Veröffentlicht am
312 Klicks

Manuskript zur Sendung   >>>  CSH_Manuskript_2026 1st Nr 4   <<<

In dieser Folge der Christ Study Hour taucht Christopher Kramp tief in Philipper 2, Verse 1-11, ein und beleuchtet die Einheit durch Demut. Er erklärt, wie diese Einheit durch das Wirken der gesamten Gottheit ermöglicht wird und betont, dass wahre biblische Einheit auf der Wahrheit Gottes und Bescheidenheit basiert. Das ultimative Vorbild dafür ist Jesus Christus, der sich selbst erniedrigte und gehorsam bis zum Tod am Kreuz war, um uns zu erlösen und eine ewige Einheit mit Gott zu ermöglichen. Der Sprecher ermutigt dazu, Jesu Gesinnung anzunehmen, um echte Einheit in der Gemeinde zu leben.


Weitere Aufnahmen

Serie: CSH 2026 Q1: Die Briefe von Paulus an die Philipper & Kolosser

  • 0:0
  • 0:0
  • 0:0

Transkript

[0:34] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Wie immer gilt ein ganz herzliches Willkommen auch allen Zuschauern auf dem Sender Das Wort zu einer, wie ich persönlich finde, ganz besonderen und wertvollen Folge heute, weil wir einen Abschnitt studieren, der zu den schönsten und tiefgründigsten und beeindruckendsten Passagen gehört, die es in der ganzen Bibel gibt.

[1:04] Wir wollen uns heute Philipper 2, Vers 1 bis 11 genauer anschauen und Jesus erhöhen. Wir bereiten uns damit vor auf das Bibelgespräch am 24. Januar unter dem Titel Einheit durch Demut.

[1:26] Und diese Passage enthält so viele großartige und tiefe Wahrheiten, dass es absolut vermessen wäre, da ohne Gebet einfach hineinzugehen und versuchen da etwas herumzudeuteln. Wir wollen uns ganz unter die Führung des Heiligen Geistes stellen. Wir wollen Gott bitten, dass er uns sein Wort so erklärt, wie er es gemeint hat, dass wir den Erlösungsplan verstehen und bewundern und Jesus nachfolgen. Und deswegen möchten wir mit einem Gebet beginnen. Und dazu lade ich dich, lieber Freund, liebe Freundin, ganz herzlich ein.

[2:12] Lieber Vater im Himmel, die Worte, die wir jetzt gleich lesen werden, die kommen von deinem Thron und sie sollen in unser Herz hinein. Und Herr, wir möchten dich von Herzen bitten, wenn es irgendetwas gibt in unserem Herzen, was dort nicht hingehört, was die Kraft und Wirkung deines Wortes neutralisieren würde, bitte nimm es. Fülle uns mit deinem Heiligen Geist und gib, dass wir von uns wegschauen und auf dich schauen. Gib, dass wir in der Betrachtung deiner Liebe und deiner Selbstaufopferung...

[2:59] Und Herr, hab Dank. Hab Dank für dein Wort. Hab Dank für deine Gnade. Dank, dass du mich lieb hast, dass du uns alle lieb hast, dass du für uns da bist, dass du uns zu dir ziehst, dass du uns niemals aufgibst und dass dein Wort Kraft genug hat, dass du Kraft genug hast, das Werk, das du in uns angefangen hast, zu vollenden. Herr, sprich du jetzt zu uns und hab Dank dafür. Amen.

[3:32] Wir beginnen in Philipper Kapitel 2 und wir lesen, um einen guten Zusammenhang zu bekommen, gleich die ersten vier Verse. Im Griechischen ist das ein einziger Satz.

[3:47] Gibt es nun bei euch (ist hinzugefügt) Ermahnung in Christus? Gibt es Zuspruch der Liebe? Gibt es Gemeinschaft des Geistes? Gibt es Herzlichkeit und Erbarmen? So macht meine Freude völlig, indem ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und auf das eine bedacht seid. Tut nichts aus Selbstsucht oder in nichtigem Ehrgeiz, sondern in Demut achte einer den anderen höher als sich selbst. Jeder schaue nicht auf das Seine, sondern jeder auf das des anderen.

[4:29] Ein Satz, ein Satz im Griechischen. Im Deutschen muss man so ein bisschen die Sachen auseinandernehmen, weil der Satz sonst gefühlt zu lange würde. Ein Satz und die Hauptkernaussage.

[4:44] Die Aufforderung, die Paulus in diesem Brief aus der Gefangenschaft in Rom an die Gemeinde in Philippi sendet, ist in Vers 2 am Anfang: "So macht meine Freude völlig."

[4:57] Er hatte den Brief begonnen in Kapitel 1, Vers 3: "Ich danke meinem Gott, so oft ich an euch gedenke." Er hatte ihnen gezeigt, geschrieben, wie groß seine Freude ist über den Glauben und den Zusammenhalt, das geistliche Leben der Philipper. Er ist froh und dankbar für das, was Gott angefangen hat in ihnen.

[5:23] Wir hatten schon gesehen, wie er in Kapitel 1, Vers 9 ihnen geschrieben hat, dass er darum betet, dass ihre Liebe mehr und mehr überströme in Erkenntnis und allem Urteilsvermögen, damit sie prüfen können, worauf es ankommt. Aber hier in Kapitel 2, Vers 2 wird deutlich, dieses Überströmen der Liebe führt nicht nur zu größerer theologischer Erkenntnis, nicht nur zu einem größeren sittlichen Taktgefühl, es führt zu echter Einheit.

[5:51] "So macht meine Freude völlig." Paulus sieht als höchstes Ziel, als größte Freude, die er haben kann über die Gemeinde nachzudenken. Das ist die höchste Freude, die Gemeinde machen kann, ist nicht, wenn sie nur theologische Wahrheiten erkannt hat und sich gut benimmt, egal ob er anwesend oder abwesend ist. Die größte Freude, die sie machen können, ist, wenn sie in echter geistlicher Einheit eins sind.

[6:24] In Vers 1 zählt Paulus die Bedingungen auf, die es braucht, die die Vorbedingung, mit denen diese Einheit zu erreichen ist. Er sagt: "Gibt es nun Ermahnung in Christus?" Ermahnung, die Paraklesis, so heißt es im Griechischen, die Ermunterung, das Ersuchen, die Bitte, auch der Trost. Ermahnung ist auch eine mögliche Übersetzung. Paraklesis. Das bedeutet, jemand wird herbeigerufen, zur Seite gerufen, um Unterstützung zu geben. Auch der Heilige Geist wird ein anderer Tröster, ein anderer Beistand genannt, ein anderer zur Unterstützung Herbeigerufener.

[7:08] Hier im Kontext passt vor allem das Wort Trost eigentlich ganz gut. Warum? In 2. Korinther Kapitel 1, Vers 5 lesen wir in 2. Korinther 1, Vers 5: "Denn wie die Leiden des Christus sich reichlich über uns ergießen, so fließt auch durch Christus reichlich unser Trost." Paulus hat die Erfahrung gemacht, dass obwohl er viele Schwierigkeiten hatte, Christus immer an seiner Seite stand und ihn getröstet hat.

[7:38] Hier in Philipper sehen wir, wie Paulus in Schwierigkeiten ist. Und wir haben ja gerade erst in Philipper 1, Vers 30, in den Versen vor Kapitel 2 gelesen, dass auch die Philipper Schwierigkeiten kannten. Es heißt in Philipper 1, Vers 30: "Sodass ihr denselben Kampf habt, den ihr an mir gesehen habt und jetzt von mir hört." Auch sie sind Teilhaber der Leiden Christi. Und wenn sie Teilhaber der Leiden Christi sind, wie 2. Korinther 1, Vers 5, wie er sagt: "Denn wie die Leiden des Christus sich reichlich über uns ergießen, dann fließt auch durch Christus reichlich unser Trost."

[8:14] Christus ist den Philippern zur Seite. Er ermahnt sie, aber er tröstet sie auch. Er ermuntert sie. Er steht ihnen bei. Und wenn Christus uns beisteht, dann ist auch die Ermahnung zu unserem Besten. Dann ist auch Ermahnung letztlich ein echter Trost, eine echte Ermutigung.

[8:43] Dass Jesus dieser Paraklesis, der Trost in der Bibel ist, das wird schon deutlich in Lukas 2 und dort Vers 25: "Und siehe, es war ein Mensch namens Simeon in Jerusalem. Und dieser Mensch war gerecht und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels. Der Heilige Geist war auf ihm."

[9:06] Paulus sagt also, wenn ihr durch Christus Trost, Unterstützung, Ermahnung erfahrt, wenn ihr außerdem Zuspruch der Liebe habt. Das Wort Zuspruch ist ganz ähnlich wie das Wort Ermahnung oder Trost. Paramythion, das ist das Wort, das einem zur Seite kommt. Paraklesis ist jemand, der gerufen wird, um einem zur Seite zu stehen. Paramythion ist das Wort, das einem zur Seite steht. Mit anderen Worten, die Liebe Gottes, diese Liebe Gottes spricht zu uns. Und wenn Gottes Liebe zu uns spricht, wissen wir, Gott ist mit uns. Er steht auf unserer Seite.

[9:51] Paulus sagt also, wenn ihr also die Erfahrung macht, dass Christus euch zur Seite steht, wenn ihr die Erfahrung macht, dass die Worte, in denen Gottes Liebe zu euch spricht, euch zur Seite stehen, wenn ihr Zuspruch habt der Liebe. Und dann folgt noch: "Gibt es Gemeinschaft des Geistes?"

[10:11] Auch die kennen wir aus den Korintherbriefen, aus 2. Korinther Kapitel 13. In 2. Korinther Kapitel 13 und dort Vers 13, im letzten Vers, sagt Paulus: "Die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen." Da haben wir sie alle drei: Jesus Christus, Gott und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes.

[10:41] Dieses Wort Gemeinschaft ist das Wort Koinonia, das wir schon kennengelernt haben in Philipper 1, Vers 5: "Wegen eurer Gemeinschaft am Evangelium vom ersten Tag an bis jetzt." Damals haben wir gesehen, Gemeinschaft meint nicht nur ein passives Teilnehmen an der Gemeinde, sondern durchaus eine aktive Anteilnahme. Man hat sozusagen, man ist ein Anteilseigner, wenn man so möchte. Man hat seine Aktien am Evangelium, wenn man so, man hat sich investiert, man unterstützt, man ist involviert.

[11:19] Der Heilige Geist ist nicht nur da, er ist aktiv da. Er unterstützt uns, er stärkt uns, er nimmt aktiv teil an unserem Leben. Paulus sagt, wenn es also die Ermahnung, den Trost durch den Beistand durch Christus gibt, wenn es den Zuspruch der Liebe Gottes gibt, die vom Thron Gottes selbst kommt, wenn es die Gemeinschaft des Heiligen Geistes gibt. Seht, wie Paulus hier die drei Personen der Gottheit alle drei im Blick hat, die alle mitwirken zu diesem großen Ziel.

[11:55] Die Einheit, von der er gleich sprechen wird in Vers 2 und 3 und 4, ist nicht das Resultat politischer Abwägung, nicht das Resultat von großer Disziplin und Anstrengung aus menschlicher Kraft. Es ist das Wirken Gottes auf allen Ebenen.

[12:17] "Gibt es nun bei euch Ermahnung in Christus? Gibt es Zuspruch der Liebe? Gibt es Gemeinschaft des Geistes? Gibt es Herzlichkeit und Erbarmen?" Das Wort Herzlichkeit ist interessant. Splagchnon ist eigentlich das sind die Eingeweide.

[12:33] In der Antike galten die Eingeweide als der Sitz der Gefühle, so wie bei uns das Herz. Und in beiden Fällen ist es natürlich anatomisch sicherlich nicht wirklich ganz korrekt, aber so hat man sich das vorgestellt und daraus hat sich abgeleitet, die Eingeweide dann auch mit Zuneigung, mit Liebe, Mitgefühl, Sympathie, mit solchen Begriffen zu verbinden.

[12:56] Ist dasselbe Wort, das in Philipper 1, Vers 8 steht, als Paulus sagte: "Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch allen verlangt in der herzlichen Liebe." Für dieses Wort herzliche Liebe ist dieses Wort Eingeweide. Dieses ganz tiefe innere, ja, emotionale Gefühl der Zuneigung und Sympathie.

[13:18] "Gibt es also Herzlichkeit und Erbarmen?" Erbarmen bedeutet auch so viel Mitleid, Erbarmen, Barmherzigkeit. Diese beiden Begriffe sind nicht voneinander zu trennen. Im Brief an die Kolosser hat Paulus sie sogar direkt verbunden. Kolosser 3 und dort Vers 12. Dort sagt er: "So zieht nun an als Gottes Auserwählte, Heilige und Geliebte, herzliches Erbarmen."

[13:46] Freundlichkeit, Demut, Sanftmut und Langmut. Paulus sagt uns also in Vers 1, was die Bedingungen sind, durch die überhaupt die Einheit, die in Vers 2 und 3 und 4 beschrieben wird, gelingen kann. Es braucht dazu den Beistand von Jesus Christus, der uns zur Seite steht. Es braucht den Zuspruch der Liebe Gottes. Gottes Liebe, wir müssen uns bewusst sein, was Gottes Liebe uns alles sagt. Wir brauchen die aktive Teilnahme, die Gemeinschaft, das Leben mit dem Heiligen Geist. Wir brauchen Herzlichkeit und Erbarmen.

[14:19] Und Paulus sagt nicht, wenn das da wäre, könnte man ja drüber nachdenken. Er sagt, wenn es das also nun gibt, wenn also Christus euch beisteht, wenn also die Liebe Gottes in den Verheißungen der Bibel euch Zuspruch gibt und euch zur Seite steht, wenn der Heilige Geist mit euch Gemeinschaft hat, wenn es Herzlichkeit und Erbarmen gibt, dann bitte nutzt das. Macht meine Freude völlig. Bitte lasst das nicht ungenutzt, lieber Freund, liebe Freundin, lasst uns nicht den Beistand Jesu in unserem Leben, die Gemeinschaft und Erfüllung mit dem Heiligen Geist, den Zuspruch der Verheißungen Gottes, die Herzlichkeit und das Erbarmen, das Gott in unsere Mitte gibt, lasst uns das nicht ungenutzt verstreichen.

[15:12] Er sagt: "Benutzt dies alles zu völliger Einheit." Das würde ihm, das wird ihm völlige Freude bereiten. Er sagt in Vers 2: "So macht meine Freude völlig, und zwar wie, indem ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und auf das eine bedacht seid."

[15:38] Paulus wusste, warum er das schreibt, denn obwohl die Gemeinde in Philippi aktiv war, ein großes Mitgefühl mit ihm hatte, ihn auch tatsächlich auch materiell unterstützte, gab es doch auch Uneinigkeit. Wir können das erahnen in Philipper 3, Vers 16, wo er sie ermahnt: "Doch wozu wir auch gelangt sein mögen, lasst uns nach derselben Richtschnur wandeln und dasselbe erstreben." Und er gibt uns dann in Kapitel 4 sogar ein konkretes Beispiel mit Namen. Er sagt in Philipper 4, Vers 2: "Ich ermahne Euodia und ich ermahne Syntyche, eines Sinnes zu sein, im Herrn." Das war also ein ganz reales Thema in der Gemeinde Philippi, ein ganz reales aktuelles Thema in unseren Gemeinden: eines Sinnes zu sein.

[16:27] Das, was Paulus beschreibt, ist nicht ein hohes Ideal, das nie erreicht werden könnte. Die Erfahrung der Apostel zu Pfingsten belegt, es ist möglich. Das Wirken Gottes im Leben von Menschen, die das Wirken Gottes in Anspruch nehmen, zeigt: Echte Einheit ist möglich. Wenn wir unsere eigene Geschichte der Adventbewegung schauen, dann sehen wir, wie trotz unterschiedlicher Ansichten unsere Pioniere sich im gemeinsamen Gebet, im gemeinsamen Studium und in der Einheit dann so gefunden haben, dass eine echte Einheit entstanden ist.

[17:05] Eines Sinnes. Das ist wirklich ein hohes Ideal. Eines, das nur durch Gottes Wirken erreicht werden kann. Es bedeutet wörtlich, dass ihr dasselbe denkt, dasselbe meint, dasselbe urteilt.

[17:29] Die Aufforderung ist also: "Macht meine Freude völlig, indem ihr dasselbe denkt." Was jetzt folgt, ist im Griechischen eigentlich immer nur eine Beschreibung, eine Illustration dieses Gedankens. Der Hauptgedanke ist: "Macht meine Freude völlig." Macht, dass ich mich absolut freuen kann, weil ihr alle dasselbe denkt, und zwar als solche, die die gleiche Liebe haben, als solche, die einmütig sind, als solche, die das eine denken. Wenn wir dieselbe Liebe haben, wenn wir einmütig sind und wenn wir das eine denken, dann werden wir tatsächlich alle dasselbe denken.

[18:21] Vers 3. Auch dieser Vers gehört noch zum Satz dazu, eine weitere Beschreibung der Menschen, die alle dasselbe denken. Wir haben gesehen in Vers 2: "So macht meine Freude völlig, indem ihr eines Sinnes seid." Und jetzt wörtlich: "Als solche, die gleiche Liebe haben, als solche, die einmütig sind, als solche, die auf das eine bedacht sind." Und dann heißt es hier: "Tut nichts aus Selbstsucht", wörtlich, "nicht gemäß der Selbstsucht, noch gemäß dem nichtigen Ehrgeiz."

[18:54] Selbstsucht. Das ist das Wort, was wir schon kennengelernt haben in Philipper 1, Vers 16, wo es heißt: "Diese verkündigen Christus aus Selbstsucht." Wir haben damals gesehen, das Wort kann Selbstsucht oder auch Streitsucht bedeuten. Beides hängt ja letztlich auch miteinander zusammen. Hier sehen wir, dass Paulus tatsächlich, selbstverständlich das Verhalten dieser bestimmten Brüder in Rom nicht gutheißen konnte, auch wenn er trotzdem geschrieben hat in Vers 18, dass er sich freut, dass das Evangelium selbst unter solchen Umständen gepredigt wird. Wir haben damals gesehen, nachdem was wir sehen können, muss es dort Christen gegeben haben, die sich von Paulus distanziert haben, die Paulus sozusagen auf Abstand gehalten haben und gleichzeitig Jesus gepredigt haben, die das quasi mit Selbstsucht und Streitsucht getan haben, mit einem Parteigeist, wenn man so möchte. Und Paulus hat geschrieben, ich freue mich, dass trotzdem Jesus gepredigt wird. Aber hier sehen wir, das ist nicht das, was eigentlich das Ideale in der Gemeinde ist. Er sagt an die Philipper: "Tut nichts aus Selbstsucht oder nichtigem Ehrgeiz."

[20:09] "Sondern in Demut." Wörtlich heißt das: "Von sich selbst niedrig denken." Das ist also Bescheidenheit.

[20:21] Das wahrscheinlich größte Problem, das wir alle haben, ist, dass wir eine ziemlich tolle Meinung von uns selbst haben. Und damit kämpfen wir alle, oder? Aber Paulus legt den Finger auf die Wunde und schreibt hier einer aktiven, gläubigen, missionarischen Gemeinde, dass es noch etwas zu lernen gibt, dass da noch Luft nach oben ist. Er sagt: "Macht meine Freude völlig. Nutzt all das, was Gott euch gibt. Nutzt seinen Zuspruch. Nutzt seine Gegenwart, seine Gemeinschaft und lernt von euch selbst niedrig zu denken, den anderen höher zu achten als sich selbst."

[21:01] All das eine Erklärung der Menschen, die dasselbe denken. Also wörtlich noch mal ab Vers 2: "So macht meine Freude völlig, indem ihr dasselbe denkt: als solche, die gleiche Liebe haben, als solche, die einmütig sind, als solche, die das eine denken, nicht gemäß der Selbstsucht und nicht gemäß oder weder gemäß der Selbstsucht, noch gemäß dem nichtigen Ehrgeiz, sondern als solche, die in Bescheidenheit einander höher achten als sich selbst." Das ist alles immer noch die Erklärung für dasselbe Denken.

[21:36] Nur bescheidene Christen können echte Einheit haben. Es stimmt. Biblische Einheit basiert auf der Wahrheit des Wortes Gottes. Jesus hat das ganz deutlich gemacht in Johannes Kapitel 17, als er gesagt hat in Vers 17: "Heilige sie in deiner Wahrheit, dein Wort ist Wahrheit." Und dann später Vers 21: "Auf, dass sie alle eins seien, gleich wie du, Vater, in mir und ich in dir. Auf dass auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast."

[22:12] Wir sehen hier also ganz deutlich, dass Einheit nicht durch politische Kompromisse und ein Abgehen von der Wahrheit erreicht werden kann. Es ist nicht das arithmetische Mittel zwischen den einzelnen Positionen, die Menschen so haben. Es basiert auf der Wahrheit Gottes. Aber Paulus zeigt uns auch, dass echte biblische Einheit ausschließlich in Bescheidenheit funktioniert.

[22:40] Nur bescheidene Christen, die die biblische Wahrheit vertreten, können auch echte Einheit haben. Und ist euch aufgefallen? Ist mir gerade aufgefallen, dass hier in Johannes 17, wo Jesus die Einheit beschreibt, er ja die Einheit Gottes – Vater, Sohn, Heiliger Geist – hier in diesem Fall in Johannes 17 erstmal der Vater und er selbst, dass er diese Einheit als Maßstab nimmt für die Einheit der Christen. Und jetzt – und das ist mir gerade aufgefallen – wir in Philipper 2 ja genau diese Anspielung haben auf Christus, auf den Geist, auf die Liebe. Da ist sicherlich die Liebe Gottes gemeint.

[23:31] So wie Jesus sagt: "So wie wir eins sind, sollen auch sie eins sein." Paulus sagt, wenn ihr also das Wirken des Geistes, das Wirken Jesu, das Wirken Gottes in eurem Leben, eurer Gemeinde habt, dann macht meine Freude völlig und denkt auch gleich, habt diese Einheit, um die Jesus gebetet hat.

[23:58] Den anderen höher schätzen als sich selbst. Sollen wir vielleicht das Experiment mal machen, gedanklich uns in unsere Gemeinde hineinversetzen und uns die Frage stellen: Kann ich über alle Geschwister in der Gemeinde höher denken als über mich?

[24:19] Dann merken wir, wo die Stolpersteine sind auf dem Weg zur echten Einheit. Diese Stolpersteine sind in meinem Herzen und die müssen dort weg.

[24:30] Vers 4 ist noch eine weitere Fortsetzung desselben Satzes: "Jeder schaue nicht auf das Seine, sondern jeder auf das des anderen." Wörtlich: "Als solche, die nicht die eigenen Dinge (kann man hinzufügen) ins Auge fassen, sondern die der anderen."

[24:50] Das Wort schauen ist das griechische Wort skopeō. Wir kennen vielleicht das Teleskop, wir kennen das Mikroskop. Man tut etwas unter das Mikroskop, um dort genau hineinzuschauen in die Zelle. Man schaut durch das Teleskop, um genau hinzuschauen in das Universum. Es bedeutet, etwas genau anschauen, etwas erforschen, etwas zielgerichtet betrachten. Worauf ist unser Augenmerk gerichtet? Auf unser eigenes oder auf das der anderen?

[25:30] Die Bibel sagt uns, dass diese Liebe, die uns in Philipper 2, Vers 1 Zuspruch gibt, diese Liebe, das heißt von ihr in 1. Korinther 13 ab Vers 4: "Die Liebe ist langmütig und gütig. Die Liebe beneidet nicht, die Liebe prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf, ja, nicht in eitlem Ehrgeiz, nichtigem Ehrgeiz." Vers 5: "Sie ist nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre."

[26:05] Das ist die Auswirkung echter göttlicher Liebe im Leben einer Gemeinde, im Leben einer Familie, im Leben von gläubigen Menschen. Wenn wir die Liebe so schätzen und immer von ihr reden, lasst uns doch diese Liebe tatsächlich annehmen. Diese Liebe wird uns dazu führen, andere höher zu achten als uns selbst.

[26:28] Wenn wir uns selbst höher achten als andere, dann mögen wir vielleicht die Liebe Gottes im Mund führen, aber wir haben sie nicht im Herzen. Paulus sagt: "Macht meine Freude völlig, wenn das auf euch einwirkt. Der Beistand Christi, die Gemeinschaft des Heiligen Geistes, der Zuspruch der Liebe."

[26:50] "So macht meine Freude völlig, indem ihr alle dasselbe denkt, als solche, die gleiche Liebe haben, als solche, die einmütig sind, als solche, die das eine denken, nicht gemäß der Selbstsucht, nicht gemäß dem nichtigen Ehrgeiz, als solche, die in Bescheidenheit den anderen höher achten als sich selbst, als solche, die nicht die eigenen Sachen ins Auge fassen, sondern die der anderen."

[27:23] Paulus weiß, für dieses Ziel braucht es ein vollkommenes und perfektes Vorbild. Eines, auf das wir schauen können, das uns genau zeigen wird, wie das aussieht und das uns genau zu diesem Ziel führen wird. Dieses Vorbild ist niemand anderes als Jesus Christus.

[27:45] Vers 5: "Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war, der, als er in der Gestalt Gottes war, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein, sondern er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen. Und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja, bis zum Tod am Kreuz."

[28:34] Es gibt in diesen Versen ein paar schwierige Worte, ein paar interessante Kombinationen, Konstruktionen, aber davon unabhängig wird eine Sache ganz, ganz deutlich jedem, der diese Passage zum allerersten Mal liest: Jesus hat echte Demut bewiesen. Er, der Gott ist, hat sich ganz erniedrigt. Und Paulus sagt, unabhängig von allen griechischen Worten und allen Konstruktionen, alles, was man sich genauer anschauen kann, die große Botschaft ist: So wie Jesus gedacht hat, so sollt auch ihr denken und zwar alle. Dann sind wir, wenn alle so denken wie Jesus, sind auch alle eines Sinnes. Dann denken alle dasselbe.

[29:30] "Denn ihr sollt so gesinnt sein." Das Wort "war" hier ist eigentlich im Original gar nicht enthalten, wie es auch in Christus Jesus. Und jetzt kann man sozusagen gedanklich ergänzen: "war" oder auch "ist". Denn das, was hier beschrieben wird, ist ja nicht eine Einstellung, die Jesus zwischenzeitlich mal gehabt hat und jetzt nicht mehr hat. Die Einstellung, die hier von Jesus beschrieben wird, ist sein Wesenskern. So ist Jesus. Aber das "war" ist insofern berechtigt, wenn man sagen möchte, dass man das in dem vergangenen Erdenleben von Jesus sehen konnte. Das liegt ja in der Vergangenheit. Jetzt ist er im Himmel. Aber er ist immer noch, und das ist mir wichtig, er hat immer noch genau denselben Charakter.

[30:30] Vers 6: "Der, als er in der Gestalt Gottes war." Das Wort Gestalt (morphē) kommt noch in Markus 16, Vers 12 vor, wo Jesus sich in einer anderen Gestalt den Emmausjüngern offenbarte. Das ist vielleicht jetzt für unsere Thematik gar nicht so entscheidend. Was viel wichtiger ist, ist die Frage, was dieser Vers eigentlich wirklich bedeutet. Vor allem der zweite Teil des Verses, der "als er in der Gestalt Gottes war", also Jesus die Gestalt Gottes habend oder wörtlich "der in der Gestalt Gottes seiend".

[31:12] Und jetzt kommt in der Schlachterübersetzung, der Schlachter 2000: "es nicht für einen Raub festhielt." Wichtig ist zu wissen, das Wort "festhielt" ist eigentlich keine wörtliche Übersetzung. Und ich würde sogar behaupten, keine gute Übersetzung. Das griechische Wort hēgeomai bedeutet eigentlich "meinen", "glauben", "für etwas halten". Also halten im Sinne von: "Ich halte mich für geeignet oder ungeeignet." "Ich halte mich für qualifiziert." "Ich halte das für eine gute Sache." Nicht im Sinne von: "Ich halte eine Bibel physisch." Es geht also nicht so sehr um ein Festhalten, sondern um eine Meinung, die Jesus gehabt hat.

[31:51] Diese also oft anzutreffende Übersetzung ist eigentlich nicht gerechtfertigt, so wie ich das sehen kann. Jesus hat es nicht für einen Raub gehalten, Gott gleich zu sein. Paulus sagt nicht, er hat es nicht festgehalten, sondern er sagt, Jesus hat es nicht, er war nicht der Meinung, dass es ein Raub ist, Gott gleich zu sein. Das ist, was dort eigentlich steht. Er war nicht der Meinung, dass es ein Raub ist, Gott gleich zu sein.

[32:23] Das heißt, Jesus war nicht der Meinung, dass die Aussage, dass er mit Gott gleich ist, irgendwie eine Anmaßung ist. Ja, ein Raub ist ja, wenn ich etwas mir nehme, was mir von Rechts wegen gar nicht zusteht. Etwas, was mir nicht gehört. Wenn also gesagt wird, Jesus ist Gott gleich, hat Jesus sich nichts genommen, was ihm nicht auch zugestanden hätte. Er hat nicht sich etwas geraubt. Jesus war nicht der Meinung, dass seine Gleichheit mit Gott unrechtens gewesen wäre. Und ich glaube, Paulus betont damit, dass Jesus von Rechts wegen Gott gleich gewesen ist.

[33:04] Wer war es denn, der behauptet hat, dass Jesus sich etwas genommen hat, was ihm gar nicht gehört hat? War es nicht Satan gewesen, der behauptet hatte, Jesus wäre unrechtmäßig erhöht worden und dadurch hätte Satan einen Nachteil bekommen, also Luzifer, der zu Satan wurde? Aber das war eine falsche Anklage.

[33:27] Wenn Jesus im Himmel als gleichberechtigt mit dem Vater angesehen und angebetet wurde, hatte er dadurch, so sagt es der Paulus, nichts geraubt. Nun gibt es noch eine andere Auslegungsvariante, die manchmal angeführt wird, die zwar auch übersetzt, dass er es nicht wie einen Raub hielt, aber dort wird dann gesagt, dass er sozusagen, dass das Wort Raub hier als etwas Positives gesehen wird, als ein Wertvolles. Also dahinter steckt dann die Idee, wenn jemand etwas raubt, besitzt der etwas enorm Wertvolles und gibt es dann nicht wieder her. Also jemand, der etwas raubt, der will es nicht wieder hergeben. Ja, und dann sagt man, ja, Jesus hat es aber nicht wie einen Raub gesehen. Er war bereit, es herzugeben. Man argumentiert dann, Jesus hat das, was er dort besessen hat, aufgegeben.

[34:19] Diese Sichtweise hat aus meiner Sicht folgende Probleme: Zum einen wird damit der Zustand von Jesus vor der Fleischwerdung als ein Raub beschrieben, was sehr ungewöhnlich ist, denn Raub ist sündig, ist eine Gesetzesübertretung. Und es wäre sehr merkwürdig, dass Paulus, der so wortgewandt ist, ausgerechnet eine so missverständliche Begrifflichkeit verwendet hätte. Zum anderen würde das ja bedeuten, wenn es so wäre, dass er nämlich das Gottgleichsein aufgegeben hätte. Ja, wenn ich also sage, er hat es nicht für einen Raub gehalten im Sinne von er wollte es nicht festhalten, da kommt dann letztendlich wieder die Bedeutung von "festhalten" ins Spiel. Er hat es also nicht so für sich klammern wollen, das Gottgleichsein, dann würde das ja bedeuten, dass er das Gottgleichsein aufgegeben hat.

[35:08] Aber ich möchte darauf hinweisen, dass in Johannes 10 Jesus auf der Erde nach seiner Menschwerdung deutlich sagt: "Ich und der Vater sind eins." Er sagt: "Ich und der Vater waren eins." Er sagt: "Ich und der Vater sind eins." Jesus hat sein Gottsein nicht aufgegeben, als er Mensch wurde.

[35:34] Mit anderen Worten, Vers 6 beschreibt noch nicht, dass Jesus etwas aufgibt, sondern Vers 6 beschreibt, so wie ich das verstehe, vom Griechischen her ganz deutlich, die Gottheit Jesu in ihrer Fülle.

[35:53] Wörtlich übersetzt: "Der in der Gestalt Gottes seiend es nicht für einen Raub hielt, Gott gleich zu sein." Mit anderen Worten, er hielt es nicht für unrechtmäßig angeeignet, wenn er sagte, dass er Gottgleich ist. Er war der Meinung, dass es rechtmäßig ist, Gott gleich zu sein. Damit sagt Paulus: Jesus, unser Vorbild gleich für die Selbsterniedrigung, er ist Gott. Gott gleich in der Form Gottes.

[36:30] Und jetzt kommt Vers 7: "Sondern..." Das "alla" kann auch übersetzt werden mit "aber". Er ist Gott. Aber jetzt kommt etwas anderes dazu. Ich glaube, dieses "aber" passt hier besser. Und wer sich für die grammatische Begründung interessiert, der kann im Sendemanuskript das noch einmal genauer nachvollziehen. Das haben wir dort ausführlich beschrieben.

[36:57] Man könnte es so übersetzen: "Er, in der Gestalt Gottes seiend, hielt es nicht für einen Raub", das heißt wörtlich oder also nicht wörtlich, sondern anders ausgelegt: "Er hielt es für sein Recht, Gott gleich zu sein. Aber er hat sich freiwillig erniedrigt. Er entäußerte sich selbst."

[37:22] "Er nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen." Das Wort "entäußert" ist sehr interessant. Man fragt sich natürlich, was genau bedeutet das, wenn wir gerade gesagt haben, er ist immer noch Gott gewesen. Also was bedeutet dann diese Entäußerung? Das Wort kommt im Neuen Testament noch an folgenden Stellen vor: In Römer 4, Vers 14: "Der Glaube ist wertlos, wenn die vom Gesetz Erben sind." 1. Korinther 1, Vers 17: "Das Kreuz wird entkräftet, wenn mit menschlicher Redeweisheit gepredigt wird." Das Kreuz verliert seine Wirkung sozusagen, wenn man es mit menschlicher Rhetorik einfach ersetzt. 1. Korinther 9, Vers 15: Da sagt Paulus, dass er nicht möchte, dass ihm jemand den Ruhm zunichtemacht.

[38:08] Hier geht es also letztlich um eine Entkräftung, um etwas, das eigentlich Macht und Kraft hat, plötzlich sozusagen ohne Macht, ohne Kraft, ohne Bedeutung sozusagen oder ohne Wert dann da steht. Man könnte also vielleicht auch sagen, Jesus entkräftete sich. All die ganze Macht und Gewalt, die er hat als Gott, hat er abgelegt. Er hat nicht seine Gottheit selbst abgelegt, aber er wurde Mensch und hat auf der Erde jetzt nicht ständig wie Gott gehandelt. Er hat sich sozusagen entkräftet, wenn man das so möchte, die Gestalt eines Knechtes annehmend.

[38:54] Das Wort Gestalt ist hier dasselbe Wort wie in Vers 6. Er war und ist in der Gestalt Gottes. Er hat die Gestalt eines Knechtes, eines Menschen angenommen. Er ist Gott und Mensch.

[39:11] Das Wort Knecht ist hier ganz bedeutsam, denn schon im Alten Testament ist der Messias immer wieder auch als Knecht bezeichnet worden vom Propheten Jesaja, der Knecht Gottes. Jesaja 52, Vers 13: "Siehe, mein Knecht wird einsichtig handeln. Er wird erhoben sein, erhöht werden und sehr erhaben sein." Dazu kommen wir gleich noch, wenn wir Philipper weiterlesen.

[39:34] Aber hier dann weiter in den folgenden Versen wird beschrieben in Jesaja 53, Vers 2: "Er wuchs auf vor ihm wie ein Reis, wie ein Wurzelspross aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und keine Pracht. Wir sahen ihn, aber sein Anblick gefiel uns nicht. Verachtet war er und verlassen von den Menschen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut, wie einer, vor dem man das Angesicht verbirgt, so verachtet war er und wir achteten ihn nicht."

[40:01] Vers 5: "Doch er wurde um unserer Übertretung willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen. Die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten. Durch seine Wunden sind wir geheilt worden." Jesus ist Knecht geworden.

[40:17] Er, der in Gestalt Gottes Gott gleich war und das kein Raub darstellte, wird Knecht. Der Knecht, der in Jesaja 53 beschrieben wird, der die Sünden der Welt hinwegträgt, so wie Johannes 1, Vers 29 sagt, die Sünden der Welt trägt.

[40:41] "Er wurde wie die Menschen", heißt es hier in Vers 7, "im Ebenbild der Menschen seiend" oder "im Ebenbild der Menschen werdend", parallel zu der davor ist, hat die Gestalt eines Knechtes angenommen, indem er sozusagen das Ebenbild von Menschen geworden ist.

[41:04] Lieber Freund, liebe Freundin, wir stehen hier vor gewaltigen Mysterien, Geheimnissen, die wir mit unserem begrenzten Verstand nicht einmal ansatzweise genau umfassen und definieren können. Und es wird gesagt in einem Brief von 1889: "Christus hätte während seines irdischen Dienstes nichts für die Rettung der gefallenen Menschen tun können, wenn das Göttliche nicht mit dem Menschlichen vermischt gewesen wäre. Die begrenzte Kapazität des Menschen kann dieses wundervolle Geheimnis nicht definieren. Die Mischung der zwei Naturen, das Göttliche, das Menschliche, es kann niemals erklärt werden, der Mensch muss sich wundern und still sein."

[41:56] Und doch hat der Mensch das Privileg, das Vorrecht, ein Teilhaber der göttlichen Natur zu sein. Und auf diese Weise kann er bis zu einem gewissen Grad, sagt sie, in dieses Geheimnis eindringen. Wir können es theologisch abstrakt nicht definieren, nicht in eine Formel bringen. Alle Versuche, das zu definieren, sind alle gescheitert. Wer sich für Kirchengeschichte interessiert, kann sehen, wie in Chalkedon 451 sich die Kirchenväter wirklich rhetorisch einen fast abgebrochen haben, um irgendwie das zu definieren und letztendlich zu einer Formel gekommen sind, die in sich selbst unlogisch ist.

[42:43] Wir können es nicht definieren, aber wir können es bis zu einem gewissen Grad erfahren. Denn Jesus ist nicht einfach nur abstrakt Mensch geworden. Er ist Mensch geworden, um Gott mit uns zu sein. Wir können Teilhaber der göttlichen Natur werden, indem wir in Jesus sind. Denn in Jesus ist das Göttliche und das Menschliche verbunden. Durch Jesus haben wir Anteil an diesem Geheimnis.

[43:13] "Wie die Menschen." Manchmal entsteht die Frage, wie sehr Jesus Mensch war. Das griechische Wort "wie die Menschen", dort steht wörtlich ja das Ebenbild oder die Ähnlichkeit oder die Gleichheit. Das ist genau die Frage: Heißt dieses homoioma, heißt das Ähnlichkeit, also im Wesentlichen wie Menschen mit kleinen Unterschieden, oder genauso wie die Menschen in allen Details und in allen Aspekten? Das hat ja Auswirkungen auch auf das Verständnis, wie wir Jesus als Mensch sehen.

[43:40] War er den Menschen exakt gleich oder war er ihnen nur sehr ähnlich? Manche argumentieren, dass das Wort homoioma eigentlich Ähnlichkeit bedeutet. So kann man das meistens auch in der Schlachter lesen, in den Kommentaren. Und deswegen kann man nicht sagen, Jesus wäre exakt gleich wie die Menschen in allen Dingen, die uns heute betreffen. Und wir haben hier im Sendemanuskript die Stellen aufgeführt, an denen das Wort noch vorkommt, sodass jeder selbst das einmal nachlesen kann und durchdenken kann. Es gibt mindestens eine Stelle in Römer 5, Vers 14, wo aber homoioma tatsächlich Gleichheit meint und nicht wirklich mit Ähnlichkeit übersetzt werden kann. Das heißt zumindestens, dass man vom Griechischen her nicht einfach so argumentieren kann, Jesus sei nur ähnlich gewesen und nicht gleich, denn diese Möglichkeit besteht vom Griechischen, glaube ich, sehr wohl.

[44:37] In jedem Fall muss uns eine Sache, egal wie wir in bestimmten Detaildefinitionen, die manchmal gar nicht so einfach sind, menschlich zu erfassen, wie wir dort uns positionieren, muss uns eine Sache ganz deutlich sein: Jesus ist ganz Gott und er ist ganz Mensch. Er ist nicht halb Gott und halb Mensch, nicht vor allem Gott und ein bisschen Mensch oder vor allem Mensch, ein bisschen Gott. Er ist nicht fast Gott oder fast Mensch. Er ist ganz Gott und ganz Mensch. Er ist Immanuel. Er ist Gott mit uns.

[45:12] Die Jakobsleiter, die geht von ganz unten bis nach ganz oben. Und wenn da unten eine Sprosse fehlen würde, vielleicht denken wir, ach, na ja, das passt halt trotzdem. Nein, wir könnten in unserem Zustand nicht einmal die eine Sprosse ersetzen. Ich kann nur gerettet werden, wenn die Leiter, die Treppen, die Jakob gesehen hat, von ganz oben bis nach ganz unten gehen, bis auf den Boden. Nur dann, wenn sie von dort, wo ich bin, von ganz unten bis zum Thron Gottes gehen. Nur dann kann ich dort auch ankommen. Und ich glaube von meinem ganzen Herzen, dass Jesus ganz Gott und ganz Mensch gewesen ist. Ich kann das nicht erklären. Ich kann das nicht bis ins letzte definieren, aber ich glaube es, weil Jesus es in der Bibel von A bis Z immer wieder so offenbart.

[46:17] Vers 8: "Und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden." Dieses Wort äußere Erscheinung (schēma). Die Haltung könnte vielleicht auf den ersten Blick den Eindruck erwecken, Jesus wäre nur äußerlich Mensch gewesen, aber innerlich etwas anderes. Aber wenn wir in 1. Korinther 7 schauen, dort lesen wir dasselbe Wort noch einmal in 1. Korinther 7, Vers 31. Dort heißt es: "Und diese Welt gebrauchen, als gebrauchten sie sie gar nicht, denn die Gestalt dieser Welt vergeht." Paulus will ja nicht sagen, dass nur die Welt äußerlich vergeht, aber das, was die Welt innerlich zusammenhält an Weltlichkeit, dass das bleiben wird. Also sollte man das nicht überbetonen mit der äußeren Erscheinung. Natürlich heißt das Wort eigentlich das, was man von außen betrachtet sieht. Ich glaube, der Punkt ist nicht, dass Paulus wollte sicherlich nicht sagen, dass Jesus nur dem äußeren Schein nach Mensch gewesen ist, sondern wenn man den Kontext anschaut, dann geht es, glaube ich, darum, dass er sagen möchte, auch andere, die ihn gesehen haben von außen, haben entdeckt: Er ist ein Mensch. Er wurde in seiner äußeren Erscheinung, also von außen, als Mensch erfunden. Sein Punkt ist also: Jesus ist Mensch geworden, ist den Menschen gleich geworden ins Ebenbild der Menschen. Und auch andere, die ihn gesehen haben, seine Zeitgenossen, haben festgestellt, er ist ein Mensch von dem, was sie halt von außen sehen konnten.

[47:45] Vers 8: "Und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst." Jesus hat sich entäußert oder entkräftet (Vers 7), oder hat sich erniedrigt (Vers 8). Das eine bezieht sich vor allem auf seine Macht, seine Machtwirkung, die er hatte im Universum als Herrscher des Universums. Er hat das entkräftet. Er hat das sozusagen, also die Kraft, die er da hatte, diese Autorität abgelegt. Er hat auch die Position abgelegt. Das bezieht sich auf das Erniedrigen. Entkräftet oder entäußert und erniedrigt. Sowohl die Macht als auch die Stellung und Position. Und beides hat er aufgegeben.

[48:32] Wenn wir so gesinnt sind wie Jesus, werden wir sowohl unseren Einfluss, unsere Macht als auch unsere Position, unser Amt, unsere Stellung bereit sein aufzugeben für die Einheit der Gemeinde. Und es ist nicht genau dort, wo es oft so richtig hakt, unabhängig davon, ob Menschen eine liberale oder konservative Theologie haben, dass wir vielleicht manchmal sogar für die Wahrheit einstehen, aber auf unseren eigenen Ämtern, Positionen, Einflüssen, Autoritäten beharren und so der Einheit im Weg stehen, weil wir nicht Jesus folgen, der sowohl seine Macht als auch seine Position aufgegeben hat.

[49:16] Vers 8: "Und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod." Jesus, so sagt uns der Paulus im Hebräerbrief, hat den Gehorsam gelernt. Es heißt in Hebräer Kapitel 5 und dort Vers 8: "Und obwohl er Sohn war, hat er doch an dem, was er litt, den Gehorsam gelernt."

[49:54] Jesus, das Paradebeispiel für echte Demut, die zur Einheit führt, hat Gehorsam gelernt. Wir werden niemals eine Einheit in der Gemeinde ohne Gehorsam haben. Nur Menschen, die Gott gehorsam sind, können auch dasselbe denken, die gleiche Liebe haben und den anderen höher achten als sich selbst. Ohne Gehorsam ist die Einheit, für die Jesus gebetet hat, nicht möglich.

[50:32] Vielleicht sollten alle, die immer die Einheit betonen und den Gehorsam aus den Augen verlieren, darüber nachdenken, dass es ohne Gehorsam keine Einheit gibt. Und vielleicht sollten diejenigen, die den Gehorsam betonen und die Einheit vernachlässigen, darüber nachdenken, dass der Gehorsam ein Ziel hat. Wir alle, egal wo wir uns gerade befinden in unserem geistlichen Wachstum und Weg, ich glaube, wir alle haben an diesem Text viel zu lernen. Ich auf jeden Fall und wahrscheinlich du auch, oder?

[51:14] Jesus erniedrigte sich. Er erniedrigte sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod. Und Paulus zeichnet jetzt diese Erniedrigung bis zum schmählichen Ende, dem Tod eines Verbrechers am Kreuz. "Ja, bis zum Tod am Kreuz."

[51:36] Kannst du mir sagen, lieber Freund, liebe Freundin, warum Jesus am Kreuz von Golgatha gestorben ist? Die Wahrheit ist, es war wegen mir und wegen dir. Er ist gestorben, damit es uns gut geht, damit wir ewiges Leben haben.

[51:57] Johannes 6, Vers 51: "Ich bin das lebendige Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist. Wenn jemand von diesem Brot isst, so wird er leben in Ewigkeit. Das Brot aber, dass ich geben werde, ist mein Fleisch, dass ich gebe für das Leben der Welt."

[52:18] Jesus hat gesagt in Johannes Kapitel 10, dass er gekommen ist, heißt hier: "Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es im Überfluss haben." Johannes 3, Vers 16: "Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat." Jesus kam auf diese Welt, um mich zu erlösen von meiner Sünde. Matthäus Kapitel 1, Vers 21: "Sie wird aber einen Sohn gebären und du sollst ihm den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk erretten von ihren Sünden."

[52:53] Warum hat Jesus sich so erniedrigt? Damit es mir gut geht, damit ich ewiges Leben habe, damit ich wiederhergestellt werden kann? Damit meine Sünde vergeben werden kann, damit meine Schuld weggenommen werden kann.

[53:06] Jesaja 53, wir haben es ja gerade schon gelesen. Vers 4: "Fürwahr, er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen. Wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt. Doch er wurde um unserer Übertretung willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen. Die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten. Durch seine Wunden sind wir geheilt worden."

[53:33] Weißt du, dass Jesus Sünde hasst? Die Bibel sagt uns ganz deutlich in Hebräer, Kapitel 1 und dort Vers 8, dass er Sünde hasst wie die Pest. Hebräer 1, Vers 8 und 9: "Aber von dem Sohn: Dein Thron, o Gott, währt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Das Zepter deines Reiches ist ein Zepter des Rechts. Du hast Gerechtigkeit geliebt und Gesetzlosigkeit gehasst."

[54:02] Schaut noch mal zu Jesaja 53. "Wir alle gingen in die Irre wie Schafe. Jeder wandte sich auf seinen Weg, aber der Herr warf unser aller Schuld auf ihn." Er hat sich mit unserer Sünde identifiziert. Er ist für uns zur Sünde gemacht worden. Er hat nicht kurz einfach mal schnell sich vom Thron hinab und jemandem aufgeholfen. Er hat sich erniedrigt bis an den untersten Punkt, um das auf sich zu nehmen, was er am allermeisten hasste, einzig und allein, damit ich leben kann.

[54:45] Und er hat gewusst, dass viele das nicht mal glauben werden, dass viele das nicht annehmen werden. Hat es trotzdem gemacht. Ist für seine Feinde gestorben, hat seine Feinde geliebt, hat dich und mich geliebt, obwohl wir ihn nicht zurückgeliebt haben. Und alles, was er sich wünscht, ist, dass Menschen das verstehen und auch so denken wie er, ihn zurücklieben.

[55:23] Das Blut von Jesus, das Blut, Zeichen seiner Erniedrigung und Demut und Bescheidenheit und Selbstaufopferung. Dieses Blut hat ein Ziel. Matthäus 26 und dort Vers 28. Dort sagt Jesus: "Denn das ist mein Blut, das des neuen Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden." Jesus ist für mich gestorben, um meine Sünden zu vergeben, damit ich vor Gott stehen kann, als hätte ich nie gesündigt und mit ihm einen neuen Bund habe.

[56:04] Was heißt Bund? Eine Verbindung, eine Einheit. Wir haben gesehen, die Einheit, für die Paulus betet, ist nur möglich in der Bescheidenheit und Demut, die Jesus gezeigt hat. Hier sagt Jesus, dass seine ganze Erniedrigung, seine Selbstaufopferung dieses Ziel hat, dass der neue Bund realisiert werden kann, wenn Gottes Gesetz in unserem Herz ist, wenn wir ihm gehorsam sind, wenn wir ihn persönlich kennen, wenn unsere Sünden ganz vergeben sind.

[56:42] In Jeremia 32 steht, was das für eine Einheit ist. Jeremia 32 und dort ab Vers 37: "Siehe, ich will sie sammeln aus allen Ländern, wohin ich sie in meinem Zorn und Grimm und meiner großen Entrüstung verstoßen habe. Und ich werde sie wieder an diesen Ort zurückführen und sie sicher wohnen lassen. Und sie sollen mein Volk sein und ich will ihr Gott sein und ich will ihnen ein Herz und einen Wandel geben. Echte Einheit, dass sie mich allezeit fürchten, ihnen selbst zum Besten und ihren Kindern nach ihnen. Und ich will einen ewigen Bund mit ihnen schließen, dass ich nicht von ihnen ablassen will, ihnen wohlzutun. Und ich werde die Furcht von mir in ihr Herz geben, damit sie nicht mehr von mir abweichen." Eine beständige Einheit zwischen Gott und den Menschen.

[57:40] Jesus hat sich selbst erniedrigt und ist gestorben, damit Gott und Mensch auf immer eins sein können. Und so sagt Paulus, wenn wir das sehen, lasst uns in unserer Sphäre – wir sind nicht Gott und können nicht erst Mensch werden. Wir können auch nicht für die Sünden anderer sterben. Aber lasst uns in dem Gebiet, in der Sphäre, auf der Ebene, auf der wir handeln können, lasst uns demütig und bescheiden den anderen höher achten. Lasst uns uns selbst aufopfern zum Wohl anderer, damit wir auch untereinander eine bleibende Einheit haben.

[58:29] Jesus hat sich freiwillig für all das entschieden. So lesen wir das in Johannes 10, Vers 17, 18. Er sagt: "Niemand nimmt es von mir, ich lasse es von mir selbst aus." Es war ja seine Gesinnung, seine Idee, sein Plan. Man hat ihn nicht dazu gedrängt, nicht manipuliert, nicht gezwungen. Es war seine Gesinnung. So hat er gedacht.

[58:56] Jesu Tod auf Golgatha ist nicht nur – nicht nur, das wäre schon gigantisch genug – nicht nur das Mittel, mit dem ich und du erlöst werden, sondern es zeigt auch die ultimative Demonstration, wie Gott grundsätzlich ist, wie er denkt, seine Geisteshaltung als Vorbild für unsere Geisteshaltung. Und hier zeigt sich im großen Kampf, wie Gott ist.

[59:21] Gottes Liebe sucht nicht das Eigene. Haben wir schon gelesen. Das genaue Gegenstück zu dem, was hier in Philipper 2 ist, das finden wir in Jesaja 14, wo wir die Geisteshaltung, die Gesinnung von Luzifer, der zu Satan wurde, sehen. Auch dort heißt es: "Du hast in deinem Herzen vorgenommen." Es geht um das, was er gedacht hat, seine Einstellung. Auch dort wird zunächst ein sündloser Zustand beschrieben, der aber eben nicht Gott gleich war wie bei Gott, aber er war sündlos. Er war vollkommen, ein Glanzstern. Aber statt sich zu erniedrigen, statt so zu handeln, wie Gott handelt, wollte sich Luzifer, Satan, der Luzifer, der zu Satan wurde, er wollte sich selbst erhöhen. "Ich, ich, ich, ich, ich, ich, ich." Mit dem Ziel, Gott gleich zu sein, wie es dann in Vers 14 heißt. Mit anderen Worten, sich das zu rauben, was ihm gar nicht gehörte, während er Jesus vorwarf, sich die Gottgleichheit geraubt zu haben. Aber Paulus sagt uns, Jesus hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein. Und dennoch hat er sich erniedrigt.

[1:00:44] Dennoch ist er sogar für uns gestorben. Es gibt eine Aussage, wo Ellen White sagt, dass als Satan gesehen hat, dass Jesus Mensch wurde, er es nicht begreifen konnte. Er konnte es nicht begreifen, wie jemand, der so viel Macht und so viel Einfluss, eine so hohe Stellung hat, sich freiwillig in ein solches Risiko begibt, freiwillig sich so schwach macht, freiwillig sich scheinbar in so einen Nachteil begibt und tatsächlich ein solches Risiko eingeht. Er konnte es nicht begreifen.

[1:01:24] Lieber Freund, liebe Freundin, wir können das nur begreifen, wenn wir unsere Herzen für Gott öffnen. Nur dann, wenn der Zuspruch der Liebe, die Gemeinschaft des Geistes, die Ermahnung, der Beistand von Christus unser Herz erwärmt und öffnet, das, was bei Satan nicht passiert ist und nicht mehr möglich ist. Aber wir können es zumindestens teilweise begreifen, weil wir es erfahren können, dass Jesus für uns das getan hat und wir in unserem Leben auch anfangen, so zu denken.

[1:01:58] Der Satan, der sich selbst erhöhen wollte, obwohl er schon eine ziemlich hohe Position hatte, wurde aus dem Himmel geworfen, wird am Ende völlig zu Boden geworfen, wird vernichtet werden. Die Offenbarung spricht davon. Jesaja spricht davon.

[1:02:11] Aber Jesus, der im genauen Gegenteil sich bis zum tiefsten Punkt erniedrigte, von dem heißt es jetzt in Philipper 2, Vers 9 bis 11: "Darum, weil er das getan hat und so gedacht hat, wie es Vers 5 bis 8 beschreibt, der in der Gestalt Gottes seiend es nicht für einen Raub hielt, Gott gleich zu sein, der sich erniedrigt hat, entäußert hat, entkräftet hat, der Mensch geworden ist, gehorsam geworden ist, ein Knecht geworden ist, gestorben ist am Kreuz von Golgatha, weil er so dachte, darum hat Gott ihn auch über alle Maßen erhöht und ihm einen Namen verliehen, der über allen Namen ist, damit in dem Namen Jesus sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind und alle Zungen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist zur Ehre Gottes des Vaters."

[1:03:03] Wir werden Jesus für alle Ewigkeiten als Weltherrscher akzeptieren, weil niemand so bescheiden ist und so demütig und so liebevoll und so aufopferungsbereit wie Gott selbst, wie er. Es kann keinen besseren Herrscher geben.

[1:03:32] Jesus haben wir gesehen, hat freiwillig seine Menschwerdung vorgeschlagen. Jesus hat freiwillig sein Opfer vorgeschlagen. Aber alles, was die Bibel über seine Erhöhung schreibt, kommt von Gott dem Vater. Hebräer 5, Vers 4 und 5, wir sind gleich am Ende: "Und keiner nimmt sich selbst diese Ehre, sondern der empfängt sie, welcher von Gott berufen wird, gleich wie Aaron. So hat auch der Christus sich nicht selbst die Würde beigelegt, ein Hohepriester zu werden, sondern der, welcher zu ihm sprach: 'Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.'"

[1:04:03] Jesus hat vorgeschlagen, für dich und mich Mensch zu werden und zu sterben. Das war sein Vorschlag. Ist das bewusst? Er hat das nicht gemacht mit der Berechnung, dann kann ich Macht ausüben. Er hat vorgeschlagen, für dich und für mich zu leben und zu sterben, Mensch zu werden und zu sterben, unsere Sünden auf sich zu nehmen. Punkt.

[1:04:28] Gott hat gesagt, wenn du das machst, mache ich dich zum Hohenpriester. Ich mache dich zum König nach der Weise Melchisedeks. Ich mache dich zum Weltherrscher für die Welt für alle Ewigkeiten, zum König aller Könige, zum Herrn aller Herren. Ein Name, der über allen Namen ist.

[1:04:45] Die Bibel sagt in Hebräer 1, Vers 4, dass Jesus einen besseren Namen hat als die Engel. Mit Namen können auch Mächte, Gewalten gemeint sein. Es ist nicht nur die Buchstabenkombination. Wenn wir Epheser 1 lesen und dort Vers 20 und Vers 21, da heißt es Epheser 1, Vers 20 und 21: "Die hat er wirksam werden lassen in dem Christus, als er ihn aus den Toten auferweckte und ihn zu seiner Rechten setzte in den himmlischen Regionen, hoch über jedes Fürstentum und jede Gewalt, Macht und Herrschaft und jeden Namen, der genannt wird, nicht allein in dieser Weltzeit, sondern auch in der zukünftigen." Jesus ist hoch erhaben, weil er sich selbst erniedrigt hat.

[1:05:29] Und in seinem Namen, wenn sich alle Knie beugen, sein Name Jesus, der sein Volk errettet von ihren Sünden. In diesem Namen ist seine Erniedrigung enthalten, weil er uns für die Rettung, weil er gestorben ist für uns, um uns zu retten. Aber auch sein Hohepriesteramt, durch das er uns jetzt retten kann und seine ewige Herrschaft über das Volk, das durch seinen Tod erlöst worden ist. Er ist Jesus, der Herr rettet.

[1:06:00] Und in ihm werden sich alle Knie beugen. Jesaja hat das vorhergesehen. Jesaja 45 und dort ab Vers 23: "Ich habe bei mir selbst geschworen. Aus meinem Mund ist Gerechtigkeit hervorgegangen, ein Wort, das nicht zurückgenommen wird. Ja, mir soll sich jedes Knie beugen und jede Zunge schwören."

[1:06:27] Jetzt schaut weiter. Vers 24: "Nur in dem Herrn wird man von mir sagen: Habe ich Gerechtigkeit und Stärke. Zu ihm wird man kommen, aber beschämt werden alle, die sich gegen ihn auflehnten." Wenn alle Zungen bekennen, dass Jesus Herr ist, dann wird es eine Gruppe geben, die sagt: "Unsere Stärke, unsere Gerechtigkeit kommt allein von Jesus Christus." Es ist seine Gerechtigkeit, die uns bekleidet, seine Gerechtigkeit, die uns verwandelt hat, seine Gerechtigkeit, die unsere Stärke ist und unser Schutz, nie wieder zu sündigen auf der neuen Erde, denn seine Wundmale bleiben für immer als Erinnerung.

[1:07:10] Und dann wird es eine andere Gruppe geben, die sich gegen ihn aufgelehnt hat. Alle werden ihn bekennen. Die einen, weil sie erfahren haben, dass Jesus sie gerettet hat, die anderen, weil sie erkennen müssen, dass das alles wahr gewesen wäre und sie trotzdem es abgelehnt haben.

[1:07:30] Dieser Moment, es heißt Vers 25: "In dem Herrn wird gerechtfertigt werden und sich rühmen, der ganze Same Israels." Rechtfertigung heißt Vergebung, wieder in Recht gesetzt worden zu sein. Jesus soll sein Volk erretten von ihren Sünden. Hier geht es nicht um das Israel nach dem Fleisch, sondern das geistliche Volk Gottes.

[1:07:52] Dieser Moment, wenn alle Zungen ihn bekennen, wird ein Moment des Gerichts sein. Woher wissen wir das? Die Bibel sagt es explizit. Paulus sagt es in Römer Kapitel 14 und dort Vers 10 und 11. Römer 14, Vers 10 und 11: "Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder weißt du – oder Verzeihung – oder du, was verachtest du deinen Bruder? Wir werden ja alle vor dem Richterstuhl des Christus erscheinen, denn es steht geschrieben: 'So wahr ich lebe', spricht der Herr, 'mir soll sich jedes Knie beugen und jede Zunge wird Gott bekennen.'" Das wird ein Moment des Gerichtes sein. Und wenn wir uns die Bibel anschauen, wo es einen Moment des Gerichtes gibt, wo das passieren kann, dann finden wir die Antwort in Offenbarung 20.

[1:08:39] In Offenbarung 20 finden wir nach den 1000 Jahren das letzte Gericht. Und das ist der erste Zeitpunkt, wo alle Menschen, ob sie Erlöste sind oder Gottlose, zum ersten Mal alle lebendig sind. Denn die Gläubigen sind seit 1000 Jahren im Himmel und kommen jetzt mit Neu-Jerusalem auf die Erde zurück. Die Ungläubigen sind durch die zweite Auferstehung auferstanden. Satan und seine Dämonen sind auch da. Alle sind da. Das ist der Moment, an dem es passieren muss.

[1:09:17] Und das wird es Menschen geben, die aus freien Stücken Jesus angenommen haben. Im ewigen Evangelium heißt es: "Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre." Paulus sagt uns in Philipper 2, Vers 11: "Und alle Zungen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist zur Ehre Gottes des Vaters." Menschen werden dort sein, die aus freiwilliger Entscheidung sich zu Jesus bekannt haben, sein Opfer angenommen haben, erlöst worden sind, befreit worden sind von ihrer Sünde und jetzt zur Ehre Gottes bekennen können, dass er ihr Retter ist.

[1:09:46] Aber es wird auch Menschen geben, die das Evangelium bis zum Schluss abgelehnt haben, die jede Chance verpasst haben, ignoriert haben, die bis zum Schluss an ihrer Sünde festgehalten haben. In Josua Kapitel 7, Vers 19 finden wir so jemand mit Namen Achan. Und auch er gibt Gott am Ende vor seinem Tod die Ehre, indem er zugibt, was er getan hat und indem er zugibt, dass Gottes gerechtes Gericht über ihn jetzt gerecht ist. Vers 19: "Und Josua sprach zu Achan: 'Mein Sohn, gib doch dem Herrn, dem Gott Israels, die Ehre und lege ein Geständnis vor ihm ab und sage mir: Was hast du getan? Verbirg es nicht von mir.'"

[1:10:27] Alle Zungen werden bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist. Die das Evangelium erlebt haben und die dann realisieren, dass das Evangelium wahr gewesen wäre, das wird nach den 1000 Jahren sein.

[1:10:54] Wollen wir mehr bei Jesus nachdenken? Wollen wir uns vornehmen, diesem Jesus von ganzem Herzen zu dienen? Wollen wir uns vornehmen, durch das Betrachten von Jesus zu lernen, demütig, bescheiden zu sein, den anderen höher zu achten als sich selbst, den Zuspruch der Liebe, den Beistand Christi, die Gemeinschaft des Geistes nicht nur für uns nutzen wollen, sondern dafür, dass wir Teil einer liebevollen, gehorsamen Einheit in der Gemeinde sind, bei der alle dasselbe denken?

[1:11:43] Wollen wir darum beten, dass wir Jesus nicht äußerlich folgen, sondern dass seine Gesinnung, sein Denken auch mein Denken wird? Denn dann, wenn Jesus und ich dasselbe denken, dann sind wir Freunde, dann bleiben wir zusammen. Und das ist das Ziel des neuen Bundes, eine ewige Einheit mit Gott. Wollen wir darum beten?

[1:12:22] Lieber Vater im Himmel, hab Dank, dass du in deinem Wort zu uns gesprochen hast. Hab Dank, dass du uns gesegnet hast mit Einsichten und Erklärung, aber vor allem, dass wir Jesus besser verstehen können. Herr, du tust so viel für uns und wir nutzen es oft nicht. Und Herr, ich möchte dich um Vergebung bitten, wo ich in meinem Leben den reichen Segen, den du gegeben hast, nicht genutzt habe, um in der Heiligung voranzuschreiten, um im Glauben voranzugehen. Herr, wir sind viel zu oft, viel zu egoistisch und Herr, wir möchten dich von Herzen bitten, dass du uns ein neues Herz schenkst, ein Herz, in dem die Gesinnung Jesu wohnt und sich frei entfalten kann. Das bitte ich für mich und für jeden von uns im teuren und kostbaren Namen Jesu, der über alle Namen ist. Amen.

[1:13:23] Nächste Woche wollen wir diesen wunderbaren Philipperbrief weiter studieren und ich lade euch ein, dann wieder einzuschalten. Möge Gott euch segnen bis dahin und auch darüber hinaus und euch Freude schenken mit unserem wunderbaren Erlöser Jesus Christus und seinem wunderbaren Wort. Amen.


Lizenz

Copyright ©2026 Joel Media Ministry e.V.
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.