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In dieser Predigt spricht Christopher Kramp über die Bedeutung der Corona-Krise als Zeichen der Zeit und als Aufruf zur Besinnung. Er verbindet biblische Prophezeiungen mit aktuellen Ereignissen und betont die Wichtigkeit einer tiefen persönlichen Beziehung zu Jesus Christus. Die Botschaft ermutigt dazu, die aktuelle Situation als Chance zu sehen, um den Glauben zu vertiefen, die Botschaft des Evangeliums weiterzugeben und sich auf die Wiederkunft Jesu vorzubereiten.


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Serie: Christus & Corona

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Transkript

[0:00] Nicht. Glaubt an Gott und glaubt an mich. Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen. Wenn nicht, so hätte ich es euch gesagt. Ich gehe hin, um euch eine Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin. Gesegneten Sabbat! Ich weiß nicht, wie es bei euch in der Gemeinde üblich ist. Bei uns in Stuttgart-Wangen, da ruft die ganze Gemeinde im Chor zurück: Gesegneten Sabbat! Und heute sind wir nur so wenig. Ich kann euch nicht hören, aber vielleicht können wir es trotzdem gemeinsam noch einmal versuchen. Ich werde noch einmal sagen: Gesegneten Sabbat! Und dann werdet ihr alle in euren Häusern, in euren Familien, wo ihr seid, gleichzeitig gesegneten Sabbat zurückrufen. Mal sehen, wie das funktioniert. Achtung, gesegneten Sabbat! Die Engel haben gerade ganz schön gelächelt, die haben nämlich das alles gehört.

[1:10] Liebe Geschwister der Gemeinde Stuttgart-Wangen, liebe Geschwister aus anderen Gemeinden in Deutschland, Österreich, der Schweiz oder vielleicht auch andere deutschsprachige Geschwister aus der Welt. Wir möchten euch von ganzem Herzen danken, dass ihr eingeschaltet habt, dass wir gemeinsam Gottes Wort studieren können. Ihr habt vielleicht schon in der Sabbatschule gemeinsam Gottes Wort betrachtet und wir wollen jetzt eine Predigt hören aus dem Wort Gottes, die uns auch etwas gedanklich mitnehmen soll in die gegenwärtige Zeit. Für alle Geschwister aus Stuttgart-Wangen, wir haben ja eigentlich eine Predigtserie über die Apostelgeschichte, aber ich dachte, es wäre vielleicht ganz gut, in einer besonderen Situation auch besondere Gedanken zur gegenwärtigen Lage aus dem Wort Gottes mit euch zu teilen. Aber wir haben heute Sabbat, und der Sabbat ist dafür gemacht, dass wir über die Schöpfung nachdenken. Und so wollen wir auch heute uns einen kurzen Moment Gedanken machen über das, was wir aus der Natur lernen können. Ich habe mich mit der Monja nicht abgesprochen, weil ich heute Morgen spazieren war und ein bisschen Bibelverse gelernt habe und über Bibelverse nachgedacht habe, Ellen White Zitate gelesen habe. Und ich so gerade an so einer Hecke vorbeiging, da flog so ein kleiner Vogel aus der Hecke. Und immer, wenn ich so Vögel sehe, so kleine Vögel, dann kommt mir genau der Vers in den Sinn, den wir gerade am Ende der Kindergeschichte gehört haben, aus der Bergpredigt, dass Jesus für den kleinsten Spatz, den kleinsten Sperling sorgt, dass, wenn wir die Vögel anschauen, wenn wir die Blumen anschauen, Gott sich um alles sorgt. Ist es nicht interessant, dass, obwohl die ganze Welt vor Angst vergeht, in der Natur, gerade heute an diesem wunderschönen Sabbat-Tag, wir so viel Zeichen der Liebe und der Fürsorge Gottes finden. Die Blumen sind wieder zu sehen, die Bäume fangen an auszuschlagen. Gott kümmert sich um seine Schöpfung. Inmitten all der Probleme und all der Krisen sind die Botschaften der Liebe Gottes deutlich für jeden sichtbar. Wenn wir auch heute unsere Augen aufmachen, vielleicht ein bisschen in die Natur gehen, was auch gar nicht so ungesund wäre, ein bisschen frische Luft bekommen, ein bisschen Bewegung, dann haben wir die Gelegenheit, Gottes Handschrift in der Natur auch heute zu sehen.

[3:56] Liebe Geschwister, wir sind in außergewöhnlichen Zeiten. Was wir in den letzten Tagen erlebt haben in Deutschland, ist so wahrscheinlich seit Jahrzehnten nicht vorgekommen. Und außergewöhnliche Zeiten sind auch dazu angetan, uns neu zu fokussieren auf das, wer wir sind und was das Wort Gottes uns in besonderen Zeiten vermitteln möchte. Wir möchten diese Predigt mit einem Gebet beginnen. Ich möchte euch einladen, wo es euch möglich ist, zu Hause, dass wir gemeinsam niederknien und Gott bitten, durch seinen Heiligen Geist zu uns zu reden. Lasst uns niederknien.

[4:44] Lieber Vater im Himmel, du bist der Gott, der alles erschaffen hat, Himmel und Erde und alles, was sie erfüllt. Und während wir hier knien, in unseren Heimen, zu Hause, an manchen Orten auch in Gottesdiensten, singen im Himmel Millionen Engel dein Lob. Und Herr, heute ist unser Lob nicht besonders stimmgewaltig, weil wir vereinzelt überall verstreut sind. Und trotzdem kannst du jeden Einzelnen mit deinem Heiligen Geist erfüllen. Herr, wir möchten dich bitten, dass du jetzt zu uns sprichst, dass du dein Wort uns deutlich aufschließt, dass wir erkennen, was deine Botschaft in dieser Zeit ist. Herr, sei du unser Lehrer und wir danken dir dafür, dass du unser Fels bist, auf den wir vertrauen dürfen. Du hast versprochen, dass dein Wort nicht leer zurückkehren wird, sondern ausführen wird, wozu du es gesandt hast. Und darum bitten wir dich in diesem Moment im Namen Jesu. Amen.

[6:01] Er war ganz alleine am Sabbatmorgen. Wie sehr hat er sich danach gesehnt, wieder Gottesdienst zu feiern mit seinen Geschwistern, gemeinsam zu singen, gemeinsam zu beten, gemeinsam die Schriftrollen aufzurollen und die Propheten zu studieren. Wie schön war es doch gewesen in seiner Gemeinde Ephesus. Aber jetzt saß er alleine zu Hause am Sabbat, quasi in Quarantäne. Nicht, weil er krank war, sondern weil der römische Staat es für nötig hielt, ihn unter Arrest zu stellen. Nicht zu Hause, sondern auf der Insel Patmos. Getrennt von seinen Geschwistern wusste er sich doch im Glauben verbunden mit all ihnen. Und trotzdem war es etwas einsam auf den von dem Mittelmeer umspülten, kahlen Felsen dieser Gefängnisinsel. Er war einer der Hauptverantwortlichen dafür, dass das Evangelium sich quasi viral ausgebreitet hatte im römischen Reich und Kaiser Domitian wollte dem ein Ende setzen. Was macht man, wenn man am Sabbatmorgen alleine ist? Johannes, der mit Jesus auf dieser Erde gewandelt ist, der Jesus als seinen besten Freund hatte und der dann jahrzehntelang nach der Himmelfahrt Jesu einer der großen Säulen der Gemeinde gewesen ist, saß alleine zu Hause am Sabbat, weil der Staat ihn dazu verdonnert hatte. Aber Johannes machte eine erstaunliche Erfahrung. Wir lesen in Johannes in Offenbarung Kapitel 1, ab Vers 10, dort sagt er: Ich war im Geist am Tag des Herrn, am Sabbat, und ich hörte hinter mir eine gewaltige Stimme, wie von einer Posaune, die sprach: Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte. Und was du siehst, schreibe in ein Buch und sende es den Gemeinden, die in Asien sind, nach Ephesus und nach Smyrna, nach Pergamon, nach Thyatira und nach Sardis und nach Philadelphia und nach Laodicea. Er hört eine Stimme, die sagt: Ich möchte, dass die einzelnen Gemeinden, zerstreut, wo sie auch sind, miteinander kommunizieren, dass sie wissen, jemand sorgt für sie. Es gibt eine Botschaft für jede einzelne Gemeinde, für jeden Gläubigen, an welchem Ort er sich auch befindet.

[9:12] Johannes, der diese Stimme hört und der wahrscheinlich schon an der Stimme ahnt, wer es ist, der möchte wissen, der möchte Klarheit haben, wer ist es. Und er wendet sich um. Vers 12: Und ich wandte mich um und wollte nach der Stimme sehen, die mit mir redete. Und als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter, Symbol, wie wir später erfahren in dem Kapitel, für die Gemeinden. Und mitten unter den sieben Leuchtern einen, der einem Sohn des Menschen glich, bekleidet mit einem Gewand, das bis zu den Füßen reichte und um die Brust gegürtelt mit einem goldenen Gürtel. Sein Haupt aber auch seine Haare waren weiß, wie weiße Wolle, wie Schnee. Und seine Augen waren wie eine Feuerflamme und seine Füße wie schimmerndes Erz, als glühten sie im Ofen. Und seine Stimme wie das Rauschen vieler Wasser. Und er hatte in seiner rechten Hand sieben Sterne. Und aus seinem Mund ging ein scharfes zweischneidiges Schwert davor. Und sein Angesicht leuchtete, wie die Sonne in ihrer Kraft. Johannes begegnet Jesus, seinem besten Freund. Obwohl er keinen Kontakt zu anderen Geschwistern haben kann, ist Jesus buchstäblich an diesem Sabbat bei ihm und sagt ihm: Ich möchte gern, dass du etwas aufschreibst, damit alle Gemeinden wissen, egal ob sie in Ephesus oder in Smyrna oder in Pergamon oder sonst wo wissen, ich bin mitten bei ihnen.

[10:45] Für Johannes waren diese Gemeinden ja alles reale Ortsgemeinden an verschiedenen Orten. Wir wissen heute, dass sie auch selbstverständlich für historische Epochen der Kirchengeschichte stehen. Aber als Johannes auf Patmos war, gab es Gläubige in Ephesus und in Smyrna und in Pergamon und in Thyatira. Und Jesus sagt zu ihm: Schreibe eine Nachricht und sende sie hinaus. Damals gab es noch kein Internet, aber es gab Bücher, damit die verschiedenen Geschwister, die alle zerstreut sind, denn wir lesen schon in Vers 9: Ich, Johannes, der ich auch euer Bruder bin und mit euch Anteil habe an der Bedrängnis und am Reich und am standhaften Ausharren Jesu Christi, war auf der Insel, die Patmos genannt wird, um das Wort Gottes und um das Zeugnis Jesu Christi willen. Johannes war nicht der Einzige, dem es so ging. Er wusste, viele andere Geschwister an anderen Orten sind zerstreut, damals nicht wegen einem Virus, damals wegen der Verfolgung, die das römische Reich anstrebte, um das Christentum einzudämmen.

[11:56] Johannes wusste, überall gibt es Gläubige. Und Jesus erscheint ihm mit der Botschaft: Ich bin mitten unter diesen Gemeinden und ich kenne ihre verschiedenen Sorgen und Probleme, ihre Nöte, ihre Schwierigkeiten, ihre Werke, das, was sie Gutes tun und das, was sie nicht Gutes tun. Es gibt eine Botschaft an die gesamte zerstreute Gemeinde und sie beginnt mit der Offenbarung von Jesus selbst. Und dann, wenige Kapitel später, lesen wir in Kapitel 4, Vers 1: Nach diesem schaute ich und siehe, eine Tür war geöffnet im Himmel. Und die erste Stimme, die gleich einer Posaune mit mir reden gehört hatte, sprach: Komm hier herauf, und ich will dir zeigen, was nach diesem geschehen muss. Und sogleich war ich im Geist. Und siehe, ein Thron stand im Himmel und auf dem Thron saß einer.

[12:53] Es war eine traurige Gegend in Patmos, aber Jesus kam, um dem Johannes eine besondere Erfahrung zu schenken. An diesem Sabbat wurde er hinein katapultiert in den himmlischen Gottesdienst, wo tausend mal tausend, zehntausend mal zehntausende Engel sangen: Heilig, heilig, heilig. Gerade in den Momenten, wo wir uns am meisten abgeschnitten fühlen von anderen Menschen, am verlassensten, am zerstreutesten, ist Jesus besonders gegenwärtig, um für sein Volk zu wirken, um uns eine besondere Erfahrung zu schenken.

[13:35] Ungefähr 600 Jahre zuvor betet ein anderer Mann Gottes, weil er merkt, dass das Werk Gottes in eine extreme Krise geraten ist. Man hatte gerade angefangen am Tempel zu bauen und es drohte der Kollaps, es drohte der Zusammenbruch des Werkes, es drohte ein allgemeines staatliches Verbot, dass das Werk Gottes weitergehen könnte. Drei Wochen lang betet Daniel und fastet er. Wir haben heute in der Sabbatschule ja schon einiges darüber studiert. Drei Wochen lang, er, der im Exil in Babylon sich befindet. Drei Wochen lang fastet er und betet er, weil er möchte, dass das Werk Gottes nicht aufgehalten wird. Und vielleicht beten auch wir in diesen Stunden, dass das Werk Gottes nicht aufgehalten werde. Und es heißt im Vers 4 in Kapitel 10 des Buches Daniels: Aber am 24. Tag des ersten Monats befand ich mich am Ufer des großen Stromes, das ist der Tigris. Und ich hob meine Augen auf und schaute, und siehe, da stand ein Mann in Leinwand gekleidet und die Lenden mit Gold von Ufers umgürtet. Und sein Leib war wie ein Topas, sein Angesicht strahlte wie der Blitz und seine Augen wie Feuerfackeln. Seine Arme aber, seine Füße sahen aus wie leuchtendes Erz und der Klang seiner Worte war wie das Tosen einer Volksmenge.

[15:16] Derselbe Jesus. In einer ähnlichen Situation zeigt er sich wieder und wiederum ist sein Anliegen dasselbe. Daniel soll erfahren, was es mit dem Volk Gottes auf sich hat, wie es mit dem Volk Gottes weitergehen wird. So wie Johannes die Botschaft erfährt, dass Gott das Volk Gottes kennt und dass er weiß, was mit ihm passieren wird. Bis ans Ende. In Offenbarung wird dem Daniel jetzt gesagt, in Vers 14: So bin ich nun gekommen, um dir einen Blick darüber zu geben, was deinem Volk am Ende der Tage begegnen wird, denn das Gesicht bezieht sich wiederum auf fernliegende Tage. Bei Daniel und bei Johannes finden wir dieselbe Situation. Eine Situation, als das Werk Gottes in Gefahr ist, weil durch staatliche Maßnahmen es eingedämmt werden soll. Beginnt Daniel und auch Johannes diese Erfahrung zu machen. Sie erleben Jesus persönlich und lernen dadurch etwas über das Werk Gottes. Sie lernen etwas über den Fortgang der Mission, was sie anderweitig vielleicht nie gelernt hätten. Könnte es sein, liebe Geschwister, dass die gegenwärtige Corona-Krise mit ihren Auswirkungen auf unseren Gottesdienstbesuch in den nächsten Wochen vielleicht eine Gelegenheit ist, dass, wenn wir fasten und beten, wir Jesus auf eine Art und Weise kennenlernen, wie wir ihn noch nie zuvor gesehen haben, dass wir plötzlich etwas verstehen können über den Fortgang des Werkes Gottes in dieser unserer Generation, dass Gott diese Krise zulässt, damit wir eine ähnliche Erfahrung machen wie Daniel und Johannes. Beide waren ja die viel Geliebten. Von Daniel heißt es in Daniel 9 und in Daniel 10 zweimal, dass er der viel Geliebte war. Von Johannes wissen wir, heißt es, dass er der Jünger war, den Jesus liebte. Gott ist nicht parteiisch, aber Gott merkt, wenn Menschen ihn zurücklieben. Er wünscht sich, dass Menschen ihn wirklich mögen, nicht nur von ihm wissen, nicht nur Theorien kennen, nicht nur die Wahrheit wiedergeben können, sondern wenn Menschen ihn wirklich zurücklieben. Daniel und Johannes liebten Jesus. Es ist wahr, Eltern haben vielleicht sogar ein bisschen mehr Liebe für das Kind, das wegläuft, das nichts mit ihnen wissen will, aber diese Liebe ist einseitig. Die schönste Beziehung, die es gibt, ist, wenn Liebe beidseitig ist. Und je stärker sie von beiden Seiten ist, desto größer ist das Gesamtgefühl der Liebe. Und da Gottes Liebe immer unfassbar groß ist, ist es eben der Grad unserer Liebe zu ihm zurück, der bestimmt, wie stark unsere Beziehung zu ihm ist.

[18:28] Wir reden oft über die Gebote, die Satzungen, die Rechtsbestimmung, das, was Gott von uns fordert. Aber wenn Gott über das spricht, was er von uns fordert, verwendet er Sprache wie diese in 5. Mose. Das heißt es in 5. Mose, Kapitel 10, Vers 12: Und nun, Israel, was fordert der HERR, dein Gott von dir, als nur, dass du den HERRN, deinen Gott fürchtest, dass du in allen seinen Wegen wandelst und ihn liebst und dem HERRN, deinem Gott dienst, mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele. So ähnlich schon in 5. Mose, Kapitel 6, wo es heißt: Höre Israel, ab Vers 4: Der HERR ist unser Gott, der HERR allein. Und du sollst den HERRN, deinen Gott lieben, mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele, mit deiner ganzen Kraft. Wenn man sich, wenn man Gott fragt, was ist es, was du dir am meisten wünschst von deinem Volk, von deinen Nachfolgern, dann würde er ohne Zweifel sagen, dass sie merken, wie lieb ich sie habe und sie mich endlich mit ihrem ganzen Herzen zurücklieben.

[19:30] Daniel und Johannes hatten diese Erfahrung gemacht. Sie waren immer näher und immer näher zu Jesus gekommen. Und gerade deswegen konnte Gott ihnen auch Endzeit-Prophetie offenbaren. Es ist interessant, dass Daniel und Johannes, diese beiden besonders Geliebten, die ausführlichsten apokalyptischen Weissagungen erhalten haben. Manchmal sagen mir Leute: Christopher, rede nicht so viel über die Prophetie, das macht den Leuten Angst, rede mehr über die Liebe Gottes. Dann frage ich mich: Wie soll ich über die Liebe Gottes reden und nicht über die Prophetie, wenn die Menschen, die am allermeisten von der Liebe Gottes aufgesogen hatten, von der Prophetie gesprochen haben? Könnte es sein, dass wir völlig künstlich die Liebe Gottes von der Endzeitbotschaft in unseren Gemeinden, in unseren Köpfen, in unseren Familien trennen? Die einen, die von der Endzeitbotschaft nichts mehr wissen wollen und über die Liebe Gottes reden, als gäbe es kein Ende der Welt. Und die anderen, die so sehr auf der Endzeitprophetie pochen, dass sie völlig vergessen, dass es darum geht, Menschen zu retten und mit der Liebe Gottes vertraut zu machen. Aber bei Daniel und bei Johannes und auch bei den anderen biblischen Propheten war das nie eine Trennung, es war immer dasselbe. Weil Gott uns so sehr liebt, möchte er, dass wir wissen, was kommt.

[21:02] Und wenn wir wissen, was kommt, wenn wir sehen, wie Prophezeiungen sich in unserem Leben und in der Gesellschaft, in der Weltgeschichte erfüllt haben und erfüllen, dann soll es das nicht in Panik versetzen, denn Jesus sagt: Euer Herz erschrecke nicht. Es soll dazu führen, dass wir ein Vertrauen dazu bekommen, dass Gott die Zukunft kennt. Und wenn er die Zukunft kennt, dann kann ich tatsächlich mein Leben ihm auch dann geben, wenn alles zusammenbricht. Denn die wichtigste Voraussetzung für die Endzeit ist, dass wir ein solches Vertrauen zu Jesus haben, dass wir ihm völlig vertrauen, kostet was es wolle. Und dazu ist Prophetie das beste Mittel, denn dann sehen wir faktisch, wir können ihm vertrauen. Er kennt die Geschichte, er kennt auch meine Geschichte. Wer uns, wenn wir die Prophetie vernachlässigen, dann reden wir von der Liebe und haben keinen Grund, Gott zu vertrauen, weil wir nicht mehr sehen, wie er wirkt. Und deswegen ist es wichtig, dass wir auch heute einen Blick in das prophetische Wort richten, denn Krisen wie die Corona-Krise sind Dinge, die Erfüllung biblischer Prophetie sind. Jesus selbst spricht davon in Matthäus 24.

[22:21] Matthäus 24, dort lesen wir in den Zeichen der Zeit, als wir Jünger wissen wollten, wann wird das sein, wann ist die Wiederkunft? Gibt es ein Zeichen, auf das wir uns, auf das wir achten können, um uns vorzubereiten? Jesus sagt als allererstes: Habt acht, dass euch niemand verführt. Viele werden kommen in seinem Namen und sagen: Ich bin der Christus, und werden viele verführen. Und dann heißt es in Vers 6: Ihr werdet aber von Kriegen und Kriegsgerüchten hören. Habt acht, es erschreckt nicht. Denn dies alles muss geschehen, aber es ist noch nicht das Ende. Denn ein Heidenvolk wird sich gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere. Und es werden hier und dort Hungersnöte, Seuchen und Erdbeben geschehen. Dies alles ist der Anfang der Wehen. Liebe Geschwister, die Corona-Krise ist eine Erfüllung der Prophetie, eine Erfüllung der Prophetie.

[23:15] Denn diese Prophezeiung erfüllte sich auch schon, als die Spanische Grippe nach dem Zweiten Weltkrieg Millionen Menschen das Leben kostete. Und sie erfüllte sich auch schon, als die Pest im Mittelalter Millionen Menschen das Leben kostete. Und sie erfüllte sich auch, als zur Zeit von Justinian, kurz nach 538, eine gewaltige Seuche große Teile des ehemaligen Römischen Reiches dahin raffte. Und übrigens, liebe Geschwister, und das nur als Fußnote, die meisten dieser Seuchen, die kamen lange bevor es irgendwelche Freimaurer, Illuminaten, Jesuiten oder sonstige Agenten gab, die für vermeintliche Verschwörungen verantwortlich sind.

[24:01] Lasst uns den Blick nicht in die falschen Richtungen werfen. Der Satan selbst steht hinter vielen dieser Dinge und er braucht nicht immer irgendwelche Lieblingsfeinde von uns, um diese Dinge durchzuführen. Wir müssen uns nicht die Zeit damit verschwenden, zu spekulieren, wie das vielleicht gekommen sein könnte, wer dahinter steckt, mit welchen finsteren Absichten. Es reicht uns, dass Jesus gesagt hat, es wird kommen. Übrigens gibt es manche Krisen, sagt Ellen White, manche Seuchen, manche Naturkatastrophen, die Gott selbst schickt. Auch das ist biblische Prophetie.

[24:39] Jesus sagt in Lukas 21 und dort ab Vers 25 und 26: Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen und auf Erden Angst der Heidenvölker vor Ratlosigkeit bei den Tosen des Meeres und der Wogen, da die Menschen in Ohnmacht sinken werden vor Furcht und Erwartung dessen, was über den Erdkreis kommen soll, denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Ich denke, wir haben in den letzten Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, selten Tage erlebt, die so präzise durch Lukas 21, vor allem Vers 26, beschrieben werden. Die Ohnmacht, das Gefühl, etwas nicht aufhalten zu können, das sich durch alle Medien, durch alle Gesellschaftsschichten hindurch verbreitet.

[25:30] Liebe Geschwister, wir wissen nicht, was kommt. Ich kenne nicht die Zukunft, wir kennen nicht die Zukunft. Gott kennt die Zukunft und wir sind sicher, wenn wir uns an das halten, was er in seinem prophetischen Wort in der Bibel und bei Ellen White uns vorher gesagt hat. Und was wir lernen können, nicht nur aus dieser Krise, ist, dass sich innerhalb kürzester Zeit alles ändern kann. Niemand hätte im 6. Jahrhundert vor Christus gedacht, als Daniel aufschrieb, dass der König von Griechenland die Perser besiegen würde. Niemals hätte sich vorstellen können, dass all die verschiedenen zerstrittenen Pole in Griechenland überhaupt jemals ein Königreich zusammen kriegen könnten. Und doch geschah es ungefähr 200 Jahre später in einer Generation. Niemals hätte sich im 2. Jahrhundert irgendjemand ausrechnen können, dass das römische Reich, das so fest stand und wo die Menschen so glücklich lebten, dass es keine Krisen gab, so richtig, dass dieses römische Reich einmal auseinanderbrechen würde. Und doch geschah es plötzlich innerhalb weniger Jahrzehnte. Und die Welt veränderte sich so sehr, dass sie bis heute aus diesen Folgen noch lebt. Niemand hätte sich Anfang des 19. Jahrhunderts vorstellen können, dass die USA, die einmal als protestantisches Bollwerk gegründet worden waren, dass die einmal den Vatikanhof führen würden, vor dem sie alle geflohen waren. Innerhalb kürzester Zeit ändern sich Dinge. Und wir haben in den vergangenen Tagen gesehen, wie innerhalb kürzester Zeit Dinge sich ändern, auch in unserem gesellschaftlichen Leben, die vorher kaum für möglich gehalten worden sind. Vielleicht gibt es manche unter uns, die bis vor kurzem gedacht haben, naja, also ein Sonntagsgesetz, diese Verfolgung, wie das bei Ellen White so ausführlich beschrieben wird, vielleicht wäre das im 19. Jahrhundert so gekommen, aber in so einem Staat, in dem wir jetzt leben, mit seinen Freiheitsrechten, das kann doch gar nicht passieren.

[27:36] Liebe Geschwister, wir wissen nicht, ob diese Krise von Corona in wenigen Tagen, Wochen vielleicht wieder vorbei ist. Wir wissen nicht, ob das nur eine Episode ist oder ob das ein Anfang ist. Es sind Dinge, die in die Endzeit führen. Das können wir alles nicht beurteilen und wir wollen nicht spekulieren. Aber wir können lernen, dass innerhalb kürzester Zeit sich die Meinung in der Bevölkerung, in der Politik, in der Gesellschaft, in der Wirtschaft schlagartig ändern kann und unser Leben sich auf den Kopf stellen kann. Wir sollten vorbereitet sein, denn in unserer globalisierten Zeit gehen die Dinge rasant. Ellen White spricht davon, dass die letzten Dinge sich sehr schnell ereignen werden. Und das heißt, wenn wir diese Dinge sehen, sollten wir alle Energie und Kraft, die wir haben, darauf erneut einsetzen, uns bewusst zu machen, dass wir eine Botschaft haben. Wir sind nicht nur hier, um Gottesdiensträume zu füllen. Der Grund, warum es eine Adventgemeinde gibt, eine Adventbewegung ist, weil es eine Botschaft gibt, die in die ganze Welt hinaus muss. Offenbarung 14 spricht von dieser Botschaft und diese Botschaft sollte unsere völlige Aufmerksamkeit haben. Offenbarung 14, und dort ab Vers 6: Und ich sah einen anderen Engel in mitten des Himmels fliegen, der hat ein ewiges Evangelium zu verkündigen, denen, die auf der Erde wohnen, und zwar jeder Nation und jedem Volkstamm und jeder Sprache und jedem Volk. Der sprach mit lauter Stimme: Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichtes ist gekommen. Und betet denen, der den Himmel und die Erde und das Meer und die Wasserquellen gemacht hat. Denn anderer Engel folgte ihm, der sprach: Gefallen, gefallen ist Babylon, die große Stadt, weil sie mit dem Glutwein ihrer Unzucht alle Völker getränkt hat. Und ein dritter Engel folgte ihm, der sprach mit lauter Stimme: Wenn jemand das Tier und sein Bild anbetet und das Malzeichen auf seine Stirn oder auf seine Hand annimmt, so wird auch er von dem Glutwein Gottes trinken, der unvermischt eingeschenkt ist in dem Kelch seines Zornes. Und er wird mit Feuer und Schwefel gepeinigt werden vor den heiligen Engeln und vor dem Lamm. Und der Rauch ihrer Qual steigt auf von Ewigkeit zu Ewigkeit. Und die, die das Tier und sein Bild anbeten, haben keine Ruhe Tag und Nacht. Und wer das Malzeichen seines Namens annimmt, hier ist das standhafte Ausharren der Heiligen. Hier sind die, welche die Gebote Gottes und den Glauben an Jesus bewahren. Unsere Botschaft an alle Menschen, an alle Völker ist sehr klar umrissen.

[30:02] Wir sollen Gott von ganzem Herzen lieben, seine Gebote halten, ihm die Ehre geben, mit allem unserem Leben, unserem Lebensstil. Denn seit 1844 tagt das Vorwiederkunftsgericht. Jesus möchte bald wiederkommen. Der Sabbat wird das Zeichen der Liebe und der Treue sein. Die anderen religiösen Systeme, die christlichen Kirchen, die behaupten, das Evangelium zu predigen, sind gefallen, die diese Botschaft nicht haben. Und wir haben einen Auftrag, auch vor dem falschen Evangelium zu warnen. Uns wird gesagt, dass der Vatikan und die Vereinigten Staaten von Amerika zusammenarbeiten werden, um ein Sonntagsgesetz auf den Weg zu bringen. Liebe Geschwister, das ist unsere Botschaft.

[30:51] Und diese Botschaft muss in die ganze Welt. Und die Frage ist, was muss Gott noch tun, um uns aufzuwecken? Vielleicht sagt ihr im Moment mal, die kennen wir doch. Wir kennen doch die Botschaft. Lasst mich euch einen Bibelfers geben in 5. Mose, in 5. Mose Kapitel 6. Wir haben ihn gerade schon einmal gelesen. Lesen wir ihn noch einmal und hören genau zu, was hier steht in 5. Mose 6, ab Vers 4: Höre Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr allein. Und du sollst den Herrn, deinen Gott lieben, mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele, mit deiner ganzen Kraft. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du auf dem Herzen tragen. Damals war das Volk Israel auf dem Weg ins gelobte Land und Gott kam vom Himmel herab mit einer besonderen Botschaft, den 10 Geboten und sagte: Das ist meine Botschaft. Das waren nicht viele Bände mit langem theologischen Kommentar. Das war leicht zu verstehen. Und Gott sagte: Diese Worte sollst du auf dem Herzen haben.

[31:56] Das steht zwar nicht buchstäblich so in Offenbarung, aber wenn Gott, wenn Jesus in Offenbarung 10 vom Himmel herab kommt mit dem geöffneten Büchlein Daniel und allen sagt, dass sie dieses Buch studieren sollen, damit sie Weissagen für alle Nationen und Völker und Könige, wenn diese Botschaft uns erklärt wird in Offenbarung 14, ist es nicht anzunehmen, dass derselbe Gott auch heute seinem Volk, das auf dem Weg nach Kanaan ist, sagen möchte: Diese Worte, die ich dir gebiete, sollst du auf dem Herzen tragen. Liebe Geschwister, es ist ein Unterschied, ob ich die dreifache Engelsbotschaft kenne oder ob ich sie auf dem Herzen trage. Ich würde sagen, im Moment mal, das Herz, das Herz ist doch der Sitz der Gedanken und Gesinnung, oder? Ich muss halt sie kennen, sie muss in meinem Kopf sein, das sind doch Gedanken, oder? Es geht doch nicht um die Gefühle, es geht um das Wissen, oder? Nun ist es wahr, das Herz hat die Gedanken und Gesinnung.

[32:53] Ich würde euch eine Frage stellen: Wer von euch kennt den Satz des Pythagoras? Das soll ich gerne zu Hause melden: a² + b² = c². Das wissen wir, das können wir, wenn wir ein bisschen aufgepasst haben in der Schule, vielleicht sogar mathematisch beweisen. Wenn uns jemand fragt: Glaubst du das? Würden wir sagen: Ja, natürlich glaube ich das. Aber ganz ehrlich, liebe Geschwister, wer von euch hat den Satz des Pythagoras in seinem Herzen? Wer von euch kann sagen: Ich trage diesen Satz auf meinem Herzen? Niemand. Wahrscheinlich habt ihr die letzten zehn Jahre nicht an ihn gedacht, bis ihr ihn gerade wieder gehört habt. Könnte es sein, dass für uns die dreifache Engelsbotschaft, das Buch vom Schatten zum Licht, dass wir diese Botschaft so ein bisschen behandeln wie den Satz des Pythagoras? Wenn das Thema aufkommt, wir sagen: Ja, genau, das weiß ich, das kenne ich, das glaube ich auch. Dass für uns die Adventbotschaft etwas ist, das wir wissen, dass wir vielleicht sogar beweisen können, aber über das wir eigentlich nie richtig nachdenken.

[34:05] Liebe Geschwister, Gott hat uns die dreifache Engelsbotschaft nicht gegeben, damit sie wie der Satz des Pythagoras irgendwo abgespeichert ist. Sie soll auf unserem Herzen sein. Wir wissen, viele Dinge, die nicht auf unserem Herzen sind. Aber wir alle wissen, wie es sich anfühlt, wenn man etwas auf dem Herzen hat, oder? Wenn man etwas auf dem Herzen hat, dann kann man an nichts anderes denken. Wenn man etwas auf dem Herzen hat, dann muss man sich förmlich anstrengen, mal nicht daran zu denken. Wenn man irgendwelche Alltags-gegen-Alltagshandlungen durchführt, denkt man ständig an diese Sache, an diese Person, wer immer oder was immer gerade auf dem Herzen ist. Genauso steht es ja hier in 5. Mose 6, und dort Vers 7: Und du sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du deinem Haus sitzt oder auf dem Weg gehst, wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst. Du sollst sie zum Zeichen auf deine Hand binden und sie sollen dir zum Erinnerungszeichen über den Augen sein. Diese Worte, Gottes Botschaft, sollen in uns versiegelt werden.

[35:11] Ihr alle kennt die Botschaft von der Versiegelung. Manchmal denken wir, weil wir den Sabbat halten, sind wir versiegelt. Aber liebe Geschwister, das Siegel Gottes, wie es hier steht, hat damit zu tun, dass wir seine Botschaft auf dem Herzen tragen. In Offenbarung 7, da wird uns gesagt, dass Gott noch wartet mit den größten Katastrophen. Wenn wir denken, dass was wir jetzt erleben, ist schon schlimm, dann haben wir vielleicht lange Zeit nicht mehr den großen Kampf gelesen. Ellen White schreibt über die Endzeit, es werden Dinge sein, die so schlimm sind, dass menschliche, dass man es mit der Feder gar nicht aufschreiben kann. Wir sollten uns vielleicht darüber auch nicht im einzelnen Detail alle Gedanken machen, sagt Ellen White. Aber um eine Sache sollten wir uns Gedanken machen. In Offenbarung 7, ab Vers 1 heißt es: Und danach sah ich vier Engel an den vier Enden der Erde stehen, die hielten die vier Winde der Erde fest, damit kein Wind wehe über die Erde, noch über das Meer, noch über irgendeinen Baum. Ich sah einen anderen Engel, der von Sonnenaufgang herauf stieg, der hatte das Siegel des lebendigen Gottes. Und er rief mit lauter Stimme den vier Engeln zu, denen es gegeben war, der Erde und dem Meer Schaden zuzufügen. Und er sprach: Schädigt die Erde nicht, noch das Meer, noch die Bäume, bis wir die Knechte unseres Gottes an ihren Sternen versiegelt haben.

[36:40] Liebe Freunde, liebe Geschwister, Jesus möchte wiederkommen. Und vielleicht wird uns das langsam deutlicher bewusst. Er möchte wirklich wiederkommen, aber er möchte uns nicht halbfertig vorfinden. Weil, wenn wir ihn nicht auf dem Herzen tragen, dann würden wir uns an dem Himmel nicht erfreuen. Wenn für uns die Botschaft vom Himmel und vom Kreuz, von 1844 und der Wiederkunft nur ein Satz des Pythagoras, den wir für richtig empfinden, aber der uns sonst im Alltag kaum tangiert. Wie soll Jesus uns durch die Endzeit tragen? Wie sollen wir ihm vertrauen, wenn Dinge über diese Welt einbrechen, die sehr viel schlimmer und sehr viel dramatischer sind, als es Corona je sein wird? Denn bei der Versiegelung geht es nicht um das Wissen eines richtigen Tages. Es geht nicht um das Abspeichern korrekter Daten oder das Überzeugtsein von theologischen Richtigkeiten. Es geht darum, einen Freund zu haben am Thron Gottes, wo jetzt das himmlische Gericht stattfindet, wo jetzt Menschen abgelehnt und angenommen werden, wo sich zeigt, ob unser Bekenntnis echt war, ob wir Jesus wirklich lieben, oder ob es nur ein Lippenbekenntnis war. Im Hohelied in Kapitel 8 und dort Vers 6, da finden wir die vielleicht schönste Beschreibung der Versiegelung. Salomo spricht hier zu seiner Frau: Setze mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel an deinen Armen, denn die Liebe ist stark wie der Tod und ihr Eifer unbezwinglich wie das Totenreich. Ihre Glut ist Feuerglut, eine Flamme des Herrn. Was ist so stark, dass es dem Tod trotzt? Ist eine ernst zu nehmende Frage, eine wichtige Frage, wenn wir unseren Blick auf die Wiederkunft und damit durch die Endzeit hindurch richten. Denn der Blick auf die Wiederkunft zeigt uns, dass wir in Situationen kommen werden, wie zu allen Zeiten Christen auch, in denen wir vielleicht sogar unser Leben verlieren werden.

[39:24] Was ist stark genug, um angesichts des Todes treu zur Wahrheit zu stehen? Nicht eine Sammlung der besten Argumente für biblische Daten und nicht das Bewusstsein, möglichst viele Traktate verteilt zu haben. Was ist es, was stark ist wie der Tod? Salomo sagt, es ist die Liebe. Diejenigen, die Jesus von Herzen lieben, werden so fest gegründet sein, dass nichts auf dieser Welt, absolut nichts, sie von der Treue zu Gott wegbewegen kann.

[40:11] Als Gott damals seine Botschaft dem Volk Israel am Sinai gab, da waren sie interessiert an der Botschaft, aber weniger an ihm. Sie wollten alle Regeln kennen, sie sollten aufgeschrieben sein, aber sie wollten nicht so direkt mit ihm leben, weil sie gemerkt haben, es ist einfacher, schriftlichen Regeln aus eigenem Antrieb zu folgen, als mit dem Wahrhaftigen tatsächlich wirklich zu leben. Denn der kennt jede Regung unseres Herzens.

[40:43] Ist dir schon mal bewusst geworden, hast du dir mal bewusst gemacht, was es bedeutet, in der Gegenwart Jesu zu leben? Dass er gegenwärtig ist, dass er alles weiß, alles kennt, alles sieht und für dich da ist, mit dir leben möchte. Jesus wünscht sich, dass, wenn er den ewigen Bund verkündet wird. Ellen White spricht darüber, dass in der Endzeit, im Zuge der Plagen, Gottes Stimme vom Himmel ertönen wird, wie damals am Sinai, und der ewige Bund verkündet wird. Die Worte Gottes werden über die Erde rollen, sagt sie. Und dann wird es sein, wird es ein Volk Gottes geben, das nichts sagt wie die Israeliten im 2. Mose, im 5. Mose: Hör auf zu reden, sag uns, was wir tun sollen, hör auf zu reden. Dann wird es ein Volk geben, das ihn kennt. Ein Volk, das diesen Jesus im Herzen trägt, die Hoffnung der Herrlichkeit. Paulus sagt, Kolosser 1, Vers 27: Ihnen wollte Gott bekannt geben, dass dieser Reichtum der Herrlichkeit, der Hoffnung unter den Heiden ist, nämlich Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.

[42:01] Das ist es, was am Ende in Offenbarung 18 die ganze Welt beeindrucken wird. Fragst du dich, lieber Freund, liebe Freundin, liebe Geschwister, fragt ihr euch, wie man Jesus lieben kann? Eine der schönsten Bibelfersen ist in Jeremia, Kapitel 32. In Jeremia 32 und dort ab Vers 37 sagt Gott etwas von sich selbst. Jeremia 32, Vers 37: Siehe, ich will sie sammeln aus allen Ländern, wenn ich sie in meinem Zorn und Grimm und meiner großen Entrüstung verstoßen habe. Und ich werde sie wieder in diesen Ort zurückführen und sie sicher wohnen lassen. Und sie sollen mein Volk sein und ich will ihr Gott sein. Und ich will ihnen ein Herz und einen Wandel geben, dass sie mich allezeit fürchten, ihnen selbst zum Besten und ihren Kindern nach ihnen. Und ich will einen ewigen Bund mit ihnen schließen, dass ich nicht von ihnen ablassen will, ihnen wohlzutun. Und ich werde die Furcht vor mir in ihr Herz geben, damit sie nicht mehr von mir abweichen. All das, was in Offenbarung 14 geschrieben steht, die Furcht Gottes, die kommt von Gott selbst, damit ich mich über sie freuen kann, ihnen wohlzutun. Und ich werde sie einpflanzen in dieses Land, in Wahrheit, mit meinem ganzen Herzen, mit meiner ganzen Seele. Bevor wir Gott mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele lieben können, müssen wir verstehen, dürfen wir verstehen, er liebt uns mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele.

[43:35] Liebe Geschwister, ob wir es glauben oder nicht, Gott wirkt mit einer gewaltigen Intensität, um uns endlich aufzuwecken. Die ganze Natur spricht von seiner Liebe. Die Weltgeschichte sprudelt über von Prinzipien, die deutlich zeigen: Gott hat recht. Unsere eigene Erfahrung zeigt uns, dass Gott für uns ist.

[43:58] Liebe Geschwister, lasst uns mehr auf ihn schauen. Wenn die Krisen überhand nehmen, lasst uns auf Jesus schauen. Wenn die Schlangen in unserem persönlichen Leben zu viele werden und uns beißen, lasst uns auf die Schlange schauen, die in der Wüste erhöht worden ist. Lasst uns auf Jesus schauen. Wenn wir einsam sind wie Johannes auf Patmos, lasst uns auf Jesus schauen, denn er will nur das Beste für uns. Er will uns segnen, er will uns seinen Heiligen Geist geben, er möchte, dass wir erfüllt sind mit seinem Geist, damit wir in seinen Gesetzen und seinen Geboten wandeln und sie tun. Er hat versprochen, dass er unser Herz beschneiden möchte. Wir müssen also einfach zu ihm kommen, so wie wir sind. Ellen White sagt: Komm, wie du bist, schwach, hilflos, bereit zu sterben, komm, wie du bist. Ich möchte euch erzählen, ich weiß aus eigener Erfahrung, Jesus ist ein guter Freund. Und jedes Mal in meinem Leben, jedes Mal, wenn ich mir Zeit nehme für ihn, dann ist er für mich da. Ich habe noch niemals gebetet: Herr, rette mich, und er hat mir nicht geholfen. Ellen White sagt, dieses Gebet beantwortet er immer. Und vielleicht sitzen wir heute zu Hause und das größte Problem, das wir haben, ist nicht die Trennung von Geschwistern, sondern eine Trennung von Jesus, die man nicht so deutlich sieht, weil jeden Sabbat wir das Sabbatgesicht aufsetzen und in Sabbatkleidung kommen und wir uns deswegen selbst vielleicht suggerieren, dass alles in Ordnung ist. Das größte Problem in unseren Gemeinden, in unserer Adventbewegung ist nicht die Trennung jetzt untereinander, das größte Problem ist die Trennung in unseren Herzen von Jesus. Wie viel Zeit hast du für Jesus?

[46:05] Ich kann euch sagen, aus eigener Erfahrung, nichts, nichts, keine Predigt, keine Bibelstunde, keine Evangelisation, keine Ausschussarbeit, nichts kann mir annähernd so viel Gegenwart von Jesus geben wie die persönliche Andachtszeit. Nichts. Ich habe Gott als sehr bescheiden kennengelernt. Er drängt sich einem nicht auf, aber wenn man ihn sucht, wenn man ihn von Herzen sucht, Jesus sagt: Wenn ihr mich sucht, von eurem ganzen Herzen, dann werdet ihr mich finden. Ich habe persönliche Erfahrung gemacht, dass, wenn man Gott sucht, dass er jeden einzelnen Tag, und ich meine, was ich sage, jeden einzelnen Tag mir neue Gedanken schenkt über ihn. Und das ist manchmal so viel, ich muss sie aufschreiben, ich kann sie gar nicht in allen Predigten verwenden. Sie kommen immer wieder neu. Irgendwann sagt Gott, möchte uns jeden Tag ein Fest guter Dinge schenken. Nimmst du dir Zeit dafür? Ich habe in den letzten Wochen mehr über Henoch gelesen, wie er mit Gott gewandelt ist. Und mit Gott wandeln ist eigentlich eine ganz einfache Sache. In allem, was wir tun, uns bewusst zu machen: Gott ist neben mir. Wenn ich frühmorgens ihn eingeladen habe in meinem Leben, mit ihm gesprochen habe, dann wird es immer natürlicher werden, dass in jeder Situation meine Gedanken automatisch zu ihm gehen. Je mehr ich mich für ihn interessiere, desto spannender wird ein Leben mit ihm. Denn ich kann euch versichern, es gibt niemanden, der Jesus gesucht hat, der gelangweilt zurückgekehrt ist. Wer ein aufrechtes Verlangen nach Frieden, Wahrheit, Gerechtigkeit hat, wird bei Jesus mehr als gefüllt. Kennst du das Buch Schritte zu Jesus? Vielleicht wird es Zeit, dieses Buch erneut zu lesen.

[47:59] Liebe Geschwister, ich sage das, weil ich glaube, das größte Problem in unserer Zeit, das Problem, das für Gott am vordringlichsten ist, ist nicht, was der Vatikan macht und nicht, was Washington macht und auch nicht, was Corona macht. Das aus Gottes Sicht vordringlichste Problem ist: Wie schaffe ich es, die Menschen, die behaupten, an mich zu glauben, zu einer echten Erweckung, zu einer echten ursprünglichen Fremdigkeit zurückzubringen, dass sie wirklich mit Jesus leben, dass die Kraft des Evangeliums sichtbar wird. Nimm dir Zeit, jeden Tag etwas zu lesen und nicht nur zu lesen, sondern darüber nachzudenken, Gott zu fragen: Was willst du mir heute sagen? Lies mal das Buch Schritte zu Jesus, nicht schnell, langsam, Satz für Satz, bete darüber, nimm einzelne Abschnitte. Lerne Jesus kennen, wie er ist. Ich habe den Eindruck, dass wir zu viel von Jesus reden und zu wenig mit ihm. Das sieht man auch daran, dass, wenn wir nicht gerade Sabbatschule haben oder irgendwie sonst ein theologisches Gespräch führen, so selten im Alltag über Jesus reden. Beobachtet euch mal selbst. Schaut, wenn wir uns als Geschwister treffen, wie oft wir aus eigenem Antrieb einfach über das erzählen, was Jesus für uns getan hat. Ist es nicht ein Anzeichen dafür, dass wir mehr von ihm brauchen, mehr von dem Heiligen Geist, der denen gegeben wird, die Gott gehorchen? Beten wir, so wie wir sollten? Ist es ein Bedürfnis, mit Jesus zu reden? Ist es unser Bedürfnis für andere zu beten? Je mehr wir uns mit dem wahren Jesus beschäftigen, je mehr wir ihn kennenlernen, auch im Studium der Prophetie, je mehr wir uns bewusst machen, wir leben in der letzten Zeit und wir wollen so nah wie möglich bei Jesus sein, so wie Daniel und Johannes, desto mehr werden wir die geistliche Nöte unserer Brüder, unserer Schwestern, unserer Kinder, unserer Eltern, unserer Nachbarn, der Fremdmenschen, wir werden die geistliche Nöte sehen und ihnen gerne helfen wollen. Dann ist das nicht eigentlich genau das, wie Jesus gelebt hat? Ist nicht das der Charakter Jesu? Wir reden manchmal von dem Charakter Jesu, als ob das irgendeine abstrakte theologische Sache ist, die man irgendwie erreichen müsste. Bestätigt der Charakter Jesu darin, Tag für Tag mit Gott zu leben und das Beste für jeden Menschen zu suchen, erfüllt vom Heiligen Geist.

[50:41] Liebe Geschwister, es gibt sehr viel geistliche Not in unseren Gemeinden. Das Hauptproblem ist nicht Corona, das Hauptproblem ist die Sünde. Aber vielleicht kann uns Corona etwas lehren, vielleicht ist Corona sowas wie ein weltweites Gleichnis. Und wenn wir in die Bibel schauen, wenn wir den Geist der Weissagung vor Augen haben, vielleicht sind wir in der Lage, etwas auch in dieser Krise zu sehen. Die Handschrift Gottes, die uns etwas sagen möchte. Wisst ihr, wie Corona in die Welt kam? Durch einen Menschen, der etwas aß, was Gott verboten hatte, auf einem Markt, als jemand eine Fledermaus essen wollte. So wie die Sünde, die durch einen Menschen in die Welt kam. Aber der Unterschied zwischen Corona ist, die Wissenschaftler sagen, wahrscheinlich werden 60 bis 70 Prozent Corona bekommen. Ihr Lieben, die Rate bei der Sünde ist höher. Jeder Mensch, sagt die Bibel, ist infiziert mit dem Virus der Sünde. Während Corona eine geringe Sterblichkeit hat und bis jetzt sind die Zahlen ja nicht ganz klar und das hängt an der Studienlage und das wird sich noch alles zeigen, ist die Sterblichkeitsrate der Sünde, wenn nicht behandelt, 100 Prozent bezogen auf das ewige Leben. Was würde passieren, wenn Menschen erkennen würden, wie tödlich die Sünde ist? Wir sehen vor unseren Augen, was passiert, wenn Menschen Angst haben vor einem Virus. Sie verzichten auf Dinge, die ihnen vorher Freude gemacht haben. Sie geben Dinge auf, für die sie Geld bezahlt haben. Und wenn uns nicht bewusst geworden ist, wie krass die Situation ist. Liebe Geschwister, sie verzichten sogar auf Fußball. Sie verzichten auf Fußball, weil sie Angst haben vor dem Corona-Virus. Auf wie viel verzichten wir denn, weil wir Angst haben vor der Sünde?

[53:06] Kennen wir die Risikogebiete der Sünde? Jetzt ist alle Rede davon, dass Iran und Italien, Ostfrankreich, gewisse Gebiete in China Risikogebiete sind, in die man nicht gehen sollte, weil die Gefahr mit der Kontaminierung, der Infizierung mit dem Corona-Virus zu groß ist. Gibt es auch Risikogebiete, wo die Gefahr, mit Sünde konfrontiert zu werden, sehr groß ist? Liebe Geschwister, vielleicht wird es Zeit, dass wir mal wieder Ellen White gründlicher lesen. Gerade die Dinge, nicht nur Schritte zu Jesus, gerade die Dinge, die Zeugnisse, wo wir sagen, ach na ja, das ist so, das schränkt mein Leben ein, wo Ellen White als eine geistliche Virologin sozusagen uns sagt: Beschäftigt euch nicht damit. Sie warnt vor dem Theater, sie warnt vor bestimmten Wettkampfsportarten und wir denken, ach na ja, das wird schon nicht so schlimm sein. Könnte es sein, dass wir die geistliche Warnung vor dem geistlichen Virus völlig unterschätzt haben? Können wir nicht etwas von den Menschen sehen, die manche von uns vielleicht etwas belächelt sagen: Ach na ja, diese Panikmacher und die Medien, das tangiert mich gar nicht. Können wir vielleicht etwas lernen von ihnen? Menschen, die Angst haben vor diesem Corona-Virus mit seiner geringen Sterblichkeit, der 60, 70 Prozent erreicht, sind bereit, auf fast alles zu verzichten, um sich und andere zu schützen. Wieviel sind wir bereit, um uns vor der Sünde zu schützen?

[54:42] Ellen White sagt, Johannes der Täufer ging in die Wüste und er hat versucht, so weit es ihm möglich war, den Zugang der Versuchung abzuschotten. Nun, versteht mich nicht falsch, damit ist nicht gesagt, dass wir in die Wüste gehen sollen. Wir werden gleich noch mehr über den anderen Aspekt sprechen, aber die Idee ist, dass es Dinge gibt, die in unserer Kraft sind, die wir tun können, in Verbindung mit dem Heiligen Geist. Entscheidungen, die wir treffen können, Dinge eben nicht mehr anzuschauen, nicht mehr uns damit zu beschäftigen, nicht mehr anzuhören, nicht mehr zu essen vielleicht, weil wir sonst unser geistliches Immunsystem schwächen.

[55:33] In aller Munde sind die Hygienevorschriften für Corona. Man sollte sich die Hände waschen, gründlich, mehrmals am Tag. Die Bibel sagt uns, dass wir unsere Kleider waschen sollen, Symbol für unseren Charakter. Wie gründlich waschen wir unseren Charakter täglich? Im Blut des Lammes. Sagt uns nicht Offenbarung 7, Vers 14: Und ich sprach zu ihm: Herr, du weißt es. Und er sprach zu mir: Das sind die, welche aus der großen Drangsal kommen, und sie haben ihre Kleider gewaschen und sie haben ihre Kleider weiß gemacht in dem Blut des Lammes. Wie gründlich waschen wir uns im Blut des Lammes?

[56:22] Wisst ihr, beim Corona wird es wohl so sein, jeder, der es bekommen hat, wird immun und wird nie wieder angesteckt werden. Bei der Sünde ist das anders. Gegen die Sünde gibt es keine menschliche Immunität. Aber anders als beim Corona, wo es keine Impfung gibt und kein Therapeutikum, kein Gegenmittel, gibt es für die Sünde ein 100-prozentig wirksames Mittel: Jesus Christus, den Gerechten. Jesus, der für dich und für mich gestorben ist. Ja, der jetzt im himmlischen Heiligtum für uns eintritt. Wie sagt Paulus: Wer will verurteilen? Es ist doch Christus, der gestorben ist, ja, mehr noch, der aufgeweckt worden ist, ja, der jetzt zur Rechten Gottes ist, der auch für uns eintritt, in Römer 8. Wenn wir uns das Sündenbekenntnis der Träume gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.

[57:22] Ihr habt wahrscheinlich gemerkt, wie Menschen sich vorbereiten auf die drohende Quarantäne. Es ist schon schwer, bestimmte Lebensmittel und bestimmte Dinge des alltäglichen Gebrauchs zu bekommen. Menschen ahnen, eine Krise kommt, also will ich vorbereitet sein. Jesus nimmt das gleiche Beispiel in Matthäus 25. Wir, die wir glauben, dass eine Krise kommt, die wir anderen davon erzählen, dass eine Krise kommt, wie sehr betätigen wir, verzeiht mir den Ausdruck, geistliche Hamsterkäufe. Matthäus 25 sagt uns: Dann wird das Reich der Himmel zehn Jungfrauen gleichen, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegen gingen. Fünf von ihnen waren klug und fünf töricht. Die Törichten nahmen zwar ihre Lampen, aber sie nahmen kein Öl mit sich. Die Klugen aber nahmen Öl in ihren Gefäßen mit ihren Lampen. Als nun der Bräutigam auf sich warten ließ, wurden sie alle schläfrig und schliefen ein. Um Mitternacht aber entstand ein Geschrei: Der Bräutigam kommt, geht aus ihm entgegen!

[58:21] Liebe Geschwister, wir wissen nicht, wann Jesus kommt. Wir wissen auch nicht, wie die gegenwärtigen Ereignisse sich einfügen werden in das große Ganze. Aber wir wissen, er kommt und wir glauben, es wird bald sein und wir glauben, wir müssen uns vorbereiten. Da erwachten alle jene Jungfrauen und machten ihre Lampen bereit. Die Törichten aber sprachen zu den Klugen: Gebt uns von eurem Öl, denn eure Lampen erlöschen. Aber die Klugen antworteten und sprachen: Nein, es würde nicht reichen für uns und für euch. Heute ist der Tag, Öl zu kaufen. Heute ist der Tag, zu sagen zu Jesus: Herr, erfülle mich mit deinem Heiligen Geist. Heute ist der Tag, Interesse zu haben an der Adventbotschaft. Heute ist der Tag, anzufangen, sich wieder Gedanken zu machen. Warum glaube ich, dass Jesus wieder kommt? Warum glaube ich, dass Jesus der Messias ist? Warum glaube ich, dass die Toten tot sind? Warum glaube ich an 1844? Heute ist der Tag, wieder anzufangen, Daniel 2 und 7 und 8 und 9 so gut zu kennen, so viel zu studieren, dass ich erstmal keine Zeit habe für irgendwelche YouTube-Videos, sondern dass ich die Botschaft kenne, eine Liebe zu Jesus, eine Liebe zu seinem Wort, dass wir antworten können. Wie viele Geschwister können heute ohne Hilfsmittel einem Fragenden 1844 erklären? Und wir sagen, wir sind die Adventbewegung, wir sagen, wir wollen die Botschaft in die ganze Welt tragen. Wie sollen wir die Botschaft in die Welt tragen, wenn wir sie gar nicht selbst kennen? Liebe Geschwister, lasst uns ehrlich sein, lasst uns anfangen, wieder Öl zu kaufen. Lasst uns anfangen, Jesus wirklich, richtig, besser kennenzulernen. Lasst uns anfangen, ihn zu suchen und ihn nicht zu lassen, es sei denn, er segnet uns.

[1:00:08] Das Öl, sagt Ellen White, ist die Gerechtigkeit Christi. Es stellt den Charakter dar und Charakter ist nicht übertragbar. Liebe Geschwister, wir werden in der Versiegelung nicht einfach durch einen Zaubertrick Gottes per Knips plötzlich heilig. Das ist ein Prozess, ein Prozess der Liebesbeziehung zu Gott. Das ist ein immer besser Kennenlernen, das heute stattfindet und morgen. Wann wäre eine bessere Zeit? Wann wäre eine bessere Zeit, die Bibel zu studieren und Ellen White zu studieren, wie nie zuvor, wenn die Welt selbst alle Ablenkungen absagt. Nie zuvor gab es in diesen Tagen so wenig Ablenkung. Wenn wir es jetzt noch schaffen, einfach Netflix zu ignorieren, dann gibt es fast nichts mehr, was uns ablenken könnte, außer uns selbst. Und vielleicht ist das auch ein Test, der uns zeigt, wie es um unsere Geistlichkeit steht.

[1:01:27] Liebe Geschwister, wenn es selbst die Welt uns einfach macht, uns mal ein paar Tage konzentriert, viel mehr auf Gott zu konzentrieren, weil so viel ausfällt, weil wir plötzlich Zeit haben, mit der wir nicht gerechnet haben, kann sich jetzt zeigen, wie ein Lackmus-Test, wer es wirklich ernst meint, wer sich freut über mehr Zeit und wer vielleicht wieder nach neuen Zerstreuungen sucht. Liebe Geschwister, lasst uns heute Öl kaufen, Öl für die Krise.

[1:01:58] Wenn andere sich Gedanken machen um Nudeln und Klopapier, lasst uns wissen, Gott kennt all diese Bedürfnisse. Er kümmert sich um die Vögel, er kümmert sich um die Blumen. Und wir sollen nicht verantwortungslos sein, aber wir dürfen wissen, im kindlichen Vertrauen, er kümmert sich um uns. Wenn wir das tun, was wir tun können, kümmert er sich um uns. Aber wir sollten wirklich hamstern: Öl, Zeit mit Jesus.

[1:02:34] Und dieser Charakter wird nicht nur in der persönlichen Beziehung mit Jesus gepflegt, sondern wenn wir ihn kennenlernen, immer besser, dann wollen wir von ihm erzählen, dann können wir es gar nicht ertragen, wenn Menschen um uns herum ohne ihn leben. Wir wollen einen Weg finden, ihnen zu helfen. Liebe Geschwister, und damit möchte ich enden. Welche Chance bietet diese Krise für unsere Mission? Ob uns das bewusst ist oder nicht, das, was wir gerade gesagt haben, was für uns gilt, gilt auch für alle Weltmenschen. Niemals zuvor, seit Jahrzehnten hatten Weltmenschen so viel Zeit und so wenig Ablenkung wie jetzt gerade. Die meisten von ihnen bleiben zu Hause, sie wissen vielleicht gar nicht, was sie zu tun haben. Die meisten lesen fast gar nicht mehr. Ich vermute, die meisten werden jetzt tagelang im Internet sitzen und irgendwie versuchen, etwas zu suchen. Wäre jetzt nicht die Gelegenheit des Jahrhunderts, in einer konzertierten Aktion so weit wie möglich das Evangelium zu verbreiten? Wäre jetzt nicht die Gelegenheit, dass jeder von uns sich fragt, was kann ich tun? Und wenn ich zu Hause bin, soziale Medien zu schwemmen mit Nachrichten und zwar nicht einfach irgendwelchen, wer hat den Coronavirus in die Welt gesetzt, sondern Nachrichten, die Menschen zum ewigen Leben führen. Botschaften, Videos, an Material mangelt es ja wahrlich nicht. Persönliche Kontakte pflegen und wenn es über digital sein muss momentan, Menschen, die jetzt Fragen haben, die sich jetzt Gedanken machen, wohin führt das alles, die jetzt vielleicht offen sind, nicht mit Panik wegjagen, aber ihnen deutlich zu machen, dass wir auf eine ernste, sehr ernste Krise zusteuern.

[1:04:30] Liebe Geschwister, vielleicht ist aus missionarischer Sicht die Corona-Krise ein Geschenk, das so schnell nicht wiederkommen wird. Beschweren wir uns nicht immer darüber, dass keiner Zeit hat, keiner solche Fragen stellt. Jetzt sind weltweit die Menschen an einem Thema interessiert. Wäre es jetzt nicht die Gelegenheit, anhand von Corona, so wie Jesus das gemacht hat mit Gleichnissen, den Menschen das Wesen der Sünde zu erklären und ihnen die gute Nachricht zu geben, dass, obwohl es für Corona kein Gegenmittel gibt, seit 6000 Jahren ein Heilmittel für die Sünde gibt, das jeden einzelnen Menschen rettet, egal wie schwach, egal wie alt, egal wie krank, egal wie verdorben, egal wie es ist. Jetzt ist die Zeit, Menschen zu zeigen, übrigens, jetzt ist auch die Zeit, dass wir mit unserer Gesundheitsbotschaft leuchten können. Jetzt ist die Zeit, dass wir zeigen können, hoffentlich nicht nur in der Theorie durch das Weitergeben von Traktaten, sondern durch unser eigenes Leben, dass Neustart funktioniert und dass Neustart unser Immunsystem stärkt. Weil das ist das, was momentan wir vielleicht neben den hygienischen Dingen überhaupt tun können: Wir können das Immunsystem stärken. Wollen wir nicht Menschen die Gelegenheit geben, auch ihr Immunsystem zu stärken? Und wenn sie merken, dass tatsächlich es ihnen hilft, haben wir dann nicht genau das, von dem Ellen White immer spricht, den rechten Arm des Evangeliums, der dann dem Evangelium die Tür aufmacht.

[1:06:00] Liebe Geschwister, ich möchte schließen mit einer Idee, die mich seit einiger Zeit beschäftigt. Wir haben im letzten Quartal Esra und Nehemia studiert und wir haben gesehen, wie der Aufbau des Werkes sich über Jahrzehnte verzögerte. 537 vor Christus gab es den ersten Befehl von Cyrus, 536 wahrscheinlich. 535 begann der Bau. 515, 20 Jahre später, war der Tempel fertig. Aber 457 vor Christus, über ein halbes Jahrhundert später erst, kam der dritte Befehl von Artaxerxes und es waren über 90 Jahre, bis schlussendlich Nehemia von der Sache erfuhr. Das Werk Gottes lag da nieder. Es gab immer Bemühungen, aber es ging nicht richtig voran. Bis ein Mann das Wort Gottes im Wort nahm und betete. Und wir haben gesehen, wie es plötzlich, ohne dass er es selbst sehen konnte, es eine Gelegenheit gab. Eine Gelegenheit, als plötzlich der König Artaxerxes ihm sagte: Okay, was willst du? Plötzlich die Türen aufgingen und Nehemia nicht gesagt hat: Ach, na ja, interessant, ich überlege mal. Nehemia wusste, was zu tun war und sein Gebet erhört wurde und er nach Jerusalem ging und innerhalb von 52 Tagen das Werk vollendete, was Jahrzehnte brach gelegen hatte.

[1:07:45] Liebe Geschwister, ist es nicht möglich, dass es eine Situation gerade gibt, eine Gelegenheit, die uns die Chance gibt, in kürzester Zeit etwas zu tun, was seit Jahrzehnten brach liegt? Möge Gott jeden Einzelnen von uns mit seinem Heiligen Geist erfüllen. Möge er uns bewusst machen, in welcher Zeit wir leben. Möge er uns persönlich begegnen und uns den Drang schenken, diese gute Nachricht der baldigen Wiederkunft Jesu in die ganze Welt zu verbreiten. Ich kann euch nicht sehen, wenn ihr eure Hand heben würdet, aber ich bete, dass viele Geschwister in Deutschland, Österreich, der Schweiz diese Gelegenheit wahrnehmen und Jesus suchen von ganzem Herzen. Wollen wir noch gemeinsam beten? Lass uns dazu niederknien.

[1:08:48] Lieber Vater im Himmel, wir danken dir von ganzem Herzen, dass du auch in besonderen Zeiten, ja gerade in besonderen Zeiten, in besonderer Weise zu uns sprichst. Herr, ich bitte dich von ganzem Herzen, dass du unsere Herzen erfüllst mit deinem Heiligen Geist, dass wir dich kennenlernen noch viel besser, dass wir dich als einen Freund kennenlernen, der uns durch jede Krise trägt, von dem wir gerne erzählen, nicht nur, weil es uns aufgetragen worden ist, sondern weil es uns ein innerstes Bedürfnis ist, so wie Jeremia sagt, wie Feuer ist in unseren Gebeinen. Herr, ich möchte dich bitten, dass du deinen Heiligen Geist ausgießt auf uns und dass du uns zeigst, was in unserem Herzen, in unseren Familien, in unseren Ehen, in unseren Gemeinden an Sünden vorhanden ist, die entfernt werden müssen, damit du mächtig wirken kannst. Und wir danken dir, dass du versprochen hast, dass du mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele, mit all deiner Kraft für unsere Errettung wirkst, dass, egal, was der Satan in den Weg schmeißt, wie wir heute in der Sabbatschule in deinen Szenen gesehen haben, um das Werk Gottes aufzuhalten, dass wir einen König der Könige haben, einen Herr der Herren, einen Hohen Priester, der in Ewigkeit unser Hoher Priester ist, Jesus Christus, der für uns eintritt, der seit Beginn des großen Kampfes immer Sieger gewesen ist. Auf ihn wollen wir uns verlassen, sein Wort in Anspruch nehmen und ihm danken. In seinem Namen beten wir. Amen.


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