[0:48] Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge der Christ Study Hour hier bei joelmedia.de. Schön, dass ihr es jetzt anschaut. Wir wollen aber nicht nur schauen, sondern wir wollen auch lesen, wir wollen selbst Erfahrungen machen und dazu möchte ich euch jetzt schon einladen, euch eure Bibel zur Hand zu nehmen, selbst auch mitzulesen und mitzudenken und noch in das ein oder andere tiefer zu gehen.
[1:24] Lieber Vater im Himmel, wir wollen dein Wort jetzt nicht einfach lesen, ohne dich einzuladen und unseren Herzen zu wirken. Herr, wir brauchen dich, wir brauchen es, dass wir dich erleben können, auch wenn wir dich nicht sehen. Dann lass uns über das, was gerade in unserem Leben passiert, hinaussehen. Lass unsere Ohren nicht nur auf das hören, was jetzt um uns herum gerade geschieht, oder auch wenn wir dieses Video anschauen, sondern hier: Öffne unsere Ohren für deine Stimme. Lass uns klar erkennen können, was deine Weisung ist und wie du uns auf deinem Weg leiten möchtest. Ja, ich danke dir, dass wir auch nach deinem Wort darum beten können, dass du unsere Herzen erforschst und siehst, wie wir es meinen, und uns auf deinem ewigen Weg führst. Das bitte ich jetzt für jeden, der jetzt hier zuschaut, und auch für mich selbst. Lege deine Worte in meinen Mund um deines Namens willen. Amen.
[2:43] Die Lektion ist diese Woche überschrieben mit dem Titel "Extreme Hitze". Und ich weiß nicht, setzt euch mal hin, macht euch mal Gedanken: Was assoziiert ihr mit extremer Hitze? Ich kann mich da erinnern, zum Beispiel, als ich einmal in Afrika im Gottesdienst saß als Kind und knapp über unseren Köpfen das Wellblechdach war und das wirklich heiß war, da habe ich extreme Hitze verspürt. Aber bei extremer Hitze denke ich auch zum Beispiel an Johannes, der in dem siedenden Öltopf gekocht werden sollte, oder auch an Daniels Freunde im Feuerofen. In Daniel 3 können wir ihre Geschichte lesen.
[3:38] Extreme Hitze – das einmal nur wörtlich genommen. Doch mit der extremen Hitze ist doch noch sehr viel mehr gemeint, wie wohl der Lektionsschreiber sich gedacht hat. Und doch müssen wir das Ganze in einen Vergleich setzen, und zwar ist er unser Merkvers in Jesaja 53, und dort Vers 10 zu finden. Und wenn wir uns diesen Vergleich anschauen, dann dürfen wir uns gleich von vornherein überlegen: Ist das extreme Hitze, was ich gerade als meine größten Herausforderungen empfinde?
[4:17] Jesaja 53, Vers 10: "Doch dem HERRN gefiel es, ihn zu zerschlagen." Von wem ist hier die Rede? Es ist wohl Jesus. "Er ließ ihn leiden." Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Nachkommen sehen und seine Tage verlängern, und das Vorhaben des HERRN wird in seiner Hand gelingen. Eine schöne Aussicht. Aber als Folge dessen, dass Gott Jesus leiden ließ, und auch bei all den Texten, die wir heute lesen wollen, wollen wir Jesus vor Augen haben. Hier ist es als unseren Helfer, Jesus als unser Vorbild, aber auch Jesus als denjenigen, der am allermeisten durchgemacht hat, um unsere ...
[5:15] Lass uns mit dem Sonntag beginnen, wo wir erst aufgerufen sind, 1. Mose 22 zu lesen. Und ich bitte euch: Lest es noch einmal, auch wenn ihr vielleicht denkt: "Ach, wir hatten gerade 1. Mose im letzten Quartal, wir kennen die Geschichte." Nein, wir können immer nach etwas Gutes da herausfinden. Und zwar, wenn wir gleich schon lesen in Vers 1, wo es heißt: "Und es geschah nach diesen Begebenheiten, da prüfte Gott den Abraham..."
[5:50] Wenn wir da lesen: "nach diesen Begebenheiten", dann müssen wir uns natürlich fragen: Was war denn vorher? An welchem Punkt? Und das ist interessant: An welchem Punkt prüft Gott Abraham mit wohl der schwersten Prüfung seines Lebens? Es war, als Abraham schon alt geworden war, als Abraham vielleicht schon etwas müde geworden ist, nicht mehr so einen starken Willen und zu viel Alpha wie vorher hatte, aber auch als Abraham schon auf sehr viele Erfahrungen mit Gott zurückblicken konnte. Gott prüft Abraham nicht an einem Punkt, wo er gerade zu jung und wackelig auf den Beinen im Glauben ist, sondern da, als er eigentlich schon gefestigt sein müsste.
[6:47] Und im Deutschen ist das gut übersetzt. Da heißt es: "Gott prüfte den Abraham." Wenn man jetzt andere Übersetzungen liest oder auch im Englischen, dann kann das ja wohl mal stehen: "Gott versuchte den Abraham." Aber können wir sagen, dass Gott Abraham versucht hätte? Gut, wenn wir Jakobus 1, Vers 13 lesen, dann wissen wir ganz klar: Gott hat Abraham nicht versucht. Denn da heißt es: "Gott versucht niemanden, denn Gott selber kann gar nicht mit Übel, mit Bösem versucht werden." Satan ist es, der, wenn dann, uns versucht, zu Fall zu bringen.
[7:32] Aber warum prüft Gott? Gott prüft uns, dass offenbar wird, was in unserem Herzen schon da ist, und das ist auch gefestigt wird, was in unserem Herzen ist.
[7:49] Lasst uns mal 5. Mose 8, Vers 2 dazu aufschlagen. 5. Mose 8 und dort Vers 2. Was heißt: "Und du sollst an den ganzen Weg gedenken, durch den der Herr, dein Gott, dich geführt hat, diese 40 Jahre lang in der Wüste, um dich zu demütigen, um dich zu prüfen, damit, wie ich gerade gesagt habe, offenbar wird, was in deinem Herzen ist, ob du seine Gebote halten würdest oder nicht." Gott hat 40 Jahre darauf verwendet, um Israel zu prüfen, und das war eine Gnadenzeit. Wir dürfen ganz dankbar sein für Gnadenzeit. Aber da hat sich auch herausgebildet, was wirklich in ihnen vorgegangen ist, ob sie sich Gott zuwenden würden, ob sie auf Gottes Seite waren, oder ob sie bei ihrem eigenen Ich stehen bleiben wollten.
[9:11] 5. Mose 13, Vers 4: "Es so sollst du den Worten eines solchen Propheten..." – als es geht darum, ob jetzt, wie man sich verhält, wenn falsche Propheten aufstehen – "...oder eines solchen Träumers nicht gehorchen; denn der HERR, euer Gott, prüft euch, um zu erfahren, ob ihr den HERRN, euren Gott, wirklich von ganzem Herzen und von ganzer Seele liebt." Gott möchte wissen, wie es um deine Liebe zu ihm steht.
[9:52] Und wenn du heute merkst: "Ich werde geprüft", dann sehe es nicht nur als einen Angriff Satans, sondern sieh es auch so, dass ich jetzt herausbilden wird, zeigen wird, ob du Gott wirklich von Herzen und von ganzer Seele liebst.
[10:14] In Psalm 26, Vers 2 finden wir jemanden, der es sogar sagt: "Prüfe mich, Herr", weil er weiß, weil er selbst schon weiß, was in seinem Herzen ist. Da heißt es: "Psalm 26, Vers 2: Prüfe mich, Herr, und Probe mich, läutere meine Nieren und mein Herz, mein Innerstes." Warum konnte David Gott sogar sagen: "Prüfe mich", und ohne sich davor zu scheuen? Weil er, wenn wir in Vers 1 schauen, sehen, dass es sagt: "Denn ich bin in meiner Lauterkeit gewandelt." David wusste von sich selbst: Ich bin bei Gott geblieben. Also Gott kann mich prüfen, und er wird nichts finden, außer seinen eigenen Werke, außer das Gute, das er selbst in mir bewirkt hat.
[11:13] Wenn wir jetzt auch noch Jeremia 17, Vers 10 aufschlagen, und ich denke, das ist wirklich wichtig, dass wir bei diesen ja, dass wir uns mit diesen Gedanken der Prüfung auseinandersetzen, denn darum geht ja unser gesamtes Thema: "Im Schmelztiegel mit Christus".
[11:31] Jeremia 17, Vers 10: "Ich, der HERR, erforsche das Herz und prüfe die Nieren, um jedem Einzelnen zu vergelten entsprechend seinen Wegen, entsprechend der Frucht seiner Taten." Sein Vers, den ich sehr gerne habe, der uns zeigt: Gott setzt sich damit auseinander, was ist in unserem Herzen. Aber das Interessante ist auch: Er macht, wenn wir durch Prüfungen gehen, die von ihm kommen, wohlgemerkt – nicht jede Prüfung kommt von Gott, darauf kommen wir später noch – aber wenn wir durch seine Prüfungen gehen, dann lässt er uns trotzdem die Wahl. Es ist nicht so, dass wir danach unbedingt auf seiner Seite sein müssen. Nein, Gott wird festigen, wofür wir uns entschieden haben. Vorher können wir noch so ein bisschen am Wackeln sein, aber dann wird sich zeigen, ob wir uns zu Gott halten, oder ob wir doch auf uns selbst vertrauen, ob wir in Sünde hängen. Es kann ganz unterschiedlich aussehen.
[12:51] In jedem Fall wird es die Prüfung entweder meine Erfahrung mit Gott und meine Beziehung mit Gott stärken oder aber auch schwächen.
[13:03] Jetzt, wenn wir zurück zur 1. Mose 22 kommen, dann sehen wir hier auch von Anfang an die Haltung Abrahams. In Vers 1 sagt er, als Gott ihn ruft: "Abraham, Abraham!" – "Ich bin hier." Und das "Ich bin hier" bin ich schon einmal darauf eingegangen, aber es lohnt sich, es immer wieder zu erwähnen. Diese Haltung: "Hier bin ich, hier, benutze mich als ein Werkzeug in deiner Hand." Diese Einstellung brauchen wir auch.
[13:39] Es gibt noch andere Menschen, die auch sagten: "Hier bin ich." Und das Interessante ist, dass es auch oft kurz vor Prüfungen war. "Hier bin ich", sagt zum Beispiel Josef zu seinem Vater Jakob, kurz bevor er auf die Reise geschickt wird zu seinen Brüdern, von der er niemals wiederkommen sollte.
[14:05] "Hier bin ich", sagt auch Samuel, bevor Gott – wir kennen oft diese schöne Kindergeschichte, aber es geht ja weiter – und Gott sagt ihm eine schwere Gerichts-Botschaft, die er Eli sagen soll. Und ich will nicht wissen, wie sich der junge Samuel gefühlt haben muss, wenn er seinem Ziehvater diese harte Worte übermitteln sollte.
[14:32] "Hier bin ich", sagt auch Jesaja in Jesaja 6, Vers 8, bevor ihm Gott ankündigt, dass er prophezeien wird, aber dass die Ohren des Volkes verstopft sein würden und sie nicht hören würden. Und wie schlimm es sich für Jesaja angefühlt haben muss, zu reden, aufzurufen, eine dringende Warnbotschaft zu haben. Und doch wusste er von Anfang an: Ja, man würde nicht auf ihn hören.
[15:08] "Hier bin ich" – das finden wir noch einmal in 1. Mose 22. "Hier bin ich", würde auch Isaak sagen, als sein Vater Abraham ihm erklärt, was jetzt geschieht, dass er von Gott Anweisungen bekommen hat, Isaaks selbst zu opfern.
[15:32] Und wenn Gott Menschen mit der Einstellung "Hier bin ich" sucht, dann bedeutet das nicht, dass der Himmel danach rosa wird. Dann bedeutet das nicht, dass danach alles gut wird. Nein, im Gegenteil. Die Beispiele, die ich gerade angeführt habe, zeigen: Wenn Gott sieht, dass du schon hingebungsvoll in seinem Dienst stehst, dann weiß er auch, dass du bereit bist, dich einer Prüfung zu unterziehen, die noch mehr festigen wird, welchen Kurs du eingeschlagen hast.
[16:09] Ich denke, das ist auch in unserem heutigen Leben vergleichbar mit Prüfungen, mit Tests. Mein Bruder zum Beispiel musste einmal einen – oder ja, stand kurz davor, einen Sprachtest zu machen. Und man musste auch Geld dafür bezahlen. Also war vorher die Überlegung: Wird er gut abschneiden können? Wenn ja, dann macht man den Test. Wenn die Chancen gering sind, dann macht man ihn natürlich nicht.
[16:46] Es ist ja auch so ähnlich, wenn man zum Beispiel sein Auto zum TÜV bringen muss, und man vorher schon schaut: Okay, habe ich gute Chancen, durch den TÜV zu kommen? Wenn mein Auto sowieso schon so kaputt ist, dann werde ich auch gar nicht erst damit beim TÜV antreten. Also, das ist so dieses Prinzip, das Gott auch immer wieder hat, dass er uns dann zu Prüfungen bringt, wenn er weiß, wir sind schon durch einiges durchgegangen.
[17:28] Auch 1. Korinther 10, Vers 13 – der ist euch bestimmt schon oft untergekommen. Er zeigt, dass – da heißt es ja: "Es hat euch bisher nur menschliche Versuchung betroffen. Gott aber ist treu; er wird nicht zulassen, dass ihr über euer Vermögen versucht werdet." Und da können wir auch mal eine andere Sichtweise auf Herausforderungen, Prüfungen und Schwierigkeiten bekommen.
[17:58] Denn manchmal, muss ich ehrlich sagen, konnte ich im Nachhinein – leider erst im Nachhinein – oft sagen: "Herr, ich danke dir, denn du traust mir ganz schön viel zu! Wenn du so eine schwere Prüfung auf mich bringst, dann muss das heißen, dass du auch ja damit rechnest, dass ich sie bestehen kann." Natürlich, weil Gott lässt keine Prüfung auf uns zukommen, die zu schwer für uns wäre. Also Gott traut uns manchmal viel zu. Wenn umso schwerer die Prüfung ist...
[18:37] So, aber jetzt wollen wir noch einmal zu Abrahams – ich habe es Abrahams Bewältigungsstrategie genannt – kommen. Was macht Abraham hier? Wie besteht er denn die Prüfung?
[18:53] Punkt Nummer eins: Er zögert nicht. In Vers 3 heißt es: "Und da stand Abraham am Morgen früh auf und sattelte seinen Esel." Wenn du Gottes Ruf nimmst, dann zögere auch nicht, zögere nicht dem Ruf zu folgen, auch wenn es vielleicht Ungewissheit, vielleicht Abenteuer für dich bedeutet.
[19:16] Im Patriarchen und Propheten heißt es: "Finster war es um Abraham, nur Gottes Gebot klang in seinen Ohren: Nimm Isaak, dein einzigen Sohn, den du lieb hast." Dem musste er gehorchen, und er wagte nicht zu zögern. Der Tag zog herauf, er musste sich auf den Weg machen. Zögere nicht, zögere nicht, Gottes Wort auszuleben, wenn er dich ruft.
[19:48] Punkt Nummer eins. Punkt Nummer zwei, den wir von Abraham lernen können, ist: Er handelt auch überlegt und vorbereitet. Wir sehen ja dann Abraham, bevor sie sich auf die Reise begeben, sattelt sein Pferd und nimmt auch etwas mit. Er nimmt seine zwei Knechte mit, er spaltet selber noch das Holz. Und so brauchen auch wir eine – Vorbereitung. Gerade in geistlichen Dingen brauchen wir eine geistliche Vorbereitung.
[20:19] Bei Elia sehen wir das zum Beispiel auch, bevor Elia zu einer großen Aufgabe gerufen worden ist, sollte er Spalte zu sich nehmen und sogar zweimal kam der Engel zu ihm, dass er dann 40 Tage lang in der Kraft dieser Speise laufen konnte. In 1. Könige 19, Verse 8, 7.
[20:44] Punkt Nummer drei, was wir von Abraham lernen können: Wir haben gesagt, er zögert nicht und er handelt überlegt und vorbereitet. Punkt Nummer drei: Er schweigt. Und dieser Punkt mag vielleicht verwundern, aber das ist ein ganz, ganz praktischer Ratschlag, den ich euch mitgeben kann. Wenn wir mit etwas zu kämpfen haben, müssen wir das nicht jedem unterbreiten.
[21:15] Wir können auch einfach darüber schweigen, bzw. darüber beten. Das ist noch das bessere. Warum schweigt er? Woher weiß ich das?
[21:23] In Patriarchen und Propheten, Seite 128, heißt es: "Als er ins Zelt zurückkehrte, trat er in Isaaks Lager, der den tiefen, ungestörten Schlaf der Jugend und der Unschuld schlief. Ein Augenblick schaute der Vater auf das liebe Gesicht des Sohnes, dann fand er sich bebend ab. Er ging zu Sarah, die ebenfalls schlief. Er sehnte sich danach, ihr sein Herz auszuschütten und die schreckliche Verantwortung mit ihr zu teilen, aber die Furcht, sie könnte ihn zurückhalten, zurückhaltend zu suchen, hinderte ihn daran."
[22:08] Und auch sonst bekommen wir ja im Geist der Weissagung den Ratschlag, zum Beispiel in "Der Weg zu Christus", Seite 145, dort am zweiten Absatz, wo es heißt: "Wenn Satan dich verunsichern möchte, solltest du nicht die leiseste Andeutung eines Zweifels oder drüben Gedanken machen, wenn du laut über deine Gefühle sprichst. Wird jeder Zweifel, den du äußerst, nicht nur auf dich selbst zurückwirken, sondern erst wie ein Same dem Leben anderer aufgeht und Früchte trägt, und du wirst die Auswirkungen deiner Worte vielleicht niemals wieder gut machen können." Abraham schweigt.
[22:54] Ich kann wirklich selbst aus meiner Erfahrung sagen, ich bin ein Mensch, der gerne so aus sich herausgeht, gerne mit Leuten teilt, wenn etwas schwer auf der Seele brennt. Aber wie oft hat mich Gott das schon belehren müssen, so dass ich lernen durfte, zuerst zu ihm zu gehen.
[23:18] Wir können so viel Sorgen und Nöte mit Gott ausmachen. Er hat doch ein offenes Ohr für uns. Erstens, der beste Ratgeber. Und eben dieser Gedanke, dass Zweifel oder auch negative Gefühle auf uns zurückwirken, sobald wir sie äußern, ist sehr wichtig in dieser Angelegenheit.
[23:52] Ja, das sind wir noch ein vierten Punkt. Abraham vergisst nicht, Gott zu dienen. Er betet an. Das klingt vielleicht simpel, aber wie oft geht es uns doch so, dass wir morgens unsere Andacht machen, dann in den Tag hineinrauschen und im Trubel der Arbeit, der Geschäftigkeit, vergessen wir zu beten.
[24:22] Abraham weiß, er ist nicht nur auf einer Mission von Gott, sondern er weiß, dass es eine Mission ist, die er mit Gott durchführen muss.
[24:34] Der fünfte Punkt, den ich hier herausarbeiten konnte, ist: Abraham schaut auf und klar. Rein physikalisch musste er aufschauen, um weiter in die Ferne sehen zu können. Aber auch für uns ist das wichtig: Aufschauen, Kopf hoch.
[24:53] In Patriarchen und Propheten heißt es hier wieder: "Auch jetzt wurde er nicht gegen Gott, sondern holte sich Kraft aus der Erinnerung an die Beweise von Gottes Güte und Treue, die er erfahren hatte." Er holte sich Kraft aus der Erinnerung an Gottes Beweise der Güte und seiner Treue. Wir dürfen uns in der Prüfung, selbst wenn wir auch in diesem Schmelztiegel vielleicht sind, dürfen wir uns Kraft holen bei Gott.
[25:34] Punkt Nummer sechs: Es gibt noch weiter. Abraham vertraut Gott. Denkt nicht nur daran, was Gott versprochen hat, sondern glaub es auch. Vertrau darauf.
[25:44] In Vers 8 sagt nämlich dann Abraham, als sein Sohn ihn fragt und diese alles bewegende Frage stellt: "Wo ist dieses Schlachtopfer?" Das sagt Abraham: "Gott wird für ein Lamm zum Brandopfer sorgen." Gott wird sorgen. Er weiß es. Er kann darauf vertrauen.
[26:17] Nummer 7 ist auch eine interessante Punkt: Abraham zieht es durch. Abraham lässt sich nicht unterkriegen. Er geht im Gebet vertrauensvoll voran, aber er zieht es auch wirklich durch. Woraus können wir das schließen? In Vers 3 heißt es: "Er ging an den..." – da stand Abraham früh auf – "...und dann heißt es am Schluss: "...macht es sich auf und ging hin an den Ort, den ihm Gott genannt hatte." Und in Vers 9 lesen wir jetzt: "Und als sie an den Ort kamen..." Klickt banal, trotzdem: Abraham hat es durchgezogen. Er ist den Weg gegangen. Er hat nicht früher aufgehört und gesagt: "Jetzt ist mein Vertrauen auf Gott aufgebraucht." Nein, er hat das gemacht.
[27:09] Und der letzte und achte Punkt, den wir hier lernen können für schwere Prüfungen in unserem Leben, ist in Vers 10 und 11 zu finden. Da merken wir, der Engel Gottes stoppt ihn. Und hätte der Engel Gottes sie nicht gestoppt, hätte Abraham das Ding tatsächlich durchgezogen. Aber er achtet auf Gottes Ruf. Und das dürfen wir nicht vergessen. Wir dürfen nicht einmal etwas gehört haben, für richtig verstanden haben und dann einfach so umsetzen, sondern wir müssen immer noch offen sein, dass Gott uns jederzeit korrigieren kann und es jederzeit etwas sagen kann.
[28:00] Das soweit zu Abrahams Bewältigungsstrategie in Prüfungen. Er hat die Prüfung bestanden, und wir haben heute dieses wunderbare Zeugnis in unseren Bibeln zu lesen. Studiert es auch noch einmal.
[28:17] Kommen wir zum Montag, zu Hosea 2. In Hosea 2 geht ein Wort, ja, ein weniger geht es, wo es heißt: "Und doch wird die Zahl der Kinder Israels werden wie der Sand am Meer." Das ist so ziemlich mittendrin in der Geschichte, wo es war der Rahmen. Nun, in Kapitel 1 erfahren wir das für sehr als Bild für die Beziehung zwischen Gott und Israel. Eine ... zur Frau nehmen sollte. Sie hieß Gomer. Und ja, war Prostituierte. Und jetzt heißt es ab Vers 4: "Weist eure Mutter zurecht", das heißt, der bildliche Ausspruch er geht an die Kinder, Kinder von Gomer. "Weist eure Mutter zurecht, weist sie zu Recht, denn sie ist nicht meine Frau und ich bin nicht ihr Mann, damit sie ihre Hurerei von ihrem Angesicht wegschaffe und ihre ehebrecherei von ihren Brüsten..."
[29:30] und ihre Ehebrecherei von ihren Brüsten. Sonst werde ich sie nackt ausziehen und sie hinstellen, wie sie am Tag ihrer Geburt war, und sie der Wüste gleich machen, einem dürren Land, und sie sterben lassen vor Durst.
[29:50] Drastische Verse, ein drastisches Bild, das hier gemalt wird. Aber es ist interessant, was alles da drin steckt.
[30:00] Interessant ist schon mal, dass es heißt: "weiß sie zurecht" – dieses Verb hier im Hebräischen, "Rewe", kann auch "anpacken" heißen, es kann auch "streiten" heißen, "Gerangel", "Auseinandersetzung", "Flehen". Fleht eure Mutter an. Und vielleicht hat das dann ein bisschen eine andere Nuance, wenn es nicht nur so "weiß sie zurecht" heißt, sondern auch "fleht sie an". Hier geht es darum, sie wirklich umzustimmen.
[30:33] Dieses "Tut das sonst" oder "Siehst du, sie soll umkehren, sonst wird etwas passieren" erinnert mich sehr stark an das Offenbarungsseminar, das wir jetzt vor kurzem hatten. Ich kann das gerne mal mit Offenbarung 2, Vers 5 vergleichen, wo Gott auch sagt: "Tut die ersten Werke, sonst komme ich rasch über dich."
[31:05] Vers 5 ist jetzt ganz faszinierend, und hier möchte ich mit euch ein bisschen weiter ausholen. Denn ihr wisst, dass manchmal ist es ja so, dass in der Bibel etwas sehr komprimiert steht, und wir finden jetzt eine andere Stelle, wo das Ganze ein bisschen auseinandergezogen wird, und zwar in Hesekiel 16.
[31:24] Die Parallelen zwischen Hosea 2 und Hesekiel 16 – bitte lest es auch zu Hause nach – die sind so stimmig und es ist so flächig, dass man die beiden eigentlich unschwer alleine lesen kann.
[31:47] In Vers 7 heißt es ja: "Denn ihre Mutter hat Hurerei getrieben. Diese Geborgenheit bedeckte sich mit Schande, denn sie sprach: Ich will meinen Liebhabern nachlaufen, die mir mein Brot und Wasser geben, meine Wolle, mein Flachs, mein Öl und meinen Trank."
[32:06] Und wenn wir jetzt hier Hesekiel 16 aufschlagen, da finden wir hier auch das Bild, erstmal nur von einem Baby, das ist erstmal sogar von einem Baby, das ist noch gar keine Frau.
[32:22] "Ich werde dich dann machen wie am Tag deiner Geburt." Das weist auf dieses Bild hin, das wir in Vers 4 und 5 lesen.
[32:34] Ihr seht Hesekiel 16:4 und 5: "Und mit deiner Geburt verhielt er sich so, einem Tag, als du geboren wurdest, ist dein Nabel nicht abgeschnitten worden, du bist auch nicht im Wasser gebadet worden zu deiner Reinigung, man hatte dich nicht mit Salz abgerieben, noch in Windeln gewickelt. Niemand hat mitleidig auf dich geblickt, dass er etwas derartiges für dich getan und sich über dich erbarmt hätte. Sondern du wurdest auf das Feld hinausgeworfen, so verachtet, bei den Leben am Tag deiner Geburt."
[33:14] Und wenn wir das jetzt mit Hosea 2, Vers 5 vergleichen, dann merken wir: "Sonst werde ich sie nackt ausziehen und sich hinstellen, wie sie am Tag ihrer Geburt war." Das ist so die letzte Konsequenz.
[33:30] Eigentlich schwingt in Hesekiel 16 sehr viel Mitleid mit.
[33:35] Ja, von Jerusalem, in dem Fall also sinnbildlich gesehen, und er hat schon Mitleid. Er sagt: "Da war niemand, da war niemand, der sich über dich erbarmt hätte."
[33:59] Aber in Hosea 2 muss er dann sagen: "Wenn du dich nicht änderst, dann wird es wieder so sein wie am Anfang, als du verlassen und verloren warst."
[34:12] Und dann sehen wir weiter in Hesekiel 16, dass Gott – auch, also ja, Gott, als er Jerusalems sieht, ist gar nicht so da liegen lassen kannst, sondern ihr nehmt dieses Baby mit. Er wäscht es, er legt ihm Kleidung an, er gibt ihm etwas zu essen.
[34:33] Und in Vers 13 heißt es dann letztendlich: "Du hast Weißbrot und Honig und Öl gegessen, und du wurdest überaus schön und brachtest es bis zur Königswürde." Soweit hat Gott Jerusalem erhoben.
[34:56] Aber dann in Vers 27 lesen wir davon, dass Gott die Kost wieder wegnimmt und dass er sie wieder den Mutwillen der Feinde preisgibt. Was ist in der Zwischenzeit passiert?
[35:16] Jerusalem hat genommen, was sie hatte, sie war schön geworden und hat gedacht, es ist meins und hattest du verwendet, als ob es ihr es wäre.
[35:29] Damit auch das wird dann ausführlich beschrieben.
[35:38] Und in den Versen 32 und 33 sagt Gott auch noch: "Du hast nicht mal den Lohn einer bekommen, du hast nicht etwa nicht mal etwas dafür bekommen, sondern du hast auch noch diesen Lohn abgegeben. Dabei hättest du es gar nicht gebraucht."
[35:56] Auch in Hosea 2, wenn wir da zurückgehen, Vers 14, da lesen wir: "Ich will auch ihren Weinstock und ihren Feigenbaum verwüsten, von denen sie sagt: Das ist der Lohn, den mir meine Liebhaber gegeben haben. Ja, ich will sie in eine Wildnis verwandeln, dass ich die Tiere des Feldes davon nähren sollen."
[36:22] Da merken wir auch wieder: Gott oder Israel, für die sie sind, bildlich steht, denkt: "Das habe ich geschenkt bekommen" bzw. "Das ist meins." Dabei haben sie nicht gesehen, sowohl im Fall von Hesekiel 16 als auch Hosea 2, dass Gott der alleinige Geber war und Gott auch wieder derjenige wäre, den sie damit ehren sollten.
[36:54] Und in Hosea 2, Vers 17 lesen wir dann, dass Gott die Tage der Jugend wiederherstellen möchte.
[37:02] Vor was wir auch in Hesekiel 16 lesen, dort Vers 43, wo es heißt, dass wieder die ersten Werke getan werden soll.
[37:12] Wie in den Tagen der Jugend. Und das erinnert wiederum an Offenbarung 2, Vers 5. Wie gesagt, studiert es.
[37:25] Was ist jetzt die Lösung in beiden Fällen?
[37:33] In Hosea 2 und dort die Verse 18 bis 22 merken wir: Ich werde das jetzt nicht lesen, lest es zu Hause selbst mit. Dass er sagt, dass Gott sagt: "Ich will dich mir verloben auf ewig. Ich will dich mir verloben in Gerechtigkeit und Recht, die Gnade und Erbarmen. Ja, ich will dich mir verloben in Treue, und du wirst den Herrn erkennen."
[37:59] Gott möchte seinen Bund wieder mit Israel aufrichten, und zwar nicht wie es vorher war, schon wo schon ein Bund da war, eine Zugehörigkeit, sondern er möchte jetzt einen ewigen Bund der Treue. Er möchte nicht, dass dieses Szenario sich wiederholt, sondern er will eine fortwährende Beziehung mit seinem Volk.
[38:27] Und auch in Hesekiel 16 und dort die Verse 60, 62 und dann noch den Schluss in Vers 63 lesen wir in Vers 62: "Aber ich will meinen Bund mit dir aufrichten, und du sollst erkennen, dass ich der HERR bin, damit du daran denkst und dich schämst und verschäm den Mund nicht auftust."
[38:49] Auch hier möchte Gott wieder seinen Bund erneuern.
[38:53] Und ich lade dich ein, dass du noch einmal Hosea 2 und Hesekiel 16 liest für dich in deinem persönlichen Studium.
[39:03] Und dann frag dich: An welcher Stelle in der Beschreibung von Gottes Volk befindest du dich gerade? Fühlst du dich vielleicht verloren und einsam und verlassen und erkennst dich in dem Kind auf dem Feld in Hesekiel 16 wieder, das so da liegt und völlig hilflos ist?
[39:27] Oder merkst du, wie Gott dich gerade für Königswürde erhebt, wie Gott dich mit Brot und Milch und Honig sättigt? Das ist ja nichts fehlt.
[39:46] Es mag aber auch sein, dass du diese Erfahrung schon hinter dir hast, lange im Glauben vielleicht stehst, aber merkst: In manchen Bereichen habe ich wie das abtrünnige Israel mich von Gott entfernt, habe seine Gaben für mich oder für andere benutzt.
[40:11] Ob du deinen eigenen Neigungen da nachgegeben hast, ob du schlechte Gewohnheiten gehackt hast, ob du dich auf Menschen verlassen hast statt auf Gott, oder eben die Gaben Gottes zu deinem eigenen Stolz und Vorteil verwendet hast.
[40:35] Gottes Botschaft an dich ist: Er möchte seinen Bund mit dir aufrichten.
[40:40] Er möchte einen ewigen Bund mit dir machen, ein Bund der Treue, der beidseitig beruht. Und wir wissen, Gottes Treue liegt es noch an dir.
[40:54] Wir wollen uns auch noch dem Dienstag widmen.
[40:57] Und zwar spricht Dienstag von der Geschichte in Hiob 1.
[41:11] Es wird wohl in kaum einem Kapitel so sichtbar, was sich im Himmel abspielt. Und das ist schon die erste Lektion, die wir aus Hiobs Geschichte hier auf eins mitnehmen dürfen.
[41:25] Oft sehen wir Probleme, oft sehen wir Prüfungen, und wir sehen das so in unserem eigenen Kanal, dass wir selbst darauf schauen und uns das Sehen und das Problem, und wir wissen nicht, wie soll ich das lösen? Wo es überhaupt Gott?
[41:47] Das mag sein, dass es da noch eines Faires drüber gibt, das gerade Jesus mit Satan um deine Seele kämpft, dass Jesus um deinen Glauben kämpft. Lass das nicht außer Acht.
[42:04] Schau auch darauf, dass du, der du dich im Zeichen Gottes nennst, gläubig nennst, Christ, dass du hier Gottes Namen Ehre machen sollst. Es geht nicht nur um dich, es geht darum, dass das ganze Universum sieht uns Menschen als Spektakel. Sie schauen uns zu und sie bangen, darum wird es sich für Jesus entscheiden, wird dann Jesus festhalten, auch wenn die Prüfung so schwer ist. Lass das nicht außer Acht.
[42:38] Interessant ist in dem hier eins und auch da werden wir wieder nicht alle Verse lesen.
[42:46] In Hiob 1 und dort ab Vers 6 heißt es: "Es geschah aber eines Tages, dass die Söhne Gottes vor den Herrn traten, und unter ihnen kam auch der Satan." Der sprach: "Herr und Satan, wo kommst du her?" Und der Satan antwortete dem Herrn und sprach: "Vom Durchstreifen der Erde und vom Umherwandeln darauf."
[43:12] Wir kennen das gut, dass jetzt auch Gott zu Satan sagt: "Hast du auf meinen Knecht hier geachtet?" Und das ist interessant, was Satan daraufhin sagt.
[43:25] Er sagt ab Vers 9: "Ist hier umsonst gottesfürchtig? Hast du nicht ihn und sein Haus und alles, was er hat, ringsum eingehegt?"
[43:37] Und es ist eingehegt. Wird auch an anderer Stelle übersetzt mit: "Hast du nicht eine Hecke um ihn herum gemacht?"
[43:47] Ich hoffe, ihr habt jetzt schon Hosea 2 aufmerksam gelesen, denn in Hosea 2, Vers 8 heißt es, dass Gott Dornen und Hecken um, ja, um diese Treulose herum machen wird, dass sie nicht mehr ihren Liebhabern nachgehen kann.
[44:08] Und hier ist es eher wie eine Mauer, die sie jetzt zurückhält, wo sie eigentlich durch möchte. Und in Hiob 1, das ist wirklich interessant, sagt jetzt Satan: "Naja, hier finde ich nicht, weil du ihn so gut eingehegt hast, weil du diese Hecke jetzt zum Schutz um ihn herum gemacht hast."
[44:39] Zum also einmal ist es ja wie gesagt ein Schutz, und einmal wird es aber so als Zwang dargestellt.
[44:46] Und da kommt es auf den Blickwinkel an. Da können wir uns selbst auch fragen, wie ist das vielleicht mit Gottes Gesetz? Nämlich, ist das Schutz oder nehme ich es als Zwang wahr?
[45:02] Weil schon allein, wie wir darauf schauen, zeigt uns eigentlich, was in unserem Herzen ist, wie wir Gott gegenüberstehen.
[45:15] Also, was lesen wir dann jetzt noch in der Geschichte von Hiob? Was trägt sich dazu? Hier verliert 5000 Joch Rinder, 500, ja auch Rinder, Entschuldigung, 500 Esel und die Knechte dazu. Dann kommt schon der zweite Bote, der ankündigt: 7000 Schafe mit Knechten sind gestorben. Und dann, als er gerade noch spricht und hier vielleicht noch dabei ist, diese schwere Nachricht zu verarbeiten, kommt und der nächste Bote und sagt: 3000 Kamele und Knechte dahin. Dann kommt die letzte Nachricht, was heißt: Sieben Söhne und drei Töchter.
[46:01] Hiob hat so viel verloren, ja, hat so viel verloren, und es scheint, als ob es gar nicht mehr aufhört. Es scheint, als ob er noch gar nicht aus der einen Misere rauskommen kann, da kommt schon die nächste. Das wird uns ein bisschen angedeutet, weil es immer wieder heißt in Vers 16 und in Vers 17 und fast 18: "Während dieser noch redete, kam ein anderer."
[46:25] Was zeigt uns das? Es ist auch nicht so, dass wir ein Recht darauf hätten zu sagen: "Okay, ich mache gerade etwas Schweres durch, lasst mich mal alle in Ruhe." Wisst ihr, es gibt nämlich Menschen, ich sage das deswegen, es gibt Menschen, die sagen: "Ich habe gerade so viel eigene Probleme in meinem Leben, ich kann mich jetzt gerade nicht um dein Wohl kümmern, ich kann mich jetzt gerade nicht darum kümmern, irgendetwas in der Gemeinde zu machen, ich muss erstmal mit mir selbst fertig werden."
[47:10] Aber das Buch Hiob lehrt uns: Nein, nein, wir müssen standhaft bleiben, auch wenn eins über das nächste kommt.
[47:22] Und hier Hiobs Reaktion darauf wird nicht umsonst ein Fokus gelegt. Ist sehr interessant.
[47:28] Hiob sagt: "Nackt bin ich aus dem Leib meiner Mutter gekommen, nackt werde ich wieder dahin gehen." Er hat sein sehr demütiges, sehr unterwürfiges Verhalten eigentlich in dem Moment verlegt.
[47:46] Jetzt ist nicht er im Mittelpunkt hier, der Leidtragende, um den sich alles sorgen müssen, sondern er weiß: Nein, ich habe eigentlich nichts vorzubringen. "Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen. Der Name des Herrn sei gelobt."
[48:05] Das ist ein Ausspruch, der ist sehr bekannt, für oder für den ist hier auch sehr bekannt. So müssen wir sagen.
[48:16] Und trotzdem zeigt er, also, wenn wir uns darüber mehr Gedanken machen, dann zeigt er eigentlich von Hiobs Beziehung zu Gott. Ich habe das damals bei Abraham schon so betont, die hatten viel, sowohl Abraham als auch Hiob waren wohlhabende Männer.
[48:33] Aber ich glaube, Hiob hat sich darin gezeigt, dass es immer als ein Geschenk Gottes angesehen haben. Die waren nicht wie die in Hosea oder in Hesekiel, wo die gesagt haben: "Oh, ich bin schön, ich bin gut" und vergessen haben, dass Gott ihnen das alles gegeben hat. Nein, sie können immer noch sagen:
[48:54] "Es sollte mich in des Herrn Hand sein. Gott soll darüber verfügen." Bei all dem sündigte hier nicht. Und das verhielt sich nicht ungewöhnlich gegen Gott.
[49:13] Nein, hier war zwar in einem Tief, aber nein, er hat sich nicht von Gott abgewendet oder Gott schlecht gemacht. Er hat nicht gegen Gott geklagt.
[49:31] Und da frage ich mich: Bin ich in so einer Lage wie hier? Die meisten Tiefen in meinem Leben sind damit nicht zu vergleichen.
[49:44] Und doch bin ich manchmal versucht, vielleicht zu sagen: "Herr, warum hast du das zugelassen?" Wir haben nicht dieses Recht zu klagen.
[50:00] In erster Petrus 5, den wollen wir nachschlagen.
[50:12] Ja, genau, da heißt es: "So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöht zu seiner Zeit. All eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch."
[50:25] Das heißt, wenn wir klar merken, dass es eine Prüfung, die von Gott kommt – das ist nicht leicht manchmal zu unterscheiden, das gebe ich auch zu – aber wenn wir merken: Okay, hier wird mein Glaube geprüft, dann sollen wir uns unter Gott demütigen. Nicht meinen: "Habe ich das verdient? Wer sind wir, dass wir so etwas sagen könnten?" Nein.
[50:48] Gott wird uns wieder zu seiner Zeit erhöhen, und er weiß, wann der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist.
[50:59] So, wir müssen ein bisschen, ich habe sehr viel Zeit jetzt mit Abraham noch einmal zugebracht, aber das ist, glaube ich, wichtig. Es ist ein bisschen auch im Tempo anziehen. Zweiter Korinther 1, Verse 3 und 4 war in der Lektion angegeben, und ich möchte nicht drum herumkommen, sie zu lesen.
[51:19] Zweiter Korinther 1, Verse 3 und 4.
[51:26] "Genau das sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus."
[51:34] Ich da, das war der erste. Zweiter Korinther 1, Vers 3: "Gelobt sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott aller Tröstung, der uns tröstet in all unserer Bedrängnis, damit wir die trösten können, den allerlei Bedrängnis sind, durch den Trost, mit dem wir selbst von Gott getröstet werden." Ein Vers, der es wert ist, auswendig gelernt zu werden.
[52:10] Hier sagt Paulus: Gott hat uns getröstet, damit wir andere trösten können. Er weiß, er geht durch Schweres hindurch, aber er hat hier eine Lektion zu lernen, die nicht nur für ihn gedacht ist, sondern auch für seine Geschwister, die Menschen um ihn herum.
[52:31] In Jesaja 40, Vers 1 werden wir auch aufgerufen, Gottes Volk zu trösten.
[52:39] Und in Johannes 14, Verse 16 bis 18 lesen wir, wie Jesus sagt, dass der Heilige Geist kommen wird. Und wir kennen das gut: Erst tröster, er ist ein Beistand für uns. Aber was wird der Heilige Geist darüber hinaus tun? Das lesen wir in Johannes 14.
[53:13] Vers 17: "Den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie beachtet ihn nicht und erkennt ihn nicht. Ihr aber kennt ihn, denn er bleibt bei euch und der wird in euch sein."
[53:31] Und noch in Vers 16 heißt es: "Ich will den Vater bitten, und er wird durch einen anderen Beistand geben, dass er bei euch bleibt in Ewigkeit."
[53:41] Also, der Heilige Geist ist nicht nur gegeben, dass er kurze Zeit bei uns ist, sondern dass er auch wirklich bleibt. Und darüber hinaus wird er uns lehren.
[53:52] Der Heilige Geist tröstet und belehrt uns, und durch so manches, durch so manche Trübsal müssen wir hindurchgehen, um dann auch die Lektionen daraus mitnehmen zu können.
[54:09] Und jetzt kommen wir zu einem Vers, der für mich mit einer großen Erfahrung, ja, einer von großen Erfahrungen zusammenhängt. Einer meiner absoluten Lieblingsverse.
[54:20] Lukas 22. Lukas 22. Man meint, es ist eine Begebenheit, das ist ja auch richtig so. Aber da sagt Jesus etwas Entscheidendes in Vers 31.
[54:39] Wir finden hier nämlich diese gleiche Lehre von erster Korinther. Jesus spricht: "Simon, Simon, siehe, der Satan hat euch begehrt, um euch zu sichten wie den Weizen. Ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhöre. Und wenn du einst umgekehrt bist, so stärke deine Brüder."
[55:03] Das kann gut sein, dass ich diesen Vers schon oft erwähnt habe, weil er so wertvoll ist in meinen Augen.
[55:12] Das ist diese Situation, wo Jesus schon weiß, Petrus, also das ist Simon hier, wird ihn verleugnen. Und Jesus sagt: "Satan ist an dir dran, Satan rüttelt an dir, der will dich haben, der will euch sichten wie Weizen." Interessant, wie Weizen. Das heißt, eigentlich müsst ihr gut durchkommen.
[55:39] Und dann sagt aber Jesus etwas sehr Mutigendes, Ermutigendes: "Aber ich habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhöre. Und wenn du einst umgekehrt bist, so stärke deine Brüder."
[55:53] Und ich habe vor kurzem die Erfahrung gemacht, da hatte ich ja mit einer Sache zu kämpfen, zwischenmenschlichen Sache, die mich sehr heruntergezogen hat.
[56:09] Und das hat mich so beschäftigt, dass ich immer wieder diesen Vers genommen habe und gesagt habe: "Heiland, bete für mich, bitte für mich, dass mein Glaube nicht aufhört, weil das ist, das treibt mich so um. Bete für mich, dass mein Glaube nicht aufhört."
[56:27] Und jedes Mal, wenn ich das so in der Verzweiflung und im Gebet vorgebracht habe, da war es wie als ob Gott diesen Vers in meinem Kopf vervollständigt hätte und er hat immer gesagt: "Und wenn du einst umgekehrt bist, so stärke deine Brüder."
[56:49] Wenn ich so: "Ja, ja, das das steht da, richtig so geht der Vers. Und wieder kam ich zu Gott und hat gesagt: Heiland, bete für mich, dass mein Glaube nicht aufhörte. Und wenn du einst umgekehrt bist, so stärke deine Brüder." Ja, ja, das ist wahr.
[57:06] Und das, was so als ich diese, aus diesem Kampf heraus kam, sage ich jetzt mal, als ich diese Sache überwunden hatte, kurze Zeit später bekomme ich einen Anruf.
[57:20] Und die Frage war: "Kannst du da und da predigen?"
[57:30] Und gleich kam mir der Gedanke in den Sinn: "Herr, das ist mal wieder so typisch für dich, weil in meiner Erfahrung ist oft so, war, dass wenn ich das gerade, wenn mich Gott aus der Gruppe herausgeholt hatte, er immer eine Aufgabe für mich hatte."
[57:50] Und ich habe gesagt: "Herr, so typisch das ja, das ist einfach nur du." Und dann kam mir wieder dieser Vers in den Sinn.
[58:02] Was heißt: "Und wenn du einst umgekehrt bist..." Das heißt auch so viel wie: Wenn du...
[58:06] ... bist, so stärke deine Brüder.
[58:11] Und ihr könnt euch vielleicht vorstellen, ich war sprachlos.
[58:25] Du hast, Herr, du hast mich hier belehrt. Ich habe immer gesagt: "Ja, ja, so so geht der Vers, ich will ihn trotzdem in Anspruch nehmen." Und jetzt sagst du mir hier, ich soll meinen Brüdern stärken, und ich durfte...
[58:36] meinen Brüdern stärken und ich durfte dann wirklich eine Predigt in meine Heimatgemeinde halten, genau über das Thema, mit dem ich vorher so zu kämpfen hatte. Und das war gesegnet. Ich kann Gott wirklich nur dafür danken. Manchmal ist es so, dass er weiß, wie er uns zu packen hat.
[59:02] Jesaja 43 ist wirklich auch wertvoll. Es ist so wertvoll, dass man das ganze Kapitel am besten auswendig lernen kann. Denn dort zeigt uns Gott, wer er ist und auch, wie viel wir ihm bedeuten.
[59:26] Und ja, ich möchte noch ein paar kurze Worte darüber verlieren. In Vers 1 sagt Gott: "Fürchte dich nicht." Dieser Ausspruch "Fürchte dich nicht" kommt in der Bibel oft vor und sagt uns einfach nichts anderes, als du brauchst keine Angst zu haben. Warum? Weil er unser Schöpfer ist. So spricht der HERR, der dich geschaffen hat, Jakob, der dich gebildet hat. Er kennt uns genau. Er weiß, wie wir ticken, könnte man sagen. "Ich habe dich bei deinem Namen gerufen." Erinnert uns auch wieder an Samuel, wo Gott den Samuel ruft und ihn beruft. Und Samuel später dann in seinem Leben immer wieder von dieser Erfahrung sicherlich zehren kann.
[1:00:22] Auch für uns mag es schwierige Aufgaben geben, aber wichtig ist es zu wissen, ob diese Aufgabe von Gott gegeben worden ist.
[1:00:38] Vers 2, da kommt uns gleich vor Augen diese Erfahrung von Daniel und seinen Freunden im Feuerofen, wo es dann heißt: "Wenn du durchs Feuer gehst, so sollst du nicht versenkt werden, und die Flamme soll dich nicht verbrennen." "Ich werde mit dir sein", heißt es dann noch weiter.
[1:01:02] Da können wir sehen, wie Gott zu uns Menschen steht, dass wir wert geachtet in seinem in seinen Augen sind.
[1:01:13] Und Vers 3 ist vielleicht noch etwas, was wir auch durchdenken sollten. Denn Gott sagt, er wird Menschen und Völker für Israel geben. Wie viel mehr hat es dann zu bedeuten, dass er Jesus gegeben hat, ein Leben für ein Leben. Jetzt hat sein Leben gegeben, dass du in Ewigkeit leben kannst.
[1:01:46] Wenn wir das, das war jetzt nur so ein Abriss von dem, was wir aus Jesaja 43 herausholen können. Und da können wir so viel Trost und Stärkung finden. Ich wünsche dir, dass du das wirklich noch mal selbst durchdenkst, dass du da noch mehr Schätze draus graben kannst. Denn Gott hat auch einen Plan mit dir. Und Gott hat auch dich wert geachtet.
[1:02:22] Mit ja, mit einem Zitat aus dem Weg zu Christus. Aber die Dornen und Disteln, spricht die Schwierigkeiten und Widrigkeiten des menschlichen Lebens, die ihm mühsame Arbeit, so wie Sorgen und Kummer, Beschwerden, sollten letzten Endes nur zu seinem Besten dienen. Gott hatte einen Plan, wie er mit wie er den Menschen aus dem Verderben und der Erniedrigung, die die Sünde mit sich gebracht hatte, wieder emporheben wollte.
[1:02:55] Und jetzt ein interessanter Satz: Alle Beschwerlichkeiten gehören zum pädagogisch notwendigen Teil der Schule Gottes. Es ist eine Schule, unser Leben ist eine Schule, und es mag sein, dass es Prüfungen gibt, die uns Gott auferlegt, so wie es bei Abraham war. Es mag sein, dass es Prüfungen gibt, die aus dem großen Kampf, der im Himmel herrscht, heraus entstehen, so wie es bei hier auf der Fall war. Es mag aber auch sein, dass unser Leben beschwerlich ist und entbehrlich ist, weil wir, wie es in Hosea und Hesekiel 16 der Fall war, wir in die Irre gelaufen sind aus eigenen Stücken.
[1:03:39] Und doch, in jedem Fall, dürfen wir wissen, es sind in Gottes Schule. Er möchte uns nur etwas beibringen. Er möchte uns lehren, wie er ist, wer wir sind. Er möchte uns von der Sünde in diesen Schmelztiegel reinigen. Wollen wir bereit dazu zu sein?
[1:04:01] Lasst uns noch gemeinsam beten. Herr, wenn wir fertig kommen, dann lass uns mit David sagen können: "Erforsche mein Herz, Vater." Wir wollen nicht einfach nur gut aus Prüfungen herauskommen. Wir wollen nicht nur, dass du uns hilfst in unserem Leben, sondern wir wollen auch die Lehren aufnehmen, die du uns dadurch zu sagen hast.
[1:04:38] Ja, wir haben uns heute ausführlich damit beschäftigt, wie Abraham die Prüfung bestehen konnte. Und ich bitte dich, dass du dieses Konzept, dass wir nicht zögern, dass wir uns geistlich vorbereiten, dass wir aber auch das Gebet und die Beziehung zu dir nicht vernachlässigen, und zwar Vertrauen auf dich setzen. Ja, dass wir schweigen im richtigen Moment und auch, dass wir auf dich hören und von dir etwas sagen lassen. Lass uns das auch so ausleben.
[1:05:19] Ich bitte dich, Herr, dass du uns als deine treuen Diener annimmst und uns auch aus schlechten Erfahrungen wachsen lässt. Herr, lass uns mehr und mehr in dein Ebenbild verwandelt werden. Ich danke dir, dass das deine Absicht ist und dass du sie auch ausführen wirst. Amen.