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In dieser Lektion aus der Serie „Gottes Mission – Meine Mission“ beleuchtet Ronny Schreiber die Mission an unerreichten Völkern, inspiriert durch das Vorbild Jesu. Er zeigt, wie Jesus seine Jünger darauf vorbereitete, das Evangelium auch den Heiden zu bringen, und warnt vor der Gefahr, sich dabei von weltlichen Einflüssen verführen zu lassen. Anhand biblischer Texte aus Richter, 1. Könige, Matthäus und Markus wird die Notwendigkeit von Mitgefühl und angepasster Lehre in der Missionsarbeit betont. Der Vortrag ermutigt dazu, Jesus als Vorbild für den Umgang mit Menschen und die Verbreitung der Wahrheit zu nehmen.


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Serie: CSH 2023 Q4 -Gottes Mission - Meine Mission

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Transkript

[0:33] Ein herzliches Willkommen zur Christ Study Hour. Wir sind im vierten Quartal 2023 und wollen uns diese Woche mit der Lektion 11 beschäftigen: Mission an Unerreichten. Unser Merkvers finden wir in Matthäus 15, das ist der Vers 28, und dort heißt es: „Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: ‚O Frau, dein Glaube ist groß! Dir geschehe, wie du willst.‘ Und ihre Tochter war geheilt von jener Stunde an.“ Mit dieser Geschichte wollen wir uns heute auch ein bisschen beschäftigen. Da kommen wir aber im Laufe der Lektion noch dazu. Vor allem wollen wir schauen, wie denn die Unerreichten erreicht wurden am Vorbild von Jesus und später auch noch von Petrus.

[1:20] Bevor wir beginnen unsere Lektion, lasst uns wieder gemeinsam beten und Gott bitten, dass er unser Lehrer ist. Unser lieber himmlischer Vater, möchten Dir dafür danken, dass wir zusammenkommen dürfen und dass wir gemeinsam wieder dein Wort studieren können. Möchten Dich bitten, Herr, dass du deine Verheißung an uns wahr machst und dass dein Heiliger Geist unser Lehrer ist. Und wir danken dir dafür im Namen Jesu. Amen.

[1:51] Nun, wir lesen in der Bibel in Matthäus 15, Vers 21: „Und Jesus ging von dort weg und zog sich in die Gegend von Tyrus und Sidon zurück.“ Das war so eine Begebenheit, die die Bibel hier beschreibt, dass Jesus das Gebiet um sowohl Juda als auch Galiläa verließ und dann nach Norden oder, ja, nach Nordwesten abwanderte Richtung Tyrus und Sidon. Das waren zwei Städte oben am Mittelmeer gelegen, die den, ja, das... da wohnten die Heiden. Und Jesus nun benutzte diese Gelegenheit, eben genau dorthin zu gehen, um seinen Jüngern ein paar wichtige Lektionen beizubringen. Was hat er dort oben denn gemacht? Das wollen wir uns später mal, also im Laufe der Lektion genauer angucken, diese Begegnung mit so einer Frau. Denn Jesus ging jetzt mit seinen Jüngern ins heidnische Gebiet, und seine Jünger eigentlich – und so waren sie auch trainiert und so waren sie von Hause aus aufgewachsen und erzogen worden: Heidenvölker sind unrein. Und sie wären von sich aus nicht zu den Heidenvölkern gegangen, denn sie wollten sich ja nicht verunreinigen. Ganz im Gegenteil, sie wollten ja, dass Israel groß wird und alle Völker beherrscht. Es bestand sogar die Regel in Israel, dass wer mit einem Juden zusammen sein will, der muss erst ein – der muss sich erst dem jüdischen Glauben anschließen, und dann konnte er so ein Jude zweiter Klasse werden, mit dem man dann auch als gebürtiger Jude verkehren durfte.

[3:30] Und Jesus zeigt nun seinen Jüngern an verschiedenen Begebenheiten, dass es notwendig ist, in die verschiedenen Gebiete der Erde vorzudringen in alle Länder und dort auch den Heiden zu begegnen, um ihnen das Evangelium zu bringen. Denn der Geist Gottes hat ja schon Menschen zubereitet und vorbereitet, das das Evangelium aufnehmen. Nur irgendjemand muss halt hingehen und ihnen das Evangelium auch bringen. Für die Jünger war das immer noch so ein rotes Tuch: „Die Heiden, die sind unrein. Gott mag die Heiden nicht. Er liebt nur sein Volk, aber doch nicht die Heiden, die irgendwelche Götzen anbeten.“ Nun, Jesus zeigte ihnen in mehreren Begebenheiten, dass das nicht richtig war, und sie sollten jetzt diese Lektion lernen, die später für sie so existenziell wichtig ist, denn eben jene Jünger sollten später die ganze Welt missionieren. Und so gucken wir das später mal hinein und kommen zu dieser Geschichte zurück.

[4:28] Zunächst lesen wir einmal über die Heidenvölker, die auf dem Gebiet von Kanaan noch lebten. Dazu gehen wir in das Buch Richter und lesen dort in Kapitel 3, die Verse 1 bis 6: „Das sind aber die Völker, die der Herr übrig bleiben ließ, um durch sie alle diejenigen Israeliten zu prüfen, welche alle die Kämpfe um Kanaan nicht erlebt hatten, nur um den Geschlechtern der Söhne Israels davon Kenntnis zu geben und sie die Kriegsführung zu lehren, weil sie zuvor nichts davon wussten: die fünf Fürsten der Philister und alle Kanaaniter und Zidoniter und Heviter, die auf dem Libanongebirge wohnten, vom Berg Baal-Hermon bis nach Lebo-Hamat. Und sie dienten dazu, dass Israel durch sie geprüft wurde, damit es sich zeigte, ob sie den Geboten des Herrn folgen würden, der ihren Vätern durch Mose geboten hatte. Als nun die Söhne Israels mitten unter den Kanaanitern, Hetitern, Amoritern, Perisitern, Hevitern und Jebusitern wohnten, dann nahmen sie deren Töchter zu Frauen und gaben ihre Töchter deren Söhnen und dienten ihren Göttern.“

[5:42] Es ist ziemlich bemerkenswert, was hier steht. Also am Anfang das Volk, das unter Josua das Land gegangen ist, die hatten diesen ganzen Kriege erlebt und die vielen Widerstände, auf die sie dort stießen. Aber die Generation danach kannten das nicht mehr. Und deswegen heißt es hier im Buch Richter, ließ Gott einige Völker übrig, nämlich die fünf Stämme der Philister, die es ja auch sozusagen heute noch gibt, der Gazastreifen plus so oben im Norden so verschiedene Völker, die da auf dem Hochland lebten. Und durch sie sollte Israel nun geprüft werden. Sie sollten also zeigen: Haben sie den wahren Glauben? Geben sie den echten Glauben weiter? Lieben sie die Völker? Also sind sie ein Licht für sie? Und Gott benutzte tatsächlich also diese antiken heidnischen Völker, um sein eigenes Volk zu prüfen und zu läutern, wie man Gold läutert. Er wollte, dass sein Volk, die Israeliten, vor allen Völkern ein Licht sind. Sie sollten ein Wegweiser sein, der sie ins ewige Leben bringt. Leider, wir kennen die Geschichte, bestanden die Israeliten diese Prüfung nicht. Sie vermischten sich vielmehr mit den Heiden, nahmen ihre Töchter zu Frauen, gaben ihre Söhne deren Töchtern und andersrum. Und so vermischte man sich, und das Heidentum fasste in Israel Fuß. Und dann kennen wir die Geschichte: immer diese zahlreichen Abfälle innerhalb Israels.

[7:11] Nun, es ging nicht nur dem einfachen Volk so. Das war schlimm genug, dass das einfache Volk immer wieder abgelenkt wurde und dann auf den Höhen opferte und man hatte so heimliche Treffen und diente irgendeinem Götzen. Sondern es ging sogar so weit in Israel, dass der Segen Gottes plötzlich in Fluch verkehrt wurde, denn sogar zur Zeit von König Salomo sein großes Wissen und die Weisheit, die er hatte, missbraucht.

[7:37] Im ersten Könige 5, dort lesen wir in den Versen 1 bis 12: „So war Salomo Herrscher über alle Königreiche vom Euphratstrom bis zum Philisterland und bis an die Grenze Ägyptens. Sie brachten ihm Abgaben und dienten ihm sein Leben lang. Salomo aber brauchte zum Unterhalt täglich 30 Kor Feinmehl und 60 Kor anderes Mehl, zehn gemästete Rinder und 20 Weiderinder und 100 Schafe, außer den Hirschen und Gazellen und Damhirschen und dem gemästeten Geflügel. Denn er herrschte im ganzen Land diesseits des Euphratstromes, von Tiphsach bis nach Gaza, über alle Könige diesseits des Stromes. Und er hatte Frieden auf allen Seiten ringsum. Und Juda und Israel wohnten sicher, jeder unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum, von Dan bis Beerscheba, solange Salomo lebte. Und Salomo hatte 40.000 Stallplätze für die Pferde seiner Streitwagen und 12.000 Reiter. Und jene Aufseher versorgten den König Salomo und alle, die zum Tisch des Königs Salomo kam, mit Speise, jeder in seinem Monat. Sie ließen es an nichts mangeln. Auch die Gerste und das Stroh für die Kampfpferde und die Wagenpferde brachten sie an den Ort, wo es nötig war, jeder nach seiner Ordnung. Und Gott gab Salomo Weisheit und sehr viel Verstand und Weite des Herzens, wie der Sand, der am Meeresufer liegt. Und die Weisheit Salomos war größer als die Weisheit aller Söhne des Ostens und als alle Weisheit der Ägypter. Ja, er war weiser als alle Menschen, auch weiser als Etan, der Esrachiter, und Heman und Kalkol und Dada, die Söhne Machols. Und er wurde berühmt unter allen Völkern ringsum. Und er redete 3.000 Sprüche, und die Zahl seiner Lieder war 1.005.“

[9:28] Nun, hier wird jetzt die Kraft und die Weisheit von Salomo beschrieben. Er ist weiser als beispielsweise – hier heißt es – als Etan. Etan war derjenige, der den 89. Psalm gedichtet hat. Auch sein Königreich, das von Salomo, war groß. Es war wohlhabend und es war Frieden ringsherum. Solange Salomo Gott diente, war alles gut im Land, außerhalb des Landes und innerhalb des Landes, denn Gott selbst gab ihm Frieden. Es war so die Blütezeit von Israel. Und in diesen Tagen hätte das Königtum Israel eigentlich befestigt werden können. Es lag Gottes Segen darauf. Sogar die Königin von Saba kam und bestaunte dieses große Reich und die Weisheit des Königs. Und es zeugte von Gottes Ordnung und von Gottes Liebe, von Gottes Mitgefühl und von seiner Gnade.

[10:21] Doch leider mischte sich die Finsternis in Salomos Pläne. Bestreben, sein Königtum zu festigen, ließ er sich auf menschliche Weisheit ein, statt auf Gottes Wege. Und so heißt es dann in erster Könige 11, Verse 1 bis 6: „Aber der König Salomo liebte viele fremde Frauen, neben der Tochter des Pharao: moabitische, ammonitische, edomitische, zidonische und hetitische aus den Heidenvölkern, von denen der Herr den Kindern Israels gesagt hatte: ‚Geht nicht zu ihnen und lasst sie nicht zu euch kommen, denn sie werden gewiss eure Herzen zu ihren Göttern wenden.‘ An diesen hing Salomo mit Liebe, und er hatte 700 fürstliche Frauen und 300 Nebenfrauen. Und seine Frauen verleiteten sein Herz. Und es geschah zu der Zeit, als Salomo alt geworden war, da wendeten seine Frauen sein Herz anderen Göttern zu, sodass sein Herz nicht mehr ungeteilt mit dem Herrn, seinem Gott, war, wie das Herz seines Vaters Davids. So lief Salomo der Astarte nach, der Gottheit der Zidonier, und Milkom, dem Greuel der Ammoniter. Und Salomo tat, was böse war in den Augen des Herrn, und er folgte dem Herrn nicht völlig nach, wie sein Vater David.“

[11:35] Nun, es war eine große Gefahr. Die Geschichte, die kennen wir aus der Bibel, was passiert ist. Und auch Jesus wusste ganz genau, was damals passiert war, wie diese heidnischen Frauen und das Heidentum plötzlich die Israeliten dazu verleiteten, die bösen Dinge auch zu tun und sie von Gott wegführten. Es war ja fantastisch, was die Heiden aufgebaut hatten, die großen Städte, ob man da an Babel denkt oder an Ninive oder an – an vielleicht Alex – Alexandrien kam später – die großen ägyptischen Städte. Wenn man sich anblickt, was sie damals gemacht haben, was für ein Wissen sie hatten. Und diese großen Statuen, Pyramiden, müssen auch beeindruckt haben. Man vermischte sich mit den Völkern, und man sah diese Kultur, und man begann nun so ein bisschen zu überlegen, was hat – was hat es denn gebracht, dass ihr dahingekommen seid? Also, wie war der Weg? Wenn sie erzählt haben von ihren Götzen und von der Weisheit, die sie von – von den Dämonen hatten. Sie brachte diese Dinge, diese weltliche Weisheit nun zu den Juden. Konnte es leicht passieren, dass die Juden das auch angenommen haben und angefangen haben, von Gottes Wegen wegzugehen und die Wege dieser Welt gewählt haben oder die Wege der falschen Gottheiten. Es ging ja sogar so weit, dass sie irgendwann anfingen, ihre eigenen Kinder zu opfern den Dämonen, also den Götzen.

[12:50] Nun wusste Jesus natürlich um diese Gefahr, und dennoch wollte er seine Jünger ausbilden, unter den Heiden Missionsarbeit zu machen. Seine Jünger mussten noch viel, viel lernen, bevor sie die Arbeit unter den Heiden beginnen konnten. Deshalb begab sich Jesus auch immer wieder in Gegenden, wo Heiden wohnten. Er war dann bei seinen Jüngern, und er half ihnen zu verstehen, was da eigentlich los ist. Und so bereitete er sie vor auf ihre Tätigkeit, Missionare zu werden. Und aus diesen Lektionen, die die Jünger damals gelernt haben, lernen wir auch heute noch. Wir schauen uns die gleichen Texte an, gehen die gleichen Geschichten durch, und es ist in unseren Gedanken so, als wenn wir mit Jesus in diese Länder gehen, und dort können wir dann lernen, was auch seine Jünger lernen mussten.

[13:33] Zum Beispiel, wenn Jesus den Menschen begegnete, egal ob innerhalb Israels oder auch außerhalb bei den Heiden: Er war immer freundlich, er war immer voller Liebe, voller Mitgefühl mit diesen Menschen. Und er half den Menschen in ihren Nöten, er stärkte ihren Glauben, und er führte die Menschen auch immer nur so weit, wie die Menschen gehen konnten. Also, er hat nie jemanden irgendwie so maßlos überfordert, dass er zusammengebrochen ist unter der Last der Lehre. Christus hat jedem das gegeben, was er verstehen konnte, und auch nicht mehr. Nicht mal seinen eigenen Jüngern hat er Dinge offenbart, die sie auch nicht greifen konnten. Er hat immer nur so viel gegeben, wie sie verstehen können. Das macht Jesus heute mit uns auch so. Er führt uns so Stück für Stück in die Wahrheit. Manchmal machen wir den Fehler, dass wir die Menschen alle Wahrheit überhäufen und sagen: „Das musst du annehmen!“ Sie können das gar nicht tragen, und wir verlieren diese Menschen.

[14:29] Nun, das, was wir gesehen haben oder was wir heute lesen in der Bibel, wie Jesus mit den Menschen umgegangen ist, so können wir auch heute unsere Missionsarbeit voranbringen, denn wir haben die gleiche Mission: Wir sollen die Heidenvölker erreichen. Und deshalb müssen wir darauf bedacht sein, die Heidenvölker genauso zu erreichen, wie Jesus das gemacht hat. Und wir müssen Jesus ständig vor Augen haben, denn es besteht auch heute noch genau die gleiche Gefahr wie damals, dass man, wenn man sich zu viel mit dem Heidentum beschäftigt und zu viel mit der Welt zusammen ist, dass man in weltliche Dinge zurückfällt, also dass man anfängt, diese weltlichen Wege wieder anzunehmen und Gott vergisst. Deshalb, wenn man mit Heiden zu tun hat, also in der Welt missioniert, immer die Augen auf Christus gerichtet haben, denn es gibt so viel Ablenkung in der Welt und so viel Dinge, die uns verführen.

[15:22] Nun, was wissen wir von Jesus? Wir lesen ein bisschen in Matthäus 9, Verse 35 bis 38: „Und Jesus durchzog alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen, verkündigte das Evangelium von dem Reich und heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen im Volk. Als aber die Volksmenge sah, empfand er Mitleid mit ihnen, weil sie ermattet und vernachlässigt waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Da sprach er zu seinen Jüngern: ‚Die Ernte ist groß, aber es sind wenige Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter an seine Ernte aussende!‘“ Nun, hier sehen wir, Jesus blickt sich um und sagt: „Die Ernte ist groß, aber wie sollen wir diese Menschen erreichen? Wir brauchen Mitarbeiter, die zu diesen Menschen gehen.“ Und genauso wie Jesus damals war, so muss auch das Herz eines echten Missionars Mitleid mit den Menschen empfinden, die die Wahrheit noch nicht haben, egal ob sie arm oder reich sind, groß oder klein, egal wo sie leben. Christus hatte Mitleid mit diesen Menschen, weil sie die Wahrheit nicht hatten, weil sie das Evangelium noch nicht hatten, weil sie das ewige Leben noch nicht besaßen. Und so müssen selbst wir manchmal Mitleid mit der gesichtslosen Masse haben, so ein Volk sehen, wie Jesus damals, der über Jerusalem guckt und anfängt zu weinen, sagt: „Ich wollte euch sammeln wie eine Henne ihre Küken sammelt.“ Wie traurig für Jesus! Es hat sein Herz zerrissen, zu sehen, wie Menschen verloren gehen. Und das muss auch bei uns so sein.

[16:53] Jesus war dazu getrieben, den Menschen zu helfen, wo immer er hinkam. Wir lesen in Matthäus 4, Verse 23 bis 25: „Und Jesus durchzog ganz Galiläa, lehrte in ihren Synagogen und verkündigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen im Volk. Und sein Ruf verbreitete sich in ganz Syrien, und sie brachten alle Kranken zu ihm, die von mancherlei Krankheiten und Schmerzen geplagt waren, und Besessene und Mondsüchtige und Lahme, und er heilte sie.“ Und es folgte ihm eine große Volksmenge nach aus Galiläa und aus dem Gebiet der Zehn Städte und aus Jerusalem und Judäa und von jenseits des Jordan.“

[17:34] Nun, aufgrund von Jesu wirklich ehrlichen und liebevollen Dienst an den Menschen hat er so viel Nachfolge gehabt. Die haben gesehen, das, was der predigt, lebt er auch, und der ist wirklich mit Gott verbunden. Die konnten die Liebe in ihm sehen. Und so wussten sie, er ist mit dem Vater verbunden. Und Gott hat Zeugnis von seinem Sohn abgelegt, indem diese ganzen Wundertaten geschehen sind: Krankenheilung und die predigende Vollmacht.

[17:59] Nun, Jesus wusste genau, dass er jeden Tag auf göttliche Macht angewiesen ist. Er brauchte die Nähe seines Vaters in seinem täglichen Dienst. Jeden Morgen schon hat er sich mit dem Vater verbunden, hat um Weisheit gebeten, denn er musste ja irgendwie diese Massen auch bedienen, die dort um Segen und um Heilung baten. Er wurde den Menschen zum Segen und bildete dabei gleichzeitig seine Jünger aus, die er später in seinen Fußstapfen folgen sollten.

[18:30] Und jetzt kommen wir zu der Geschichte, die wir anfangs erwähnt haben, nämlich oben in Tyrus und Sidon. Da wird an zwei Stellen in der Bibel uns diese Geschichte beschrieben, nämlich einmal in Matthäus und auch in Markus, wie Jesus jetzt zu den Heiden geht, also diese Frau da besucht bei Sidon, bei Tyrus. Und wie beschreibt die Bibel eigentlich diese Frau? In Matthäus Kapitel 15, Verse 22 bis 28, da wird die Begebenheit beschrieben, wie Jesus jetzt mit seinen Jüngern dort oben gen Norden ist. Und sie, eine kanaanäische Frau, kam aus jener Gegend, rief ihn an und sprach: „Erbarme dich über mich, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter ist schlimm besessen.“ Er beantwortete ihr nicht ein Wort. Traten seine Jünger herzu, baten und sprachen: „Fertige sie ab, denn sie schreit uns nach.“ Er antwortete und sprach: „Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.“ Da kam sie, fiel vor ihm nieder und sprach: „Herr, hilf mir!“ Er aber antwortete und sprach: „Es ist nicht recht, dass man das Brot der Kinder nimmt und es den Hunden vorwirft.“ Sie aber sprach: „Ja, Herr, und doch essen die Hunde von den Brosamen, die vom Tisch ihrer Herren fallen.“ Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: „O Frau, dein Glaube ist groß! Dir geschehe, wie du willst.“ Und ihre Tochter war geheilt von jener Stunde an.“ Da wird hier beschrieben diese Begebenheit von dieser Frau. Und es heißt hier, es war eine kanaanäische Frau, also sie war eine Heidin. Und wie Jesus an ihr gewirkt hat und wie ihr Glaube groß war. Wenn wir die gleiche Geschichte in Markus lesen – ich lese nicht die ganze, ich lese nur ein kleines Stück. Wir finden es in Markus 7, Vers 24 bis 30. Da lese ich immer den Anfang, den wir auch gerade in Matthäus gelesen haben, und da heißt es hier: „Und er brach auf von dort und begab sich in die Gegend von Tyrus und Sidon und trat in das Haus, wollte aber nicht, dass es jemand erfuhr, und konnte doch nicht verborgen bleiben, denn eine Frau hatte von ihm gehört, deren Tochter einen unreinen Geist hatte.“

[20:50] deren Tochter einen unreinen Geist hatte, und sie kam und fiel ihm zu Füßen. Die Frau war aber eine Griechin aus Syrophönizien gebürtig, und sie bat ihn, den Dämon aus ihrer Tochter auszutreiben.

[21:02] Es ist interessant, dass es hier ein bisschen anders beschrieben ist. Also hier wird sie nicht einfach die eine Kanaaniterin genannt oder eine kanaanäische Frau, also irgend so eine Heidin, sondern hier heißt es: Na ja, es war eine Frau, und diese Frau war eine Griechin, sie ist in Syrophönizien geboren. Also sie wird nicht einfach so abgetan, sondern hier wird genau beschrieben, wer das ist. Es scheint also selbst damals zu der Zeit wichtig gewesen zu sein, auch für die Jünger zu sagen: Das sind nicht einfach irgendwelche Heiden, das sind auch Menschen mit einer Herkunft und einer Geschichte. Das ist auch das, was Jesus seinen Jüngern gerne zeigen wollte, egal ob sie sich in ihrem Leben auf irgendwelche komischen Dinge eingelassen haben und deswegen ihre Tochter jetzt von dem Dämon besessen ist und sie irgendwelche Götzen verehrt. Jesus hat den Wert in dieser Frau gesehen und er wollte seinen Jüngern eine Lektion zeigen. Deshalb hat er sie so schroff abgewiesen. Wir wundern uns ja manchmal darüber, aber schauen, was weiter dazu sagt. Im „Sieg der Liebe“, Seite 385, dort lesen wir:
[22:03] Jesus ging nicht sofort auf die Bitte der Frau ein. Er begegnete ihr, der Vertreterin eines verachteten Volkes, so wie es die Juden getan hätten. Er wollte den Jüngern durch diese Begrüßung zeigen, wie kalt und herzlos die Juden eine solche Frau behandelten. Wenn er dann die Bitte der Frau erfüllte, sollte sie auf seine mitfühlende Teilnahme achten und später genauso handeln.

[22:29] Also, er wollte den Jüngern etwas zeigen. Eigentlich, wie waren sie? Nun, sie waren schroff und abweisend den Heiden gegenüber, aber Jesus war mitfühlend, und er wollte jetzt, dass die Jünger das lernen: Seid nicht böse, nur weil das Heiden sind und weil sie schlimme Sachen gemacht haben, sondern versucht sie zu erreichen, denn sie sind auch zu retten.

[22:51] Übrigens, Jesus hat diesen ganzen weiten Weg dort von Galiläa bis oben nach Syrophönizien gemacht, also bis an die Küste da im Nordwesten, nur um dieser Frau da zu begegnen. Ich lese mal aus dem „Leben Jesu“, Seite 396. Dort schreibt White:
[23:13] Dies war das einzige Wunder, dass Jesus während dieser Reise wirkte. Nur um diese Tat vollbringen zu können, war er nach Tyrus und Sidon gegangen. Er wollte die betrübte Frau trösten. Gleichzeitig wollte er seinen Jüngern für die Zeit, da er nicht mehr bei ihnen sein würde, einen Beweis seiner Barmherzigkeit an einem Menschen eines verachteten Volkes geben. Er wünschte, die Jünger aus ihrer jüdischen Enge und Abgeschlossenheit herauszuführen und in ihnen die Freude am Dienst über die Grenzen des eigenen Volkes hinauszuwecken. Jesus wollte gern das tiefe Geheimnis der Wahrheit enthüllen, das jahrhundertelang verborgen geblieben war, dass nämlich die Heiden mit den Juden Erben sein sollten, Mitgenossen der Verheißung in Christus Jesus durch das Evangelium. Diese Wahrheit lernten die Jünger nun langsam, und der göttliche Lehrer erteilte ihnen darin eine Lektion nach der anderen. Wie schön, oder? Jesus wollte seine Jünger vorbereiten, dass sie doch die Heiden missionieren, denn das Erbe soll für die Heiden und für die Juden sein, und er versucht, voller Liebe sie dahinzubringen und an seinem Beispiel zu lernen, dass die Heiden Menschen sind wie auch sie.

[24:24] Und auch wir heute, selbst in 2023, machen immer noch diese Unterschiede: Das sind meine Freunde und das sind nicht meine Freunde. Das sind Menschen, die ich mag, und die da hinten, die wohnen irgendwo anders, mit denen will ich nichts zu tun haben. Aber eben auch diese Menschen brauchen das Evangelium.

[24:37] Denn Jesus ist für all diese Menschen gestorben. Im ersten Johannes 2, Vers 2, lesen wir: „Und er ist das Sühnopfer für unsere Sünden, aber nicht nur für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt.“ Johannes, er wusste das ganz genau, denn er war einer dieser Jünger, die dabei waren. Jesus ist für alle Menschen gestorben, für den Juden genauso wie für den Westeuropäer, für den Finnen genauso wie für den Indianer aus Papua-Neuguinea und für deinen Nachbarn. Nun, Johannes hatte das gelernt von Jesus Christus und hat das tief in seinem Herzen verankert, und für ihn war jeder Mensch wertvoll. Und das muss es für uns auch sein, wenn wir gute Missionare sein wollen, um die Menschen zu erreichen, dann müssen wir so ein Herz haben, wie Jesus hatte: voller Liebe, voller Gnade, voller Mitgefühl für die Menschen. Das können wir von Jesus lernen. Wir sollen die Menschen nicht nach Rasse, Geschlecht oder Herkunft beurteilen. Jeder Mensch ist für Gott wertvoll, und er möchte diese Menschen zu seinen Jüngern machen. Nun, seine eigenen Jünger damals, die brauchten noch eine ganze Weile, bis sie das verstanden haben.

[25:50] Aber ich möchte mal zeigen in der Geschichte von Petrus. Das war jetzt schon lange, nachdem Jesus mittlerweile gestorben war, und er ist aufgestanden, auferstanden, in den Himmel gefahren, und jetzt sind die Apostel sozusagen unter sich, und sie missionieren jetzt da in Jerusalem, in Judäa und in Israel. Und jetzt passiert was ganz Merkwürdiges. Apostelgeschichte 10, Verse 9 bis 16. Da kommt jetzt eine Gesandtschaft von einem heidnischen Hauptmann zum Haus Simons des Gerbers, wo Petrus war. Über dies geschrieben steht jetzt:
[26:28] Am folgenden Tag aber, als jene auf dem Weg waren und sich der Stadt näherten, stieg Petrus auf das Dach, um zu beten, etwa um die sechste Stunde. Da wurde er sehr hungrig und wollte essen. Während man aber etwas zubereitete, kam eine Verzückung über ihn, und er sah den Himmel geöffnet und ein Gefäß zu ihm herabkommen wie ein großes leinernes Tuch, das an vier Enden gebunden war und auf die Erde niedergelassen wurde. Daran waren all die vierfüßigen Tiere der Erde und die Raubtiere und die kriechenden Tiere und die Vögel des Himmels. Und eine Stimme sprach zu ihm: „Steh auf, Petrus, schlachte und iss!“ Petrus aber sprach: „Keineswegs, Herr! Denn ich habe noch nie in meinem ganzen Leben irgendwas Unreines gegessen, und ich werde damit jetzt nicht anfangen.“ Dann kommt die Stimme, sagt wiederum zum zweiten Mal zu ihm: „Was Gott gereinigt hat, das halte du nicht für gemein!“ Dies geschah dreimal, und dann wurde das Gefäß wieder in den Himmel hinaufgezogen. Ist das nicht bemerkenswert?

[27:27] Da können wir einiges lernen. Also Petrus war gerade hungrig, und man fing nun an, ihm was zu essen zuzubereiten, und während er wartet, kommt diese Verzückung über ihn, und er sieht dieses leinene Tuch mit diesen ganzen verschiedenen Tieren vom Himmel herabkommen, und es heißt: „Petrus, bereite das zu, schlachte es und iss!“ Petrus sagt: „Ne, nein, nein, Herr, ich habe noch nie in meinem ganzen Leben irgendwas Unreines gegessen, und ich werde damit jetzt nicht anfangen.“ Dann kommt die Stimme, sagt: „Was ich gereinigt habe, oder was Gott gereinigt hat, das nenn du nicht unrein!“ Was Gott gereinigt hat. Hat er denn diese ganzen Tiere plötzlich für rein erklärt? Das wäre aber seltsam, oder? Darum ging es gar nicht. Gott hat nicht diese Tiere für rein erklärt, er wollte was anderes zeigen. Und später lesen wir das in Apostelgeschichte 10, Vers 28, also ein bisschen weiter hinten dann in der Geschichte. Da begegnen jetzt also Petrus und diese Gesandtschaft, die geschickt wurde, begegnen jetzt dem Hauptmann Kornelius. So hat er geheißen.
[28:32] Und er sprach zu ihnen: „Ihr wisst, dass einem jüdischen Mann nicht erlaubt ist, mit einem Angehörigen eines anderen Volkes zu verkehren oder sich ihm zu nahen. Doch mir hat Gott gezeigt, dass ich keinen Menschen gemein oder unrein nennen soll.“

[28:45] Mhm. Petrus erklärt hier selbst, was das eigentlich bedeutet, was er da gesehen hat. Dieses leinene Tuch mit all den verschiedenen Tieren von all ihren Herkunftsorten, war eigentlich ein Bild für all die verschiedenen Menschen. Und Gott sagte: „Nenn du nicht gemein, was ich reingemacht habe, denn das Blut Jesu war für alle Menschen vergossen worden, für die Heiden wie für die Juden.“ So sagt er: „Nenn du nicht gemein, was ich gereinigt habe, denn Christi Blut wurde auch für sie vergossen.“ Ein paar Verse weiter in der Geschichte, da heißt es in der Apostelgeschichte 10, Verse 34 und 35:
[29:21] Da tat Petrus den Mund auf und sprach: „Nun erfahre ich in Wahrheit, dass Gott die Person nicht ansieht, sondern dass in jedem Volk derjenige ihm angenehm ist, der ihn fürchtet und Gerechtigkeit übt.“ Es ging also gar nicht darum, aus welchem Volk einer stammt, sondern es ging darum, ob jemand Christus annimmt, ob er Gerechtigkeit übt. Und das können wir lernen aus der Erfahrung von Petrus.

[29:45] Ich meine, wie oft machen wir einen Unterschied zwischen den Menschen, denen wir begegnen? In unseren Tagen ist es vielleicht jetzt kein römischer Hauptmann, irgendeiner Militärmacht, die uns unterdrückt und horrende Steuern von uns fordert, aber vielleicht ist es ein Politiker in deiner Stadt oder ein Klimaaktivist, vielleicht ein Geistlicher einer fremden Religion oder einer anderen Konfession, vielleicht ist es ein Papst oder ein Rockmusiker. Nun, Gott möchte all diese Menschen retten, ob das nun ein Papst ist oder ein Rockmusiker, ob es der Politiker in deiner Stadt ist oder dein Nachbar. Christus möchte all die Menschen erreichen, egal wie weit sie sich in ihrem Leben von ihm entfernt haben.

[30:27] Und Gott sendet dich und mich eben zu diesen Menschen. Wir sollen Boten des Lebens sein, und wir sollen keine Angst haben, ihnen zu begegnen, denn das ist ja unser Auftrag. Gott sendet uns ja extra, um diese Botschaft weiterzugeben. Es ist eine Lektion, die auch wir, genau wie die Jünger, immer wieder neu lernen müssen. Selbst Petrus verfiel wieder in alte Muster. Petrus hatte das ja schon gelernt, und er wusste, nun, alle Menschen sind rein vor Gott, aber er macht jetzt keinen Unterschied. Aber einige Zeit später lesen wir auch, ähm, dass Petrus wieder sozusagen rückfällig geworden ist. Ja, fiel in alte Muster zurück. Er hat wieder Unterschiede gemacht zwischen den Menschen. Paulus bezeugt das im Galaterbrief Kapitel 2, Verse 11 bis 13. Da schreibt Paulus:
[31:14] „Als aber Petrus nach Antiochia kam, widerstand ich ihm ins Angesicht, denn er war im Unrecht. Bevor nämlich etliche von Jakobus kamen, aß er mit den Heiden. Als sie aber kamen, zog er sich zurück und sonderte sich ab, weil er die aus der Beschneidung fürchtete. Und auch die übrigen Juden heuchelten mit ihm, sodass selbst Barnabas von ihrer Heuchelei mit fortgerissen wurde.“

[31:37] Also Paulus sagt: Der Petrus, der war die ganze Zeit bei den Heiden, und er hat mit den Heiden gegessen und mit denen verkehrt, und alles war gut. Aber als dann Jakobus kam mit den Juden, ich sonder' mich lieber ab, ich bin was Reines und die sind unrein. Und da musste Paulus ihn ermahnen, damit Petrus das wieder begreift, was er da eigentlich gerade macht. Und Paulus nennt hier Petrus und die anderen Juden: „Ihr seid Heuchler!“ Das schreibt er sogar in seinen Brief. Nun, so wurde an dieser Stelle hier Paulus dem Petrus zum Segen. Er machte ihn darauf aufmerksam. Also Paulus nennt es: „Ich widerstand ihm ins Angesicht.“ Mit anderen Worten, die hatten einen etwas härteren Diskurs da, und Paulus hat den Petrus auf die Art und Weise dann gewonnen.

[32:26] Ich möchte mal zeigen, was White schreibt im „Botschafter der Hoffnung“ auf Seite 52 über die Missionsarbeit. Sie sagt:
[32:33] „Niemand kann erfolgreich in der Seelengewinnung tätig sein, wenn er selbst noch nicht völlig Christi Nachfolger geworden ist. Christus muss in uns Gestalt gewonnen haben. Jedem einzelnen von uns muss er zur Weisheit, Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung werden. Wenn unser Glaube Christus als unseren persönlichen Heiland erfasst, können wir ihn auch anderen in einem neuen Lichte darstellen. Wenn die Menschen Christus schauen, wie er ist, werden sie nicht über Lehrsätze streiten, sondern zu ihm fliehen, um Gnade, Reinheit und ewiges Leben zu erlangen.“

[33:06] Also ein erfolgreicher Missionar muss mit Christus verbunden sein. Es gibt gar keinen anderen Weg. So wie seine Jünger mit Christus verbunden waren, auch später noch, als Christus schon im Himmel war, denn Paulus sagt: Er ist jetzt unser Hohepriester im Himmel, was auch Johannes bekräftigt: Er ist immer noch da, und er segnet uns, und er hilft uns. Wir müssen mit ihm verbunden sein. Nur da haben wir die Liebe auch im Herzen, die er hatte. Nun, es ging hier also um diesen Glauben, der ja allen Menschen zuteil werden soll, und wenn die Menschen im Glauben die Botschaft annehmen, erfahren sie eben durch diesen Glauben Heilung und Herzenserneuerung, und diese Dinge. Doch in Lukas 18, Vers 8, da sagt Jesus doch: „Wenn der Sohn des Menschen kommt, wird er auch den Glauben finden auf Erden?“

[33:59] Und wie traurig, oder, wenn Jesus wiederkommt, diesen Glauben noch finden. Damals lesen wir so viele Zeugnisse, wie Jesus den Menschen begegnet ist, wie sie diesen Glauben plötzlich hatten, dieser Glaube aus ihnen raussprudelte, und sie die größten Segnungen von Gott erfahren haben, egal wie schwer der Weg war. Christus hat sie über und über gesegnet für diesen Glauben, den sie bewiesen haben. Dämonen sind ausgefahren, Kranke wurden gesund, Blinde konnten wieder sehen, Lahme konnten wieder gehen. Und dieser kostbare Glaube, um den es hier geht, von dem Christus sagt: „Wird werde ich ihn noch finden, wenn ich wiederkomme?“ Und hier ist die Frage: Wie können wir eigentlich diesen Glauben in unserer Zeit, in der wir leben, bewahren? Und dazu möchte ich aus E. G. White vorlesen: „Bilder vom Reiche Gottes“, Seite 101. Da sagt sie uns:
[34:44] „Unser Leben muss eng mit dem Leben Christi verbunden sein. Wir können nur zu ihm gehören, wenn wir uns ständig von ihm als dem Brot des Lebens, das uns vom Himmel geschenkt wurde, im geistlichen Sinn ernähren und unseren Durst an der immer frischen Quelle löschen, die ununterbrochen ihr kostbares Gut hervorbringt. Wenn wir uns immer bewusst machen, wie nahe Gott uns ist, wenn wir dafür dankbar sind und ihn loben können, dann wird unser Glaube frisch und lebendig bleiben, und wir werden im Gebet mit Gott sprechen wie mit einem Freund. Er wird uns dafür vieles klarmachen, was uns vorher unverständlich war. Voller Freude werden wir die Nähe Jesu verspüren, wenn er mit uns Zwiesprache halten möchte, wie es einst mit Henoch. Diese Erfahrung des Christen schenkt ihm die Fähigkeit, einfach und bescheiden, freundlich und frei von Überheblichkeit zu sein. Die Menschen in seiner Umgebung werden merken, dass er Jesus kennt und von ihm gelernt hat.“

[35:42] Also es geht hier um die Verbindung, das heißt, dieses Brot des Lebens, das Christus selber ist, täglich zu essen, von dem Quell des lebendigen Wassers, der Heilige Geist ist, täglich zu trinken. Also Christus in uns aufzunehmen, und wenn Christus in uns ist, dann wird er unseren Charakter freimachen von all den bösen Merkmalen, die der Teufel vielleicht unser Herz gelegt hat, die da hineingesät hat, der böse Feind, der das Unkraut in unser Herz gesät hat. Das wird Christus nach und nach dort herausnehmen, und das, indem wir einfach mit ihm verbunden sind.

[36:22] Und dann gibt es viele Geschichten, in denen Jesus Menschen begegnete, die einen besonderen Glauben hatten. Lesen wir zum Beispiel in Matthäus 8. Dort geht es um einen Hauptmann, wieder einen römischer Hauptmann, und der diesmal nicht Petrus begegnet, sondern einige Zeit vorher Jesus selbst. Und ich zitiere mal aus Matthäus 8, Vers 10 und Vers 13. Als Jesus das hörte, verwunderte er sich und sprach zu denen, die nachfolgten: „Wahrlich, ich sage euch, einen so großen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden.“ Vers 13: „Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Geh hin, und dir geschehe, wie du geglaubt hast! Und sein Knecht wurde in derselben Stunde gesund.“

[37:08] Und hier sehen wir, dass der Glaube dieses Hauptmanns ihm das große Geschenk der Heilung einbrachte, also für seinen Diener. Gott hat den römischen Hauptmann erhört um seines Glaubens willen. Also Gott erhört sogar die Heiden um ihres Glaubens willen. Wie viel mehr wird er seine eigenen Kinder um ihres Glaubens willen erhören? Doch wird Christus noch Glauben finden, wenn er wiederkommt? Nun, diese Geschichten in der Bibel sind ja dafür aufgeschrieben, damit wir auch heute von ihnen lernen können. Ich zitiere noch einmal White, „Botschafter der Hoffnung“, Seite 80:
[37:44] „Jetzt ist die Zeit, in der wir diese Lehre vom siegreichen Gebet, vom unnachgiebigen Glauben lernen müssen. Die größten Siege der Gemeinde Christi oder des einzelnen Christen sind nicht diejenigen, die durch Talent oder Bildung, durch Reichtum oder die Gunst der Menschen erlangt werden. Es sind jene Siege, die im Sprechzimmer Gottes erbeten werden, wenn ein ernster, ringender Glaube sich auf den gewaltigen Arm der Macht stützt.“

[38:07] Da sagt White: Das sind die großen, wichtigen Punkte. Da erleben wir Gottes Handeln in unserem Leben und in unserer Umgebung, und davon können wir zehren, und das geschieht im Glauben, indem wir im Glauben den mächtigen Arm Gottes ergreifen.

[38:26] Eine andere Geschichte in Matthäus 9, Vers 2: „Und siehe, da brachten sie einen Gelähmten zu ihm, der auf einer Liegematte lag. Und als Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben.“

[38:42] Es ist immer wieder bemerkenswert, dass, wenn man diese Geschichte liest, dass es hier heißt, als Jesus ihren Glauben sah: „Deine Sünden sind dir vergeben.“ Ähm, hätte nicht der Gelähmte eigentlich auch glauben müssen, oder war das nur der Glaube der Freunde? Also, wenn Jesus sagt: „Deine Sünden sind dir vergeben“, aber es heißt hier: „Er sah ihren Glauben.“ Wie war das mit dem Gelähmten? Hat der auch geglaubt, oder war der einfach eher so, hat das so ein bisschen so mitgenommen durch den Glauben der Freunde? Nun, das erklärt uns Ellen White in „Glaube und Werke“, Seite 65. Da sagt sie uns:
[39:17] „So nahmen sie den Mann ohne Hoffnung und trugen ihn dorthin, wo Jesus war. Aber die Menge drängte sich so dicht um das Gebäude, in dem er war, dass sie nicht einmal die Chance hatten, bis zur Tür zu kommen. Was sollten sie tun? Der Gelähmte schlug vor, das Dach zu öffnen, ein Loch zu machen und ihn dadurch herabzulassen. So offenbarte er seinen ernsten Glauben.“

[39:42] Interessant, oder? Es war der Glaube der Freunde, aber auch der Glaube des Mannes, denn es war sein Vorschlag, der Vorschlag des Gelähmten: „Macht doch das Dach auf und lasst mich darunter!“ Und sie haben es gemacht im Glauben, und er hat auch diesen Glauben bewiesen. Und Christus hat ihn aufgrund seines Glaubens geheilt.

[40:04] Und es ist auch bemerkenswert, dass Christus ihm gleich die Sünden vergeben hat. Also, der Mann war aus einem besonderen Grund sozusagen auch noch krank, aber aufgrund von Glauben vergibt Christus ihm die Sünden und nimmt die Krankheit von ihm. Nur der Glaube hat das hier bewirkt, und das ist so eine wichtige Lektion für uns, dieser Glaube an die Tat Jesu, dass Jesus das machen kann und dass er das machen will, und dann weiterzugehen, sagen: „Herr, ich weiß, dass du das willst, ich weiß, dass du das kannst. Bitte, bitte, vergiss mich nicht!“ Und es war natürlich eine Mühe. Christus hätte ihn aus der Ferne – er wusste, wer da kommt – aus der Ferne heilen können, aber er wollte wirklich als Beispiel.

[40:38] Er wollte wirklich als Beispiel, er wollte das zeigen. Die sollten diesen Weg machen, sollten ja auch was lernen. Die Volksmenge sollte was lernen und wir sollen heute auch was lernen. Er ließ diesen ganzen Weg machen, die ganze Mühe da, bis aufs Dach, so den Gelähmten aufs Dach zu tragen mit vier Mann ist bestimmt nicht ohne. Und dann das Dach da zu öffnen und denjenigen auch runterzulassen – riesen Aufwand. Aber der Glaube wurde belohnt. Also, Glaube hat auch was mit dem Einsatz hier zu tun.

[41:02] Ich möchte noch eine Geschichte vorlesen in Matthäus 20, dort Verse 29 bis 34: „Und als sie von Jericho auszogen, folgt ihm eine große Volksmenge nach. Und siehe, zwei Blinde saßen am Weg. Als sie hörten, dass Jesus vorüberziehe, riefen sie und sprachen: Herr, du Sohn Davids, erbarme dich über uns! Aber das Volk gebot ihnen, sie sollten schweigen. Sie aber riefen nur noch mehr und sprachen: Herr, du Sohn Davids, erbarme dich über uns! Und Jesus stand still, rief sie und sprach: Was wollt ihr, dass ich euch tun soll? Sie sagten zu ihm: Herr, dass unsere Augen geöffnet werden. Da erbarmte sich Jesus über sie und rührte ihre Augen an, und sogleich wurden ihre Augen wieder sehend, und sie folgten ihm nach.“ Was für eine schöne Geschichte!

[41:51] Auch hier war es der Glaube, der das in den Menschen bewirkte. Also, Christus wusste, dass die da sitzen, da auf dem Weg nach Jericho. Und Christus ist bewusst da langgegangen. Und diese Blinden, die wissen jetzt: Der Sohn Davids kommt. Sagen: Sohn Davids, erbarme dich über uns! Da war der Glaube. Und er dreht sich um, sagt: Was wollt ihr denn, dass ich euch tue? Und Christus wusste genau, was die wollten, aber sie sollten ihm sagen. Die Bitte sollte ausgesprochen werden: Erbarme dich über uns, wir wollen sehen! Und Christus voller Mitgefühl sagt: Natürlich möchte ich euch sehend machen! Und macht sie auch sehend. Und das macht der Glaube in den Herzen der Menschen.

[42:29] Das waren manchmal einfach arme Sünder, manchmal waren das schwer verletzte Menschen, von der Gesellschaft ausgestoßen. Manchmal waren es Menschen, die da selbst reingeritten haben in diese Situation. Manchmal waren es Heiden, manchmal waren es Juden. Gott hat da keinen Unterschied gemacht, hat versucht, jeden Menschen zu segnen. Warum sollen wir ein Segen für die Welt sein? Einfach, weil es Menschen sind, die Segen verdienen, diese Kinder Gottes. Und wir sollen für sie da sein. Und immer wieder können wir das in der Bibel lesen: So war Jesus Christus, und so sollen wir auch sein.

[42:58] Wir haben eine ganze Welt zu erreichen, und es gibt so viele Hindernisse auf dem Weg. Die Welt stellt sich doch überall quer. Und wer lässt schon einen Christen irgendwo durch? Der Teufel wird alles tun, um den Christen daran zu hindern, dieses Evangelium weiterzugeben. Aber der Heilige Geist ist für uns, und wenn Gott für uns ist, wer kann gegen uns sein? Im ersten Johannes 5, Vers 4, da sagt Johannes: „Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.“ Was gewaltig! Er sagt: Unser Glaube ist der Sieg. Wenn wir siegreich sein wollen, müssen wir glauben. Und das vergessen wir manchmal.

[43:33] Manchmal sind wir so zurückgezogen und schüchtern, denken: „Gott, willst du uns überhaupt helfen? Kannst du uns überhaupt helfen? Ich trau mich gar nicht zu fragen. Ich sag lieber besser nichts.“ Aber ganz im Gegenteil: Die Jünger wussten genau, wenn sie Christus fragen, wird Christus sich auch kümmern. Manchmal hat Christus sie auch getadelt, manchmal hat er auch gesagt: „Das wisst ihr nicht.“ Aber er hat vor allem ihren Unglauben getadelt. Ist bei uns auch manchmal so, weil wir nicht glauben, dass Christus das tun kann, weil wir nicht glauben, dass er durch uns Großes vollbringen kann, weil wir nicht glauben, dass Christus durch uns die Welt erreichen kann. Weil wir sind wir so klein und so schwach in so einer großen Welt. Und welche Mittel haben wir schon zur Verfügung? Nichts! Aber Gott hat alles Silber und Gold, er hat alle Talente, er hat alle Geistesgaben. Gott kann uns alles geben zu seiner Zeit.

[44:19] Vor allem will er, dass wir auf diesem Weg geschult werden, trainiert werden, verändert werden, dass unser Herz seinem gleich wird. Und zum zweiten möchte er, dass durch unser Zeugnis andere gerettet werden. Und so ist unser Leben wie eine Schulung, wie ein Training, wie seine Jünger das auch erfahren haben, als er noch bei ihnen war und auch danach, als er schon längst ihr Hohepriester im Himmel war. Und diese Erfahrung wünsche ich uns auch immer wieder, dass auch wir sehen können, was Christus für uns tut, dass wir mit ihm zusammen durch unser Leben gehen und dass wir mit ihm zusammen die Heidenvölker erreichen, denn dazu sind wir alle gerufen. Du und ich, wir haben eine Mission von Jesus Christus, und im Glauben sollen wir vorangehen, bis wir ihn eines Tages wiederkommen sehen in den Wolken des Himmels. Und dann werden wir sehen, wie viel Frucht der Einsatz gebracht hat, den wir hier auf Erden gezeigt haben. Möge Gott uns alle darin segnen und uns reichlich Frucht schenken in der Missionsarbeit.

[45:21] Beten wir noch zusammen. Unser lieber himmlischer Vater, wir möchten dir von Herzen dafür danken, dass wir deine Kinder sind. Du hast uns zu Jüngern gemacht und schickst uns in die Welt hinaus, um die Menschen zu erreichen. Und wir möchten Dich bitten, Herr, dass du unseren Glauben wachsen lässt, dass wir Erfahrung mit Dir machen können, dass wir sehen können, wie du handelst und eingreifst in unserem Leben und wie wir in deinen Spuren nachfolgen können, wie wir Menschen für dich gewinnen können, damit sie eines Tages mit uns das ewige Leben erben werden. Und wir danken dir dafür im Namen Jesu. Amen.

[45:51] Vielen Dank, dass ihr wieder dabei wart, dass wir gemeinsam studieren konnten, dass wir gemeinsam die Lektion 11 behandeln konnten. Ich glaube, dass der Glaube eine wichtige Bedeutung in unserem Leben hat und dass wir uns immer mehr damit auseinandersetzen, was echter Glaube ist und dann auch Jesu Taten in unserem Leben spüren können. Ich wünsche euch von Herzen Gottes Segen. Würde mich freuen, wenn ihr auch beim nächsten Mal wieder dabei seid, wenn wir gemeinsam wieder studieren können. Bis dahin, Gott mit euch!


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