrlichkeit. Werden wir standhaft durch unsere Anfechtungen hindurch kommen?
[53:08] Noch sehr schön, und wir sollten ja zum 62, bisher es 8 lesen. Noch sehr schön ist dabei der Vers 8. 8. Genau. 2. Korinther 62 und dort Vers 8: "Auf Gott ruht mein Heil und meine Ehre, der Fels, meine Stärke, meine Zuflucht ist in Gott." Das ist verbunden mit Vers 9: "Vertraue auf ihn allezeit, schüttet euer Herz vor ihm aus." Dieses "Vertraue auf ihn allezeit", das ist ja wie, als ob da wird jetzt hier sagen würde: "Ich hab's erprobt, ich hab mal bei Gott meine Ruhe gefunden, und ich erwarte auch euch: Vertraut auf Gott, immer, immer, was da kommen mag." Aber es sagt auch noch als letzter Appell in diesem Abschnitt: "Schüttet euer Herz vor ihm aus." Ich habe schon gesagt, wir brauchen keinen Anwalt. Stellen retten kann ja Gott. Kann durch Menschen hindurch uns helfen, aber dann ist es denkt an 2. Mose 2, 30, dann ist es immer noch Gott, der Israel aus Ägypten herausgeführt hat. Und auch so ist es, wenn wir Hilfe suchen, wie seine Hilfe an der richtigen Stelle suchen. Wir sollen unser Herz vor Gott ausschütten dürfen, es sagen, es uns geht, dürfen wir auch sagen, was wir brauchen.
[54:56] Starke mit mir auf nach Jesaja 26. In Jesaja 26 und dort Vers 4 müsste es sein: "Heißt es: Vertraut auf den Herrn." Das klingt so ganz ähnlich wie gerade eben. "Alle Zeit der Welt, daher ist ein zähes der Ewigkeiten war." Das ist noch ein bisschen kräftiger. "Gott ist ein Zelt der Ewigkeiten." In Jesaja 50, Vers 14, da merken wir jetzt auch, ja, es gibt eben helle und dunkle Zeiten in unserem Leben. Aber auch da heißt es: "Während der euch fürchtet, den Herrn, weigere rechte Stimme seines Knechtes, denn er im Finstern intakt und ihm kein Licht scheint, so vertraue er auf den Namen, bisher auf diesen ewigen Felsen und halte sich an seinen Gott." Ja, manchmal sehen wir nicht bis morgen, vielleicht manchmal sehen wir nicht bis zum nächsten Jahr, manchmal wissen wir gar nicht, wie soll das alles nur werden. Aber diese Tatsache, dass Gott ein ewiger Fels ist, ich meine, ein Felsen, was will da schon was mit einem Felsen das Wetter oder sonst etwas etwas anhaben? Da kann die Sonne drauf prallen, der Fels bleibt der gleiche. Da kann die Witterung kommen und vielleicht wächst Moos darüber, aber der Fels bleibt. Und so ist es auch mit Gott. Gott bleibt der gleiche, auf ihn ist Verlass, er ist beständig.
[56:50] Und dieses Tatsache, dass wir unser Herz vor Gott ausschütten dürfen, bedeutet ja auch, dass wir nicht sehr platzen müssen. Wir müssen uns nicht an Menschen hängen und bei ihnen Zuflucht suchen, aber wir dürfen zu Gott kommen, so wie Hanna zum Beispiel im Tempel ihr Herz ausgeschüttet hat. Gott ist unsere Zuflucht, wie es zum Schluss im Psalm 62 heißt.
[57:27] Jetzt lasst mich noch schließen. Wenn wir schon in Jesaja sind, dann möchte ich noch bis 29 und dort Vers 19 lesen. In Jesaja 29 heißt es, Vers 19: "Und die Elenden denkt daran." Es ist wieder zu übersetzen mit den Sanftmütigen. Dem griechischen im Hebräischen. "Und die Sanftmütigen werden wieder Freude am Herrn haben, und die Armen unter den Menschen werden frohlocken über den Heiligen Israels." Wenn wir aushalten, wenn wir auf Gott vertrauen, dann dürfen wir auch uns über ihn freuen, wie er uns geholfen hat. Und vielleicht hast du in den letzten Wochen die Erfahrung gemacht, dass du aus einem Schmelztiegel herausgekommen bist, dass Gott dir durch die Prüfung hindurch geholfen hat, und du schon praktisch erlebt hast, was wir jetzt die ganzen Wochen studiert haben. Und dann bist du vielleicht gerade in der Situation, wo du dich über Gott mit ganzem Herzen freuen. Dass in dem nicht der Fall ist, dann wisse, es wird diese Zeit geben, wenn du treu bleibst, ja, Gott treu bist, dann wirst auch du wieder Freude im Herrn verspüren dürfen.
[59:00] Was uns jetzt noch zum Abschluss beten. Lieber Vater im Himmel, ich danke dir sehr, dass du uns so viel Hoffnung schenkst in all dem, was wir auszuhalten haben. Und ja, es gibt wirklich Tiefen im Leben, aber wir haben doch auch gelesen von Paulus, wir werden vielleicht niedergedrückt, aber bleiben doch nicht unten. Wir werden nicht zerstört, denn du möchtest uns erheben. Es heißt auch noch an anderer Stelle in deinem Wort: "Die Sanftmütigen möchtest du." Danke dir, dass du uns auch gerne von deiner Sanftmut geben willst. Danke für all die Vorbilder, die wir in deinem Wort haben. Wenn wir deine Diener sein dürfen, so bitte ich dich, dass du uns den Heiligen Geist, das Wollen, das Verbringen schenkst, uns ganz deinem Willen zu unterstellen, denn wir wissen, dass du es zum Guten führst. Im Namen Jesus. Amen. [Musik]
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