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In dieser Folge der Christ Study Hour Spezial tauchen wir tief in die Korintherbriefe ein und beschäftigen uns mit den herausfordernden Kapiteln 11 und 12 des 1. Korintherbriefs. Christopher Kramp führt uns durch diese oft missverstandenen Passagen und hilft uns, die tiefere Botschaft für unser Leben zu entdecken.


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Serie: Christ Study Hour – Spezial 2026 - Q3: Die Korintherbriefe

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Transkript

[0:32] Hallo und herzlich willkommen zur Christudy Hour hier auf www.joelmedia.de. Wie immer möchten wir auch alle Zuschauer auf dem Sender das Wort ganz recht herzlich begrüßen zu einer weiteren Folge unserer Spezialserie über die Briefe des Apostel Paulus an die Korinther. Heute wollen wir uns in Folge 6 mit zwei Kapiteln beschäftigen aus dem ersten Korintherbrief. Das erste ähm enthält einige wirklich nicht einfach zu verstehende Passagen. Es geht um erste Korinther Kapitel 11 und dann Kapitel 12. Bevor wir da hineintauchen und versuchen ähm zu verstehen, was Gott uns durch Paulus sagen möchte, wollen wir im Gebet ihn bitten, dass er unser Denken leitet, uns mit seinem Heiligen Geist erfüllt. Und ich lade dich ein, dass wir für ein kurzes Gebet innehalten und still werden.

[1:31] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass wir in deinem Wort so viel Interessantes und Wichtiges über dich lernen können. Wir möchten danke sagen für den Apostel Paulus, der damals diese Dinge auf so interessante Weise aufgeschrieben hat, dass wir heute noch nach fast 2000 Jahren uns damit beschäftigen können und sehen können, wie sehr das unser Leben auch prägt. Herr, wir möchten dich bitten, dass du uns jetzt Weisheit schenkst, dein Wort so zu verstehen, wie es wirklich gemeint ist. Es gibt ein paar Aussagen, die nicht so einfach zu verstehen sind und wir bitten dich um die Weisheit, weil du versprochen hast, dass wenn wir uns Weisheit mangelt, dass du uns Weisheit schenkst. Wir bitten dich um Verständnis, aber nicht nur um theoretische Erkenntnis, sondern auch um die Kraft, das Ausleben zu können durch deinen Heiligen Geist in uns und um Liebe, um das auch so weiterzugeben in deinem Geist, dass unsere Gemeinden auferbaut werden. Herr, wir möchten dich bitten, dass du uns segnest und hab Dank dafür. Amen.

[2:38] Wir sind in erste Korinther Kapitel 11. Der Vers 1 gehört eigentlich noch zu den Kapiteln 8, 9 und 10, die wir ja schon gemeinsam behandelt haben. Dort steht in 1. Korinther 11 Vers 1: "Seid meine Nachahmer, gleich wie auch ich Nachahmer des Christus bin." Ein Gedanke, den Paulus immer wieder in verschiedenen Briefen anspricht, dass er sagt: "Soweit ich Jesus folge, folgt meinem Beispiel." Und worin das besteht, haben wir in Kapitel 9 und 10 gesehen, wo Paulus wiederholt deutlich macht, dass er bereit ist auf sein eigenes Recht zu verzichten, damit das Evangelium möglichst viele Menschen retten kann, statt auf sein eigenes Recht zu pochen, überlegt er, wie er für andere zum Segen sein kann, auch wenn das bedeutet, dass er auf Dinge selbst verzichtet. Und in dieser Hinsicht, in dieser Hinsicht, in der er selbst Jesus Christus nachahmt, der für uns alles aufgegeben hat, wie Philipper Kapitel 2, Verse 5 bis 9 deutlich macht, in diesem Sinne ist Paulus wirklich nachahmenswert in einem ganz besonderen Sinne. In 1. Korinther 10 Vers 32 und 33 in den Versen vorher hatte er gesagt: "Gebt weder den Juden noch den Griechen noch der Gemeinde Gottes Anstoß, so wie auch ich in allen Stücken allen zu gefallen lebe und nicht meinen Nutzen suche, sondern den der vielen, damit sie gerettet werden." Und in diesem Sinne sagt: "Seid meine Nachahmer." Versucht auch so zu leben, dass ihr die Gunst und die Sympathie der Menschen gewinnt, nicht für euren eigenen Nutzen zu leben.

[4:25] Wir lesen jetzt weiter in erste Korinther Kapitel 11 ab Vers 2. Dort beginnt Paulus jetzt einen größeren neuen Abschnitt, wie wir sehen werden. Vers 2. Ich lobe euch, Brüder, dass ihr in allem an mich gedenkt und an den Überlieferungen festhaltet, so wie ich sie euch übergeben habe. Paulus lobt auch die Korinther, hat nicht nur Dinge zu tadeln und Dinge zu korrigieren. Er lobt sie auch für die Dinge, die gut sind. Sie haben an Paulus festgehalten, an all dem, was er sie gelehrt hat. Es gibt aber noch einige Dinge, die ihn offensichtlich damals, als er in Korinth die Gemeinde gegründet hat, noch nicht ausführlich erklären konnte, die er jetzt hier nachholt. Er sagt in Vers 3: "Ich will aber, dass ihr wisst, dass Christus das Haupt jedes Mannes ist, der Mann aber das Haupt der Frau, Gott aber das Haupt des Christus." Es geht hier um die Frage der Autorität. Christus ist das Haupt von jedem Mann. Das heißt, jeder gläubige Mann muss sich der Autorität von Jesus Christus unterwerfen. Es heißt aber auch der Mann ist das Haupt der Frau. Hier ist gemeint, dass jede gläubige Frau sich der Autorität ihres eigenen Mannes unterwerfen soll. Wie ja aus äh 1. Mose 3, Vers 16 ähm deutlicher hervorgeht als Folge des Sündenfalls, sollte der Mann über die Frau herrschen, aber nicht als Diktator und nicht als jemand, der sie ausnutzt, sondern im Sinne des Reiches Gottes. In 1. Mose 3, Vers 16 heißt es: "Und zur Frau sprach er: 'Ich will die Mühen deiner Schwangerschaft sehr groß machen. Mit Schmerzen sollst du Kinder gebären und dein Verlangen wird auf deinen Mann gerichtet sein. Er aber soll über dich herrschen.'"

[6:19] Dieser Gedanke, dass der Mann das geistliche Oberhaupt der Familie ist und damit auch die Frau ihm den entsprechenden Respekt zollen soll, den finden wir immer wieder bei Paulus. Epheser 5. Ähm, wir finden das in Kolosser 3, Vers 18. Findest auch bei Petrus in Petrus Kapitel 3 äh in verschiedenen Versen dort, die wir im Sendemanuskript auch aufgeschrieben haben. Wir haben also Christus als das Haupt des Mannes, den Mann als das Haupt der Frau, aber auch Gott als das Haupt von Christus. Denn im Erlösungsplan hat sich Jesus Christus, der selbst Gott ist, im höchsten Sinne freiwillig dem Vater unterworfen, ist gehorsam geworden in allen Dingen, wie Philipper 2 uns deutlich macht. Er wirft sich der Autorität des Vaters. Und das hilft uns auch ein bisschen zu verstehen, dass hier keine Abstufung vorgenommen wird im Sinne von Wert. Ähm Jesus ist genauso Gott wie der Vater Gottes, auch wenn er sich unterordnet. Im selben Sinne ist auch die Frau vor Gott genauso viel wert wie der Mann, auch wenn hier aufgrund des Sündenfalls und des Erlösungsplanes diese Unterordnung in der Bibel ähm beschrieben wird.

[7:44] 1. Korinther 11 und dort Vers 4. Wir gehen weiter. Jeder Mann und jetzt kommen einige Verse, die für viele Diskussionen gesorgt haben und manchmal auch immer noch sorgen. 1. Korinther 11 Vers 4. Wir wollen uns das genauer anschauen. Es heißt hier: "Jeder Mann, der betet oder weissagt und etwas auf dem Haupt hat, schändet sein Haupt." Wir müssen in diesen Versen durchaus ab und zu mal in das originale Griechisch hineinschauen, weil tatsächlich die Schlachter 2000, so schön sie auch sonst äh übersetzt, an diesen Stellen manchmal nicht ganz exakt so übersetzt, wie es vielleicht hilfreicher wäre. Denn wo hier in der deutschen Schlachter 2000 steht "und etwas auf dem Haupt hat", das steht eigentlich wörtlich dabei "etwas vom Kopf herab hat", also im Sinne von herabhängen hat.

[8:31] Nun ist die Frage, geht es hier überhaupt um eine äußerliche Kopfbedeckung? Es heißt ja hier ähm jeder Mann, der betet oder weissagt und etwas auf dem Kopf hat, schändet sein Haupt. Wir finden aber in der Bibel mehrmals Personen, die mit verhülltem Angesicht gebetet haben und dafür jetzt nicht getadelt wurden und nicht als das wird da nicht berichtet, weil sie äh das schlecht gemacht haben, sondern einfach als Zeichen der Trauer z.B. 2. Samuel 15 äh Vers 30 z.B. Dort finden wir den König David, wie er mit verhülltem Angesicht betet. Lesen das einmal hier 2. Samuel Kapitel 15 und dort Vers 30. Dort heißt es: "David aber stieg den Ölberg hinauf und weinte, während er hinaufging. Er ging aber mit verhülltem Haupt und barfuß. Auch von dem ganzen Volk, das bei ihm war, hatte jeder das Haupt verhüllt und ging unter Weinen hinauf." Das ist eine eine äußerliche Kopfbedeckung auf dem Haupt. Ist ein Zeichen der Trauer, aber führt nicht dazu, dass David jetzt sein Haupt entehrt hat.

[9:46] Also scheint es hier gar nicht wirklich um äh Kopfbedeckung zu gehen. Die war durchaus manchmal sogar ja auch üblich in bestimmten Kulturkreisen damaliger Zeit. Selbst die Römer haben beim Gebet eine Kopfbedeckung getragen. Äh da gibt es sogar äh entsprechende äh Skulpturen von dem Kaiser Augustus z.B. mit so einer Kopfbedeckung. Das war bei Römern und Juden verbreitet mit verdecktem Kopf zu beten. Ähm, das war also jetzt keine jüdische Sache, ohne Kopfbedeckung zu beten. Es scheint ja also eigentlich gar nicht wirklich um eine äußere Kopfbedeckung zu gehen, sondern um etwas, das vom Kopf herabhängt. Wenn also ein Mann betet oder weissagt und es hängt ihm etwas vom Kopf herab, dann sagt Paulus, schändet er sein Haupt. Und im selben Kapitel finden wir dann etwas später einen Hinweis darauf, was er damit wohl gemeint haben dürfte. Das heißt nämlich in 1. Korinther 11 Vers 14: "Oder lehrt euch nicht schon die Natur, dass es für einen Mann eine Unehre ist, also haben wir Schande, Unehre, eine Unehre ist langes Haar zu tragen." Also langes Haar hängt tatsächlich vom Kopf herab. Die Idee ist also Männer sollen im Gottesdienst nicht mit langem wallenden Haar auftreten. Das war tatsächlich damals durchaus beliebt in manchen griechischen Kreisen. Obwohl die Römer an sich erstmal kurze Haare hatten, haben einige griechische Philosophen sich das Haar sehr lange wachsen lassen. Das galt dann als sein Symbol der inneren Freiheit und galt oft als das Zeichen der Philosophen. Das ist deswegen interessant, weil wir in Korinth offensichtlich Gruppen hatten, die sehr auch auf die weltliche Philosophie geschaut haben und den Paulus so ein bisschen geringschätzig beachtet haben, weil er nicht so philosophisch war. Möglicherweise gab es also tatsächlich einige Gläubige hier in Korinth, die sich bei den Philosophen etwas abgeschaut hatten, nämlich nicht nur die Philosophie, sondern auch die Haartracht und entsprechend als Zeichen der inneren Freiheit, wie sie das vielleicht interpretiert haben, dann mit langem Haar so in Philosophenracht, äh Philosophenmanier in den Gottesdienst kamen. Aber das führt dazu, das werden wir gleich noch sehen, dass die Schöpfungsordnung durcheinander gerät zwischen Mann und Frau.

[12:07] Aber gehen wir erstmal ein bisschen weiter. In Vers 5 heißt es: "Jede Frau aber, die mit unbedecktem Haupt betet oder weissagt: Schändet ihr Haupt. Es ist dasselbe wie wenn sie geschoren wäre." Auch hier hilft der Blick etwas später in das Kapitel in Vers 15. Es ist nicht selten so, dass Paulus durchaus nicht so leicht nachvollziehbar argumentiert oder wo man erstmal ein bisschen Mühe hat zu verstehen, was er meint. Und dann gegen Ende der Argumentation bringt die Sachen dann so auf den Punkt, dass man versteht: Ah, das ist also das eigentliche Problem, um das es geht. Und hier heißt es in Vers 15: "Dagegen ist es für eine Frau eine Ehre, wenn sie langes Haar trägt, denn das lange Haar ist ihr an Stelle eines Schleiers gegeben." Äh, das Wort Schleier hier ist auch nicht besonders gut übersetzt. Es ist eigentlich eine Art Bedeckung, eine Art Mantel, eine Art Gewand. Also so wie ein Mensch ein Gewand trägt, einen Mantel trägt und ohne diesen Mantel dann unbedeckt ist, so ist das lange Haar für die Frau wie eine Art Gewand, wie eine Art Bedeckung sozusagen, eine Art Mantel in Anführungsstrichen und ohne dieses lange Haar ist sie dann sozusagen, das wäre jetzt die Schlussfolgerung, die ich ziehen würde, die sich hier meines Achts ergibt, wäre dann unbedeckt. Und dann sagt Paulus, wenn sie also kurzes Haar trägt, dann dann kann sie auch gleich sich ganz kahl rasieren, denn das ist das die Bedeutung von geschoren. Ähm, also er sagt, diese Bedeckung, die die Frau eigentlich haben sollte, geschieht durch das lange Haar und ob sie jetzt kurzes Haar trägt oder ganz abrasiert ist, äh das spielt dann keine Rolle. Frauen wurden damals z.B. bei Untreue zur Strafe äh kahl rasiert. Das konnte dann passieren, dass man ihr die Haare komplett abrasiert hat.

[13:53] Vers 6. Denn wenn sich eine Frau nicht bedecken will, so soll ja auch das Haar abgeschnitten werden. Wenn es aber für eine Frau schändlich ist, sich das Haar abschneiden oder abscheren zu lassen, so soll sie sich bedecken. Auch hier ist die Übersetzung nicht ganz so hilfreich meines Erachtens, denn wörtlich steht dort nicht, sie soll sich bedecken. Das klingt nach einer Handlung. Dort steht, sie soll bedeckt sein. Das betont eher einen Zustand und würde wieder dafür sprechen, dass es durchaus um lange Haare geht. Sie soll bedeckt sein mit ihren Haaren. Wenn sie das nicht will, wenn sie sozusagen kurze Haare tragen möchte, in diesem Sinne, dann kann sie sie auch gleich komplett abschneiden, alle Haare und entsprechend äh abscheren lassen.

[14:35] Vers 7: "Denn der Mann darf das Haupt nicht bedecken, weil er Gottes Bild und Ehre ist. Die Frau aber ist die Ehre des Mannes." Jetzt kommt Paulus zur Begründung für seine Anweisung. Und obwohl immer wieder versucht wird, diese ganzen Verse rein kulturell zu begründen, argumentiert Paulus gar nicht mit der Kultur oder mit den Zeitumständen, die es äh damals gegeben haben mag, die wir manchmal aber halt auch nur rekonstruieren oder uns äh so zusammenreimen. Er sagt, es geht zurück auf die Schöpfung. Wörtlich kann man übrigens auch übersetzen, der Mann muss nicht das Haupt bedecken, aber das wäre eine Frage der Grammatik. Natürlich ist das auch richtig, wenn man sagt, er darf nicht bedecken. Entscheidend ist, er ist äh wörtlich im Griechischen, er ist als Bild und Ehre Gottes hervorgehend. Und da ist diese Idee, dass also offensichtlich die Schöpfung hier im Hinterkopf von Paulus ist. Der Mann ist hervorgegangen als Bild Gottes, zur Ehre Gottes. Und er denkt natürlich an 1. Mose 1, an 1. Mose 5 Vers 1. Und die Frau ist die Ehre des Mannes.

[15:55] Vers 8. Und das begründet er jetzt. Denn der Mann kommt nicht von der Frau, sondern die Frau vom Mann. Und das bezieht sich natürlich auf die Schöpfung des Menschen. Die Frau ist vom Mann genommen worden. Äh Gott hat eine Rippe vom Mann genommen und die Rippe zu einer Frau gebildet. So steht es deutlich in Mose 2, Verse 21 und 22: "Die Frau ist von dem bereits geschaffenen Mann genommen worden." Und diese Reihenfolge, die wird auch in Vers 9 betont: "Auch wurde der Mann nicht um der Frau willen erschaffen, sondern die Frau um des Mannes willen." Die Reihenfolge war also nicht willkürlich, äh, sondern die Erschaffung der Frau hat ein klar beschriebenes Ziel. In 1. Mose lesen wir ja in 1. Mose Kapitel 2 und dort in Vers 18. Und Gott der Herr sprach: "Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei. Ich will ihm eine Hilfe machen." So wörtlich. Und das Wort Hilfe hier meint ja nicht eine Gehilfin im Sinne einer Hilfsarbeiterin, sondern dasselbe Wort, das auch verwendet wird, wenn Gott uns hilft. Also eine ein echtes Gegenüber, das das ausfüllt, was ein Mann alleine nicht kann. Eine Hilfe, die ihm entspricht.

[17:10] Es wäre nicht gut gewesen, wenn der Mann alleine gewesen wäre. Die Frau folgt auf die Schöpfung des Mannes aus einem ganz bestimmten Grund, um die Schöpfung des Menschen zu vervollständigen.

[17:23] In Vers 10 heißt es jetzt: "Darum soll die Frau Macht auf dem Kopf auf dem Haupt haben um der Engel willen." Oft wird dann hinzugefügt ein Zeichen der Macht, aber genau das steht im Text gar nicht da. Es steht nur, sie soll Macht auf dem Haupt haben. Das griechische Wort Exusia kann auch Exusia kann auch bedeuten können, Vermögen, Erlaubnis, Freiheit, Recht, Macht, Gewalt und das Ganze ist wegen der Engel. Im Hinblick darauf, dass wir in Vers 7 bis 9 die Schöpfungsordnung von Paulus vorgeführt bekommen haben, äh, bei der übrigens auch die Engel dabei waren. Das heißt ja ganz eindeutig auch über Hiob, dass die Engel gejauchzt haben, als sie die Schöpfung gesehen haben. Dann wird uns ganz deutlich, es kann hier nicht um eine äußerliche äh Kopfbedeckung äh im Sinne eines Kopftuchs und so weiter gehen. Denn als Adam und Eva geschaffen worden sind und die Engel zugeschaut haben, hatte Eva kein Kopftuch auf dem Kopf. Aber Paulus möchte ja die Korinther explizit gedanklich wieder dorthin zurückführen, wie es am Anfang war, als Adam und Eva geschaffen worden sind und die Engel zugeschaut haben. Diese Schöpfungsordnung ist das, worum es geht.

[18:43] Es geht also offensichtlich bei dieser Macht auch um die Autorität. Sie soll sozusagen es soll sichtbar sein, wer Mann und wer Frau ist. Wenn man also in einen oder um das mal praktisch auszudrücken, wenn man in einen Gottesdienst in Korinth geht und dort die Männer aussehen wie Frauen, weil sie langes Haar tragen, weil sie sich mal an den Philosophen orientieren, dann wird die Schöpfungsordnung Gottes, das klare Nebeneinander von Mann und Frau, die beide gleich viel wert sind von Gott, aber unterschiedliche Funktionen haben im Plan Gottes, das wird dann miteinander, das wird dann vermischt. Und das ist dann eine Konfusion. Und Paulus möchte, dass die Korinther verstehen, bei allen kulturellen Dingen, die da vielleicht äh um sie herum schwirren, dass sie im Gottesdienst die Schöpfungsordnung darstellen sollen, indem die Männer als Männer und die Frauen als Frauen deutlich zu erkennen sind. Und das ist vor allem auch durch die Länge des Haares ähm gut zu bewerkstelligen.

[19:49] Vers 11. Für den Fall, dass irgendjemand jetzt denken hätte denken können in Korinth oder auch von uns denken könnte, dann ist also der Mann irgendwie mehr wert als die Frau oder so. Holt der Paulus diese Argumente alle gleich wieder, er sammelt die gleich wieder ein und zeigt, dass er das auf keinen Fall gemeint hat. Vers 11: "Doch ist im Herrn weder der Mann ohne die Frau, noch die Frau ohne den Herrn." Es gibt keinen qualitativen Unterschied zwischen Mann und Frau. Der Mann ist nicht besser als die Frau. In Christus sind alle gleich. Diesen Punkt macht der Paulus immer und immer wieder. Galater Kapitel 3 Vers 28 z.B. da ist weder Jude noch Grieche, das weder Knecht noch freier, das weder Mann noch Frau, denn ihr seid alle einer in Christus Jesus.

[20:36] Vers 12: "Denn gleich wie die Frau vom Mann kommt", das greift jetzt den Gedanken aus den Versen vorher auf, "so kommt so auch der Mann durch die Frau, weil nämlich die Männer alle von Frauen geboren werden." Aber alles kommt von Gott. Letztlich kommen alle Mann und Frau von ihrem Schöpfer von Gott. Und die unterschiedliche Haarlänge, die Paulus hier anspricht, soll zwar die Schöpfungsordnung deutlich machen, aber daraus ergibt sich kein Unterschied im Wert der Geschlechter vor Gott.

[21:11] Vers 13: "Urteilt bei euch selbst, ob es schicklich ist, dass eine Frau unbedeckt zu Gott betet." Also Paulus fordert die Korinther auf mal selbst nachzudenken. Eigentlich ist das als Frage formuliert im Griechischen. Ist es angemessen, dass eine Frau unbedeckt zu Gott betet? Mit anderen Worten, angesichts dessen, was ich euch gerade über die Schöpfungsordnung gesagt habe, ist es angemessen. Und Vers 14, den wir schon gelesen haben, zeigt jetzt, dass selbst ohne theologische Begründung aus der Schöpfungsordnung die Korinther selbst drauf kommen sollten, weil es ja eigentlich schon natürlicherweise, unabhängig von den Sondermoden der Philosophen, aber eigentlich äh so von der Natur aus ähm nicht angemessen ist, wenn Männer langes Haar tragen.

[22:00] Vers 14: "Oder lehrt euch nicht schon die Natur, dass es für einen Mann eine Unehre ist, langes Haar zu tragen."

[22:07] Vers 15: "Dagegen ist es für eine Frau eine Ehre, wenn sie langes Haar trägt, denn das lange Haar ist ihr an Stelle eines Schleiers gegeben." Und wie gesagt, hier steht das Wort äh für Überwurf, Mantel, Gewand. Und das lange Haar ist also eine Art Bedeckung für die Frau. Wenn es fehlt, ist sie in dieser Hinsicht unbedeckt.

[22:33] Vers 16. Wenn aber jemand rechthaberisch sein will, wörtlich steht dort, den Sieg liebhabend, mit anderen Worten, jemand, der gerne kämpft, weil er gerne gewinnt. Und das passiert ja manchmal auch in Diskussionen gerade um um auch Äußerlichkeiten im in im Gottesdienst oder in der Lebensführung. Wir kämpfen gerne, weil wir vielleicht gar nicht wirklich uns um die Sache kümmern oder die Wahrheit lieben oder für die Menschen da sein wollen, sondern weil wir einfach recht haben wollen und gewinnen wollen. Und Paulus sagt, wenn also jemand von euch in dieser Frage unbedingt diskutieren will und recht haben will, er sagt, wir haben eine solche Gewohnheit nicht, die Gemeinden Gottes auch nicht. Und hier bezieht es sich wohl nicht auf das rechthaberische Sein, sondern auf diese Praxis mit der Haarlänge, sagt das, was bei euch einige hier tun, dass einige Korintherinnen mit kurzem Haar, also unbedeckt im Gottesdienst beten. So eine Praxis haben wir nicht. Das gibt es sonst in den Gemeinden nicht.

[23:27] Vers 17. Das aber kann ich, da ich am Anordnen bin, nicht loben, dass eure Zusammenkünfte nicht besser, sondern schlechter werden. Er hat zwar gelobt in Vers 2, aber es gibt auch Dinge an den Gottesdiensten, die er tadeln muss. Die Gottesdienste, so wie sie momentan ablaufen in Korinth, dienen nämlich nicht der geistlichen Erbauung, sondern geradezu dem Gegenteil.

[23:48] Vers 18: "Denn erstens höre ich, dass Spaltung unter euch sind, wenn ihr in der Gemeinde zusammenkommt und zum Teil glaube ich es." Da haben wir wieder das Thema der Spaltung, dass wir schon seit dem ersten Kapitel, seit Kapitel 1 Vers 10 immer wieder als Thema hier haben in der Gemeinde in Korinth. Und wir sehen hier als praktische Anwendung, dass Streitigkeiten in der Gemeinde auch die Qualität des Gottesdienstes mindern. Wenn wir Parteiung in der Ortsgemeinde haben, auch heutzutage, dann leidet der gesamte Gottesdienst darunter, selbst wenn es keinen offenen Streit geben sollte. Es gibt Spaltungen.

[24:28] In Vers 18 wird das deutlich gesagt, das griechische Schisma, das äh, das sind diese Spaltungen. Vers 19, denn es müssen ja auch Parteiungen unter euch sein, damit die Bewährten offenbar werden unter euch. Das Wort Parteiung, da kommt es griechische Hairesis, das kommt die Häresie her. Also, da gibt es gewisse Spaltungen, die sind unausweichlich. Paulus weiß, es gibt unter den Gemeindemitgliedern auch welche, die sind unaufrichtig dabei. Einige, die vielleicht aus falschen Motiven sich der Gemeinde angeschlossen haben. Wenn die Wahrheit gepredigt wird und Gottes Werk vorangeht, wird es auch hier und dort Spaltungen in den Gemeinden geben. Eine Spaltung ist nicht immer un nicht immer vermeidbar sozusagen. Es gibt Spaltung, die deutlich machen, äh, wer zu den Bewährten gezählt und zählt und wer nicht. Ähm, im Leben von Jesus gab es Spaltung unter den Jüngern. In Johannes 6 ab Vers 60 sind etliche seiner Jünger dann nicht mehr weiter mit ihm gegangen, weil sie von der Wahrheit abgestoßen waren, wie Jesus sie gepredigt hat. Solche Spaltungen offenbaren, wer wirklich zur Wahrheit hält und wer nicht. Und wenn man versucht, sie künstlich aufrecht aufzuhalten, dann gelingt das nicht. Dann schadet das letztlich auch der Gemeinde. Aber das Ziel von Paulus ist natürlich die Einheit der Gemeinde, die Einheit all derer, die es wirklich ehrlich und aufrichtig meinen.

[25:54] Vers 20: "Wenn ihr nun am selben Ort zusammenkommt, so geschieht das doch nicht, um das Mal des Herrn zu essen." Er beschreibt jetzt das Problem. Es geht um das Abendmal. Das hatte er ja schon kurz in 1. Korinther 10 Vers 16 und 17 angesprochen, dort als Vergleichs ähm Materie, als als ein Vergleich auch in der Frage des Götzenfleisches. Er sagt, ihr ihr haltet zwar das Abendmal, aber ihr haltet es nicht wirklich so, als ob es dabei um Jesus Christus geht. Denn was ist das Problem?

[26:25] Vers 21: "Denn jeder nimmt beim Essen sein eigenes Mal vorweg, sodass der eine hungrig, der andere betrunken ist." Sie nutzen das Mal, um sich selbst zu sättigen. Und wir sehen in Vers 33 den eigentlichen äh Grund.

[26:43] Vers 30. Darum meine Brüder, wenn ihr zum Essen zusammenkommt, so wartet aufeinander. Offensichtlich äh sind dort die ersten zum Gottesdienst gekommen, haben einfach alles aufgegessen, was es zum Abendmal gab und andere haben nichts mehr abbekommen. Das Wort betrunken hier übrigens ist dasselbe, was auch in Johannes 2, Vers 10 steht und meint, wie dort natürlich nicht ein ein ein betrunken sein im Sinne von alkoholisiert sein, sondern das volle Gefühl nach ausreichendem Trinken, also das äh, was analog zum Sättigungsgefühl beim Essen. Ähm, ja, analog dazu.

[27:17] Vers 22: "Habt ihr denn keine Häuser, wo ihr essen und trinken könnt? Oder verachtet ihr die Gemeinde Gottes und beschämt die, welche nichts haben? Was soll ich euch sagen? Soll ich euch etwa loben? Dafür lobe ich euch nicht." Das ausgiebige Essen und Trinken soll zu Hause geschehen. Das Abendmal ist nicht dazu da, sich voll zu essen. Die Gläubigen bringen offenbar sogar ihre Lebensmittel zum Mal selbst mit, sodass dann einige ganz luxuriös speisen und andere irgendwie nichts abbekommen. Also diese Abendmalpraxis, das kommt einer regelrechten Verachtung der Gemeinde gleich. Paulus sagt, da kann ich euch nicht für loben.

[27:57] Vers 23. Und es kommen berühmte Worte, die wir immer wieder beim Abendmal hören. Und Paulus versucht jetzt in Korinther noch einmal deutlich zu machen, worum es beim Abendmal wirklich geht. Es ist nicht einfach nur eine Freizeitveranstaltung, wo äh alle mal viel essen können oder der, der am ersten da ist, als erste da ist am meisten bekommt.

[28:13] Vers 23: "Denn ich habe von dem Herrn empfangen", er macht ganz deutlich, dass er das selbst von Jesus hat und nicht nur von anderen gehört hat, "denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich euch", Verzeihung, "was ich auch euch überliefert habe, nämlich, dass der Herr Jesus in der Nacht, als er verraten wurde, Brot nahm." Er fasst hier noch mal jetzt die wesentlichen Geschehnisse des ersten Abendmals zusammen, als Jesus am Donnerstagabend vor dem 14. Nisan des Jahres 31 mit seinen Jüngern das Mal hielt und es dann entsprechend geweiht hat durch die Worte, die er dort als Erklärung für den symbolischen Gehalt der Handlung gegeben hat.

[28:55] Jesus ist hier mit seinen Jüngern gemeinsam Brot. Er ist noch nicht verraten worden zu diesem Moment, was ja dann später geschieht durch Judas im Garten Gethsemane und das heißt dann in Vers 24: "Er nahm also das Brot und dankte, brach es und sprach: 'Nehmt es, das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird. Dies tut zu meinem Gedächtnis.'" Er hatte damals gedankt, das Brot gebrochen und äh den Jüngern erklärt, dass dies ein Symbol für seinen sterbenden Körper ist. Die Tatsache, dass Jesus ja noch gar nicht gestorben war, macht ganz deutlich, dass Jesus nicht gemeint hat, dass das Brot tatsächlich sein buchstäblicher Leib ist, denn das war ja offensichtlich ist das offensichtlich unmöglich gewesen, denn er lebte ja noch mit ihnen, war noch gar nicht gestorben. Trotzdem haben sie bereits das Brot gebrochen als Abendmal und damit war ganz deutlich, es war ein Symbol. Paulus gibt hier Matthäus 26, Vers 26 wieder, wo das ganz deutlich beschrieben steht.

[29:59] Vers 25: "Desgleichen auch den Kelch nach dem nach dem Mal, indem er sprach: 'Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, dies tut, so oft ihr ihn trinkt zu meinem Gedächtnis.'" Und auch hier geht Paulus wieder Matthäus wieder. Wir können das gemeinsam vielleicht kurz lesen in Matthäus Kapitel 26 und dort Vers 26 bis 28. "Als sie nun aßen, nahm Jesus das Brot und sprach den Segen, brach es, gab es den Jüngern und sprach: 'Nehmt es, das ist mein Leib!' Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen denselben und sprach: 'Trinkt alle daraus, denn das ist mein Blut, das neuen Bundes zu viele vergossen wird, zur Vergebung der Sünden.'" Paulus betont auch diesen Punkt, dass das Blut den neuen Bund sozusagen ratifiziert, juristisch bestätigt. Der neue Bund besteht darin, dass Gott uns alle Sünden tatsächlich vergibt, dass wir ihn persönlich kennen dürfen, eine persönliche Beziehung zu ihm haben können und er dadurch sein Gesetz in unser Herz schreibt. Das ist der neue Bund, wie in Jeremia 31 ab Vers 31 beschrieben wird von Paulus in Hebräer 8 ab Vers 10 dann zitiert.

[31:25] Vers 26: "Denn so oft ihr dieses Brot esst und diesen Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt." Das Abendmal ist immer eine Erinnerung an den Kreuzestod. Und als die Korinther anfingen, einfach daran nur noch ein soziales Happening zu sehen, wo man einfach zusammenkommt und ein bisschen Freude hat beim Essen, er Paulus sagt bis zur Wiederkunft werdet ihr mit jedem Abendmal euch an den Tod Jesu erinnern. Ihr verkündigt den Tod des Herrn, denn das Abendmal ist nicht nur eine Erinnerung für einen selbst, sondern eine Handlung, die von anderen beobachtet wird, durch die jedes Mal der Tod Jesu in das gedankliche Zentrum, in den Fokus gerückt wird. Wer daran teilnimmt, verkündigt den Tod Jesu. Das war einer der Punkte, den Paulus, ein Punkt, den Paulus in Punkt 10 gemacht hat, dass er gesagt hat, wer am Kelch des Segens am Abendmal teilnimmt, der stimmt ja auch dem Geschehen zu, was damit ausgedrückt werden soll, nämlich äh Jesus Christus. Deswegen können wir nicht an Götzen äh im Götzentempel Götzenopferfleisch essen, selbst wenn wir wissen, dass es keine Götzen gibt, weil wir dadurch auch an dem Geschehen sozusagen durch unsere Handlung äh zustimmen.

[32:46] Vers 27. Auch das ein wichtiger und manchmal wohl auch missverstandener Vers. Wer also unwürdig dieses Brot isst oder den Kelch des Herrn trinkt, der ist schuldig am Leib und Blut des Herrn. Wenn man den Vers einfach so herausnimmt und so liest, könnte man denken, dass gemeint ist, dass ich als Mensch vielleicht nicht gut genug bin, dass ich unwürdig bin und deswegen am Abendmal nicht teilnehmen darf. Und immer wieder haben auch Gläubige diese Not in ihrem Herz, dass sie denken, ah, bin ich überhaupt gut genug, am Abendmal teilnehmen zu können? Aber erstens zeigt der Kontext, dass es hier um etwas anderes geht. Es geht nämlich nicht um das Unwürdig sein, bezieht sich nicht auf die Person, sondern auf die Handlung, wie sie das Abendmal äh einnimmt. Es handelt sich nämlich hier grammatisch gesprochen nicht um ein Adjektiv, das die Person beschreibt, sondern um ein Adverb, das also die Tätigkeit, die Handlung äh beschreibt, wer also äh auf unwürdige Weise isst, wer auf unwürdige Weise trinkt. Anderen Worten, damit ist gemeint, dass wenn Leute zum Abendmahl kommen, z.B. alles selbst aufessen und andere sind noch nicht mal zum Gottesdienst gekommen oder dass sie sich voll essen und einfach nur ihren Hunger stillen und gar nicht drüber nachdenken, dass es das äh das Mal zur Erinnerung an den Tod Jesu ist. Wer also teilnimmt und dabei nicht an den Tod Jesu denkt, wer sozusagen auf eine unwürdige Art und Weise einnimmt, der ist schuldig am Leib und Blut des Herrn, weil er nämlich die Zeichenhandlung, die Symbolhandlung einfach quasi missbraucht. Er missbraucht sie für seinen eigenen Appetit, um das einfach seinen Appetit zu stellen und äh ignoriert die den symbolischen die symbolische äh Bedeutung dieser Handlung.

[34:34] Vers 28: "Der Mensch prüfe aber sich selbst und so soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken." Also, der Gläubige soll in sich gehen, er soll nachdenken, er soll tatsächlich darüber nachdenken, was das Blut Jesu für ihn persönlich bedeutet. Und ich glaube, das ist etwas, was wir schon auch aus diesem Vers immer schon auch verstanden haben und was auch ganz richtig und wichtig ist, dass wir in Vorbereitung auf das Abendmal uns die Frage stellen, was bedeutet der Tod Jesu für mich persönlich und dass ich dann mit diesem Bewusstsein auf diese Art und Weise das Abendmal einnehme, daran teilnehme.

[35:19] Vers 29: "Denn wer unwürdig isst und trinkt, also auf eine unwürdige Art und Weise, der isst und trinkt sich selbst ein Gericht, weil er den Leib des Herrn nicht unterscheidet, weil er also einfach ist, als wäre es äh ein normales Abendbrot oder eine eine Mittagsmahlzeit und dann einfach in sich hineinschaufelt, weil er dabei nicht darüber nachdenkt, dass es ein Symbol für unseren gestorbenen Erlöser ist, für Jesus Christus."

[35:43] Und dann macht Paulus einen interessanten und spannenden Punkt. Er sagt in Vers 30: "Deshalb sind unter euch viele schwache und kranke und eine beträchtliche Zahl sind entschlafen." Er sagt: "Viele Krankheiten und sogar Todesfälle in der Gemeinde sind auf die mangelnde geistliche Einstellung beim Abendmal zurückzuführen." Und da ist es natürlich schon interessant, mal drüber nachzudenken, in welche Art und Weise wir das Abendmal feiern und wie unsere geistliche Einstellung beim Abendmal ist und ob es diesen Zusammenhang nicht auch mit unter in unserer Zeit noch geben kann und gibt.

[36:26] Vers 31. Denn wenn wir uns selbst richteten, würden wir nicht gerichtet werden. Vers 32. Wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir vom Herrn gezüchtigt, damit wir nicht samt der Welt verurteilt werden. Hier sind jetzt einige interessante Dinge ähm zu sagen. Dieses sich selbst richten bedeutet offenbar diese Selbstprüfung aus Vers 28. Wenn wir uns selbst prüfen, wenn wir uns quasi selbst richten, äh, indem wir das ähm den Kreuzestod Jesu wirklich auf uns selbst annehmen und selbst erkennen, dass wir Sünder sind und das auch auf uns äh beziehen, dann werden wir nicht von Gott entsprechend gerichtet werden müssen in diesem Sinne, dass jetzt Krankheit oder Schwachheit uns überfällt. Wenn wir aber gerichtet werden müssen, weil wir auf unwürdige Weise essen, dann macht das Gott nicht, um uns wegzubekommen, sondern um uns zu erziehen. Er lässt also Krankheit und Schwachheit zu, damit die Gläubigen merken, wir haben nicht die richtige Einstellung im Gottesdienst, damit sie tatsächlich nicht verurteilt werden. Also Gott lässt manchmal auch Dinge unserem Leben zu, um uns aufzurütteln, um uns aufzuwecken. Das heißt nicht, dass jede Krankheit eine direkte Strafe für eine mangelnde geistliche Einstellung ist. Das heißt es nicht. Es gibt auch Krankheiten, die aus ganz anderen Gründen kommen, die nichts mit unserer Geistlichkeit zu tun haben. Ähm, denken an Hiob z.B. Aber das kann passieren. Es kann sein, dass unsere geistliche Einstellung so ist, dass sie nicht gut ist und dass Gott deswegen eine Krankheit, eine Schwachheit äh zulässt, damit wir aufwachen, damit wir nicht darin verharren und am Ende verurteilt werden. Gott möchte nicht, dass wir verloren gehen. Und wenn wir nicht bereit sind, uns selbst zu prüfen, muss Gott manchmal äh andere Wege und Mittel versuchen, um uns zur ja wieder zu einem klaren Verständnis des Evangeliums zu bringen.

[38:21] Vers 33. Jetzt kommt die praktische Schlussfolgerung. Darum, meine Brüder, wir sehen jetzt, was das Problem gewesen ist. Wenn ihr zum Essen zusammenkommt, so wartet aufeinander. Es geht nicht darum, wer zu der erst da ist und dann das Beste bekommt, sondern es soll ja für alle da sein und es soll eine Erinnerung an den Tod Jesu sein, der ja für alle gestorben ist.

[38:49] Vers 34: "Wenn aber jemand hungrig ist, so esse er daheim, damit ihr nicht zum Gericht zusammenkommt. Das Übrige will ich anordnen, sobald ich komme." Das Abendmal ist also ganz offensichtlich nicht dazu da, den natürlichen Hunger zu stillen. Dafür sind die gewöhnlichen Mahlzeiten gedacht, die kann man zu Hause einnehmen. Und Paulus sagt, ich habe noch ein paar mehr Punkte, aber die sage ich euch dann, wenn ich ähm bei euch bin.

[39:12] Kommt jetzt zu etwas anderem, das auch enorm wichtig für uns ist und auch mit dem Gottesdienst hier durchaus ähm zusammenhängt. 1. Korinther 12 Vers 1. Über die Geisteswirkungen. Aber ihr Brüder will ich euch nicht in Unwissenheit lassen. Es geht jetzt also um das Wirken des Heiligen Geistes in der Gemeinde und er möchte, dass die Korinther da ein wirklich ein gutes, ein solides und festes Fundament haben. Und ich glaube, das dürfen wir übertragen und das müssen wir übertragen auf uns alle. Wir alle sollten wissen, wie der Geist Gottes in unserem Leben wirkt, wie er in der Gemeinde wirkt und wie der Geist Gottes Einheit in der Gemeinde schaffen will.

[39:50] Wir lesen Vers 2 und 3. Ihr wisst, dass ihr Heiden wart und euch fortreißen ließ zu den stummen Götzen, so wie ihr geführt wurdet. Darum lasse ich euch wissen, dass niemand, der im Geist Gottes redet, Jesus verflucht nennt. Es kann aber auch niemand Jesus Herr nennen, als nur im Heiligen Geist. Viele Gläubige, gerade in Korinth, waren ja vorher Heiden gewesen. Ähm, viele der Gläubigen sind hier Heidenchristen. Sie haben verschiedene Götzen angebetet und jetzt haben sie sich zu Christus bekennt. Und Paulus macht in Vers 3 jetzt einen interessanten Punkt, der in der Argumentation des Paulus folgendes bedeutet. Er sagt, das aufrichtige Bekenntnis zu Jesus Christus ist in jedem Fall das eindeutige Wirken des Heiligen Geistes. Wenn ein Mensch, der Götzen angebetet hat, sich jetzt zu Jesus Christus bekennt und zwar aufrichtig, ja, wir geht es jetzt nicht um Scheinbekehrung, um Leute, die einfach nur äh etwas vortäuschen, geht es um echte Bekehrung, dann ist das immer das Wirken des Heiligen Geistes.

[40:56] Das was der Heilige Geist immer und das der Punkt jetzt der wichtig ist für für die nächsten Verse. Das was der Geist bei allen Gläubigen bewirkt ist ein ungeteiltes klares Bekenntnis zu Jesus Christus. Egal wer die Gläubigen sind, auch egal welche Geistesgaben sie haben, sie alle bekennen sich aufrichtig und und öffentlich auch zu Jesus Christus. Man kann nicht gleichzeitig vom Heiligen Geist erfüllt sein und zur gleichen Zeit gegen Jesus arbeiten. Das geht nicht. Also damit zeigt Paulus, es gibt etwas, was der Geist Gottes bei allen macht, was überall gleich ist, nämlich das Bekenntnis zu Christus und dass man mit Christus zusammenarbeitet. Das ist die erste Geisteswirkung sozusagen, die die alle gleich haben. Aber über dies gibt es noch viele andere Dinge, die der Geist tut, die nicht bei allen gleich sind, identisch sind.

[41:49] Obwohl der Heilige Geist also alle Gläubigen zu Jesus führt und sie dazu bringt, ihn als Erlöser zu bekennen, zeigt sich das konkrete Wirken jetzt in verschiedenen Gaben, die durchaus verschiedene Facetten haben.

[42:01] Vers 4. Es bestehen aber Unterschiede in den Gnadengaben, doch es ist derselbe Geist. Also Paulus möchte deutlich sagen, auch wenn ihr als Gläubige jetzt verschiedene Gaben habt, wisst, es kommt alles vom selben Heiligen Geist. Vers 5: Auch gibt es unterschiedliche Dienste, doch es ist derselbe Herr. Es gibt verschiedene Aufgaben in der Gemeinde, doch alle ähm Aufgaben führen zur Verherrlichung von Jesus Christus. Alle Aufgaben kommen von ihm. Vers 6: Und auch die Kraftwirkungen sind unterschiedlich, doch es ist derselbe Gott, der alles in allen wirkt. Man beachtet hier, dass in Vers 4, 5 und 6, er den Geist, den Herrn, also Jesus Christus und Gott, den Vater nebeneinander stellt.

[42:42] Vers 7: Jedem wird aber das offensichtliche Wirken des Geistes zum Nutzen verliehen. Hier macht Paulus einen ganz wichtigen Punkt. Wenn der Geist Gottes eine Gabe gibt, dann immer zum Nutzen. Sie ist immer nützlich. Gott, Gottes Geist gibt nicht einfach Gaben, weil er nicht weiß, was er damit anstellen soll, sondern immer für ein bestimmtes ein bestimmten Zweck, immer, dass andere davon noch etwas haben. Das werden wir dann auch beim nächsten Mal noch deutlich sehen in erste Korinther 14. Die Gaben, die Gott der Geist mir gibt, sind also immer für einen bestimmten Zweck gedacht. Und das ist wichtig, dass wir als Gläubige auch herausfinden, welche Gaben hat Gott mir gegeben, aber nicht nur welche Gaben habe ich, sondern wozu hat er sie mir gegeben? Ähm, wie soll ich sie einsetzen?

[43:24] Und dann kommen wir zu Vers 8 bis 10, wo Paulus jetzt einige Geistesgaben aufzählt. Dem einen nämlich wird durch den Geist ein Wort der Weisheit gegeben. Also jemand äh hat vielleicht die Fähigkeit, die die Gabe von Gott bekommen, mit Weisheit auf Situation zu reagieren und entsprechend auch sie diesen Rat zu artikulieren. An dem anderen aber ein Wort der Erkenntnis gemäß im selben Geist. Ein anderer ist vielleicht sehr gut darin, durch den Heiligen Geist theologische Dinge zu durchdringen und entsprechende Wahrheiten im Wort Gottes zu entdecken. Einem anderen Glaube in demselben Geist. Auch Glaube ist eine ähm eine eine Gabe des Heiligen Geistes. Wir haben zwar alle bekommen ein ein Maß des Glaubens, aber es gibt manchmal Menschen, die auch einen besonderen Glauben an den Tag legen und damit zum Vorbild für andere werden. Einem anderen Gnadengaben der Heilung in demselben Geist. äh die die Fähigkeit Menschen wieder gesund zu machen ist eine Gabe des Geistes. Einem anderen Wirkung von Wunderkräften, einem anderen Weissagung, also die Gabe der Weissagung, die Prophetie, einem anderen Geister zu unterscheiden, einem anderen verschiedene Arten von Sprachen. Da werden wir noch in Kapitel 14 mehr dazu äh sagen, da geht es um die Fremdsprachen, die man in der Mission dann gut gebrauchen konnte. Einem anderen die Auslegung, das heißt die Übersetzung der Sprachen. Und dann sagt, es gibt übrigens eine vergleichbare ähnliche Liste in Römer 12, Verse 6 bis 8. Da kommen auch einige Dinge noch mal vor. Er sagt: "Alle diese Gaben kommen vom Heiligen Geist."

[44:50] Vers 11: "Dies alles aber wirkt ein und derselbe Geist, der jedem persönlich zuteilt, wie er will." Hier wird interessanterweise gesagt, dass der Heilige Geist persönlich austeilt. Das impliziert natürlich, dass der Heilige Geist eine Person ist. Nur eine Person kann persönlich handeln und zwar so, wie der Heilige Geist es für richtig hält. Der Heilige Geist sieht, was die Gemeinde braucht und gibt den einzelnen Gliedern, den einzelnen Geschwistern je nach äh seinem seiner Beurteilung, das was ähm er für richtig und angemessen hält.

[45:22] Vers 12: "Denn gleich wie der Leib einer ist und doch viele Glieder hat, alle Glieder des einen Leibes, aber obwohl es viele, obwohl es viele sind, als Leib ein sind, so auch der Christus." Paulus illustriert diese ganze Wahrheit jetzt mit den verschiedenen Gaben, die von einem Gott kommen, von einem Geist kommen, illustriert sie mit einem sehr eindrücklichen Beispiel, dass eine große Wirkung im Laufe der Kirchengeschichte und überhaupt der Christentumsgeschichte gezeigt hat, nämlich dies das Bild vom Leib, vom Körper, die Einheit der Gemeinde wird durch diesen Körper dargestellt. Der Körper ist eine Einheit und besteht doch ja aus vielen Körperteilen, aus Organen, aus Gliedern und sie alle bilden aber einen einzigen einheitlichen Körper und das ist das Bild für die Gemeinde Jesu Christi.

[46:05] Vers 13: "Denn wir sind ja alle durch einen Geist in einen Leib hineingetauft worden, ob wir Juden oder sind, Verzeihung, ob wir Juden sind oder Griechen, Knechte oder Freie. Und wir sind alle getränkt worden zu einem Geist. Egal, was unsere ethnische Herkunft sagt, egal, was unser sozialer Status sagt, durch den einen Heiligen Geist sind wir alle in den einen Leib von dem einen Jesus Christus hineingetauft worden. Alle getränkt worden zu einem Geist." Jesus sagt Johannes 7 Vers 37 bis 39 ähm, als er über den Heiligen Geist spricht. Interessanterweise diese Worte hier. "Aber im letzten Tag, dem großen Tag des Festes, stand Jesus auf, rief und sprach: 'Wenn jemand dürstet, der komme zu mir und trinke.' Ja, wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.' Das sagt er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, welche an ihn glauben." Deswegen sagt Paulus hier in Korinther 12, Vers 13: "Wir sind alle getränkt worden zu einem Geist."

[47:10] Vers 14: "Denn auch der Leib ist nicht ein Glied, sondern viele, ja? Also viele äh verschiedene Körperteile an einem Körper." Vers 15: "Wenn der Fuß spräche: 'Ich bin keine Hand und darum gehöre ich nicht zum Leib', gehört er deswegen etwa nicht zum Leib? Und wenn das Ohr spräche: 'Ich bin kein Auge, darum gehöre ich nicht zum Leib', gehört er deswegen etwa nicht zum Leib?" Paulus illustriert das jetzt an ganz äh offensichtlichen Beispielen, wo er einzelne Körperteile nimmt und die zwar behaupten, ich gehöre nicht dazu, aber das ist natürlich Unsinn. Natürlich gehören sie dazu. Und wenn jetzt jemand denkt, ah, ich habe Gnadengabe der Heilung, da gehöre nicht zu denen, die Prophetie haben. Dann zeigt Paulus damit, das ist Unsinn. All die verschiedenen Gaben, die Facetten im Werk Gottes, sie gehören alle zusammen. Sie sollen zusammenarbeiten, so wie auch die Körperteile ja alle miteinander letztlich verbunden sind und zusammenwirken.

[48:01] Vers 17: Wenn der ganze Leib Auge wäre, wo bliebe das Gehör? Wenn er ganz Ohr wäre, wo bliebe der Geruchssinn? Wenn der Körper nur aus einem einzelnen Körperteil bestehen würde, würden ganz wesentliche Dinge fehlen. Der Körper könnte so nicht funktionieren. Es kann also ein und das die praktische Anwendung, ein einzelnes Gemeindeglied, egal wie begabt es sein mag und wie viel Gnadengaben es haben mag, ein einzelnes Gemeindeglied kann nicht alles machen, was notwendig ist für das Werk Gottes. Wir müssen zusammenarbeiten, denn Gott hat die verschiedenen Gaben, die es gibt, verschiedenen Geschwistern gegeben. Und das ist ein so wichtiger Punkt, weil wir den immer und immer wieder aus den Augen verlieren und oft uns selbst für wichtiger halten als den Rest und dann die Gemeinde nicht wirklich voranschreiten kann. Weil nur wenn alle verstehen, wir gehören zusammen und Gottes Gaben und Gottes Geist muss uns führen, dann kann das Werk Gottes vorangehen.

[48:52] Vers 18: Nun aber hat Gott die Glieder jedes einzelne von ihnen so im Leib eingefügt, wie er gewollt hat. Die Zusammensetzung der Körperteile, die haben wir uns nicht selbst ausgesucht, sondern Gott hat den Körper designed, geplant, er hat den geschaffen. Er hat sich überlegt, welche Körperteile er wo anordnet, damit die Funktionen bestmöglich sind. Wir dürfen also vertrauen, dass Gott auch die einzelnen Gaben in der Gemeinde so verteilt, dass die Gemeinde optimal funktionieren kann. Denn wie wir gesehen haben in Vers 11, der Geist teilt persönlich aus, so wie er will.

[49:28] Vers 19: "Wenn aber alles ein Glied wäre, wo bliebe der Leib? Es würde gar keinen echten Körper geben, wenn es nur ein einzelnes Körperteil gäbe, wenn nur eine Gabe zugelassen wird. Wenn die Gemeinde sich z.B. nur auf die Prophetie konzentriert und alles andere ignoriert oder nur auf Wunderkräfte oder nur auf Sprachen oder was auch immer, dann würde die Gemeinde gar nicht eine echte Gemeinde sein." Das ist Paulus Argument.

[49:53] Vers 20: "Nun aber gibt es zwar viele Glieder, doch nur einen Leib." Er betont diesen Punkt immer wieder und das das merkt man, wenn Paulus etwas besonders wichtig ist, dass er immer wieder alle paar Verse diesen Punkt mit verschiedenen Worten immer wieder neu wiederholt. Verschiedene Glieder bilden einen einheitlichen Leib.

[50:12] Vers 21: "Und das Auge kann nicht zur Hand sagen: 'Ich brauche dich nicht!' oder das Haupt zu den Füßen: 'Ich brauche euch nicht!'" Man kann also nicht sagen, diese Geschwister dort mit den Gaben, die sind vernachlässigbar. Das braucht man nicht. Das das ist nicht richtig.

[50:26] Und dann sagt er in Vers 22, viel mehr sind gerade die scheinbar schwächeren Glieder des Leibes notwendig. Und die Glieder am Leib, die wir für weniger Ehre halten, Vers 23, umgeben wir mit desto größerer Ehre und unsere weniger anständigen erhalten umso größere Anständigkeit. Er macht einen interessanten Punkt. Gerade die Körperteile, die nicht so stark erscheinen, sind absolut unverzichtbar. Man kann zwar auf einen Fuß, ein Bein oder einen Arm verzichten, obwohl dort die Stärke sich besonders zeigt, aber auf ein Herz, eine Lunge oder ein Gehirn kann man unter keinen Umständen verzichten. Gerade das, was nicht so stark ist. Die Schwächeren sind besonders notwendig, sagt in Vers 22. Und dann wie gesagt in Vers 23, die Glieder am Leib, die wir für weniger Ehre halten, umgeben wir mit desto größerer Ehre. Und umso weniger und unsere weniger anständigen erhalten umso größere Anständigkeit. z.B. werden insbesondere z.B. die Fortpflanzungsorgane des Menschen natürlicherweise besonders geschützt.

[51:31] Vers 24: "Denn unsere anständigen brauchen es nicht. Gott aber hat den Leib so zusammengefügt, dass er dem geringeren Glied umso größere Ehre gab." Der besondere Schutz ist für die schwächeren Glieder. In der Gemeinde kann es also kein in der Gemeinde Gottes darf es also keinen Wettbewerb darum geben, wer ist der Stärkere? Und das ist wieder ja auch ein Punkt für die Korinther, wo dieses Verständnis war, wir sind die Starken, wir wissen ja mit dem Götzenopferfleisch, ja, die Götzen gibt's ja gar nicht. Ähm, und die Schwachen, die sind noch so hinterher. Es darf keinen Wettbewerb darum geben, wer der stärkste ist, wer die meisten Gnadengaben hat, sondern es geht insbesondere darum, die Schwachen mit besonders viel Ehre zu schützen. Und ähm, das nimmt natürlich letztlich noch mal Bezug auch auf 1. Korinther 8, Vers 9. Habt Acht, dass diese eure Freiheit den Schwachen nicht zum Anstoß wird.

[52:27] Vers 25. Damit es keinen Zwiespalt im Leib gebe, sondern die Glieder gleichermaßen füreinander sorgen. Das große Hauptziel ist die Vermeidung von Spaltung. Paulus hat zwar gesagt in Kapitel 11 Vers 18, Vers 19, es müssen Parteiungen und Häresien sein. Er weiß, es ist unvermeidlich, dass es manche dieser Spaltungen gibt, aber sein Ziel sind nicht die Spaltungen. Sein Ziel ist die Einheit. Das haben wir gesehen schon von Korinther 1 ab Vers 10. Sodass alle, die aufrichtig sind, auch wenn sie sich in verschiedenen Gruppierungen wiederfinden, alle wieder zur Einheit zusammenfinden. Dort hatte er gesagt in Vers 10, 1. Korinther 1: "Ich ermahne euch aber, ihr Brüder, Kraft des Namens unseres Herrn Jesus Christus, dass ihr alle einmütig seid in eurem Reden und keine Spaltungen zulässt und euch zulässt, sondern vollkommen zusammengefügt seid in derselben Gesinnung und in derselben Überzeugung." Er wünscht sich die Einheit und dazu dienen auch die Geistesgaben. Sie sollen die Einheit stärken, sollen nicht das Instrument sein, um die Gemeinde zu spalten, weil man sich jetzt mit den verschiedenen Gaben nicht gegenseitig ergänzt.

[53:35] Statt sich über andere zu erheben, sollen alle füreinander sorgen. Wir haben diesen Punkt schon in Korinther 10 Vers 24 gesehen. Niemand suche das Seine, sondern jeder das des anderen.

[53:50] Vers 26. Und wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit. Und wenn ein Glied geehrt wird, so freuen sich alle Glieder mit. Wir wissen, dass äh, wenn ein Körperteil schmerzt, dann ist der ganze Körper in Mitleidenschaft gezogen. Das heißt, wir sollten konkret auch am Schicksal des Einzelnen mit Anteil nehmen an seiner Freude, an seinem Kummer.

[54:14] Vers 27: "Ihr aber seid der Leib des Christus und jeder ist ein Glied daran nach seinem Teil." Er macht diese Anwendung noch einmal ganz konkret. Wir als Gemeinde sind der Körper sozusagen im geistlichen Sinne, der Leib Jesu. Jedes, jeder Gläubige ist ein Körperteil, groß oder klein, stark oder schwach. Jeder hat eine besondere Funktion. Und gerade die scheinbar schwachen, die scheinbar nicht zu anständigen Körperteile sind die besonders wichtigen oft.

[54:42] Vers 28. Und Gott hat in der Gemeinde etliche eingesetzt. Erstens als Apostel, zweitens als Propheten, drittens als Lehrer, so dann Wunderkräfte, dann Gnadengaben der Heilung, der Hilfeleistung, der Leitung, verschiedene Sprachen. Erzählt jetzt noch einmal äh verschiedene Geistesgaben, auch verschiedene Aufgaben und Ämter, auf die alle von Gott in der Gemeinde ähm vorgesehen sind.

[55:04] Vers 29: Sind etwa alle Apostel? Sind etwa alle Propheten? Sind etwa alle Lehrer, haben etwa alle Wunderkräfte, haben alle Gnadengaben der Heilungen, reden alle in Sprachen, können alle auslegen. Das sind alles rhetorische Fragen, die deutlich machen. Nicht alle können alles. Nicht jede Aufgabe kann von jedem Gemeindeglied übernommen werden. Es macht also gar keinen Sinn, sich mit anderen Geschwistern im Hinblick auf Gaben und Aufgaben zu vergleichen. Das wäre so, als wenn man anfängt, ein Ohr mit der Hand zu vergleichen und um festzustellen, was jetzt wichtiger wäre, das ist Unsinn.

[55:35] Vers 31. Und damit enden wir heute. Strebt aber eifrig nach den vorzüglicheren Gnadengaben und ich will euch einen noch weit vortrefflicheren vortrefflicheren Weg zeigen. Es ist also nicht verkehrt, nach den besonders wichtigen oder oder besonders bedeutsamen Gnadengaben zu zu streben, die eine besondere Verantwortung auch mit sich bringen. Das ist äh nichts Schlimmes. Das ist sogar gut. Paulus sagt, wir sollen danach eifrig streben, aber er zeigt uns ein noch viel wichtigeres Prinzip, das dann in den nächsten Versen jetzt ausgeführt wird und das uns dann in der nächsten Woche ähm ausführlich auch beschäftigen wird, das Prinzip der Liebe. Für heute wollen wir uns vornehmen, uns nicht mit anderen in der Gemeinde zu vergleichen. Es recht nicht andere Begabungen, die nicht die meinen sind, gering zu schätzen. Ich möchte Gott danken für die Gaben und Fähigkeiten, die er mir gegeben hat und möchte sie zu seiner Ehre so einsetzen, dass die Gemeinde gebaut wird, gestärkt wird, dass die Mission der Gemeinde vorangeht, nicht, dass ich selbst erhöht werde. Ich möchte mir vornehmen, das Abendmal so zu feiern, dass mir das Geschehen am Kreuz wirklich deutlich vor Augen steht und mich jedes Mal neu über das große Wunder der Erlösung erinnere und mich freue, dankbar freue, dass Jesus für mich gestorben ist. Es ist auch dein Wunsch, diese Dinge aus diesem Studium von 1. Korinther 11 und 12 zu lernen. Dann lass uns auch gemeinsam mit einem Gebet abschließen.

[57:02] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass du durch dein Wort zu uns gesprochen hast und Herr, du weißt, wie oft wir in der Gefahr stehen, ich und wir alle, uns über andere zu erheben, unsere Gaben und Fähigkeiten als besonders wichtig einzuschätzen. Und wir möchten dich bitten, dass du uns hilfst, dass diese Worte unser Herz wirklich verändern. Dass wir lernen, dass alles, was wir in die Gemeinde einbringen können, ein Geschenk von dir ist. Ein Geschenk, das der Heilige Geist uns gegeben hat, weil er ein Ziel hat, ein Ziel mit unserem Leben, einen Zweck, für den er uns in die Gemeinde auch in der Gemeinde ausrüstet. Wir möchten dich bitten, dass wir lernen für die Einheit zu wirken. Und auch wenn es Spaltung geben muss, weil es auch Unechte gibt, so möchten wir dich bitten, dass wir immer dafür uns einsetzen, dass die Wahrheit hochgehalten wird und dass die Einheit aller wirklich aufrichtigen ähm gefördert wird. Möchte dir danken, Herr Jesus, dass du für uns am Kreuz gestorben bist. Wir möchten dich bitten, dass wenn wir das nächste Mal Abendmal feiern, wir ganz besonders und ganz bewusst darüber nachdenken. Hab Dank für das Studium hier. Schenk uns weiter Freude, die Korinther, die Korintherbriefe zu verstehen und zu erforschen und segne uns nach deiner Verheißung. In deinem Namen beten wir, Jesus. Amen.

[58:21] Damit verabschieden wir uns heute von euch und wünschen euch gottes reichen Segen. Wir werden das nächste Mal dann mit Kapitel 13 und 14 hier in 1. Korinther fortfahren. Bis dahin wünschen wir euch viel Freude im Studium seines Wortes. Amen.


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