Veröffentlicht am
461 Klicks

In dieser Cannstatt Study Hour-Episode mit Christopher Kramp wird die oft missverstandene Aussage „Christus ist das Ende des Gesetzes“ aus Römer 10,4 beleuchtet. Anhand biblischer Beispiele wird erklärt, dass „Ende“ hier im Sinne von „Ziel“ oder „Endziel“ (Telos) zu verstehen ist. Das Gesetz dient als Wegweiser zu Christus, offenbart die Sünde und zeigt die Notwendigkeit seiner Gerechtigkeit auf. Die Predigt erörtert auch die Rolle des Gesetzes bei der Offenbarung der Sünde, die Bedeutung des Heiligen Geistes für das Halten des Gesetzes und warum das Gesetz allein nicht retten kann, aber durch Christus erfüllt wird.


Weitere Aufnahmen

Serie: Cannstatt Study Hour 2014 Q2: Christus und sein Gesetz

  • 0:0
  • 0:0
  • 0:0

Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Herzlich willkommen auch alle Zuschauer auf Amazing Discoveries. Schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt, um mit uns gemeinsam das Wort Gottes zu studieren, zu einem ganz besonderen Thema in unserer Serie Christus und sein Gesetz. Wir sind in der Mitte angekommen, haben einige spannende Themen schon besprochen und wollen heute ein besonders kontroverses Thema diskutieren. Es ist überschrieben: Christus, das Ende des Gesetzes. Es bezieht sich auf einen bestimmten Bibelfers im zehnten Kapitel des Römerbriefes, und den werden wir natürlich auch studieren. Wir bereiten uns damit vor auf das Bibelgespräch am 17. Mai und wir werden heute einige besonders diffizile oder manchmal auch schwer zu verstehende Passagen studieren. Freut euch auf ein wirklich spannendes Bibelstudium, aber bevor wir damit beginnen, möchten wir unseren lieben Vater einladen, dass er mit seinem guten Geist bei uns ist und uns Verständnis schenkt und uns vor Fehlinterpretationen bewahrt.

[1:27] Lieber Vater im Himmel, wir kommen zu dir und danken dir, dass wir dein Wort haben, dass wir es verstehen dürfen, dass du mit deinem Heiligen Geist unser Lehrer sein möchtest. Wir möchten dich bitten, dass du uns Ruhe schenkst, dass wir verstehen dürfen, was du heute zu uns zu sagen hast. Bitte sprich du direkt zu unserem Herzen, lass dein Wort nicht leer zurückkehren und hilf uns, dass das, was wir lesen, wir auch umsetzen können durch die Kraft, die in dir ist. Und wir loben und preisen deinen Namen dafür, dass wir wissen dürfen nach deiner Verheißung, dass du uns diese Kraft schenken möchtest. Hab Dank dafür, Jesus. Amen.

[2:05] Christus, das Ende des Gesetzes, das ist entnommen aus Römer, Kapitel 10, Vers 4. Denn Christus ist das Ende des Gesetzes zur Gerechtigkeit für jeden, der glaubt. Viele Christen lesen diesen Vers und schlussfolgern, dass mit Christus das Gesetz beendet worden ist, dass das Gesetz zu einem Ende gekommen ist. Aber nur ein wenig Bibelstudium an diesem Thema offenbart, dass das ein Trugschluss ist. Zunächst einmal wollen wir uns kurz Gedanken machen, was mit diesem Ende gemeint ist. Das Wort Ende im Griechischen ist das Wort Telos und das bedeutet manchmal auch tatsächlich Ende, z.B. das Ende der Zeit, das Ende der Welt, aber es bedeutet ganz oft auch Ziel oder Endziel.

[3:03] Einige Verse mögen das illustrieren, z.B. in 1. Petrus, Kapitel 1, Vers 9. 1. Petrus 1 und dort Vers 9, dort lesen wir folgende interessante Worte und hier in der Schlachter ist es auch gleich schon etwas besser übersetzt. Es heißt hier: Wenn ihr das Endziel eures Glaubens davontragt, die Errettung der Seelen. Auf Deutsch, die Errettung ist das Telos, das Endziel des Glaubens, dasselbe Wort hier wie in Römer 10, Vers 4. Also so wie Christus das Telos des Gesetzes ist, so ist die Errettung das Telos des Glaubens.

[3:48] Nun eine Frage: Wenn man die Errettung gefunden hat, hört dann der Glaube auf zu existieren? Nein, natürlich nicht. Aber wenn sozusagen dieses Verhältnis zwischen Errettung und Glaube, der Glaube, der zur Errettung führt, mit dem Wort Telos ausgedrückt wird, warum sollte dann das Gesetz aufhören, wenn Christus das Telos, das Endziel des Glaubens ist? Natürlich, Glaube an sich ist noch nicht viel wert. Erst der Glaube, der zur Errettung führt, der hat sein wahres Ziel erreicht. Wenn der Glaube nicht zur Errettung führt, ist der Glaube fehlgeleitet. Der Glaube hat dann seinen Sinn und seinen Zweck nicht erfüllt. Der Zweck des Glaubens ist es, zur Errettung zu bringen. Aber wenn die Errettung stattgefunden hat, bleibt der Glaube bestehen. Im gleichen Sinne ist auch das Gesetz, wenn es nicht zu Christus führt, fehlgeleitet oder fehlangewandt. Aber wenn es zu Christus führt, hört es nicht einfach auf. Es bleibt genauso bestehen wie der Glaube hier.

[4:55] Ein anderes Beispiel im Johannesevangelium, Johannes 13 und dort Vers 1. Wir greifen nur einige wenige Beispiele hier heraus. Johannes 13 und dort Vers 1. Von dem Passahfest aber, da Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, aus dieser Welt zum Vater zu gehen, wie er die Seinen geliebt hatte, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. Griechisch Telos. Die Fußwaschung Jesu, die Fußwaschung, die Jesus eingeführt hat, war das Ende seiner Liebe. Das Endziel. Aber natürlich wissen wir, dass seine Liebe mit der Fußwaschung nicht aufgehört hat, sondern seine Liebe führte dorthin. Es war der Höhepunkt, so könnte man es auch übersetzen, Höhepunkt seiner Liebe.

[5:42] Noch ein anderes Beispiel, das ist auch besonders gut zu Römer 10, Vers 4 passt: 1. Timotheus 1, Vers 5. 1. Timotheus und dort das erste Kapitel und dort Vers 5. Das Endziel, wieder Telos, das Endziel des Gebotes aber ist Liebe aus reinem Herzen und gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben. Römer 10, Vers 4 haben wir das Ende des Gesetzes, hier haben wir das Ende des Gebotes, also beide Verse sprechen im Wesentlichen von demselben. Römer 10, Vers 4 sagt, dass das Endziel des Gesetzes Christus ist und hier wird etwas konkretisiert, für uns persönlich praktisch: das Endziel des Gebotes aber ist Liebe aus reinem Herzen und gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben. Das Ziel des Gebotes ist die Liebe, deswegen wird das ja in Römer 13, Vers 10 auch als ein Gesetz der Liebe bezeichnet, denn die Liebe ist die Erfüllung des Gesetzes, heißt es dort.

[6:47] Wenn wir also diese beiden Verse zusammennehmen, Römer 10 und 1. Timotheus 1, Vers 5, dann sehen wir, dass mit Christus zu leben, der Christus, der von dem Gesetz anvisiert wird, dieser Christus führt zu Liebe in unserem Herzen, zu einem guten Gewissen und zu einem ungeheuchelten, einem echten Glauben. Das ist das Ziel. Wir wollen ein bisschen tiefer einsteigen in diese Thematik, indem wir einige durchaus schwer diskutierte Passagen aus dem Römerbrief und aus dem Galaterbrief uns betrachten wollen, um dieses Verhältnis zwischen Christus und seinem Gesetz und diese Funktion des Gesetzes auf Christus hinzuweisen, besser zu verstehen.

[7:28] Wir beginnen einmal in Römer 5. Römer 5 gehört zu den besonders heiß diskutierten Kapiteln der Bibel und wir haben hier nicht die Zeit, alle Details nach allen Aspekten hin zu betrachten, aber in Römer 5 von Vers 12 bis 21 wird diese Gegenüberstellung gemacht zwischen Adam und Christus. Es heißt in Römer 5, Vers 12: Darum, gleich wie durch einen Menschen, gemeint ist natürlich Adam, die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod, und so der Tod zu allen Menschen gelangt ist, weil sie alle gesündigt haben. Hier sagt die Bibel, dass ein Mensch gesündigt hat. 1. Johannes 3, Vers 4 sagt uns, das ist die einzige Definition, die wir haben in der Bibel: Sünde ist die Übertretung des Gesetzes. Also war da am Anfang schon ein Gesetz, ansonsten hätte keine Sünde sein können. Durch die Übertretung des Gesetzes, das Adam gegeben worden war, ist die Sünde in die Welt gekommen. Aber diese Übertretung des Gesetzes hat eine Auswirkung. Diese Auswirkung betrifft uns, denn auch wir sind in Mitleidenschaft gezogen worden. Warum? Nicht allein wegen Adam, sondern weil wir alle gesündigt haben. Da ist also ein Einfluss von Adam, der dazu auch geführt hat, dass wir selbst durch unsere eigenen Entscheidungen auch gesündigt haben und durch den Tod zu allen Menschen hingelangt ist. Behalte dieses Gleichgewicht im Auge.

[8:59] In Vers 18 und 19 wird das nochmal genauer erklärt, dass es hier tatsächlich um Gesetzesübertretung sich gehandelt hat. Das heißt es: Also Vers 18: Wie nun durch die Übertretung des einen, also Sünde, Übertretung des einen, die Verurteilung für alle Menschen kam, so kommt auch durch die Gerechtigkeit des einen, jetzt ist Christus gemeint, für alle Menschen die Rechtfertigung, die Leben gibt, also die Vergebung. Vers 19: Denn gleich wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die vielen zu Sündern gemacht wurden, wurden sind, so werden auch durch den Gehorsam des einen die vielen zu Gerechten gemacht. Hier werden die beiden, Adam und Christus, gegenübergestellt und wenn man diese beiden Verse, Vers 18 und 19 vergleicht, stellt man fest: Erstens, natürlich die Sünde, die Übertretung ist Ungehorsam gewesen. Man stellt aber auch fest, dass die Gerechtigkeit Christi in seinem Gehorsam bestanden hat. Kann man ganz deutlich sehen, wenn man beide Verse nebeneinander legt. In Vers 18 spricht es von seiner Gerechtigkeit und dann, wenn in Vers 19 derselbe Gedanke wiederholt wird, nur mit anderen Worten, spricht es von seinem Gehorsam. Gerechtigkeit nach der Bibel ist Gehorsam.

[10:09] Und auf die gleiche Art und Weise, wie die Sünde des einen zu uns gekommen ist, da gibt es zwei Aspekte: einmal den Aspekt, dass die Sünde Adams unsere Natur verdorben hat und wir mit einer Tendenz zum Bösen, mit Kräften in uns, die an uns ziehen, schon geboren werden, aber dass gleichzeitig der Mensch immer noch eine freie Entscheidung hat. Beides wirkt zusammen und in demselben Sinne funktioniert auch das Evangelium: das eine Tat von Christus am Kreuz, seine Gerechtigkeit, sein Gehorsam. Und diese Kraft wirkt an uns. Denn Johannes 12 sagt ja: Wenn ich erhöht werde, sagt Jesus, werde ich alle Menschen zu mir ziehen. Aber wiederum sind wir nicht einfach gerettet, weil er gestorben ist, sondern wir müssen uns dafür entscheiden. Wir sind nicht einfach Sünder, weil Adam gesündigt hat, sondern wir müssen uns dafür entscheiden. Aber dieser Einfluss kommt sowohl von der Seite, als auch von der Seite. Diese Balance ist wichtig hier zu beachten, denn manchmal wird dieses Kapitel verwendet, um unbalancierte Extremansichten zu vertreten in Bezug auf diese beiden Seiten.

[11:32] Aber zurück zum Gesetz. Welche Aufgabe hat das Gesetz? Vers 20. Das Gesetz aber ist daneben hereingekommen, damit das Maß der Übertretung voll würde, wobei das Maß der Sünde voll geworden ist, da ist die Gnade überströmt geworden. Das Gesetz ist gekommen, um die Sünde, um das Maß der Übertretung voll zu machen. Das ist ein bisschen merkwürdig auf den ersten Blick, wird aber klar, wenn man Römer 7 sich betrachtet. Römer 7 und dort Vers 7 und 8. Paulus sagt: Was sollen wir nun sagen? Ist das Gesetz Sünde? Das sei ferne! Aber ich hätte die Sünde nicht erkannt, außer durch das Gesetz; denn von der Begierde hätte ich nichts gewusst, wenn das Gesetz nicht gesagt hätte: Du sollst nicht begehren. Das Gesetz produziert keine Begierde, aber das Gesetz zeigt, was Begierde ist. Vers 8: Danach nahm die Sünde einen Anlass durch das Gebot und bewirkte in mir jede Begierde, denn ohne das Gesetz ist die Sünde tot. Mit anderen Worten, das Gesetz ist wie ein Vergrößerungsglas, das das, was vorher klein und unbedeutend aussah, plötzlich in seiner absoluten Vollständigkeit erkannt wird, seinem ganzen Ausmaß. Das Gesetz lässt die Sünde, die wir ohne Gesetz vernachlässigen würden vielleicht oder rationalisieren würden, lässt die Sünde so überaus sündhaft erscheinen. Das Gesetz macht das Maß der Sünde, die schon vorher da war, voll. Es zeigt das volle Ausmaß der Sünde und deswegen ist das Gesetz von so großer Bedeutung.

[13:04] Aber das Gesetz Gottes hat noch eine andere Aufgabe. Während wir oft darin übereinstimmen, dass das Gesetz die Sünde offenbart und wir wissen, Paulus sagt, dass ohne das Gesetz keine Erkenntnis der Sünde ist und dass das Gesetz die Erkenntnis der Sünde bewirkt, gibt es noch eine andere Aufgabe des Gesetzes, die wir manchmal vernachlässigen. Denn das Gesetz, so haben wir es ja in Römer gelesen, offenbart auch Christus. Und damit sind nicht nur das Zeremonialgesetz gemeint, das ein Hinweis auf Christus war durch die Prophezeiung, sondern selbst die zehn Gebote offenbaren die Gerechtigkeit Christi. Hier ein Beispiel. In 2. Mose 20 ist das zu finden. Eine der eindrücklichsten und klarsten Aussagen über wie das Evangelium funktioniert, im Alten Testament vor allem, findet sich ausgerechnet in den zehn Geboten.

[13:59] In 2. Mose 20 und dort Vers 6. Schauen wir mal, 2. Mose 20 und dort Vers 6. Ein paar Fragen. Erste Frage: Reicht es aus, Gott zu lieben? Offensichtlich nicht, wir müssen doch seine Gebote halten. Zweite Frage: Reicht es aus, Gottes Gebote zu halten? Offensichtlich nicht, wir müssen ihn auch lieben. Dritte Frage: Reicht es aus, Gott zu lieben und seine Gebote zu halten? Offensichtlich nicht, wir brauchen seine Gnade. Seht ihr, 2. Mose 20, Vers 6 enthält alles, was eigentlich im Evangelium wichtig ist. Gottes Gnade führt dazu, dass wir ihn lieben. Und weil wir ihn lieben, werden wir seine Gebote halten. Die zehn Gebote weisen auf die Gerechtigkeit Christi. Auf das, was er für uns tun würde. Das zweite Gebot kann nicht für uns sterben, aber das zweite Gebot kann hinweisen auf die Gnade Gottes. Das vierte Gebot weist auf die Schöpfermacht Gottes hin. Und wir wissen, Vergebung ist Neuschöpfung. Das heißt, im Psalm 51, Vers 12: Erschaffe mir ein neues Herz. Insbesondere das zweite und das vierte Gebot. Nicht nur sind es die längsten Gebote, sondern sie weisen auch in besonderer Art und Weise auf das Evangelium durch Christus hin.

[15:42] Und ist es nicht interessant, dass ausgerechnet diese beiden Gebote so schwer beschädigt worden sind und weggenommen bzw. verändert worden sind durch die katholische Kirche im Mittelalter? Könnte es sein, dass damit nicht nur verbunden war, einfach ein bisschen was am Gesetz zu ändern, einfach nur die Marienverehrung und die Heiligenverehrung zu legitimieren, sondern dass damit eigentlich auch verbunden war, die klarsten Hinweise auf die wahre Kraft des Evangeliums zu eliminieren? Denn das Endziel des Gesetzes ist Christus. Und das wurde durch die Veränderung der zehn Gebote ganz besonders herausgenommen. Dieser Hinweis auf das Evangelium fehlt jetzt im katholischen Katholizismus oder im evangelischen völlig. Und auch die Kraft, die im vierten Gebot sich deutlich macht, die Schöpfermacht Gottes, ist entfernt.

[16:40] Aber zurück zum Paulus. In Römer 5 und dort noch einmal Vers 20. Das heißt es ja: Das Gesetz aber ist daneben hereingekommen, damit das Maß der Übertretung voll würde, wobei das Maß der Sünde voll geworden ist. Da ist die Gnade überströmend geworden. Dasselbe Gesetz, das die Sünde offenbart, offenbart eine noch größere Gnade. Wenn wir das Gesetz richtig verstehen, sehen wir, wie überaus sündhaftig die Sünde ist. Aber wenn wir es ganz richtig verstehen, sehen wir daneben noch, wie überaus liebevoll und gerecht Gott ist und wie gnädig. Die Gnade ist überströmend geworden. Erst durch das Gesetz erkennen wir die Tiefe des Evangeliums. Genauso wie wir durch das Gesetz die Schwere der Sünde erkennen, erkennen wir erst durch das Gesetz die Tiefe des Evangeliums. Ohne Gesetz wird Sünde zum Kavaliersdelikt und Gnade wird billig. Mit dem Gesetz wird Sünde überaus sündig und die Gnade überströmend.

[17:46] In Vers 21 heißt es: Damit wie die Sünde geherrscht hat im Tod, so auch die Gnade herrsche durch Gerechtigkeit zu ewigem Leben durch Jesus Christus, unserem Herrn. Paulus sagt, es gibt zwei Herrschaften. Es gibt die Herrschaft der Sünde, also die Herrschaft der Gesetzlosigkeit und es gibt die Herrschaft der Gnade. Schauen wir uns das mal ein bisschen genauer an. In Römer 6, Vers 12. Wenn ich jetzt diese Herrschaft der Gnade annehme, wenn ich dem Hinweis des Gesetzes folge und zu Christus komme, was passiert dann mit der Sünde? Vers 12: So soll nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leib, damit ihr der Sünde nicht durch die Begierden des Leibes gehorcht. Also, wenn wir zu Christus kommen, uns bekehren lassen von ihm, wenn wir getauft werden hier, in Römer 6 wird das hier thematisiert, dann soll die Sünde nicht mehr herrschen. Das heißt, wenn Gnade herrscht, herrscht nicht mehr Sünde. Diese beiden Dinge schließen sich aus. Wer von der Gnade beherrscht wird, wird nicht mehr oder soll nicht mehr von der Sünde beherrscht werden, denn wenn er von der Sünde beherrscht werden würde, dann würde er den Begierden des Leibes gehorchen. Das ist das, was hier steht. Aber die Sünde soll nicht herrschen, sodass wir nicht den Begierden unseres Leibes nachgehen.

[19:03] Damit erklärt sich auch Vers 14, einer der besonders missverstandenen Verse im Römerbrief. Denn die Sünde wird nicht herrschen über euch, weil ihr nicht unter dem Gesetz seid, sondern unter der Gnade. Viele denken, damit ist gesagt, das Gesetz ist aufgehoben. Nichts sei ferner als das. Denn wenn wir unter dem Gesetz sind, wer herrscht dann über uns? Nicht die Gnade, sondern die Sünde. Und Sünde ist Gesetzlosigkeit. Wer unter dem Gesetz ist, der kann nicht anders als sündigen. Das, was der Text sagt. Aber wer unter der Gnade ist, der wird nicht mehr von der Sünde beherrscht, nicht mehr von der Gesetzesübertretung beherrscht. Er tut nicht mehr den Begierden des Leibes gehorchen. Das heißt, es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder unter dem Gesetz und von der Sünde beherrscht, oder unter der Gnade und nicht von der Sünde beherrscht. Heute wollen viele Christen einen dritten Weg gehen. Sie wollen unter der Gnade sein und weiter sündigen. Aber diesen Weg gibt es nicht, denn wer unter der Gnade ist, wird nicht von der Sünde beherrscht. Paulus macht das ganz deutlich.

[20:02] Vers 15: Wie nun, sollen wir sündigen, weil wir nicht unter dem Gesetz sind, sondern unter der Gnade sind? Das sei ferne! Vers 16 macht das überdeutlich: Wisst ihr nicht, wem ihr euch als Sklaven hingebt, um ihm zu gehorchen? Das ist also eine freie Entscheidung, wie wir in Römer 5 schon gesehen haben. Dessen Sklaven seid ihr und müsst ihm gehorchen, es sei der Sünde zum Tod oder dem Gehorsam zur Gerechtigkeit. Da gibt es also zwei Optionen, sagt Paulus: Entweder Sünde oder Gehorsam. Und wenn du der Sünde folgst, dann herrscht die Sünde über dich. Und wenn du dich nicht für die Sünde entscheidest, sondern für die Gnade, wenn die Gnade herrscht, dann gehörst du, dann ist da Gehorsam. Zwei Optionen: Sünde oder Gehorsam. Wir können es entscheiden. Sünde ist, wenn wir dem Einfluss Adams folgen. Gehorsam, wenn wir dem Einfluss Christi folgen. So einfach eigentlich. Wer Christus angehört und unter der Gnade lebt, ist gehorsam. Das ist, was Paulus sagt. Ganz eindeutig, es gibt keine dritte Option.

[21:11] Nun, Vers 17 heißt es: Gott aber sei Dank, dass ihr Sklaven der Sünde gewesen, Präteritum Vergangenheit, nun aber, und jetzt kommt der entscheidende Punkt, von Herzen gehorsam geworden seid, dem Vorbild der Lehre, die euch überliefert worden ist. Gott wünscht sich nicht einfach irgendeinen Gehorsam, er wünscht sich einen Gehorsam, der von Herzen kommt. Das ist, wenn die Gnade über uns herrscht. Wenn wir unter der Gnade sind, sind wir aus Herzen, aus dem Herzen gehorsam. Und das ist das, was Gott sich schon immer, nicht erst im Neuen Testament, schon im Alten Testament gewünscht hat.

[21:57] Schauen wir mal, wie das ganz deutlich ausgedrückt wird im fünften Buch Mose. Wir sehen, wie wunderbar hier Mose und Paulus harmonieren. Im fünften Mose, Kapitel 10, und dort Vers 12 und 13. Und nun Israel, was fordert der Herr, dein Gott, von dir, als nur, dass du den Herrn, deinen Gott, fürchtest, dass du in all seinen Wegen wandelst und ihn liebst und dem Herrn, deinem Gott, dienst mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele, indem du die Gebote des Herrn und seine Satzung hältst, die ich dir heute gebiete, zum Besten für dich selbst. Es ist gut für uns, wenn wir Gottes Gebote halten. Es ist das Beste, was uns passieren kann. Und es ist Ausdruck der Liebe zu Gott. Also entweder Herrschaft der Sünde unter dem Gesetz oder Herrschaft der Gnade. Gehorsam aus Liebe zu Gott. Das sind die beiden Optionen. Und Gottes Wunsch war schon immer, dass wir von ganzem Herzen aus Liebe zu ihm gehorsam sind.

[23:03] Die Realität in unserem christlichen Leben ist leider oft ein wenig anders. Und es spricht für Paulus, der manchmal als Theologe bezeichnet wird, und das war er sicherlich auch, und deswegen auch meistens theologisch gelesen wird, dass er diese Realität behandelt in einem Kapitel, das zu den vielleicht umstrittensten Kapiteln der ganzen Bibel zählt. Die Rede ist von Römer 7. Römer 7, vor allem der Abschnitt ab Vers 14, hat zu den intensivsten Debatten Anlass gegeben. Die Frage wird immer gestellt: Ist der, der dort beschrieben wird, ist das ein bekehrter Mensch oder ein Unbekannter? Zwei Extreme. Eine Extreme sagt: Naja, das ist jemand, der ist unbekehrt und noch vor seiner Bekehrung. Aber es ist merkwürdig, dass das jetzt erst in Römer 7 hier so behandelt wird. Die anderen sagen: Das ist einfach der Zustand eines gläubigen Menschen. Und naja, dem Paulus ging es so, uns geht es auch so, dann ist ja alles gut so.

[24:22] Schauen wir mal, was der Text selbst sagt. Unabhängig jetzt davon, ob hier Paulus von sich selbst redet, von einer eigenen Erfahrung, die er gemacht hat, oder ob er sich in die Lage eines anderen Menschen hineinversetzt, könnte folgendes festhalten: Wer auch immer hier spricht in Römer 7, Vers 14: Denn wir wissen, dass das Gesetz geistlich ist, ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft. Wer auch immer hier spricht in Römer 7, er ist nicht geistlich, sondern fleischlich. Punkt Nummer eins: Dieser Mensch ist unter die Sünde verkauft, er ist Sklave der Sünde. Römer 7 spricht von einem Menschen, ob Paulus oder jemand anders, der unter der Herrschaft der Sünde steht.

[25:11] Vers 15 sagt uns: Denn was ich vollbringe, billige ich nicht, denn ich tue nicht, was ich will, sondern was ich hasse, das übe ich aus. Macht also deutlich, dieser Mensch versteht schon, was die Wahrheit ist, er kennt schon das Evangelium, zumindest theoretisch, er weiß, was er tun sollte. Und damit kann es sich nicht einfach um einen völlig unbekehrten Heiden handeln, der keine Ahnung von der Bibel hat. Paulus skizziert, und das zeigt wirklich, dass er ein Mann der Praxis war, die Erfahrung von so vielen von uns: die Wahrheit zu kennen und doch nicht zu tun. Eine intellektuelle Kenntnis des Evangeliums zu haben, vielleicht sogar getauft zu sein, denn in Römer 6 wird die Taufe thematisiert, aber Römer 7 kommt erst danach. Und es scheint so zu sein, dass Römer 1 bis 8 eine chronologische Reihenfolge der christlichen Erfahrung, zumindest eine systematische Abhandlung des Christentums darstellt. Hier ist die Rede von jemandem, der genau weiß, was er tun will, aber es nicht tun kann.

[26:22] Vers 16: Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, so stimme ich dem Gesetz zu, dass es gut ist. Er weiß, das Gesetz ist gut, es ist richtig, er hält es nicht für abgeschafft, und das muss schon etwas geschehen sein in ihm. Jetzt aber vollbringe nicht mehr ich dasselbe, sondern die Sünde, die in mir wohnt. Denn ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt. Das Wollen ist zwar bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten gelingt mir nicht. Das ist kein Heide. Ein Heide will nichts. Aber das ist auch keiner, der bereit für den Himmel ist, denn der wäre Überwinder. Sagt nicht Gott, sagt nicht die Bibel, sagt nicht derselbe Paulus, dass Gott uns das Wollen und Vollbringen gibt? Nun, irgendetwas läuft hier schief. Es scheint so zu sein, als ob dieser Mensch auf der Hälfte des Weges irgendwie stehen geblieben ist. Er hat schon das Wollen, aber das Vollbringen gelingt ihm noch nicht. Man fühlt sich fast erinnert an diese Geschichte, wo Jesus einen Blinden heilt, der dann einigermaßen sehen kann, aber nicht richtig. Und das ist das Problem. Das Vollbringen fehlt.

[27:35] In Vers 22, 23 wird beschrieben, dass es ein innerer Kampf ist, denn ich habe Lust an dem Gesetz Gottes nach dem inneren Menschen. Ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das gegen das Gesetz meiner Gesinnung streitet und mich gefangen nimmt unter das Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist. Das ist ein innerer Kampf, ein großer Kampf. Es ist der große Kampf im Menschen. Und obwohl der Mensch weiß, was richtig ist, ist er trotzdem versklavt unter die Sünde, gefangen genommen. Heute gibt es viele Christen, die zitieren das und sagen: Schau her, dem Paulus ging es so, mir geht es auch so, wunderbar. Aber meine lieben Freunde, Paulus hat nicht gedacht: Naja, so ist es halt, kann man nicht ändern. Paulus hat darüber anders gedacht.

[28:36] In Vers 24 sagte er: Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen von dem Todesleib? Ist der Zustand von Römer 7 ein Zustand, in dem sich ein Christ befinden sollte, ja oder nein? Paulus sagt nein. Paulus sagt, ich brauche Erlösung. Ich muss erlöst werden von diesem Todesleib. Interessanterweise kommt dieses Wort Elend in der Bibel nur noch an einer anderen Stelle vor. Schlagen wir auf in Offenbarung 3. Offenbarung 3 und dort Vers 17. Dort spricht Jesus zu seiner Gemeinde, zu der Endzeitgemeinde Laodizea: Denn du sprichst: Ich bin reich und habe Überfluss und mir mangelt es an nichts, und du erkennst nicht, dass du elend und erbärmlich bist, arm, blind und entblößt. Könnte es sein, dass wir als Laodizea-Gemeinde sagen: Schau, der Paulus in Römer 7 sagt, nicht wahr, ich will das Gute, ich tue es nicht. Naja, so sind wir auch. Damit gehen wir uns zufrieden. Könnte es sein, dass wir genau den Zustand von Römer 7 haben, mit einem Unterschied? Paulus hat gesagt: Ich elender Mensch. Paulus hat erkannt, oder auch wenn er jemand anders meint, aber dieser Mensch, der dort spricht, hat erkannt, dass er elend ist, während Laodizea nicht einmal erkennt, dass das schlecht ist. Paulus beschreibt den Zustand, sagt aber, dass es elend ist.

[30:06] Heute gibt es viele Christen, die zitieren Römer 7 und sagen, das wäre der Normalzustand, das wäre der Istzustand eines Christen. Besser geht es nicht. Das ist das Laodizea-Symptom, vielleicht das Laodizea-Symptom Nummer 1: Römer 7 zitieren und nicht erkennen, dass das ein Problem ist, was in Römer 7 beschrieben wird.

[30:26] Was ist die Lösung? Paulus zeigt nicht nur dieses Problem, denn er weiß, dass so viele Menschen, auch nachdem sie getauft worden sind, auch nachdem sie die Wahrheit erkannt haben, immer noch mit der Sünde kämpfen und oft genug von der Sünde versklavt werden. Er weiß, dass wahrscheinlich die aller, aller, allermeisten Christen auch nach ihrer Taufe die Erfahrung gemacht haben, dass sie das Gute wollen, aber doch irgendwie nicht tun. Und die Lösung kommt in Vers 25: Ich danke Gott durch Jesus Christus, unserem Herrn. So diene ich selbst nun mit der Gesinnung dem Gesetz Gottes, mit dem Fleisch aber dem Gesetz der Sünde. Der nächste Vers bringt es auf den Punkt: So gibt es jetzt keine Verdammnis mehr für die, welche in Christus Jesus sind, die nicht gemäß dem Fleisch wandeln, sondern gemäß dem Geist.

[31:28] In Römer 8 kommt eine Komponente ins Spiel, die in Römer 7 nicht da war. In Römer 7 war es nur das, was ich verstanden habe und das, was ich tue. Das, was ich eigentlich möchte und das, was mein Fleisch diktiert. Man hat das Gefühl, in Römer 7 kämpft der Mensch, der schon weiß, was richtig ist, gegen sich selbst und kann nicht gewinnen. Aber in Römer 8 kommt jetzt eine Macht von außen dazu, die ihn zum Sieger werden lässt, und das ist der Heilige Geist.

[31:49] In Römer 8, Vers 6 heißt es: Denn das Trachten des Fleisches ist tot. Das Trachten des Geistes ist aber Leben und Frieden. Der Geist ist ein wirklich echter Gegner für das Fleisch. Vers 7: Weil nämlich das Trachten des Fleisches Feindschaft gegen Gott ist. Denn es unterwirft sich dem Gesetz Gottes nicht und kann es auch nicht. Deswegen können wir ohne den Heiligen Geist nicht Gott gefallen. Das heißt, in Vers 8: Die im Fleisch sind, können Gott nicht gefallen, auch wenn sie wissen, was richtig ist. Vers 9: Ihr aber seid nicht im Fleisch, sondern im Geist. Wenn wir vom Heiligen Geist singen, wenn wir über den Heiligen Geist reden, wenn wir über den Heiligen Geist diskutieren. Nein, wenn wirklich Gottes Geist in euch wohnt. Wer aber den Geist des Christus nicht hat, der ist nicht sein. Und dann wird beschrieben, was dieser Geist in uns tut.

[32:40] Schaut mal in Vers 13: Denn wenn ihr gemäß dem Fleisch lebt, so müsst ihr sterben. Jemand, der im Römer 7 Zustand bleibt, muss sterben, denn er lebt nach dem Fleisch. Aber Paulus sagt: Wenn ihr aber durch den Geist, durch den Heiligen Geist die Taten des Leibes tötet, so werdet ihr leben. Der Heilige Geist kommt hinzu und tut das, was wir selbst nicht tun können. Er schenkt nicht nur das Wollen, sondern auch das Vollbringen. Preist den Herrn dafür!

[33:13] Vers 12 ruft Paulus aus: So sind wir also, ihr Brüder und die Schwestern sind auch gemeint, dem Fleisch nicht verpflichtet, gemäß dem Fleisch zu leben. Ich glaube, wir haben zu selten verstanden, was der Heilige Geist wirklich tun möchte. Er möchte uns aus unserem Römer 7 Zustand heraushelfen. Er möchte uns die Kraft schenken, die Taten des Leibes zu töten, damit das, was wir in Römer 6 uns vorgenommen haben bei der Taufe, dass die Sünde nicht herrschen soll über uns, dass das auch Realität wird in unserem Leben. Die Lösung liegt im Heiligen Geist, der den Sieg schenkt.

[33:54] In Vers 5 heißt es: Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, dass ihr euch wiederum fürchten müsstet, sondern ihr habt den Geist der Sohnschaft empfangen, indem wir rufen: Abba, Vater! Wenn wir uns, wenn wir den Heiligen Geist hineinlassen, sind wir nicht mehr die Knechte der Sünde.

[34:19] In Römer 10, Verzeihung, in Römer 9, Vers 30 bringt Paulus eine Zusammenfassung von verschiedenen Dingen, die er gesagt hat. In Römer 9, Vers 30: Was wollen wir nun sagen? Dass Heiden, die nach Gerechtigkeit streben, Gerechtigkeit erlangt haben, und zwar die Gerechtigkeit, die nicht nach Gerechtigkeit streben, Gerechtigkeit erlangt haben, und zwar die Gerechtigkeit aus Glauben. Punkt Nummer 1: Gerechtigkeit kann nur durch den Glauben erreicht werden.

[34:51] Vers 31: Dass aber Israel, das nach dem Gesetz der Gerechtigkeit strebte, denn das Gesetz Gottes beschreibt seine Gerechtigkeit. Das Gesetz Gottes ist gerecht, heilig und gut. Aber was ist passiert? Es hat das Gesetz der Gerechtigkeit nicht erreicht. Das Volk Israel hatte die Gerechtigkeit in Gesetzesform und hat sich danach rausgeschreckt, aber hat es nicht erreicht. Warum? Genau die Frage stellt der Paulus. Vers 31: Weil es nicht aus Glauben geschah, sondern aus Werken des Gesetzes, denn sie haben sich gestoßen an dem Stein des Anstoßes. Dann wird der Bibelvers zitiert, und dieser Stein des Anstoßes ist Christus.

[35:34] Das Gesetz der Gerechtigkeit hat ein Endziel, und wenn man sich nach dem Gesetz ausstreckt, aber das Ziel des Gesetzes aus den Augen verliert und ablehnt, dann kann man das Gesetz nicht erreichen. Das ist, was Israel erlebt hat. Sie haben sich ausgestreckt nach dem Gesetz, haben aber das Ziel des Gesetzes abgelehnt und haben deswegen das Gesetz selbst nicht erreicht. Sie haben die Gerechtigkeit nicht erreicht, und Paulus wünscht sich, dass sie es doch erreichen könnten.

[36:01] Brüder, der Wunsch meines Herzens und mein Flehen zu Gott für Israel, dass sie gerettet werden. Hebräer 10, Vers 1. Vers 2: Denn ich gebe ihnen das Zeugnis, dass sie Eifer für Gott haben, aber nicht nach der rechten Erkenntnis. Es reicht nicht aus, religiös motiviert zu sein. Es reicht nicht aus, Eifer zu haben oder viel zu tun. Wir brauchen Erkenntnis, und die Erkenntnis, von der hier gesprochen ist, ist die Erkenntnis, von der Jesus sagt in Johannes 17, Vers 3: Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. Und Israeliten haben Jesus Christus nicht erkannt. Sie haben das Hauptziel des Gesetzes verworfen und deswegen konnten sie das Gesetz nicht halten und sind zu schlimmen, schlimmen, schlimmen Gesetzesübertretern geworden.

[36:50] Vers 3, Hebräer 10, Vers 3: Denn weil sie die Gerechtigkeit Gottes nicht erkennen und ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten trachten, haben sie sich der Gerechtigkeit Gottes nicht unterworfen. Es heißt von Jesus in Jeremia 23, Vers 6, dass Christus unsere Gerechtigkeit ist. Er ist der Herr, unsere Gerechtigkeit. Und das ganze Gesetz weist auf ihn hin. Und weil die Israeliten zwar das Gesetz studiert haben, aber Christus im Gesetz nicht erkannt haben, haben sie die Gerechtigkeit Gottes nicht erlebt und nicht in ihrem eigenen Leben erfahren dürfen. Stattdessen, weil sie natürlich gemerkt haben, dass ihnen etwas fehlt, haben sie das getan, was schon Adam und Eva getan haben, nachdem sie sich gegen Gottes Gerechtigkeit entschieden haben und für die Sünde. Sie haben angefangen, Selbstgerechtigkeit zu praktizieren, und das war das Problem der Juden. Das war das Problem von Adam und Eva. Das ist oft genug unser Problem, dass wir uns gegen die Gerechtigkeit Christi entscheiden, gegen die Gerechtigkeit, die er uns schenken möchte aus Liebe, und dass wir diesen Mangel ausfüllen mit Selbstgerechtigkeit. Aber dann sind wir nicht der Gerechtigkeit Gottes unterworfen.

[38:25] Denn und jetzt macht vielleicht Vers 4 in Römer 10 noch mehr Sinn: Denn Christus ist das Ende, das Endziel, der Telos des Gesetzes zur Gerechtigkeit für jeden, der glaubt. Wir haben gesehen, Gerechtigkeit bedeutet Gehorsam. So haben wir im Vergleich von Römer 5, Vers 18 und 19 gesehen. Das heißt, Christus ist das Endziel des Gesetzes, sodass jeder, der glaubt, Gerechtigkeit bekommt und erlebt und selbst Gehorsam ist. Das Gesetz weist auf Christus, der alleine uns gehorsam machen kann.

[39:00] Das ist diese Wechselwirkung, diese Einheit zwischen Christus und seinem Gesetz, aber das ist nur möglich, wenn wir glauben. Der Glaube lässt Christus die Möglichkeit, in unserem Herzen die Gerechtigkeit des Gesetzes zu erfüllen. Und Jesus wusste, dass das gesamte Gesetz, nicht nur das Zeremonialgesetz, auch alle Geschichten, alle Prophezeiungen, ja die zehn Gebote selbst, wie wir gesehen haben, das Zivilgesetz, alles, was im Alten Testament steht, alles weist uniform auf Christus hin. Natürlich gibt es dort verschiedene Kategorien. Wir haben das angeschaut. Wir haben gesehen, es gibt Gesetze, die haben prophetischen Charakter, die auf etwas weisen, was kommen soll, auf ein bestimmtes Ereignis, und wenn das Ereignis passiert ist, macht es keinen Sinn mehr, darauf hinzuweisen und vorauszuschauen. So war es mit dem Zeremonialgesetz. Deswegen ist das Zeremonialgesetz nicht mehr zu praktizieren. Aber die zehn Gebote weisen genauso auf Christus hin, nicht auf ein bestimmtes Ereignis, sondern auf seinen Charakter, und diesen Charakter hat Jesus immer noch. Denn er ist gestern und heute und in Ewigkeit derselbe. Und deswegen bleiben die zehn Gebote immer gültig, weil sie auf den immer ewig gültigen, existierenden Christus verweisen und seinen ewig gültigen Charakter präsentieren.

[40:34] Jesus hat gewusst, dass all das von ihm geschrieben steht, wie wir gesagt haben. In Matthäus 5, sagt Matthäus 5, Vers 17 und 18: Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen sei, um das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen, um aufzulösen, sondern um zu erfüllen. Weil alles auf mich weist. Er ist das Endziel des Gesetzes. Vers 18: Denn wahrlich, ich sage euch, bis Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Buchstabe noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist. Wir haben über die Bergpredigt schon lang und breit gesprochen, aber Christus hat deutlich gemacht: Das Gesetz weist auf mich, und die zehn Gebote beschreiben sein Wesen, seinen Charakter.

[41:19] Nun, warum kann es dann das Gesetz nicht retten? Schauen wir einmal diese interessante Frage an, in Römer 3, Vers 21. Dort wird dieser Gedanke schön beschrieben. In Römer 3 und dort Vers 21. Dort heißt es: Jetzt aber ist außerhalb des Gesetzes die Gerechtigkeit Gottes offenbar gemacht worden, die von dem Gesetz und den Propheten bezeugt wird. Hier gibt es zwei Aspekte: Das Gesetz bezeugt die Gerechtigkeit Gottes, aber kann sie nicht selbst sein, nicht selbst offenbaren. Christus musste kommen. Warum? Weil das Gesetz Gottes nicht Fleisch werden kann.

[42:08] Es ist hier im Vers 21, nämlich die Gerechtigkeit Gottes durch den Glauben an Jesus Christus, die zu allen und auf alle kommt, die glauben, denn es ist kein Unterschied. Jeder kann durch den Glauben die Gerechtigkeit Gottes, die vom Gesetz bezeugt wird, erfahren. Aber dazu braucht es Christus, dazu braucht es die Gerechtigkeit Christi, so wie sie sich am Kreuz zeigt.

[42:40] Wenn wir wissen wollen, warum das Gesetz alleine uns nicht retten kann, müssen wir nur Römer 8, Vers 3 anschauen. Schauen wir mal Römer 8, Vers 3 an. Dort heißt es: Denn was dem Gesetz unmöglich war. Es ist dem Gesetz, so perfekt und gut und heilig und gerecht es auch ist, es ist dem Gesetz unmöglich uns zu retten. Warum? Weil es durch das Fleisch kraftlos war. Und das Fleisch, das bezieht sich auf das Gesetz. Das Gesetz hat kein Fleisch. Das ist gerade das Problem. Das kann nicht Fleisch werden. Das sind wir. Unsere sündige Natur macht das Gesetz kraftlos. Warum? Weil die Natur, jetzt gut zuhören, die Natur eines Gesetzes ist, dass es gehalten werden muss, wenn es etwas Gutes bewirken soll. Wenn man ein Gesetz gibt, kann das Gesetz nur Gutes tun, wenn es gehalten wird. Bibel sagt ganz deutlich: Das Gesetz ist zum Leben gegeben. Wenn wir es halten, haben wir Leben. Das Gesetz Gottes bewahrt das Leben. Das Gesetz Gottes ist gut, aber es kann diese Aufgabe nur vollführen, wenn es gehalten wird. Und hier ist das Problem: Der sündige Mensch kann es nicht halten, und weil er es nicht halten kann, kann das Gesetz nichts tun, weil es könnte seinen Segen nur dann wirklich bringen, wenn es gehalten wird. Und das ist der Grund, warum im Galater 3, Vers 21 steht.

[44:09] Schauen wir mal gemeinsam hin. In Galater 3, Vers 21: Ist nun das Gesetz gegen die Verheißung Gottes? Das sei ferne! Denn wenn ein Gesetz gegeben wäre, das lebendig machen könnte, so käme die Gerechtigkeit wirklich aus dem Gesetz. Es ist kein Problem mit dem Gesetz Gottes, aber die Natur eines Gesetzes an sich macht es unmöglich, dass ein sündiger Mensch durch das Gesetz gerettet werden kann. Denn das Gesetz ist erst dann wirklich gut, wenn es gehalten wird. Nur dann kann es Gutes tun. Aber genau das ist das Problem. So kann das Gesetz alleine einem sündigen Menschen nichts Gutes tun. Denn alles, was es Gutes tut, tut es erst, wenn es gehalten wird. Aber es kann nicht gehalten werden, weil es durch das Fleisch kraftlos war.

[44:59] Nun, wenn da es an Kraft fehlt, wenn das das Problem ist, wo kommt dann die Kraft her? Denn wenn dort Kraft wäre, dann kann das Gesetz seine Aufgabe erfüllen. Woher kommt die Kraft? Römer gibt gleich am Anfang des Buches diese entscheidende, diese fundamentale, existenzielle Antwort. In Römer 1, Vers 16 sagt Paulus: Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen. Alle können diese Kraft haben. Kraft wozu? Kraft des Gebotes Gottes zu halten. Genau das steht in Römer 8.

[45:34] Gehen wir zurück zu Römer 8, Vers 3 und 4. Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch kraftlos war, das tat Gott, indem er seinen Sohn, das ist das Evangelium von Christus, in der gleichen Gestalt wie das Fleisch der Sünde, das was das Gesetz nicht konnte. Das Gesetz konnte nicht unsere menschliche Natur annehmen. Jesus nahm unsere menschliche Natur an und um der Sünde willen und die Sünde im Fleisch verurteilte. Christus ist für uns gestorben. Er hat den Sieg über Satan errungen. Er hat ein vollkommenes Leben gezeigt. Er hat gezeigt, wie man als Mensch durch die Kraft Gottes vollkommen leben kann. Er hat den Preis bezahlt. Er hat alles getan. Er hat die Kraft gebracht. Er hat Menschheit und Gottheit miteinander verbunden. Er hat den elektrischen Strom der Gerechtigkeit sozusagen wieder den Menschen zur Verfügung gestellt, damit der Mensch wieder mit Kraft aufgeladen werden kann.

[46:33] Wozu? Vers 4: Damit die vom Gesetz geforderte Gerechtigkeit in uns nicht abgeschafft, verändert, modifiziert wird, sondern erfüllt würde, die wir nicht gemäß dem Fleisch wandeln, Römer 7, sondern gemäß dem Geist, Römer 8. Wenn der Heilige Geist in unser Leben kommt, dann bewirkt er, dass das, was Jesus getan hat und womit er durch den Einfluss, Römer 5, an uns wirkt, wenn wir uns für den Heiligen Geist entscheiden, dann kann der Heilige Geist diese Gerechtigkeit in uns erfüllen, die Gerechtigkeit des Gesetzes. Dann ist das Gesetz nicht mehr kraftlos. Dann hat es seine Aufgabe wieder, die es eigentlich aufnehmen sollte, vor dem Sündenfall. Aber all das ist nur möglich durch Christus und durch niemand anderen.

[47:32] Deswegen ist Christus das Endziel des Gesetzes. Man kann das Gesetz nur halten durch Christus, und deswegen weist das ganze Gesetz auf Christus hin, so als würde es sagen: Ich schaue auf Christus, schau auf Christus. Ohne Christus nütze ich dir nichts, schau auf Christus. Aber wenn du Christus hast, dann wirst du meinen Segen erfahren können. Das ist die Botschaft des Gesetzes. Warum sind so viele Menschen, die sich Christen nennen, so gegen das Gesetz, wenn das Gesetz immer nur auf Christus weist? Müssten sie nicht gerade das, was auf ihren geliebten Meister weist, mit besonderer Liebe umhegen und sagen: Ich liebe dein Gesetz, so wie David das sagt im Psalm 119?

[48:14] All das lässt sich zusammenfassen in diesem berühmten Wort von Galater, in Galater 3 Vers 24. So ist also das Gesetz unser Lehrmeister geworden auf Christus hin, damit wir aus Glauben gerechtfertigt werden. Das Gesetz weist uns, das griechische Wort ist Pädagogos, Lehrer. Es weist uns, es lehrt uns, es weist uns auf Christus hin, damit wir durch den Glauben, durch die Kraft Gottes Vergebung unserer Schuld bekommen und dann nicht mehr schwach sind, sondern stark sind in Christus, um das Gesetz halten zu können.

[49:02] Denn im nächsten Vers heißt es: Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Lehrmeister. Wir sind dann nicht mehr unter dem Gesetz, denn wir haben gesehen in Römer 6, Vers 14: Wer unter dem Gesetz ist, über den herrscht die Sünde. Wer aber unter der Gnade ist, wer durch den Glauben lebt, der herrscht die Gnade, und dann dienen wir der Gerechtigkeit, dann dienen wir dem Gehorsam aus freien Stücken, aus einem reinen Herzen und aus Liebe, weil Gott das für uns getan hat.

[49:37] Bist du dankbar, dass das Gesetz dein Lehrmeister ist, dass das Gesetz dich von Christus belehren möchte, dass es dich zu Christus führen möchte und dass du das Gesetz überhaupt nur mit Christus verstehen kannst und schätzen kannst und halten kannst? Christus ist wahrhaftig der Höhepunkt, das Alpha und das Omega, das A und das O, der Anfang und das Ende nicht nur unseres Lebens, sondern auch des Gesetzes. Möchtest du den Christus annehmen, wie er im Gesetz Gottes, mit zehn Geboten, im Zeremonialgesetz, im Zivilgesetz, in den Geschichten, in der ganzen Bibel offenbart wird? Dieser Christus hat die Kraft, dein Leben zu verändern. Gott segne dich in deiner Entscheidung.

[50:23] Nächste Woche werden wir an dieser Stelle weiter studieren. Es gibt noch mehr Spannendes zu entdecken über Christus und sein Gesetz. Und wir wünschen euch viel Freude in der Zwischenzeit im Studium seines Wortes und im Umsetzen dieser Prinzipien, die wir heute in der Bibel studiert haben. Gott mit euch. Amen.


Lizenz

Copyright ©2014 Joel Media Ministry e.V.
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.