Dieses Video, Teil der „Christ Study Hour“ über Philipper und Kolosser, beleuchtet das Thema „Himmlische Staatsbürgerschaft“. Sprecher Nico Osburg erklärt, wie Christen mit einem „Doppelpass“ leben – in dieser Welt, aber mit tiefster Loyalität zum Reich Gottes. Er ermutigt dazu, Freude, Frieden und Stabilität durch Gebet, biblische Ausrichtung und eine bewusste Gedankendisziplin zu finden, unabhängig von äußeren Umständen. Die Botschaft inspiriert dazu, als Bürger des Himmels zu leben und Gottes Reichtum im Alltag zu erfahren.
Christ Study Hour – Philipper & Kolosser: 7. Himmlische Staatsbürgerschaft
Nico Osburg · CSH 2026 Q1: Die Briefe von Paulus an die Philipper & Kolosser ·Themen: 1. Korinther, 1. Timotheus, Bibel, Bibelstudium, Hiob, Johannes, Philipper, PsalmenWeitere Aufnahmen
Serie: CSH 2026 Q1: Die Briefe von Paulus an die Philipper & Kolosser
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Transkript
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[0:32] Willkommen, ihr Lieben, zu einer weiteren Folge der Christ Study Hour. Heute mit der Lektion 7 mit der Überschrift Himmlische Staatsbürgerschaft. Leben aus einer anderen Wirklichkeit. Leben zwischen zwei Welten.
[0:52] Ich möchte euch eine kleine Geschichte zu Beginn mitbringen. Es geht um zwei Pässe, aber nur um eine wahre Heimat. Ich besitze zum Beispiel zwei Pässe. Beide sind offiziell, beide sind gültig, beide öffnen mir Türen. Je nachdem, in welchem Land ich bin, greife ich automatisch zu dem einen oder zu dem anderen. Aber keiner dieser Pässe sagt etwas darüber aus, wer ich wirklich bin. Er sagt nicht, was meine Autorität, meine Identität ist. Sie sagen, wo ich einreisen darf, nicht, wofür ich lebe. Sie regeln Rechte, aber nicht Hoffnung. Sie geben mir, wenn ich das so überhaupt formulieren möchte, Schutz – und das auch nur bedingt – oder eine Zuflucht, aber sie geben mir keine Zukunft über den Tod hinaus.
[1:52] Paulus sagte etwas Erstaunliches: „Unser Bürgerrecht ist im Himmel.“ Mit anderen Worten: Auch Christen leben mit einer Art Doppelpass. Wir sind Teil dieser Welt mit Verantwortung, mit Arbeit, Familie, Gesellschaft, und doch gehört unsere tiefste Loyalität nicht diesem System. Das erklärt, warum Christen manchmal anders denken, anders hoffen, anders reagieren. Warum sie nicht verzweifeln müssen, wenn Sicherheiten wegbrechen, warum sie Frieden haben können, selbst wenn Umstände instabil sind. Denn unser wichtigster Pass wird nicht an der Grenze kontrolliert. Er wird im Alltag sichtbar: in unseren Entscheidungen, in unserem Umgang mit Sorgen und in unserer Hoffnung über den Tod hinaus.
[2:51] Lasst uns noch mal beten zu Beginn. Ja, lieber Heiland, großer, allmächtiger Gott, ich möchte dich loben, ich möchte dich preisen, und ich danke dir für diese Möglichkeit, hier wieder ja, dein Wort zu studieren und es auch weitergeben zu dürfen. Bitte salbe meine Lippen, lass mich nicht für wichtig halten, aber bitte nutze mich und diese Gelegenheit, auch diesen Menschen da draußen dein wundervolles Wort in ihre Herzen zu pflanzen. Ich danke dir dafür, für diese Möglichkeit auch, die wir haben, über Internet. Bitte segne jeden Einzelnen und sende deinen Heiligen Geist in deinem heiligen und wunderschönen Namen, Jesus Christus. Amen.
[3:33] Was sagte Paulus noch gleich? In Philipper 3, Vers 20 sagt er: „Unser Bürgerrecht ist im Himmel.“ Das klingt irgendwie erhaben, fast abstrakt. Aber Paulus schreibt diese Worte nicht aus einer komfortablen Situation heraus. Er sitzt im Gefängnis und dennoch spricht er von Freude, Friede, Hoffnung und innerer Stabilität.
[4:02] Die Frage dieser Predigt lautet deshalb nicht, ob wir himmlische Bürger sind, sondern: Wie lebt ein Mensch, der weiß, dass er Bürger des Himmels ist, mitten in einer zerbrochenen Welt, die beherrscht wird von Verpflichtungen, von Sorgen, von Rechnungen, von Konflikten, von Krankheiten, Unsicherheiten – und die Liste könnte endlos weitergehen. Aber der Philipperbrief in diesem wundervollen Buch hier, der zeigt uns gerade in dem Schlusskapitel erstaunliche, praktische Antworten, und diese wollen wir uns mal anschauen. Wir wollen zuerst in Philipper 3, Verse 17 bis 19 lesen. Da geht es um Orientierung in einer orientierungslosen Welt.
[4:59] Und wir lesen dort ab Vers 17 in Philipper 3: „Folgt mir, liebe Brüder, und seht auf die, die so leben, wie ihr uns zum Vorbild habt. Denn viele leben so, dass ich euch oft von ihnen gesagt habe, nun aber sage ich auch unter Tränen: Sie sind die Feinde des Kreuzes. Ihr Ende ist die Verdammnis. Ihr Gott ist der Bauch, und ihre Ehre ist in ihrer Schande. Sie sind irdisch gesinnt.“
[5:39] Paulus beginnt hier zunächst einmal nicht mit einer abstrakten Lehre, sondern mit einer Einladung. Er sagt: „Folgt mir, liebe Brüder, und seht auf die, die so leben.“ Wenn ihr uns zum Vorbild habt. Das ist, kann man sagen, mutig und zugleich auch realistisch. Menschen lernen nicht zuerst durch Prinzipien, sondern durch Personen. Kein Kind lernt laufen, weil ihm das Prinzip des Laufens so gut erklärt worden ist. Es lernt laufen, weil es sieht, wie andere laufen, und ahmt sie einfach nach.
[6:25] Die Macht von Vorbildern ist ein entscheidender Punkt. Jeder von uns wird geprägt, bewusst oder unbewusst. Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene orientieren sich an Menschen, die ihnen glaubwürdig erscheinen. Ja, zum Beispiel. Früher bin ich vielen Vorbildern nachgelaufen, und Paulus weiß: Die Welt bietet nämlich viele Vorbilder, und das habe ich auch erlebt. Ich habe zum Beispiel Rapmusik mir angehört, ich habe mir ganz viele Videos angeschaut, Magazine mir gekauft, und ich habe auch diese Raptexte immer nachgerappt. Das heißt, das hat sich dann auch in meinem Umfeld ausgeprägt. Ich habe zum Beispiel zu Hause dann auch einen schlechteren Umgang gehabt mit meiner Schwester, mit meinen Eltern, und das war natürlich nicht immer schön, und all diese Vorbilder haben mir natürlich nicht zu einem guten Leben geführt. Und deswegen unterscheidet Paulus hier klar zwischen Menschen, die Feinde des Kreuzes Christi sind, und Menschen, deren Leben vom Kreuz geprägt ist.
[7:35] Auffällig ist der Ton, den Paulus hier einschlägt. Er spricht mit Tränen. Keine Verachtung, keine Arroganz. Er verurteilt auch die Menschen nicht, sondern die Wege, die sie einschlagen. Die Feinde des Kreuzes sind irdisch gesinnt. Ihr Denken kreist sich um das Jetzt, um Selbstverwirklichung, um Bedürfnisse, um den eigenen Vorteil. Der Christ hingegen lebt aus einer anderen Perspektive – nicht weltfremd, aber zielgerichtet.
[8:15] Die Frage an uns lautet daher also nicht: Wer sind meine Vorbilder?, sondern: Was für ein Vorbild bin ich selbst in dieser Welt? Kein Mensch kann andere weiterführen, als er selbst in seinem Leben mit Gott geführt wurde oder gegangen ist. Jesus sagt es einmal so: „Ein Jünger steht nicht über dem Meister.“ In Lukas 6, Vers 40. Nachfolge lässt sich also nicht überspringen. Wer andere prägen will, muss selbst geprägt werden. Nicht perfekt, aber erkennbar unterwegs mit Christus.
[9:01] Wenn wir in Philipper 3, Verse 20 bis Vers 21 schauen, dort heißt es: „Unser Bürgerrecht aber ist im Himmel, woher wir auch den Heiland erwarten, den Herrn Jesus Christus, der unseren nichtigen Leib verwandeln wird, dass er gleich werde seinem verherrlichten Leib nach der Kraft, mit der er sich alle Dinge untertan machen kann.“
[9:32] Für die Philipper war das ein starkes Bild. Philippi war eine römische Kolonie. Viele lebten mit Stolz aus ihrem römischen Bürgerrecht heraus – mit Privilegien, mit Schutz und mit dieser Identität. Paulus sagt sinngemäß: „Ihr habt ein noch höheres Bürgerrecht, nicht Rom, nicht Jerusalem, sondern der Himmel.“
[10:03] Diese Hoffnung ist nicht nur geistlich, sondern ganzheitlich. Unser nichtiger Leib, gezeichnet von Krankheit, von Tod und auch Alter – er wird verwandelt werden. Die Bibel spricht hier nicht von einer Flucht aus der Körperlichkeit, sondern von einer Auferstehung. Ein neuer Leib, eine neue Existenz, eine neue Wirklichkeit. Darum kann Paulus sagen: „Steht fest in dem Herrn.“ Standfestigkeit entsteht nicht aus Härte, sondern aus der Hoffnung. Freude und Frieden. Das ist eine Hoffnung, die wir als Christen haben, unabhängig von irgendwelchen Umständen.
[10:54] Jetzt wird Paulus hier aber konkret. In Philipper 4, ab Vers 4 sagt er: „Freut euch in dem Herrn allewege! Abermals sage ich: Freut euch! Eure Güte lasst kund sein allen Menschen! Der Herr ist nahe! Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.“
[11:35] Paulus sagt hier nicht: „Freut euch über alles.“ Er sagt vielmehr: „Freut euch im Herrn.“ Und es macht einen ganz krassen Unterschied. Ich möchte euch ein kleines Beispiel erzählen aus der Gemeinde, in der ich früher war. Ich hatte mit ein paar persönlichen Problemen zu kämpfen, und es hat mich sehr niedergeschlagen, und da kam eine Schwester, und sie wollte mich aufheitern mit diesem Bibelvers: „Freut euch im Herrn, allezeit!“, „Alle Dinge dienen denen zum Guten“, und all diese Sachen. Das stimmt, steht auch in der Bibel, aber es hat sich so angehört für mich, als ob ich mich jetzt über das Leid auch freuen sollte. Und dabei sagt auch Salomo, wir hören, es gibt eine Zeit zum Trauern, es gibt eine Zeit zum Lachen, es gibt eine Zeit zum Tränen fließen lassen, und trotzdem gibt es eine Zeit zum Lieben, aber das ist halt nicht immer. Und mit dieser Aussage, die die Schwester gemacht hat, hat es mich eigentlich noch viel mehr runtergezogen, anstatt mir zu helfen. Und deswegen können wir aber auch sagen, dass christliche Freude nicht einfach nur naiv ist, sondern sie ignoriert Leid nicht. Aber sie ist tiefer verwurzelt als jede Lebenslage.
[13:01] Wenn wir in Vers 6 noch mal lesen: „Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden.“ Ich finde es spannend hier. „Sorgt euch um nichts“, fängt es hier an. In 1. Petrus 5, Vers 7 heißt es: „All eure Sorgen werft auf ihn, denn er sorgt für euch.“ Und für mich ist das eine ganz krasse Gegenüberstellung auch. Wir können ja noch mal reinschauen in 1. Petrus 5, Vers 7 heißt es genau: „All eure Sorgen werft auf ihn, denn er sorgt für euch.“ Es steht: „Alle“, nicht nur ein bisschen, sondern alles. Aber das Problem ist ganz oft, dass wir nicht alles übergeben. Wir beten vielleicht, aber nach dem Gebet haben wir immer noch alles, ja, irgendwie den Rucksack immer noch auf. Ich denke da so an das Bild, wenn wir sagen, ja, du bist so diesem Wanderer, du hast ganz viele Dinge, die du mit dir in deinem Rucksack hast, und dieser Rucksack ist dein Leid, deine Probleme, all die Sorgen, die du hast im Leben, und es kommt so ein Wanderer vorbei, er begleitet dich, und er sagt, redet mit dir, und du merkst: Wow, das ist ja, der ist ja freundlich und der ist lieb, und eigentlich will er die ganze Zeit den Rucksack haben. Und am Ende der Gabelung ist er auf einmal weg. Du hast die ganze Zeit nur über dich geredet und hast nicht deine Probleme übergeben. Auf einmal kommt ein Kutscher vorbei. Vielleicht kennt ihr das Bild auch. Ich mixe das jetzt so ein bisschen, aber auf einmal kommt der Kutscher vorbei und sagt: „Hey, komm, spring auf!“ Und du springst auf. Du hast den Rucksack immer noch auf. Und du zählst dem Kutscher schon wieder die ganze Zeit deine Sorgen, dein Leid, alles, was deine Probleme in deinem Leben beherrscht. Und der Kutscher sagt eigentlich: „Hey, pack doch deinen Rucksack einfach auf meine Kutsche. Ich fahre mit dir. Ich bin ein und das ist dieser Kutscher, ist Jesus. Er möchte mit dir durch das Leben fahren, und er möchte auch deine Last nehmen. Aber ganz oft ist es so, dass wir diese Lasten gar nicht erst übergeben.
[15:13] Deswegen steht hier in 1. Petrus 5, Vers 7: „Alle eure Sorgen werft auf ihn.“ Er sorgt für euch. In meinen Worten würde ich jetzt sagen: Er trägt sie auch für dich. Aber sind wir bereit, auch diese loszulassen? Das liegt an uns.
[15:27] Und Vers 8 heißt es weiter: „Seid nüchtern und wacht, denn euer Widersacher, der Teufel, der geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann.“ Und das ist auch spannend. Es gibt auch dieses Bild von einem stattlichen, brüllenden Löwen. Er schreit, er brüllt, und die ganze Savanne, wo die Gnus, wo die Zebras und all die Tiere, Antilopen gerade am Grasen sind, machen sich auf in eine Bewegung, weil sie weg von dem Gebrüll weg wollen. Und sie laufen genau in die Falle von Satan, so wie Satan. Er schreit, wir machen uns in Bewegung und gehen genau in die Falle, weil die Löwen aus dem Rudel nur darauf warten, dass sie in ihre Klauen kommen. Und so können wir das auch in unserem Leben anwenden. Wenn Satan brüllt mit Leid, mit Problemen, mit all diesen Dingen, dass wir nicht einfach wie rumgescheuchte Hühner rumherrennen, sondern erstmal stehen bleiben und zu Gott gehen.
[16:26] Denn weiter heißt es nämlich in Vers 9: „Dem widersteht fest im Glauben und wisst, dass eben dieselben Leiden über eure Brüder in der Welt ergehen.“ Und das ist auch ein Trost für uns. Das heißt, dieses Leid passiert nicht nur dir. Jeder in dieser Welt kann sich von Leid und all den Sorgen nicht ausschließen. Es passiert einfach. Aber wie wir als Christen damit umgehen, ist die entscheidende Rolle. In Nehemia 8, Vers 10 heißt es: „Und seid nicht bekümmert, denn die Freude am Herrn ist eure Stärke.“
[17:06] Aber zurück zu Paulus. Er beschreibt hier eigentlich eine geistliche Bewegung weg von der Sorge hin zum Gebet, durchdrungen von Dankbarkeit. Und dann folgt eine Verheißung, wenn wir zurückgehen in Philipper 4, dort heißt es ab Vers 7: „Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.“
[17:41] Und dieser Friede ist nicht nur einfach ein Gefühl, das wir produzieren. Es ist so etwas wie eine Schutzmacht. Ja, wie eine Garnison um eine bedrohte Stadt. Satan möchte uns quasi Steine in den Weg legen, und diese Steine werden zu Mauern, zu Festungen. Aber mit meinem Gott springe ich über diese Mauern. Steht im Psalm 18, Vers 30 und ich glaube irgendwo im 2. Samuel. Sprichst du auch mit Gott über Hindernisse oder probierst du selber drüber zu klettern?
[18:31] Kommen wir zu dem Punkt „Darüber denk nach“ aus der Lektion. Man könnte sagen, so eine Gedankendisziplin zu haben. Das innere Leben bewahren. In Philipper 4 ab Vers 8 heißt es weiter: „Weiter, liebe Brüder: Was wahrhaftig ist, was ehrbar, was gerecht, was rein, was liebenswert, was einen guten Ruf hat, sei es eine Tugend, sei es ein Lob, darauf seid bedacht. Was ihr gelernt und empfangen und gehört und gesehen habt an mir, das tut! So wird der Gott des Friedens mit euch sein.“
[19:12] Paulus weiß: Frieden entscheidet sich im Denken. Deswegen hat er das hier in Vers 8 so betont. Ich lese es noch mal: „Weiter, liebe Brüder: Was wahrhaftig ist, was ehrbar, was gerecht, was rein, was liebenswert, was einen guten Ruf hat, sei es eine Tugend, sei es ein Lob, darauf seid bedacht.“ Ihr Lieben, unsere Gedanken formen unseren Charakter. Wir sind nicht nur Opfer unserer Gedanken, wir sind ihre Verwalter. Was wir dauerhaft denken, prägt, wie wir uns fühlen, und wie wir uns fühlen, prägt, wie wir auch handeln. Paulus fordert also keine Weltflucht, sondern geistliche Ausrichtung.
[20:13] Also, man kann sagen: Denken und Tun, das gehört unmittelbar zusammen. Vers 9 heißt es: „Was ihr gelernt und empfangen und gehört und gesehen habt an mir, das tut! So wird der Gott des Friedens mit euch sein.“ Das ist nicht nur theoretisch. Das wird sichtbar im Alltag. Und was ihr gelernt habt, das kann man lernen. Wenn ich gelernt habe, dass ich nichts wert bin und all diese Dinge, natürlich, das verfolgt mich in meinem Leben, und ich kann davon ein Lied singen, aber ich weiß, dass Jesus mit mir durch dieses Leid geht und er mich Stück für Stück stärker macht und mir diesen Frieden auch gibt. Und das können wir lernen. In Matthäus 11, Verse 28 bis 30 heißt es: „Kommt her zu mir, alle, die mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig.“ Die Frage ist: Ist Jesus auch in deinem Herzen? Lässt du ihn in dein Herz, dass er diese Last von dir nehmen kann? Und dann werdet ihr Ruhe finden, sagt er.
[21:25] Die Frage ist: Lassen wir Jesus auf unseren Thron des Herzens? Können wir ihn einladen, in unser Leben Gewalt zu übernehmen oder die Kontrolle?
[21:42] Zufriedenheit also bringt, könnte man sagen, auch oder aus dem kann man lernen, wie man vertraut. Es ist quasi der Schlüssel zur Zufriedenheit. Finden wir in Philipper 4 ab Vers 10. Und das lese ich auch noch mal. Philipper 4, also Philipper 4, Verse 10 bis 13 und dann Vers 19. „Ich bin aber hoch erfreut in dem Herrn, dass ihr wieder eifrig geworden seid, für mich zu sorgen. Ihr wart zwar immer darauf bedacht, aber die Zeit hat es nicht zugelassen. Ich sage das nicht, weil ich Mangel leide, denn ich habe gelernt, mir genügen zu lassen, wie es mir auch geht. Ich kann niedrig sein und kann hoch sein. Mir ist alles und jedes vertraut: beides, satt sein und hungern, beides, Überfluss haben und Mangel leiden. Ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht.“ Vers 19: „Mein Gott aber wird all euren Mangel abhelfen nach seinem Reichtum in Herrlichkeit in Christus Jesus.“
[23:00] Paulus kommt hier zum Schluss auf ein Thema, das uns alle bewegt: Zufriedenheit. Er sagt etwas Erstaunliches: „Denn ich habe gelernt, mir genügen zu lassen, wie es mir auch geht. Ich habe gelernt, zufrieden zu sein unter allen Umständen.“ Das heißt auch mit anderen Worten, dass Zufriedenheit ein Lernprozess ist. Und es ist nicht angeboren, es ist nicht selbstverständlich. Paulus kennt Mangel, er kennt Überfluss, Hunger und Fülle. Und er erkennt: Alles Äußere kann sich ändern, aber Gottes Treue, die bleibt. Und da haben wir auch diese Hoffnung, oder?
[23:53] Vielleicht schauen wir mal, auch wenn wir das manchmal nicht sehen können. Ich finde, Römer 8 könnte dazu passen, denn in Römer 8 steht ab Vers 24: „Denn wir sind zwar gerettet, doch auf Hoffnung. Die Hoffnung aber, die man sieht, ist nicht Hoffnung. Denn wie kann man auf das hoffen, was man sieht? Wenn wir aber auf das hoffen, was wir nicht sehen, so warten wir darauf in Geduld.“ Und ich glaube, da brauchte Paulus eine ganz große Packung Geduld, als er dort im Gefängnis war, aber er hatte Frieden gehabt. Er hatte Jesus im Herzen gehabt. Er wusste, dass Gott mit ihm ist. Und das gibt mir Vertrauen, und das gibt mir Mut.
[24:40] Oft werden solche Verheißungen missverstanden. Wenn wir zurückgehen im Philipperbrief 4, Vers 13, da heißt es ja: „Ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht.“ Das ist kein Versprechen grenzenloser Selbstverwirklichung, sondern eine Zusage tragfähiger Gnade. Christus gibt Kraft nicht für alles, was wir wollen, sondern für alles, was wir tragen müssen.
[25:14] Vers 19 heißt es: „Mein Gott aber wird all euren Mangel abhelfen nach seinem Reichtum in Herrlichkeit in Christus Jesus.“ Der Reichtum in Herrlichkeit in Christus Jesus. Es erinnert mich an Epheser 3, ich glaube Vers 16. Ja, „dass er euch Kraft gebe nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen.“ Das ist so eine schöne Verheißung, weil hier sagt uns Gott: Er gibt uns Reichtum nach seiner Herrlichkeit. Haben wir überhaupt eine Vorstellung, was das bedeutet? Reichtum von Gott ist unendlich, und wir als Christen möchte er uns diesen Reichtum schenken. Er hat uns quasi die Schatzkammer des Himmels aufgeschlossen, und wir dürfen uns von Gott beschenken lassen. Und dieser Reichtum ist, wie es hier in Vers 13 heißt, mächtig oder kräftig. Er gibt uns Kraft, wenn wir einfach auf Jesus schauen.
[26:35] Lasst uns mal noch ein paar praktische Schritte anschauen. Manchmal leben Christen so, als würden sie ihren himmlischen Pass nie aus der Tasche holen. Alles richtet sich nur auf das Hier und Jetzt. Paulus ruft uns heute zu: „Vergesst nicht, wer ihr seid!“ Nicht Sorgen soll euer Denken überstimmen, nicht Angst eure Entscheidungen und nicht diese Welt eure Hoffnung sein, denn ihr seid Bürger des Reiches Gottes, das nicht vergehen wird.
[27:24] Was können wir also konkret mitnehmen? Wir haben vier Punkte.
[27:33] Erstens: Eine Identitätsfrage. Beginne jeden Tag bewusst mit dem Gedanken: Ich gehöre nicht zu dieser Welt. Ich gehöre Christus. Ich bin ein Königskind, und für dich und für mich ist Christus gestorben.
[27:55] Zweitens: Gebetspraxis. Wenn Sorge aufkommt, nicht analysieren, nicht verdrängen, sondern vor Gott bringen, aber mit Danksagung und Flehen. Gott ist der Gott des Friedens, und er möchte dir diesen Frieden schenken. Die Frage ist: Nehmen wir diesen Frieden an?
[28:19] Der dritte Punkt: Eine Gedankenübung. Frage dich am Ende des Tages: Womit habe ich meinen Geist genährt? Schaue ich mir nur die ganzen Nachrichten an, was alles gerade momentan in der Welt passiert, oder schaue ich mir das wundervolle Wort von Jesus Christus an, das hier drin ist und uns begegnen möchte? Und versteht mich nicht falsch: Es ist auch wichtig, natürlich zu schauen, in welchem Zeitstrom wir leben, aber das sollte nicht unsere Gedanken überfluten. Vom Anschauen werdet ihr verändert. Was hat meinen Frieden gestärkt? Was ihn geraubt?
[29:04] Und der vierte Punkt, den ich euch mit geben möchte, ist: Erinnere dich. Erinnere dich: Diese Welt ist nicht das Ende dieser Geschichte, und unser Bürgerrecht ist im Himmel, und der Gott des Friedens ist mit uns. Das heißt in Philipper 4, Vers 7: „Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.“ In Vers 5 möchte ich noch dazu nehmen: „Eure Güte lasst kund sein allen Menschen! Der Herr ist nahe! Maranatha!“
[29:42] Ihr Lieben, lasst uns noch beten. Großer, allmächtiger Gott, lieber Heiland, ich möchte dich loben, ich möchte dich preisen, ich möchte dir so sehr danken, ja, für deine wundervolle Botschaft, für die gute Nachricht, die du uns gegeben hast, Herr. Ja, dass wir nicht von dieser Welt sind und dass unser Bürgerrecht im Himmel ist, und dass wir nur Gäste auf dieser Erde sind. Aber, Herr Jesus, wir wollen nicht egoistisch sein. Selbst Paulus sagt, er wäre lieber gestorben, aber er hat noch einige Dinge hier auf der Erde zu tun gehabt: Leute zu ermutigen, das Wort uns zu geben, das wir heute studieren dürfen. Herr, ich bitte dich, dass wir wieder anfangen, ein studierendes Volk zu werden, dass wir eintauchen in dein Leben, dass wir uns anschauen, wie dein Charakter war, damit wir den Menschen, die da draußen in der Dunkelheit sind, ihnen dieses wundervolle Licht nicht enthalten, sondern ihnen bringen. Herr, dass wir ihnen das Licht anzünden in ihren Herzen, dass sie selber Fackeln werden des Glaubens und der Hoffnung, die das raustragen bis ans andere Ende der Erde. Herr, ich flehe dich an, nutze uns, sende uns den Heiligen Geist, lass uns dein Wort studieren, wie wir es noch nie getan haben, und es aber auch in die Praxis umsetzen, denn wir wissen, dass wir Täter des Wortes sein sollen und nicht nur bloße Hörer, die sich selbst betrügen. Hilf uns, dass wir in Aktion treten, wo wir vielleicht noch nicht mutig sind, wo wir auch nur auf die Probleme schauen auch in unserem Leben. Wir haben Leid, natürlich sollen wir das nicht von der Hand schmeißen. Wir sollen es dir bringen, Herr, und wir sollen – wir haben eine Hoffnung. Ich habe mich vorhin mit einem Freund unterhalten über die Hoffnung, die wir haben. Auch selbst, wenn jemand gestorben ist, wir haben die Hoffnung, dass wir uns wiedersehen dürfen, Herr. Das hast du uns versprochen, und darum, Herr, hilf uns, noch viele Menschen für dein Himmelreich zu bringen. Ich danke dir einfach jetzt auch für dieses Studium. Bitte segne die Menschen, die sich das anschauen werden, und öffne unsere Herzen, dass wir Liebe haben und empfangen, dass du uns damit füllst und dass wir es den Menschen bringen und nicht für uns selbst behalten. Herr, ich danke dir so sehr in deinem wundervollen, deinem heiligen und wunderschönen Namen, Herr Jesus Christus. Amen.
[32:04] [Musik]
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