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In dieser Folge der „Christ Study Hour“ beleuchtet Christopher Kramp das brisante Thema des Widerstands gegen prophetische Botschaften. Anhand biblischer Beispiele aus dem 4. Mosebuch untersuchen wir, welche Folgen die Ablehnung göttlicher Führung hat und was wir daraus für unser persönliches Leben heute lernen können.


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Serie: Christ Study Hour 2026 Q4: Die Gabe der Prophetie

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Transkript

[0:33] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Ein herzliches Willkommen gilt wie immer auch allen Zuschauern auf dem Sender „Das Wort“ zur mittlerweile siebten Folge unserer Serie über die Gabe der Prophetie. Heute haben wir ein besonders wichtiges und durchaus brisantes Thema, mit dem wir uns vorbereiten wollen auf das Bibelgespräch am 14. November. Es geht unter dem Titel „Hört her!“ um die Frage, wie Menschen mit der prophetischen Botschaft umgehen. Insbesondere geht es um das Thema Widerstand. Was passiert, wenn Menschen die prophetische Botschaft ablehnen, den Propheten verfolgen und sich dem widersetzen, was Gott uns in seinem Wort und durch seine Prophetin und Propheten sagt? Ein Thema, das uns persönlich auch direkt ansprechen soll. Und wir möchten, bevor wir die Bibel aufschlagen und verstehen wollen, wie damals Propheten angefeindet worden sind, um dann auch Rückschlüsse zu ziehen für unsere Zeit und für unser persönliches Leben, Gott einladen, dass er unser Studium segnet. Und ich lade dich ein, dass wir ein kurzes Gebet am Anfang sprechen.

[1:59] Lieber Vater im Himmel, hab Dank, dass du uns dein Wort offenbarst. Hab Dank, dass du uns vorbereitest, dass wir deine Worte auch wirklich verstehen können, und danke für die Gelegenheit, jetzt über dein Wort nachzudenken, Herr. Wir möchten dich bitten, dass du jetzt zu uns sprichst und dass dein Wort all seine Kraft entfaltet, dass wir gestärkt werden, dass wir Gewissheit erlangen, dass wir getröstet werden, auch Herr, dass wir auch erkennen, wo wir in unserem Leben gegen dich rebelliert haben oder vielleicht sogar noch rebellieren. Herr, wir möchten dich bitten, dass uns dieses Bibelstudium wirklich erweckt und ganz nahe zu dir zieht. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[2:52] In 4. Mose 13 und 14 lesen wir von einer ganz entscheidenden Geschichte, eine der traurigsten und definitiv auch entscheidendsten Geschichten im Alten Testament. Die Israeliten sind nach dem Auszug aus Ägypten fast ein Jahr am Berg Sinai gewesen und nach einer kurzen Reise zur Grenze des gelobten Landes jetzt dort angekommen. Es ist das zweite Jahr ihres Auszugs aus Ägypten und die Möglichkeit besteht jetzt, das gelobte Land zu betreten. Zwölf Kundschafter werden ausgesandt. Sie werden mit Namen hier in den ersten Versen von Kapitel 13 uns genannt. Und es wird kurz berichtet, was sie erleben und wie sie zurückkehren. Und wir springen in die Geschichte in Vers 26 und dort lesen wir, wie sie über ihre Reise berichten.

[4:00] Das heißt hier: „Und sie gingen und kamen zu Mose und Aaron und zu der ganzen Gemeinde der Kinder Israels in die Wüste Paran nach Kadesch und sie brachten ihnen und der ganzen Gemeinde Bericht und ließen sie die Früchte des Landes sehen.“ Und sie erzählten ihm und sprachen: „Wir sind in das Land gekommen, in das du uns sandtest, und es fließt wirklich Milch und Honig darin und dies ist seine Frucht.“ Also, sie sagen, es ist wirklich ein tolles Land. Es gibt nichts auszusetzen an diesem Land bezüglich der Früchte und des Reichtums. Es wäre wunderbar dort zu wohnen. Aber Vers 28 präsentiert ein entscheidendes, ein tragisches „Aber“: „Aber das Volk, das im Land wohnt, ist stark und die Städte sind sehr fest und groß und wir sahen auch Söhne Enaks dort. Die Amalekiter wohnen im Land des Negeb. Die Hetiter, Jebusiter und Amoriter aber wohnen im Bergland und die Kanaaniter am Meer und entlang des Jordan.“

[5:07] Kaleb aber beschwichtigte das Volk gegenüber Mose und sprach: „Lasst uns doch hinaufziehen und das Land einnehmen, denn wir werden es gewiss bezwingen.“ Aber die Männer, die mit ihm hinaufgezogen waren, sprachen: „Wir können nicht hinaufziehen gegen das Volk, denn es ist stärker als wir.“ Die zwölf Spione haben alle dasselbe Land gesehen. Sie haben alle dieselben Vorteile gesehen und auch dieselben Herausforderungen. Aber zehn von ihnen sind der Meinung, man kann die Probleme, die dieses Land mit sich bringt, nicht bezwingen. Kaleb aber sagt – und mit ihm übrigens Josua dann auch –, wir werden es gewiss bezwingen. Die Frage, die die Israeliten jetzt umtreibt, kurz vor dem Einzug in das gelobte Land, ist: Kann man die Schwierigkeiten, die sich ihnen in den Weg stellen, überwinden?

[6:03] Es sind hohe Mauern, starke Städte, gefährliche Gegner, die besiegt werden müssen. Und die Frage ist: Glaubt das Volk der Botschaft von Kaleb und Josua? Glaubt es, dass man überwinden kann, oder glaubt es den zehn anderen Spionen, die die Botschaft bringen: „Wir können nicht überwinden“? Diese Geschichte ist an Aktualität nicht zu überbieten. In Offenbarung Kapitel 2 und 3 lesen wir immer wieder, dass Gottes Gemeinde aufgefordert ist, in allen Zeitaltern zu überwinden. Wir lesen in Offenbarung 2, Vers 7: „Wer überwindet, dem will ich zu essen geben von dem Baum des Lebens, der in der Mitte des Paradieses Gottes ist.“ Vers 11: „Wer überwindet, dem wird kein Leid geschehen von dem zweiten Tod“ und so weiter. Jede Gemeinde hört die Botschaft: „Wer überwindet?“ Das Wort „nikao“ im Griechischen bedeutet: „Wer siegt?“ Die Israeliten standen vor der Frage: Können sie die Riesen besiegen? Können sie in der Schlacht um die Einnahme Kanaans Sieger sein oder werden sie verlieren? Am Ende der Zeit stehen auch wir vor der Frage, die alle Christen beantworten mussten: Glauben wir an den Sieg? Glauben wir, dass Gott uns einen Sieg schenken kann über die Hindernisse, die der Satan uns in den Weg legt? Gibt es einen Sieg über Sünde und Versuchung?

[7:36] In Offenbarung 3, Vers 21 sehen wir, dass auch die letzte Gemeinde, die Gemeinde Laodizea, dazu aufgerufen ist: „Wer überwindet, wer siegt, wer bezwingt sozusagen, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, so wie auch ich überwunden habe und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe.“ Die Botschaft Jesu ist unmissverständlich. Er hat überwunden und aufgrund seines Sieges können auch wir siegen. In 1. Mose 3, Vers 15 heißt es, dass er der Schlange den Kopf zertreten wird. Das war die Ankündigung des Evangeliums. In Römer Kapitel 16 lesen wir, dass dieser Sieg auch in unserem persönlichen Leben möglich ist. Römer Kapitel 16, dort Vers 20: „Der Gott des Friedens aber wird in Kurzem den Satan unter euren Füßen zermalmen. Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch. Amen.“ Der Gott des Friedens – er hat nicht nur im Leben von Jesus den Satan besiegt, er möchte auch in unserem Leben den Satan besiegen. Nicht wir besiegen den Satan, sondern Gott besiegt den Satan, aber unter unseren Füßen. Der Sieg Jesu kann und soll auch unser Sieg werden. Wir dürfen überwinden, und zwar nicht aus eigener Kraft, nicht aus eigener Weisheit oder Disziplin, sondern durch das Blut Jesu.

[8:56] Offenbarung Kapitel 12, dort Vers 11: „Und sie haben ihn, den Satan, überwunden, bezwungen, besiegt, um des Blutes des Lammes und um des Wortes ihres Zeugnisses willen und haben ihr Leben nicht geliebt bis in den Tod.“ Es gibt Überwinder. Damals in 4. Mose Kapitel 13 und 14 stand die Frage im Raum: Das Volk Gottes stand an der Grenze zum gelobten Land und die Frage stand im Raum: Können wir die Sünde überwinden? Also damals war die Frage: Können wir die Riesen überwinden? Können wir die Mauern überwinden? Können wir bezwingen? Ist das möglich? Die Mehrheit der Experten, die das Land gesehen hatten, auf die das Volk jetzt hörte, die sagte: Es ist nicht möglich. Es wäre ein schönes Land. Es ist nichts verkehrt mit Kanaan. Da sind tolle Früchte, Milch, Honig, alles Mögliche, aber wir können das nicht überwinden. Diese Probleme, die uns auf dem Weg dorthin sich uns entgegenstellen.

[10:04] So heißt es in Vers 32 von 4. Mose 13: „Und sie brachten das Land, das sie erkundet hatten, in Verruf bei den Kindern Israels und sprachen: ‚Das Land, das wir durchzogen haben, um es auszukundschaften, ist ein Land, das seine Einwohner frisst.‘ Und alles Volk, das wir darin sahen, sind Leute von hohem Wuchs. Wir sahen dort auch Riesen, Söhne Enaks aus dem Riesengeschlecht. Und wir waren in unseren Augen – verzeih –, wir waren in unseren Augen genau wie Heuschrecken und ebenso waren wir auch in ihren Augen.“ Die Probleme sind zu groß, die Schwierigkeiten zu groß, die Herausforderung zu groß. Das Volk hört auf diese Experten.

[10:45] Da hob die ganze Gemeinde ihre Stimme, Kapitel 14, Vers 1, und schrie, und das Volk weinte in dieser Nacht und alle Kinder Israels murrten gegen Mose und Aaron. Die ganze Gemeinde sprach zu ihnen: „Ach, dass wir doch im Land Ägypten gestorben wären oder noch in dieser Wüste sterben würden!“ Wenn wir glauben, dass wir nicht Sünde überwinden können, fängt das Murren und Beschweren an. Murren gegen Mose, Murren gegen Aaron, Murren gegen Leute, die Gottes Botschaft gepredigt haben. Vers 3: „Und warum führt uns der Herr in dieses Land, dass wir durch das Schwert fallen und dass unsere Frauen und unsere kleinen Kinder zum Raub werden? Ist es nicht besser für uns, wenn wir wieder nach Ägypten zurückkehren?“ Sie hinterfragen die Führung Gottes. Dieser Glaube, dass man nicht überwinden kann, führt zu einem verzerrten Bild von Gott und nach dem Wunsch, eine andere Richtung im Leben einzuschlagen.

[11:50] Vers 4: „Und sie sprachen zueinander: ‚Wir wollen uns selbst einen Anführer geben und wieder nach Ägypten zurückkehren.‘“ Ein neues Ziel im Leben, eine neue Organisation, ein verzerrtes Bild von Gott und der Glaube, man kann die Probleme nicht überwinden. Was passiert, wenn unsere Gemeinde sich in unserer Zeit, kurz vor dem Land Kanaan, erneut davon überzeugen sollte, dass es nicht möglich ist, Sünde zu überwinden? Wird es nicht auch dazu führen, dass wir unzufrieden werden mit dem Weg, den man uns bisher geführt hat, unzufrieden wären mit dem Weg, den die Adventbewegung bisher genommen hat, dass wir neue Ziele, neue Richtungen uns suchen wollen und vielleicht auch eine neue Organisation, eigene Führer und nicht die, die Gott uns gesandt hat?

[12:43] Da fielen Mose und Aaron auf ihr Angesicht vor der ganzen Versammlung der Gemeinde der Kinder Israels. Mose und Aaron beten, sie beten für das Volk. Und neben Kaleb, der schon ab Vers 30 gesprochen hatte in Kapitel 13, sehen wir jetzt auch Josua. Es heißt in Vers 6: „Und Josua, der Sohn Nuns, und Kaleb, der Sohn Jefunnes, die auch das Land erkundet hatten, zerrissen ihre Kleider und sie sprachen zu der ganzen Gemeinde der Kinder Israels: ‚Das Land, das wir durchzogen haben, um es auszukundschaften, ist ein sehr, sehr gutes Land. Wenn der Herr Gefallen an uns hat, so wird er uns in dieses Land bringen und es uns geben, ein Land, in dem Milch und Honig fließt.‘“ Ihr müsst nicht alleine kämpfen. Wenn es auch heute um die Frage geht: „Können wir Sünde und Versuchung überwinden?“, ist es nicht so, dass Gott zuschaut, wie wir uns abmühen. Er kann uns den Sieg schenken, wenn wir ihm glauben. Er kann uns helfen.

[13:43] „Wenn der Herr Gefallen an uns hat, so wird er uns in dieses Land bringen und es uns geben, ein Land, in dem Milch und Honig fließt. Seid nur nicht widerspenstig gegen den Herrn und fürchtet euch nicht von dem Volk dieses Landes, denn wir werden sie verschlingen wie Brot. Ihr Schutz ist von ihnen gewichen. Mit uns aber ist der Herr. Fürchtet euch nicht vor ihnen.“ Wenn wir glauben, dass Gott mit uns ist, dann brauchen wir keine Angst haben vor den Herausforderungen, die der Satan uns in den Weg legt. Wir können Sieger sein, weil Gott uns den Sieg gibt. Aber wenn wir nicht wirklich mit Gott zusammenleben, dann sind wir überwältigt von den Schwierigkeiten, die sich auftürmen vor uns.

[14:23] Josua und Kaleb bringen eine gute Nachricht. Sie bringen ein Evangelium. Wir können gewinnen. Wir können das Land erobern. Wir können Sieger sein. Wir können Überwinder sein. Vers 10: „Da sagte die ganze Gemeinde, dass man sie steinigen solle.“ Das Volk will lieber die Boten Gottes töten, als die Botschaft zu glauben. Kann es das heute auch noch geben, dass Menschen die Botschaft des Überwindens durch Jesus Christus allein in der Gemeinde predigen und Menschen das so sehr nicht mögen, solch einen Widerstand gegen die Botschaft haben, dass sie auch die Boten zum Schweigen bringen wollen? Nun, heute werden keine Steine geworfen, aber heute sollen manchmal Menschen zum Schweigen gebracht werden, weil die Botschaft, die sie predigen, nicht zu dem passt, was wir hören wollen, weil sie uns zeigt: Wir könnten Sünde überwinden, wir könnten Versuchung überwinden, wenn wir denn wirklich glauben.

[15:37] Da sagte die ganze Gemeinde, dass man sie steinigen solle, aber die Herrlichkeit des Herrn erschien bei der Stiftshütte vor allen Kindern Israels. Und der Herr sprach zu Mose: „Wie lange noch will mich dieses Volk verachten? Und wie lange noch wollen sie nicht an mich glauben, trotz aller Zeichen, die ich unter ihnen getan habe?“ Vielleicht ist es an der Zeit, dass wir uns selbst fragen: Haben wir mit unserem Unglauben, habe ich mit meinem Unglauben Gott verachtet? Habe ich mit meinem Unglauben, dass die Verheißungen Gottes für mich gelten, habe ich ihn vielleicht verachtet? Habe ich vielleicht all die Zeichen, die Gott in meinem Leben schon getan hat, für nichts erachtet und trotzdem immer nur auf meine Probleme geschaut und auf die Schwierigkeiten und wie schwer es doch ist und „das geht doch gar nicht“? Ich möchte mich selbst fragen und ich möchte dich fragen: Achten wir auf die Zeichen, die Gott in unserem Leben getan hat? Glauben wir ihm, wenn er uns sagt, dass wir in seiner Kraft überwinden können? Ich möchte das neu für mich lernen, zu glauben, dass Jesus mir den Sieg schenken kann über die Schwierigkeiten, die der Satan mir in den Weg legt.

[17:13] In Hebräer Kapitel 3, da lesen wir, dass diese Geschichte uns heute noch viel zu sagen hat. Ab Vers 17 lesen wir: „Über wen war er aber 40 Jahre lang zornig? Waren es nicht die, welche gesündigt hatten, deren Leiber in der Wüste fielen?“ Zu glauben, dass man nicht überwinden kann, einen anderen Weg jetzt einzugehen, einzuschlagen als den, den Gott uns bisher geführt hat, neue Ziele sich zu geben, eine neue Organisation zu geben, eigene Führer sich zu wählen – im Sinne von: nicht Gottes Führung anzuerkennen, sondern sich einen eigenen Weg zu bahnen –, das nennt die Bibel hier Sünde. Sie blieben noch 38einhalb Jahre in der Wüste.

[17:55] Vers 18: „Welchen schwor er aber, dass sie nicht in seine Ruhe eingehen sollten, wenn nicht denen, die sich weigerten zu glauben? Denn wir sehen, dass sie nicht eingehen konnten wegen des Unglaubens.“ Lieber Freund, liebe Freunde, wenn wir nicht glauben, dass Gott uns zu Überwindern machen kann, können wir das ewige Leben nicht haben. Es ist unmöglich. Jeder Gemeinde, nicht nur der letzten, jeder Gemeinde sagt Gott: „Wer überwindet, wird vom Baum des Lebens essen. Wer überwindet, über den wird der zweite Tod keine Macht haben.“ Wer überwindet? Es gibt keine Möglichkeit, das ewige Leben zu haben, es sei denn, wir überwinden in der Kraft Jesu. Es sei denn, wir glauben den Verheißungen Gottes, dass die Sünden, Versuchungen, Schwierigkeiten, Probleme überwunden werden können, besiegt werden können, nicht durch unsere Kraft, sondern durch das Wirken des Blutes Jesu für uns in unserem Leben. So und so allein können wir ewiges Leben haben. Es gibt keine Alternative.

[18:54] Und deswegen sagt Paulus in Hebräer 4, Vers 1: „So lasst uns nun mit Furcht darauf bedacht sein, dass sich nicht etwa bei jemand von euch herausstellt, dass er zurückgeblieben ist, während doch die Verheißung zum Eingang in seine Ruhe noch besteht.“ Paulus sagt, wir haben noch die Verheißung. Lasst uns sie nutzen. Lasst sie uns nicht durch Unglauben vergeuden. Wir möchten die Verheißung Gottes in Anspruch nehmen. Der Petrus sagt uns, dass wir durch die kostbaren Verheißungen – lass uns lesen in 2. Petrus Kapitel 1, Vers 3 und 4: „Da seine göttliche Kraft uns alles geschenkt hat, was zum Leben und zum Wandel in Gottesfurcht dient, durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat durch seine Herrlichkeit und Tugend, durch welche uns die überaus großen und kostbaren Verheißungen gegeben hat, damit ihr durch dieselben göttlicher Natur teilhaftig werdet, nachdem ihr dem Verderben entflohen seid, das durch die Begierde in der Welt herrscht.“ Durch die überaus großen und kostbaren Verheißungen können wir der göttlichen Natur teilhaftig werden. Das heißt, wir können Gottes Kraft für unser Leben in Anspruch nehmen. Wir können das, was Jesus für uns getan hat, für uns in Anspruch nehmen. Wir können daraus leben.

[20:10] Paulus sagt: „Erinnert euch an die Israeliten, die nicht glauben wollten, dass so ein Sieg möglich ist.“ Und sie sind durch die Wüste gewandert, bis sie in der Wüste starben. Vers 2: „Denn auch uns ist eine Heilsbotschaft, das heißt ein Evangelium, verkündigt worden, gleich wie jenen, aber das Wort der Verkündigung hat jenen nicht geholfen, weil es bei den Hörern nicht mit dem Glauben verbunden war.“ Josua und Kaleb, Mose und Aaron hatten das Evangelium gepredigt, das ewige Evangelium, dass durch Gottes Kraft, der uns bis hierhin gebracht hat, wir überwinden können in den Schwierigkeiten, die vor uns liegen. Aber weil die Israeliten das nicht hören wollten und nicht geglaubt haben, konnten sie davon nicht profitieren. Sie konnten es nicht erleben. Wir können die Botschaft zwar hören, aber nur wenn wir es auch glauben, kann es uns etwas nützen.

[21:03] Die Frage ist nicht, ob du weißt, dass es Menschen gibt, die glauben, dass Überwindung möglich wäre. Die Frage ist: Glaubst du es selbst? Glauben wir, dass durch Gottes Kraft wir die Sünden und Schwierigkeiten, unsere Charakterfehler überwinden können, dass wir Sieger sein können, weil Jesus Sieger ist? Die Geschichte von damals ist ein Typus für heute. So wie damals gibt es massiven Widerstand gegen diese Botschaft. Aber jeder, der sie glaubt – Josua und Kaleb sind die Beispiele dafür –, wird den Weg ins ewige, also ins gelobte Land finden, für uns in das ewige Reich Gottes.

[21:57] Lass uns eine andere Geschichte anschauen in Jeremia Kapitel 36. Dort lesen wir ab Vers 20. Jeremia hat auf Gottes Weisung ein Buch schreiben lassen, hat es diktiert und Baruch, sein Assistent, hat es aufgeschrieben. Und dieses Buch wird jetzt vorgelesen in Jeremia 36 und man wird darauf aufmerksam und man lässt es zum König bringen, dem König Jojakim. Wir sind im vierten Jahr Jojakims. Vor Kurzem waren gerade die Babylonier vor den Toren Jerusalems und haben unter anderem ja Daniel und seine Freunde schon mal mitgenommen, vermutlich als eine Art Geiseln in Daniel 1. Das war im dritten Jahr des Jojakims. Wir lesen hier in Vers – übrigens, Jeremia hatte gesagt, dass eine 70-jährige Gefangenschaft bevorsteht.

[22:57] Wir lesen hier ab Vers 20: „Und sie gingen in den Hof zum König, nachdem sie die Rolle in der Kammer Elischamas des Schreibers niedergelegt hatten, und berichteten alle die Worte vor den Ohren des Königs. Da sandte der König den Jehudi, um die Rolle abzuholen. Und er brachte sie aus der Kammer Elischamas des Schreibers. Und Jehudi las sie vor den Ohren des Königs und vor den Ohren aller Fürsten, die bei dem König standen. Der König aber saß im Winterhaus, denn es war im Monat – also es war Winterzeit – und der Kohlentopf brannte vor ihm. Und es geschah, so oft Jehudi drei oder vier Spalten gelesen hatte, schnitt er sie mit dem Schreibermesser heraus und warf sie in das Feuer, das im Kohlentopf war, bis die ganze Rolle im Feuer des Kohlentopfes verbrannt war.“ Der König möchte die Botschaft nicht hören. Die schriftliche Botschaft des Jeremia wird systematisch zerstört.

[23:55] Vers 24: „Und es war niemand, der darüber erschrak oder sein Gewand zerriss, weder der König noch alle seine Diener, obwohl sie alle diese Worte gehört hatten.“ Niemand findet das schlimm, dass die Botschaft einfach ignoriert wird, zerstört. Keiner denkt sich was dabei. Aber es gibt doch ein paar, die den König bitten, damit aufzuhören. Ein paar treue, gläubige Diener, die Gott dienen. „Doch baten Elnathan, Delaja und Gemarja den König, die Rolle nicht zu verbrennen, aber er hörte nicht auf sie.“ Wir verbrennen heute vielleicht keine Bücher, aber vielleicht geht manch einer auch systematisch dabei vor, inspirierte Wahrheiten null und nichtig zu machen. Manche wissenschaftliche, sogenannte wissenschaftliche Theorie ist nichts anderes als ein systematisches Zerstören jedes Kapitels der Bibel. 1. Mose, 2. Mose – es wird alles nur noch als Märchen, als Fabel, als ausgedachte Spekulation abgetan. Man könnte genauso gut auch die Bibel einfach verbrennen.

[25:12] Vers 26: „Und der König befahl dem Königssohn Jerachmeel, Seraja, dem Sohn Asriels, und Schelemja, dem Sohn Abdeels, den Schreiber Baruch und den Propheten Jeremia festzunehmen. Aber der Herr hielt sie verborgen.“ Die Zerstörung der schriftlichen Botschaft ist nicht das einzige, was sich der König zu Schulden kommen lässt. Er lässt sogar den Propheten und seinen Assistenten verfolgen. Wenn nicht Gott eingegriffen hätte, wäre vielleicht Jeremia und der Baruch hier gestorben.

[25:55] Vers 27: „Nachdem nun der König die Rolle mit den Worten, die Baruch nach dem Diktat Jeremias niedergeschrieben hatte, verbrannt hatte, erging das Wort des Herrn an Jeremia folgendermaßen: ‚Nimm dir noch eine andere Rolle und schreibe darauf alle früheren Worte, die auf der ersten Rolle geschrieben standen, die Jojakim, der König von Juda, verbrannt hatte.‘“ Liebe Freunde, liebe Freundin, man kann die Schriftrolle verbrennen, aber die Botschaft nicht zerstören. Man kann vielleicht Bücher verbrennen, aber Gottes Wort nicht totkriegen. Man kann Sprechern und Predigern Redeverbot erteilen, aber man kann die Botschaft nicht aufhalten. Man kann inspirierte Bücher unübersetzt lassen, die Menschen davon abhalten, diese Bücher zu lesen. Und doch kann man das Wirken des Geistes nicht aufhalten. Gott ist souverän. Alle menschlichen Versuche, die prophetische Botschaft auszulöschen, zu vernichten und aufzuhalten, sind zum Scheitern verurteilt, selbst wenn sie vom König selbst ausgeführt werden.

[27:10] Vers 29: „Und über Jojakim, den König von Juda, sage: ‚So spricht der Herr: Du hast diese Rolle verbrannt, indem du sprachst: Warum hast du hineingeschrieben, dass der König von Babel gewiss kommen und dieses Land verwüsten und Menschen und Vieh daraus vertilgen wird?‘“ Der Grund, warum Jojakim diese Buchrolle nicht mochte, war, weil die prophetische Wahrheit ihm eine unangenehme Tatsache vorhergesagt hat. Er wollte diese Warnung nicht hören. Er hatte sich gestört an der prophetischen Warnung. Warum stören sich Menschen an den prophetischen Schriften der Bibel, des Alten, des Neuen Testaments? Warum stören sie sich an dem Geist der Weissagung, an der Gabe der Prophetie? Weil die Prophetinnen und Propheten uns Dinge sagen, die wir vielleicht nicht hören wollen. Und wir denken dann, wir können die Sache aus der Welt schaffen, indem wir einfach dafür sorgen, dass es nicht weiter verbreitet wird, dass es vielleicht sogar zerstört wird, dass es irgendwie unter den Teppich gekehrt wird. Aber so funktioniert das nicht. Gottes Wort lässt sich nicht ausrotten. Sein Wort ist ewig.

[28:19] Gott sagt weiter hier in Vers 30: „Darum, so spricht der Herr von Jojakim, dem König von Juda: Er soll keinen Nachkommen haben, der auf dem Thron Davids sitzt. Sein Leichnam soll hinausgeworfen werden, sodass ihn bei Tag die Hitze und bei Nacht der Frost trifft. Und ich will seine Bosheit und die seiner Nachkommen und seiner Knechte an ihnen heimsuchen. Und ich werde über sie, über die Bewohner von Jerusalem und über die Männer von Juda alles Unheil bringen, das ich ihnen angedroht habe und von dem sie nichts hören wollten.“ Gott hat sie gewarnt. Sie wollen nicht hören. Es tritt trotzdem ein. Wenn wir die Warnung ignorieren, ändert es nichts daran, dass sie trotzdem eintrifft. Wenn wir die Prophetie einfach nicht hören wollen, wenn wir denken, das ist unwichtig oder das macht nur Angst oder das braucht man nicht in der Gemeinde, dann ändert es nichts daran, dass diese Prophetie sich trotzdem genauso erfüllen wird. Nur wir sind dann nicht vorbereitet. Wir können die prophetische Wahrheit nicht aufhalten. Wir können uns nur die Frage stellen: Wie wollen wir uns zu ihr stellen? Wollen wir ihr glauben oder wollen wir uns gegen sie stellen und dann überrollt werden von den Ereignissen? Gott wollte uns warnen, aber wenn wir uns nicht warnen lassen, dann tragen wir unsere Schuld.

[29:30] Vers 32: „Dann nahm Jeremia eine andere Rolle und gab sie dem Schreiber Baruch, dem Sohn Nerijas, und er schrieb, wie Jeremia es ihm vorsagte, alle Worte hinein, die in dem Buch gestanden hatten, dass Jojakim, der König von Juda, im Feuer verbrannt hatte. Und es wurden noch viele andere Worte gleichen Inhalts hinzugefügt.“ Das heißt, die neue Rolle, die jetzt geschrieben wird, ist sogar noch umfangreicher als die erste. Wenn Gott wiederherstellt, dann gibt er noch eine extra Portion. Er gibt noch mehr. Wenn der Knochen zusammenwächst, dann ist er fester als vorher. Wenn das Volk Israel in 5. Mose 30 zurückkehrt – es heißt hier in Vers 4: „Und wenn du auch bis an das Ende des Himmels verstoßen wirst, so wird dich doch der Herr, dein Gott, von dort sammeln und dich von dort holen.“ Wenn wir zurückkehren, dann werden wir noch mehr gesegnet als jemals zuvor. Vers 5: „Und der Herr, dein Gott, wird dich in das Land zurückbringen, das deine Väter besessen haben, und du wirst es in Besitz nehmen und er wird dir Gutes tun und dich mehren, mehr als deine Väter.“ Wenn Gott die Botschaft wiederherstellt, die vom König zerstört worden ist, also das Buch, dann ist das Buch noch voller, noch dicker, hat noch mehr inspirierte Wahrheit als zuvor.

[30:45] Diese Ablehnung durch Jojakim ist kein Einzelfall gewesen. 2. Chronik zeigt uns summarisch, zusammenfassend, was die Einstellung in dem Volk Israel in einem langen Zeitraum gewesen ist. 2. Chronik 36 und dort Vers 15 und 16: „Und der Herr, der Gott ihrer Väter, sandte ihnen seine Boten, indem er sich früh aufmachte“ – auch das eine Formulierung, die man bei Jeremia immer wieder findet – „und sie immer wieder sandte.“ Also Gott sendet nicht Propheten, wenn es kurz vor knapp ist, wenn das Kind schon fast in den Brunnen gefallen ist. Er fängt frühstmöglich an. Er warnt uns rechtzeitig und er warnt uns nicht nur einmal, sondern immer wieder und immer wieder und immer wieder, so sehr, dass er in Jesaja 5 sagen kann: „Was hätte ich noch tun sollen?“

[31:38] „Und der Herr, der Gott ihrer Väter, sandte ihnen seine Boten, indem er sich früh aufmachte und sie immer wieder sandte, denn er hatte Erbarmen mit seinem Volk und seiner Wohnung.“ Der Grund, warum er uns Propheten sendet, die unangenehme Wahrheiten sagen, ist ja nicht, weil Gott uns ärgern möchte. Er hat doch keine Lust daran, dass wir Ärger empfinden, sondern er hat Erbarmen mit uns. Er sieht das Unheil, auf das wir zusteuern. Er sieht die Schwierigkeiten, auf die wir zulaufen. Er möchte uns warnen. Die Prophezeiungen sind niemals gegeben, um unser Leben schwerer zu machen. Ganz im Gegenteil: um uns zu helfen. Auch wenn sie unangenehme Wahrheiten enthalten, dann nur deswegen, weil es nötig ist für uns, weil wir es brauchen, weil wir ansonsten verloren gehen. Die Gabe der Prophetie ist Gottes Mittel, sein Volk wieder auf den richtigen Weg zu bringen. Und wenn Gott in der Endzeit, wie Offenbarung 12, Vers 17 und Offenbarung 19, Vers 10 zeigt, den Geist der Weissagung erneut zu einem wichtigen Element seiner Gemeinde macht, dann deswegen, weil er Erbarmen hat mit seinem Volk.

[32:49] Der Geist der Weissagung in der Endzeit ist Gottes Mittel, sein Volk wieder auf den Weg der Rettung zu bringen. Wenn wir das ignorieren und beiseite schieben und uns darüber lustig machen, dann gibt es keine Heilung. Das sagt Vers 16: „Aber sie verspotteten die Boten Gottes und verachteten seine Worte und verlachten seine Propheten, bis der Zorn des Herrn über sein Volk so hochstieg, dass keine Heilung mehr möglich war.“ Wenn wir die Propheten verachten, kann Gott uns nicht retten. Egal ob Prophetin oder Prophet, egal ob im Alten Testament, im Neuen Testament oder am Ende der Zeit, wenn der Geist der Weissagung in der Gemeinde der Übrigen eine zentrale Rolle spielt: Wenn wir das verachten, gibt es keine Möglichkeit der Heilung. Das ist, was die Bibel uns sagt. Wir können nicht erwarten, von Gott gerettet zu werden, wenn wir gleichzeitig wissentlich seine Botschaft ablehnen, weil sie uns nicht gefällt. Lass uns lernen, dass wenn Gott durch Prophetinnen und Propheten zu uns spricht, er uns retten möchte, dich und mich.

[34:10] Vielleicht sagen wir: „Wir sind nicht wie die Israeliten. Nein, nein, wir kämpfen nicht gegen die Propheten. Wenn wir damals gelebt hätten, wir wären ganz anders gewesen. Wir hätten die Propheten gerne studiert. Wir hätten Jeremia und Jesaja und Hesekiel gehört. Wir hätten ihre Worte gerne angehört, hätten ganz anders reagiert.“ Zumindest gab es in der Bibel eine Gruppe von Menschen, die genauso dachten. Zur Zeit von Jesus dachten die Pharisäer, die Schriftgelehrten, das wäre doch zu schade, dass die Menschen früher die Propheten verfolgt haben. „Wir hätten Jesaja nicht verfolgt. Wir hätten Jeremia nicht verfolgt. Wir hätten den Sacharja und wir hätten immer darauf gehört.“ Und Jesus greift diesen Gedanken auf in Matthäus 23, dort Vers 29 und 30, vielleicht besser: Matthäus 23 ab Vers 29: „Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr die Gräber der Propheten baut und die Denkmäler der Gerechten schmückt und sagt: ‚Hätten wir in den Tagen unserer Väter gelebt, wir hätten uns nicht mit ihnen des Blutes der Propheten schuldig gemacht.‘“ Die Pharisäer waren der Meinung, sie hätten auf jeden Fall Jeremia am Leben gelassen oder nicht bekämpft. Sie hätten Jesaja nicht bekämpft. Sie wären für die Propheten gewesen. Aber Jesus hält ihnen den Spiegel vor.

[35:45] Vers 31: „So gebt ihr ja euch selbst das Zeugnis, dass ihr Söhne der Prophetenmörder seid. Ja, macht ihr nur das Maß eurer Väter voll, ihr Schlangen, ihr Otterngezücht! Wie wollt ihr denn dem Gericht der Hölle entgehen?“ Sie behaupten, die Propheten hätten sie geehrt, aber dabei verfolgen sie den, von dem alle Propheten gesprochen haben. Nicht nur einen Propheten, sondern den Propheten. 5. Mose Kapitel 18, Vers 15: „Einen Propheten wie mich wird dir der Herr, dein Gott, erwecken aus deiner Mitte, aus deinen Brüdern. Auf ihn sollst du hören. Ganz so, wie du es von dem Herrn, deinem Gott, am Horeb erbeten hast am Tag der Versammlung, indem du sprachst: ‚Ich will von nun an die Stimme des Herrn, meines Gottes, nicht mehr hören und das große Feuer nicht mehr sehen, damit ich nicht sterbe.‘ Und der Herr sprach zu mir: ‚Sie haben recht geredet. Ich will ihnen einen Propheten, wie du es bist, aus der Mitte ihrer Brüder erwecken und meine Worte in seinen Mund legen. Der soll alles zu ihnen reden, was ich ihm gebieten werde.‘“ Das Buch 5. Mose endet mit dem Hinweis, es stand kein weiterer Prophet auf wie Mose, aber doch sollte einer kommen. Und das Neue Testament offenbart: Der Prophet, von dem hier die Rede ist, ist Jesus Christus. Er ist natürlich nicht nur ein Prophet, aber er ist auch der Prophet, er ist der Messias. Und die Pharisäer, die Schriftgelehrten, die lesen das Alte Testament und denken: „Das hätten wir nie gemacht. Wir hätten die Propheten nicht verfolgt. Wir hätten den Propheten gerne zugehört.“ Und dann steht der Prophet schlechthin vor ihnen, auf den alle anderen Propheten hinweisen als den Messias, als den König, als den Retter der Welt, und sie wollen ihn umbringen.

[37:40] Kann es sein, dass wir manchmal auch die Bibel lesen und sagen, wir wären nicht so gewesen, wir hätten die Schriftrolle nicht verbrannt, aber dabei tun wir an anderer Stelle genau dasselbe und ignorieren prophetische Warnungen und halten sie für unwichtig? Wir sagen, wir hätten natürlich uns nicht so verhalten wie das Volk Israel, und dann wollen wir doch nicht, dass bestimmte Themen in unseren Gemeinden gepredigt werden, und verbieten denen, die es predigen würden, das Predigen.

[38:19] Vers 34: „Siehe, darum sende ich zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte, und etliche von ihnen werdet ihr töten und kreuzigen und etliche werdet ihr in euren Synagogen geißeln und sie verfolgen von einer Stadt zur anderen, damit über euch alles gerechte Blut kommt, das auf Erden vergossen worden ist, vom Blut Abels des Gerechten bis zum Blut des Zacharias, des Sohnes Barachias, den ihr zwischen dem Tempel und dem Altar getötet habt.“ Jesus konfrontiert sie mit der Wahrheit. Sie werden nicht nur Jesus verfolgen, sie haben nicht nur Jesus verfolgt, sie werden auch die restlichen Propheten und Apostel, die er senden wird, sie werden sie verfolgen. Die Geschichte der nächsten Jahre im Neuen Testament bezeugt die Wahrheit. Die Christen werden zum Teil brutal verfolgt. Die Schriftgelehrten, die dachten, sie würden ganz anders reagieren als die Menschen zur Zeit von Jojakim oder von Manasse, tun genau dasselbe, Jahrhunderte später. Wir lesen in der Bibel und denken oft: „Ja, wir wären nicht so gewesen“, aber schauen wir wirklich in unser Leben, lassen wir Jesus den Spiegel vorhalten, dass wir sehen: Im Prinzip tun wir oft genau dasselbe aus denselben Motiven. Nur die Situationen sind natürlich andere, wir leben 2000 Jahre später.

[39:35] Wir müssen wirklich aus der Geschichte lernen. Es reicht nicht nur zu sagen: „Ja, ich hätte das nicht gemacht.“ Wir müssen lernen, warum es so kam. Wir müssen lernen, was die Prinzipien waren, und wir müssen ehrlich bereit sein, auch zuzugeben, wenn wir ähnliche Verhaltensweisen in unserem Herzen entdecken. Wir müssen diese Dinge zu Gott bringen, um Vergebung bitten, um Buße bitten, um Reue, um Reinigung, Wiederherstellung, damit Gott sein Volk segnen kann.

[40:16] 1. Korinther Kapitel 10, dort in Vers 6: „Diese Dinge aber sind zum Vorbild, zum Typus im Griechischen, für uns geschehen.“ Paulus spricht hier verschiedene Geschichten in der Wüstenwanderung der Israeliten an. Wir haben am Anfang ja darüber gesprochen und er sagt, diese Dinge stehen nicht einfach nur dazu da in der Bibel, dass wir Lesestoff haben. Sie sind nicht einfach nur zur Unterhaltung gedacht, sondern sie sind Vorbilder, sind Illustrationen für uns. Vers 11: „Alle diese Dinge aber, die jenen widerfuhren, sind Vorbilder und sie wurden zur Warnung für uns aufgeschrieben, auf die das Ende der Weltzeiten gekommen ist.“ Vers 10 heißt es: „Murrt auch nicht so, wie auch etliche von ihnen murrten und durch den Verderber umgebracht wurden.“ Wenn wir gegen Gottes Botschaft murren und rebellieren, so wie es die Israeliten taten in der Wüstenwanderung oder immer wieder im Alten Testament, dann werden wir das Gleiche erleben. Wir können nicht denken, dass wir gegen Gottes Botschaft rebellieren können und gleichzeitig gerettet werden. Wir haben die Geschichten im Alten Testament, im Neuen Testament. Wir müssen sie auf mich, ich muss sie auf mich persönlich anwenden und mich fragen: Tue ich vielleicht dasselbe?

[41:48] Saulus war unterwegs nach Damaskus. Er wollte, so dachte er, etwas Gutes tun für Gott: Diese Sekte der Nazarener, diese Christen, ausrotten. Saulus kannte die Bibel. Er kannte die Geschichte von David und Saul. Und Saulus wird wahrscheinlich oft genug in seinem Leben gedacht und gesagt haben: „Ich bin zwar, ich heiße zwar Saulus, aber so wie Saul möchte ich nicht sein.“ Er wollte ein frommer, gesetzestreuer Pharisäer sein, voller Eifer für die Tradition der Ältesten. Mit Saul, dem abgefallenen König Israels, hat er nichts zu tun gehabt, außer den Namen. Dann kommt er nach Damaskus. Und auf dem Weg nach Damaskus begegnet er Jesus und der fragt ihn: „Saul, Saul, was verfolgst du mich?“ Ungefähr die gleichen Worte vom Gedanken her, die David verwendet hat, als er von Saul verfolgt wurde: „Saul, warum verfolgst du mich?“ Und Jesus hält ihm den Spiegel vor und sagt: „Du heißt nicht nur Saul. Du denkst zwar, du bist ganz anders als der biblische Saul, aber du tust genau dasselbe. Saul hat David verfolgt. Du verfolgst die Christen.“

[43:26] Saul erkennt, dass das, was er bei anderen biblischen Personen verachtet hat – die Heuchelei, Widerstand gegen Gottes Gebote, Sünde, Abfall –, dass sich das alles in seinem eigenen Herzen auch wiederfindet. Und liebe Freunde, das ist schmerzhaft, aber heilsam. Dazu gibt es Prophetinnen und Propheten, um uns das deutlich zu machen, damit wir es erkennen und nicht weiter in die Irre laufen und dabei noch denken, wir sind gerettet. Dafür gibt es Propheten. Und Saulus wurde ein mächtiger Verkündiger der wahren Botschaft des Evangeliums. Für ihn hat diese Erkenntnis eine Veränderung des gesamten Lebens bewirkt. Er hat erkannt, wie er ist, und erkannt, dass Jesus ihm helfen kann. Er hat das Evangelium in Anspruch genommen und er ist zum Überwinder geworden. Und er sagt uns hier – und ich bin mir sicher, weil er es selbst auch in seinem eigenen Leben erlebt hat –, wir müssen aus den Geschichten der Bibel lernen, wenn wir sie nicht wiederholen wollen. Und so müssen wir uns die Frage stellen: Was lerne ich persönlich aus den Geschichten, wo Gottes Volk Widerstand gegen prophetische Warnungen geübt hat, wo Gottes Volk nicht hören wollte, wo Gottes Volk sogar die Boten bekämpft hat und verlacht hat, ausgelacht hat, verspottet hat? Was lerne ich für mein Leben?

[45:14] Meine Entscheidung: Ich möchte Gott um Vergebung bitten, wenn ich gegen seine Botschaft und gegen seine Boten rebelliert habe. Möchte lernen, die Fehler vergangener Generationen in meinem Leben nicht zu wiederholen. Möchte lernen, auch die Fehler, die ich gemacht habe, nicht zu wiederholen. Möchte treu zu Gottes Botschaft stehen, lernen, das rettende, ewige Evangelium wirklich zu schätzen und dafür einzustehen, selbst wenn ich dadurch massiven Widerstand zu spüren bekomme. Ist das auch dein Wunsch? Dann lass uns doch gemeinsam beten.

[45:55] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir Danke sagen, dass dein Wort auch heute zu uns spricht. Danke, dass dein Wort immer wieder frisch ist, immer wieder neu ist, dass du immer wieder uns mit deinem Heiligen Geist ansprichst. Hab Dank für die Tiefe und Schönheit, aber vor allem auch, dass dein Wort – es ist oft unbequem, aber du tust es nur, weil du uns so sehr liebst – dass dein Wort so oft uns auch die klare Wahrheit über uns selbst sagt. Herr, wir möchten dich von Herzen bitten, dass wir nicht gegen deine Botschaft rebellieren, sondern unser Herz dir übergeben, damit du es verändern kannst und wir in deiner Kraft zu Überwindern werden dürfen. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[46:52] Nächste Woche werden wir ein weiteres Thema studieren. Wir sind ja mittendrin in der Gabe der Prophetie. Es gibt noch einige wichtige Aspekte über den Geist der Weissagung zu entdecken in der Bibel. Und wir freuen uns, wenn ihr dann wieder einschaltet hier auf joelmedia.de und wünschen euch bis dahin Gottes reichen Segen im Studium und Anwenden der Botschaft, die Gott uns durch seine Boten geschenkt hat. Gott mit euch. Amen.


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