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In dieser zehnten Folge der Christ Study Hour tauchen wir gemeinsam mit Christopher Kramp tiefer in die Briefe des Paulus an die Korinther ein. Wir betrachten die Kapitel 2 bis 4 des zweiten Korintherbriefs und entdecken dabei, welche zeitlosen Wahrheiten Gott durch diese Worte heute in unser persönliches Leben sprechen möchte.


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Serie: Christ Study Hour – Spezial 2026 - Q3: Die Korintherbriefe

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Transkript

[0:33] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Wie immer möchten wir alle Zuschauer auf dem Sender ganz recht herzlich begrüßen zur zehnten Folge unserer Spezialserie über die beiden Briefe des Paulus an die Gemeinde in Korinth. Heute wollen wir im zweiten Korintherbrief weiterstudieren. Wir haben uns heute die Kapitel 2, 3 und 4 vorgenommen. Das letzte Mal haben wir schon ein bisschen eingeleitet, das erste Kapitel auch schon betrachtet und wollen heute hineintauchen in das, was Paulus jetzt den Korinthern hier mitteilen möchte, aber auch verstehen, was Gottes Geist, der den Paulus inspiriert hat, uns heute zu sagen hat. Und damit wir wirklich ein empfängliches Herz haben, möchten wir Gott einladen, zu uns zu sprechen, und deswegen mit einem kurzen Gebet beginnen.

[1:36] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen für die Gelegenheit, jetzt dein Wort zu studieren. Wir möchten dich bitten, dass du uns hilfst, es richtig zu verstehen, dass wir Freude dabei haben, es zu durchdenken, und dass wir beim Lesen und Nachdenken dir persönlich begegnen. Ich möchte dich bitten, dass du zu uns sprichst und dass die Botschaft uns in unserem Alltag trifft und uns hilft zu verstehen, was du für uns geplant hast und wie du unser Leben verändern möchtest. Herr, hab Dank für deinen Segen und hab Dank, dass du jetzt zu uns sprechen wirst. Amen.

[2:13] Wir beginnen in 2. Korinther Kapitel 2 und dort Vers 1. Es heißt hier in der Schlachter-Übersetzung: „Ich habe mir aber vorgenommen, nicht wieder in Betrübnis zu euch zu kommen.“ Der Vers kann im Griechischen grammatisch auf zwei Arten übersetzt werden. Entweder: „Ich habe mir vorgenommen, nicht in Betrübnis zu euch zurückzukommen“ oder „Ich habe mir vorgenommen, nicht wieder in Betrübnis zu euch zu kommen.“ Das klingt auf den ersten Moment relativ ähnlich, ist es auch. Aber die zweite Variante, „nicht wieder in Betrübnis zu euch zu kommen“, würde implizieren, dass Paulus schon einmal in Betrübnis bei ihnen gewesen ist, während die erste Variante, „nicht in Betrübnis zu euch zurückzukommen“, einfach nur bedeutet, wenn er das zweite Mal bei ihnen sein wird, nachdem er das erste Mal dort die Gemeinde gegründet hat, möchte er das diesmal nicht in Betrübnis tun.

[3:10] Die zweite Übersetzungsvariante, „nicht wieder in Betrübnis zu euch zu kommen“, würde bedeuten, es hätte nach dem ersten Aufenthalt von Paulus in Korinth, als er die Gemeinde gegründet hat, noch einen uns sonst nicht weiter gut bekannten zweiten Aufenthalt gegeben, wo er möglicherweise kurz von Ephesus rüber gereist sei nach Korinth. Dieser zweite Besuch sei dann nicht so besonders gut gewesen, sondern in Betrübnis. Allerdings implizieren ja die Verse in Kapitel 1, Vers 15 bis 17, die wir letztes Mal gelesen haben, dass ein geplanter Besuch in Korinth eigentlich unterblieben ist. Und auch Apostelgeschichte 19 scheint zu implizieren – also wo der Aufenthalt von Paulus in Ephesus beschrieben wird –, dass er eigentlich ununterbrochen in Ephesus gewesen ist. Es gibt zwar dann Verse in 2. Korinther 12, Vers 14 und 13, Vers 1 – die werden wir uns aber dann anschauen, wenn wir dort angelangt sind in ein paar Wochen –, die dann diese andere Sicht zu stützen scheinen. Das schauen wir uns dann an.

[4:24] Nach dem, was wir bisher sehen können aus der Biografie von Paulus, scheint es so zu sein, dass er hier tatsächlich wörtlich meint: „Ich habe mir vorgenommen, nicht in Betrübnis zu euch zurückzukommen.“ Also er hat sich vorgenommen, beim zweiten Mal nicht in Traurigkeit bei ihnen zu sein. Er hatte also – und das war der Gedanke von Kapitel 1 – die Reise nach Korinth noch hinausgezögert, weil er erst wissen wollte, wie der erste Korintherbrief angenommen worden ist. Er wollte dort nicht im Streit auf die Korinther treffen.

[4:59] Vers 2: „Denn wenn ich euch betrübe, wer ist es dann, der mich erfreut, wenn nicht der, welcher von mir betrübt wird?“ Der Gedanke ist hier: Wenn Paulus sofort nach Korinth gereist wäre, hätte er angesichts der teilweise ja gravierenden Missstände dort durchgreifen müssen. Er hat es ja auch angedeutet im ersten Korintherbrief Kapitel 5, zum Beispiel, wo er gesagt hat: „Ich habe mir vorgenommen, ich würde den sofort ausschließen, den betreffenden Sünder dort.“ Und er weiß, wenn er das getan hätte, hätte er dort natürlich sehr viel Betrübnis bei den Geschwistern erzeugt. Er hätte nicht hoffen können, dass sein Besuch Freude bringt, denn diejenigen, die ihm Freude hätten bringen können, nämlich die Geschwister in Korinth, die wären alle aufgrund dieser Gemeindezuchtmaßnahmen sehr betrübt gewesen.

[5:46] Vers 3: „Darum habe ich euch dies auch geschrieben, damit ich nicht, wenn ich komme, von denen Betrübnis habe, über die ich mich freuen sollte, da ich doch zu euch allen das Vertrauen habe, dass meine Freude euer aller Freude ist.“ Aus dieser Überlegung heraus, dass er nicht nach Korinth kommen wollte und dort in eine schwierige Situation hineingeraten wollte, hat er erst einmal den Brief geschrieben. Also gemeint ist wohl dieser erste Korintherbrief, ganz sicher. Damit die Gemeinde in Korinth aufgrund des Briefes, den sie erhält, dann die Probleme lösen kann, sodass, wenn Paulus nach Korinth kommt, die eigentlich vorgesehene Freude herrschen kann. Und er betont ganz ausdrücklich, dass er alle Geschwister in Korinth hier zu seinen Freunden zählt, denen er vertraut, dass sie ihm Freude machen wollen. Wir sehen also, dass Paulus trotz all der ernsten Worte, die er sowohl im ersten als auch dann noch im zweiten Korintherbrief an die Korinther richtet, nie den Eindruck hat, dass die Korinther teilweise seine Feinde geworden sind. Er geht davon aus, dass sie ihm wirklich Freude machen wollen, und das charakterisiert sein Schreiben: Es ist zwar sehr deutlich, aber immer in tiefer Liebe mit ihnen verbunden.

[6:54] Vers 4: „Ich habe nämlich aus viel Bedrängnis und Herzensnot heraus geschrieben, unter vielen Tränen, nicht damit ihr betrübt werdet, sondern damit ihr die Liebe erkennt, die ich in besonderer Weise zu euch habe.“ Das Interessante ist, dass wir hier mal einen Einblick bekommen in die Emotion, die ein Bibelschreiber beim Abfassen seines Buches gehabt hat. Wir lesen den ersten Korintherbrief und wir lesen natürlich nur Buchstaben. Wir haben nicht den Klang der Stimme von Paulus, als er das diktiert hat. Aber Paulus sagt uns, dass er diesen ersten Brief verfasst hat, also sicherlich diktiert und ausgearbeitet. Niedergeschrieben ist er größtenteils natürlich von jemand anderem, wie wir in Kapitel 16 gesehen haben, als Paulus dann einen eigenhändigen Gruß unterschreibt. Wir sehen hier, dass Paulus bei der Abfassung dieses Briefes eine ganz tiefe emotionale Liebe für die Korinther gehabt hat, dass es ihn sehr geschmerzt hat, was er da schreiben musste, dass er oft hat weinen müssen. Und ich glaube, das hilft auch, wenn man dann den ersten Korintherbrief wieder liest, sich das vorzustellen, dass das jemand schreibt, der nicht einfach irgendwie nur die Gemeinde tadelt, sondern dass er wirklich mit tiefer Liebe für die Gemeinde, mit großer Emotion, an diesen Formulierungen ringt.

[8:10] Wir können daraus auch lernen, dass wenn wir Missstände in der Gemeinde sehen, dass wir nicht einfach nur sozusagen uns von dem Buchstaben des ersten Korintherbriefes inspirieren lassen und deutliche Worte sprechen, sondern dass wir uns auch von der Emotion, die diese Buchstaben begleitet hat, von der Motivation, der Grundhaltung, der Einstellung des Paulus inspirieren lassen, dass wir, wenn wir tadeln, mit einer solchen Einstellung tadeln, wie sie Paulus hier gehabt hat. Das wird immer wieder bei ihm sehr deutlich. Er ist also in dieser Hinsicht auch ein sehr eindrückliches Bild auf Jesus, der ja auch zum Teil sehr deutlichen Tadel ausgesprochen hat und immer die Wahrheit gesagt hat, allerdings auf eine solch liebevolle Art und Weise, mit einer solchen Bereitschaft, sogar für seine Feinde zu sterben, dass die Wahrheit einen besonderen Einfluss auf alle Hörer ausüben konnte. Wir sind aufgerufen, nicht nur das Wahre zu sagen, sondern es auch in einer solchen Liebe zu sagen, wie sie Jesus gehabt hat und wie sie Paulus hier uns auch vorlebt.

[9:21] Vers 5: „Hat aber jemand Betrübnis verursacht, so hat er nicht mich betrübt, sondern zum Teil, damit ich nicht zu viel sage, euch alle.“ Es gab ja jemand, der ein schweres Fehlverhalten dort in Korinth an den Tag gelegt hat. Das ist sehr wahrscheinlich die Person aus 1. Korinther Kapitel 5, wo es um die Unzucht ging. Wir haben das ja damals ausführlich uns auch angeschaut. Und Paulus macht jetzt deutlich, dass diese Person, die diese deutlichen Worte notwendig gemacht hat, wie sie Paulus im ersten Korintherbrief geschrieben hat, eigentlich nicht Paulus wirklich, sondern letztlich die eigene Gemeinde traurig gemacht hat. Und das zeigt uns auch, dass Sünde in der Gemeinde immer auch negative Konsequenzen für die ganze Gemeinde hat.

[10:08] Vers 6: „Für den Betreffenden sei die Bestrafung von Seiten der Mehrheit genug.“ Offensichtlich ist der Rat, den Paulus sehr deutlich formuliert hat, befolgt worden und man hat den in Sünde lebenden Bruder mit Gemeindezucht belegt. Und der Vers scheint möglicherweise zu implizieren, dass es eine Mehrheitsentscheidung war. Vielleicht war sie nicht einstimmig, das können wir zwar nicht genau sagen, aber zumindest heißt es hier, dass es von Seiten der Mehrheit entschieden worden ist. Da war also mindestens einmal die Mehrheit der Gemeinde dafür, hier eine Bestrafung, eine Gemeindezucht anzuwenden.

[10:41] Vers 7: „Sodass ihr ihm nun im Gegenteil besser Vergebung und Trost gewährt, damit der Betreffende nicht in übermäßiger Traurigkeit versinkt.“ Und jetzt sehen wir, wie ausgewogen der Paulus auch hier in dieser Frage der Gemeindezucht ist. Der Bestrafte soll jetzt nicht von der Gemeinde weggestoßen werden, nicht irgendwie auf Distanz gehalten werden. Er soll nicht glauben, für immer vom Heil abgeschnitten zu sein, denn die ganze Idee der Gemeindezucht in der Bibel ist ja, dass wenn jemand von der Gemeinde ausgeschlossen wird, er deswegen ausgeschlossen wird, damit er erkennt, dass er auf einem falschen Weg ist, um wieder umzukehren und dann natürlich auch die vergebende Gnade und Erlösung von der Gemeinde zugesprochen bekommen soll. Die soll ihm dann die Erlösung in Jesus zeigen und ihm auch helfen, den Weg zu Jesus wieder ganz zu gehen. Jetzt ist es besonders angebracht, mit mitfühlender Zuwendung diesem irrenden Bruder wieder auf den richtigen Weg zu helfen.

[11:39] Vers 8: „Darum ermahne ich euch, Liebe gegen ihn walten zu lassen.“ Paulus wusste, wenn die Geschwister jetzt kaltherzig sind, wenn sie irgendwie nur ihn spüren lassen, dass er nicht mehr dazugehört, dann wird er, wie es in Vers 6 heißt, in übermäßige Traurigkeit versinken. Er wird Hoffnung verlieren, er wird Depression bekommen, was auch immer. Und das möchte er nicht. Paulus ermahnt, dass sie ihn lieben sollen. Wir hatten in 1. Korinther 16 gelesen in Vers 14: „Lasst alles bei euch in Liebe geschehen.“ Das gilt auch für die Gemeindezucht. Sie muss in Liebe geschehen. Und deswegen sagt er: „Ich ermahne euch.“ Ist nicht nur ein Ratschlag, eine Ermahnung: Lasst ihm gegenüber Liebe walten. Und Paulus wird das sicherlich nicht geschrieben haben, wenn es nicht vielleicht auch die Tendenz bei einigen gegeben hat, ein wenig zu kaltherzig zu sein. Und wir können uns auch selbst hinterfragen, ob wir nicht manchmal auch mit Irrenden, denen wir zwar deutlich theologisch einen Irrtum oder im Lebensstil einen Irrtum nachweisen können, von unserer Herzenseinstellung her zu kaltherzig gegenüber sind.

[12:50] Wichtiger Vers, Vers 9: „Denn ich habe euch auch deshalb geschrieben, um eure Zuverlässigkeit zu erkennen, ob ihr in allem gehorsam seid.“ Für Paulus waren diese Anweisungen in 1. Korinther 5, als er die Gemeindezucht empfohlen hat, auch ein Test, ob die Gemeinde in Korinth sich den inspirierten Anweisungen eines Apostels, wenn sie klar und deutlich formuliert sind, auch halten würde. Und sie haben diesen Test bestanden. Die sind gegen die offene Sünde konsequent vorgegangen und haben damit gezeigt, dass sie Paulus als eine geistliche Autorität, auch als einen von Jesus inspirierten und autorisierten Leiter anerkennen.

[13:34] Vers 10: „Wem ihr aber etwas vergebt, dem vergebe ich auch, denn wenn ich auch jemand etwas vergebe, so vergebe ich es um euretwillen vor dem Angesicht des Christus.“ Paulus macht hier ganz deutlich, wie er das auch schon in 1. Korinther 5, Vers 4 getan hat, dass er nicht alles alleine entscheidet. Er hat ja damals schon gesagt, dass der Gemeindeausschluss nur dann passieren kann, wenn auch die Gemeinde dahinter steht. Und er ist bereit, also dem Betreffenden zu vergeben, wenn die Gemeinde in Korinth zu dem Schluss kommt, dass er wieder aufgenommen werden kann, dass er echte Reue gezeigt hat und entsprechend wieder Mitglied werden kann. Das heißt, Paulus ist bereit, sich einem solchen Entschluss der Gemeinde anzuschließen, selbst wenn er selbst gar nicht anwesend ist. Das zeigt also auch, dass in der Urgemeinde die Beschlüsse der Ortsgemeinde, wenn rechtmäßig zusammengekommen, eine hohe Autorität hatten, die auch von Paulus geachtet wurde. Auch das ein wichtiger Punkt, den wir in der heutigen Zeit, glaube ich, nicht aus den Augen verlieren dürfen, dass eine Ortsgemeinde, wenn sie eine Entscheidung trifft, das auch respektiert werden sollte, sofern sie natürlich mit der Bibel übereinstimmt. Das ist natürlich selbstverständlich.

[15:22] Aber Paulus möchte hier deutlich machen, dass er nicht alles an sich reißen möchte und nicht die Belange der Gemeinde jetzt selbst entscheiden möchte, sondern wenn die Gemeinde zu der Überzeugung kommt, der Mann hat Buße getan, er hat Reue gezeigt, ihm kann vergeben werden, er hat die Liebe Jesu, die Erlösung angenommen, dann schließt er sich dieser Entscheidung an.

[15:45] Vers 11: „Damit wir nicht von dem Satan übervorteilt werden. Seine Absichten sind uns nämlich nicht unbekannt.“ Paulus wusste, eine solche Situation, in der Sünde in der Gemeinde aufgekommen ist, ist immer auch eine Situation, in der der Satan die Lage ausnützen möchte. Es war ja so gewesen, dass er in 1. Korinther 5, Vers 5 der Gemeinde empfohlen hatte, die betreffende Person auszuschließen. Das heißt dort: „dem Satan zu übergeben zum Verderben des Fleisches, damit der Geist gerettet werde am Tag des Herrn Jesus Christus.“ Mit anderen Worten, es sollte ein Gemeindeausschluss vorgenommen werden, um dem Betreffenden zu zeigen, dass er hier Dinge zu klären hat, dass er hier auf dem Irrweg ist, dass er umkehren muss und die Erlösung in Jesus für sich persönlich in Anspruch nehmen muss und eine Veränderung braucht. Und dieser Gemeindeausschluss, der wird bezeichnet mit „dem Satan zu übergeben“, weil sozusagen deutlich gemacht werden soll: So wie du jetzt lebst, lebst du ja nicht mit Jesus, weil du lebst in offener Sünde und willst das nicht ändern. Und wir zeigen dir damit: Dann bist du auf der anderen Seite.

[17:06] Das ist das eine. Aber Paulus weiß auch, wenn die Gemeinde jetzt mangelnde Vergebungsbereitschaft zeigt, wenn sie die Liebe Jesu nicht so widerspiegelt, wie sie das tun soll, dann wird der Satan das ausnutzen und diesen Sünder noch tiefer in die Verzweiflung stoßen und ihm den Eindruck vermitteln, dass er nicht mehr gerettet werden kann. Und damit würde die Kraft, die Schönheit des Evangeliums getrübt werden. Paulus macht also ganz deutlich, dass wir im Umgang mit der Sünde zwei Dinge ganz deutlich immer vor Augen haben müssen: Die Wahrheit und die Liebe. Denn in der Kombination von Wahrheit und Liebe zeigt sich das Evangelium, zeigt sich das Wesen Gottes. Wenn eines davon fehlt, dann kann der Satan das ausnutzen. Wenn wir die Wahrheit ignorieren und die Sünde tolerieren in der Gemeinde, dann kann der Satan die Gemeinde kaputt machen. Wenn wir zwar die Wahrheit hochhalten, aber die Liebe ignorieren, dann wird die Wahrheit in Misskredit gebracht und der Satan nutzt es dann jeweils auf seine Weise aus. Und Paulus sagt: „Wir wissen das ja, also sollen wir ihm diesen Vorteil nicht geben.“ Heißt also, wenn wir als Gemeinde nicht bereit sind, echte Reue zu erkennen und entsprechend der Vergebung, die Gott gewährt, zuzustimmen, dann hat Satan einen Vorteil, und das wollen wir unter gar keinen Umständen.

[18:33] Paulus macht in diesem Vers auch deutlich, dass Christen wissen oder wissen sollten, wie der Satan arbeitet. Nicht, dass sie alle seine Methoden bis ins Letzte analysiert haben, aber sie sollten wissen, nach welchen Prinzipien Satan vorgeht und wie sie dem entgegentreten können. Wir wissen aus Epheser 6, dass Paulus dort über die Waffenrüstung Gottes schreibt, die ja auch genau für diesen Kampf gegen die Mächte Satans gedacht ist.

[19:05] Vers 12: „Als ich aber nach Troas kam, um das Evangelium von Christus zu verkündigen, und mir eine Tür geöffnet war im Herrn...“ Paulus hatte ja nach langem Aufenthalt in Ephesus zunächst die Richtung nach Nordgriechenland eingeschlagen, nach Makedonien, haben wir schon angeschaut. Und als er noch auf dem Weg dorthin in Troas in Westklein-Asien die eine Möglichkeit sah, das Evangelium könnte sich dort gut verbreiten, hat er sie also gesehen, es gibt hier eine tolle Gelegenheit für die Mission, hatte sie dennoch nicht so ausführlich jetzt ausgenützt. Das heißt, in Vers 13: „...hatte ich gleichwohl keine Ruhe in meinem Geist, weil ich meinen Bruder Titus nicht fand, sondern ich nahm Abschied von ihnen und reiste nach Mazedonien“, also nach Makedonien. Er hatte gehofft, den Titus zu finden, der zuvor nach Korinth gereist war, im Zusammenhang mit dem ersten Korintherbrief. Und er wollte unbedingt wissen von Titus, wie jetzt diese Nachricht oder dieser Brief an die Korinther aufgenommen worden ist. Und er hat eine solche große Sorge gehabt, dass er sogar die sich bietende Gelegenheit in Troas jetzt nicht vollumfänglich ausgenützt hat, sondern relativ schnell weitergereist ist nach Nordgriechenland, um hoffentlich den Titus zu finden, damit er hören kann, wie es um die Gemeinde in Korinth steht.

[20:35] Vers 14: „Gott aber sei Dank, der uns allezeit in Christus triumphieren lässt und den Geruch seiner Erkenntnis durch uns an jedem Ort offenbar macht.“ In Makedonien hat Paulus den Titus endlich getroffen. Das werden wir dann nächstes Mal sehen, in 2. Korinther 7, Vers 5 bis 7. Da schließt sich dann sozusagen die Klammer, und wir werden jetzt sehen, dass Paulus jetzt einen langen Exkurs quasi macht in den Kapiteln 3, 4, 5, 6 und Anfang 7, um ein bisschen auch über seinen eigenen Dienst zu sprechen. Aber diese große Klammer ist sozusagen hier von Vers 2, 13 bis Kapitel 7, Vers 5, 6 und 7, wo dann berichtet wird, wie er den Titus dort in Makedonien getroffen hat und dass er dort die Nachricht erhalten hat, dass die Korinther den Brief sehr gut aufgenommen haben. Deswegen ist er jetzt bereit, und deswegen spricht er auch über den Triumph. Aber dazu werden wir dann noch mehr kommen, wenn wir uns mit 2. Korinther 7 beschäftigen. Wir werden jetzt uns erstmal ein bisschen die nächsten Verse anschauen, denn Paulus macht ja deutlich, dass allezeit, unabhängig davon, wie die Nachrichten sozusagen stehen, ob er positive oder negative Nachrichten bekommt, Gott ihm allezeit einen Triumph schenkt. Und dazu müssen wir ein bisschen uns überlegen, was es mit diesem Triumph auf sich hat.

[22:13] Die Römer kannten den Triumphzug ja bestens. Es war ursprünglich eine Ehrung für einen mächtigen, siegreichen Feldherrn, der zum Imperator ausgerufen worden war. Zur Zeit von Paulus war das dann mittlerweile nur noch den Kaisern vorbehalten. Es gab klare Regeln für einen Triumph. Man konnte einen Triumph nur feiern, wenn der Sieg in einem gerechten Krieg errungen worden war. Was immer das dann heißen mochte, das war natürlich Interpretationssache, auch Sache der Propaganda, aber es musste ein gerechter Krieg sein. So war die Regel. Der Triumphator musste die Befehlsgewalt gehabt haben. Er konnte also nicht nur ein Legat oder ein Abgesandter gewesen sein, sondern musste das sogenannte Imperium besitzen. Und es musste sich um einen bedeutenden Sieg handeln, bei dem dem Feind empfindliche Verluste zugefügt worden sind. Also, wenn man einfach den Gegner nur verjagt hat, konnte man keinen Triumph feiern.

[23:08] Am Tag des Triumphes zog dann der Triumphzug durch Rom: Vorneweg die Wagen und Traggestelle mit Kriegsbeute, die Kriegsgefangenen. Es gab Gemälde über die Taten im Krieg – es gab ja noch keine Nachrichten im Fernsehen, man hat dann also das aufgemalt auf Bilder, was so die größten Ereignisse in dem Krieg gewesen sind. Daraufhin folgte dann die Magistrate und der Senat, die Senatoren mit dem Triumphator. Der Triumphator war auf einem Triumphwagen mit hohen Rädern, und hinter ihm stand ein Staatsklave, der beständig, direkt hinter ihm stehend, ein vergoldetes Eichenlaub über ihm hielt, über dem Kopf, und ständig sagte, er sei auch nur ein Mensch, weil der Triumph einfach so unfassbar berauschend war. Und dahinter kamen dann die Soldaten, die zum Teil dann Spottlieder auf ihren Feldherrn sangen. Und im Verlaufe dieses Triumphzuges wurden dann auch die mitgeführten Feinde getötet. Also, wer dort als feindlicher König mitlief, mitgeführt wurde, der wusste auch, dass dieser Triumphzug möglicherweise der letzte Tag seines Lebens war.

[24:23] In gewisser Weise war es ja auch eine große geistliche Schlacht um die Korinther, und Christus hatte einen bedeutenden Sieg errungen. In Vers 15 und 16 verwendet Paulus jetzt Sprache, die tatsächlich an diesen Triumphzug insbesondere erinnert. Wir wollen nur kurz noch erwähnen, dass er in Vers 14 sagt, dass er den Geruch seiner Erkenntnis durch uns an jedem Ort offenbar macht. Das heißt also: In Christus kann ein Gläubiger, egal ob die äußeren Umstände positiv oder negativ sind, immer triumphieren, weil Gott sich durch ihn offenbart an jedem Ort.

[25:02] Vers 15: „Denn wir sind für Gott ein Wohlgeruch des Christus unter denen, die gerettet werden und unter denen, die verloren gehen. Den einen ein Geruch des Todes zum Tode, den anderen aber ein Geruch des Lebens zum Leben.“ Der Gedanke ist hier: Beim Triumphzug wurde als Zeichen des Jubels auch Weihrauch verbrannt. Es roch also, es gab guten Geruch sozusagen. Dieser Wohlgeruch. Für die Legionäre, die gewonnen hatten, die jetzt ihrem Triumphator folgten, durch Rom schritten, war dieser Wohlgeruch ein Zeichen ihres Sieges. Für die Kriegsgefangenen aber, die dort festgenommen waren, war derselbe Weihrauch, derselbe Wohlgeruch ein Zeichen des möglichen baldigen Todes. Und das ist, was Paulus hier meint. Derselbe Geruch macht doch einen enormen Unterschied, nämlich je nachdem, ob man auf der Seite des Imperators gekämpft und gesiegt hat oder ob man gegen ihn gekämpft hat. Auf dieselbe Weise ist das Wirken Gottes im Evangelium ein Zeichen des Sieges für jeden, der sich auf die Seite Jesu stellt, aber ein Zeichen des Todes für jeden, der weiterhin und beständig gegen ihn kämpft. Dasselbe Evangelium ist für alle, die auf Gott vertrauen, ein Zeichen des Sieges. Für alle, die gegen das Evangelium kämpfen und an der Sünde festhalten, ist das Evangelium ein Zeichen des Todes. Deswegen kämpfen sie auch so dagegen an.

[26:22] Und Paulus macht deutlich, dass der Dienst des Evangeliums diesem Duftzeichen entspricht. Also Gott wirkt, und so wie der Weihrauch sozusagen ein sinnlich wahrnehmbares Zeichen ist, so ist die hörbare Verkündigung des Evangeliums das Zeichen des Wirkens Gottes im Evangelium. Mit anderen Worten: So wie die Menschen sich zur Verkündigung des Paulus stellen oder auch anderer Apostel, anderer Christen, so werden sie ewiges Leben oder ewigen Tod erhalten. Wenn also ein Mensch die Verkündigung eines Apostels ablehnt, wird er nicht gerettet werden können. Wenn er sie annimmt, wird er gerettet werden können. Die Predigt des Apostels ist sozusagen der Wohlgeruch, an dem sich jetzt für die einen das Leben zum Leben, für die anderen des Todes zum Tod entscheidet. Und Paulus realisiert das hier, oder er schreibt darüber, er versucht den Korinthern jetzt etwas deutlich zu machen: Wenn das die Verantwortung eines Verkündigers ist, dass seine Worte, wenn sie vom Heiligen Geist geführt sind, für die Menschen ein Geruch des Todes zum Tode oder des Lebens zum Leben sein können, dann wird deutlich, welche unfassbare Verantwortung ein Verkündiger des Evangeliums hat.

[27:51] Und Paulus ruft hier aus am Ende von Vers 16: „Und wer ist hierzu tüchtig?“ Mit anderen Worten: Wer kann das leisten? Er beschreibt die enorme Verantwortung. Wenn Menschen die Verkündigung des Evangeliums als eine Nebensächlichkeit annehmen und etwas, wo sie so leicht drüber gehen und sich nur so halb drauf konzentrieren, dann verstehen sie nicht die Wichtigkeit, die existenzielle Bedeutung der Verkündigung des Evangeliums. Paulus macht deutlich: Das ist eine rhetorische Frage. Kein Mensch ist von sich aus dafür geschaffen, eine solch existenzielle, auf das ewige Leben abzielende Verantwortung zu übernehmen. Wir haben uns ja in 1. Korinther 15 angeschaut, wie Paulus gesagt hat dort in Vers 10: „Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin, und seine Gnade, die er an mir erwiesen hat, ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe mehr gearbeitet als sie alle. Jedoch nicht ich, sondern die Gnade Gottes, die mit mir ist.“ Paulus weiß, er selbst ist nicht tüchtig genug, er ist nicht fähig genug, eine solche Verantwortung zu übernehmen. Wer glaubt, er kann aus eigener Kraft die Verantwortung der Evangeliumsverkündigung übernehmen, der täuscht sich gewaltig. Die Worte des Verkündigers sind ein Duft des Lebens zum ewigen Leben oder des Todes zum ewigen Tod, je nachdem, wie Menschen darauf reagieren.

[29:19] Vers 17: Die Schlachter 2000 ist hier tatsächlich nicht so günstig in ihrer Übersetzung. Es heißt: „Denn wir sind nicht wie so viele, die das Wort Gottes verfälschen, sondern aus Lauterkeit, von Gott aus, reden wir vor dem Angesicht Gottes in Christus.“ Das Wort, das hier von der Schlachter traditionell mit „verfälschen“ übersetzt wird, heißt eigentlich eher sowas wie „verschachern“, „verhökern“. Es geht also gar nicht um die Verfälschung des Wortes, sondern um Menschen, die mit dem Wort Gottes so umgehen wie so ein Kleinhändler, wie so ein Krämer, die einfach sozusagen das so ja vielleicht gegen Geld so ein bisschen ihre Waren anbieten: „Hey, willst noch ein bisschen hier eine Vergebung da?“ Die sich nicht der Verantwortung der tiefen Ernsthaftigkeit der Verkündigung bewusst sind. Verkündigung ist also nicht nur ein Beruf, wo man einfach dann – man kann ja ein Krämer sein, ein Händler, mit ein paar Sachen handeln, dafür Geld bekommen, das einfach als Beruf sehen – aber er sagt: „Wir sind nicht so wie viele, die einfach die Verkündigung des Evangeliums als einen Beruf sehen, wo sie einfach so ein bisschen mit dem Wort Gottes hantieren, ein bisschen Geld dafür bekommen und dann einfach so nach ein paar Stunden des Tages das wieder ablegen gedanklich.“

[30:31] Paulus ist ein echter Verkündiger. Er redet von Gott aus. So lesen wir in Vers 17. Das heißt, Gott hat ihn gesandt. Er hat sich nicht selbst berufen. Er redet aus Lauterkeit. Das heißt, er hat reine Motive. Er will sich nicht bereichern am Evangelium. Er hat aufrichtige Motive. Er redet vor dem Angesicht Gottes. Das heißt, er ist sich bewusst, dass sein Tun und Handeln einmal vor Gott geprüft wird. Er muss für seine Predigt einmal vor Gott und für sein ganzes Leben Rechenschaft ablegen. Und er redet in Christus. Er redet mit Jesus. „Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit“, wie er in Kolosser 1, Vers 27 sagen wird, das ist eine lebendige Realität in seinem Dienst. Er macht deutlich: Der wahre Verkündiger – und das ist, wo es jetzt hier von Ende Kapitel 2 über 3, 4, 5 und 6 immer wieder gehen wird – es geht um die Frage, was einen wahren Verkündiger ausmacht. Und jeder, der in irgendeiner Weise mit der Evangeliumsverkündigung zu tun hat, insbesondere diejenigen, die das auch vollzeit tun, wir alle tun gut daran, diese Verse hier wirklich gründlich in unser Herz aufzunehmen. Das Wort Gottes nicht wie ein Kleinhändler behandeln, nicht wie ein Krämer einfach so ein bisschen damit handeln, sondern so wie Paulus: berufen von Gott und mit Christus gemeinsam vor dem Angesicht Gottes in Lauterkeit das Evangelium predigen. Das ist, was Paulus hier anspricht.

[31:50] Kapitel 3, Vers 1: „Fangen wir wieder an, uns selbst zu empfehlen? Brauchen wir etwa, wie gewisse Leute, Empfehlungsbriefe an euch oder Empfehlungsbriefe von euch?“ Diese rhetorischen Fragen machen deutlich: Paulus muss nicht erst den Korinthern oder irgendjemand anders nachweisen, dass er ein vertrauenswürdiger Apostel ist. Die Korinther kennen ihn, und seine Arbeit in Korinth ist auch anderen Gemeinden nicht unbekannt. Es gab damals offenbar die Praxis – und es ist ja nicht grundsätzlich verkehrt –, dass weniger bekannte Mitarbeiter im Werk einen Empfehlungsschreiben von Führungspersönlichkeiten im Werk Gottes mitgebracht haben und sich damit ausgewiesen haben. Es gab ja damals viele Irrelehrer, Leute, die irgendwelche Sonderlehren in die Gemeinde bringen wollten, gibt’s heute auch noch. Und da war es üblich, dass Gemeinden dann gefragt haben: „Hast du ein Empfehlungsschreiben? Kannst du dich ausweisen, dass Paulus, Petrus, irgendjemand dich kennt und auch tatsächlich empfiehlt?“ Aber Paulus sagt: „Ich brauche das jetzt nicht. Ihr kennt meine Arbeit und die ist allgemein gut bekannt.“

[33:01] Vers 2: „Unser Brief seid ihr, in unsere Herzen geschrieben, erkannt und gelesen von jedermann.“ Er sagt, die Gemeinde Korinth ist sozusagen das Empfehlungsschreiben für Paulus, dass er in dieser gottlosen römischen Kolonie, im heidnischen Griechenland, in einer Handelsstadt mit unglaublich viel Laster und Versuchung, dass dort eine christliche Gemeinde entsteht, die über Jahre stabil bleibt und sogar dann bereit ist, einschleichende Missstände auf das Wort des Briefes hin wieder zu korrigieren, ist ein beeindruckendes Wirken, wie tief und gründlich das Fundament von Paulus gelegt worden ist. Das war nicht einfach so hämisch, diese Gemeindegründung. Er hat wirklich hier ganze Arbeit geleistet. Das zeigt selbst, wie die Gemeinde in der Krise dann reagiert hat. Und das haben offensichtlich auch die anderen Christen damals so gesehen.

[33:57] Vers 3: „Es ist ja offenbar, dass ihr ein Brief des Christus seid, durch unseren Dienst ausgefertigt, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf steinerne Tafeln, sondern auf fleischerne Tafeln des Herzens.“ Eine wunderschöne Metapher. Paulus bleibt hier bei der Metapher des Briefes und führt sie jetzt im Detail aus. Es war ja damals üblich, dass der eigentliche Autor bei antiken Briefen die Gedanken formuliert hat und diktiert hat, aber dass es dann einen Schreiber gab, der das vom Autor Gesagte sozusagen auf Papyrus gebracht hat, und dies mit Tinte. Und Paulus nimmt diese Metapher und wendet sie jetzt auf seinen Dienst an. Der eigentliche Autor des Briefes „Gemeinde Korinth“ ist Jesus Christus. Er hat die Gedanken, er hat den Inhalt der Gemeinde Korinth sozusagen gegeben. Paulus ist in dieser Analogie der Schreiber, der das, was Christus sagt, sozusagen auf Papyrus bringt. Und die Tinte, geistlich gesprochen, ist der Heilige Geist, mit dem der Schreiber Paulus gearbeitet hat. Er hat also mit Hilfe des Heiligen Geistes den Plan von Jesus für die Korinther quasi umgesetzt. Er hat gearbeitet, und so wie ein Schreiber die Gedanken und Worte des Autors zu Papier bringt, hat Paulus durch sein Wirken mit Hilfe des Heiligen Geistes die Pläne von Jesus für die Korinther im Leben der Gemeinde sichtbar machen können.

[35:26] Und dann wandelt er diese Metapher leicht um. Er spricht jetzt nicht mehr vom typischen antiken Brief mit Tinte und Papyrus, sondern hat jetzt offensichtlich auch die Gesetzgebung am Sinai vor Augen, wenn es hier um die steinernen Tafeln geht, denn das Gesetz Gottes ist nach 2. Mose 31, Vers 18 ja auf die Steintafeln mit Gottes eigenem Finger geschrieben worden. Und schon im Alten Testament in Jeremia 31 und dort Vers 31 ist diese Idee ganz deutlich, dass Gottes Plan eigentlich nicht darin bestand, die Gesetze nur auf Steintafeln zu haben. Das heißt hier ab Vers 31: „Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund schließen werde, nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern schloss an dem Tag, da ich sie bei der Hand ergriff, um sie aus dem Land Ägypten herauszuführen, denn sie haben meinen Bund gebrochen, obwohl ich doch ihr Eheherr war, spricht der Herr, sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Innerstes hineinlegen und es auf ihre Herzen schreiben und ich will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein.“ Das ist der neue Bund, den Paulus jetzt hier vor Augen hat, und er sagt: „Mit anderen Worten, ihr seid die Erfüllung dieses neuen Bundes, indem ihr das Evangelium von Jesus angenommen habt.“

[36:48] Paulus zitiert es auch dann in Hebräer Kapitel 8, Vers 10 bis 12, genau diese Stelle dann auch weiterführend von Jeremia. Auch Hesekiel 36 hat die Idee, dass wir ein fleischernes Herz bekommen und dass Gott seinen Geist in unser Herz hineinlegen möchte, wie es hier heißt in Hesekiel 36, Vers 26 und 27: „Und ich will euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres legen. Ich will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. Ja, ich will meinen Geist in euer Inneres legen und werde bewirken, dass ihr in meinen Satzungen wandelt und meine Rechtsbestimmungen befolgt und tut.“ Das Gesetz im Herzen. Das heißt auch, dass es die Aufgabe von Paulus war, das Gesetz, die Prinzipien des Gesetzes Gottes, in der Gemeinde in Korinth zu verankern. Er hat also nicht dafür gewirkt, dass das Gesetz abgeschafft wird. Ganz im Gegenteil, er hat die praktische Umsetzung des Gesetzes durch den Glauben gefördert.

[37:47] Vers 4: „Und eine solche Zuversicht haben wir durch Christus zu Gott.“ Also Paulus ist bezüglich der Dinge, die er gerade geschrieben hat, wirklich zuversichtlich. Das heißt, er ist wirklich der Meinung – es ist keine Schmeichelei, nicht nur eine politisch höfliche Formel –, sondern er ist wirklich der Meinung, dass die Gemeinde Korinth mit all den Schwierigkeiten, die sie gehabt hat und auch zum Teil noch haben mag, ein echtes Empfehlungsschreiben für seinen Dienst erstellt und dass er sozusagen mit Hinweis auf die Gemeinde Korinth zeigen kann, dass Gott seinen Dienst wirklich beglaubigt hat.

[38:26] Vers 5: „Nicht, dass wir von uns selber aus tüchtig wären, sodass wir uns etwas anrechnen dürften, als käme es aus uns selbst, sondern unsere Tüchtigkeit kommt von Gott.“ Noch einmal macht er das ganz deutlich hier. Er weiß: Es ist nicht mein Wirken. Es ist nicht Paulus, der hier Großes geleistet hat. Es ist Gott, der ein Wunder getan hat. Paulus hat keinen Verdienst vor Gott wegen der Gemeindegründung in Korinth. Es war Gottes Wirken durch ihn. Ja, die Werke Gottes, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln, Epheser 2, Vers 10, und natürlich 1. Korinther 15, Vers 10: Die Gnade Gottes, die so mächtig in ihm gewirkt hat, dass er mehr gearbeitet hat als die anderen Apostel.

[39:06] Vers 6: „Der uns auch tüchtig gemacht hat zu Dienern des neuen Bundes.“ Also die Frage in Kapitel 2, Vers 16: „Wer ist hierzu tüchtig?“, die wird in Vers 5 und 6 von Kapitel 3 beantwortet. Er sagt: „Ich alleine aus mir selbst heraus bin unter keinen Umständen tüchtig, aber Gott hat mich tüchtig gemacht zu einem Diener des neuen Bundes, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes, denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.“ Paulus ist Diener des neuen Bundes, und das gibt Paulus jetzt die Gelegenheit, über dieses so enorm wichtige Thema zu sprechen, wie es ja auch z.B. im Hebräerbrief ausführlich tut. Wir schauen uns das noch einmal ganz kurz an, weil das so wichtig ist für uns alle, für unser persönliches Glaubensleben.

[39:50] Der neue Bund wird hier – und das ist ein Zitat aus Jeremia 31, Vers 33 folgende – wie folgt definiert, Hebräer 8 ab Vers 10: „...sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel schließen werde nach jenen Tagen, spricht der Herr: Ich will ihnen meine Gesetze in den Sinn geben und sie in ihre Herzen schreiben und ich will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein. Und es wird keiner mehr seinen Nächsten und keiner mehr seinen Bruder lehren und sagen: Erkenne den Herrn, denn es werden mich alle kennen, vom Kleinsten bis zum Größten unter ihnen, denn ich werde gnädig sein gegen ihre Ungerechtigkeiten und an ihre Sünden und ihre Gesetzlosigkeiten werde ich nicht mehr gedenken.“ Der Gedanke ist: Weil Gott uns wirklich die Sünde tatsächlich vollständig vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit, haben wir eine echte persönliche Beziehung zu ihm. Wir kennen ihn. Wir brauchen nicht irgendeinen Pastor, Guru, Prediger, irgendjemand, der dazwischen geschaltet ist. Wir dürfen ihn kennen, weil wir die Vergebungsgewissheit haben. Und diese Beziehung zu Gott ermöglicht es Gott, die Prinzipien seiner Zehn Gebote, das Gesetz, in unser Denken hineinzuschreiben, sodass wir tatsächlich seine Kinder sind und er unser Gott, dass wir tatsächlich mit ihm zusammen leben. Das ist der neue Bund.

[41:07] Im alten Bund gab es genau dasselbe Gesetz, aber im alten Bund gab es keine Vergebung der Sünde. Nun, wenn einige sagen: „Aber im Alten Testament sind doch auch die Menschen erlöst worden.“ Das stimmt. Das Alte Testament ist doch nicht der alte Bund. Wir sehen ja ganz deutlich: Der alte Bund ist etwas, was erst am Sinai entstanden ist. Abraham kannte den alten Bund nicht. Abraham braucht übrigens auch keine Priester in der Vermittlung. Der Gedanke ist, dass es einen wahren Bund gibt, der die Erlösung darstellt, dass der sogenannte neue Bund deswegen neu ist, weil er erst mit dem Tod Jesu juristisch ratifiziert ist. Das heißt, nicht mehr zurückgenommen, also dann sozusagen festgemacht, aber als Verheißung bestand er seit den Tagen von Adam und Eva in 1. Mose 3.

[41:56] Der alte Bund, der am Berg Sinai deswegen entstand, weil die Israeliten die Stimme Gottes nicht hören wollten und lieber einen Vermittler haben wollten und sozusagen lieber eine Beziehung auf Distanz haben wollten, beschreibt die Theorie der Erlösung in einer ganzen Reihe von vielen Opfervorschriften, wobei diese Opfer zwar korrekterweise auf den neuen Bund weisen, aber in sich selbst keine Erlösung bewirken können. Das Blut von Böcken und Stieren kann keine Sünden vergeben. Es ist also nur ein Symbol, eine Metapher, ein Gleichnis für die eigentliche Erlösung des neuen Bundes. Und weil der alte Bund keine echte, eigentliche Sündenvergebung bieten kann, braucht es in diesem alten Bund auch eine menschliche Vermittlung. Und die gibt es ja dann aufgrund der menschlichen Priester, die dort im Heiligtumsdienst im Alten Testament eine Rolle gespielt haben. Und so verbleibt das Gesetz auf Steintafeln, dasselbe Gesetz als Theorie, so wie die Opfer sozusagen die Theorie des Evangeliums der Vergebung gezeigt haben, aber selbst nicht vergeben konnten. So beschreiben die Zehn Gebote auf Steintafeln die exakten Prinzipien des Gesetzes Gottes, ohne dass ein Mensch sie aus eigener Kraft halten kann. Das ist also der Unterschied zwischen dem alten und dem neuen Bund. Der alte Bund beschreibt die ganze Wahrheit als Theorie, als Buchstabe, auf Stein und in Opfergesetzen. Und im neuen Bund, aufgrund des Glaubens an das Opfer Jesu, wird all das Realität in meinem Leben. Ohne Christus keine Verbindung mit Gott, keine Sündenvergebung und das Gesetz kann nicht ins Herz kommen.

[44:07] Mit anderen Worten: Der alte Bund beschreibt die eine korrekte Theorie, aber hat keine Kraft. Und so beschreibt Paulus jetzt: Er sagt in Kapitel 6, dass der alte Bund, der Buchstabe, er tötet, aber der Geist macht lebendig. Die Idee dabei ist, dass die Buchstaben des Gesetzes uns sagen, dass wir Sünder sind und deswegen unseren Tod sozusagen diagnostizieren, aber uns nicht lebendig machen können. Das kann nur der Heilige Geist im neuen Bund, der die Zehn Gebote in unser Herz hineinschreibt. Man kann das deutlich ja noch weiter studieren in Römer 7, wo Paulus deutlich zeigt, dass die Buchstaben des Gesetzes zwar heilig, gerecht und gut sind, aber dem Sünder nur den Tod verkünden können. Aber wenn dann in Römer 8 der Geist kommt und das, was Jesus für uns getan hat, in unserem Leben angewendet wird, dann werden wir tatsächlich wiederbelebt. So in Epheser 2 ab Vers 1 bis Vers 10.

[44:50] Jetzt macht Paulus einen hochinteressanten Punkt in Vers 7: „Wenn aber der Dienst des Todes, durch in Stein eingegrabene Buchstaben, von solcher Herrlichkeit war, dass die Kinder Israels nicht in das Angesicht Moses schauen konnten wegen der Herrlichkeit seines Antlitzes, die doch vergänglich war...“ Er sagt also schon: Dieser alte Bund hat ja einen Verkündiger. Der Verkündiger des alten Bundes war Mose, er war der Diener des alten Bundes, als er den Kindern Israel das Gesetz auf Steintafeln übergeben hat, als er die ganzen menschlichen Mittler eingesetzt hat im Heiligtumsdienst, die ganzen Opfergesetze erläutert hat. All das war ja nur ein Symbol, nicht das eigentliche Evangelium. Das eigentliche Evangelium konnte natürlich auch im Alten Testament jeder annehmen, im Glauben an den zukünftigen Messias seit 1. Mose 3, Vers 15. So hat Mose natürlich im neuen Bund gelebt, ansonsten hätte er Gott ja gar nicht persönlich begegnen können. Aber Mose war in dieser Hinsicht dem Volk ein Verkündiger des alten Bundes und ist trotzdem von Gott in großem Maße verherrlicht worden, so sehr, dass sogar die Israeliten sein Angesicht nicht schauen konnten, weil es so geleuchtet hat, als er vom Berg Sinai herabkam und dort in 2. Mose 34 ja das den Charakter Gottes noch einmal ganz besonders bestätigt bekommen hat.

[46:05] Der Punkt von Paulus ist jetzt interessant in Vers 8, wenn er sagt: „Wie sollte dann nicht der Dienst des Geistes von weit größerer Herrlichkeit sein?“ Er sagt: Wenn schon Mose als Verkündiger des alten Bundes mit solcher Herrlichkeit beglaubigt worden ist, sollte dann nicht die Verkündigung des neuen Bundes eine noch viel größere Herrlichkeit haben? Also Paulus sagt in aller Demut: Unser Dienst, den wir haben als Verkündiger des Evangeliums, ist noch herrlicher, noch größer als die Verkündigung, die Mose damals am Sinai getan hat, als er den alten Bund den Israeliten erklärt hat.

[46:40] Vers 9: „Denn wenn der Dienst der Verdammnis Herrlichkeit hatte, wie viel mehr wird der Dienst der Gerechtigkeit von Herrlichkeit überfließen.“ Der alte Bund kann ja nur den Tod diagnostizieren. Der neue Bund bringt die wahre Gerechtigkeit, die Gerechtigkeit aus dem Glauben, wie Römer 1, Vers 16 und 17, überhaupt der ganze Römerbrief, die ersten acht Kapitel, das deutlich zeigen. Der neue Bund bringt echte Vergebung der Sünden, einen echten Neuanfang, geistliche Wiederbelebung, und darin offenbart sich die Gerechtigkeit Gottes.

[47:17] Vers 10: „Ja, selbst das, was herrlich gemacht war, ist nicht herrlich im Vergleich zu diesem, das eine so überschwängliche Herrlichkeit hat.“ Paulus sagt jetzt: „Okay, die beiden Herrlichkeiten, also die Herrlichkeit vom alten Bund und vom neuen Bund, das ist nicht so, dass das eine ein bisschen mehr ist als das andere.“ Er sagt: Die Herrlichkeit des neuen Bundes ist so gewaltig, so groß, dass obwohl die Herrlichkeit des alten Bundes zwar existiert und sie herrlich ist, im Vergleich aber gar nicht herrlich ist. Also das ist, man kann es sich mal vergleichen: Die Herrlichkeit des neuen Bundes ist so groß, dass im Vergleich die Herrlichkeit des alten Bundes gar nicht als herrlich erscheint. Und das ist, glaube ich, gar nicht bewusst, wie großartig, wie tief, wie herrlich das Evangelium eigentlich wirklich ist.

[47:56] Vers 11: „Denn wenn das, was weggetan wird, mit Herrlichkeit kam, wie viel mehr wird das, was bleibt, in Herrlichkeit bestehen.“ Der alte Bund war temporär mit all seiner Herrlichkeit und ist weggetan worden. Aber der neue Bund ist nicht temporär. Er ist für alle Ewigkeit. Es ist eine ewige Liebe, ein ewiges Evangelium, eine ewige Gerechtigkeit. Er wird für immer bestehen bleiben. Und das ist rein schon reine Mathematik: Vor der Ewigkeit versinkt alles Vergängliche letztlich zur Bedeutungslosigkeit, weil in der Perspektive der Ewigkeit, egal wie toll das war mit dem alten Bund, das ist am Ende bedeutungslos. Also vergleichsweise.

[48:30] Vers 12: „Da wir nun eine solche Hoffnung haben, so treten wir mit großer Freimütigkeit auf.“ Paulus ist ein Diener dieses so unvorstellbar herrlichen neuen Bundes, und deswegen kann er mit großer Freimütigkeit auftreten. Er ist in unvorstellbar großer Weise gesegnet worden, dieses herrliche Evangelium predigen zu dürfen. Liebe Freunde, wenn du die Gelegenheit hast, in deinem Hauskreis, mit deinen Arbeitskollegen, irgendwo das Evangelium weiterzugeben, sei dir bewusst: Du hast eine gigantische Segnung erhalten. Dieses überaus herrliche, alles andere in den Schatten stellende Evangelium besitzen zu dürfen und weitergeben zu dürfen. Unvorstellbares Privileg. Und ich muss mir das selbst sagen. Ich glaube, ich denke zu wenig drüber nach. Du auch?

[49:21] Vers 13: „Und nicht wie Mose, der eine Decke auf sein Angesicht legte, damit die Kinder Israels nicht auf das Ende dessen sehen, was weggetan werden sollte.“ Während Mose die Herrlichkeit verhüllte, lässt Paulus die Herrlichkeit des neuen Bundes sozusagen unverhüllt. Das Wort, das hier „Ende“ steht, was mit „Ende“ übersetzt wird, heißt auch „Ziel“. Also so ist Christus z.B. in Römer 10, Vers 4 das Ende des Gesetzes, aber das bedeutet nicht, dass er das Gesetz beendet hat, sondern er ist das Ziel des Gesetzes. Hätten die Israeliten die Herrlichkeit im Gesicht Moses ertragen und angeschaut, dann hätten sie etwas vom neuen Bund verstanden. Denn in 2. Mose 33 hat ja Gott versprochen, Mose etwas von seiner Herrlichkeit zu zeigen. Er konnte zwar ihm nicht sein Angesicht zeigen, aber er konnte ihm seine Barmherzigkeit, seine Gnade, seine Liebe offenbaren. Und dann in 2. Mose 34 hat er tatsächlich das getan, indem er an ihm vorbeigegangen ist und ihn und seinen Namen, seinen Charakter ausgerufen hat. Er hatte seine vergebende Gnade erklärt, die gleichzeitig der Gerechtigkeit Genüge tut. In 2. Mose 34, deswegen hat ja Moses Angesicht so geleuchtet.

[50:40] 2. Mose 34, dort Vers 6 und 7: „Und der Herr ging vor seinem Angesicht vorüber und rief: Der Herr, der Herr, der starke Gott, der barmherzig und gnädig ist, langsam zum Zorn und von großer Gnade und Treue, der Tausenden Gnade bewahrt und Schuld, Übertretung und Sünde vergibt, aber keineswegs ungestraft lässt, sondern die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern und Kindeskindern bis in das dritte und vierte Glied.“ Gott vergibt die Sünde, aber nicht, indem man einfach alles laufen lässt, sondern er bestraft die Sünde und vergibt sie gleichzeitig. Und man möchte sich fragen: Wie ist das möglich? Aber der Blick aufs Kreuz von Golgatha zeigt: Gott bestraft die Sünde und vergibt gleichzeitig. Das ist das, was Paulus im Römerbrief sagt, dass Gott gleichzeitig uns rechtfertigen kann und gleichzeitig gerecht ist. Er bestraft die Sünde, indem er nämlich in der Person von Jesus die Strafe auf sich selbst nimmt, und er vergibt uns. Die Herrlichkeit Gottes.

[51:39] Vers 14: „Aber ihre Gedanken wurden verstockt, denn bis zum heutigen Tag bleibt beim Lesen des Alten Testaments die Decke unaufgedeckt, die in Christus weggetan wird.“ Die Israeliten haben das Evangelium im alten Bund nicht entdeckt. Die Zehn Gebote sollten dahin weisen, dass es ja nicht einfach nur Regeln sind, sondern ins Herz hineinkommen soll. Das stand ja schon in 5. Mose 6, Vers 7, 5. Mose 6 ab Vers 4, 5 und 6, dass diese Worte auf dem Herzen sein sollen. Und natürlich war der alte Bund dazu gedacht, die Israeliten dann zu führen, dann den Erlöser, wenn er kommen sollte, anzunehmen. Aber ihre Gedanken wurden verstockt. Sie haben die vergebende Liebe Gottes nicht verstanden. Und deswegen, als Jesus als Personifizierung dieses Evangeliums in die Welt kam, haben sie ihn abgelehnt. Und er bezeugt Paulus, dass noch zu seiner Zeit Juden im Allgemeinen – es gab natürlich viele Judenchristen auch – aber im Allgemeinen beim Lesen des Alten Testaments die Herrlichkeit des Evangeliums nicht bemerkt worden ist. Sie haben die Prinzipien des Evangeliums, die im Alten Testament schon vorhanden sind, nicht bemerkt, so wie Mose geleuchtet hat, aber dann eine Decke vor dem Kopf hatte. Die Decke von Mose wird hier zur Metapher. Wer Jesus Christus annimmt, für den wird die Decke weggetan. Er sieht dann plötzlich die Herrlichkeit, so wie auch Mose seinen Freund Jesus gesehen hat, mit ihm gesprochen hat. 2. Mose 33, Vers 9: „Redete mit ihm von Angesicht zu Angesicht, wie ein Freund mit einem Freund redet.“ Und dadurch wurde er zum Licht. Dadurch hat er das Wesen des neuen Bundes verstanden.

[53:22] Aber wer Christus nicht annimmt, der sieht das all das nicht im Alten Testament. Er sieht da nur noch Regeln und Geschichten, aber nicht mehr die Klarheit und Schönheit des Evangeliums. Übrigens impliziert dieser Vers, dass die Christen damals schon selbstverständlich die hebräischen Schriften als das „Alte Testament“ bezeichnet haben, und das impliziert natürlich auch die Existenz eines Neuen, auch wenn natürlich noch längst nicht alle Bücher des Neuen Testaments geschrieben waren.

[53:53] Vers 15: „Doch bis zum heutigen Tag liegt die Decke auf ihrem Herzen, so oft Mose gelesen wird.“ Die Bücher von Mose wurden zwar in den Synagogen studiert, aber die Herrlichkeit des Evangeliums, die Mose gesehen hat, die wurde nicht erkannt. Mose hatte sie von Jesus erhalten, und der einzige Weg, diese Herrlichkeit zu sehen, ist über den, der von sich gesagt hat, dass er der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. Jesus hat das selbst gesagt in Johannes Kapitel 5, Vers 46: „Denn wenn ihr Mose glauben würdet, so würdet ihr auch mir glauben, denn von mir hat er geschrieben. Wenn ihr bei seinen Schriften nicht glaubt, wie werdet ihr meinen Worten glauben?“

[54:42] Vers 16: „Sobald es sich aber zum Herrn bekehrt, wird die Decke weggenommen.“ In dem Moment, wo sich Menschen bekehren, sehen sie die Herrlichkeit des Evangeliums auch im Alten Testament.

[54:53] Vers 17: „Der Herr aber ist der Geist, und wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.“ Und es bezieht sich natürlich auf Vers 6: Der Geist des Herrn macht lebendig. Jesus hat das Wirken des Heiligen Geistes erklärt und vorgelebt, und an Pfingsten hat er ihn in aller Fülle ausgegossen. Und Jesus bringt echte Freiheit. Der Heilige Geist personifiziert Jesus. Jesus hat gesagt: „Wen der Sohn frei macht, der ist wirklich frei.“ Er hat die Kinder Israels aus Ägypten frei gemacht und ihnen dann das Gesetz gegeben, um diese Freiheit zu erklären. Und er macht uns aus der Sünde frei und gibt uns dann das Gesetz in unser Herz hinein, um uns die Prinzipien der Freiheit wirklich in uns tief zu verankern.

[55:41] Vers 18: „Wir alle aber, indem wir mit unverhülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauen wie in einem Spiegel, werden verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, nämlich vom Geist des Herrn.“ Als Christen schauen wir ohne Decke auf die Herrlichkeit Jesu, und das verwandelt unseren Charakter. Wenn wir wirklich über die Herrlichkeit des Evangeliums nachdenken, dann werden wir von Herrlichkeit zu Herrlichkeit in dasselbe Bild verwandelt. Wir werden ihm immer ähnlicher, und das bewirkt der Heilige Geist. Das Wort hier für „verwandeln“ ist „Metamorphoo“, die Metamorphose wie in Römer 12, Vers 2. Es geht also nicht darum, dass wir ein bisschen getuned werden, ein bisschen verbessert werden, sondern wir werden in jeder Hinsicht und in jedem Detail neu gestaltet, so wie aus einer Raupe ein Schmetterling wird. Darum lassen wir uns nicht entmutigen.

[56:40] Kapitel 4, Vers 1: „Weil wir diesen Dienst haben, gemäß der Barmherzigkeit, die wir empfangen haben.“ Paulus weiß, dieser Dienst ist herrlich, und deswegen mögen auch alle anderen äußeren Umstände, wie sie auch sein mögen in der Arbeit für den Herrn, sie können ihn nicht dauerhaft, sie können ihn nicht entmutigen.

[57:01] Vers 2: „Sondern wir lehnen die schändlichen Heimlichkeiten ab. Wir gehen nicht mit Hinterlist um und fälschen nicht das Wort Gottes, sondern indem wir die Wahrheit offenbar machen, empfehlen wir uns jedem menschlichen Gewissen vor dem Angesicht Gottes.“ Paulus sagt das Evangelium gerade heraus, er verwendet keine Heimlichtuerei. Er präsentiert die Wahrheit nicht mit doppeltem Boden und mit irgendwelchen Hinterlistigkeiten, keine Fangfragen, nicht das, was weltlicherweise oft so als ihr Kennzeichen haben.

[57:31] Vers 3: „Wenn aber unser Evangelium verhüllt ist...“ – also er sagt jetzt, wir predigen diese Herrlichkeit ungefiltert – „...wenn es aber dann trotzdem Leute gibt, die dagegen ankämpfen, die es nicht verstehen, die trotzdem dadurch nicht verändert werden, dann liegt das daran: Wenn aber unser Evangelium verhüllt ist, so ist es bei denen verhüllt, die verloren gehen.“

[57:50] Vers 4: „Bei den Ungläubigen, denen der Gott dieser Welt die Sinne verblendet hat, sodass ihnen das herrliche Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit des Christus nicht aufleuchtet, welcher Gottes Ebenbild ist.“ Paulus weiß, nicht alle verstehen das Evangelium. Das liegt aber nicht daran, dass Paulus mit irgendwelchen Geheimmethoden arbeitet, die die Wahrheit undeutlich machen, sondern dass die, die es nicht verstehen, es aufgrund ihrer Bindung an Satan nicht verstehen. Der Grund liegt daran, dass Satan die Menschen verblendet. Er möchte nicht, dass sie die Herrlichkeit des Evangeliums sehen, denn dieses Evangelium zeigt ihnen, wie Gott ist. Jesus ist nämlich das Ebenbild Gottes, Hebräer 1, Vers 2. Und Jesus sagt ja in Johannes 14, Vers 9 und 10: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.“

[58:39] Vers 5: „Denn wir verkündigen nicht uns selbst, sondern Christus Jesus, dass er der Herr ist, und uns selbst aber eure Knechte um Jesu willen.“ Bei Paulus geht es immer um Jesus. Er hat ja den Korinthern schon in 1. Korinther 2, Vers 2 gesagt, dass er sich vorgenommen hatte, nichts anderes zu predigen als Christus und ihn gekreuzigt. Er predigt Jesus als den Herrn. Er ist zwar mit einem Dienst betraut, der herrlicher ist als der Dienst von Mose, aber er will sich deswegen nicht erheben. Es geht ihm nicht um – er möchte nicht zeigen: „Hey, ich bin wichtiger als Mose.“ Nein, nein, nein. Es geht ihm nur um Jesus. Diese Herrlichkeit von Jesus. Er macht zwar deutlich, das ist eine größere Aufgabe, die wir haben, aber es geht nicht um ihn. Er möchte deuten: Es geht um Jesus und ihn allein. Er selbst als Apostel ist nur ein Knecht, ein Knecht für die Korinther, damit sie Jesus und ihn allein als ihren Erlöser annehmen. Das hat er schon in 1. Korinther 4, Vers 1 gesagt, als es darum ging, dass die Korinther die verschiedenen Mitarbeiter des Evangeliums gegeneinander ausgespielt haben, dass er gesagt hat: „Ihr solltet uns als Diener, als Knechte Gottes ansehen.“

[59:46] Vers 6: „Denn Gott, der dem Licht gebot, aus der Finsternis hervorzuleuchten, er hat es auch in unseren Herzen Licht werden lassen, damit wir erleuchtet werden mit der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi.“ Wunderschöner Vers. Man könnte eine ganze Stunde über den allein predigen, aber die Zeit haben wir leider nicht. Er macht deutlich: Das Evangelium ist eine Neuschöpfung. So werden wir es auch nächste Woche in Kapitel 5, Vers 17 sehen: „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden.“ Noch mehr Parallelverse hier. Paulus bezieht sich natürlich auf 1. Mose 1, wo es heißt, dass die Erde am Anfang wüst und leer und finster war und der Geist Gottes über der Erde schwebte und dann Gott sprach: „Es werde Licht“, und es wurde Licht. Dasselbe Wort Gottes, Jesus Christus selbst ist ja das Wort Gottes, das am Anfang gesagt hat: „Es werde Licht“, das bringt auch das Licht des Evangeliums in unser Herz. Egal wie dunkel, wie finster, wie chaotisch unsere Herzen auch sein mögen. Das Evangelium ist eine Neuschöpfung in unserem Herzen.

[1:00:48] Mose wollte ja die Herrlichkeit Gottes sehen. Er konnte Gott nicht von Angesicht zu Angesicht sehen. So sagt es ganz deutlich 2. Mose 33 ab Vers 18, als er gesagt hat: „Lass mich deine Herrlichkeit sehen.“ Sagt Gott: „Du kannst mir nicht ins Angesicht sehen. Du würdest sterben. Du kannst nur meinen Rücken sehen. Du kannst nur hinter mir her sehen, aber ich bringe dich so nah wie möglich.“ Aber indem Jesus Mensch wurde, konnten Menschen jetzt sagen, wie Johannes 1, Vers 14: „Wir sahen seine Herrlichkeit, die Herrlichkeit eines Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“ Man konnte jetzt Gott sozusagen von Auge zu Auge sehen und die Prinzipien des Wesens Gottes im menschlichen Leben wahrnehmen auf eine Art und Weise wie noch nie zuvor. Wir sind erleuchtet mit der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi.

[1:01:30] Angesicht Jesu Christi, und Paulus weiß, dieses Evangelium ist ein großer Schatz, aber er selbst ist nur ein unbedeutendes Gefäß dafür. Vers 7: „Wir aber haben diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die überragende Kraft von Gott sei und nicht von uns.“ Das Evangelium ist ein großer Schatz, aber er selbst ist ein simples Keramik, ein simples Tongefäß. Er ist nichts Besonderes. Die Botschaft, die er trägt, ist gewaltig, unvorstellbar wertvoll. Es gab eine Geschichte von einem frühen Mitarbeiter unserer Bewegung, der mal angetroffen worden ist und dem gesagt worden ist: „Ah, ihr seid alles nur unbedeutende Männer.“ Und er sagte: „Ja, das stimmt, aber wir behandeln gewaltige Themen.“

[1:02:16] Das ist die Einstellung von Paulus gewesen. Ich bin ein unbedeutender Mann, aber das Thema, das ich behandle, das Thema, das ich predige, das ist für mich nicht einfach nur so ein Beruf, so eine Krämersache, wo ich einfach mal ein paar Sachen so anpreise, sondern was ich behandle, ist das herrliche ewige Evangelium, das noch das übertrifft, was Mose den Israeliten am Berg Sinai erklärt hat. Es ist der Dienst des Geistes, der Dienst der Gerechtigkeit, der Dienst der Herrlichkeit des ewigen Evangeliums.

[1:02:45] Vers 8: „Wir werden überall bedrängt, aber nicht erdrückt. Wir kommen in Verlegenheit, aber nicht in Verzweiflung. Wir werden verfolgt, aber nicht verlassen. Wir werden niedergeworfen, aber wir kommen nicht um. Wir tragen allezeit das Sterben des Herrn Jesus am Leib umher, damit auch das Leben Jesu an unserem Leib offenbar wird.“ Paulus weiß, er hat viel zu erleiden. Viele Bedrängnisse, viele Probleme, viele Konflikte, viele Schwierigkeiten, aber sie nehmen nie so überhand, dass er nicht weitermachen könnte. Es gibt viele Rückschritte, viele Hindernisse, aber die Arbeit geht immer weiter. Jesus war ständig in Gefahr. Er wurde verfolgt. Er konnte nicht überall dorthin gehen, wohin er wollte. Die Obersten trachteten danach, ihn zu töten. Denn Paulus geht es nicht anders. Und wer Jesus nachfolgt, das Evangelium predigt, der wird das auch erleben.

[1:03:27] Aber er erduldet die Schwierigkeiten, er erduldet die Angriffe, weil dadurch das Leben von Jesus plastisch illustriert wird für die Menschen. Vers 11: „Denn wir, die wir leben, werden beständig dem Tod preisgegeben um Jesu willen, damit auch das Leben Jesu offenbar wird an unserem sterblichen Fleisch.“ Warum lässt Gott es zu, dass die Mitarbeiter seines herrlichen Evangeliums in so viel Schwierigkeiten geraten? Damit die anderen, die sie beobachten, sehen, dass das, was sie verkündigen über Jesus, wirklich Realität ist und sie das besser verstehen können, indem sie diese Prinzipien auch im Leben der Verkündiger nachvollziehen können.

[1:04:08] Vers 12: „So ist also der Tod wirksam in uns, das Leben aber in euch.“ In der Todesgefahr, in der Paulus lebt, kann er Menschen mit dem Evangelium vertraut machen. Auf diese Weise haben auch die Korinther vom Angebot des ewigen Lebens gehört und ein neues Leben in Christus begonnen. Das war nur deswegen möglich, weil Paulus als ein Auslandsmissionar sein eigenes Leben aufs Spiel gesetzt hat, um Menschen zum ewigen Leben zu weisen.

[1:04:32] Vers 13: „Weil wir aber denselben Geist des Glaubens haben, gemäß dem, was geschrieben steht: ‚Ich habe geglaubt, darum habe ich geredet.‘“ Psalm 116, Vers 10, exakt aus der Septuaginta übernommen. So glauben auch wir und darum reden wir auch. Paulus sagt: Das, was hier in der Bibel steht im Psalm 116, Vers 10, das ist meine Erfahrung. Genauso habe ich es erlebt.

[1:04:53] Vers 14: „Da wir wissen, dass der, welcher den Herrn Jesus auferweckt hat, auch uns durch Jesus auferwecken und zusammen mit euch vor sich stellen wird.“ Paulus hat die Hoffnung, dass es eine Auferstehung von den Toten gibt. Wir erinnern uns an 1. Korinther 15. Und deswegen nimmt er der Todesgefahr den Schrecken. Er wird einmal als Auferstandener gemeinsam mit den auferstandenen Korinthern vor Gott stehen.

[1:05:17] Vers 15: „Denn es geschieht alles um euretwillen, damit die zunehmende Gnade durch die vielen den Dank überfließen lasse zur Ehre Gottes.“ Er betont noch einmal, dass alle seine Schwierigkeiten aus einem bestimmten Zweck zugelassen werden. Gott hat ja keinen Gefallen daran, dass seine Getreuen leiden, sondern er möchte, dass noch mehr Menschen für das Evangelium gewonnen werden und dadurch noch mehr Menschen Gott die Ehre geben können.

[1:05:46] Vers 16: „Darum lassen wir uns nicht entmutigen, sondern wenn auch unser äußerer Mensch zugrunde geht, so wird doch der innere Tag für Tag erneuert.“ Paulus kennt zwei wesentliche Überzeugungen, die ihn vor der Entmutigung bewahren. Erstens: Ihm ist ein unfassbar herrlicher Dienst anvertraut worden mit einer herrlichen ewigen Botschaft. Das haben wir in Vers 1 gelesen, deswegen lassen wir uns nicht entmutigen. Zweitens – das ist der Vers hier – die Gefahren, denen er sich aussetzt, sind Begleitumstände für das Privileg, viele Menschen zu Jesus und damit zum ewigen Leben zu führen. Also, warum lässt sich Paulus nicht entmutigen? Erstens: Er weiß, die Botschaft, die ich habe, ist unvorstellbar großartig und herrlich, unfassbar gewaltig und bedeutsam. Und zweitens: Die ganzen Schwierigkeiten sind nur Nebenwirkungen, Begleitumstände sozusagen für das Vorrecht, dass viele Menschen durch meinen Dienst ewiges Leben haben können und Jesus kennen. Und wenn ihm diese beiden Dinge vor Augen sind, dann können selbst schwierigste Umstände ihn nicht entmutigen. Und ich möchte hier mich und uns alle ermutigen, diese beiden Dinge vor Augen zu haben. Wir haben ein herrliches Evangelium, eine wunderbare Botschaft, und trotz aller Schwierigkeiten können wir Menschen zum ewigen Leben führen. Das sollte uns in allen Schwierigkeiten ermutigen.

[1:07:08] Er lebt zwar jeden Tag schwere Anfechtung, Paulus, aber gleichzeitig wird er jeden Tag neu belebt durch seine Beziehung zu Jesus. Vers 17: „Denn unsere Bedrängnis, die schnell vorübergehend und leicht ist, verschafft uns eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit.“ Paulus hat eine logische Rechnung. Wenn wir es mit der Ewigkeit vergleichen, sind die Schwierigkeiten in diesem Leben – selbst die, die wirklich herausfordernd sind, es gibt wirklich schwierige Situationen – im Vergleich mit der Ewigkeit kurz und leicht. Im Vergleich zur ewigen, unfassbar herrlichen Zukunft des ewigen Lebens fallen sie letztlich nicht ins Gewicht.

[1:07:49] Vers 18: „Da wir nicht auf das Sichtbare sehen, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich. Was aber unsichtbar ist, das ist ewig.“ Hier ist das wesentliche Prinzip unseres Glaubenslebens. Wir müssen unseren inneren Blick auf die Ewigkeit richten und das Reich Gottes, das wir jetzt noch nicht sehen können, als Ziel unseres Lebens haben, nicht auf die jetzige Welt schauen mit ihren Problemen, denn diese Welt vergeht und mit ihr auch alle Probleme. Aber die Ewigkeit mit der Herrlichkeit des neuen Bundes bleibt für alle Ewigkeit. So wie es Jesus dem Nikodemus gesagt hat: Wegschauen von den Schlangen hier um dich herum, hinschauen auf die Schlange am Stab, der die Probleme gelöst hat, Jesus Christus.

[1:08:36] Ich möchte mein Leben Jesus ganz übergeben, neu übergeben. Ich möchte lernen, in den Schwierigkeiten des Lebens diese zwei Dinge zu sehen: dass Gott mir einen unvorstellbar herrlichen Dienst gegeben hat als Mitarbeiter der Verkündigung des Evangeliums und dass Gott Schwierigkeiten nur deswegen zulässt, weil dadurch letztlich mehr Menschen für ihn gewonnen werden können. Ich möchte mit seiner Hilfe auf die Ewigkeit schauen, meinen Blick auf das jetzt noch nicht sichtbare Reich Gottes richten und niemals vergessen, dass Gott durch sein Wort es in meinem Herzen hell gemacht hat, weil ich Jesus Christus kennenlernen durfte. Ist auch deine Entscheidung. Lass uns gemeinsam noch beten.

[1:09:21] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir Danke sagen, dass du durch dein Wort zu uns gesprochen hast. Was für gewaltige, wunderbare, schöne und tiefe Verse wir in diesen Kapiteln lesen dürfen. Herr, ich möchte dich bitten, dass wir uns noch mehr Zeit nehmen, darüber nachzudenken, es wirklich in unserem Herzen tief verankern lassen, dass du uns für einen ganz, ganz herrlichen Dienst berufen hast. Und wenn Schwierigkeiten in unseren Weg geraten, gib, dass wir uns nicht entmutigen lassen, sondern dass wir uns immer darauf besinnen, was du uns anvertraut hast, was wir haben. Hab Dank dafür von ganzem Herzen, im Namen Jesu. Amen.

[1:10:00] Nächste Woche wollen wir weitermachen und uns dann Kapitel 5, 6, 7 anschauen und über diesen Gedankengang von Paulus über die Bedeutung des Verkündigungsdienstes und die geistlichen Implikationen noch mehr Gedanken machen. Es werden noch viele spannende Dinge auf uns warten, die wir dann anschauen werden. Bis dann, wünsche euch gottesreichen Segen und viel Freude im Studium seines Wortes. Amen.


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