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In dieser Folge der Cannstatt Study Hour mit Christopher Kramp wird die Bergpredigt Jesu Christi im Detail beleuchtet. Es wird erklärt, wie die Bergpredigt das Gesetz Gottes offenbart und wie sie mit Christus selbst verbunden ist. Die Predigt zeigt auf, dass wahre Gerechtigkeit nicht durch eigene Werke, sondern durch Christus erlangt wird und wie die Seligpreisungen den Weg zu dieser Gerechtigkeit weisen. Abschließend wird die Bedeutung des Gehorsams gegenüber Gottes Wort und die Notwendigkeit, die Lehren der Bergpredigt im täglichen Leben umzusetzen, hervorgehoben.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2014 Q2: Christus und sein Gesetz

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour. Schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt auf joelmedia.tv.de. Herzlich willkommen auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries zu unserer vierten Folge über Christus und sein Gesetz. Wir haben in den letzten beiden Folgen uns Gedanken gemacht über das Zeremonialgesetz, über die Tradition und heute wollen wir zu einem Kernthema kommen, einem Thema, das so oft behandelt wird und so oft missverstanden wird. Wir wollen heute ein biblisches Licht werfen auf die vielleicht bedeutendste Predigt, die jemals Jesus gehalten hat, nämlich die Bergpredigt. Darüber könnte man ein eigenes Seminar von vielen Wochen halten. Wir wollen heute nur in der Vogelperspektive hinüberschauen, was uns die Bergpredigt über Christus und sein Gesetz zu sagen hat. Wir wollen einige interessante Highlights herausgreifen und euch natürlich damit zu weiterem Studium anregen. Und bevor wir beginnen, möchten wir natürlich denjenigen um Hilfe bitten, der uns die Bergpredigt gegeben hat. So lasst uns gemeinsam beten.

[1:24] Lieber Vater im Himmel, gerade in der Bergpredigt hat Jesus uns gelehrt, wie wir zu dir beten sollen. Und er hat uns gesagt, dass wenn wir bitten, dann empfangen wir, wenn wir anklopfen, dann wird uns aufgetan. Er hat uns gesagt, dass wenn wir um etwas Gutes bitten, dass du noch williger uns gibst, als Eltern ihren Kindern etwas Gutes geben. Und wir bitten dich jetzt um etwas Gutes, nämlich um deinen guten Geist, um dein gutes Wort verstehen zu können, um deine guten Werke, deinen Charakter den Menschen zu zeigen. Und so möchten wir dich bitten, dass du durch deinen Heiligen Geist uns die Wahrheit aufschließt, sie uns verständlich machst und dass wir deinen Charakter besser verstehen durch die Worte der Bergpredigt. Wir bitten dies im Namen Jesu. Amen.

[2:08] Die Bergpredigt findet sich natürlich in Matthäus 5 bis 7. Wir beginnen einmal in Matthäus 5 und dort ab Vers 1. Es heißt hier: „Als er aber die Volksmenge sah, stieg er auf den Berg.“ Das sind zwei Dinge, die wir bemerken wollen. Jesus hält die Bergpredigt, weil er die Menschen gesehen hat. Und zweitens, er steigt auf einen Berg. Warum ist das so? Es gibt einen kleinen Hinweis, wenn man so ein bisschen das Buch Matthäus in der Vogelperspektive liest. Da stellt man nämlich fest, dass zum Beispiel im 2. Kapitel Jesus aus Ägypten herauszieht, dass er dann im 3. Kapitel getauft wird und im 4. Kapitel ist er 40 Tage in der Wüste. Und der geneigte Bibelleser ahnt damit schon, dass das etwas Typologisches zu bedeuten hat. Das Volk Israel war aus Ägypten herausgezogen, war in der Wüste, im Roten Meer auf Mose getauft worden und dann 40 Jahre in der Wüste. Und diese theologische Richtung von Ägypten hin in die Wüste, die wiederholt sich hier in Matthäus, wenn man so einige Hauptthemen aus den Kapiteln herausgreift.

[3:22] Die Wüstenwanderung der Israeliten führte zu einem Berg. Das war der Berg Sinai. Und der Berg Sinai war nicht nur damals, sondern auch heute ist er verknüpft unweigerlich mit den 10 Geboten. Jesus steigt hier auf einen Berg und gibt damit den ersten Hinweis, dass das, was er jetzt sagen wird, diese Predigt, die er halten wird, eine Predigt ist über das Gesetz. Unser gesamtes Thema ist ja Christus und sein Gesetz. Und an keinem Ort kommen diese beiden Dinge vielleicht greifbarer zusammen als in der Bergpredigt. Nun, wer gab damals die 10 Gebote auf dem Berg Sinai? Die Frage lässt sich unter anderem beantworten, wenn man den Paulus sprechen lässt in 1. Korinther 10 und dort die Verse 2 bis 4. 1. Korinther 10, Vers 2 bis 4. „Sie wurden auch alle auf Mose getauft in der Wolke und im Meer.“ Die Rede ist hier von den Israeliten. „Und sie haben alle dieselbe geistliche Speise gegessen und alle denselben geistlichen Trank getrunken. Denn sie tranken aus einem geistlichen Felsen, der ihnen folgte. Der Fels aber war Christus.“ Es war Jesus Christus selbst, der seinem Volk vorherging in der Wolken- und Feuersäule. Später in Offenbarung mit Jesus beschrieben mit Wolke und mit Feuerattributen. Er war derjenige, der die 10 Gebote vom Berg Sinai gab. Der selbe Jesus tritt jetzt in Matthäus 5 auf einen Berg.

[4:56] Und eine der Grundprämissen fast aller christlichen Ausleger ist, dass Jesus in irgendeiner Art und Weise jetzt etwas anderes sagt, als das, was er auf dem Berg Sinai gesagt hat. Ganz oft werden Berg Sinai und der Berg der Bergpredigt gegeneinander ausgespielt, als ein Kontrast. Aber vergessen wir nicht, dass es dieselbe Person war, die auf dem Berg Sinai wie auch auf dem Berg der Bergpredigt stand. Und die Worte müssen miteinander harmonieren. Schauen wir mal in 2. Mose Kapitel 20 und dort Vers 1. Dort heißt es: „Und Gott redete alle diese Worte und sprach.“ Das Volk, die Volksmenge, war an den Berg gekommen. Man könnte sagen, als Gott die Volksmenge sah, als er bereit war, Instruktionen aufzunehmen, da heißt es hier: „Er redete alle diese Worte und sprach.“ Es ist ganz interessant, dass die Bergpredigt fast mit ähnlichen Worten beginnt. Da heißt es nämlich in Vers 2: „Und er, Jesus, tat seinen Mund auf zu einer Rede, lehrte sie und sprach.“ Diese dreifache Betonung des Redens und des Wortes findet sich an beiden Stellen.

[6:19] Nun, worum geht es in dieser Bergpredigt? Es heißt in Vers 3: „Glückselig sind die geistlich Armen, denn ihrer ist das Reich der Himmel.“ Von Anfang an macht Jesus deutlich, diese Predigt zielt darauf ab, den Menschen zu erklären, was das Reich der Himmel ist, das Königreich Gottes. Jemand hat es genannt, eine Regierungserklärung quasi des Reiches Gottes. Hier in diesen drei Kapiteln macht Jesus deutlich, was ist das Reich Gottes in der Praxis. Paulus selbst gibt uns eine interessante Zusammenfassung in Römer 14 und dort Vers 17. Dort lesen wir, was das Reich Gottes nicht ist und was es ist. In Römer 14 Vers 17 heißt es: „Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist.“ Merken wir uns diese drei Dinge: Das Reich Gottes ist Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist. Und Jesus erklärt uns jetzt in der Bergpredigt, wie dieses Reich Gottes unser werden kann. Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist. Wir haben nicht die Zeit, das ausführlich zu studieren, hier diese drei Dinge. Nur so viel sei gesagt, in 1. Johannes 5 und dort Vers 17a. 1. Johannes 5 und dort Vers 17a. Dort heißt es: „Jede Ungerechtigkeit ist Sünde.“ Wenn das Reich Gottes Gerechtigkeit ist, dann muss es per Definition das Gegenteil von Ungerechtigkeit sein. Jede Ungerechtigkeit ist Sünde. Und Sünde, so sagt uns die Bibel in 1. Johannes 3 Vers 4: „Jeder, der die Sünde tut, der tut auch die Gesetzlosigkeit, und die Sünde ist die Gesetzlosigkeit.“ Sünde ist die Übertretung, das Brechen des Gesetzes, die Gesetzlosigkeit. Wenn also Sünde Gesetzlosigkeit ist und jede Ungerechtigkeit Sünde ist, dann muss Gerechtigkeit gehorsam sein. Und genau das ist die biblische Definition: Gerechtigkeit ist Gehorsam. Und Jesus beginnt seine Predigt und sagt, es geht um das Reich Gottes. Und das Reich Gottes besteht zuallererst aus Gerechtigkeit und natürlich Friede und Freude im Heiligen Geist.

[8:55] Interessanterweise hatten auch die Israeliten einen ganz ähnlichen Gedanken von Gott gesagt bekommen. In 2. Mose 19, noch bevor die 10 Gebote eigentlich ausgesprochen werden, wird ihnen gesagt, warum Gott zu ihnen sprechen möchte, dort an diesem Berg. In 2. Mose 19 und dort Vers 4 bis 6. Und da heißt es: „Ihr habt gesehen, was ich an den Ägyptern getan habe und wie ich euch auf Adlers Flügeln getragen und euch zu mir gebracht habe. Wenn ihr nun wirklich meiner Stimme Gehör schenken und gehorchen werdet und meinen Bund bewahrt, so sollt ihr vor allen Völkern mein besonderes Eigentum sein, denn die ganze Erde gehört mir. Ihr aber sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein.“ Das sind die Worte, die du den Kindern Israels sagen sollst. Gott sagt, ich möchte mit euch ein Reich aufrichten, ein Königreich. Aber kein Königreich, so wie es die Welt hat. Kein weltliches Königreich, sondern ein geistliches Königreich. Ein Königreich von Priestern. Das wäre das Reich Gottes. Die Bedingung ist, nach Vers 5: „Wenn ihr nun wirklich meiner Stimme Gehör schenken und gehorchen werdet.“ Gehorsam ist die Bedingung für das Reich Gottes, sowohl im Alten als auch im Neuen Testament. Und Jesus macht ganz deutlich, dass dieser Gehorsam nur deswegen möglich ist, weil er schon etwas getan hat. Er sagt: „Ich habe euch aus der Sklaverei aus Ägypten herausgeführt.“ Und weil das so ist, habt ihr jetzt die Option, gehorsam zu sein, um damit im Reich Gottes auch leben zu können. Gehorsam ist eine Bedingung.

[10:36] Nun, interessanterweise haben die Israeliten damals durchaus diesen Gehorsam angestrebt. Schauen wir mal in 2. Mose 19 und dort Vers 8. Dort heißt es in 2. Mose 19, Vers 8: „Da antwortete das ganze Volk miteinander und sprach: Alles, was der Herr gesagt hat, das wollen wir tun.“ Und Mose brachte dem Herrn die Antwort des Volkes. Und das Volk verstand, da gibt es eine bestimmte Antwort, eine Ansammlung an Regeln, Gesetze, Gebote und alles das, was Gott sagt, das wollen wir tun. Das Problem war nur, dass sie es nie wirklich taten. Nur wenige Wochen später tanzen sie um das Goldene Kalb. Und die weitere Geschichte des Volkes Israel, nicht nur in der Wüstenwanderung, sondern auch in der Zeit der Richter, in der Zeit der Könige, in der Zeit des Exils, in der nachexiliarischen Zeit, ist fast mit wenigen Ausnahmen, fast ausschließlich, eine Geschichte des Abfalls und der Ungerechtigkeit. Woran liegt das? Paulus gibt uns einen Hinweis, was das Problem in der ganzen Sache ist, oder war. Im Römerbrief, und dort Kapitel 9, Vers 31 und 32. In Römer 9, und dort Vers 31 und 32, sagt Paulus: „Aber Israel, das nach dem Gesetz der Gerechtigkeit strebte, das Gesetz der Gerechtigkeit nicht erreicht hat.“ Also, Paulus schaut zurück auf die Zeit des Alten Testaments und sagt ganz deutlich, die Israeliten wollten die Gerechtigkeit erstreben und sie haben sich dann herausgestreckt, haben es aber nicht erreicht. Und er stellt die offensichtlich naheliegende Frage: Warum? Vers 32. „Warum haben diejenigen, die die Gerechtigkeit haben wollten, nicht erreicht?“ Sie sagen doch ganz deutlich von Anfang an: „Wir möchten all das tun, was Gott sagt.“ Hast du schon mal verstanden, was Gott von dir möchte, und du hast deinem Herzen gesagt: „Ich möchte das tun“ und bist danach auf die Nase gefallen? Mir ist es schon sehr oft in meinem Leben so gegangen. Es ist etwas, womit wir alle zu kämpfen haben, egal ob wir im Alten oder Neuen Testament leben.

[13:03] Das Problem hier ist, dass etwas fehlt oder etwas nicht verstanden ist. Denn Paulus beantwortet die Frage in Vers 32, warum? „Weil es nicht aus Glauben geschah, sondern aus Werken des Gesetzes.“ Paulus sagt, es ist möglich, das Gesetz Gottes zu verstehen und das Gesetz Gottes halten zu wollen und trotzdem die Gerechtigkeit nicht zu erreichen. Warum? Weil es nicht aus Glauben geschieht, sondern aus eigener Kraft. Die Israeliten hatten gesagt: „Wir wollen das halten, was Gott gesagt hat.“ Und wir sind jämmerlich, jämmerlich gescheitert. Manche wären auf die Idee gekommen, hineinzuinterpretieren, dass weil es im Alten Testament den meisten Israeliten nicht möglich war, diese Gerechtigkeit zu erlangen, dass Gott an dem neuen Bund den Standard heruntergefahren hat, um es leichter zu machen. Für alle diejenigen, die so etwas denken oder gedacht haben oder zumindest versucht sind so zu denken, wollen wir gemeinsam gleich Matthäus 5, Vers 20 lesen hier. Denn Jesus sagt etwas, das meistens, wenn man über die Bergpredigt predigt, nicht so ausführlich erwähnt wird, manchmal gar nicht weggelassen wird.

[14:20] In Matthäus 5, Vers 20 sagt er: „Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit, die der Schriftgelehrten und Pharisäer – das sind also diejenigen, die so gedacht haben, wie das Volk Israel halt schon am Berg Sinai – wenn eure Gerechtigkeit, die der Schriftgelehrten und Pharisäer nicht weit übertrifft, so werdet ihr gar nicht in das Reich der Himmel eingehen.“ Punkt Nummer 1: Pharisäer und Schriftgelehrte mit ihrem Denken über das Gesetz Gottes konnten nicht in das Reich Gottes eingehen. Sie haben die Gerechtigkeit nicht erreicht. Mit anderen Worten, auf Deutsch gesagt: Der Gehorsam der Pharisäer war nicht gehorsam genug. Meistens haben wir die Idee, dass die Pharisäer zu gehorsam waren, so gehorsam, dass Gott gar nicht das wollte, dass sie so gehorsam sind. Aber Jesus macht deutlich: Ihr Gehorsam, ihre Gerechtigkeit war noch nicht einmal genug. Er sagt: „Wenn ihr überhaupt in das Reich der Himmel, in das Reich Gottes eingehen wollt, dann muss eure Gerechtigkeit, die der Pharisäer, noch weit übertreffen.“ Man könnte fast verzweifeln und sagen: Wie ist es möglich, noch gerechter zu sein als ein Pharisäer? Wie ist es möglich, diese Gerechtigkeit zu erlangen, wodurch das Volk Israel, das es so sehr wollte, nicht geschafft hat.

[15:30] Jesus sagt in Johannes 14 und dort Vers 6: „Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.“ Die Israeliten hatten es auf einem falschen Weg versucht. Jesus sagt: „Ich bin der Weg.“ Und diesen Weg, den beschreibt er jetzt in den berühmten Seligpreisungen, die mehr sind als einfach nur ein paar ordentliche Texte für Postkarten. Die Seligpreisungen beschreiben Schritt für Schritt, wie man Gerechtigkeit erlangt. Woher wissen wir das? Schauen wir mal in Vers 6. Dort heißt es: „Glückselig sind, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn die sollen satt werden.“ In Vers 10 heißt es: „Glückselig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn ihrer ist das Reich der Himmel.“ Wenn ich Vers 6 mit Vers 10 vergleiche, stelle ich fest, dass in Vers 6 die Gerechtigkeit noch nicht ergriffen worden ist, aber dass in Vers 10 die Gerechtigkeit erlangt worden ist. Was man also sagt: Wenn in Vers 6 derjenige, der hier beschrieben wird, oder diejenigen nach der Gerechtigkeit sich noch ausstrecken, aber in Vers 10 die Gerechtigkeit haben und deswegen verfolgt sind, dass diese Seligpreisungen eine Reihenfolge bilden, also Schritt für Schritt hin auf die Gerechtigkeit.

[16:54] Wenn wir das konkreter anschauen, im Detail heißt es in Vers 3: „Glückselig sind die geistlich Armen, denn ihrer ist das Reich der Himmel.“ Wer sich bewusst ist, dass es ihm fehlt im geistlichen Gebiet. Dem bewusst ist, dass er Mangel hat, dass er nicht so ist, wie Gott es möchte. Viele Menschen denken, sie sind wunderbar. Aber diejenigen haben das Reich der Himmel vor Augen, die wissen: „So wie ich jetzt bin, geistlich gesehen, so kann ich nicht bleiben, ich bin arm, mir fehlt etwas.“ In Vers 4 wird der nächste Schritt beschrieben: „Glückselig sind die Trauernden, denn sie sollen getröstet werden.“ Ja, das spricht natürlich auch davon, dass wir getröstet werden, wenn wir einen lieben Menschen verloren haben. Aber eigentlich ist gemeint, dass wenn wir verstehen, wie schlimm die Sünde ist, wenn wir trauern über das, was wir getan haben, wenn unser Herz gebrochen ist, dann sollen wir getröstet werden. „Glückselig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben.“ Wenn wir sanftmütig sein wollen, dann müssen wir zu demjenigen kommen, der sanftmütig ist. Jesus sagt: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken.“ Und dann sagt er: „Lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und demütig.“ Wenn wir zu Jesus kommen, lernen wir von ihm Sanftmut.

[18:13] Es heißt in Vers 6: „Glückselig sind, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten.“ Wir sehen also jemanden, der geistlich arm ist, der darüber traurig ist, der sich danach sehnt, sanftmütig zu sein, der zu Jesus kommt und sich nach der Gerechtigkeit ausstreckt. In Vers 7 heißt es: „Glückselig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.“ Jemand, der nach Gerechtigkeit sich ausstreckt, soll gefüttert werden, er soll satt werden, er soll diese Gerechtigkeit bekommen. Er wird Barmherzigkeit erlangen und dadurch bekommt er ein reines Herz. Denn in Vers 8 heißt es: „Glückselig sind die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.“ In Vers 9: „Glückselig sind die Friedfertigen, denn sie werden Söhne Gottes heißen.“ Römer 14, Vers 17 hat er gesagt, dass das Reich Gottes Gerechtigkeit und Friede ist. In Vers 6 haben wir Gerechtigkeit erreicht, in Vers 9 Frieden. Es fehlt noch die Freude, die Freude im Heiligen Geist, und die kommt jetzt in Vers 10 und 11.

[19:15] „Glückselig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn ihrer ist das Reich der Himmel.“ Vers 11: „Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und lügnerisch jegliches böse Wort gegen euch reden.“ Vers 11: „Glückselig seid ihr, wenn ihr euch schmähen und verfolgen und lügnerisch jegliches böse Wort gegen euch reden.“ „Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß im Himmel, denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch gewesen sind.“ Jesus beschreibt genau diese drei Dinge: Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist, hier in diesen acht Seligpreisungen. Und es ist wirklich eine Freude im Heiligen Geist, wenn man sich freut und jubelt, weil man verfolgt worden ist. Das ist keine normale Freude. Das ist keine Freude, die ein Mensch normalerweise hervorbringen kann und uns geben kann. „Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß im Himmel.“

[20:01] Übrigens, wenn wir Vers 10 und 11 vergleichen, dann entdecken wir eine der größten Entdeckungen überhaupt in der Bergpredigt. In Vers 10 heißt es: „Glückselig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn ihr ist das Reich der Himmel.“ Und in Vers 11 heißt es: „Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und lügnerisch ein wirkliches böses Wort gegen euch reden, um meinetwillen.“ Beide Verse nebeneinander gelegt sagen uns, dass Jesus unsere Gerechtigkeit ist. Die wahre Gerechtigkeit, von der das Gesetz spricht, von der die ganze Bibel spricht, die wahre Gerechtigkeit ist Jesus Christus. Und deswegen haben die Soliden die Gerechtigkeit nicht erlangt, obwohl sie sich so fest vorgenommen haben, alles zu tun, was Gott gesagt hat. Wenn wir nicht Christus zu unserer Gerechtigkeit machen, dann können wir uns so viel vornehmen, Gutes zu tun, wie wir wollen. Wir werden die Gerechtigkeit Gottes nicht erlangen. Wir werden so enden wie die Pharisäer und die Sadduzäer, die Schriftgelehrten und so weiter. Christus ist unsere Gerechtigkeit.

[21:22] Und dann in den nächsten Versen, Vers 13 bis 16, beschreibt Jesus, was passiert, wenn man Christus gefunden hat. Diese acht Schritte: die geistliche Armut, das Trauern über die Sünde, das Kommen zu Jesus, dem Sanftmütigen, das danach Verlangen, Gerechtigkeit haben zu wollen, weil man sie sieht bei Jesus, dann die Barmherzigkeit zu erleben, ein neues reines Herz zu bekommen und dann Frieden im Herzen zu haben und schließlich auch dafür verfolgt zu werden, dass man Gerechtigkeit erlangt hat. Diese acht Schritte, die dazu führen, dass man Christus im Herzen hat, dass man in das Reich Gottes hineingeht, Schritt für Schritt. Denn das sind die Seligpreisungen. Sie sind die acht Schritte in das Reich Gottes hinein. Die führen dazu, dass man eine Außenwirkung hat. Deswegen sagt Jesus in Vers 13: „Ihr seid das Salz der Erde.“ Er sagt in Vers 14: „Ihr seid das Licht der Welt.“ Es kann eine Stadt, die auf einem Berg liegt, nicht verborgen bleiben. Wer Gerechtigkeit erlangt, wird automatisch einen gewaltigen Einfluss haben, einen guten Einfluss auf die Menschen um ihn herum. Man kann nicht gehorsam sein, man kann nicht Gerechtigkeit haben, man kann nicht zu Jesus gefunden haben, ohne nicht gleichzeitig Licht der Welt zu sein, Salz der Erde. Das Salz übrigens im Alten Testament steht für den Bund. Da spricht es an manchen Stellen von einem Salzbund. Das Salzbund steht für das Evangelium. So zum Beispiel in 2. Chronik 4, Vers 4. Und dann sagt Jesus in Vers 16: „So soll euer Licht leuchten vor den Leuten, dass sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ Die Gerechtigkeit Christi führt automatisch zu guten Werken, die sichtbar sind. Die Gerechtigkeit Christi nach der Bergpredigt ist kein Lippenbekenntnis. Sie ist keine Theorie, keine Versicherung einfach nur, die man abschließt, um irgendwann mal etwas zu bekommen. Die Gerechtigkeit Christi ist etwas, was in uns wirkt, nach außen hin, damit das Licht leuchten kann und die Menschen gute Werke sehen und damit zu Gott geführt werden.

[23:29] Christus und sein Gesetz, die Bergpredigt, macht deutlich, wie eng sie miteinander verschmolzen sind. Deswegen sagt er in Vers 17: „Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen sei, um das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen, um aufzulösen, sondern um zu erfüllen.“ Er sagt, nicht nur die 10 Gebote, sondern das gesamte Alte Testament werden in mir erfüllt. Manchmal sind diese Verse benutzt worden, um zu sagen, dass die 10 Gebote noch gültig sind. Und das ist richtig. Manch einer hat dann aber gesagt: „Christus spricht ja nicht nur von dem Gesetz, sondern von dem Gesetz und den Propheten. Das sind die gesamten Schriften des Alten Testaments. Und da sind auch Dinge dabei, die abgeschafft sind.“ Nun, wer so argumentiert, versteht nicht, was das Wort „erfüllen“ bedeutet. Wenn ich eine Prophezeiung habe und sie erfüllt sich, ist die Prophezeiung nach ihrer Erfüllung immer noch eine Prophezeiung, die unerfüllt ist? Nein. Eine Prophezeiung, die erfüllt ist, ist eine erfüllte Prophezeiung und hört auf, eine Prophezeiung zu sein, die sie noch erfüllen muss. Ein Gesetz, das von jemandem erfüllt wird, hört mit der Erfüllung des Gesetzes nicht auf, bei der Gesetz zu sein. Und genau das ist der Unterschied zwischen den Zehn Geboten und dem Zeremonialgesetz. Das Zeremonialgesetz war eine Prophezeiung. Und die Erfüllung des Zeremonialgesetzes hat das Zeremonialgesetz abgeschafft. Denn wenn es noch weiter gültig wäre, wäre es nicht erfüllt worden. Weil es eine Prophezeiung war, die auf ein bestimmtes Ereignis hinwies.

[25:19] Die Zehn Gebote sind aber keine Prophezeiung, die auf ein bestimmtes Ereignis hinweisen. Die sind ein Gesetzeskodex, der, wenn er erfüllt wird, auf verschiedene Kategorien von Texten im Alten Testament unterschiedliche Bedeutung hat. Und Jesus macht das sehr deutlich, wenn wir den nächsten Vers lesen. „Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Buchstabe, noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist.“ Jesus kam nicht, um das Gesetz aufzulösen, zu verändern oder nur zu minimieren die Bedeutung. Ganz im Gegenteil. Er sagt ja nun im Vers 19: „Wer nun eines dieser geringsten Gebote auflöst und die Leute so lehrt, der wird der Kleinste genannt werden im Reich der Himmel. Wer sie aber tut und lehrt, der wird groß genannt werden im Reich der Himmel.“ Wer ist der Größte im Himmel? Der Größte im Himmel ist Christus selbst. Er ist der Herr der Herren, der König der Könige. Wenn er der Größte von allen ist, im Himmel, dann muss er nicht nur das Gesetz tun, sondern das Gesetz lehren. Denn hier steht: „Wer sie aber tut und lehrt, der wird groß genannt werden im Reich der Himmel.“ Wenn Jesus wirklich groß genannt werden wird im Reich der Himmel oder jetzt schon ist, dann muss er nicht nur das Gesetz Gottes tun, er muss es auch lehren. Und genau das tut er in Matthäus 5, Matthäus 6 und Vers 7.

[26:45] Und dann kommt dieser Vers in Vers 20, den wir schon gesagt haben, dass Jesus deutlich macht, dass er die Gerechtigkeit der Pharisäer nicht gut genug ist. Sie muss noch weit übertroffen werden. Und dann erklärt er, was er meint, mit einigen Fallbeispielen. In Matthäus 5, Vers 21 nimmt er als Beispiel eines der 10 Gebote und sagt: „Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht töten.“ Jetzt kommt die Interpretation, die letztendlich die Pharisäer draufgelegt haben, nämlich: „Wer aber tötet, der wird im Gericht verfallen sein.“ Dort steht, so sagen die Pharisäer: „Solange du nicht tötest, bist du wunderbar, aber wenn du dann tötest, dann wirst du bestraft.“ Und Jesus sagt: „Hey, Moment mal. Das Gesetz Gottes hat eine geistliche Dimension, die ihr als Pharisäer gar nicht verstanden habt.“ Er sagt: „Ich sage euch aber: Jeder, der seinem Bruder ohne Ursache zürnt, wird im Gericht verfallen sein. Wer seinem Bruder sagt ‚Raka‘, der wird im Hohen Rat verfallen sein. Wer aber sagt ‚Du Narr‘.“ „Du sollst nicht töten.“ Ja oder nein? Nein, er tut es nicht. Er verschärft es. Nein, er verschärft es nicht. Es klingt so, als ob es verschärfen würde, wenn man ein pharisäisches Denken hat, aber eigentlich tut Jesus nur den Schmutz und den Staub und den Schleier pharisäischer Vorstellungen beiseite und zeigt, wie Gott es ursprünglich gemeint hat, als er dort auf dem Berg Sinai stand und gesagt hat: „Du sollst nicht töten.“ Dass wir auch nicht schlecht reden über unseren Bruder oder ihn ausschimpfen oder ihn beleidigen.

[28:25] Ein anderes Beispiel findet sich in Vers 27. „Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht Ehe brechen.“ Und wieder zeigt Jesus, was die tiefere geistliche Bedeutung ist, die natürlich Ehebruch immer noch bestrafen lässt. Vers 28: „Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, um sie zu begehren, wird in seinem Herzen schon Ehebruch begangen haben.“ Jesus zeigt deutlich, dass die Gerechtigkeit, die in das Reich Gottes führt, bei weitem die Gerechtigkeit der Pharisäer übertrifft. Gerechtigkeit bei den Pharisäern hieß: „Niemals mit einer anderen Frau ins Bett gehen, niemals jemanden umbringen, und du bist gerecht.“ Und das wäre etwas, was Menschen eigentlich sogar, wenn sie sich anstrengen, schaffen könnten. Aber diese Gerechtigkeit führt nicht in den Himmel. Jesus zeigt eine Gerechtigkeit, die so viel tiefer geht, dass ein Mensch, wenn er ehrlich ist, sagen muss: „Das schaffe ich nicht allein. Ich brauche jemanden, der in mir diese Gerechtigkeit bewirkt.“

[29:21] Und dazu kann es notwendig sein, schwere Entscheidungen zu fällen. Deswegen sagt Jesus in Vers 29: „Wenn dich aber dein rechtes Auge zum Sündigen verführt, so reiß es aus und wirf es von dir.“ Vers 30: „Wenn deine rechte Hand dich zum Sündigen verführt, so haue sie ab und wirf sie von dir.“ Wenn jemand eine schwere, schwere Krankheit hat, eine schwere Verletzung vielleicht im Arm, da kommt der Moment manchmal, dass man den Arm amputieren muss, um den Körper zu retten. So im geistlichen Bereich. Es kommt der Zeitpunkt, wo bestimmte Dinge, die ich tue, so gefährlich sind für mein geistliches Leben, dass ich sie ganz abschneiden muss. Bestimmte Dinge ganz lassen soll, um Sieger zu sein. Oh, in der Versuchung, wenn es um das sechste oder siebte oder achte. Das mag schmerzhaft sein, aber es mag notwendig sein. Es war Jakob, der als ein Krüppel endlich bekehrt war.

[30:25] Interessanterweise geht jetzt nicht nur auf die 10 Gebote ein, sondern auch auf verschiedene andere Bestimmungen des Zivilgesetzes. Zum Beispiel hier in Vers 33. „Wiederum habt ihr gehört, dass zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht falsch schwören, du sollst aber dem Herrn deine Schwüre halten.“ Dann sagt Jesus: „Ich aber sage euch, dass ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron, noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße, und er hat angefangen, bei allem möglichen zu schwören, was impliziert, dass wenn ich schwöre und es nicht eintrifft, ich etwas verpfände sozusagen. Aber wie kann ich bei Gottes Thron schwören? Wie kann ich bei der Erde schwören? Wie kann ich bei Jerusalem schwören, wo doch alles Gott gehört? Wer so schwört, wie es hier angedeutet wird, der behauptet, dass ihm etwas gehört, was ihm gar nicht gehört.“ Das bezieht sich übrigens nicht auf den Schwur bei Gericht. Wenn in einem Gerichtsfall wir aufgerufen werden, vor Gott zu schwören, und wir die Wahrheit sagen, dann kann ein Christ, ja, ist der Christ der einzige Mensch eigentlich auf dem Planeten, der wirklich ernsthaft und ehrlich vor Gott schwören kann, dass er die Wahrheit sagt. Und Jesus hat das getan, als er in Matthäus 26 und er schwor. Da heißt es in Vers 63: „Und der Hohepriester begann und sprach zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, dass du uns sagst, ob du der Christus bist, der Sohn Gottes.“ Da hat Jesus bei Gott geschworen, dass er es ist. Er sagt in Vers 64: „Du hast es gesagt.“ Jesus tat, was er gelehrt hat. Jesus hat mit diesem Verbot des Schwörens nicht gemeint, dass man niemals schwören soll, weil es nicht wirklich beschrieben ist.

[32:27] Und dann gibt es ein Prinzip, das noch tiefer geht, weil wenn man es eigentlich konstant anwenden würde, man aufs Schwören ganz verzichten könnte. In Vers 37 steht hier: „Es sei aber eure Rede: Ja, ja; Nein, nein; was darüber ist, das ist vom Bösen.“ Wenn wir immer die korrekte, richtige Wahrheit sagen, ohne Umschweife, ohne nutzloses Blabla, und vor allem ohne Schmeicheleien, dann könnte viel, viel vermieden werden.

[32:57] Vers 38: „Ihr habt gehört, was gesagt ist: Auge um Auge und Zahn um Zahn.“ Viele denken, dass im Alten Testament jeder Mensch ihm erlaubt war, Auge um Auge, Zahn um Zahn zu vergelten. Doch schon das Alte Testament sagt zum Beispiel in Sprüche 20 und dort Vers 22: „Du sollst nicht sagen: Ich will Böses vergelten. Herr, auf den Herrn, der wird dir helfen.“ Das Alte Testament kennt die Idee, dass der Einzelne von Gott gerecht wird und sich nicht selbst richtet. Dieses Prinzip Auge um Auge, Zahn um Zahn war ein Zivilgesetz, das in der theokratischen Gesetzgebung benutzt wurde, um deutlich zu machen, dass ein Verbrechen exakt gerecht bestraft wird. Und dieses Prinzip ist im Neuen Bund nicht abgeschafft. Ganz im Gegenteil. Jesus Christus hat uns nicht einfach nur vergeben, nicht einfach nur die Augen nochmal zugedrückt, sondern Jesus hat den vollen Preis der Sünde bezahlt. Auge um Auge, Zahn um Zahn. Die gesamte Strafe für alle Sünden lag auf ihm. Für jeden Zahn und für jedes Auge. Das Kreuz lehrt uns, dass Gott Auge um Auge, Zahn um Zahn praktiziert. Aber, dass er uns so sehr liebt, dass er die gerechte Strafe auf sich nimmt, statt auf uns zu legen, wenn wir uns dafür entscheiden.

[37:39] Und das ist der Grund, warum Jesus sagt, weil er nämlich weiß, dass er selbst das tun wird. Matthäus 39: „Ihr sollt dem Bösen nicht widerstehen, sondern wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, so biete ihm auch die andere hin.“ Wenn ich geschlagen werde auf die rechte Backe. Auge um Auge, Zahn um Zahn würde bedeuten, ich darf ihn, nein, ich darf nicht, aber der andere hat es verdient, auf die Backe geschlagen zu werden. Das ist das Prinzip. Und dieses Prinzip wird nicht aufgegeben. Nur, dass der Empfänger der Strafe sich ändert. Wenn ich meine Backe hinhalte, dann imitiere ich Jesus, der die gerechte Strafe des anderen auf sich nimmt. Genauso in Vers 41. „Und wenn dich jemand nötigt, eine Meile weit zu gehen, so gehe ihm zwei.“ Wenn jemand mich zwingt, und damals war es ja so, dass die römische Besatzungsmacht Menschen zwingen konnte, eine Meile zu gehen für sie, dann wäre Gerechtigkeit, dass man jetzt auch den römischen Soldaten zwingt, eine Meile für mich zu gehen. Das wäre gerecht. Und die Gerechtigkeit wird ausgeführt. Aber diese Meile wird auf mich übertragen. Wenn ich Jesus imitiere, so gehe mit ihm zwei. Dort steht nicht: Gehe mit ihm 30. Gehe mit ihm zwei. Gehe die Meile, die er für dich gehen müsste, gehe sie für ihn. Das ist das Prinzip der Bergpredigt.

[36:13] Und dann heißt es in Vers 43: „Ihr habt gehört, was gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.“ Das war eine reine Tradition, wir haben schon darüber gesprochen in der ersten Folge. Das hat kein Fundament in der Bibel. Jesus sagt stattdessen das, was schon im Alten Testament steht: „Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen. Und bittet für die, welche euch beleidigen und verfolgen.“ Warum? Römer 13, Vers 10 sagt: „Die Liebe ist die Erfüllung des Gesetzes.“

[36:45] Vers 45: „Damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel seid.“ Denn wenn wir im Reich Gottes sind, dann freuen wir uns über Verfolgung, dann können wir sie auch, die uns verfolgen, für sie beten und bitten und sie lieben. Die Verse hier machen deutlich, dass wir Gottes Charakter imitieren sollen. Das ist die Gerechtigkeit Christi. Nicht einfach nur eine Reihe von Regeln, die man äußerlich einhält, sondern das Imitieren des Charakters Gottes durch die Kraft Jesu, das ist die Gerechtigkeit Christi, die er uns anbietet.

[37:27] Deswegen sagt es in Vers 48: „Darum, weil uns, weil Gott so ist, weil er die Sonne über dem Bösen und dem Guten aufgehen lässt und regnen lässt, weil er so ist, darum als Folge sollt ihr vollkommen sein, gleich wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.“ Wir sollen den gleichen Charakter widerspiegeln. Und dieser Charakter Gottes findet sich in seinem Gesetz. Die meisten sehen das nicht, weil sie Gesetz und Bergpredigt trennen. Die Liebe und Gerechtigkeit Gottes trennen, aber in der Bergpredigt ist es eigentlich ein und dasselbe. Es kommt zusammen. Manche haben Panik bekommen bei diesem Vers 48, aber dort steht nicht, wie der ferne Gott, der Herrscher des Universums vollkommen ist. Dort steht: „Wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.“ Wenn jemand mein Vater ist, dann bin ich sein Sohn oder seine Tochter und dann haben wir etwas gemeinsam. So wie der Sohn und die Tochter Leben vom Vater empfangen hat, so empfängt der Sohn Gottes, die Tochter Gottes. Sie empfangen das Leben von ihrem himmlischen Vater, das ewige Leben. Sie empfangen seine Charakterzüge, wenn sie sich ihm öffnen. Das ist eine Verheißung in diesem Vers, dass wir unserem Vater immer ähnlicher werden dürfen und können und sollen.

[38:51] Jesus wusste, dass der ganze große Kampf um das Gesetz Gottes sich dreht und er wusste, dass der ganze Bruch des Gesetzes damit begann, dass jemand, der eigentlich sehr religiös war und am Thron Gottes stand, der Luzifer, begann, sich selbst zu erhöhen. Hesekiel 28, Vers 15 bis 17, Jesaja 14, Vers 12 bis 14 sprechen davon, wie jemand, der geistlich ein Gottesdienstleiter gewesen war im himmlischen Universum, wie er anfing, sich selbst zu erhöhen. Und Jesus gibt jetzt in den folgenden Abschnitten praktische Tipps und Hinweise, wie wir als geistliche Menschen jetzt vermeiden können, wieder in diese Selbsterhöhung zu geraten. Das ist der Sinn, warum er sagt, in Vers 1: „Habt Acht, dass ihr eure Almosen nicht vor den Leuten gebt und von ihnen gesehen zu werden, sonst habt ihr keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel.“ Oder in Vers 5: „Und wenn du betest, sollst du nicht sein wie die Heuchler; denn die stellen sich gerne in den Synagogen, in den Straßenecken auf und beten, um von den Leuten bemerkt zu werden.“ Oder Vers 16: „Wenn ihr fastet, sollt ihr nicht finster dreinsehen wie die Heuchler, denn sie verstellen ihr Angesicht, damit es von den Leuten bemerkt wird, dass sie fasten, weil ich sage euch, sie haben ihren Lohn schon empfangen.“ Wenn wir das tun, was hier steht, dann haben wir ein wirksames Mittel gegen Selbsterhöhung, die sonst auch einen Christen ganz, ganz schnell zu Fall bringen kann, siehe die Pharisäer.

[40:15] Jesus gibt also nicht einfach nur irgendwelche Anweisungen, sondern diese Anweisungen haben alle eine spezifische Bedeutung, nämlich uns zu helfen: Erstens, die Gerechtigkeit Gottes zu erlangen durch die Seligpreisung, sie zu verstehen durch diese Erklärung der 10 Gebote und dann auch in ihr zu bleiben, sie nicht zu verlassen, sie nicht wieder loszulassen, indem wir genau das praktizieren, was hier steht, indem wir demütig bleiben.

[40:43] Eines der fundamentalsten Gebote ist das 10. Gebot. Man kann eigentlich mit Fug und Recht sagen, dass Satan gefallen ist, weil er das 10. Gebot zuerst gebrochen hat. Er hat etwas begehrt, was nicht sein eigenes war. Und Jesus wusste, dass dieses 10. Gebot wie ein Fundament der 10 Gebote ist und dass von dort aus sich alles andere aufbaut und deswegen gibt er eine besondere Anweisung in Bezug auf dieses 10. Gebot, wo er sagt: „Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln.“ In Vers 19 auf Erden, sondern trachtet zuerst nach dem Reich Gottes, so sagt es Vers 33. Übrigens, Vers 33, Matthäus 6, Vers 33, ist ein interessanter Hinweis darauf, dass egal, welche Umstände wir haben, Ungehorsam niemals zu entschuldigen ist. Das heißt: „Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alles hinzugefügt werden.“ Manche Leute sagen: „Ich musste stehlen, weil ich so arm bin oder ich musste dies und jenes tun, weil meine Umstände es mir nicht anders erlaubt haben.“ Aber Jesus sagt: „Wenn ihr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, das heißt nach Gottes Gerechtigkeit, nach der Gerechtigkeit Christi trachtet, wird sich alles andere klären.“ Situationsethik wird allein durch Matthäus 6, Vers 33 vom Tisch gewischt in der Bergpredigt. Gottes Gerechtigkeit, der Gehorsam, den Christus in uns bewirken möchte, der ist nicht von Umständen abhängig, sondern Gott ist souverän.

[42:07] Und ganz eng mit dem Thema Gerechtigkeit hängt das Gericht zusammen. Es heißt in Vers 1: „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet; denn mit demselben Gericht, mit dem ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden, und mit demselben Maß, mit dem ihr anderen zumesst, wird euch auch zugemessen werden.“ Aber sagt die Bibel nicht, dass es eine Zeit geben wird, wo wir richten werden? Steht nicht in Offenbarung 20, Vers 4 und an anderen Stellen, dass wir richten werden während der tausend Jahre? Dann gilt immer noch dieser Vers: „Wer richtet, der wird mit demselben Maß gerichtet.“ Wenn wir über Sünde richten, die die Sünde nicht überwunden haben, dann würde über uns dasselbe Maß angewendet werden. Und deswegen ist es eine absolute Notwendigkeit, dass diejenigen, die irgendwann einmal sogar Engel richten werden, so sagt es ja der Korintherbrief, dass sie selbst durch die Gnade Gottes unverklagbar werden. Das ist genau das, was in Kolosser 1 und dort Vers 22 steht.

[43:25] Kolosser 1 und dort Vers 22: „In dem Leib seines Fleisches durch den Tod, um euch heilig und tadellos und unverklagbar darzustellen vor seinem Angesicht.“ Gott möchte, dass wir unverklagbar sind. Nur dann können wir später mal die Welt richten. Aber jetzt, solange wir in dieser Sünde noch sind, in der wir noch mit der Sünde kämpfen, in der wir noch fallen und wieder aufgerichtet werden müssen, solange können wir nicht richten. Solange wir noch einen Balken im Auge haben, müssen wir zuerst den Balken herausziehen, um dann den Splitter des Anderen entfernen zu können. Mancher hat diese Verse hier von Vers 1 bis 6 dazu benutzt, um zu sagen: „Naja, ich habe einen Balken, du bist ein Splitter, dann lass uns einfach so weiterleben.“ Aber das steht nicht da. In Vers 5 steht: „Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, und dann wirst du klar sehen, um den Splitter aus dem Auge deines Bruders zu ziehen.“ Ja, wir haben die Aufgabe, dem Anderen zu helfen, die Sünde zu überwinden, aber dazu müssen wir selbst gewillt sein, die Sünde zu überwinden. Wer selbst in Sünde lebt und Sünde nicht aufgeben möchte und sich an der Sünde erfreut im Geheimen und dann versucht, andere von der Schädlichkeit der Sünde zu überzeugen, der wird zum Heuchler und der wird einen Geist entwickeln.

[44:31] Wer aber selbst die Gerechtigkeit Christi erfährt, wer selbst diese acht Schritte der Seligpreisung geht, wer selbst Jesu Liebe annimmt und mit seinem Herzen gebrochen wird, der wird verstehen, wie man anderen Menschen wirklich helfen kann, den Splitter aus dem Auge zu ziehen. Und die große Frage, die man am Ende stellen möchte, ist: Wie kann ich das hier erleben? Wie kann ich das bekommen, von dem Jesus und Matthäus 5 und Matthäus 6 und Matthäus 7 steht? Wie kann diese Gerechtigkeit meins werden? Wie kann diese demütige Haltung meine werden? Wie kann ich bewahrt werden vor diesem Richtgeist? Wie ist das möglich? Und Jesus antwortet die Frage in Vers 7: „Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan.“ Wenn du gehorsam sein möchtest, durch die Kraft Gottes, nicht durch deine eigene Kraft, dann bitte darum, und er wird es geben.

[45:17] Vers 11: „Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben versteht, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten.“ Gott möchte uns diesen Gehorsam schenken. Hat er nicht verheißen, in Hesekiel 36 und dort Vers 26 und 27? „Und ich will euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres legen; ich will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischendes Herz geben. Ja, ich will meinen Geist in euer Inneres legen und werde bewirken, dass ihr in meinen Satzungen wandelt und meine Gesetzbestimmungen befolgt und tut.“ Alter Bund: „Ich möchte selbst gehorsam sein.“ Neuer Bund: „Christus ist gehorsam in mir.“ Das ist die Bergpredigt. Das Gesetz hat sich nicht geändert vom alten zum neuen Bund. Es ist nur noch dasselbe Gesetz, es ist nur noch geistlicher, betrachtet jetzt, so dass wir sehen: Ich kann es nicht. Bei Menschen ist es unmöglich. Aber bei Gott sind alle Dinge möglich. Gott kann in uns diesen Gehorsam schaffen. Er möchte das und er wird es tun, wenn wir ihn einfach darum bitten.

[46:25] Lieber Freund, liebe Freundin, hast du ihn darum schon gebeten, dass er diesen Gehorsam bewirkt? Ich möchte ihn heute neu bitten, in meinem Leben, diesen Gehorsam zu bewirken, diesen Geist in mein Inneres zu legen, dieses mein Herz zu verändern, so dass seine Gerechtigkeit sichtbar wird, nicht meine eigene, sondern seine Gerechtigkeit, durch den Glauben an ihn, durch den Glauben an das, was er getan hat, durch den Glauben, was er jetzt tun kann und durch den Glauben an das, was er noch tun wird, wird Gerechtigkeit sichtbar in meinem Leben und in deinem Leben. Genau das haben die Israeliten verpasst. Genau das ist unser Vorrecht zu ergreifen.

[47:01] Wir schließen. In Matthäus 7 warnt Jesus davor, dass eine Zeit kommen wird, wo Menschen von Gerechtigkeit reden, aber etwas anderes meinen. Er sagt: „Denn Matthäus 7, Vers 15: Hütet euch aber vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind.“ Es sieht so aus, als ob sie auch über Gerechtigkeit reden werden und über die Liebe Gottes und all das, aber man wird dann ihren Früchten erkennen, dass sie nicht das meinen, was sie sagen, denn dort wird keine Gerechtigkeit sichtbar sein, keine Gerechtigkeit wirksam sein. Und Vers 23 sagt er dann zu ihnen: „Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, ihr Gesetzlosen.“ Jesus warnt am Ende der Bergpredigt vor denen, die über Liebe Gottes sprechen, die über Gerechtigkeit sprechen und etwas anderes meinen als Jesus, die etwas anderes meinen als das Gesetz Gottes. Die falschen Propheten, die sehen vielleicht so unscheinbar aus, so harmlos, so christlich mit Schafskleidern, wie er dem, der eine andere Gerechtigkeit predigt, als die, die Jesus in Matthäus 5, 6 und 7 offenlegt.

[48:09] Und dann kommt der Aufruf am Ende der Predigt. Nachdem er alles gesagt hat, macht Jesus deutlich: Die ganze Information ist nichts nütze, es sei denn, man lebt aus diesen Worten. Es heißt in Matthäus 7, Vers 24: „Ein jeder nun, der diese meine Worte hört, also die Bergpredigt, und sie tut, den will ich mit einem klugen Mann vergleichen, der sein Haus auf den Felsen baute. Als dann der Platzregen fiel und die Wasserströme kamen und die Winde stürmten und an dieses Haus stießen, fiel es nicht ein, denn es war auf den Felsen gegründet.“ Und jeder, der diese meine Worte hört und sie nicht tut, wird einem törichten Mann gleich sein, der sein Haus auf den Sand baute. Als dann der Platzregen fiel und die Wasserströme kamen und die Winde stürmten und an dieses Haus stießen, da stürzte es ein und sein Einsturz war gewaltig.“

[48:57] In der Endzeit werden nur diejenigen bestehen, die nicht nur die Bergpredigt kannten, sondern diejenigen, die die Bergpredigt getan haben. Lieber Freund, liebe Freundin, bist du bereit, heute dich zu entscheiden, die Bergpredigt zu tun? Wir leben in einer Zeit, in der die Katastrophen und die Endzeiteignisse um uns herum sich so multiplizieren, dass wir wissen dürfen: Jesus kommt bald. Es ist jetzt an der Zeit, dass ich ganz neu mich entscheide und dass du dich ganz neu entscheidest, unsere Füße auf den Felsen zu bauen, dass wir so lange graben, bis unser Haus auf den Felsen steht, dann kann kommen, was will. Wenn wir die Gerechtigkeit Christi haben, dann können wir verfolgt werden, dann können falsche Propheten kommen, dann kann kommen, was da will. Wir können stehen bleiben, nicht weil wir so stark sind, sondern weil wir den, der allein mächtig ist, der allein stark ist, der dem alle Vollmacht und Gewalt im Himmel gegeben ist, weil der in uns ist und uns stehen bleiben lässt. Das ist die Gerechtigkeit Christi.

[50:01] Und Jesus möchte dich heute einladen und möchte mich einladen, diese Gerechtigkeit anzunehmen und ihm zu folgen. Ich möchte mich heute neu dafür entscheiden, von diesem Tag an noch näher mit Christus und seinem Gesetz zu leben. Wie ist es mit dir? Nächste Woche, wenn wir mehr studieren über das Thema Christus und sein Gesetz, es gibt noch viel zu entdecken. Bis dahin wünsche ich euch Gottes Segen, viel Freude im Studium seines Wortes und im Umsetzen der Bergpredigt Tag für Tag. Gott segne euch. Amen.

[50:35] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!


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