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Manuskript zur Sendung >>>  CSH_Manuskript_2026 3rd Nr 4   <<<

In dieser Folge der Christ Study Hour Spezial tauchen wir tief in 1. Korinther Kapitel 7 und 8 ein. Christopher Kramp beleuchtet diese praktischen, aber herausfordernden Texte, um uns zu helfen, die Botschaft von Paulus und Gottes Geist für unser Leben heute zu verstehen. Erwarte tiefgehende Einblicke und Anregungen zur Veränderung.


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Serie: Christ Study Hour – Spezial 2026 - Q3: Die Korintherbriefe

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Transkript

[0:32] Zur Christ Study Hour hier auf joelmedia.de. Wie immer möchten wir alle Zuschauer auch auf dem Sender das Wort ganz herzlich begrüßen zur vierten Folge unserer CSH Spezialserie zu den beiden Korintherbriefen. Wir haben das letzte Mal uns Kapitel 4 bis 6 angeschaut und stehen heute vor zwei sehr interessanten, nicht ganz einfachen, aber auch sehr praktischen Kapiteln.

[1:02] 1. Korinther 7 und 8 sollen heute im Zentrum stehen und wir möchten verstehen, was Paulus den Korinthern und uns heute sagen möchte, was der Geist Gottes uns heute sagen möchte durch den Paulus. Und bevor wir uns damit eingehend beschäftigen, möchten wir Gott einladen, dass sein Geist unser Studium führt und segnet. Lass uns gemeinsam beten.

[1:31] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen für die Gelegenheit, dein Wort zu studieren, Herr. Wir kommen manchmal in unsere Grenzen im Verständnis, aber du hast versprochen, dass alles, was wichtig ist für unsere Erlösung, alles, was wichtig ist, um zu verstehen, wie du bist und wie du in dieser Welt handelst und wie du uns erlöst, dass all das uns offenbart wird durch deinen Heiligen Geist. Wir möchten dich bitten, dass du uns Klarheit der Gedanken schenkst, dass wir auch praktisch verstehen, was die Worte, die wir lesen, unser Leben bedeuten, dass wir in unserem Herzen angesprochen werden, auch Dinge zu verändern oder verändern zu lassen, viel mehr durch dich. Und wir möchten dich bitten, dass du nach deiner Verheißung unser Lehrer bist, uns Freude schenkst und uns ganz nahe kommst durch dein Wort, Herr. Wir danken dir für diese Gelegenheit und bitten dich, dass wir das nicht nur selbst verstehen, sondern ein Licht sein können für viele andere Menschen, die sich mit diesen Fragen beschäftigen und auch keine Antworten sehen. Lass uns das, was wir verstanden haben, anderen weitergeben. Das bitten wir alles im Namen Jesu. Amen.

[2:33] Erste Korinther Kapitel 7 und dort Vers 1. Was aber das betrifft, wovon ihr mir geschrieben habt. Paulus kommt jetzt auf diesen Brief zu sprechen, von dem wir in der ersten Folge schon gehört haben. Ein Brief, den die Korinther an Paulus geschickt haben, indem sie zwar nicht alle Missstände offengelegt haben, die es in Korinth gab, die wir herausgefunden haben. Aber indem sie ihm einige Fragen gestellt haben und ein Punkt, den greift Paulus jetzt hier auf und möglicherweise auch deswegen, weil er gerade zuvor in Kapitel 6 ja auch in der Bildsprache der Ehe sich argumentativ bewegt hat. Er hat ja davon gesprochen, dass äh Mann und Frau ein Fleisch sind, wenn sie äh sexuellen Kontakt haben und als Analogie dazu, dass Jesus und wir ähm ein Geist werden, der Herr und der Gläubige werden ein Geist. Und Paulus ist sozusagen schon in dieser ehelichen Sprache und kommt jetzt auf ein Thema zu sprechen, dass die Korinther bezüglich Ehe und Sexualität ihm gestellt haben oder ihn gefragt haben. Was aber das betrifft, so steht es in Vers 1, wovon ihr mir geschrieben habt, so ist es ja gut für den Menschen keine Frau zu berühren.

[3:56] Die Frage, die im Raum hier steht bei der Auslegung dieses Verses ist, ist das jetzt bereits ein Kommentar von Paulus auf die uns nicht bekannte Formulierung der Korinther oder ist dieser zweite Teil tatsächlich das Zitat aus dem Brief, den die Korinther geschrieben haben? Man könnte also das Ganze auch so verstehen. Es gibt ja im Original nur große Buchstaben ohne Worttrennung, ohne Satzzeichen, ohne Anführungsstrichen. Äh, man könnte also auch so übersetzen: Was aber das betrifft, wovon ihr mir geschrieben habt: Es ist gut für einen Mann, eine Frau nicht zu berühren. Ja. Ähm, das heißt, dann wäre dieser zweite Teil des Satzes quasi eine Meinung oder eine zur Beurteilung vorgetragene These Korinther. Ähm, dann wäre es wohl so, dass in Korinth es bei einigen die Ansicht gab, dass Sexualität ähm so grundsätzlich selbst in der Ehe eigentlich zu vermeiden ist. Denn eine Frau zu berühren ist biblisch ein eine Redewendung für Geschlechtsverkehr. Wir schauen uns da zwei, drei Beispiele an.

[4:59] 2. Mose 20 und dort Vers 6. Er Mose 20 und dort heißt es in Vers 6: "Und Gott sprach zu ihm im Traum: Auch ich weiß, dass du dies mit aufrichtigem Herzen getan hast. Darum habe ich dich auch bewahrt, dass du nicht gegen mich sündigst und darum habe ich es dir nicht gestattet, dass du sie berührst." Ähm, das ist im Fall von Abimelech, der ja, die äh Sarah sich zwischenzeitlich quasi also zur Frau genommen hat, ohne mit ihr den Geschlechtsverkehr dann tatsächlich durchzuführen. In Sprüche Kapitel 6 und dort in Vers 29.

[5:41] Sprüche Kapitel 6 und dort Vers 29. Dort lesen wir: "So ergeht es dem, der zu der Ehefrau seines Nächsten eingeht. Keiner wird ungestraft bleiben, der sie anrührt." Also, da sehen wir das ganz deutlich. Und es möglicherweise gab es Menschen in Korinth, Gläubige, die gesagt haben, na ja, vielleicht ist es doch gut, wenn wir überhaupt gar keinen Geschlechtsverkehr in irgendeiner Form haben. Ähm, auch sozusagen dann nicht einmal in der Ehe.

[6:10] Und äh, was auch immer jetzt äh der Punkt ist, ob Paulus ähm, ob das jetzt einfach nur ein Zitat aus dem Brief ist oder nicht. Das können wir nicht genau beantworten, aber wir können aus Vers 2 ganz deutlich sagen, wie Paulus zu der Frage stand.

[6:22] Vers 2. Um aber Unzucht zu vermeiden, soll jeder seine eigene Frau und jede ihren eigenen Mann haben. Also Paulus macht ganz deutlich, dass die Ehe sehr wichtig ist. Ohne Ehe würden viele versucht sein, Unzucht zu begehen. Das bedeutet also natürlich implizit, aber letztlich auch ganz offensichtlich, dass in der Ehe Sexualität selbstverständlich ausgelebt werden soll.

[6:44] Vers 3. Der Mann gebe der Frau die Zuneigung, die ihr schuldig ist, ebenso aber auch die Frau dem Mann. Beide sind gleichzeitig und gleichberechtigt ähm an der Sexualität, an der Zuneigung und entsprechend auch verpflichtet dem anderen dies zu geben. Das korrigiert übrigens sein schiefes Bild in der griechischen Gesellschaft war es nämlich so, dass man von der Frau erwartete, entsprechend dem Mann die Zuneigung zu geben, aber eine solche Erwartung nicht an den Mann hatte. Also die Frau war verpflichtet, aber der Mann nicht. So war das im griechischen Denken. Und Paulus korrigiert das und sagt: "Nein, Mann und Frau haben beide die gleichen Rechte und Pflichten in einer Ehe."

[7:26] Vers 4. Die Frau verfügt nicht selbst über ihren Leib, sondern der Mann. Bis dahin hätte wohl jeder Grieche auch gesagt, ja, selbstverständlich. Aber er sagt dann weiter: "Gleicherweise verfügt aber auch der Mann nicht selbst über seinen Leib, sondern die Frau."

[7:43] Vers 5: Entzieht euch einander nicht, außer nach Übereinkunft eine Zeit lang, damit ihr euch dem Fasten und dem Gebet widmen könnt und kommt dann wieder zusammen, damit euch der Satan nicht versucht, um eurer Unenthaltsamkeit willen.

[7:55] Also für Paulus ist der Punkt ganz deutlich und er betont das hier. Dauerhafte Enthaltsamkeit in einer Ehe ist nicht erlaubt. Ähm, es ist zwar möglich für einen gewissen Zeitraum, wenn beide sich einig sind, wenn beide das gemeinsam besprochen haben, auf Sexualität zu verzichten, äh, insbesondere auch, wenn es darum geht, für einer für einer wichtigen Entscheidung, ein wichtiges Ereignis sich entsprechend geistlich darauf vorzubereiten durch Gebet und Fasten.

[8:22] Haben in der Bibel tatsächlich Beispiele für äh äh solche äh Momente, für solche Fälle. 2. Mose 19 z.B. ähm.

[8:29] 2. Mose 19 und dort Vers 15. Dort lesen wir: "Und er sprach zum Volk, das ist Mose am Berg Sinai zu dem Volk Israel. Und er sprach zum Volk: Seid bereit für den dritten Tag, keiner nah sich seiner Frau." Hier haben wir also den Fall, dass Gott ankündigt, er werde mit hörbarer Stimme zu dem gesamten Volk sprechen, die zehn Gebote geben und die Israeliten sollten sich damit darauf geistlich vorbereiten für äh drei Tage bis zum dritten Tag. Das sind dann zwei Nächte bis dahin. Ähm, sollten sie auf Geschlechtsverkehr auch in der Ehe verzichten.

[9:03] Ähm, das zeigt uns übrigens auch, dass das jetzt kein ewig langer Zeitraum war, sondern äh ein überschaubarer Zeitraum mit einem ganz bestimmten und klaren geistlichen Ziel. Ein ähnliches Beispiel finden wir auch im Buch Joel, wo in einer großen Krise ähm dort im Kontext geht es ja um diese diese mehrfache Heuschreckenplage, die auch Symbol natürlich auch für tieferliegende geistliche Krisen dort angesprochen wird. Im Buch Joel heißt es dann äh auf beim Aufruf, dass das ganze Volk zusammenkommen soll, um zu beten soll äh beten soll und die Herzen zerreißen soll und umkehren soll und Gott um Gnade und Vergebung um äh bitten soll und auch um seinen Segen. Dort heißt es in Vers 16:

[9:50] "Versammelt das Volk, heiligt die Gemeinde, bringt die Ältesten herbei, versammelt die Kinder und die Säuglinge. Der Bräutigam geh aus seiner Kammer und die Braut aus ihrem Gemach." Also dort ist der Aufruf zur Buße und zur Umkehr so groß, dass sogar ein frisch verheiratetes Ehepaar auf die Hochzeitsnacht und die erste Zeit verzichten soll, damit sie erst einmal sich dem Gebet widmen. Ähm, aber natürlich ist auch das eine zeitlich begrenzte Angelegenheit.

[10:16] Korinther 7 macht das also hier ganz deutlich.

[10:22] Vers 6. Das sage ich aber aus Nachsicht und nicht als Befehl. Wir werden sehen, dieses Kapitel 7 ist nicht ganz einfach zu verstehen. Es gibt immer wieder auch einzelne Verse, die wirklich ähm kompliziert sind oder wo man nicht genau weiß, was meint der Paulus jetzt? Der Petrus hat uns ja entsprechend schon auch ein wenig vorgewarnt in 2. Petrus 3 und dort Vers 15, wo er sagt: "Und seht die Langmut unseres Herrn an als eure Rettung als eure Rettung an, wie auch unser geliebter Bruder Paulus euch geschrieben hat nach der ihm gegebenen Weisheit, so wie auch in allen Briefen, wo er von diesen Dingen spricht. Darunter ist manche schwer zu verstehen, was die Unwissenden, Ungefestigten verdrehen, wie auch die übrigen Schriften zu ihrem eigenen Verderben."

[11:08] Ähm, wenn wir also an Verse stoßen, wo wir nicht genau wissen, was Paulus im exakten Detail meint, sollten wir also ein bisschen Vorsicht walten lassen. Aber eins ist ganz sicher, Paulus hat hier eine Grundhaltung nicht des Befehlens und des Anordnens und das wird hier in Vers 6 ganz deutlich, sondern er hat Mitleid, er hat Nachsicht, er er wünscht sich, dass es der Gemeinde gut geht, er will nicht unnötige Extra Regeln aufstellen, sondern es geht ihm eigentlich darum, es den Geschwistern in ihrem geistlichen Leben so hilfreich wie möglich zu gestalten. Und das sollte man immer im Hinterkopf behalten, wenn man dieses Kapitel überhaupt auch die Briefe von Paulus versucht zu verstehen.

[11:53] Gehen wir weiter in Vers 7. Denn ich wollte, alle Menschen wären wie ich, aber jeder hat seine eigene Gnadengabe von Gott. Der eine so, der andere so. Paulus selbst und das wird ganz deutlich auch später in dem Brief lebt unverheiratet und er betrachtet das als eine Gnadengabe. Das ist also keine geistliche Verpflichtung, die man als Christ eingehen muss, sondern ein Geschenk Gottes, das ihm gegeben ist, dass er auch alleine leben kann, dass er auch die entsprechende Enthaltsamkeit an den Tag legen kann, um sich dann ganz der Auslandsmission zu widmen, zu der ihn zu der ihn Gott gerufen hat. Ähm und äh er sagt, ich wünsche alle Menschen wären so. Äh, es ist interessant drüber nachzudenken, ob vielleicht das auch mit der gegenwärtigen Not zusammenhängt, die in Vers 26 dann beschrieben wird. Dazu gleich noch mehr.

[12:45] Es gibt tatsächlich sogar die These, dass Paulus ursprünglich mal verheiratet gewesen sein könnte. Das liegt daran, dass er ja mal Mitglied des Sanhedrin gewesen ist. Wir erinnern uns an die Steinigung von Stephanus. Ähm, der äh und der die Rolle, die Paulus, also damals ja, also Saulus ähm, sind ja zwei verschiedene Namen von ihm, einmal der hebräische, einmal der römische Name, ähm, welche Rolle dort gespielt hat. Und wir wissen, dass der Sanhedrin nur Mitglieder hatte, die verheiratet gewesen sind. Ähm, das könnte bedeuten, dass Paulus tatsächlich mal verheiratet war und jetzt auf eine Wiederheirat, also wiederheirat verzichtet hat. Möglicherweise wäre dann seine Frau gestorben ähm schon in früheren Jahren und er sozusagen jetzt dann bleibt.

[13:37] Das ähm ist immer wieder auch als These zu hören. Ähm, aber wir haben dazu keine keine exakten ähm Information, aber es ist sicherlich eine überlegenswerte These.

[13:48] Vers 8: "Ich sage aber den Ledigen und den Witwen: Es ist gut für sie, wenn sie bleiben wie ich." Es ist also keine Schande, nicht zu heiraten. Es ist sogar gut, sagt Paulus. Ähm, wieder ist es hier so, dass einige Ausleger davon ausgehen, das Wort ledig bezieht sich nicht auf die Ledigen im Allgemeinen, ähm, sondern möglicherweise aufwer äh, weil es die Ledigen und die Witwen, also die Frauen, ähm, dann werden sozusagen die nicht verheirateten Männer, die schon mal verheiratet waren. Das passt auch in Vers 11, wenn es heißt, wenn sie aber schon geschieden ist, so bleibe sie unverheiratet und oder und oder versöhne sich mit dem Mann. Da ist auch jemand unverheiratet und war mal äh verheiratet. Also ledig meint hier einfach unverheiratet im gegenwärtigen Zustand. Aber ähm, auch das sozusagen nur eine eine Überlegung aus dem Kontext heraus.

[14:41] Vers 9: "Wenn sie sich aber nicht enthalten können, so sollen sie heiraten, denn heiraten ist besser als in Glut geraten." Ähm, es gibt Menschen, die haben diese Gnadengabe der Enthaltsamkeit nicht und dann ist es definitiv besser ähm zu heiraten. Er möchte also in jedem Fall, dass sexuelle Sünde, dass Unzucht vermieden wird.

[15:06] Jetzt wendet sich Paulus von denen, die nicht verheiratet sind, zu denen, die verheiratet sind.

[15:11] Den Verheirateten aber gebiete nicht ich, sondern der Herr. Wir kommen jetzt eine ganz interessante Stelle, äh, die auch immer wieder für Verwirrung sorgt, aber die wir hier biblisch sehr gut, glaube ich, verstehen können. Paulus sagt: "Den Verheirateten aber gebiete nicht ich, sondern der Herr, dass eine Frau sich nicht scheiden soll von dem Mann." Paulus erinnert die Gläubigen letztlich einfach daran, dass Jesus selbst auf dieser Erde ein ganz deutliches Verbot der Ehescheidung ausgesprochen hat.

[15:44] Matthäus Kapitel 5 und dort Vers 32. Dort lesen wir: "Ich aber sage euch, wer sich von seiner Frau scheidet, ausgenommen wegen Unzucht, der macht, dass sie die Ehe bricht. Und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe." Es war ja damals sowohl in der heidnischen Gesellschaft als auch äh dann auch im Judentum durchaus üblich geworden wegen allen möglichen Gründen eine Scheidung einzureichen. Jesus hat das deutlich untersagt und zwar mehrmals nicht Matthäus 5 in der Bergpredigt, auch in Matthäus 19 im berühmten Kapitel über die Ehe lesen wir ab Vers 6: "So sind sie nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch, was nun Gott zusammengefügt hat. Das soll der Mensch nicht scheiden."

[16:23] Da sprachen sie zu ihm: "Warum hat denn Mose befohlen, ihr einen Scheinebrief zu geben und sie so zu entlassen?" Er sprach zu ihnen: "Mose hat euch wegen der Härtigkeit eures Herzens erlaubt, eure Frauen zu entlassen von Anfang an, aber es ist nicht so gewesen. Ich sage euch aber, wer seine Frau entlässt, seinen wegen Unzucht und eine andere heiratet, der bricht die Ehe. Und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe."

[16:50] Und deswegen bringt Paulus diesen Punkt hier und sagt: "Schaut mal, wenn ihr verheiratet seid, wisst, wenn wir diesen Ausnahmefall der Unzucht jetzt natürlich im im Hinterkopf haben, die Ehe ist im Grunde genommen ansonsten nicht zu scheiden."

[17:08] Und das zeigt, dass für Paulus die Bibel und das Wort Gottes über den gesellschaftlichen Normen stehen. Denn in Korinth galt römisches Gesetz und nach dem römischen Gesetz hatten auch Frauen, nicht nur Männer, das Recht, sich ganz legal scheiden zu lassen. Paulus macht jetzt deutlich, auch wenn ihr sozusagen in der römischen Gesellschaft in Korinth diese Gelegenheit habt, vor Gott habt ihr sie nicht.

[17:36] Vers 11: "Wenn sie aber schon geschieden ist, so bleibe sie unverheiratet oder versöhne sich mit dem Mann und dass der Mann die Frau nicht entlassen soll." Das impliziert, dass die Wiedergeschiedenen nicht wieder heiraten sollen. Es sei denn, wie gesagt, dass sie wegen der Unzucht des anderen äh entsprechend frei sind. Ähm und eigentlich sollten sie eine Wiederversöhnung anstreben.

[17:59] Ein Punkt, der manchmal heutzutage auch nicht mehr so stark betont wird. Äh, es gibt natürlich äh verschiedenste Gründe und jeder Fall, jede Ehe ist natürlich auch anders. Aber ich glaube, dieser Punkt von Paulus hier ist ähm durchaus nachdenkenswert, dass auch eine Ehe, die äh gescheitert ist, nicht äh auf ewig zum Scheitern verurteilt sein muss, wenn Gottes Gnade und wiederherstellende Kraft beide Herzen neu erfüllt.

[18:28] Vers 12: "Den übrigen aber sage ich, nicht der Herr."

[18:36] Und das hat für viel Verwirrung gesorgt, weil jetzt Menschen gesagt haben, na dann ist das, was jetzt kommt, ja nur die Meinung von Paulus und hat irgendwie keine Autorität. Aber das ist nicht der Punkt. Paulus will nur sagen, dass er jetzt Fälle anspricht, für die es kein direktes Zitat von Jesus aus den Evangelien gibt. Was die Scheidung von Verheirateten betrifft, konnte er direkt auf ein Wort von Jesus aus den Evangelien äh zurückgreifen. Für den Fall, den er jetzt anspricht, gibt es keine Aussage von Jesus, die in den Evangelien steht. Aber er macht selbst deutlich in dem Kapitel äh in, das wir lesen hier in Kapitel 7 in Vers 40, wenn er sagt am Ende: "Glückselig, aber ist sie nach meinem Urteil, wenn sie so bleibt. Ich denke aber, dass auch ich den Geist Gottes habe." Paulus will also nicht sagen, dass dieser Rat nicht inspiriert ist. Er will nur sagen, dass dieser Rat nicht so wörtlich von Jesus ausgesprochen worden ist. Aber ähm, als bibelgläubige Christen glauben wir nicht nur die Dinge, die von Jesus wörtlich ausgesprochen worden sind, sondern alles, alle Schrift ist von Gott inspiriert und somit auch der erste Korintherbrief und auch das Kapitel 7.

[19:42] Vers 12. Den übrigen aber sage ich, nicht der Herr. Also das ist jetzt dein inspirierter Ratschlag, den Paulus formuliert, den Jesus so noch nicht formuliert hatte. Wenn ein Bruder eine ungläubige Frau hat und diese ist einverstanden bei ihm zu wohnen, so soll er sie nicht entlassen.

[19:55] Wir stehen auch, warum dieser Fall jetzt hier neu formuliert wird. Zur Zeit von Jesus. Jesus lebte, also diente vor allem äh und wirkte vor allem in Palästina, in Judäa, in Samaria. Da gab es natürlich auch ein paar Römer und Griechen, wie wir in den Evangelien lesen, aber im Wesentlichen waren alle Teil des Volkes Gottes dort, mit denen Jesus zu tun hatte. Ähm, es war nur am Rande mal der Fall, dass er auch mit Nichtjuden in Kontakt kam. Samaria äh z.B. Aber in Korinth ist dieser Fall jetzt sehr viel äh dringender, weil viele Gläubige in der Gemeinde äh teilweise halt einzeln zum Glauben gekommen sind. Der Ehepartner ist weiterhin ein Anhänger von Demeter oder von Isis oder von Zeus oder wem auch immer. Und dieser Fall von gemischten Ehen, insbesondere dann, wenn die Ehe schon bestand und einer sich jetzt zum Christentum bekehrt, der ist jetzt ganz aktuell und Paulus muss natürlich auch dazu Stellung nehmen, auch wenn Jesus dazu in den Evangelien noch keinen direkten Satz gesagt hat.

[20:53] Den übrigen, also genau, wenn ein Bruder eine ungläubige Frau hat und diese ist einverstanden bei ihm zu wohnen, so soll er sie nicht entlassen. Also Ehen mit Ungläubigen sollen also grundsätzlich bestehen bleiben, wenn der Ungläubige einverstanden ist. Gleichzeitig gilt natürlich, solche Ehen sollten nicht aktiv angestrebt werden. Mit anderen Worten, wer schon gläubig ist, sollte sich nicht einen ungläubigen Ehepartner suchen.

[21:16] 2. Korinther 4 und dort Vers Verzeihung. 2. Korinther 6 und dort Vers 14: "Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen", schreibt derbe Paulus an dieselben Korinther im nächsten Brief. Denn was haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit miteinander zu schaffen und was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? Also ein Gläubiger soll sich nicht einen ungläubigen Ehepartner suchen. Ist er aber schon verheiratet mit einem Ungläubigen, wird jetzt gläubig, dann soll diese Ehe bestehen bleiben. Ähm, wenn das auf der Ehepartner ähm so gut heißt.

[21:51] Vers 13: "Eine Frau, die einen ungläubigen Mann hat, soll sich nicht äh der Verzeihung, der einen ungläubigen Mann hat, der einverstanden ist, bei ihr zu wohnen, soll ihn nicht entlassen. Denn der ungläubige Mann, Vers 14, ist geheiligt durch die Frau und die ungläubige Frau ist geheiligt durch den Mann. Sonst wären ja eure Kinder unrein, nun aber sind sie heilig." Das heißt mit anderen Worten, der gläubige Ehepartner übt einen heiligenden Einfluss aus. Und in einem solchen Fall gelten auch die Kinder äh so, dass sie zum Volk Gottes gehören, auch wenn nur einer der beiden Ehepartner gläubig ist.

[22:27] Vers 15. Ähm übrigens, es ist oft die Vorstellung gewesen in den Gesellschaften damals, dass wenn etwas Heiliges mit etwas Unheiligem sich verbindet, äh das Heilige vom Unheiligen sozusagen kontaminiert wird. Aber hier zeigt Paulus, in diesem Fall ist es andersherum. Die der der Einfluss Jesu durch den Gläubigen hat einen heiligenden Einfluss auf die ganze Familie.

[22:49] Vers 15: Wenn sich aber der Ungläubige scheiden will, so scheide er sich. Der Bruder oder die Schwester ist in solchen Fällen nicht gebunden. In Frieden aber hat uns Gott berufen. Wenn also der Ehepartner des Neugetauften die Ehe auflösen will, dann ist der Gläubige nicht gebunden. Ist dann auch wieder frei zu heiraten.

[23:06] Vers 16: "Denn was weißt du, Frau, ob du den Mann retten kannst? Oder was weißt du, Mann, ob du die Frau retten kannst?"

[23:16] Paulus begründet hier, warum eine solche vom Ungläubigen forcierte Scheidung nicht verhindert werden soll. Es gibt nämlich gar keine Garantie, dass ein Gläubiger den Ungläubigen Ehepartner doch noch bekehrt. Manch einer geht eine Ehe unter der anderen, na ja, wenn ich nur lange genug bete und dann immer wieder davon spreche, dann wird der andere sich bestimmt schon noch bekehren. Und äh, viele haben unter bitteren Tränen äh festgestellt, dass auch Jahrzehnte des Betens und des äh darüber redens ähm keine programmierte Bekehrung bewirken. Es kann sein, dass der Ehepartner bis ans Ende ungläubig bleibt. Und das ist etwas, was viele oft nicht hören wollen, wenn sie jung und verliebt sind. Aber Paulus macht das ganz deutlich. Was weißt du, ob du ihn retten kannst? Man kann keine Garantie abgeben, dass der Ungläubige sich dann in der Ehe doch noch bekehrt. Das passiert das, das gibt es, aber es gibt es auch oft nicht.

[24:11] Und ähm, dieser Gedanke sollte jeden, der vor der Frage steht, soll ich einen ungläubigen Ehepartner heiraten, wenn ich selbst gläubig bin, ähm äh zum Nachdenken anregen, denn was mache ich, wenn ich mit jemandem verheiratet bin, der dann am Ende sich nie zu Jesus bekehrt und ähm, den ich dann auch in der Ewigkeit nie wiedersehen werde.

[24:38] Richtiger Punkt, aber halten wir fest, Paulus sagt, wenn ihr schon verheiratet seid und der andere ist damit einverstanden, dann bleibt verheiratet.

[24:47] Vers 17: Doch wie Gott es jedem einzelnen zugeteilt hat, wie der Herr jeden einzelnen berufen hat, so wandel er und so ordne ich es in allen Gemeinden an. Paulus kommt jetzt auf einen etwas allgemeineren Punkt zu sprechen, einen Grundsatz, der in allen Gemeinden von ihm gelehrt wird. Ein Christ sollte in keinem Fall eine gewaltsame Veränderung seines sozialen Standes anstreben, sondern in dem Stand, in dem sozialen Gefüge, wo er gewesen ist, als sich bekehrt hat, in dem soll er auch bleiben.

[25:19] Vers 18: Ist jemand nach erfolgter Beschneidung berufen worden, so suche er sie nicht drückig zu machen. Ist jemand in unbestimmtem Zustand berufen worden, so lass er sich nicht beschneiden. Es gibt ja zur Zeit von Paulus noch die beiden großen Gruppen, die die Heidenchristen und die Judenchristen, die Judenchristen, die die Beschneidung auch weiterhin praktizieren. Heidenchristen, die natürlich die Beschneidung nicht haben. Und Paulus sagt jetzt, wenn du als Jude als als Jude Christ geworden bist, dann versuche nicht irgendwie Heidenchrist zu sein. Und wenn du Heidenchrist bist, versuche nicht äh dann krampfhaft Judenchrist zu sein, sondern bleibe in dem Stand, in dem du berufen worden bist.

[25:52] Und Paulus begründet das dann auch ganz deutlich.

[25:54] Vers 19: "Beschnitten sein ist nichts und unbeschnitten sein ist auch nichts. Wohl aber Gottes Gebote halten." Gedanke von der Beschneidung, dass die seit dem Kreuz irrelevant geworden ist, die finden wir immer wieder bei Paulus im Römerbrief, im Galaterbrief. Äh, wir haben im Sendemanuskript dazu einige Stellen hier notiert. Interessant ist, dass Paulus sagt, nicht die Beschneidung gilt etwas. Wir erinnern uns da auch an den Römerbrief z.B., wo er in Römer 2 dann von der inneren Beschneidung spricht. Äh, der der echte wahre Jude, der ist es, der innerlich beschnitten ist am Herzen, im Geist und nicht nach dem Buchstaben nach und von Gott kommt seine Anerkennung.

[26:33] Interessant ist, dass Paulus das verknüpft mit dem Halten der Gebote Gottes. Es gibt immer wieder Christen, die den Eindruck erwecken, Paulus hätte die Gebote relativiert oder abgeschafft oder für nicht mal gültig erklärt. Aber Paulus sagt, worauf es wirklich ankommt, egal ob Judenchrist oder Heidenchrist, ist, dass man die Gebote Gottes hält. Die Wichtigkeit der Gebote, die werden auch sonst natürlich im Neuen Testament immer wieder betont. Jesus macht das ganz deutlich, dass er die Gebote nicht aufgelöst hat, sondern erfüllt hat und auch uns so erklärt, damit wir sie in seiner Kraft erfüllen können. Deswegen ist er die Bergpredigt unter anderem auch gegeben worden. Er sagt in Johannes 15, Vers 14, dass wenn wir ihn lieben, wir seine Gebote halten. Und so finden wir es im ganzen Neuen Testament dann immer wieder.

[27:17] In Vers 20 wiederholt Paulus diesen Punkt aus Vers 18. Jeder bleibe in dem Stand, in dem er berufen worden ist. Und jetzt konkretisiert er das an einem ganz wichtigen Beispiel, das für die Gesellschaft damals sehr relevant war.

[27:30] Bist du als Sklave berufen worden? So sei deshalb ohne Sorge. Wenn du aber auch frei werden kannst, so benutze es lieber. Die Sklaverei ist nun äh das Beispiel für diesen Punkt. Ein Sklave, der Christ wird, soll also nicht gewaltsam quasi per Revolution oder per Rebellion seine Freiheit erkämpfen, wenn er die Gelegenheit hat, frei zu werden, das ist in der römischen Gesellschaft damals ähm gut möglich, es gibt die Möglichkeit einen Sklaven freizulassen, das sind dann die sogenannten Freigelassenen, dann soll er diese Möglichkeit nutzen.

[28:05] Biblisch gesehen auch im Neuen Testament natürlich Galater 3. Vers 28 heißt es: "Vor Gott sind alle gleich, egal ob frei oder Sklave."

[28:16] Es gibt interessanterweise hier, vielleicht können wir das kurz ausführen und ansprechen, es gibt den Auslegern unterschiedliche Meinungen über den zweiten Teil hier von Vers 21. Manche verstehen ihn so, wenn du aber auch frei werden kannst, so benutze sie. Das heißt, die Sklaverei lieber. In diesem Sinne würde das dann bedeuten, auch wenn du frei werden kannst, bleib lieber Sklave und nutze das. Das wäre allerdings ein ganz deutlicher Widerspruch zu Vers 23, wo es heißt: "Ihr seid teuer erkauft, werdet nicht Knechte der Menschen", wo deutlich wird, dass wenn wir die Möglichkeit haben, wir die Sklaverei meiden sollen.

[28:54] Ähm, auch in 2. Mose 21 ab Vers 1, dieses Gesetz von den hebräischen Sklaven, wo jemand, der nach äh sechs Jahren Schuldknechtschaft, das siebte im siebten Jahr freikommt ähm und dann mit einem mit einem Loch durch das Ohr gekennzeichnet wird, wenn diese Freiheit nicht annehmen möchte. All das suggeriert biblisch ganz deutlich: Freiheit ist ein hohes Gut und sie sollte, wann immer man sie angeboten bekommt, man sollte sie auch äh nutzen.

[29:23] Das heißt, der Gedanke hier ist also, wenn du als Sklave Christ bist, dann macht dir deswegen keine Gedanken, weil du jetzt als Sklave nicht die großen Freiheiten hast, das Evangelium zu verbreiten und nur eingeschränkt mitarbeiten kannst. Mach dir keine Sorgen. Du bist als Sklave berufen worden. Bleib wie du bist. Du musst da jetzt nicht irgendwie mit Gewalt versuchen, die Freiheit zu erkämpfen, damit du dann mehr für Gott machen kannst, sondern was du tun kannst in deinem Stand, das tue. Wenn du aber die Gelegenheit bekommst, wenn also deinen Herr dich freilassen möchte, dann nutze diese Gelegenheit, damit du das Evangelium noch mehr verbreiten kannst und diese neue Freiheit im Sinne Gottes nutzen kann äh nutzt. Und das ist, glaube ich, der der wirkliche Sinn hier in Vers 21.

[30:09] Und dann kommt ein ganz toller Vers in Vers 22. Denn der im Herrn berufene Sklave ist ein Freigelassener des Herrn. Ebenso ist auch der berufene Freie ein Sklave des Christus. Die gesamte Wertevorstellung der Antike wird von Paulus hier quasi auf den Kopf gestellt. Vor Gott ist jeder Sklave als Mensch frei. Aber jeder Freie, der Jesus dient, ist auch in diesem Sinne wiederum ein Knecht. Ein Knecht Jesu.

[30:41] Vers 23. Wir haben das schon zitiert. Ihr seid teuer erkauft, werdet nicht Knechte der Menschen. Die äh Löser sollten es wann immer es möglich ist vermeiden, in die Sklaverei zu gehen. Ähm, das heißt, wir sollten unsere Freiheit, die wir haben, auch als ein hohes Gut schätzen, weil Gott uns erlöst hat. Erlösung hat also etwas auch mit der persönlichen Freiheit des Menschen zu tun.

[31:09] Und dann wiederholt Paulus noch einmal den Gedanken aus Vers 18 und 20, um das wirklich einzuschärfen, um das deutlich zu machen. Brüder, jeder bleibe vor Gott in dem Stand, in dem er berufen worden ist.

[31:23] Und nun kommt Paulus noch auf einen weiteren Aspekt zu sprechen in Vers 25. Wegen der Jungfrauen aber habe ich keinen Befehl des Herrn. Gebe aber ein Urteil ab, als einer, der vom Herrn begnadigt worden ist, treu zu sein.

[31:38] Auch hier gibt es kein ausdrückliches Gebot von Jesus. Paulus hat doch keine Vision oder keinen keinen speziellen Auftrag von Jesus erhalten, aber er ist und das erinnern wir uns in Vers 40 auch. Er ist inspiriert und er ist von Gott begnadigt worden. Er ist durch Gottes Gnade treu und vertrauenswürdig. Sein Wort hat für uns geistliche Autorität.

[32:05] Es geht um die Frage der Jungfrauen.

[32:08] Vers 26. So halte ich nun um der gegenwärtigen Not willen das für richtig, dass es für einen Menschen gut ist, so zu bleiben. Also aufgrund der Notlage empfiehlt Paulus nicht zu heiraten. Ähm, die Frage, die durchaus unterschiedlich beantwortet wird, geht es hier um eine lokale Not, eine eine zeitlich begrenzte Schwierigkeit, die Verfolgung ähm durch bestimmte Vol bestimmte äh um die bestände vielleicht hervorgerufen worden ist oder geht es ja auch hat Paulus hier auch den Blick schon auf die Endzeit gerichtet.

[32:51] In Vers 29 hat man auch diesen Eindruck. Das aber sage ich ihr Brüder, die Zeit ist nur noch kurz bemessen. Also ähm, darf man schon davon ausgehen, dass es hier nicht nur eine zeitlich begrenzte lokale Situation ist, sondern Paulus hat durchaus ähm den Eindruck, angesichts der grundsätzlich zu erwartenden Not der Verfolgung der Drangsal, ist es gut, wenn man nicht verheiratet ist.

[33:18] Vers 27: "Bist du in eine Frau gebunden, so suche keine Trennung von ihr. Bist du frei von einer Frau, so suche keine Frau."

[33:26] Das bedeutet also jetzt nicht, dass jemand, der verheiratet ist, irgendwie jetzt denkt: "Oh, das ist aber schlecht für meinen geistlichen Stand. Jetzt muss ich irgendwie ähm nicht scheiden lassen." Wir haben ja schon deutlich im Kapitel gesehen, dass Paulus nicht gegen die Ehe ist und er die Ehe auch in äh äh äh empfiehlt, wenn wenn das ähm, wenn jemand nicht die Gnadengabe der Enthaltsamkeit hat. Und äh, wir haben auch gesehen, dass eine eine Scheidung außer bei Unzucht gar nicht in Frage kommt. Aber Paulus möchte hier offensichtlich auch deutlich machen, dass das Leben als Single ähm nicht minderwertig ist, weil wir machen wir den Eindruck auch in den Gemeinden, dass die Ehe als das einzig wahre und das einzig äh tatsächliche äh Lebensmodell propagiert wird. Aber Paulus zeigt, welche Vorteile es auch hat, wenn man alleine lebt. Insbesondere auch im Kontext der baldigen Wiederkunft Jesu.

[34:18] Vers 27, den hatten wir Verzeihung.

[34:21] Vers 28: "Wenn du aber auch heiratest, so sündigst du nicht. Und wenn du die Jung und wenn die Jungfrau heiratet, so sündigt sie nicht. Doch werden solche Bedrängnis im Fleisch haben, die ich euch gerne ersparen möchte." ist ganz ganz wichtig jetzt zu zu zeigen. Es geht nicht um ein ein Gehorsam gegen Sünde, das Richtige gegen das falsche. Beides ist biblisch absolut korrekt und richtig. Nicht heiraten oder heiraten. Ähm, die Ehe ist von Gott gestiftet. Sie ist eines der Geschenke aus dem Garten Eden. Gott hat sich die Ehe ausgedacht. Paulus will nicht die Ehe in Diskredit bringen. Er möchte nur deutlich machen, dass unter den Umständen der Verfolgung der Gemeinde, unter den Umständen auch der äh sich ausbreitenden äh Weltmission, es Vorteile haben kann, nicht verheiratet zu sein. Und wenn jemand diese Gnadengabe hat, ähm nicht unbedingt heiraten zu müssen, weil Gott ihm die Gabe schenkt, auch enthaltsam leben zu können, dann sollte er das ernsthaft in Betracht ziehen, weil er sich dadurch einiges an Bedrängnis erspart, sagt Paulus. Er möchte also die Gemeinde vor zusätzlichen Schwierigkeiten bewahren.

[35:23] Vers 29: "Das aber sage ich, ihr Brüder, wir sehen hier, wie oft Paulus auch die Geschichte als die Brüder anspricht. Das aber sage ich, ihr Brüder, die Zeit ist nur noch kurz bemessen. So sollen nun in der noch verbleibenden Frist die welche Frauen haben, sein, als hätten sie keine. Und die weinen, als weinten sie nicht und die sich freuen, als freuten sie sich nicht und die kaufen, als besäßen sie es nicht und die diese Welt gebrauchen, als gebrauchten sie sie gar nicht, denn die Gestalt dieser Welt vergeht."

[35:50] Die Kürze der Zeit wird bei Paulus immer wieder auch überhaupt im Neuen Testament betont. Petrus äh macht das genauso. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass Paulus auch als er in Korinth war, den Thessalonichern auch schrieb, dass sie sich nicht ins in eine gegenteilige ähm oder in eine Extremposition drängen lassen sollten. Er sagt dort in 2. Thessalonicher 2 Vers 2 ab Vers 1: "Wir bitten euch aber, ihr Brüder, wegen der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus und unsere Vereinigung mit ihm, lasst euch nicht so schnell in eurem Verständnis erschüttern oder gar Schrecken jagen, weder durch einen Geist, noch durch ein Wort, noch durch einen angeblich von dem stammenden Brief, als wäre der Tag des Christus schon da." Sagt, also äh, lasst euch auch nicht in in die Irre führen, lasst euch nicht äh zu einer extremen Position treiben, denn Vers 3: "Lasst euch von niemand in irgendeiner Weise verführen, denn es muss unbedingt zuerst der Abfall kommen und der Mensch der Sünde geoffenbart werden, der Sohn des Verderbens." Und dann zitiert er oder paraphasisiert aus dem Buch Daniel und zeigt deutlich, dieser Antichrist, der muss erst kommen. Es gibt also prophetische Ereignisse, die der Wiederkunft vorausgehen.

[36:54] Und das bedeutet also ähm, dass auch diese Zitate immer auch gelesen werden müssen mit dem Verständnis. Paulus wusste, Paulus kannte die Prophetie, wusste, äh die Wiederkunft wird nicht am nächsten Tag stattfinden. Das war ihm schon deutlich. Und doch ist die Kürze der Zeit ein wichtiges Argument für ihn. Er sagt, die Zeit ist nur noch kurz bemessen und das hat einen Einfluss darauf, wie wir leben. Nun darf man diese Verse nicht missverstehen. Ähm, sie bedeuten nicht, wenn er sagt, wer eine Frau hat, ähm, der sei so, als hätte er keine. Das bedeutet nicht, dass jetzt z.B. das Zölibat in die Ehe eingeführt werden soll. Das würde ja direkt dem widersprechen, was er im selben Kapitel in den ersten Versen gesagt hat. Ja, er hat also ganz deutlich ja in Vers 1 bis 7 gemacht, dass Sexualität nicht ausgeklammert werden soll. Ähm und äh.

[37:47] Wenn wir alles zusammen Vers 29, 30, 31 sehen wir, es geht um eine grundsätzliche Lebenseinstellung und zwar die alle Bereiche des Alltags erfasst von den Emotionen über die die Familie bis hin zu den das Kaufen und Verkaufen und diese Lebenseinstellung, die ist geprägt von dieser Grundeinnahme, diese Welt hat ein Ende. Wenn Jesus Christus wiederkommt, dann ist alles, was ich mir gekauft habe, ist dann vorbei und alle alle Tränen, alle, was ich mich aufgeregt habe, die ganzen Emotionen, das hat dann alles ein Ende. Das Ziel des Lebens ist daher nicht eine Ehe, auch nicht äh das, was ich schon immer mal kaufen wollte, auch nicht eine ein besonderes Glücksgefühl jetzt, dass ich irgendwie erlebe, wenn ich mir eine eine tolle Freude mache, sondern das Ziel des Lebens äh ist die Vorbereitung auf die Wiederkunft Jesu. Nichts darf also dem sozusagen den den Rang ablaufen. Im Fokus steht die Wiederkunft Jesu und entsprechend sollen wir also wenn in unsere Ehen so leben, dass wir uns auf die Wiederkunft Jesu vorbereiten. Und wir sollen auch unsere Einkäufe so tätigen, dass wir uns bewusst sind, Jesus kommt bald wieder und wir sollen uns in allen Emotionen, die wir erleben, in den schönen und auch negativen Dingen des Lebens bewusst machen, Jesus kommt bald wieder. Das ist der Punkt, den Paulus hier betont.

[39:07] Die Gestalt dieser Welt vergeht.

[39:08] Vers 32. Ich will aber, dass ihr ohne Sorgen seid. Paulus denkt also nicht drüber nach, wie er jetzt Schwierigkeiten aufhäufen kann für die Korinther, sondern wie er ihre Schwierigkeiten minimieren kann, die Sorgen minimieren kann. Er sagt weiter: "Der Unverheiratete ist für die Sache des Herrn besorgt, wie er dem Herrn gefällt." Also, wer nicht verheiratet ist, kann sich auf die Verbreitung des Evangeliums viel stärker konzentrieren.

[39:31] Vers 33: "Der Verheiratete aber sorgt für die Dinge der Welt, wie er der Frau gefällt." Wer also heiratet, der hat auch noch andere Pflichten, außer denen Gott gegenüber hat eine Ehefrau, die hat auch Rechte. Das ist der Punkt, der auch hier deutlich wird. äh und entsprechend muss auch Zeit und Energie äh investieren, um auch ihr zu gefallen. Das ist wie gesagt keine Sünde. Das ist nicht schlecht. Aber Paulus gibt zu bedenken, dass der Einfluss für das Werk Gottes noch größer sein kann, wenn man nicht verheiratet ist, wenn man diese Gnadengabe von Gott hat und entsprechend ähm das dann auch umsetzt.

[40:10] Das gleiche gilt dann auch umgekehrt wieder für die Frauen.

[40:15] Vers 34. Es ist ein Unterschied zwischen der Ehefrau und der Jungfrau. Die Unverheiratete ist besorgt um die Sache des Herrn, dass sie heilig sei, sowohl am Leib als auch am Geist. Die Verheiratete aber sorgt sie sorgt für die Dinge der Welt, wie sie dem Mann gefällt.

[40:28] Und niemand sollten diese Verse lesen und sagen: "Oh, darf ich jetzt also nicht heiraten?" Aber ich möchte gern heiraten, muss ich jetzt irgendwie zwangsweise Zölibat leben? Nein, nein, nein. Paulus sagt Vers 35: "Das sage ich aber zu eurem eigenen Nutzen, nicht um euch eigene Schlinge um den Hals zu werfen, sondern um des Anstandes willen und damit ihr ohne Ablenkung beständig beim Herrn bleiben könnt."

[40:49] Diese Schlinge oder Strick, das ist etwas, was man in der Antike für das Hängen benutzt hat. Also Paulus will nicht jetzt den geistlichen Tod äh herbeiführen, indem er etwas auferlegt, was irgendwie dann einige nicht tun können, sondern ist ein nur ein Ratschlag, wie er wie der Weg mit Jesus leichter äh äh gehen kann. Wenn man diese Gnadengabe von Gott hat, sollte man das ernsthaft in Erwegung ziehen.

[41:14] Und es ist auch wichtig zu betonen, dass derselbe Paulus im äh späteren Timotheusbrief, im ähm ersten Timotheusbrief Kapitel 4 ausdrücklich vor Leuten warnt, die eine Ehe grundsätzlich verbieten. Er nennt das sogar eine Lehre der Dämonen.

[41:35] 1. Timotheus 4 Vers 1. Der Geist aber sagt ausdrücklich, dass in späteren Zeiten etliche vom Glauben abfallen und sich irreführenden Geistern und Lehren der Dämonen zuwenden werden durch die Heuchelei von Lügenrednern, die in ihrem eigenen Gewissen gebranntmarkt sind. Sie verbieten zu heiraten und Speisen zu genießen, die doch Gott geschaffen hat, damit sie mit Danksagung gebraucht werden von denen, die gläubig sind und die Wahrheit erkennen.

[42:03] Wir kommen 1. Korinther 7 dann noch mal zu zwei nicht so einfachen Versen. 1. Korinther 7 ist wirklich ein nicht so einfaches Kapitel. Es heißt hier in Vers 36: "Wenn aber jemand meint, er handle unschicklich an seiner Jungfrau, wenn sie über die Jahre der Reife hinauskommt. Und wenn es dann so sein muss, der tue, was er will. Sie er sündigt nicht, sie mögen heiraten. Wenn aber einer im Herzen feststeht und keine Not hat, sondern Vollmacht nach seinem eigenen Willen zu handeln und in seinem eigenen Herzen beschlossen hat, seine Jungfrau zu bewahren, der handelt recht."

[42:34] Es gibt hier zwei wesentliche Auslegungen, die ich nur kurz äh in den Raum stellen möchte, ohne eine Entscheidung zu fällen. Ähm, das überlasse ich jedem einzelnen Leser. Die eine äh Überlegung, die sicherlich wahrscheinlich die nahliegende ist vom gesamten ähm ja, von der gesamten Formulierung ist, dass Paulus sich hier an Familienväter wendet, die damals in der Gesellschaft ja die letztlich die Vollmacht hatten, auch einer Ehe zuzustimmen oder eben auch nicht. Die andere Auslegung besagt, dass Paulus sich hier an verlobte Paare wendet, die bereits verlobt sind, aber sich die Frage stellen sollen, ob sie jetzt auch tatsächlich die Verlobung einlösen oder ob sie angesichts der gegenwärtigen Not vielleicht lieber doch nicht heiraten sollen.

[43:13] Vers 38, das ist die Schluss, der Schlusspunkt und die die Zusammenfassung von allem, was er hier sagt. Also, wer heiratet, handelt recht. Wer aber nicht verheiratet, handelt besser. Heiraten ist also keine Sünde, aber in dem Fall, dass es eine eine echte Gnadengabe von Gott gibt, äh der Enthaltsamkeit, ähm kann ein Unverheirateter in dem Werk Gottes sogar noch eine größere Wirksamkeit entfalten.

[43:45] Vers 39: "Eine Frau ist durch das Gesetz gebunden, solange ihr Mann lebt. Wenn aber ihr Mann entschlafen ist, so ist sie frei, sich zu verheiraten, mit wem sie will, doch nur im Herrn." Es gibt also noch einen Fall, den Paulus jetzt anspricht und das sind die Witwen. Wenn der Mann gestorben ist, ist sie frei neu zu heiraten. Ähm, interessanterweise aber auch hier nur im Herrn. Das zeigt also ganz deutlich, dass äh der Rat vorher, wer einen ungläubigen Ehepartner hat, äh tatsächlich wirklich auf diejenigen bezieht, die in der Ehe und dann gläubig geworden sind. Während es nach der Meinung, dass Paulus ganz entscheidend ist, dass wir bei der Auswahl unseres Ehepartners darauf achten, dass auch er wirklich an Jesus Christus glaubt.

[44:26] Doch nur im Herrn, sagt er.

[44:29] Vers 40. Und jetzt äh kommt auch für diesen Fall ein entsprechender Ratschlag. Glückseliger aber ist sie nach meinem Urteil, wenn sie so bleibt. Ich denke aber, dass auch ich den Geist Gottes habe. Das haben wir schon zitiert. Paulus äh weiß, er ist gibt ja ein inspiriertes Urteil ab und ähm er sagt, dass äh, dass es zwar möglich und recht ist zu heiraten, aber das Glück noch größer wird, wenn sie lieber so bleibt, wie sie ist.

[45:04] 1. Korinther 8 und dort Vers 1. Ein anderes Thema, aber auch hoch interessant und auch offensichtlich in Korinth eine große Streitfrage.

[45:17] Was aber die Götzenopfer angeht, so wissen wir, wir alle haben Erkenntnis. Die Erkenntnis bläht auf, die Liebe aber erbaut. Es geht also jetzt um die Frage, wie man mit dem Götzenopferfleisch umgehen soll. Das Interessante ist, dass wir das schon aus der Apostelgeschichte kennen. Wir wissen, dass es dazu beim Apostelkonzil eine entsprechende eine Beschlussfassung gegeben hat.

[45:38] In Apostelgeschichte 15 und dort Vers 20 heißt es, lesen wir Vers 19. Darum urteile ich, dass man denjenigen aus den Heiden, die sich zu Gott bekehren, keine Lasten auflegen soll, sondern ihn nur schreiben soll, sich von der Verunreinigung durch die Götzen, von der Unzucht, vom Erstickten und vom Blut zu enthalten.

[46:00] Die äh versammelten Apostel in Jerusalem haben deutlich gemacht, auch die Heidenchristen dürfen am Götzendienst nicht teilnehmen. Das überrascht uns nicht. Wenn wir Apostelgeschichte 21 lesen, stellen wir fest, dass das auch ganz explizit das Essen von Götzenopferfleisch beinhaltet.

[46:15] Vers 25. Was aber die gläubig gewordenen Heiden betrifft, so haben wir geschrieben und angeordnet, das bezieht sich auf das Apostelkonzil von Kapitel 15, dass sie von alledem nicht zu befolgen haben, sondern sich nur hüten sollen vor dem Götzenopfer und dem Blut und vor Stickten und vor Unzucht. Wer also Götzenopferfleisch isst in dem Bewusstsein, dass es Götzenopferfleisch ist und dabei auch ansprechend an die Gottheiten denkt, der sündigt und das ist also die die Ausgangsfrage, das ist die das, was die Gemeinde unter der Führung des Heiligen Geistes tatsächlich auch als weltweit gültig beschlossen hat. Und jetzt gibt es in Korinth diese Frage mit dem Götzenopferfleisch und äh ist ganz interessant, wie Paulus es angeht. Wir werden sehen, dass es nicht nur Kapitel 8 und 9 betrifft, sondern dann vor allem auch noch äh Kapitel 10. Ähm und da werden wir dann das nächste Mal äh noch mehr dazu äh sprechen, also ähm das dann noch weiterführen. Aber wir fangen jetzt schon mal mit diesen Versen hier in Kapitel 8 heute an.

[47:22] Paulus macht am Anfang, bevor zur eigentlichen Argumentation äh übergeht, erstmal ein grundsätzliches Prinzip ähm geltend, nämlich es gibt auf der einen Seite Erkenntnis, also ich kann sozusagen was theoretisch verstehen, ich kann es intellektuell durchdringen, ich kann zu einer theologischen Erkenntnis kommen, aber die alleine führt noch nicht zu einer Lösung. Ich brauche auch die Liebe, denn ohne Liebe kann auch eine korrekte theologische Position, korrekte Information dazu führen, dass ich mit Stolz und Überheblichkeit mich aufblähe und damit zum Problem werde, obwohl ich richtig denke, sozusagen äh was die intellektuellen, die theologischen Aspekte angeht. Es geht also ganz entscheidend darum, wie mit der Liebe dieses Problem gelöst werden kann. Wir werden sehen ähm, wie das die nächsten Kapitel immer wieder auch zum äh Thema gemacht wird.

[48:17] In Vers 2 sagt er: "Wenn aber jemand meint etwas zu wissen, der hat noch nicht der hat nicht Verzeih, wenn aber jemand meint etwas zu wissen, der hat noch nicht so erkannt, wie man erkennen soll." Also, wenn jemand in der Gemeinde, das ist ein allgemeines Prinzip, das gilt nicht nur fürs Götzenopfer, vielleicht schon jemand sagt: "Hey, also du bist vielleicht noch nicht so weit wie ich, aber ich habe das verstanden, ich habe das genau studiert und ich kann dir sagen, wie es wirklich ist." Paulus sagt, wenn du so denkst und das eine Einstellung ist, dass du dich quasi besser fühlst als andere, weil du Dinge schon verstanden hast, dann hast du es eigentlich noch gar nicht verstanden. Du hast noch gar nicht verstanden, worum es wirklich geht.

[48:50] Vers 3. Wenn aber jemand Gott liebt, der ist von ihm erkannt. Das ist ein ganz ganz wesentlicher Vers. Gottes Erkenntnis besteht darin, von Gott geliebt zu werden und entsprechend auch ihn mit echter ungeteilter Liebe zu lieben. Ähm, dieser Vers hier ist eine ganz große Hilfe, um Matthäus Kapitel 7 in der Bergpredigt zu verstehen, denn dort sagt Jesus ja diese interessanten Worte äh in Matthäus 7 dort ab Vers 21. Dort heißt es: "Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr, wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut." Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wundertaten vollbracht. Ja, das aufblähen sozusagen.

[49:38] Vers 23. Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt. Weicht von mir, ihr Gesetzlosen. Natürlich kennt Gott alle Menschen im Sinne von, dass er weiß, wie sie heißen, wo sie geboren sind, was sie getan haben. Er weiß alles von ihnen und trotzdem hat er sie nicht erkannt. Das heißt, von Adam und Eva. Adam erkannte sein Weib und sie wurde schwanger. Es geht hier bei dem Erkennen also um eine echte Liebe. Es heißt in 1. Korinther 8 Vers 3: "Wenn aber jemand Gott liebt, der ist von ihm erkannt." Wenn also Jesus sagt, ihr habt zwar alle diese Wundertaten in meinem Namen getan, habt Dämonen getrieben, habt das und jenes getan. Geweissagt, aber ich habe euch nie gekannt, heißt es, ihr habt mich nie geliebt. Ihr habt zwar in meinem Namen große Dinge getan, habt euch aufgebläht und aufgeplustert und habt in meinem Namen alles mögliche getan, aber ihr habt mich nie geliebt. Und das zeigt sich an der Gesetzlosigkeit, die ihr ausgelebt habt. Weicht von mir, ihr Gesetzlosen, ihr Täter der Gesetzlosigkeit. Weil sie Jesus nie wirklich geliebt haben, haben sie auch gegen ihn gesündigt.

[50:39] Denn Jesus sagt, wenn ihr mich liebt, so haltet meine Gebote. Und das ist der Grund, warum nach der nach der Wiederholung der zehn Gebote in 5. Mose Kapitel 5 deutlich wird, warum Gott das alles tut, warum er diese zehn Gebote gibt und warum er sie äh wiederholt und was sein ganzes Anliegen ist. Es heißt dann in Kapitel 6 und dort Vers 4: "Höre Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr allein und du sollst den Herrn deinen Gott lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele, mit deiner ganzen Kraft und diese Worte Kapitel 5, die zehn Gebote, die ich dir heute gebiete, sollst du auf dem Herzen tragen."

[51:15] Die Liebe Gottes in unserem Herzen und die Liebe zu Gott, die die bilden diesen Bund, den die zehn Gebote beschreiben. Und wer Gott liebt, der wird von ihm erkannt. Also Paulus sagt, wenn ihr denkt, ihr habt theologisch jetzt mehr Verstand als die anderen, dann seid ihr noch habt ihr gar nicht verstanden, worum es wirklich geht. Es geht darum, wirklich Gott von ganzem Herzen, von ganzer Seele zu lieben. Und das bedeutet dann nur wer Gott so liebt, der wird die Gebote tatsächlich so halten, wie Gott es sich vorgestellt hat. Denn in Römer 13 lesen wir in Vers 10: "Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe die Erfüllung des Gesetzes."

[52:06] Mit diesen Gedanken im Hinterkopf, dass man nur durch echte Liebe Gottes Gebote halten kann, denn die echte Liebe bringt den Heiligen Geist in unser Leben. Ja. Ähm, Römer 5 Vers 5. Der Heilige Geist ist ausgegossen durch die Liebe Gottes ist ausgegossen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist. Und der Heilige Geist schreibt das Gesetz in unsere Herzen. Nur dann können wir eine echte die richtige Position in dieser Debatte auch äh finden, die jetzt hier über das Götzenopferfleisch ähm damals stattfand.

[52:41] Vers 4. Jetzt beginnt die eigentliche Argumentation. Was nun das Essen der Götzenopfer betrifft, so wissen wir. Das ist natürlich das, was auch einige in Korinth wussten, die sich aber aufgrund dieses Wissens aufgebläht haben. So wissen wir, dass ein Götze in der Welt nichts ist und dass es keinen anderen Gott gibt, außer dem einen.

[53:02] Nun, Paulus beginnt mit dieser klaren Einsicht, die alle Christen teilen. Die vermeintlichen Götter der Römer, der Griechen, der Ägypter und so weiter, die existieren ja eigentlich gar nicht wirklich. Und entsprechend haben sich dann einige in Korinth wohl gedacht, na ja, wenn es die gar nicht gibt, dann ist die Sache mit dem Götzenopferfleisch auch unbedenklich, weil es gibt diese Götter gar nicht. Das ist ja quasi nur eine Einbildung der Heiden. So.

[53:22] Und Paulus weiß natürlich, dass diese anderen Götter ähm als real angenommen werden von den Heiden. Das heißt in Vers 5: "Denn wenn es auch solche gibt, die Götter genannt werden, sei es im Himmel oder auf Erden, wie es ja wirklich viele Götter und viele Herren gibt,"

[53:38] "so gibt es Vers 6, für uns doch nur einen Gott, den Vater und von dem alle Dinge sind und wir für ihn und einen Herrn Jesus Christus, durch den alle Dinge sind und wir durch ihn." eine ganz interessante Vers, den wir gleich noch genau anschauen, aber ganz kurz noch zu Vers 5. Tatsächlich hat man in äh in Korinth im Demeterheiligtum, wir haben das in der ersten Folge auch ein Bild davon gezeigt, eine Fluchtafel gefunden, wo er von den äh Göttern, den Rachegöttern, den Rachegöttinnen und auch den Erdgöttern, den Herren gesprochen genauen den gleichen Worten Theoi und Kyrei, also Götter und Herren, die hier auch verwendet werden. Also die Korinther wussten, dass dort in Korinth viele Götter angebetet wurden. Einige als Götter, andere als Herren bezeichnet. Auf derben Tafel auf Text B gibt es dann eine weitere nicht genannte Gottheit, die auch Herr genannt wird. Es gibt dann auf einer anderen Flugtafel auch die Bezeichnung die Herren, also Herren oder Herr war auch eine Bezeichnung für heidnische Götter damals und die wurden dann mit verschiedenen Dingen mit Himmel, Berge, Meer, äh Erde und so weiter assoziiert.

[54:41] Und Paulus macht deutlich, es gibt für Christen nur den einen Gott der Bibel.

[54:46] Nun, dieser Vers 6 hat in der jüngsten Zeit wieder für enorme Unruhe auch in den Gemeinden gesorgt, weil er immer wieder im Zentrum der Debatte steht, ob Jesus tatsächlich Gott im höchsten Sinne ist. Und deswegen wollen wir uns ganz kurz ein paar Minuten Zeit nehmen, diesen Vers genauer anzuschauen. Einige vertreten die These, dass dieser Vers lehren würde, dass nur Gott der Vater wirklich Gott ist, denn es heißt ja, so gibt es für uns doch nur einen Gott, den Vater, von dem alle Dinge sind und wir für ihn und einen Herrn Jesus Christus, durch den alle Dinge sind und wir durch ihn. Das Argument ist also, wenn der Vater, wenn es heißt, es gibt nur einen Gott den Vater, dann kann Jesus nicht Gott sein. Das ist das wesentliche Argument. Es gibt sogar äh Leute, die sich nach diesem Vers quasi als ganze Gruppe äh benannt haben. Aber dazu äh wollen wir ganz kurz ein paar Beobachtungen machen aus dem Text selber.

[55:36] Also, wenn wir von diesem Gedanken ausgehen, dass die Phrase, so gibt es doch nur einen Gott, den Vater, wenn das bedeutet, dass Jesus dann nicht Gott ist, dann müssen wir konsequenterweise auch sagen, dass Gott der Vater nicht Herr ist. Denn es heißt ja nicht nur, es gibt nur einen Gott, den Vater. Es heißt auch, es gibt nur einen Herrn, Jesus Christus. Also, wer sagt aufgrund dieses Verses darf man den Jesus nicht Gott nennen, der muss auch konsequenterweise sagen, dann darf auch der Vater nicht Herr genannt werden. Aber das stößt sofort auf biblischen Widerstand, denn in Apostelgeschichte 4 und dort Vers 24 heißt es: "Und als sie es erhörten, Verzeih, als sie es hörten, erhoben sie einmütig ihre Stimme zu Gott und sprachen: Herr, du bist der Gott, der den Himmel und die Erde und das Meer gemacht hat und alles, was darin ist."

[56:32] Wir gehen sogar noch weiter zu Lukas Kapitel 1 und dort Vers 32. Schauen uns also mehrere Verse hier an, die das alle sehr schön zeigen. Lukas 1, Vers 32. Das ist Gabriel, der zu Maria spricht. Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden und Gott der Herr und das ist hier an ohne Zweifel Gott der Vater. Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben.

[56:55] Lukas Kapitel 4 Vers 8. Jesus antwortete ihm dem Teufel und sprach: "Weiche von mir Satan, denn es steht geschrieben, du sollst den Herrn, deinen Gott anbeten und ihm alleine dienen." Also mehrmals sehen wir im Neuen Testament, Gott der Vater wird Herr genannt. Wenn also die Formulierung, es gibt nur einen Herrn, Jesus Christus, trotzdem bedeutet, dass auch Gott der Vater Herr genannt wird und Herr ist, dann können wir also genauso sagen, dass wenn die dass die Formulierung, es gibt nur einen Gott, den Vater, trotzdem auch erlaubt, Jesus Gott zu nennen. Das ist also tatsächlich ansonsten würde man einen unauflöslichen Widerspruch erzeugen mit der Bibel.

[57:34] Zudem ist Herr, das Wort, das hier steht, Herr, äh Kyrios im Neuen Testament ganz oft die Übersetzung des Namens Gottes. Ähm Matthäus 3, Vers 3, z.B. um nur ein Beispiel zu nennen, äh da heißt es z.B. Matthäus 3, Vers 3. Das ist der, von welchem geredet wurde durch den Propheten Jesaja, der spricht: "Die Stimme eines Rufenden, ertönt in der Wüste, bereitet den Weg des Herrn, macht seine Pfade eben." Und wo hier Herr steht, steht im Original in Jesaja 40, Vers 3. Der Name Gottes Jhwh, also Kyrios Herr, ist selbst im Neuen Testament immer wieder eine Übersetzung des Namens Gottes. Und Jesus wird in Johannes 20, Vers 28 von Thomas sowohl Herr als auch Gott genannt.

[58:19] Also der Punkt hier ist, der Paulus möchte überhaupt gar nicht und wenn man den Kontext anschaut, ist es ganz deutlich. Er möchte nicht eine Differenzierung vornehmen zwischen Gott dem Vater und Jesus, sondern er kontrastiert die heidnischen Götter, die sogenannten die die Götter und die Herren und zeigt das Original, nämlich den wahren Gott und den wahren Herr und will damit aber nicht deutlich machen, dass die jetzt auf unterschiedlichen Stufen stehen würde, genauso wie auch keine Unterscheidung zwischen den heidnischen Göttern und Herren machen möchte. Das ist ja gar nicht sein Punkt.

[58:49] Es geht also hier im Kontrast zwischen äh es geht um den Kontrast zwischen den heidnischen Göttern und dem biblischen Gott. Und das ist übrigens immer der Kontrast. Wenn die Bibel von dem wahren Gott spricht, dann geht es nie darum im Kontext äh um das Verhältnis von dem Vater zum Sohn. Es geht immer um den biblischen Gott gegenüber den Heiden und den den ausländischen Göttern, die äh von denen man sich abgrenzt. 5. Mose 7 äh Vers 9 z.B. oder auch 1. Könige 18 Vers 24 und 37. Also das als Gedanke dieser Vers ist kein Beweis dafür, dass Jesus nicht Gott ist. Ganz im Gegenteil. Ähm, er wenn man sich die beiden Satzteile anschaut in Kapitel 6, sieht man, dass äh sie eigentlich die Ähnlichkeit von beiden, von Gott, dem Vater und dem Jesus tatsächlich ganz deutlich hervorstellen.

[59:37] Vers 7. Aber nicht alle haben die Erkenntnis. Paulus kommt zu einem ganz entscheidenden Punkt. Nicht alle haben.

[59:45] Kenntnis, sondern etliche machen sich ein Gewissen wegen des Götzen und essen das Fleisch noch immer als Götzenopferfleisch. Und so wird ihr Gewissen befleckt, weil es schwach ist. Er sagt, wenn du jetzt als Gläubiger in Korinth weißt, es gibt ja gar keine Götter und sie haben ja gar keine Bedeutung, dann ist doch egal, ob man Götzenopferfleisch isst. Er sagt, das mag zwar theologisch für dich stimmig sein, aber was ist mit deinen Geschwistern, die nicht so weit sind, die nicht so das durchdacht haben, die tatsächlich beim Götzenopferfleisch an die Götzen denken und deren Gewissen jetzt tatsächlich befleckt wird.

[1:00:22] Die Frage ist also nicht nur, was habe ich verstanden, sondern wie wirkt mein Handeln auf andere in der Gemeinde? Und das hat vielleicht heute nicht mehr, also heute geht es da in der Regel nicht mehr um das Götzenopferfleisch, aber um viele andere Dinge, wo wir vielleicht sagen, ja, ich weiß das ja Quatsch und das ist ja, aber wie wirkt mein Handeln auf die schwächeren Glieder in der Gemeinde?

[1:00:41] Vers 9, Vers 8. Nun bringt uns aber eine Speise nicht näher zu Gott, denn wir sind nicht besser, wenn wir essen und sind nicht geringer, wenn wir nicht essen. Also Paulus sagt, damit können wir nicht jetzt begründen, dass wir heiliger sind, weil wir da essen oder nicht essen. Die Frage des Essens ist keine, die unsere Beziehung zu Gott definiert.

[1:01:07] Jemand, der wegen einem schwachen Gewissen nicht isst, um sich mit den Götzen zu vereinen, da er noch immer von der Realität dieser falschen Götter ausgeht, ist in Gottes Augen nicht geringer. Also, wenn jemand tatsächlich sagt, wow, ich glaube, ich esse das lieber nicht, weil das ist ja den Götzen geweiht, da sagt Gott nicht, aber du hättest doch wissen müssen, dass es diese Götzen gar nicht gibt. Diese Frage bedeutet für vor Gott keinen Unterschied in der Wertigkeit der Gläubigen.

[1:01:31] Vers 9: "Habt aber acht, dass diese eure Freiheit den Schwachen nicht zum Anstoß wird." Also ein Christ, der eigentlich frei ist, das Fleisch zu essen, wenn er weiß, dass es die Götter gar nicht gibt, der muss trotzdem auch bedenken, dass andere ihn beobachten und dass er anderen zum Anstoß wird. Auch Römer 14 behandelt dann dieses Thema ziemlich ausführlich. Nicht alle sind so weit in der Erkenntnis wie ich.

[1:02:01] Vers 10: "Wenn jemand dich, der du die Erkenntnis hast, im Götzentempel zu Tisch sitzen sieht, wird nicht sein Gewissen, weil er schwach ist, dazu ermutigt, Götzenopferfleisch zu essen." "Jemand sieht dich", sagt Paulus und denkt, na, wenn der das darf, darf ich das auch, aber er ist nicht so weit in seinem geistlichen Durchblick, er kann das nicht so trennen. Und für ihn ist es dann Götzenopferfleisch und er isst es dann im Bewusstsein und er befleckt sein Gewissen und geht am Ende vielleicht sogar verloren.

[1:02:29] Offensichtlich haben damals Gläubige in Korinth gerne solche Einladungen angenommen und natürlich spielte da oft Fleisch eine große Rolle.

[1:02:38] Vers 11. Und so wird wegen deiner Erkenntnis, ja, weil du das jetzt so dir durchdacht hast, der schwache Bruder Verderben, dessen Willen Christus gestorben ist. Und da kommt die Frage mit der Liebe ins Spiel. Ich kann natürlich argumentieren, ja, das ist ja eigentlich gar nicht wirklich ein Götze, den das gibt's ja gar nicht. Wir werden übrigens sehen, dass Paulus in Kapitel 9 und 10 aber noch einiges mehr zu dem Thema zu sagen hat und dann auch diesen vermeintlich starken Christen im Korinth noch Perspektiven aufzeigt, über die sie wahrscheinlich gar nicht nachgedacht haben. Aber selbst aus dieser Perspektive, wenn wenn sozusagen es gut durchdacht wäre oder ist, da gibt es ja gar keine Götzen, müssen wir trotzdem aus der Perspektive der Liebe denken und fragen, okay, aber was machen die Geschwister, die nicht so weit sind theologisch wie ich, wenn die jetzt das als Affront sehen, wenn die das als Anstoß sehen, wenn die glauben, das ist ein Abfall.

[1:03:32] Und ich glaube, es gibt ganz ganz viele Themen auch in unseren Gemeinden heute, wo manche sagen, aber na ja, ihr macht euch da ein Gewissen, wo es gar nicht wichtig ist. Und vielleicht hat manche sogar damit recht, wenn man es theologisch am Ende zu Ende durchdenkt in manchen Fällen. Aber die Frage ist, wie gehen wir als Gemeinde miteinander um, damit alle auch zusammen bei Christus bleiben?

[1:03:57] Vers 12: "Wenn aber auf solche Weise an den Brüdern sündigt und ihr schwaches Gewissen verletzt, so sündigt ihr gegen Christus." Paulus sagt: "Also, dann dann isst du da und es ist vielleicht technisch gesehen keine Sünde, weil du weißt, es gibt keine Götzen und du isst es nicht als Götzenopferfleisch und du hast dein Gewissen nicht befleckt, aber gleichzeitig, obwohl du quasi nicht die Sünde des Götzendienstes in dem Sinne technisch begangen hast, hast du gleichzeitig gegen deinen Bruder gesündigt, der dich sieht und der dann verführt wird, vielleicht das alles Götzenopferfleisch zu essen. Du hast also mit einer Tat, die du für dich korrekt durchdacht hast, trotzdem gegen deinen Bruder gesündigt und damit gegen Christus. Das zeigt uns also, wie wichtig auch unser Vorbild ist, auch in unserer Beziehung zu Jesus. Wenn wir ein Vorbild abgeben, das andere zur Sünde verführt, dann können wir noch so viel unser Vorgehen theologisch rechtfertigen. Die Liebe sagt uns, dass wir so handeln müssen, dass alle in der Gemeinde an uns sich ein Vorbild nehmen können, ohne dadurch vom Glauben abzukommen.

[1:05:00] Vers 13: "Darum, wenn eine Speise meinem Bruder ein Anstoß zur Sünde wird, so will ich lieber in Ewigkeit kein Fleisch essen, damit ich meinem Bruder keinen Anstoß zur Sünde gebe." Heutzutage ist vielleicht sowieso ganz gut, kein Fleisch mehr zu essen aufgrund der Krankheit der Tiere und all dieser Dinge. Aber Paulus macht ganz deutlich, ich bin bereit lieber auf mein Recht zu verzichten, um einen Bruder zu retten, statt auf mein Recht zu pochen und dann auch mit höherer theologischer Erkenntnis zu argumentieren und gleichzeitig geht mein Bruder verloren. Echte Bruderliebe ist bereit auf ein Recht zu verzichten.

[1:05:34] Wir werden sehen, dass im nächsten Kapitel Paulus diesen Punkt jetzt ganz breit ausführt und deutlich macht, worin wie sich das zeigt, wenn man auf sein eigenes Recht verzichtet. Meine Entscheidung heute, ich möchte mehr darüber nachdenken, welche Folgen mein Handeln für schwache in Anführungsstrichen schwache Geschwister in der Gemeinde haben kann. Ich möchte mit Liebe ein Vorbild sein und mich nicht durch Wissen aufblähen. Und ich möchte überlegen, wie ich tatsächlich auch Rat geben kann in der Frage der Ehe und der Verheiratung. Ich möchte mir überlegen, wie das Werk Gottes wirklich gut vorankommen kann.

[1:06:14] Möchten wir vornehmen, diese Dinge, die hier in Korinther stehen, tatsächlich zu durchdenken und auf die Themen unserer Zeit auch zu übertragen. Weiß nicht, ob das auch dein Wunsch ist. Wenn ja, dann lass uns noch mit einem Gebet schließen.

[1:06:28] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass du zu uns gesprochen hast durch dein Wort. Dank, dass uns auch in diesen Kapiteln so viel interessante Dinge entgegen getreten sind, so viel interessante Gedanken. Manches ist uns vielleicht auch noch nicht ganz klar, was es bedeutet. Und Herr, wir wollen es dir vorlegen, dass du uns in alle Wahrheit führst, Schritt für Schritt. Wir möchten dich bitten, dass das, was wir verstanden haben, dass wir es ausleben zu deiner Ehre, dass wir überlegen, wie unser Handeln und Tun auf andere in der Gemeinde wirkt, dass wir uns nicht über sie erheben, auch wenn wir vielleicht eine höhere Erkenntnis haben, sondern darauf bedacht sind, alle mitzunehmen, sodass wir alle einmal das Ziel erreichen. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[1:07:13] Nächste Woche sehen wir uns dann wieder hier und wollen dann die nächsten beiden Kapitel uns anschauen. Da wird es weiter um diese Frage gehen und wir werden ganz viele interessante neue Dinge lernen. Bis dahin Gottes Segen für Freude im Studium seines Wortes. Amen.


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