Christ Study Hour – Das Buch Josua: 12. Gott ist treu!
Nico Osburg · Christ Study Hour 2025 Q4: Das Buch Josua ·Themen: 2. Timotheus, 5. Mose, Bibel, Bibelstudium, Josua, OffenbarungWeitere Aufnahmen
Serie: Christ Study Hour 2025 Q4: Das Buch Josua
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Transkript
[0:34] Hallo und herzlich willkommen zu unserer Christ Study Hour mit dem Thema „Gott ist treu!“. Aber zu Beginn möchte ich mit euch ganz gerne noch einmal beten.
[0:48] Himmlischer Vater, großer, mächtiger Gott, lieber Heiland, ich möchte dir danken für die Möglichkeit, dass wir dein Wort studieren dürfen, auch in diesen Zeiten. Und wir sehen um uns herum, wie wichtig es ist auch, ja, dir nachzufolgen in deinem Wort und auch die Sicherheit zu haben.
[1:04] Und so bitte ich dich, dass du mir jetzt die Lippen salbst, dass du mir deinen Heiligen Geist schenkst, dass ich mich nicht für wichtig halte, sondern dass du erhöht wirst und dass du, Herr, zu den Herzen dieser Menschen sprichst, die das später ansehen werden. Herr, wir wollen dich loben und wir wollen dich preisen und dir danken für deinen Tod und deine Auferstehung, Herr Jesus, und dass du treu bist in Ewigkeit. So loben wir und preisen deinen Namen, Herr. Amen.
[1:38] Der Schlüsseltext zu dieser Lektion steht in Josua 21, Vers 45, und dort heißt es: „Es war nichts dahingefallen von all dem guten Wort, das der Herr dem Hause Israel verkündigt hatte. Es war alles gekommen.“
[2:02] Gottes Treue ist der feste Grund unserer Hoffnung und zugleich der ernste Ruf, ihm mit ungeteilter Liebe treu zu bleiben.
[2:16] Ein Satz, der trägt, der trägt, wenn er ernst wird. Manche Worte sind so gebaut, dass sie in Krisen nicht zerbrechen. John F. Kennedy hat in seiner Amtsantrittsrede einen Gedanken formuliert, der wie ein moralischer Kompass klingt, nicht nur politisch, sondern auch menschlich.
[2:33] Er sagte schließlich: „Ob ihr Bürger Amerikas seid oder Bürger der Welt, fordert von uns hier dieselben hohen Maßstäbe an Stärke und Opferbereitschaft, die auch wir von euch verlangen. Mit einem guten Gewissen als unserer einzigen sicheren Belohnung und mit der Geschichte als dem endgültigen Richter über unsere Taten. Lasst uns aufbrechen, um das Land zu führen, das wir lieben, indem wir um seinen Segen und seine Hilfe bitten, wohlwissend, dass Gottes Werk hier auf Erden wahrhaft unser eigenes sein muss.“
[3:18] Da steckt etwas drin, nämlich Verantwortung statt Bequemlichkeit, Treue statt Momentbestimmung und die Einsicht: Gottes Werk ist nicht irgendwo da oben, sondern will hier unten Gestalt gewinnen durch Menschen, die Gott vertrauen.
[3:42] So geht es auch Josua. Er ist alt, er spürt das Ende und er weiß, jetzt entscheidet sich nicht nur das, was Israel hat, sondern ob Israel auch bleibt. Josua schaut zurück und er sieht: Gott hat gehalten. Und dann schaut er nach vorn und sagt: „Wenn ihr leben wollt, wie Gott euch gedacht hat, dann hängt euch an ihn mit ganzer Liebe.“
[4:10] Lass uns heute in der Sabbatschule abarbeiten, nicht nur eine trockene Lektion, sondern viel mehr so als einen Weg. Und diese vier Punkte will ich euch kurz nennen.
[4:25] Und der erste Punkt ist Gottes Treue in der Vergangenheit: Alles ist eingetroffen. Der zweite: Gottes Treue in der Gegenwart: Er kämpft, aber ihr bleibt verantwortlich. Und drittens: Gottes Treue in der Zukunft: Segen und Gericht sind beides ernst. Unsere Antwort ist der vierte Punkt: Haltet an Gott fest und liebt ihn von ganzem Herzen.
[4:57] Zum ersten Punkt: Alles ist eingetroffen. Treue, die man zählen kann. Lasst uns in Josua 21, Verse 43-45, lesen. Dort heißt es:
[5:15] „So hat der Herr Israel das ganze Land gegeben, das er geschworen hatte, ihren Vätern zu geben, und sie nahmen es ein und wohnten darin. Und der Herr gab ihnen Ruhe rings umher, ganz wie er ihren Vätern geschworen hatte. Und keiner ihrer Feinde widerstand ihnen, sondern alle ihre Feinde gab er in ihre Hände. Es war nichts dahingefallen von all dem guten Wort, das der Herr dem Hause Israel verkündigt hatte. Es war alles gekommen.“
[5:42] Josua 21,43-45 ist wie ein Siegel unter dem ganzen Buch. Gott gab das Land. Gott gab Ruhe. Gott gab die Feinde in ihre Hand. Und dann dieser Satz: Nicht eine einzige Verheißung blieb unerfüllt. Sie trafen alle ein. Die hebräische Betonung ist bemerkenswert. Immer wieder dieses Wort „alles“. Das ist nicht poetische Übertreibung, sondern theologische Absicht. Israel soll nie vergessen, wem es sein Erbe verdankt: Nicht der Strategie, nicht Überlegenheit, nicht Heldentum, sondern Bundestreue.
[6:32] Und hier wird es sofort evangeliumsklar. Was Israel beim Land erlebt, erleben wir in der Erlösung. Paulus drückte es einmal so aus: „Aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben. Gottes Gabe ist es.“
[6:52] Und Gottes Treue bedeutet auch, er trägt Verantwortung für das, was er versprochen hat. Aber genau hier lauert ein Missverständnis. Wenn Gott treu ist, könnte man denken, na ja, dann ist ja alles sicher, egal wie ich lebe. Und darum führt Josua uns vom Rückblick in die Gegenwart.
[7:15] Ein Zeichen der Fürsorge. Der zweite Punkt: Der Herr hat für euch gekämpft. Treue heißt nicht Passivität. In Josua 23, Verse 1-5, heißt es:
[7:28] „Und nach langer Zeit, als der Herr Israel Ruhe gegeben hatte vor all seinen Feinden rings umher und Josua nun alt und hoch betagt war, berief er ganz Israel, seine Ältesten, Häupter, Richter und Amtsleute und sprach zu ihnen: ‚Ich bin alt und hoch betagt, und ihr habt alles gesehen, was der Herr, euer Gott, getan hat und allen diesen Völkern vor euch her; denn der Herr, euer Gott, hat selber für euch gestritten. Seht, ich habe euch diese Völker, die noch übrig waren, durchs Los zugeteilt, einem jeden Stamm sein Erbteil, alle Völker, die ich ausgerottet habe, vom Jordan bis zum großen Meer, wo die Sonne untergeht. Und der Herr, euer Gott, wird sie vor euch ausstoßen und vor euch vertreiben, und ihr werdet ihr Land einnehmen, wie es euch der Herr, euer Gott, zugesagt hat.‘“
[8:31] Josua 23 beginnt mit einem sehr menschlichen Bild. Der alte Leiter, der weiß, jetzt müssen andere übernehmen. Das Volk hat Siege erlebt, Ruhe erfahren. Und doch bleibt die Arbeit. Josua erinnert sie an den Kern: Nicht ihr wart’s, sondern Gott war’s. Der Herr, euer Gott, hat für euch gekämpft. Das ist geistlich entscheidend. Gottes Treue zeigt sich nicht darin, dass wir nie kämpfen müssten, sondern darin, dass wir im Kampf nicht alleine sind und nicht auf uns selbst gestellt bleiben.
[9:15] Und dann kommt der Satz, der wie ein geistliches Prinzip klingt: Ruhe ist da, aber es gibt noch Nationen, die vertrieben werden müssen. Das ist ein Bild für das christliche Leben, ihr Lieben. In Christus ist der entscheidende Sieg, und trotzdem führen wir täglich Kämpfe gegen Versuchung, gegen Stolz, gegen Doppelherzigkeit, gegen Lästereien, gegen Faulheit, gegen Motivationslosigkeit, und darauf folgt meistens dann sogar gegen Resignation. Also man gibt einfach auf.
[10:01] Das Neue Testament beschreibt genau diese Spannung. Christus hat die Mächte entwaffnet. Das lesen wir in Kolosser 2,15. Unsere Waffen sind nicht fleischlich, aber mächtig – das finden wir in 2. Korinther 10,3-5. Und wir sollen die Waffenrüstung Gottes anziehen. Epheser 6,11-18. Das heißt, Sieg ist Gabe und Gehorsam ist Weg.
[10:28] Und jetzt die schmerzhafte Frage aus der Lektion: Warum ist trotz so vieler Verheißungen es immer noch so leicht zu sündigen? Ein Teil der Antwort ist unbequem, weil Sünde nicht nur Fehler ist, sondern eine Alternative der Loyalität, quasi der Zuverlässigkeit. Sünde ist nicht bloß ein Ausrutschen, sondern häufig ein stilles Bündnis: Ich weiß es besser. Ich brauche das jetzt. Gott wird mir schon vergeben oder Gott wird das schon verstehen.
[11:11] Und darum spricht Josua nicht zuerst über militärische Taktik oder Stärke, sondern über Grenzen. Nicht, weil Gott eng ist, sondern weil er treu ist, weil Treue geschützt werden muss.
[11:29] So, kommen wir zum dritten Punkt: Klare Grenzen. Die große Gefahr ist nicht Feindschaft, sondern Freundschaft. Lass uns dazu mal Josua 23,6-13, lesen. Dort heißt es:
[11:47] „So haltet nun ganz fest daran, dass ihr alles tut, was geschrieben steht im Gesetzbuch des Mose, und nicht davon weicht, weder zur Rechten noch zur Linken, damit ihr euch nicht mengt unter diesen Völkern, die noch übrig sind bei euch, und nicht anruft und schwört bei dem Namen ihrer Götter, noch ihnen dient, noch sie anbetet, sondern dem Herrn, eurem Gott, anhängt, wie ihr bis auf diesen Tag getan habt. Denn der Herr hat vor euch große und mächtige Völker vertrieben, und niemand hatte euch Widerstand bis auf diesen Tag. Einer von euch jagt tausend, denn der Herr, euer Gott, stritt für euch, wie er euch zugesagt hatte. Darum achtet ernstlich darauf um eures Selbst willen, dass ihr den Herrn, euren Gott, lieb habt. Denn wenn ihr euch abwendet und diesen Völkern, die noch übrig sind, anhängt und euch mit ihnen verheiratet, dass ihr zu ihnen eingeht und sie zu euch kommen, so wisst, dass der Herr, euer Gott, nicht mehr all diese Völker vor euch vertreiben wird, sondern sie werden euch zum Fallstrick und Netz werden und zu Geißel für euren Rücken und zum Stachel in euren Augen, bis ihr ausgerottet seid aus dem guten Land, das euch der Herr, euer Gott, gegeben hat.“
[13:20] Ihr Lieben, Josua wird hier sehr deutlich. Keine fremden Götter, keine Vermischung der Loyalitäten, keine Bindungen, die das Herz wegziehen. Und der Text legt die Begründung auch nahe. Israel droht nicht primär an Schwertern zu scheitern, sondern an Ideologien, Werten und Gewohnheiten, die leise in die Mitte rutschen.
[13:54] Ein starker Satz aus der Lektion trifft es: Die Gefahr besteht nicht in der Feindschaft der verbleibenden Nationen, sondern im Risiko ihrer Freundschaft. Und ich finde es auch spannend, wenn wir ein paar Kapitel vorher gehen, weiter in Richter 2. Dort lesen wir, und ich lese ab Vers 1-3:
[14:20] „Es kam aber der Engel des Herrn herauf von Gilgal nach Bochim und sprach: ‚Ich habe euch aus Ägypten heraufgeführt und ins Land gebracht, das ich euren Vätern zu geben geschworen habe, und gesprochen: Ich wollte meinen Bund mit euch nicht brechen ewiglich. Ihr aber sollt keinen Bund schließen mit den Bewohnern dieses Landes und ihre Altäre zerbrechen; aber ihr habt meiner Stimme nicht gehorcht. Warum habt ihr das getan?‘ Da sprach ich: ‚Ich will sie nicht vor euch vertreiben, damit sie euch zum Fallstrick werden und ihre Götter zu Falle.‘“
[14:58] Ab Vers 6: „Als Josua das Volk entlassen hatte und die Israeliten hingezogen waren, ein jeder in sein Erbteil, um das Land einzunehmen, diente das Volk dem Herrn, solange Josua lebte und die Ältesten, die noch lange nach Josua lebten und alle die großen Werke des Herrn gesehen hatten, die er an Israel getan hatte. Da starb Josua, der Sohn Nuns, der Knecht des Herrn, als er 110 Jahre alt war. Und sie begruben ihn im Gebiet seines Erbteils, im Timnat-Heres auf dem Gebirge Ephraim, nördlich vom Berge Gaasch. Als auch alle, die zu der Zeit gelebt hatten, zu ihren Vätern versammelt worden waren, kam nach ihnen ein anderes Geschlecht auf, das den Herrn nicht kannte und noch die Werke, die er an Israel getan hatte. Da taten die Israeliten, was dem Herrn missfiel, und dienten den Baalen und verließen den Herrn, den Gott ihrer Väter, der sie aus Ägyptenland geführt hatte, und folgten anderen Göttern nach, von den Göttern der Völker, die um sie herum wohnten, und beteten sie an und erzürnten den Herrn; denn sie verließen je und je den Herrn und dienten den Baalen und den Astarten.“
[16:25] Ihr Lieben, ich finde die Geschichte deshalb so spannend, weil hier wird gesagt, vorher dienten sie noch dem Herrn, und dann aber, als Josua starb und auch sein Gefolge mit ihm, die noch die ganzen Wunder erlebt hatten, kam auf einmal der Wohlstand auf und hier der Bezug zum Wohlstand als Freundschaft. Und wie ist das heute, wenn ich heute Geschichten höre, wo Leute aus dem Kommunismus fliehen mussten, sogar Lebensnot erlitten hatten, und ihre Kindeskinder in einem Wohlstand groß werden, wo sie den Gott nicht mehr kennen, so wie es hier steht, denn sie kannten ihn nicht mehr?
[17:08] Ihr Lieben, das ist hochaktuell. Nicht alles, was freundlich ist, ist heilend. Nicht alles, was modern ist, ist wahr. Nicht alles, was sich gut anfühlt, trägt Gutes.
[17:22] Josua geht es nicht um Ethnien, nicht um Rassismus, nicht um Abschottung. Es geht um Götzendienst, um den Austausch Gottes gegen Ersatzgötter. Und Ersatzgötter können sehr zivilisiert aussehen, meine Lieben: Anerkennung als Heil, Karriere als Identität, Konsum als Trost, Sexualität als Sinngeber, Kontrolle als Sicherheit, religiöse Aktivitäten als Ersatz für Beziehung.
[17:59] Was ist dein Ersatzgott? Die Frage aus der Lektion ist deshalb relevant und auch notwendig: Wie finden wir ein ausgewogenes Verhältnis zur Gesellschaft? Biblisch ist die Antwort nie: „Flieht Menschen“, sondern: „Haltet eure Loyalität klar.“ Jesus betete nicht, dass wir aus dieser Welt genommen werden, sondern dass wir bewahrt werden. Das ist genau die Spannung: Dienen, lieben, offen sein, aber nicht innerlich verkaufen.
[18:45] Bin ich für Menschen erreichbar, ohne mein Gewissen zu verlieren? Nährt diese Beziehung meinen Glauben? Oder nährt sie heimlich meine Kompromisse? Kann ich in dieser Umgebung Christus bekennen, ohne innerlich ständig zu schweigen?
[19:08] Und dann steigert Josua die Rede, er wird scharf. Warum? Weil echte Liebe nicht nur umarmt, sondern auch warnt.
[19:20] Kommen wir zum vierten Punkt: Der Zorn Gottes. Wenn Treue missachtet wird, bleibt Gott nicht neutral. Lasst uns in Josua 23, Verse 15-16, lesen. Dort heißt es:
[19:52] „Wie nun all das gute Wort gekommen ist, das der Herr, euer Gott, euch verkündigt hat, so wird der Herr auch über euch kommen lassen all das böse Wort, bis er euch vertilgt hat und aus diesem guten Lande, das euch der Herr, euer Gott, gegeben hat. Wenn ihr übertretet den Bund des Herrn, eures Gottes, den er euch geboten hat, und hineingeht, anderen Göttern dient und sie anbetet, so wird der Zorn des Herrn über euch entbrennen, und ihr werdet bald ausgerottet sein aus dem guten Land, das er euch gegeben hat.“
[20:35] Josua sagt hier also im Kern: So sicher Gottes gute Verheißungen eingetroffen sind, so sicher werden auch diese Warnungen eintreffen, wenn ihr den Bund verwerft. Aber hier stolpern viele. Die Bibel hält beides zusammen, ohne sich zu entschuldigen. Gott ist Liebe, und Gott ist aber auch Richter. Seine Liebe ist nicht gleichgültig. Sein Zorn ist nicht Laune, sondern heilige, gerechte Haltung gegen das Böse.
[21:18] Wenn Gott Sünde einfach nur durchwinken würde, wäre er nicht gut, sondern schwach, wäre das Kreuz unverständlich. Ja, auch umsonst, würde ich sagen. Gerade aber weil Gott Liebe ist, nimmt er Sünde ernst, denn Sünde zerstört, entstellt und versklavt.
[21:42] Offenbarung 14 spricht in starken Bildern vom Gericht. Das ist nicht nur dazu da, uns in Angst zu erziehen, sondern uns in Wahrheit zu verankern. Geschichte hat ein Ziel. Gerechtigkeit bleibt nicht ewig aus. Gott wird nicht ewig schweigen.
[22:03] Und jetzt kommt die Evangeliumsmitte. Paulus schreibt: „Sind wir untreu, so bleibt er treu; denn er kann sich selbst nicht verleugnen.“ Wenn eine Sache Gott nicht kann, dann ist es Lügen. Und dieser Satz ist tröstlich und gefährlich zugleich, wenn man ihn missversteht. Er bedeutet nicht: Ich kann tun, was ich will, Gott bleibt nett. Er bedeutet: Gott bleibt wahrhaftig. Er bleibt seinem Wesen treu. Er bleibt seinem Wort treu. Und genau deshalb ist das Kreuz unsere Zuflucht. Dort trifft Gottes Treue zur Gerechtigkeit auf Gottes Treue zur Barmherzigkeit.
[22:54] Wenn das stimmt, ist die entscheidende Frage nicht nur: Ist Gott treu?, sondern: Wie antworte ich ganz persönlich?
[23:11] Und Josua führt uns an diesen Kern im fünften Punkt: Haltet an Gott fest. Treue als Bindung des Herrn.
[23:24] Und die Elberfelder Bibel hat in Josua 23,11 das ganz gut übersetzt, nämlich Josua sagt nicht nur: „Denkt an Regeln“, er sagt: „So achtet um eures Lebens willen genau darauf, den Herrn, euren Gott zu lieben.“ Und in Bezug darauf gibt’s noch einen Parallelvers, den man sagen kann, in 5. Mose 6,5: „Und sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft.“
[23:58] Aber ihr könnt euch dann diese Frage stellen: Wie kann Liebe befohlen werden? Weil biblische Liebe nicht nur ein Gefühl ist, sondern Bundestreue, eine bewusste Ausrichtung. Du bist mein Gott. Ich gehöre dir. Ich vertraue dir. Lass uns noch mal in den Vers 11 gehen.
[24:31] Josua fasst seine ganze Ermahnung in einem einzigen Satz zusammen: „So achtet um eures Lebens willen genau darauf, den Herrn, euren Gott zu lieben.“ Hier ist es schon ein bisschen auffällig, dass Josua nicht mit einem neuen Gebot endet, sondern mit einer Herzensfrage. Nachdem er von Götzendienst, Vermischung und falschen Bindungen gewarnt hat, sagt er nicht zuerst: „Haltet die Regeln“, sondern: „Liebt den Herrn.“
[25:04] Diese Liebe ist jedoch nicht als bloßes Gefühl gemeint. Der Zusammenhang zeigt, dass Josua hier anders anknüpft an das, was er wenige Verse zuvor gesagt hat: „Dem Herrn, eurem Gott, anhängt.“ Das steht in Vers 8. Das heißt es nämlich, ja, „sondern dem Herrn, eurem Gott, anhängt, wie ihr bis auf diesen Tag getan habt.“
[25:31] Liebe und Anhängen gehören untrennbar zusammen. Das hebräische Wort heißt „Dawak“, was für Anhängen steht, oder es kann auch wörtlich sich fest verbinden oder festkleben meinen. Es beschreibt eine dauerhafte Bindung, keine lose Zugehörigkeit. Darum wird dieses Wort in der Bibel auch für den Ehebund verwendet: „Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen.“
[26:07] In demselben Sinn wird das Wort im Buch Rut gebraucht. Rut hing Naomi an. Das kann man in Rut 1,14 nachlesen. Obwohl der gemeinsame Weg Unsicherheit, Armut und Fremde bedeutet, gründet sich ihre Loyalität nicht auf Vorteile, sondern auf eine bewusste Entscheidung der Treue.
[26:31] Wenn Josua Israel also auffordert, den Herrn zu lieben, meint er genau diese Art von Liebe, nämlich eine verbindliche Liebe, treue Hingabe. Gott zu lieben, heißt, ihm anzugehören, an ihm festzuhalten und die eigene Loyalität nicht auf mehrere Herren aufzuteilen. Darum kann Liebe hier geboten werden, ohne ihre Echtheit zu verlieren. Es geht nicht um ein erzwungenes Gefühl, sondern um eine klare Entscheidung des Herzens: Wem gehöre ich? Wem halte ich die Treue? Wem vertraue ich mein Leben an?
[27:16] Und genau hier passt das Motiv dieser Kennedy-Rede erstaunlich gut als eine Brücke: Hohe Maßstäbe, Opferbereitschaft, ein Gewissen, das vor Gott steht und Geschichte als Richter. Die Bibel würde sagen: Gott richtet die Geschichte. Aber die Bibel geht noch tiefer. Es geht nicht nur um Pflichtbewusstsein, sondern um Herzensbindung.
[27:47] Nicht nur Gottes Werk muss unser eigenes sein, sondern Gott selbst muss der sein, an dem wir uns halten. Unser Halt, unsere Freude und unser König.
[28:08] Man könnte sagen, das sind zwei Wahrheiten: Ein Ruf zur Entscheidung. Josuas Predigt, denn genau das ist es, steht auf zwei Säulen. Erstens: Gottes Treue. Nicht eine einzige Verheißung ist unerfüllt geblieben. Er hat geführt, er hat gegeben, er hat getragen, er hat gerettet. Zweitens: Treue fordert Antwort. Nicht aus Angst, sondern aus Wahrheit. Segen ist real, Gericht ist real, und die Zukunft hängt daran, ob wir Gott lieben und ihm anhängen wollen.
[29:05] Dies soll zu einer Entscheidung heute führen. Vielleicht stehst du gerade an einem dieser Punkte in deinem Leben. Du kannst Gottes Treue in deinem Leben aufzählen, aber du bist müde geworden, sie zu erwarten. Du hast sie erlebt, aber du merkst, es gibt noch Nationen, die dich vertreiben: Alte Muster, heimliche Kompromisse, innere Doppelspurigkeit. Du lebst mitten in der Welt und spürst, dass nicht Feindschaft, sondern Freundschaft dich langsam wegzieht. Du hast Gottes Zorn gehört und du fühlst eher Druck als Hoffnung. Du willst Gott lieben, aber dein Herz ist geteilt.
[30:01] Dann sagt Josua zu dir genau heute: „Nicht: Streng dich mehr an!“ Er sagt: Halte dich an Gott fest, nicht an deine Stimmung, nicht an deine Kraft, nicht an deine religiöse Leistung, nicht an Menschen, nicht an Programm, nicht an Groll, nicht an Zorn und auch nicht an Trauer, sondern an Gott.
[30:23] Ich lade dich ein, innerlich eine Entscheidung zu treffen, schlicht, aber echt: Ich will Gottes Treue nicht nur bewundern, sondern ihr vertrauen. Ich will die Grenzen dort ziehen, wo mein Herz gefährdet ist. Ich will heute neu an Christus festhalten, der den Zorn ertragen hat und mir Frieden gibt. Ich will Gott lieben als bewusste Hingabe mit Herz, Seele und Kraft.
[30:52] Wenn du willst, dass es nicht nur im Kopf bleibt, sprich es zu Gott aus, was in deinem Herzen los ist. Verbirg es nicht vor ihm und wähle eine konkrete Haltung als Siegel aus: Ein Gespräch mit ihm führen, ein Schritt der Umkehr, ein Ende des Kompromisses, eine neue Treue im Gebet, im Studium des Wortes und eine Entscheidung treffen, Christus offen zu bekennen. Denn am Ende ist die Botschaft dieser Sabbatschule nicht nur: Gott ist treu, sondern: Weil Gott treu ist, kann ich heute treu werden, nicht aus mir, sondern aus ihm. Amen.
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