In dieser Folge der CSH 2023 Q4-Serie beleuchtet Mirjam Giebfried die Vorwände, die Menschen nutzen, um Mission zu meiden. Anhand der biblischen Geschichten von Jona und Abraham wird der Umgang mit Gottes Auftrag und persönlichen Ängsten untersucht. Die Sprecherin ermutigt dazu, sich im Gebet an Gott zu wenden und die Verheißungen göttlichen Beistands anzunehmen, um das Evangelium auch in schwierigen Umfeldern zu teilen.
CSH 2023 Q4 – Gottes Mission – Meine Mission: 5. Vorwände, um Mission zu meiden
Mirjam Giebfried · CSH 2023 Q4 -Gottes Mission - Meine Mission ·Themen: 2. Könige, Bibel, Bibelstudium, Jakobus, Jesaja, Jona, Mission, Nahum, PsalmenWeitere Aufnahmen
Serie: CSH 2023 Q4 -Gottes Mission - Meine Mission
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Transkript
[0:34] Das ist die einzige Zeit, die ich für die Familie habe, da kann ich nicht mithelfen. Ich arbeite so schwer die ganze Woche lang und da bin ich müde. Nein, ich habe keine Zeit. Ach, weißt du, früher habe ich da mitgemacht, aber die Zeiten haben sich geändert. Und jetzt mit der Mission, ich kann nicht so gut Deutsch sprechen, ich glaube, ich bin nicht dafür geeignet. Ich habe Kinder, was soll ich da machen? All das sind Aussagen, die ich gehört habe, wenn es um Mission ging und wenn es darum ging, dass wir gemeinsam Mission machen wollten, ob es jetzt eine Bücheraktion ist oder Flyer zu verteilen, aber auch ob es darum geht, jemanden zu helfen, der gerade in Not ist. Und vielleicht könnte man das darunter verstehen, wenn wir uns diese Woche mit Vorwänden, um Mission zu meiden, beschäftigen. Aber wir wollen nicht einfach Aussagen bewerten, wir wollen vor allem auch niemandem ein schlechtes Motiv unterstellen, sondern wir wollen uns heute fragen: Wann habe ich schon einmal einen Vorwand gebracht, weil ich Mission gemieden habe? Und weil das eine Frage ist, die sehr ins Herz geht, wo der Heilige Geist uns auch wirklich zeigen muss, wo noch Baustellen in unserem Leben sind, brauchen wir Gott. In dem Sinne lade ich euch ein, bevor wir die Christ Study Hour Nummer 5 in diesem Quartal angehen, lasst uns gemeinsam beten.
[2:21] Unser Vater im Himmel, ich danke dir, dass wir jetzt wieder eine neue Woche, eine neue Lektion beginnen dürfen. Und wir haben schon einiges über die Mission in der Lektion gelernt. Danke, Herr, dass du an uns wirkst, dass du um uns herum wirkst. Aber lass uns noch mehr bewusst sein, wie abhängig wir von dir sind. Ja, dass überhaupt Mission passieren kann, brauchen wir dich. Und auch wenn wir jetzt still werden wollen und uns vorbereiten wollen auf das Missionsfeld, ja, dann, wenn wir von dir lernen wollen, ausgebildet werden wollen, dann lass uns deiner Gegenwart bewusst werden. Lass uns dich erleben und das als Zeugnis dann anderen weitergeben. Ich bitte dich um deinen Geist, dass du jetzt meine Lippen salbst, wie du es bei Jesaja auch getan hast, von dem wir heute hören werden. Bitte, Herr, sei du mitten unter uns. Im Namen Jesu, Amen.
[3:48] Es gibt so viele Gründe, warum Menschen keine Mission machen wollen, und es gibt auch gute Gründe dafür. Aber wir werden heute einen anschauen, bei dem wir wissen, er hatte eine Mission zu tun, er hatte einen Auftrag von Gott, und das wäre das Beste für ihn gewesen, einfach straight diesen Auftrag auszuführen. Aber auch er hat sich davor gescheut. Und ich lade euch ein, mit mir das Buch Jona aufzuschlagen. Das Buch Jona, einer der kleinen Propheten, eine Geschichte, die wir aus der Kindersabbatschule kennen oder aus den Erzählungen „Jona und der Walfisch“. Da hat jeder so ein bisschen schon ein Bild im Kopf, aber selten sind wir uns bewusst, dass Jona hier wirklich eine Mission, einen Auftrag von Gott bekommen hatte. Lasst uns mal seine Geschichte beginnen, dort wo sie auch beginnt, in Jona Kapitel 1 und dort ab Vers 1: „Und das Wort des Herrn erging an Jona, den Sohn Amittais, folgendermaßen: Mache dich auf, geh nach Ninive, in die große Stadt, und verkündige gegen sie, denn ihre Bosheit ist vor mein Angesicht heraufgekommen.“ Da machte sich Jona auf, um von dem Angesicht des Herrn weg nach Tarsis zu fliehen. Und er ging nach Jafo hinab und fand dort ein Schiff, das nach Tarsis fuhr. Da bezahlte er sein Fahrgeld und stieg ein, um mit ihnen nach Tarsis zu fahren, weg von dem Angesicht des Herrn.
[5:35] Was hier bedeutsam ist, ist, dass Jona gar nicht auf Gottes Ruf reagiert hat. Wir lesen ja oft sonst im Alten Testament, dass die Menschen mit Gott geredet haben, und von einem wissen wir sogar, dass er mit Gott geredet hat wie mit seinem Freund. Jona konnte auch Gottes Stimme klar vernehmen, er wusste, was zu tun war, aber er hat nicht darauf geantwortet. Er hat wohl darauf reagiert, aber auch nicht so, wie er sollte.
[6:09] Jona hat einfach selbst einen Plan aufgesetzt und ist weggeflohen von Gott. Es gibt einen Mann, dessen Geschichte ganz anders verlaufen ist, der, sobald Gott ihn gerufen hat, schon gehört hat. Und ich lade euch ein, mit mir 1. Mose 12 aufzuschlagen. Dort finden wir bekanntlich die Geschichte von Abraham. Auch er wurde berufen zu etwas anderem, aber auch zu ihm kam der Ruf Gottes, und der war nicht leicht. 1. Mose 12 und dort die Verse 1 bis 4: „Der Herr aber hatte zu Abraham gesprochen: Geh hinaus aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft und aus dem Haus deines Vaters in das Land, das ich dir zeigen werde. Und ich will dich zu einem großen Volk machen und dich segnen und deinen Namen groß machen, und du sollst ein Segen sein. Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen, und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf der Erde.“ Da ging Abraham, wie der Herr zu ihm gesagt hatte, und Lot ging mit ihm.
[7:28] Ganz simpel und einfach ist Abrahams Reaktion, dass er genau das getan hat, wozu Gott ihn beauftragt hatte. Und es gibt noch eine Reihe von anderen Menschen. Es heißt hier: „Da ging Abraham.“ Aber dass auch er es nicht so leicht hatte, dass auch er Grund zur Sorge oder zum Zweifel hatte, sehen wir, wenn wir drei Kapitel weitergehen in 1. Mose 15, denn da kämpft es jetzt so in Abraham. Lasst uns lesen, 1. Mose 15 und dort die ersten drei Verse: „Auch nach diesen Begebenheiten erging das Wort des Herrn an Abraham in einer Offenbarung: Fürchte dich nicht, Abraham! Ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn. Abraham aber sprach: Oh Herr, Herr, was willst du mir geben, da ich doch keine Kinder habe, und Erbe meines Hauses ist Elieser von Damaskus. Und Abraham sprach weiter: Siehe, du hast mir keinen Samen gegeben, und siehe, dein Knecht, der in meinem Haus geboren ist, soll mein Erbe sein.“
[8:49] Was wir hier herauslesen, ist Sorge um die Zukunft. Abraham weiß jetzt, was Gottes Plan ist, aber er durchblickt ihn noch nicht so ganz, und irgendwie kann er sich gar nicht vorstellen, dass Gottes Verheißung in Erfüllung gehen soll. Und dort dann in den Versen 7 und 8 heißt es auch wieder: „Und er sprach zu ihm: Ich bin der Herr, der dich von Ur in Chaldäa herausgeführt hat, um dir dieses Land zum Erbbesitz zu geben.“ Abraham aber sprach: „Herr, Herr, woran soll ich erkennen, dass ich es als Erbe besitzen werde?“ Auch Abraham hatte es nicht leicht, Gott zu glauben und einfach im Vertrauen auf ihn seinem Auftrag zu folgen, genauso wie Jona. Aber der Unterschied ist: Abraham hat mit Gott geredet.
[9:43] Und hier möchte ich ein ganz besonderes Augenmerk auf das Gebet legen. Wir haben jetzt schon in den letzten Wochen, hoffe ich, gesehen, dass wir Gott brauchen und das Gebet, wenn wir in der Mission tätig sind. Aber selbst bevor wir überhaupt uns dazu überwinden können, brauchen wir auch schon Gott, der uns sozusagen den Schubser gibt oder besser gesagt uns Mut macht, dass wir überhaupt es tun können. Und es mag sein, dass du dich vielleicht in den letzten Wochen dabei ertappt hast zu merken: Eigentlich hat Gott auch einen Auftrag für mich, und eigentlich weiß ich ja schon, was zu tun ist, aber mir fehlt noch der Mut dazu. Vielleicht war es, dass du in den Herausforderungen am Donnerstag gelesen hast, dass du für eine Person in deinem Umfeld besonders beten sollst. Und dann hast du dir gedacht: „Ah ja, da ist jemand, für den sollte ich eigentlich regelmäßig beten, und ich sollte auch noch mehr tun. Ich sollte mich mal erkundigen, wie es ihm geht, und ihn auch einladen oder mit ihm über Gott sprechen.“ Aber vielleicht hast du dich noch nicht so getraut. Die gute Botschaft ist: Du bist nicht die einzige Person. Abraham ging es auch so ähnlich, er kann es nachempfinden. Aber er zeigt uns auch, was zu tun ist, nämlich genau das: Gott zu sagen. Und auch wir können auf die Knie gehen und beten und sagen, da was, und Gott sagen, was in uns vorgeht. Wir können beten: „Herr, ich weiß, du hast einen Plan für mich und eine Aufgabe, aber ja, ich traue mich nicht so wirklich. Kannst du mir bitte helfen? Kannst du mir dieses Vertrauen schenken, das ich brauche, dass ich mich von dir führen lasse?“
[11:59] Nun, Jona, wir wollen ihn nicht so ganz negativ abstempeln. Jona hatte auch irgendwo guten Grund dazu zu sagen: „Nein, nein, nein, lass mich mal in Ruhe, ich möchte diesem Auftrag nicht folgen.“ Denn wie waren die Niniviter denn eigentlich so? Lasst uns das mal nachlesen. Nahum ist vielleicht nicht so oft gelesen, aber in Nahum 3, 1 bis 4 erfahren wir etwas über dieses Volk in Ninive. Da heißt es: „Weh der blutbefleckten Stadt, die voll ist von Lüge und Gewalttat und die nicht aufhört zu rauben! Peitschenknall und lautes Rädergerassel, jagende Rosse und rasende Streitwagen, stürmende Reiter, funkelnde Schwerter und blitzende Spieße, viele Erschlagene und Haufen von Toten, zahllose Leichen, sodass man darüber strauchelt. Und das wegen der vielen Hurereien der anmutigen Zauberin, die Völker mit ihrer Hurerei verkauft hat und ganze Geschlechter mit ihrer Zauberei.“
[13:20] Hier geht es um Ninive. Und wenn man sich das mal bildlich vorstellt, dass da so ein Aufruhr war, dass da Menschen jetzt dort liegen in Haufen, sich die Toten stapeln, dann ist das keine friedvolle Stadt. Ninive hat zum assyrischen Reich gehört, und die waren dafür berühmt-berüchtigt, dass sie sehr, sehr grausam waren. Einmal habe ich das in einer Predigt gehört: „Grausam“ trifft es schon gar nicht mehr. Die hatten Methoden, die möchten wir uns heute nicht mehr ausmalen. Diese Boshaftigkeit war auch gegeneinander extrem, und es war eine große Stadt. Ich lese mal aus „Propheten und Könige“, dort gibt es ein ganzes Kapitel auch über das Buch Jona. Da heißt es: „Unter den Städten der antiken Welt in den Tagen des geteilten Israels war Ninive, die Hauptstadt des assyrischen Reiches, eine der größten. Gegründet am fruchtbaren Ufer des Tigris, bald nach der Zerstreuung durch den Turm von Babel, blühte sie im Laufe der Jahrhunderte auf, bis sie eine überaus große Stadt von drei Tagesreisen geworden war.“ Das können wir auch in Jona 3, Vers 3 nachlesen. „In der Zeit ihres zeitlichen Wohlstands war Ninive ein Zentrum des Verbrechens und der Bosheit. Die Inspiration hat sie als die blutige Stadt, voller Lügen und Raub, bezeichnet.“ Das haben wir in Nahum gelesen. „In bildhafter Sprache verglich der Prophet Nahum die Niniviter mit einem grausamen, gefräßigen Löwen. ‚Auf wen‘, so fragte er, ‚ist deine Beute nicht ständig übergegangen?‘“
[15:18] Doch Ninive – und das ist jetzt ein Hoffnungsschimmer in dieser düsteren Beschreibung der Stadt – doch Ninive, so böse es auch geworden war, war nicht gänzlich dem Bösen verfallen. Er, der alle Menschenkinder sieht und alles Kostbare sieht, erkannte in dieser Stadt viele, die sich nach etwas Besserem und Höherem sehnten und die, wenn sie Gelegenheit bekämen, den lebendigen Gott kennenzulernen, ihre bösen Taten ablegen und ihn anbeten würden. Und so offenbarte Gott sich ihnen in seiner Weisheit auf unmissverständliche Weise, um sie, wenn möglich, zur Umkehr zu führen. Das schreibt Ellen White. Und das ist bemerkenswert, dass Gott hier über das Äußere, was Menschen sehen konnten, hinweggeschaut hat. Gott ist nicht einer, der einfach sagt: „Da ist eh schon Hopfen und Malz verloren, die ganze Stadt ist so böse, und wenn einer nicht ganz so böse ist, dann ist der Einfluss der anderen doch da.“ Nein, Gott sieht, was kostbar in dem Herzen ist, und er lässt es nicht einfach so weiterlaufen, dass die Boshaftigkeit zunimmt, sondern Gott möchte die Menschen herausholen, die doch noch etwas Gutes in sich keimen haben. Und ich finde es so schön, dass White sagt: „Es gab viele, die, wenn sie Gelegenheit bekämen, den lebendigen Gott kennenzulernen, ihre bösen Taten ablegen und ihn anbeten würden.“ Wie oft beschäftigen wir uns damit, dass wir denjenigen, die schon so viel Gelegenheit hatten, immer wieder das Gleiche predigen? Und wie oft kommt das vor, dass wir denken: „Na ja, die da draußen, das kann ich mir schon denken, die wollen nichts von Gott wissen.“ Aber an einer Stelle in – oh, jetzt muss ich überlegen, in welchem Buch das war, ich kann es vielleicht nachreichen – das müsste auf Englisch „Evangelism“ gewesen sein, im ersten Kapitel, da schreibt Ellen White unter anderem, dass wir auch unsere Mission aufs Neuland verlegen sollten. Also nicht immer nur diejenigen bearbeiten, die sowieso schon viel Wissen und schon viel gehört haben und halt immer noch nicht wollen, sondern denke auch darüber nach: Wen gibt es, der vielleicht wirklich nicht viel von der Bibel weiß, der vielleicht noch nie gehört hat, wie Gott in meinem Leben persönlich gewirkt hat? Und dann geh hin und erzähle diesem Menschen von Gott. Und vielleicht ist er hoffentlich nicht so böse wie einer von den Ninivitern, aber vielleicht ist er trotzdem genauso offen, das Evangelium dann anzunehmen.
[18:46] Jetzt ist Angst ein berechtigter Vorwand, das Evangelium nicht zu teilen. Gab es vielleicht in der Geschichte auch noch andere Zuhörer, die auch böse waren, aber wo trotzdem Gott seine Missionare hingesandt hat und sie sind gegangen? Wir haben jetzt gerade schon von Abraham gesehen, er war ein gutes Beispiel, wenn es darum ging, auf Gottes Auftrag zu hören. Gab es vielleicht auch noch andere, die es auch nicht leicht hatten, die auch eine böse Zuhörerschaft hatten, aber trotzdem gegangen sind? Wie sieht es denn mit Noah aus? Auch in den Tagen Noahs waren die Menschen böse, und vielleicht hat sich Noah das ein oder andere Mal gedacht: „Hoffentlich gehe ich ihnen nicht so mit meinem Predigen auf die Nerven, dass sie mir eines Tages mal den Kopf einhauen.“ Auch zur Zeit Noahs waren die Menschen sehr böse. Wie ging es denn einem jungen David, der vielleicht jetzt nicht die Mission per se tat, aber trotzdem Gottes Auftrag folgen wollte und dann vor dem Riesen Goliath stand und trotzdem den Mut hatte, obwohl die Philister so böse waren, dass das Volk regelmäßig vor ihnen gezittert hat, obwohl Goliath so groß und nicht nur groß, sondern auch gottlos war? Trotzdessen hatte er den Mut, und er hat die Angst beiseitegelegt. Er hatte den Mut, ihm zu sagen, dass es einen lebendigen Gott gibt, der für sein Volk kämpft. Und wie viel Mut muss Stephanus gehabt haben? Stephanus, der seine letzte Predigt hielt, bevor er gesteinigt worden ist. Das war auch ein böses Publikum, es war nicht so leicht, dass man ständig ein Amen in den Reihen gehört hätte oder dass die Leute einem zugelächelt hätten, sondern die waren da wirklich mit hasserfüllten Blicken. Und trotzdem hat Stephanus keine Angst gehabt, ihnen die Heilsgeschichte zu erzählen.
[21:11] Wir dürfen sehr viel Ermutigung schöpfen in diesen Geschichten von großen Männern Gottes. Und ich möchte euch auch noch eine Verheißung mitgeben, oder zwei, die können wir auch auf uns anwenden. Das eine finden wir in Jeremia 1, Verse 7 und 8. Jeremia war ein junger Mann, als er berufen worden ist, und für ihn sah diese Aufgabe sehr groß aus, vielleicht hatte er auch Angst. Aber Gott sagt zu ihm in Jeremia 1, Vers 7: „Sage nicht: Ich bin zu jung, sondern du sollst zu allen hingehen, zu denen ich dich sende, und du sollst alles reden, was ich dir gebiete. Fürchte dich nicht vor ihnen, denn ich bin mit dir, um dich zu erretten, spricht der Herr.“ Das sollte für uns Grund genug sein, keine Angst vor der Mission oder vor den Menschen zu haben, denn Gott sagt: „Fürchte dich nicht, ich bin bei dir.“ Wenn Jesus doch an unserer Seite ist, dann brauchen wir keine Angst zu haben. Und auch die Verheißung aus Hesekiel ist wunderschön. In Hesekiel 2, Vers 6: „Du aber, Menschensohn, fürchte dich nicht vor ihnen und fürchte dich auch nicht vor ihren Worten, wenn sie auch wie Distel und Dorne gegen dich sind und du unter Skorpionen wohnst.“ Also, das müssen schon giftige Menschen gewesen sein, wenn sie mit Skorpionen verglichen worden sind. „Fürchte dich nicht vor ihren Worten und erschrick nicht vor ihrem Angesicht, denn sie sind ein widerspenstiges Haus.“
[22:57] Wenn Gott uns ins Missionsfeld schickt, dann weiß er, was er da tut. Und Gott lässt uns trotzdem nicht alleine. Er lässt uns gehen in seiner Kraft und mit seinem Schutz, und dafür können wir ihm dankbar sein.
[23:14] Kommen wir zum Montag, dort heißt es: „Unser Vorwand: Falsche Sichtweisen.“ Und wir wollen zu Jona zurückkehren, denn seine Geschichte ist noch nicht aus, und es interessiert uns ja, wie geht es bei ihm weiter, auch wenn wir das Ende vielleicht schon kennen. Die Frage, die man sich bei ihm auch so stellen könnte, ist: Wie ist es eigentlich, lässt Gott uns die freie Wahl, wenn er uns einen Auftrag gibt, oder ist es so, dass Gott sagt: „Du musst das machen, und wenn du es nicht machst, bekommst du eine Strafe“? Jona ist ja schließlich am Ende – für all diejenigen, die die Geschichte kennen – doch nach Ninive gekommen, und das vielleicht nicht ganz freiwillig, könnte man so sagen.
[24:10] Aber was bis dahin passiert ist: Jona befindet sich jetzt auf diesem Schiff nach Tarsis, und er wollte ja vor Gott fliehen, vor Gottes Angesicht. Es heißt in Jona 1 gleich zweimal, er wollte weg von Gott, so nach dem Motto: „Lass mich in Ruhe.“ Aber auf diesem Schiff kommen sie in einen starken Sturm, und der Sturm ist so stark, dass sie um ihr Leben fürchten müssen und auch sich fragen: „Wer kann uns noch helfen?“ So schreit die ganze Mannschaft nach ihren Göttern, obwohl sie, wer weiß, wie religiös sie überhaupt sonst gewesen sind. Aber es gibt einen, der immer noch nichts von Gott wissen will, und das ist Jona. Ja, schließlich ist der ja jetzt auf der Reise weg von Gott. Aber jetzt sind es die fremden Menschen um ihn herum, die ihn aufrütteln und sagen: „Ja, schrei du doch auch mal zu deinem Gott!“ Und dann erkennen sie, dass hier irgendwie etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, dass sie – sie haben dann vor, einen über Bord zu werfen, und das Los fällt auf Jona. Jona durfte gehen. Gott hat ihn nicht gezwungen, nach Ninive zu kommen, weil sonst hätte Gott vielleicht das Schiff umgekehrt oder irgendwie auch andere Möglichkeiten gefunden. Aber Gott war es trotzdem nicht gleichgültig, was Jona da macht. Und wie wir in den ersten Wochen dieses Quartals gesehen haben, ist Gott auch wie ein Missionar, der für unser Heil wirkt. Gott ist nicht nur einer, der sagt: „Geh du und bring das Evangelium in die Welt“, sondern er bringt uns persönlich das Evangelium. Und was wir hier sehen können, ist: Gott wollte zuerst Jona bekehren, um danach durch Jona Ninive zu bekehren. Und gerade eben hing halt noch ein Jona, der wollte noch nicht so richtig, aber dann bei diesem Sturm ist etwas passiert, und wir wissen dann, Jona wird über Bord geworfen, er wird von...
[26:42] wird über Bord geworfen. Er wird von einem großen Fisch verschlungen und dann ist Jona drei Tage in dem Bauch des Fisches. Und in dieser Zeit findet eine gravierende Veränderung in Jonas Leben statt. Ich würde sogar davon sprechen, dass Jona sich in dieser Zeit bekehrt, weil die Veränderung ist auch ganz sichtbar. Ein Jona, der vorher nicht mit Gott reden wollte, der ihm den Rücken gekehrt hat, fängt jetzt plötzlich an. Und da lesen wir in Kapitel 2, Vers 2: „Und Jona betete aus dem Bauch des Fisches zu dem Herrn, seinem Gott, und sprach.“ Und dann kommt sein ganzes Gebet. Wir merken hier, Jona wendet sich jetzt doch wieder zu Gott. Ich glaube, es war Gottes Gnade, dass er diese schwierigen Umstände geschickt hat, so dass Jonas Beziehung zu Gott wieder geheilt worden war.
[27:43] In „Propheten und Könige“ heißt es: „Endlich hatte Jona gelernt, dass dem Herrn das Heil gehört. Mit der Reue und der Erkenntnis der rettenden Gnade Gottes kam die Erlösung. Jona wurde aus den Gefahren der mächtigen Tiefe befreit und auf das trockene Land geworfen.“ Dann ist er wieder von dem Fisch ausgespeit worden.
[28:12] Was Jona danach erleben durfte, ist, dass Gott trotz Jonas früherer Widerspenstigkeit gnädig war. Und da lesen wir mal in Vers 7: „Zu den Gründen der Berge sank ich hinunter. Die Erde war auf ewig hinter mir verriegelt. Da hast du, HERR, mein Gott, mein Leben aus dem Grab heraufgeführt. Als meine Seele in mir verschmachtete, gedachte ich an den Herrn, und mein Gebet kam zu dir in deinen heiligen Tempel. Die Verehrer nichtiger Götzen verlassen ihre Gnade. Ich aber will dir mit lauter Stimme Lob opfern. Was ich gelobt habe, das will ich bezahlen. Die Rettung kommt von dem Herrn.“
[29:07] Das ist, was Jona jetzt erlebt hatte. Jona hatte zu Gott gesprochen, und sein Gebet ist nicht an die Walbauchdecke gestoßen, sondern bis ins himmlische Heiligtum hineingegangen. Jona merkt: Gott antwortet mir, und Gott kümmert sich um mich.
[29:26] Und nach dieser Bekehrung geht es weiter in Jona 3. Jona 3 ist, als ob man einmal kurz auf den Reset-Knopf gedrückt hätte, denn es klingt ganz ähnlich wie Jona 1, also zumindest die ersten Verse. In Jona 3 heißt es: „Und das Wort des Herrn erging zum zweiten Mal an Jona folgendermaßen: Mache dich auf, geh nach Ninive, in die große Stadt, und verkündige ihnen die Botschaft, die ich dir sage.“ Wieder kommt der Ruf von Gott an Jona. Aber etwas hat sich verändert: „Da machte sich Jona auf und ging nach Ninive nach dem Wort des Herrn.“ Jetzt gehorcht Jona.
[30:14] Und man hätte auch das gesamte Kapitel 1 und das gesamte Kapitel 2 einfach weglassen können und dann die Geschichte von Jona erzählen können. Aber so ist nicht seine Geschichte. Sie fängt trotzdem da an, wo er sich geweigert hat, weil sie beinhaltet, dass Jona eine mächtige Erfahrung mit Gott gemacht hat. Und wenn du vielleicht in der Vergangenheit schon manchmal deinen eigenen Weg lieber eingeschlagen hast, als Gottes Auftrag zu folgen, Gottes Ruf an dich, dann sei gewiss: Auch bei dir kann man einen Reset-Knopf drücken, dass Gott dich wieder ruft und du gehen wirst. Was dazwischen passieren muss, ist, dass du Gott wirklich erlebst. Das war bei Jona so gewesen.
[31:10] Und ich meine, auch Jona war nach diesem Erlebnis, nach den drei Tagen Walbauchgeruch, sehr viel brauchbarer, um den Niniviten die Gottes Botschaft zu bringen. Denn ein Jona, der dem Tod selbst ins Auge gesehen hatte, der konnte die Menschen in Ninive noch viel vehementer jetzt vor dem drohenden Untergang warnen. Und ein Jona, der sich vor den Schiffsmatrosen zum Glauben bekannt hatte, der konnte jetzt auch vor diesen vielen fremden Menschen in der Stadt für Gott einstehen. Ein Jona, der erlebt hatte, wie Gott ihn vor dem Sturm und vor den Meerestiefen bewahrt hatte, der durfte jetzt eigentlich auch glauben, dass Gott die Menschen in Ninive genauso bewahren konnte. Und ein Jona, den Gott auf geistlicher Ebene um 180° gedreht hatte, muss man so sagen, der durfte eigentlich auch glauben, dass Gott diese gleiche Bekehrung auch bei den Menschen in Ninive bewirken konnte. Aber er hat noch nicht alles so ganz verstanden, wie wir wissen.
[32:36] Jetzt werden am Montag, glaube ich, ja auch noch zwei Missverständnisse aufgebracht in dem Lektionstext. Und da heißt es, ein Missverständnis wäre, dass es Gottes Wunsch sei, dass wir uns auf unsere Erlösung konzentrieren und uns von der Schlechtigkeit der Welt um uns herum flüchten. Und obwohl die Zeit jetzt auch schon fortgeschritten ist, möchte ich kurz etwas dazu sagen. Das wird mit Jakobus 1, Vers 27 begründet. In Jakobus 1, Vers 27 sollte man aber den ganzen Vers lesen, denn da heißt es: „Wahre Religion“ oder ich weiß nicht genau, wie es auf Deutsch jetzt ausgedrückt ist. „Wahre Frömmigkeit, okay, eine reine und makellose Frömmigkeit vor Gott, dem Vater, ist es, Waisen und Witwen in ihrer Bedrängnis zu besuchen und sich von der Welt unbefleckt zu bewahren.“ Es ist beides. Es ist einmal, von der Welt unbefleckt zu sein, das ist schön und gut, aber auch für andere da zu sein, die in Not sind. Und da finden wir auch in Matthäus 25, dort Vers 40, wenn ihr es nachlesen wollt, diese Aussage von Jesus: „Was ihr einem meiner Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan.“
[34:16] Das ist auch Teil der Mission Jesu. Mission finden wir ja auch in Lukas 4, wo er dann den Jesaja zitiert, und das hat er zwar buchstäblich, aber auch im geistlich übertragenen ausgeführt. Also es geht jetzt nicht nur um „ich führe ein reines Leben und ich mache ein bisschen Charity“, so Wohltätigkeit, sondern es geht auch darum, die geistlichen Bedürfnisse der Welt zu sehen und sie zu dem zu führen, der sie stillen kann.
[34:52] Mission bedeutet also nicht, dass ich mich jetzt irgendwo – gut, das wäre auch schon keine reine Frömmigkeit mehr – dass ich mich irgendwo in eine Spielhölle setze und dabei versuche, meinen Spielautomaten-Nachbarn so ein bisschen was von Gott zu erzählen, sondern es bedeutet, sich zu fragen: Wo hat Satan meinen Freund, meinen Kollegen, meinen Nachbarn, jemanden aus der Verwandtschaft so im Griff, und wo möchte Gott Erlösung von der Sünde bewirken? Und dann diesen Menschen auch wirklich zu Jesus zu bringen.
[35:34] Ein weiteres Missverständnis, das auch am Montag aufgezählt worden ist, war, dass man so leicht denken könnte: Der Erfolg hängt doch von mir ab. Es ist ja mein Auftrag, und entweder ich erfülle ihn oder ich erfülle ihn nicht. Aber wenn wir mit Gott gehen, sollten wir niemals denken, dass wir etwas aus uns heraus Gutes tun könnten. Das andere Extrem, das so gegenteilig dazu steht, ist aber auch zu denken: Na ja, Mission hängt überhaupt nicht von mir ab, und Gott wird schon das Evangelium der ganzen Welt verbreiten, ob ich jetzt involviert bin oder nicht.
[36:30] Lass uns mal weiterschauen im Leben von Jona. Gott wollte nämlich den Jona gebrauchen, und der wollte ihm auch klarmachen: Selbst wenn ich die Menschen bekehre, möchte ich, dass du daran teilhast. Jetzt gehen wir wieder zurück zum Buch Jona. Ihr könnt auch idealerweise euren Finger in dem Buch lassen, weil wir werden da noch öfters dazu kommen.
[36:58] Jona ist mittlerweile jetzt in Ninive angekommen, und da heißt es in Kapitel 3, Vers 3: „Da machte sich Jona auf“ – okay, gut, er ist noch nicht da – „jetzt geht er nach Ninive nach dem Wort des HERRN. Und Ninive war eine sehr große Stadt vor Gott, drei Tagesreisen groß.“ Hier heißt es „vor Gott“, also auch in Gottes Augen war Ninive eine große Stadt. Das war nicht so, dass man das einfach relativieren konnte und sagen konnte: „Na ja, ähm, ja, es wird schon, also wenn du dir genug Zeit nimmst, dann kannst du mal da durch alle Straßen durch und vielleicht jeden, der im Vorgarten ist, mal ansprechen.“ Sondern das war eine, es muss wirklich eine gewaltig große Stadt gewesen sein.
[37:51] Und die Frage ist, wie soll ein einzelner Mann diese Stadt erreichen? Wenn man zum Beispiel eine Flyer-Verteilaktion plant, dann kann man schon viele Haushalte erreichen, obwohl heutzutage gibt’s auch Beschränkungen, nicht mehr alle. Wie dem auch sei, Jona sollte in dieser Stadt allen verkünden, dass Gott es angesagt hatte und diese Stadt ja vernichtet werden sollte. Wie stellt man das an? Stellt man sich am besten auf den Marktplatz? Vielleicht sind da die meisten Menschen, und vielleicht kommt jeder mal innerhalb einer gewissen Zeit dort vorbei.
[38:43] Aber die Geschichte entwickelt sich sehr schön, und da lasst uns Jona 3, Verse 6 bis 9 lesen: „Und das Wort gelangte bis zum König von Ninive, und er stand von seinem Thron auf und legte seinen Mantel ab, hüllte sich ins Sacktuch und setzte sich in die Asche.“ Hier sehen wir etwas sehr Schönes. Er beschreibt es vorher noch, dass mit Mund-zu-Mund-Benachrichtigung, also so wie ja nicht Flüsterpost, weil die Nachricht ist ja auch richtig beim König angekommen, aber von Person zu Person wurde es weitergegeben, was Jona gesagt hat. Und so hat sich natürlich innerhalb kürzester Zeit diese Botschaft immens ausgebreitet, und jetzt kommt sie bis zum König.
[39:35] „Und der König ließ ausrufen und sagen in Ninive auf Befehl des Königs und seiner Großen: Menschen und Vieh, und Rinder und Schafe sollen nichts genießen. Sie sollen weder weiden noch Wasser trinken, sondern Menschen und Vieh sollen sich ins Sacktuch hüllen und mit aller Kraft zu Gott rufen und sollen sich abwenden, jeder von seinem bösen Weg und von dem Unrecht, das an seinen Händen klebt. Wer weiß, Gott könnte anderen Sinnes werden, es sich gereuen lassen und ablassen von seinem grimmigen Zorn, so dass wir nicht untergehen.“ Jetzt ist es offiziell geworden. Jetzt sagt der König: „Wir wollen ein Fasten einlegen, und wir wollen uns bekehren, wir wollen aufhören, so viel Böses zu tun.“
[40:37] Gott hat dem Jona auf immense Weise geholfen, das muss man sich mal vorstellen. Der Jona, der ist ja in dieser Stadt gegangen, und der konnte jetzt nicht sagen: „Ich gehe mal in die nächste Synagoge rein und versuche jetzt erstmal, die Geschwister dort zu, ja, erstmal ihnen zu predigen, und vielleicht breitet es sich dann aus.“ Nein, Jona musste direkt zu den Heiden gehen, diesen Assyrern hier, und die haben es weitergegeben, und dann kam es sogar bis zum König. Der König, der eigentlich mit Israel jetzt nicht so, also zumindest langfristig gesehen, war Ninive oder Assyrien jetzt nicht gerade mit Israel befreundet. Aber Gott hat das so bewirkt, dass der König nicht auf Jonas Seite stand, sondern der König eigentlich sogar noch diese Botschaft verstärkt hat.
[41:42] Wenn wir vom Erfolg reden, war das, was Jona, der hier die beste Predigt aller Zeiten gehalten hatte, dass sich so ein großes Volk bekehrt hat? Nein, ich würde sagen, es war Gottes Wirken allein. Gott hat hier ein ganz großes Wunder getan. Aber die Botschaft musste stimmen, und Jona musste auch seinen Teil dazu tun, dass es in so einem Ausmaß gesegnet werden konnte.
[42:16] Und wir sehen zum Beispiel auch in der Geschichte von Esther oder aber auch in der Geschichte von Daniel, dass Gott es sogar so weit gebracht hat, dass sich Politiker bekehrt haben. Lass uns mal kurz schauen, nur ein paar Seiten weiter vorne, in Daniel 6, in den Versen 25 bis 27. Da haben wir den König Darius, einen der Meder und Perser, ein Mann, der sehr wohl auch dazu fähig war, zu grausamen Methoden zu greifen. Er hat nicht umsonst eine Löwengrube bereitgestellt für Menschen, die ja dem Gesetz nicht gehorcht haben. Aber er erlässt jetzt ein Gesetz.
[43:04] „Da befahl der König jene Männer herbeizuholen, die Daniel verleumdet hatten.“ Das ist Daniel 6, übrigens ist die Geschichte von der Löwengrube. Daniel hatte entgegen der gesetzlichen Anordnung weiterhin gebetet bei offenem Fenster, und weil man es in der Zeit nicht tun durfte, ist er in die Löwengrube geworfen worden. Und trotzdem hat Gott ihn bewahrt. Daniel ist wieder herausgekommen, und jetzt hat das einen tiefen Eindruck bei dem König hinterlassen. Und der König sagt: „Was ist das für ein Gott, der Daniel vor den hungrigen Löwen bewahrt hat?“ Deswegen heißt es jetzt hier: „Da befahl der König jene Männer herbeizuholen, die Daniel verleumdet hatten, und man warf sie in die Löwengrube, sie, ihre Kinder und Frauen. Und ehe sie noch den Boden der Grube berührten, waren die Löwen schon über sie hergefallen und zermalmten ihnen alle Gebeine.“
[44:15] Und jetzt Vers 26: „Darauf schrieb der König Darius an alle Völker, Stämme und Sprachen, die im ganzen Land wohnten: Euer Friede nehme zu! Es ist von mir ein Befehl erlassen worden, dass man sich im ganzen Bereich meiner Herrschaft vor dem Gott Daniels fürchten und scheuen soll. Denn er ist der lebendige Gott, welcher in Ewigkeit bleibt, und sein Königreich wird nie zugrunde gehen, und seine Herrschaft hat kein Ende.“ Kann man nur Amen dazu sagen, dass Gottes Herrschaft kein Ende hat und er ein lebendiger Gott ist.
[44:53] Jetzt, was hat uns das heute zu sagen? Manchmal sieht es so aus, als ob wir nicht viel ausrichten könnten. Aber wir wissen noch gar nicht, was vielleicht ein Traktat, ein Buch, eine Aussage, eine Bibelstunde für Wellen schlagen kann. Und die Frage ist nicht nur, bist du dir dessen bewusst, sondern wärst du auch bereit dazu, dass, wenn es drauf ankommt, du so einen Glauben bezeugst, dass du Gott so darstellst, sodass es öffentlich weit verbreitet werden kann? Vielleicht bekommst du irgendwann mal die Gelegenheit, mit einem hohen Tier in der Wirtschaft zu reden, oder vielleicht bekommst du einmal die Gelegenheit, einen Brief zu schreiben. Und dann ist die Frage: Das Zeugnis, das du gegeben hast, ist es so wahr und so wahrheitsgemäß, dass, wenn es an die Öffentlichkeit gelangt, viele Menschen dadurch bekehrt werden können? Wir sollten uns mehr dessen bewusst sein, was es ja, was für ein Ausmaß es annehmen kann, wenn wir Menschen Gott näher bringen.
[46:27] Jetzt müssen wir aber noch weiterkommen in Jona. Unser Jona, der hat jetzt eigentlich einen riesen Erfolg erlebt. Er müsste sich doch über genau diese Tatsache, dass es an die Öffentlichkeit gekommen ist, dass er in so kurzer Zeit so viele Menschen erreicht hat, darüber müsste er sich doch eigentlich freuen, dass Gott mit ihm zusammengearbeitet hat, darüber müsste er sich eigentlich freuen. Aber es trifft nicht ein, was Jona vorausgesagt hat. Und ich kann ihn da auch ein bisschen verstehen. Also, es muss schon erniedrigend sein, wenn du eine prophetische Vorhersage machst und die dann doch nicht eintrifft. Für Gott war das nicht das Problem, aber für Jona schon. Und da sehen wir, dass es doch noch in ihm drin mankelte.
[47:26] In Jona hier, Vers 1, heißt es: „Das aber missfiel Jona sehr, und er wurde zornig.“ Also, dass sie sich bekehrt hatten und dass das Übel nicht eintraf. „Und Jona betete zum Herrn und sprach: Ach, Herr, ist nicht das, was ich mir sagte, als ich noch in meinem Land war, dem ich auch durch die Flucht nach Tarsis zuvorkommen wollte? Denn ich wusste, dass du ein gnädiger und barmherziger Gott bist, langmütig und von großer Gnade, und das Unheil reut dich.“ Zurecht ist es in der Lektion ein bisschen so fragwürdig dargestellt worden: Was ist von dieser Aussage zu halten? Jona ist hier zutiefst betrübt, und er wirft Gott geradezu vor: „Ich habe das doch schon kommen sehen, dass es so ausgeht. Warum hast du mich da trotzdem in das Schlamassel hineingezogen? Ich wusste, dass du ein gnädiger und barmherziger Gott bist, langmütig und von großer Gnade.“
[48:36] Eigentlich ist es doch eine wunderschöne Beschreibung von Gott, und wer möchte nicht mit einer gnädigen, einer barmherzigen oder einer langmütigen und geduldigen Person zusammenarbeiten? Der Jona sagt hier: „Ich wusste es.“ Und er geht noch weiter: „Und nun, Herr, nimm doch meine Seele von mir, denn es ist besser, ich sterbe, als dass ich lebe.“ Das hat ihn so fertig gemacht, dass er jetzt gar nichts mehr von Gott und vom Leben wissen wollte.
[49:17] Jetzt, warum ist diese Sache so negativ für ihn? Der Jona zitiert hier jemanden, und vielleicht kennt ihr die Formulierung aus einer anderen Stelle besser, in 2. Mose 34. Das ist nicht so vorwurfsvoll ausgesprochen worden, sondern das sagt Gott von sich selbst. Das 2. Mose 34 und dort Vers 6: „Und der Herr ging vor seinem Angesicht vorüber und rief.“ Das ist hier die Geschichte mit Mose. Also, muss ich kurz vielleicht noch ausholen. Mose hatte ja zum ersten Mal in 2. Mose 19 und 20 die Zehn Gebote erhalten, und dann war es aber so, dass er sie wieder zerschmettert hat, als er das Volk Israel um das goldene Kalb herum tanzen sah. Und Gott sagt: „Nein, die Gebote sind mir so wichtig, und die sollen wirklich in Stein gemeißelt sein.“ Also sollte Mose noch einmal solche Steintafeln machen, und Gott wollte sie wieder beschreiben.
[50:42] Und das ist genau diese Stelle in 2. Mose 34. Da heißt es ab Vers 6: „Und der Herr ging vor seinem Angesicht vorüber und rief: Der Herr, der Herr, der starke Gott, der barmherzig und gnädig ist, langsam zum Zorn und von großer Gnade und Treue, der Tausenden Gnade bewahrt und Schuld, Übertretung und Sünde vergibt, aber keineswegs ungestraft lässt, sondern die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern und Kindeskindern bis in das dritte und vierte Glied.“
[51:21] Und ich ahne nur, dass Jona sich vielleicht eher zu dieser zweiten Gruppe dazu gezählt hat, vielleicht eher seine eigene Sünde gesehen hat. Aber jedenfalls kommt er auch in diese Situation hinein, Gott so persönlich und nah zu erleben, und er möchte es nicht. Jona gleicht hier eher den Israeliten, die gesagt haben: „Nein, nein, nein, rede du mit Gott, wir nicht so in seine Nähe kommen.“
[52:02] Fühlst du dich in Gottes Nähe wohl? Wenn du dich in Gottes Nähe wohlfühlst, dann begib dich auf das Missionsfeld, weil da kann man wirklich Gott hautnah erleben. Auch Jona hat das erlebt. Nie können wir das, behaupte ich jetzt, nie können wir Gott so erfahren, wie wenn wir im Gebet und gleichzeitig auch im Missionsfeld stehen, weil dann erlebt man Gott noch mal ganz anders und sichtbar. Gut, auch wenn wir sein Wort lesen, das ist auch eine innige Gemeinschaft. Da möchte ich mich jetzt nicht so weit aus dem Fenster lehnen, aber ich habe das selbst so erfahren dürfen, dass man Gott ganz anders erlebt, wenn man aktiv führen wird.
[52:53] Wenn du das mit Missionsfeld meinst, und du dich vielleicht fragst: „Na ja, Vorwand 1, eigentlich trifft das nicht auf mich zu. Vorwand 2 weiß ich auch nicht. Vorwand 3 und was es sonst jetzt noch alles gab, na ja, was ist mein Problem?“ Vielleicht liegt es auch daran, dass du nicht so gerne in der Nähe Gottes bist, wie er gerne in deiner Nähe sein möchte. Frag dich, ob du Gottes Kraft wirklich erleben möchtest, ob du wirklich mit ihm Erfahrung machen möchtest. Und das kann auch abenteuerlich
[53:38] sein.
[53:38] auch abenteuerlich werden. Aber das Missionsfeld ist auf jeden Fall der Platz, wo wir Gott ganz, ganz nah erleben dürfen.
[53:49] Jetzt wollen wir noch zum Ende von Jona kommen. In Jona 4, Vers 3 sagt er: „Jetzt, Herr, nimm doch meine Seele von mir, denn es ist besser, ich sterbe, als dass ich lebe.“ Auch das sehen wir, wie weit weg von Gott Jona plötzlich wieder gekommen ist, weil Gott ist das Leben, ja, Gott ist derjenige, der Leben gibt. Und Jona wünscht sich aber, von diesem Leben getrennt zu sein.
[54:26] Es klingt ganz ähnlich wie einen Kandidaten, den wir schon vorher in der biblischen Geschichte sehen. Vielleicht müsst ihr auch an 1. Könige denken, wo wir Elia haben. Lasst uns da mal kurz schauen. 1. Könige 19, da sagt auch Elia: „Nimm mein Leben von mir.“
[54:57] 1. Könige 19 ist die Geschichte, wo Isebel jetzt den Elia ja verfolgen möchte. Und obwohl auch Elia so einen großen Erfolg erlebt hat, dass so viele Menschen jetzt offen bekennen mussten: „Elias Gott ist der wahre Gott,“ trotzdessen bittet Elia plötzlich aus Angst etwas ganz Ähnliches wie Jona.
[55:31] 1. Könige 19, Vers 4: „Elia selbst aber ging hin in die Wüste eine Tagereise weit und er kam und setzte sich unter einen Ginsterstrauch und er erbat für sich den Tod und sprach: ‚Es ist genug! So nimm nun her mein Leben, denn ich bin nicht besser als meine Väter.‘“
[55:52] Mir ist das vorher noch nicht so aufgefallen, aber wenn wir das jetzt hier lesen, er sagt auch: „Ich bin nicht besser als meine Väter.“ Sie haben dann doch erkannt, dass in ihnen etwas Sündiges ist. Und das Problem lag nicht bei Gott, das Problem lag bei ihnen.
[56:12] Bei Jona, der saß nicht unter einem Ginsterstrauch, aber die Sonne war doch sehr heiß und der muss erschöpft gewesen sein. Da lässt Gott einen Rizinusstrauch – oder Palme, ich weiß nicht genau, wie die Pflanze so angelegt ist – einen Rizinus lässt Gott wachsen. Und der Jona freut sich, plötzlich ist der wieder guten Mutes. Das lässt sich dann doch ganz gut aushalten, wenn man so eine schöne Pflanze neben sich hat.
[56:41] Aber Gott möchte nicht, dass Jona jetzt seine Freude nur auf die Pflanze stürzt. Und er sendet einen Wurm, der an der Wurzel nagte und die Pflanze geht ein.
[56:58] Und in Jona 4, Vers 8 haben wir das gleiche Szenario: „Und es geschah, als die Sonne aufging, da entsandte Gott einen heißen Ostwind und die Sonne stach Jona aufs Haupt, sodass er ganz matt wurde. Und er wünschte sich den Tod und sprach: ‚Es ist besser, dass ich sterbe, als dass ich am Leben bleibe.‘“
[57:21] Zwei große Missionare, die Großes erlebt haben und jetzt plötzlich sich den Tod wünschen. Vielleicht bist du nicht einer von denjenigen, den ich heute so ein bisschen motivieren durfte, ins Missionsfeld hinauszugehen, sondern vielleicht hast du schon ganz lange erlebt, was es bedeutet, das Evangelium in die Welt hinauszubringen. Aber die Geschichte zeigt uns auch: Dann ist man nicht davor gefeit, nicht auch wieder Zweifel zu hegen, Einbrüche zu haben.
[58:01] Aber es gibt eine schöne Botschaft: Jonas Geschichte ist hier nicht zu Ende. Was passiert bei Elia? Springen wir noch einmal zu ihm zurück. Was passiert mit Elia, nachdem er dieses Gebet ausgesprochen hat? Ist Gott seinem Wunsch nachgekommen? Gott erhört doch gerne Gebet, nein, nur wenn es nach seinem Willen und in seinem Namen gesprochen ist. Und das war das Gebet von Elia nicht.
[58:31] In 1. Könige 19 geht es dann weiter, dass Gott seinen Engel schickt und den Elia wieder aufbaut. Gott sagt: „Nein, du denkst jetzt vielleicht, es ist zu Ende. Ich sehe das Ende noch lange nicht. Und du denkst vielleicht, jetzt bist du unbrauchbar, du bist doch nicht besser als deine Väter. Ich finde das überhaupt nicht.“ Und es geht es noch richtig los. Später dann darf Elia ja auch Elisa anweisen.
[59:01] Gott lässt einen Missionar nicht in Ruhe. Gott ist keiner, der einen zwingt. Gott ist keiner, der sagt: „Jetzt komm aber auf, du musst!“ Aber Gott lässt einen trotzdem nicht in Ruhe in dem Sinn, dass er immer wieder sanft versucht zu sagen: „Hey, ich habe einen Auftrag mit dir, ich will mit dir zusammenarbeiten, komm!“
[59:29] Und genauso wenig lässt Gott den Jona in Ruhe. Gott spricht wieder zu Jona, und obwohl wir nicht genau wissen, wie die Geschichte ausgeht, es sind das Worte, die werde ich jetzt noch lesen, die dürfen uns ganz persönlich ins Herz treffen.
[59:48] Da sprach Gott zu Jona: „Ist es recht, dass du so zornig bist wegen des Rizinus?“ Da sprach er: „Ja, ich bin mit Recht zornig bis zum Tod!“ Da sprach der Herr: „Du hast Mitleid mit dem Rizinus, um den du dich doch nicht bemüht und den du nicht großgezogen hast, der in einer Nacht entstanden und in einer Nacht zugrunde gegangen ist. Und ich sollte kein Mitleid haben mit der großen Stadt Ninive, in der mehr als 120.000 Menschen sind, die ihre rechte Hand nicht von ihrer linken unterscheiden können, dazu so viel Vieh?“ Und mit dieser Frage endet das Buch.
[1:00:44] Sollte Gott nicht Mitleid haben? Gott hat es im Herzen gerührt, dass hier Menschen waren. Und Gott war nicht so, dass er auf die Umstände geschaut hat, er hat auf den Menschen geschaut. Was Jona noch nicht so ganz begriffen hatte, war: Es ging hier um Menschen. Es ging nicht darum, sein Ansehen zu wahren. Es ging auch nicht darum, irgendwie berühmt zu werden oder möglichst erfolgreich zu sein, sondern es ging darum, Menschen zu Jesus zu führen. Und der ganze Erfolg bestand darin, dass Jesus in ihr Leben kam und ihr Leben verändern konnte.
[1:01:30] Aber Jona hat jetzt nur noch an sich gedacht. Und wir dürfen nicht den Fehler machen in der Mission, dass wir uns mit uns selbst so beschäftigen, dass wir uns darauf fokussieren, was wir alles getan haben, sondern wir dürfen eine Freude darin finden zu sehen, wie Menschen näher zu Gott kommen.
[1:01:53] Am Donnerstag – und dazu gäbe es jetzt noch viel zu sagen, denn das sind auch viele, also auch gehaltvolle Verse – aber ich möchte euch jetzt nicht noch zu lange damit beschäftigen. Am Donnerstag geht es um die Geschichte in Jesaja 6, Verse 1 bis 8. Und das überlasse ich euch gerne, dass ihr das noch einmal nachlest, auch gerne in „Propheten und Könige“, was weit dazu schreibt.
[1:02:25] Jesajas Geschichte hat anders begonnen und auch anders geendet als die von Jona. Jesaja war einer, der hat auch Gott erlebt, und zwar in einer Vision, die muss majestätisch gewesen sein. Jesaja hat Gott in seinem Tempel gesehen, und auch er hat gemerkt: „Ich bin doch Sünder.“
[1:02:58] Aber der Unterschied bei Jesaja war, dass Jesaja diese Nähe von Gott gemocht hat. Er war gerne bei Gott und er hat sich auch gerne von Gott helfen lassen. Gott hat dann sogar diese Kohlen von dem Altar an seine Zungen gelegt. Und daraufhin, auf diese Erfahrung hin, konnte Jesaja gehen.
[1:03:24] Und Jesaja ist der – lass uns das noch lesen, weil das unser Merkvers war – Jesaja war derjenige, der gesagt hat, als Gott fragt: „Wen soll ich senden, und wer wird für uns gehen?“, da sagt Jesaja: „Hier bin ich, sende mich!“
[1:03:46] Egal welche Vorwände du bisher hattest, egal wie du vielleicht versucht hast, dich zu drücken vor der Mission: Sei wie ein Jesaja, oder sei wie ein Jona in Jona Kapitel 3 – ja, ich glaube, es war jetzt in Kapitel 2 war die Bekehrung, in Jona Kapitel 2, und dann nicht ganz bis zum Ende. Ja, wir brauchen uns nicht über Misserfolge aufregen, aber sei wie so einer, der gerne mit Gott geht, wie ein Abraham, wie ein Noah, wie ein David, gerne Auftrag Gottes ausführt ohne Vorwände.
[1:04:30] Lasst uns jetzt noch dafür beten. Unser Vater im Himmel, du siehst uns und du kennst uns ganz genau. Und du weißt, was in unserem Herzen uns bisher davon abgehalten hat, deinem Ruf zu folgen. Vielleicht wolltest du, dass wir jemand Bedürftigem helfen. Vielleicht wolltest du, dass wir Zeugnis geben über das, was wir mit dir erlebt haben. Vielleicht wolltest du, dass wir einfach vorleben, was du in unserem Leben bewirkt hast. Und es mag sein, dass durch Angst und fehlenden Mut oder auch andere Vorwände wir es nicht getan haben.
[1:05:18] Aber Vater, du kannst auch uns jeden Tag aufs Neue bekehren. Und so wollen wir heute mit Jesaja sagen: „Hier bin ich, auch wenn ich nicht perfekt bin, vielleicht auch noch nicht so gut geeignet für die Mission.“ Herr, du kannst uns verändern und uns tauglich machen. Und selbst dann, wenn wir Großes mit dir erlebt haben, ist der Erfolg nicht uns, sondern dir allein zuzuschreiben. Und weil du Großes mit uns vorhast, wollen wir dir jetzt schon die Ehre geben und Danke sagen. Im Namen Jesu. Amen.
[1:06:20] [Musik]
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