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Manuskript: 02_2014_Lektion_6

In dieser Lektion der Cannstatt Study Hour mit Ronny Schreiber wird die Beziehung zwischen Christi Tod und dem Gesetz Gottes beleuchtet. Es wird untersucht, ob Christus das Gesetz abgeschafft hat oder ob es durch seinen Tod erfüllt wurde. Die Ausführungen basieren auf biblischen Texten und zeigen auf, dass das Gesetz Gottes vollkommen ist und uns hilft, Gottes Charakter zu erkennen. Die zentrale Botschaft ist, dass Christus nicht das Gesetz aufhob, sondern es erfüllte und uns befähigt, durch die Kraft des Heiligen Geistes ein Leben nach Gottes Gesetz zu führen, das in unser Herz geschrieben wird.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2014 Q2: Christus und sein Gesetz

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour in diesem Quartal mit unserem Thema Christus und sein Gesetz. Und heute beschäftigen wir uns mit der Lektion Nummer sechs: Christi Tod und das Gesetz Gottes. Bevor wir anfangen, möchte ich euch einladen, gemeinsam mit mir zu beten. Herr, unser Gott, wir danken dir dafür, dass wir dein Wort haben, dass wir studieren dürfen und dass wir dir dadurch näher kommen dürfen. Wir danken dir, Herr, dass wir heute studieren dürfen, was es mit deinem Gesetz auf sich hat und ob dein Tod daran was verändert hat. Lieber Vater, wir möchten dich um deinen Heiligen Geist bitten, dass er zu uns spricht, Herr, dass unsere Herzen offen sind und dein Wort hineinfallen kann. Wir legen es dir in die Hand und danken dir dafür im Namen Jesu. Amen.

[0:57] Immer wieder habe ich in der Vergangenheit gehört, dass Christus das Gesetz abgeschafft hat, als er hier auf Erden war. Einige Menschen haben gesagt, als Christus gestorben ist, ist das Gesetz aufgelöst worden. Er hat das Gesetz ans Kreuz geschlagen. Andere Menschen haben gesagt, das Gesetz ist fast abgeschafft. Einige Gebote stehen noch und einige sind sinnvoll, aber nicht alle. Einige Gebote hat Christus verändert oder gänzlich rausradiert. Und einen habe ich auch schon mal gehabt, der hat gesagt, alle neun Gebote stimmen, aber das Sabbatgebot ist aufgelöst worden. Das gibt es auch. Also wir wollen uns heute mit der Frage beschäftigen: Hat Christus das Gesetz verändert zu seinen Lebzeiten oder aber durch seinen Tod?

[1:42] Und hierzu möchte ich beginnen mit einem Vers aus Matthäus 5. Matthäus 5, Vers 17. Was sagt Christus selber dazu, ob er das Gesetz verändert? Matthäus 5, Vers 17. Christus sagt: „Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen sei, um das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen, um aufzulösen, sondern um zu erfüllen.“

[2:14] Christus selber sagt, er will das Gesetz nicht auflösen. Er ist gekommen, um zu erfüllen. Jetzt gibt es Menschen, die sagen: „Naja, weil Christus das Gesetz erfüllt hat, brauchen wir es nicht mehr. Er kam und hat das Gesetz, die Forderung des Gesetzes erfüllt und damit ist für uns alles bezahlt und das Gesetz wäre damit hinfällig und abgeschafft und hätte für uns keine Bedeutung mehr.“ Nun, warum sollte Christus das Gesetz abschaffen? Christus sagt, er hat das Gesetz erfüllt. Also das heißt, er selber lebte in diesem Gesetz. Er hat gezeigt, wie wir in diesem Gesetz leben können. Er erfüllte es. Er hat weder das Gesetz noch die Propheten abgeschafft.

[2:55] Und es wäre auch sehr seltsam, denn im Psalm 19, und hier Vers 7 – Entschuldigung, es ist nicht Vers 7, es ist Psalm 19, Vers 8. Hier heißt es: „Das Gesetz des Herrn ist vollkommen, es erquickt die Seele, das Zeugnis des Herrn ist zuverlässig.“ Und hier heißt es, das Gesetz des Herrn ist vollkommen. Wenn das Gesetz des Herrn vollkommen ist, warum sollte Jesus etwas abschaffen, was vollkommen ist? Am Anfang hat Gott alles geschaffen, es war sehr gut, es war vollkommen am Anfang, als er es gemacht hatte. Und es ist nicht geworden, um es wieder abzuschaffen.

[3:32] Das Gleiche wird hier über das Gesetz gesagt. Das Gesetz ist vollkommen. Ein vollkommenes Gesetz sollte nicht wieder abgeschafft werden. Ganz im Gegenteil, das Gesetz ist vollkommen und etwas anderes muss geändert werden. Hierzu gucken wir wieder in Matthäus 5 in die Bergpredigt und lesen Vers 48. 5, Vers 48. „Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist.“ Es geht nicht darum, das Gesetz an uns Menschen anzupassen, sondern es geht darum, uns Menschen an das Gesetz anzupassen. Jesus Christus hat nicht das Gesetz abgeschafft und gesagt: „Lebt, wie ihr wollt.“ Er hat gesagt: „Das Gesetz ist vollkommen. Christus kam, um das Gesetz zu erfüllen und zu uns sagte: Ihr sollt vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.“

[4:18] Und das ist das, was Christus eigentlich mit dem Gesetz tun will. Er zeigt die Vollkommenheit des Gesetzes und zeigt, dass wir gesetzestreu, gesetzeskonform leben können. Dass es möglich ist, Gott nachzufolgen, in seinen Geboten zu leben. Nun, vielleicht hört der eine oder andere von euch das erste Mal: „Ihr sollt vollkommen sein.“ Nun, wenn wir vollkommen sein sollen, ist natürlich die Frage: Was ist das und wie erreichen wir das?

[4:47] Nun, was ist diese Vollkommenheit, von der Jesus Christus hier spricht? Die Antwort darauf gibt uns Gott auch in seinem Wort und zwar in Kolosser. Im Kolosserbrief 3, Vers 14. „Über dies alles aber zieht die Liebe an, die das Band der Vollkommenheit ist.“ Wir sollen vollkommen sein, wie unser Vater im Himmel vollkommen ist. Und er sagt, die Liebe ist das Band der Vollkommenheit.

[5:13] Haben Liebe und Gesetz irgendwas gemein? Die meisten von euch werden es wissen, als Jesus Christus das Gesetz zusammenfasste, sagt er: „Liebe Gott von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt, mit all deinen Kräften und deinen Nächsten wie dich selbst.“ Und damit wären das Gesetz und die Propheten erfüllt. In der Liebe, in der Liebe haben wir die Vollkommenheit. Dazu muss aber die Liebe in uns hinein.

[5:42] Und auch im 1. Johannes 5, Vers 3. 1. Johannes 5, Vers 3 heißt es: „Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten, und seine Gebote sind nicht schwer.“ Wie konnte Johannes das sagen? Die Gebote sind nicht schwer. Scheinbar sind dem Johannes die Gebote wirklich nicht schwer gefallen. Der eine oder andere von uns mag damit kämpfen und wir sehen die Gesetze Gottes und verzweifeln vielleicht daran und sagen: „Warum kann ich das nicht?“ Aber Johannes sagt, seine Gebote sind nicht schwer. Scheinbar gibt es eine Möglichkeit, in diesen Geboten zu leben, aber dazu später mehr.

[6:17] Schauen wir uns an, was Paulus dazu sagt. Dazu gehen wir in den Römerbrief und im Römerbrief ab Kapitel 7, die ersten drei Verse. Hier sagt Paulus: „Oder wisst ihr nicht, denn ich rede ja mit Gesetzeskundigen, dass das Gesetz nur so lange über den Menschen herrscht, wie er lebt? Denn die verheiratete Frau ist durch das Gesetz an ihren Mann gebunden, so lange er lebt. Wenn aber der Mann stirbt, so ist sie vom Gesetz des Mannes befreit. So wird sie nun bei Lebzeiten des Mannes eine Ehebrecherin genannt, wenn sie einem anderen Mann zu eigen wird. Stirbt aber der Mann, so ist sie vom Gesetz frei, sodass sie keine Ehebrecherin ist, wenn sie einem anderen Mann zu eigen wird.“

[7:05] Paulus sagt hier ganz, ganz deutlich: Das Gesetz herrscht über die Lebenden. Solange ich lebe, stehe ich unter dem Gesetz. Wenn wir einen Vers vorher angucken, lesen wir Römer 6, Vers 23: „Denn der Lohn der Sünde ist der Tod, aber die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.“ Das Gesetz herrscht über die Lebenden. Wenn der Lebende sündigt, ist der Lohn der Tod. Aber die Gnadengabe Gottes, heißt es hier, ist das ewige Leben in Christus Jesus unserem Herrn.

[7:44] Jetzt gibt es hier die Möglichkeit, entweder hat Christus das Gesetz verändert, denn es heißt, der Sünde Lohn ist der Tod. Wenn ich also ein lebender Mensch bin, ich sündige, würde mich das Gesetz schuldig sprechen und mich zum Todeskandidaten machen, mich zum Tode verurteilen. Das heißt aber die Gnadengabe Gottes, das ewige Leben in Christus Jesus. Und das wollen wir uns ein bisschen genauer angucken, warum die Gnadengabe Gottes das ewige Leben in Christus ist und was das mit dem Gesetz zu tun hat.

[8:17] Wir gehen weiter in Römer 7,4. „Also seid auch ihr, meine Brüder, dem Gesetz getötet worden durch den Leib des Christus, damit ihr einem anderen zu eigen seid, nämlich dem, der aus den Toten auferweckt worden ist, damit wir Gott Frucht bringen.“ Es heißt hier, dass wir nun nicht mehr uns selbst gehören, sondern wir sind einem anderen zu eigen geworden, nämlich dem Christus. Wir gehören zu Jesus Christus, der aus den Toten auferweckt worden ist, mit dem Grund, damit wir Gott Frucht bringen.

[8:55] Wir wären nun eins gemacht mit Jesus. Plötzlich verändert sich in uns was, nicht das Gesetz verändert sich, in uns verändert sich was. Unser Leben gehört plötzlich Christus mit der Begründung, damit wir Gott Frucht bringen. Es muss also was verändert worden sein in uns, dass wir plötzlich Frucht bringen. Die Frucht, die hier gemeint ist, ist natürlich die Geistesfrucht. Und die Geistesfrucht, die kennen wir aus Galater 5 und hier ist sie beschrieben in Vers 22: „Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.“

[9:32] Die Frage, die ihr euch selbst stellen könnt: Hat Christus in seinem Leben diese Früchte gezeigt? Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung. Hat Christus diese Früchte gezeigt und zeigst du sie auch? Sind diese Früchte auch in deinem Leben vorhanden? Denn das ist das, was Jesus Christus in uns tun will. Er möchte, dass wir sein eigen sind, damit wir die Chance haben, diese Frucht zu bringen.

[9:58] Nun, Römer 7, Vers 5. Paulus sagt: „Denn als wir im Fleisch waren, da wirkten in unseren Gliedern die Leidenschaften der Sünden, die durch das Gesetz sind, um dem Tod Frucht zu bringen.“ Als wir im Fleisch waren, bevor wir zu Jesus Christus gehörten, da wirkten in unseren Gliedern die Leidenschaften der Sünden, die durch das Gesetz sind, um dem Tod Frucht zu bringen. Ja, was wirkte in uns? Was ist die Frucht des Todes? Leidenschaften, heißt es hier, wirkten in uns und sie haben dem Tod Frucht gebracht.

[10:31] Nun, sie haben dem Tod Frucht gebracht. Auch diese Frucht finden wir in Galater 5. Galater 5, ab Vers 19 heißt es: „Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, welche sind: Ehebruch, Unzucht, Unreinheit, Zügellosigkeit, Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Streit, Eifersucht, Zorn, Selbstsucht, Zwietracht, Parteiung, Neid, Mord, Trunkenheit, Gelage und dergleichen, wovon ich euch voraussage, welche solche Dinge tun, voraussage, wie ich schon zuvor gesagt habe, dass die, welche solche Dinge tun, das Reich Gottes nicht erben werden.“

[11:14] Wenn das Leben Fleisches Frucht bringt, sind wir keine Erben des Reiches Gottes. Wenn das Leben Geistes Frucht bringt, ist Christus in uns, sind wir eins mit ihm. Jetzt ist es interessant. Vers 6: „Jetzt aber sind wir vom Gesetz frei geworden, da wir dem gestorben sind, worin wir festgehalten wurden, sodass wir im neuen Wesen des Geistes dienen und nicht im alten Wesen des Buchstabens.“

[11:38] Er sagt, wir sind frei geworden vom Gesetz, da wir dem gestorben sind, worin wir festgehalten wurden. Worin wurden wir denn festgehalten? Wir wurden festgehalten in Sünden. Wir sind diesen Sünden gestorben, sodass wir im neuen Wesen des Geistes, das heißt es dienen und nicht im alten Wesen des Buchstabens.

[12:10] Hier ist es interessant, dass Paulus sagt, wir sind gestorben. Paulus sagt an einer Stelle nochmal, dass wir sterben. Wir gucken den Vers an. Philipper 1, 21. Greife ich schon zu viel vor? Philipper 1, 21. Ein ganz, ganz schöner Vers, den man auch hierauf anwenden kann. Philipper 1, Vers 21: „Denn für mich ist Christus das Leben und das Sterben ein Gewinn.“ Auch wenn Paulus sagt, für mich ist Christus das Leben, also ich habe keine Angst vor dem Tod. Selbst wenn Menschen mich umbringen würden, ist es ein Gewinn für mich. Ich bin von dem Leid der Welt erlöst und werde auf die Wiederkunft des Herrn warten, dass ich auferstehen werde. Aber ich glaube, dieser Text geht noch ein Stück tiefer.

[12:55] Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn. Und ich glaube, das tägliche Sterben ist unser Gewinn. Wie Johannes der Täufer schon sagte: „Ich muss abnehmen, er aber muss zunehmen.“ Ich muss täglich sterben, Christus in mir muss täglich wachsen. Diese Heiligung, die geschieht nicht auf Knopfdruck und auf einmal. Diese Heiligung geht Stück für Stück voran und sicherlich hast du diese Erfahrung in deinem Leben schon gemacht, dass alte Gewohnheiten, die dich gefesselt haben, durch die Macht Christi in deinem Leben gebrochen wurden und du plötzlich neue Wege gehen kannst.

[13:28] Und das ist das, was Jesus Christus in unserem Leben macht. Alte Gewohnheiten, eingefahrene Charakterzüge, die wir nicht loswerden, verändert Jesus Christus. Wir sind dem Gesetz gestorben. Das Gesetz, das uns verurteilt hat und das Gesetz, das uns zum Tode verurteilt, das uns den Tod voraussagt, dem sind wir gestorben. Denn unser alter Mensch ist gestorben, der neue Mensch wächst jeden Tag und täglich sterben wir neu, unseren alten Leib, unsere Sünden werden nicht mehr gefesselt. Wir sind buchstäblich dem Gesetz gestorben, weil der alte Mensch tot ist und ein neuer Mensch geboren wurde in Jesus Christus. Und Jesus Christus wirkt fortan in uns die Früchte des Geistes. Buchstäblich dem Gesetz gestorben.

[14:13] Schauen wir ein bisschen weiter. Und zwar lesen wir mal Römer 8, Vers 2. Römer 8, Vers 2. Hier sagt Paulus: „Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat mich freigemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.“ Hier spricht Paulus zwei Gesetze an. Das Gesetz des Geistes des Lebens. Und er sagt, das hat ihn freigemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes. Es scheint hier zwei Gesetze zu geben, von denen Paulus hier spricht. Diese beiden Gesetze wollen wir uns gleich mal näher anschauen, was mit diesen beiden Gesetzen zu tun hat. Zwei Gesetze, die hier scheinbar in Paulus sind. Eins, das Gesetz des Lebens hat ihn freigemacht vom Gesetz des Todes.

[14:58] Schauen wir mal, wie es Paulus so ergangen ist. Hierzu lesen wir Römer 7 und ab Vers 21. Paulus sagt: „Ich finde also das Gesetz vor, wonach mir, der ich das Gute tun will, das Böse anhängt. Denn ich habe Lust an dem Gesetz Gottes nach dem inneren Menschen.“ Und mal ehrlich, geht es uns nicht auch so? Ich finde das Gesetz vor, wonach mir, der ich das Gute will, das Böse anhängt. Ja, in der Tat. Ich glaube, das können wir alle erkennen in unserem Leben. Und ich glaube, du kannst auch mit Paulus übereinstimmen in deinem Leben, wenn Paulus sagt: „Denn ich habe Lust an dem Gesetz Gottes nach dem inneren Menschen.“ Ich möchte ja das Gebot Gottes halten. Ich sehe mir das Gebot in der Bibel an. Ich lese Gottes Charakter in seinem Gesetz. Ich erkenne, dass es alles gerecht, wahrhaftig, echt und gut ist, was er da schreibt. Und ich möchte in diesem Buch Gottes leben. Ich möchte ein Leben führen, das Gott wohlgefällig ist. Geht es dir auch so nach dem inneren Menschen? Oder sehnst du dich, ein sündhaftes Leben zu führen? Ich glaube, das Gegenteil tust du. Ich glaube, genau wie ich, sehnst du dich danach, ein heiliges Leben zu führen, Gott treu nachzufolgen, wirklich geheiligt zu werden durch Gott.

[16:19] Nun Römer 7, Vers 22. Paulus sagt: „Denn ich habe Lust an dem Gesetz Gottes nach dem inneren Menschen. Ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das gegen das Gesetz meiner Gesinnung streitet und mich gefangen nimmt unter das Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist.“ Paulus sagt, ich sehe ein anderes Gesetz, das in mir drin ist, das wieder mich streitet, mit dem ich im Konflikt bin. Das Gesetz, das gegen das Gesetz meiner Gesinnung streitet. Das Gesetz meiner Gesinnung will mich heiligen, will mich zu Jesus Christus ziehen. Ich möchte, ich habe den Wunsch, ein heiliges Leben zu führen. Aber er sagt, in meinen Gliedern ist ein anderes Gesetz und es nimmt mich gefangen. Es nimmt mich gefangen unter die Sünde.

[16:59] Und Paulus sagt in Vers 24: „Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen von diesem Todesleib?“ Oh, wie viele Christen haben auch schon in den Jahrhunderten und Jahrtausenden vor uns diesen Kampf gekämpft. Unser Leib zieht uns in die Sünde. Und wie oft liegen wir auf den Knien und sagen: „Herr, ich möchte nicht mehr sündigen. Ich möchte da rauskommen. Ich möchte das nicht mehr. Ich möchte dies nicht tun, das nicht tun, das nicht tun. Es nimmt mich gefangen in meinem Leben und ich komme da nicht raus.“ Wie oft kämpfen wir diesen Kampf? Wie oft haben wir das gemacht? Und wie viele Generationen von Christen haben diesen Kampf vor uns gekämpft?

[17:32] Aber lasst euch nicht entmutigen. Jesus Christus ist der Sieger in diesem Kampf. Hier streiten zwei Gesetze. Und was wir gerade gelesen haben in Römer 8, Vers 2: „Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat mich freigemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.“ Der Geist war stärker als der Leib. Wenn ich mich täglich entscheide, den alten Menschen zu sterben und einen neuen Menschen zu leben, Stück für Stück in die Heiligung geführt. Der Geist des Lebens hat die Oberhand in meinem Leben. Aber es ist ein harter Kampf.

[18:03] Es ist wirklich ein harter Kampf, von dem Paulus auch spricht, denn er vergleicht das sogar an einer Stelle mit einem, mit jemandem, der in der Rennbahn läuft. Jemand, der auf jeden Fall den Siegespreis erlangen will. Und er sagt, er ist enthaltsam vorher und er kämpft, um diesen Preis zu erlangen und wie anstrengend das ist. Und ich glaube, das ist das, was wir in unserem Leben oftmals in der heutigen Zeit zu leicht nehmen. Es ist wirklich ein Kampf, den wir kämpfen müssen, aber gegen uns selbst, gegen mein eigenes Ich. Mein eigenes Ich verführt mich dahin und dahin und dahin und es sieht auch alles so gut aus, falsche Wege zu gehen. Manchmal denkt man ja wirklich, wenn ich den anderen Weg gehe, ist es vielleicht besser für mich. Aber lassen wir uns nicht täuschen. Was der Mensch sät, das wird er auch ernten. Den guten Weg Gottes zu gehen, heute, hier und jetzt schon, Schritt für Schritt, das wird in Zukunft den Segen bringen. Streitet gegen das Gesetz in eurem Inneren.

[19:01] Nun, wir gucken uns mal einen Menschen an, der diesen Kampf gekämpft hat. Johannes 19. Es ist natürlich nicht Johannes, es muss Matthäus sein. Matthäus 19. Matthäus 19 und hier ab Vers 16. „Und siehe, einer trat zu und fragte ihn, also Jesus: Guter Meister, was soll ich tun, um das ewige Leben zu erlangen? Er sprach aber zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut, außer Gott allein. Willst du aber in das Leben eingehen, so halte die Gebote.“

[19:50] Moment, Jesus Christus sagt: „Willst du in das Leben eingehen, so halte die Gebote.“ Sagen nicht einige Menschen, Christus hat die Gebote abgeschafft? Wie kann er sagen, wenn er in das Leben eingehen will, so halte die Gebote? Sind die Gesetze vielleicht doch nicht abgeschafft?

[20:06] Nun, der Jüngling fragt: „Welche?“ Jesus aber sprach: „Du sollst nicht töten, du sollst nicht Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsches Zeugnis reden, ehre deinen Vater und deine Mutter und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Woher kommen diese Satzungen, die er gerade aufzählt? Das sind Satzungen aus den zehn Geboten Gottes. Wenn Christus von den Geboten spricht, dann meint er die zehn Gebote Gottes. Willst du das ewige Leben haben, dann halte die Gebote.

[20:35] Nun, der junge Mann ab Vers 20 spricht zu ihm: „Das habe ich alles gehalten von meiner Jugend an, was fehlt mir noch?“ Jesus sprach zu ihm: „Willst du, und Achtung, hier kommt das Wort schon wieder, willst du vollkommen sein, so geh hin, verkaufe, was du hast, und gib es den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben und komm, folge mir nach.“

[20:56] Willst du vollkommen sein? Was hatten wir vorhin in Psalm 19, Vers 8 gelesen? Was ist vollkommen? Das Gesetz Gottes ist vollkommen. Er sagt, willst du vollkommen sein, geh hin, verkaufe, was du hast, also gib weg, was was dich gefangen nimmt.

[21:07] Als er bei dem jungen Mann das Wort hörte, ging er betrübt davon, denn er hatte viele Güter. Interessant, dass hier steht, als der junge Mann das hörte, ging er fröhlich davon, denn er hatte alles, was er brauchte. Nein, hier heißt es, der junge Mann ging betrübt davon, denn er hatte viele Güter. Der junge Mann muss also gewusst haben, was ihm gerade entgeht. Er hat auf eine andere Antwort gehofft. Er sagt: „Was muss ich machen, das ewige Leben zu haben? Was muss ich denn tun?“ Jesus sagt: „Gib das auf, was dich gefangen nimmt, gib das auf, was dich von Gott trennt.“ Und der junge Mann ging traurig weg, er hat diesen Kampf verloren.

[21:48] Geht es uns auch so im Leben? Halten wir auch an irgendwas fest, weil es doch unsere Lieblingswinde ist, weil es doch so schön ist, weil es uns doch gefangen nimmt? Haben wir Götzen? Hängen auch wir am Reichtum, an irgendwelchen Sicherheiten? Irgendwas, was wir uns selbst ins Leben stellen und es wie einen Götzen verehren, indem wir unser Leben danach ausrichten? Der reiche Jüngling hatte sowas und er ging betrübt weg. Wie traurig ist das?

[22:14] Da sprach Jesus zu seinen Jüngern, Vers 23: „Wahrlich, sage ich euch, ein Reicher hat es schwer, in das Reich der Himmel hineinzukommen.“ Und wiederum sage ich euch: „Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als dass ein Reicher in das Reich Gottes hineinkommt.“

[22:29] Als seine Jünger dies hörten, entsetzten sie sich sehr und sprachen: „Wer kann denn überhaupt gerettet werden?“ Ist es denn überhaupt möglich? Ich meine, jeder Mensch hat doch irgendwas in seinem Leben, was ihn gefangen nimmt. Jeder Mensch hat doch irgendwo ein Götzen. Jeder Mensch hat doch eine Lieblingssünde. Jeder Mensch macht doch ab und zu mal was Falsches. Jeder Mensch lügt doch ab und zu mal oder stiehlt irgendwas. Ist nicht so ganz ehrlich. Wie kann man überhaupt gerettet werden?

[22:53] Nun, Vers 26. Jesus aber sah sie an und sprach zu ihnen: „Bei den Menschen ist dies unmöglich.“ Der Mensch kann nicht von sich aus gerettet werden. Vers 26b: „Aber bei Gott sind alle Dinge möglich.“ Von mir aus kann ich dieses Gesetz nicht halten, ich schaffe es nicht. Mein Leib ist voller Sünde und zieht mich immer wieder in die Sünde, auch wenn mein Geist zum Leben will. Wenn ich von meinem intellektuellen Verstand her sage, ich möchte Gott folgen, werde ich es nicht schaffen. Das sind Sünden in meinem Leben, die kontinuierlich an mir arbeiten. Man könnte nicht sagen: „Ronny, mach das, tu das. Geh einen anderen Weg. Lüg doch mal, ist doch dein Vorteil.“ Das ist ständig die Stimme in einem und diesen Kampf wird man verlieren, weil die Sünde so hartnäckig ist im Leben. Immer wieder, immer wieder. Man schafft das einmal, man schafft das zweimal, man schafft das dreimal, dem zu entkommen. Aber die Sünde ist im Herzen festgesetzt und sie bohrt und sie spricht immer wieder. Immer wieder gibt es neue Versuchungen. Die Sünde bohrt und irgendwann gehen wir nach. Zack, sind wir gefallen.

[24:04] Deswegen ist es für den Menschen einfach unmöglich. Wir können diesen Kampf nicht gewinnen. Es muss Jesus Christus in uns tun. Wenn Jesus Christus nicht anfängt, unser Herz zu verändern und diese Sünden da rauszuschmeißt, die Dinge in eurem Leben verändert und ausmerzt, die euch immer wieder verführen, in die Sünde reinzulaufen, dann werden wir niemals ein vollkommenes und geheiligtes Leben führen können. Wahrscheinlich, wenn du darüber nachdenkst, fallen dir bestimmt so ein, zwei, vielleicht sogar drei Dinge ein, in die du immer wieder hineinläufst. Und vielleicht sogar sind das Dinge, die dir auch Freude machen. Vielleicht sind es Dinge, von denen du weißt, eigentlich sind sie falsch, aber ich will sie eigentlich nicht aufgeben. Aber das, von deinem Verstand her würdest du sagen, ich würde sie sofort aufgeben. Aber von dieser Sucht nach der Sünde bist du am Kämpfen. Und diesen Kampf wirst du verlieren.

[24:58] Deswegen bringt es Gott da und sagt: „Bitte verändere mein Herz, denn ich habe damit keine Chance. Ich verliere diesen Kampf immer und mit einem sündigen Herzen kann ich niemals in dein Himmelreich kommen. Also bitte nimm das raus, auch wenn es wehtut. Aber Gott wird diesen Sieg schenken.“

[25:14] Wir lesen Philipper 4, Vers 13. Philipper 4, Vers 13. Hier sagt Paulus: „Ich vermag alles durch den, der mich stark macht, Christus.“

[25:35] Was für ein großartiger Vers. Das, was mir eigentlich unmöglich ist, vermag ich durch den, der mich stark macht. Die Sünde überwinden, was mir unmöglich scheint, weil sie doch mein ganzes Leben, sie hat mich doch gefangen genommen. Sie hat doch mein ganzes Leben verstrickt. Wie soll ich da jemals rauskommen? Paulus sagt: „Ich vermag alles durch den, der mich stark macht.“ Und wahrlich, der größte Kampf ist der Kampf gegen unser eigenes Ich. Über alles mögliche in der Welt können wir kämpfen, können wir versuchen, unseren Mann zu verstehen. Aber gegen das eigene Ich zu kämpfen. Paulus sagt: „Ich vermag alles durch den, der mich stark macht, durch Jesus Christus.“

[26:10] Die Frage ist, ob wir das wirklich wollen. Die Frage ist, ob wir wirklich gegen uns selbst kämpfen wollen, ob wir wirklich sterben wollen, damit ein neuer Mensch in uns entsteht. Ob wir unseren alten Mensch sterben lassen oder ob wir so sehr daran hängen. Ob wir uns eine Welt aufgebaut haben, in der wir leben, wie wir unsere Freunde kennen, unsere Bekannten kennen, wie uns all die Menschen kennen, unsere Arbeitskollegen. Haben wir uns eine Scheinwelt aufgebaut und versuchen, jemand zu sein, der wir eigentlich nicht sind? Können wir dieses Leben wirklich aufgeben? Dann wird Christus uns die Kraft geben, das auch zu tun. Aber der Wunsch muss von uns kommen. Wir müssen den Wunsch haben, das zu tun.

[26:44] Wir schauen weiter in unseren Römerbrief. Paulus war in Römer sieben. Römer sieben und wir waren bei Vers sieben. Paulus sagt: „Was wollen wir nun sagen? Ist das Gesetz Sünde? Das sei ferne! Aber ich hätte die Sünde nicht erkannt, außer durch das Gesetz. Denn von der Begierde hätte ich nichts gewusst, wenn das Gesetz nicht gesagt hätte: Du sollst nicht begehren.“

[27:15] Ist das Gesetz Sünde? Das sei ferne. Das Gesetz ist vollkommen. Das Gesetz kann keine Sünde sein. Aber er sagt, ich hätte die Sünde nicht erkannt, wenn mir nicht das vollkommene Gesetz vorgestellt worden wäre und ich gesehen habe: „So und so und so und so und so soll der Mensch sein. So war der Mensch mal gemacht.“ Und ich jetzt da hineingucke in dieses Gesetz wie in einen Spiegel, dann erkenne ich, wie sehe ich aus dem Gesetz gegenüber? Und Paulus sagt, dadurch habe ich die Sünde erkannt. Ich hätte die Sünde nicht erkannt, wenn das Gesetz nicht da wäre.

[27:51] Die Funktion des Gesetzes ist, dass wir die Sünde erkennen. Deswegen ist uns in dem Gesetz der Charakter Gottes gegenübergestellt. So kann ich meinen Charakter anschauen, kann den Charakter Gottes anschauen und kann sagen: „Bin ich so?“ Der Charakter Gottes in seinen zehn Geboten. Das ist so großartig. Du sollst nicht Ehe brechen. Gott sagt, ich bin treu. Du sollst nicht lügen. Gott sagt, ich bin die Wahrheit. Du sollst nicht töten. Gott sagt, ich bin das Leben. Gott stellt seinen Charakter vor in all diesen zehn Geboten. Ich frage mich: Bin ich so?

[28:24] Vers 8. Paulus sagt: „Da nahm aber die Sünde einen Anlass durch das Gebot und bewirkt in mir jede Begierde. Denn ohne das Gesetz ist die Sünde tot.“ Sünde ist keine Sünde, wenn das Gesetz nicht da wäre. Sie muss ja offenbar werden. Sünde ist ja irgendwie nur eine Art zu leben. Aber ohne, dass ich ein Gegenüber habe, ohne, dass ich sehe, was richtig ist, ist die Sünde einfach mal tot. Aber wenn ich jetzt in das Gesetz hineingucke, dann fängt die Sünde in mir an, plötzlich zu arbeiten. Und sie zieht mich auf die andere Seite. Auch wenn ich von meinem Verstand her erkenne, dass das Gebot perfekt ist, dass es großartig ist. Plötzlich fängt die Sünde an und sagt: „Das willst du aber eigentlich gar nicht. Du willst dich vielleicht selbst überheben. Du willst höher sein als alle anderen Menschen.“ Ist es das? Das ist die Sünde Satans. Fängt die Sünde plötzlich an in mir zu leben, weil das Gesetz plötzlich da ist.

[29:29] Nun, Paulus sagt etwas ganz, ganz Spannendes. Vers 9 und 10. „Ich aber lebte, als ich noch ohne Gesetz war. Als aber das Gebot kam, lebte die Sünde auf und ich starb.“ Ich lebte, als ich noch ohne Gesetz war. Wann war Paulus ohne Gesetz? Paulus ist ein Pharisäer. Im Alter bis 10 Jahren das alte Testament auswendig, oder die fünf Bücher Mose auswendig gekonnt. Im Alter bis 14 Jahren das gesamte alte Testament vom 1. Mose bis Maleachi auswendig. Wann hat er das Gesetz nicht gekannt? Schon als Junge kannte er das Gesetz. Aber er sagt: „Ich aber lebte, als ich noch ohne Gesetz war.“ Paulus hat Zeit seines Lebens als Pharisäer gelebt. Die Menschen müssen gedacht haben, er hat vollkommen im Gesetz gelebt. Er hat unter Gamaliel gelernt. Wer wäre nicht Paulus?

[30:19] Er sagt: „Als das Gebot kam, lebte die Sünde auf und ich starb.“ Zu welchem Zeitpunkt ist Paulus gestorben? Ist der alte Mensch in Paulus gestorben? Zu dem Zeitpunkt, als er auf dem Weg nach Damaskus erschien. Plötzlich erkennt er das, was viele Menschen damals erkannt haben, zu der Bergpredigt von Christus. Als Christus anfängt zu erklären, was das Gesetz ist. Da steht: „Du sollst nicht töten.“ Dann muss ich nicht jemanden umgebracht haben, um das Gesetz übertreten zu haben. Es kann sein, dass ich jemanden ums Leben genommen habe. Dass ich ihm das Leben kaputt gemacht habe. Den ich ihm verspottet habe, den ich ihm verhöhnt habe, den ich ihm ausgelacht habe. Das reicht schon, um jemanden das Leben zu nehmen, das Leben, das Gott für ihn vorgesehen hat.

[31:04] Und als Paulus, der all diese Gebote kannte, plötzlich Christus sieht. Und Christus ist wahrlich das Gesetz. Das ist sein Charakter. Als er das sieht. Also die Sünde lebte in mir auf, die ich früher für gar nicht schlimm hielt. Aber plötzlich fing die Sünde an und kämpfte. Ich sah den vollkommenen Charakter und ich starb. Ich lebte, als ich ohne das Gesetz kam, starb ich. Und das war gut für Paulus. Er musste sterben.

[31:28] Und er sagt, Vers 10: „Und eben dieses Gebot, das zum Leben gegeben war, erwies sich für mich totbringend.“ Das Gebot war da, damit Paulus leben kann. Das Gebot war da, damit die Menschen leben können. Es sollte zum Leben sein. Aber es erwies sich für mich als totbringend. Der alte Mensch musste nun sterben.

[31:46] Vers 11. Bevor wir in Vers 11 weitermachen, schauen wir uns noch was an. Paulus sagte ja: „Als ich noch ohne Gesetz war, lebte ich.“ Nun, so ist es übrigens auch mit der Sünde, wie Gott sie den Menschen anrechnet oder auch nicht. Schauen wir dazu mal in Apostelgeschichte 17, Vers 30. In 17, Vers 30 spricht Paulus aus dem Areopag zu den griechischen Gelehrten und sagt: „Nun hat zwar Gott über die Zeiten der Unwissenheit hinweggesehen, jetzt aber gebietet er allen Menschen überall Buße zu tun.“ Gott hat über die Zeit der Unwissenheit hinweggesehen. Als ich nicht wusste, dass ich gegen das Gesetz handele, hat Gott darüber hinweggesehen. Die Sünde konnte nicht greifen. Aber in dem Moment, jetzt sagt er: „Jetzt aber gebietet er allen Menschen überall Buße zu tun.“ In dem Moment, wo ich erkenne, dass mein Leben falsch ist, gebietet er den Menschen Buße zu tun. Plötzlich lebt die Sünde auf. Jetzt müssen die Menschen sterben. Und zwar entweder den ewigen Tod, wenn sie in der Sünde bleiben, oder aber sie sterben ihr altes Leben, was wir den Menschen wünschen wollen, das alte Leben zu sterben.

[33:14] Das Gleiche hat Jesus mal zu den Pharisäern gesagt, und zwar in Johannes 9. In Johannes 9 und hier Vers 41. Jesus sprach zu ihnen: „Wenn ihr blind wärt, so hättet ihr keine Sünde. Nun sagt ihr aber: Wir sind sehend, deshalb bleibt eure Sünde.“ Hättet ihr die Sünde nicht erkannt, wüsstet ihr nicht, dass es Sünde ist, hätte sie keine Macht. Weil ihr aber sagt, ihr seht, ihr kennt das Gesetz, seid ihr Sünde. Ihr seid des Todes.

[33:41] Was bewirkt dieses Gesetz? Das ist in unserer Lektion überschrieben mit: „Die Macht des Gesetzes.“ Nach Römer 4, nach Römer 4, Vers 15 ist hier die Wirkung des Gesetzes beschrieben. Das Gesetz bewirkt nämlich Zorn. „Denn wo kein Gesetz ist, da ist auch keine Übertretung.“ Klar, wenn es kein Gesetz gibt, vielleicht keine Straßenverkehrsordnung, dann kann mich auch kein Richter dafür verurteilen, wenn ich mit meinem Fahrzeug falsch fahre, falsche Richtung, falsche Spur benutze, war zu schnell oder wie auch immer. Wenn ich keine Straßenverkehrsordnung habe, dann kann mich niemand verurteilen. Aber dadurch, dass das Gesetz da ist, dass es gegeben ist und dass es ein Maßstab und eine Richtlinie ist für unser Leben, bewirkt es den Zorn. Deswegen fallen die Menschen unter den Fluch des Gesetzes, unter den Tod.

[34:33] Und das Gesetz ist gleichzeitig, es bewirkt den Zorn und gleichzeitig ist dieses Gesetz auch noch eine Kraft. Wir haben es gerade angeschnitten in 1. Korinther 15. Hier ist es der Stachel des Todes, aber ist die Sünde. Die Kraft der Sünde aber ist das Gesetz. Der Stachel des Todes ist die Sünde. Der Tod kommt durch die Sünde. Die Kraft der Sünde ist aber das Gesetz. Wäre das Gesetz nicht da, gäbe es keine Sünde.

[35:11] Wollen wir heute sagen, es gibt keine Sünde, weil das Gesetz nicht da ist? Wäre das Gesetz abgeschafft, würde es keine Sünde geben. Warum, wenn es jetzt abgeschafft ist und es keine Sünde gibt, sollte ich dann den stellvertretenden Opfertod Jesu für mich in Anspruch nehmen wollen? Es gibt doch keine Sünde. Wenn ich wirklich behaupte, das Gesetz ist abgeschafft, muss ich auch sagen, dann brauche ich auch keine Vergebung. Wenn es keine Straßenverkehrsordnung gibt, kann man mich auch nicht dafür belangen, dass ich falsch geparkt habe. Das ist die logische Erklärung, dass das Gesetz noch heute gültig ist. Wenn das Gesetz heute nicht gültig wäre, wäre unser ganzer Glaube umsonst. Wir bräuchten keinen Christus am Kreuz mehr.

[35:59] Das ist das, was das Gesetz verursacht. Das Gesetz verursacht Zorn und das Gesetz gleichzeitig die Kraft der Sünde. Aber was das Gesetz nicht kann. Römer 8, Vers 3. „Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch kraftlos war, das tat Gott, indem er seinen Sohn sandte in der gleichen Gestalt wie das Fleisch der Sünde und um der Sünde willen und die Sünde im Fleisch verurteilte.“

[36:35] Was dem Gesetz unmöglich war. Das Gesetz konnte, das Gesetz kann ja kein Leben geben. Das Gesetz kann uns nicht verändern. Die Veränderung kommt durch Jesus Christus, was dem Gesetz unmöglich war, uns zu retten, weil es durch das Fleisch kraftlos war. Ich kann dem Gesetz nicht gehorsam leben aus mir heraus. Aber das tat Gott, indem er seinen Sohn sandte in der gleichen Gestalt wie das Fleisch der Sünde und um der Sünde willen und die Sünde im Fleisch verurteilte.

[37:05] Jesus Christus selber hat gezeigt, dass ein Leben im Gesetz Gottes geht. Und warum? Weil er mit dem Geist Gottes erfüllt war. Die Kraft kam von Gott und Jesus Christus konnte diese Geistesfrucht bringen, die aus dem Geist heraus im Menschen wächst, die aber nicht aus dem Gesetz heraus wächst. Und damit kann der Mensch zur Vollkommenheit gelangen, von der er einst kam, eben als der Mensch geschaffen wurde.

[37:33] Aber nach Römer 3 Vers 23 heißt es: „Alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten.“ Und jeder Mensch von uns hat gesündigt und verhindert, dass der Geist in unseren Herzen wirken kann. Unsere Sünde trennt uns von Gott. Der Geist ist Gott und der Geist kann in uns aufgrund unserer Sünde nicht wirken.

[38:00] Nun ist es aber Jesus Christus, der für unsere Sünde bezahlt hat. Und wenn ich das Opfer Jesu annehme, kann der Geist in mein Herz einkehren und kann plötzlich anfangen zu arbeiten. Meine Sünde trennt mich von Gott, aber meine Schuld kann bezahlt werden. Ich muss zu Jesus Christus gehen und sagen: „Ich möchte dir meine Schuld geben. Ich weiß, du hast den Preis bezahlt und ich möchte sie dir abgeben.“

[38:29] Nun wird das Wirken des Geistes nicht mehr verhindert. Wie oft beten wir darum, dass Gott uns unsere Schuld vergibt? Es sollte ein tägliches Gebet sein. Wir sollten es in unser Gebet mit aufnehmen: Schuldvergebung. Bitte Gott, dass er dich reinigt, damit der Geist in deinem Leben wirken kann.

[38:43] Nun, was wir brauchen, oder vielmehr, was wir wissen, ist, dass nach 2. Mose 33 und 34 Gottes Gesetz seine Herrlichkeit ist. Und seine Herrlichkeit ist ein Charakter. Gottes Gesetz zeigt also Gottes Charakter. Und dieser Charakter Gottes soll in unser Herz hinein. David hat das damals erkannt. Er hat das Problem, dass wir haben, dass unsere Herzen eigentlich von Jugend auf sündig sind. Unsere Herzen sind kaputt, unsere Herzen sind voller Sünde und der Geist kann darin gar nicht wirklich arbeiten.

[39:25] In Psalm 51 Vers 12 sagt er: „Erschaffe mir, oh Gott, ein reines Herz und gib mir von neuem einen festen Geist in meinem Inneren.“ David bittet und sagt: „Gott, gib mir ein neues Herz. Erschaffe das neu, damit du in mir arbeiten kannst, damit du dein Gesetz in mein Herz hineinschreiben kannst, damit ich so leben kann, wie es vor dir wohlgefällig ist, dass ich es aus eigener Kraft nicht kann. Mein Herz ist voller Sünde. Gib du mir ein neues und fang an, darin zu arbeiten.“

[39:54] Nun, was soll Gott in diesem neuen Herzen denn machen? Hier in Jeremia 31. Ganz interessant, was Gottes Geist in dem neuen Herzen bewirken soll. Hier in Jeremia 31, ab Vers 31: „Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund schließen werde. Nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern schloss an dem Tag, da ich sie bei der Hand ergriff und sie aus dem Land Ägypten herausführte. Denn sie haben meinen Bund gebrochen, obwohl ich doch ihr Eheherr war, spricht der Herr. Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Innerstes hineinlegen und es auf ihre Herzen schreiben, und ich will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein.“

[40:43] Kann das Gesetz abgeschafft sein, wenn Gott sagt, ich möchte in späteren Tagen, möchte ich mein Gesetz in das Herz der Menschen hineinlegen? Es wäre komisch, Gott hätte ja gar nichts mehr, um es hineinzulegen, wenn das Gesetz abgeschafft wäre. Das Gesetz ist nach wie vor gültig und die Idee ist, David möchte ein neues Herz haben und in Jeremia heißt es, Gottes Geist schreibt das Gesetz in dieses neue Herz hinein und genau so kann so ein Leben funktionieren.

[41:07] Okay, ich will noch ein paar wenige Verse mit euch angucken und zwar Sprüche 28. Vielleicht ganz interessant. Sprüche 28 und hier Vers 9. „Wer sein Ohr abwendet vom Hören auf das Gesetz, dessen Gebet sogar ist ein Gräuel.“ Und ich also behaupte, ich möchte nicht im Gesetz leben, weil das Gesetz altmodisch ist, vielleicht nur die Juden halten das Gesetz, aber wir noch nicht als Christen, dann muss ich sagen, mein Gebet ist sogar ein Gräuel, wenn ich das Gesetz ablehne. Eine harte Wahrheit.

[41:54] Wir haben gesehen, Gott möchte sein Gesetz in mein Herz schreiben. Und jetzt habe ich zwei Möglichkeiten. Entweder ich lasse das zu, ich gehe wie David auf die Knie und sage: „Bitte, Herr, gib mir ein neues Herz, damit du das Gesetz reinschreiben kannst.“ Oder aber ich mache es wie in Zacharias 7, Vers 12. „Und sie machten ihre Herzen so hart wie Diamant und wollten das Gesetz nicht hören, noch die Worte, die der Herr, der Herr sandte durch seinen Geist, durch die früheren Propheten gesandt hatte. Daher kam ein großes Zorngericht von Seiten des Herrn, der Herr sandte über sie.“ Sie haben ihre Herzen hart gemacht wie Diamant, weil sie das Gesetz Gottes nicht hören wollen.

[42:32] Ich habe die Wahl. Ich kann mein Herz hart machen wie Diamant, dann kann da nichts eingraviert werden. Auf diesem Planeten ist momentan nichts gefunden worden, was härter ist als Diamant. Ein Diamant könnte ich nur noch mit einem Diamant hinein ritzen. Und hier ist es, die Herzen wurden hart wie Diamant. Kann nichts mehr drauf schreiben, nichts gravieren. Aber, und das sind die letzten beiden Verse, die ich heute mit euch angucken will, aber es gibt ein Volk, es wird ein Volk am Ende der Zeiten geben, die, wenn Christus wiederkommt, dieses Gesetz im Herzen tragen. Offenbarung 14, Vers 12. „Hier ist das standhafte Ausharren der Heiligen, hier sind die, welche die Gebote Gottes und den Glauben an Jesus bewahren.“

[43:15] Hier bewahrt jemand die Gebote Gottes in der letzten Zeit. Und ich wünsche mir, dass du und ich, dass wir dazugehören. Dass wir in der letzten Zeit, wo alle Menschen sagen: „Naja, die Gebote sind nicht so wichtig, helfen den Menschen am Anfang ein soziales gutes Leben zu führen, aber eigentlich brauchen wir sie nicht mehr. Wir sind durch Jesus Christus frei vom Gesetz.“ Das ist nicht wahr. Wir unterliegen nur nicht mehr dem Fluch des Gesetzes, wir unterliegen nur nicht mehr dem Tod, weil Christus in uns ein neues Leben erschafft. Unsere alten Sünden, der wird nicht mehr gedacht, Gott schmeißt ihn ins tiefste Meer, aber unser neues Leben soll diese Geistesfrüchte auszeichnen. Es wird am Ende der Zeiten Menschen geben, die in dem Gebot Gottes leben werden.

[43:53] Und als letzter Vers will ich es euch noch mitgeben. 1. Korinther 6, Vers 3. „Wisst ihr nicht, sagt Paulus hier, dass wir Engel richten werden? Wie viel mehr die Angelegenheiten dieses Lebens?“ Bist du dir deiner Verantwortung bewusst? Du wirst einst Richter sein über Engel. Und wir sollten schon hier anfangen, hier heute, jetzt auf dieser Welt, unser Leben zu verändern, damit wir das tun können. Denn ich weiß nicht, ob du dich momentan in der Lage fühlst, über Engel und über Menschen zu richten. Am Ende der Zeiten. Aber wir müssen es hier auf dieser Welt umsetzen.

[44:38] Ich möchte euch noch eine Sache vorlesen. Ich möchte euch eine Sache von Ellen White noch mitgeben, die so wichtig ist für uns. Es heißt, Ellen White sagt: „Es ist etwas Ernstes zu sterben, aber es ist weitaus ernster zu leben. Jeder Gedanke, jedes Wort und jede Tat unseres Lebens werden uns wieder begegnen. Was wir in der Zeit unserer Vorbereitung aus uns machen, das müssen wir bis in alle Ewigkeit bleiben. Der Tod bedeutet eine Auflösung des Leibes, aber er ändert unseren Charakter nicht. Das Wiederkommen Christi gibt uns keinen anderen Charakter. Sein Kommen legt ihn aber für alle Zeit fest. Wir haben das Beste aus unseren gegenwärtigen Möglichkeiten zu machen. Es gibt keine zweite Gnadenzeit, die uns für den Himmel vorbereiten könnte. Das ist unsere einzige und letzte Möglichkeit, um einen Charakter zu gewinnen, der uns für die zukünftigen Wohnungen geeignet sein lässt, die der Herr für alle bereitet, die seine Gebote befolgen.“ Christus kommt bald, Seite 167.

[45:45] Wir haben auf dieser Welt die Chance, Gott wirken zu lassen in unserem Herzen, damit wir seinen Charakter widerspiegeln. Die Frage ist, möchtest du das tun? Möchtest du dich hier in der Zeit, die du noch hast, vorbereiten lassen von Gott, damit du die Herrlichkeit Gottes, seinen Charakter in der letzten Zeit vor der Welt tragen kannst? Bist du bereit, deinen alten Menschen sterben zu lassen, egal was die Verwandten, was die Freunde, was die Bekannten sagen? Bist du bereit, dieses Leben zu opfern und ein ewiges Leben anzunehmen? Dass hier auf der Welt ein Licht sein wird. Viele Menschen wird es blenden und sie werden ihr Angesicht wegneigen vor dir. Aber Engel und Gott werden sich freuen über dich und dir das ewige Leben schenken eines Tages. Du wirst eines Tages in die Ewigkeit hineingehen. Aber hier auf der Welt, solange wie du noch lebst, hast du die Chance, Gott in deinem Herzen wirken zu lassen. Es wird keine zweite Chance mehr geben. Amen.

[46:34] Lass uns noch gemeinsam beten. Herr, unser Gott, wir danken dir dafür, dass du es in uns vollbringen willst, dass du dein Gesetz, das immer noch Gültigkeit hat, in unsere Herzen schreiben willst, damit wir deinen Charakter widerspiegeln können. Das ist die einzige Möglichkeit, in deinem Himmelreich zu leben. Es ist alles vollkommen in deinem Himmelreich und auch wir sollen dort vollkommen sein. Wir bitten dich, Herr, zeige du uns, was uns noch von dir trennt. Und bitte, Herr, vergib uns nach deiner Verheißung die Schuld, damit dein Heiliger Geist in uns wirken kann und dein Gesetz in unsere Herzen geschrieben wird. Lieber Vater, wir möchten leuchtend vor der Welt in dieser letzten Zeit und möchten deine Herrlichkeit in die Welt hinaustragen. Das bitten wir im Namen unseres Herrn Jesus Christus. Amen.

[47:17] So wünsche ich euch noch Gottes Segen für den kommenden Sabbat mit dem spannenden Thema „Das Gesetz Gottes“ und wünsche euch natürlich auch Gottes Segen für die nächste Lektion, die kommt. Viel Freude dabei. Würde mich freuen, wenn ihr wieder einschaltet. Alles Gute. Gottes Segen euch. Bis dann.


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