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In dieser CSH Study Hour geht es um die Mission an die Mächtigen. Mirjam Giebfried beleuchtet, warum es oft schwierig ist, einflussreiche Menschen mit dem Evangelium zu erreichen, da sie sich selbst oft als nicht bedürftig ansehen. Anhand biblischer Beispiele wie König Nebukadnezar und Naaman wird gezeigt, wie Gott auch die Mächtigen erreichen möchte und wie Daniel mit Mitgefühl und Gottes Methode zum Erfolg führte. Die Sendung betont, dass jeder Mensch, unabhängig von Status, Gott braucht.


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Serie: CSH 2023 Q4 -Gottes Mission - Meine Mission

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Transkript

[0:03] Hallo und herzlich willkommen zu unserer CSH Study Hour, heute wieder unter besonderen Umständen, muss man so sagen. Wir sind in Lektionswoche Nummer 9 angekommen. Heute wird es um die Mission an den Mächtigen gehen.

[0:18] Und wie ihr sehen könnt, vielleicht habt ihr letzte Woche schon die CSH Study Hour gesehen, wir sind hier wieder in der Gemeinde Stuttgart-Wangen, weil unser Studio zurzeit nicht nutzbar ist.

[0:31] Noch ein besonderer Umstand ist, dass ich heute Verstärkung mitgebracht habe. Das heißt, wir werden vielleicht auch den ein oder anderen Gedanken heute miteinander teilen können und ich freue mich schon auf das Studium, was wir gemeinsam haben können.

[0:47] Wir hatten ja letzte Woche die Mission an den Bedürftigen angeschaut und das war schon so ein Thema für sich, wo wir gesehen haben, es gibt Menschen in Not, vielleicht wissen sie es auch manchmal gar nicht, und wir können ihnen auf eine besondere Art und Weise entgegenkommen.

[1:07] Aber wir werden jetzt auch sehen, es gibt Mächtige, es gibt Reiche, es gibt Einflussreiche und auch diejenigen brauchen das Evangelium.

[1:20] Doch bevor wir heute einsteigen wollen, lasst uns gemeinsam beten.

[1:31] Unser Vater im Himmel, danke, dass wir jetzt wieder CSH haben dürfen. Danke, dass wir an diesem wertvollen Thema "Gottes Mission – Meine Mission" weiter studieren können.

[1:45] Vater, du hast uns jetzt viel zu sagen und deswegen laden wir dich ein, dass der Heilige Geist jetzt unsere Herzen erfüllt.

[1:53] Lass uns demütig vor dich kommen, Herr, lass uns von dir lernen, denn du bist demütig und du bist sanftmütig.

[2:03] Du weißt, welche Botschaft wir jetzt gerade brauchen, aber du weißt auch, was die Menschen dort draußen brauchen, wo wir vielleicht sagen mögen, dass es eine Nummer zu groß für uns ist, dass es da Menschen gibt, die wir nicht erreichen können.

[2:21] Herr, lass uns heute die Verse, die wir studieren, die Gedanken, die wir haben, mit deinen Augen sehen.

[2:28] Danke, Herr, dass du da bist und dass du unser Lehrer und unser Missionar bist.

[2:43] Amen.

[2:43] Die Frage, die ich mir gestellt habe, als ich mir noch mal so Gedanken gemacht habe über ja, überhaupt dieses Lektionsthema, das wir zurzeit haben, ist: Wofür brauchen wir eigentlich Mission?

[3:05] Was wollen wir mit Mission erreichen? Ich meine, wenn man seinen Freunden draußen davon erzählen würde, dann würden ich sagen...

[3:18] Aber ich glaube, wir brauchen Mission aus verschiedenen Aspekten. Mission ist für uns selbst wichtig, für uns Missionare, aber vor allen Dingen – und das ist so das Ziel, wenn man es zusammenfasst von Mission – vor allen Dingen wollen wir doch den Menschen das Evangelium bringen, dass sie das Evangelium kennenlernen können und dass sie sich frei dafür entscheiden können.

[3:44] Das ist auch Gottes Wille. Natürlich kann jeder Mensch sich auch dagegen ja auflehnen. Das ist nicht Gottes Wille, aber wichtig ist, dass sie überhaupt erstmal mit der Wahrheit in Kontakt kommen und sie kennenlernen.

[4:04] Jetzt zweite Frage: Warum ist es vielleicht außergewöhnlich schwierig, Mächtigen das Evangelium zu bringen? Könnt ihr mir jetzt auch gerne antworten, warum könnte es schwierig oder sogar schwieriger sein, Mächtigen und einflussreichen Menschen das Evangelium zu bringen?

[4:29] Ja, okay, sie meinen oft, sie haben und sie brauchen keinen Gott.

[4:33] Und das wusste auch Jesus, und da können wir gleich mal aufschlagen Matthäus 9 Vers 12. Denn zu seiner Zeit war es nicht wirklich anders.

[4:53] Jesus hat in Matthäus 9 Vers 12, oder wer das noch an anderen Stellen nachlesen möchte, Markus 2 Vers 17 oder auch Lukas 5 Vers 31, eine Aussage gemacht, die uns zeigt, er war mit diesem Problem vertraut.

[5:08] Denn er sagte: "Nicht die Starken brauchen den Arzt, sondern die Kranken."

[5:16] Das heißt zu Deutsch: Nicht diejenigen werden einen Arzt in Anspruch nehmen, die sich für gesund halten, sondern diejenigen, die auch anerkennen, dass sie krank sind, dass sie in Not sind.

[5:31] Und genau das ist das Problem. Das letzte Mal hatten wir von Bedürftigen gesprochen. Da hatten wir Menschen, die sich ja auch größtenteils in Not fühlen.

[5:47] Aber wenn wir jetzt zu diesen Mächtigen kommen, dann haben wir vielleicht einen Menschen vor Augen, die sich mit Geld so ziemlich alles kaufen können.

[5:58] Dann haben wir Menschen vor Augen, die vielleicht so viel Wissen sich angeeignet haben, dass sie niemanden um Rat zu fragen brauchen.

[6:05] Haben wir vielleicht Menschen vor Augen, die gar nicht sich so belastet fühlen, die vielleicht so ein tolles Leben führen, dass sie meinen, es fehlt ihnen doch nichts. Und warum sollte da noch jemand kommen und ihnen helfen?

[6:27] Jetzt, was könnten noch Gründe sein, warum die Mission an den Mächtigen schwieriger ist?

[6:39] Ja, manche meinen, sie gehen mit Gott, also sie sind ja besonders gesegnet, und vielleicht erkennen sie ihre geistliche Not gar nicht so sehr.

[6:50] Da werden wir heute auch einen kennenlernen, der das ist, glaube ich, am Mittwoch müsste das sein, der genauso eine Meinung eigentlich von sich hatte.

[7:05] Okay, ich habe mir noch gedacht, die Mächtigen oder die Reichen, die hängen oft so sehr an ihrem Reichtum, dass sie sich vielleicht gar keine Gedanken über Gott machen.

[7:19] Auch das hat Jesus gekannt, und da können wir mal zu Lukas 18 Vers 25 gehen. Lukas 18 und dort Vers 25.

[7:37] Ein ganz bekannter Text auch, wo Jesus – es fängt schon in Vers 24 an – sagt: "Wie schwer werden die Reichen ins Reich Gottes hineinkommen!"

[7:48] Denn es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als dass ein Reicher in das Reich Gottes hineinkommt.

[8:01] Also Jesus sagt, den Reichen fällt es besonders schwer, und der Grund ist, wenn man das noch ein bisschen genauer ausarbeitet, weil sie so sehr an ihrem Reichtum hängen.

[8:14] Okay, dann habe ich mir noch gedacht, oder vielleicht habt ihr auch noch andere Ideen: Es ist für solche Menschen gerade – also nicht nur, wenn man jetzt viel Geld hat, sondern wenn man eine hohe gesellschaftliche Position hat – dann ist es besonders schwierig, auch noch Gottes Autorität über einem anzuerkennen, dass da jemand ist, der höher ist als ich, jemand, der mir noch etwas zu sagen hat, obwohl ich vielleicht – da haben wir auch Menschen in der Bibel wie z.B. den Hauptmann, der zu Jesus kommt – obwohl ich vielleicht noch andere unter mir habe, denen ich doch immer das Sagen habe. Warum sollte mir jetzt jemand irgendwelche Vorschriften machen?

[9:07] Okay, also wir sehen, es ist gar nicht so leicht, einem, dem es scheinbar nichts fehlt, das Evangelium zu bringen.

[9:20] Aber es ist möglich. Woher weiß ich das? Schlagt mal mit mir Johannes 3 Vers 16 auf, ein Vers, der auch ein bisschen später in der Lektion vorkommt, aber der ganz, ganz wichtig ist.

[9:40] Johannes 3 Vers 16. Es ist in dem Gespräch zwischen Jesus und Nikodemus. Und wenn ihr Zeit habt, dann lest das komplett, weil da sind so viel theologische Lektionen drinnen.

[9:57] Johannes 3 und dort Vers 16, ganz, ganz bekannt: "Denn so hat Gott die Welt geliebt, und jetzt Achtung, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat."

[10:12] In Vers 15 heißt es auch, ähm, "damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat." Also eigentlich die gleiche Formulierung.

[10:22] Aber wichtig ist, zum einen heißt es, Gott hat die Welt geliebt. Das ist so das Kollektiv, könnte man sagen.

[10:33] Aber dann sagt Jesus noch mal spezifisch: "Damit jeder." Und damit bezieht er sich auf jeden Einzelnen, damit jeder nicht verloren gehen muss, sondern das ewige Leben haben kann.

[10:45] Könnte man so sagen. Klar, es gibt Menschen, die sich auch dagegen entscheiden.

[10:55] Der Paulus in 1. Timotheus 2 drückt das Ganze ein bisschen anders aus, aber vom Sinn her ist es das Gleiche.

[11:13] 1. Timotheus 2 Vers 4 sagt: "Welcher will" – und das ist hier von Gott die Rede – "dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen."

[11:23] Sind da die Reichen und die Einflussreichen ausgeschlossen? Eine rhetorische Frage. Natürlich nicht.

[11:34] Natürlich will Gott auch, wenn er will, dass alle gerettet werden, dass auch die Reichen und auch die Gebildeten und auch die Weltweisen, dass sie auch gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.

[11:53] Und deshalb ist es besonders wichtig, dass wir sie nicht außen vorlassen bei der Mission.

[11:57] Wir hatten jetzt gesehen, es ist vielleicht schwierig, aber es ist nicht unmöglich, und das ist gerade deswegen wichtig, weil Gott ja alle mit bei der Erlösung im Boot haben möchte.

[12:10] Kommen wir zum Sonntag. Am Sonntag, wenn ihr euer Lektionsheft aufschlagt, geht es um einen Mann, der wirklich Einfluss hatte.

[12:27] Zu seiner Zeit war es ein Weltreich, das er beherrschte. Ein Mann, der so viel Einfluss hatte, dass er auch prophetisch eine wichtige Rolle spielte, und ein Mann, den auch Gott als sehr wichtig ansah.

[12:50] Wer war dieser König? Nebukadnezar, der König von Babylon.

[13:02] Lasst uns mal Daniel 4 aufschlagen. Daniel 4 und dort nur die Verse 1 bis 3 lesen.

[13:08] Es war zwar das ganze Kapitel angegeben, aber wir lesen mal in Daniel 4 Verse 1 bis 3, beziehungsweise das ist hier bei mir als Kapitel 3 Vers 31 noch angegeben. Also so der Vorspann von Nebukadnezars Geschichte ist auf jeden Fall jetzt gemeint.

[13:35] Da schreibt er, der König Nebukadnezar wünscht allen Völkern, Völkerschaften und Sprachen, die auf der ganzen Erde wohnen: "Euer Friede nehme zu! Es hat mir gefallen, die Zeichen und Wunder zu verkünden, die der höchste Gott an mir getan hat. Wie groß sind seine Zeichen und wie gewaltig sind seine Wunder! Sein Reich ist ein ewiges Reich, und seine Herrschaft währt von Geschlecht zu Geschlecht."

[14:03] Und ich finde das so schön, wie zum einen hier schon in der Präambel Gott ehrt, aber zum anderen gibt uns der allererste Satz ein bisschen einen Eindruck, was für eine Macht Nebukadnezar damals wohl hatte, weil er schreibt hier an alle Völker, alle Völkerschaften und alle Sprachen der ganzen Erde.

[14:29] Er hatte nicht nur so ein kleines Reich, es war nicht einer, der, wenn er mal ein Gesetz erlassen hat, dass ähm vielleicht dann irgendwie fünf Leute befolgen sollten oder so, sondern einer, der wirklich richtig Macht hatte.

[14:45] Und wenn er dann so etwas schreibt, was Gott sehr hebt, was für einen Eindruck muss es hinterlassen haben?

[14:59] Jetzt wissen wir von Nebukadnezar eigentlich durch die Bibel relativ viel.

[15:08] Wir finden ihn in Daniel Kapitel 1. Dort ist er derjenige, unter dem Juda eingenommen wird. Die Israeliten werden weggeführt.

[15:20] In Kapitel 1 auch noch werden junge Männer aus Israel ausgemustert, darunter Daniel und seine Freunde.

[15:26] Dann in Daniel Kapitel 2 haben wir Nebukadnezars Traum. Es geht auch wieder um den gleichen Herrscher. Er träumt und er vergisst, und dann kommt Daniel, der den Traum deuten kann.

[15:39] In Kapitel 3 wurde dann dieses goldene Standbild gebaut.

[15:47] Und in Kapitel 4 träumt Nebukadnezar wieder. Dieses Mal weiß er, wer zu holen ist, und ähm er träumt einen merkwürdigen Traum.

[16:01] Weiß jemand von euch, worum es in dem Traum einigermaßen geht?

[16:08] Das Standbild hatten wir in Daniel Kapitel 2. Jetzt befinden wir uns in Daniel Kapitel 4, und da geht es um den Nebukadnezar selber in seinem Traum.

[16:16] Nebukadnezar sieht einen großen Baum, der in diesem Bild über die ganze Erde ragt, und unter diesem Baum finden Tiere Schatten und aber auch Nahrung.

[16:35] Dann gibt es Vögel, die in diesem Baum sitzen, also es muss sehr gewaltig ausgesehen haben.

[16:42] Und dann kommt aber ein – und wir können das lesen dann in Kapitel 4, und dort heißt es in Vers 10, ist dann die Sprache von einem heiligen Wächter, der anordnet, dass dieser Baum plötzlich abgehauen werden soll.

[17:11] Und dann bleibt nur noch ein Stumpf übrig. Es geht da noch ein bisschen weiter. Es ähm ist dann von so einem menschlichen und von einem steinernen Herz die Rede.

[17:21] Und Daniel deutet diesen Traum auf niemand Geringeren als Nebukadnezar selbst.

[17:32] Jetzt ist die Frage, wenn wir in der Mission sind, wenn wir uns das so anschauen: Nebukadnezar war ja einer, der das Evangelium noch gar nicht so gut kannte.

[17:48] Und wenn wir so jemandem begegnen müssten, ich weiß nicht, wie ihr das machen würdet, ich weiß nicht, wie ich mich vorbereiten würde, wenn ich heute zu einem Kanzler oder Präsidenten oder sonst jemandem gehen müsste und vor allem auch noch eine schlechte Botschaft zu bringen hätte.

[18:10] Das war ja nicht das Evangelium, wie wir es als eine frohe Botschaft wahrnehmen, sondern hier in dem Fall war das Evangelium für Nebukadnezar eine schlimme Botschaft, eine Warnungsbotschaft.

[18:29] Und trotzdem, ich habe mir das ein bisschen angeschaut, können wir hier etwas von Daniel lernen.

[18:35] Wer kann sich noch erinnern, vielleicht wenn ihr letzte Woche in die Lektion geschaut habt, dann stand da ein Zitat von Ellen White, und das hieß am Anfang: "Allein die Vorgehensweise Christi wird den wahren Erfolg garantieren."

[18:54] Wer kann sich erinnern, wie dieses Zitat weitergeht?

[19:04] Er mischte sich unter die Leute. Sehr gut.

[19:07] Wir haben dieses Zitat, wo sie dann weiterhin sagt – und das war eigentlich mit Bezug auf die Bedürftigen, aber hier ist gar nicht von den Bedürftigen die Rede, also es geht genauso auch für Mächtige: "Der Heiland begab sich unter die Menschen als einer, der Gutes für sie wünschte, bewies sein Mitgefühl für sie, half ihren Nöten ab und gewann ihr Vertrauen. Erst dann gebot er ihnen: 'Folgt mir nach!'"

[19:39] Und ich bringe dieses Zitat noch mal an, weil es eigentlich eines ist, das wir in der Mission auswendig lernen sollten.

[19:56] Frage: Hat Daniel diese Methode angewandt? Was meint ihr? Warum?

[20:02] Warum können wir uns sicher sein, dass Daniel die Methode Christi angewandt hat?

[20:12] Weil er Jesus kennt. Okay, dann übernimmt man so die Methode.

[20:19] Ich glaube, wir können es deswegen sagen, weil Ellen White schreibt: "Allein die Vorgehensweise oder die Methode Christi wird den wahren Erfolg garantieren."

[20:29] Hatte Daniels Auftreten bei Nebukadnezar Erfolg? Oh ja, sehr wohl.

[20:37] Wir wissen zwar, Nebukadnezar hat sich noch nicht sofort bekehrt. Er hat die Warnung auch nicht wirklich angenommen, aber am Ende seines Lebens können wir die Früchte von Daniels Wirken sehen.

[20:52] Und deswegen, wenn man das auch mal ein bisschen so aufdröselt: Hat sich Daniel unter die Menschen begeben? In diesem Fall waren es nicht viele Menschen, die sein Missionsfeld waren. In diesem Fall war es nur Nebukadnezar. Aber er ist zu ihm hingegangen. Das ist ja auch schon mal eine mutige Tat.

[21:14] Wünschte Daniel ihm etwas Gutes? Das können wir in Daniel 4, ah, jetzt hat sich das ist bei mir dann ein bisschen verschoben.

[21:34] Ja, in Daniel 4 Vers 16, wenn ihr auch die Schlachter habt, können wir das nachlesen. Und Vers ja, Vers 16.

[21:40] Da blieb Daniel, den man Belteschazzar nennt, eine Weile ganz starr, und seine Gedanken erschreckten ihn.

[21:53] Der König ergriff das Wort und sprach: "Belteschazzar, der Traum und seine Deutung dürfen dich nicht erschrecken."

[22:00] Belteschazzar antwortete und sprach: "Mein Herr, der Traum gelte deinen Hassern und seine Auslegung deinen Feinden."

[22:11] Könnt ihr ein bisschen Mitgefühl hier erkennen?

[22:15] Der Daniel wünscht sich überhaupt nicht, dass der Traum wahr wird. Und das kann er nur, weil er Mitgefühl mit Nebukadnezar hat.

[22:29] Dem Tyrannen, muss man sagen, der ihm schlechtes Essen vorgesetzt hat, der seine Heimatstadt zerstört hat, der seine Freunde in den Feuerofen geworfen hat.

[22:48] Für diesen Mann hat ein Daniel Mitgefühl. Und das lehrt uns, glaube ich, auch ganz, ganz viel.

[22:56] Weil manchmal kommen wir in die Situation, dass wir vielleicht gerade von, ich sage jetzt mal, von Vorgesetzten oder vielleicht auch vom Staat oder vielleicht von großen, einflussreichen Konzernen uns irgendwie, dass wir uns entweder ausgenutzt fühlen oder dass wir uns schlecht behandelt fühlen.

[23:19] Und die Frage ist: Wenn du Gelegenheit hättest heute für diese Menschen, die dahinter stehen, ein Missionar zu sein, hättest du auch Mitgefühl?

[23:37] Würdest du ihnen Gutes wünschen? Hättest du ein Herz für sie?

[23:43] Gehen wir weiter. Bei Daniel half er seiner Not. Nebukadnezars Not in diesem Fall schon, könnte man sagen, denn er hat ja den Traum gedeutet. Also das war die Not, die Nebukadnezar hatte.

[24:02] Gewann er sein Vertrauen? Kann man aus dem Kapitel nicht ganz herauslesen, aber ich würde behaupten, er hatte damals schon sein Vertrauen gewonnen, denn schon in Kapitel 2 hat er sich ja als ein tüchtiger Traumdeuter erwiesen.

[24:17] Und so wird er jetzt zum zweiten Mal geholt. Und dann hat auch er eine Botschaft. In dem Fall nicht: "Folge mir nach!", sondern in diesem Fall hat Daniel eine wichtige Botschaft.

[24:32] Und die finden wir in Vers 24: "Darum, oh König, lass dir meinen Rat gefallen und brich mit deinen Sünden durch Gerechtigkeit und mit deinen Missetaten durch Barmherzigkeit gegen Elende, wenn dein Wohlergehen dauerhaft sein soll."

[24:54] Daniel hat den König Nebukadnezar förmlich angefleht, und das gehört auch zu diesem: ein Herz für jemand Mächtigen haben.

[25:06] Dazu, er hat eine dringliche Botschaft gehabt.

[25:09] Meine Frage ist auch: Haben wir eine dringliche Botschaft für Menschen, die von sich vielleicht denken, dass sie nichts mehr brauchen?

[25:22] Können wir eine Not bei diesen Menschen sehen? Und dann sind wir ein bisschen wieder bei dem Thema von der letzten Woche, weil dann sind diese Menschen geistlich bedürftig.

[25:33] Erkennen wir das auch, wenn andere das vielleicht nicht erkennen?

[25:40] Ich würde euch jetzt so gerne noch vorlesen, was wir über Nebukadnezar weiter bei "Propheten und Könige" lesen können, aber die Zeit lässt es leider nicht zu.

[25:54] Wir erfahren nur, dass Nebukadnezar, wie White es beschreibt, endlich die Lektion dann gelernt hatte.

[26:00] Und diese Lektion war, dass wahre Größe in wahrer Güte besteht.

[26:11] Er erkannte Jahwe als den lebendigen Gott an und sagte: "Ich, Nebukadnezar, lobe und preise und ehre den König des Himmels, dessen Werke alle Wahrheit sind und dessen Wege recht sind, und die Demütigen vermag – und die Hochmütigen, Entschuldigung, vermag er zu demütigen."

[26:30] Nebukadnezar hat sich bekehrt, weil es einen Daniel gab, der Jesu Methode anwandte.

[26:38] Gehen wir weiter zum Montag. Da haben wir den Naaman. Was war Naamans Geschichte? Er war auch ein Einflussreicher.

[26:48] Lass uns das lesen in 2. Könige 5. 2. Könige 5 und dort nur die in Vers 1.

[27:06] Da steht: "Naaman, der Heerführer des Königs von Aram, war ein hochangesehener Mann vor seinem Herrn und geschätzt, denn durch ihn gab der Herr den Aramäern Sieg. Aber dieser gewaltige, tapfere Mann war aussätzig."

[27:24] Das fasst sein Leben ganz gut oder seine Situation in der Geschichte ganz gut zusammen.

[27:30] Naaman war angesehen, er war ein Heerführer, er hatte eine ganze Armee von Menschen unter sich.

[27:36] Naaman war sehr geschätzt bei seinem Herrn, und was gibt es Besseres oder welches Arbeitsverhältnis wäre besser, als wenn man von seinem Chef wirklich gut angesehen wird?

[27:49] Er war gewaltig, er war tapfer. Jetzt kommt der kurze Nachsatz: "Aber er war aussätzig."

[28:00] Das hat ihn in eine Lage versetzt, in der er gleichzeitig mächtig und bedürftig war.

[28:10] Könnt ihr wieder sehen, dass es eigentlich nicht so zwei völlig getrennte Lager sind?

[28:17] Eigentlich finden wir das bei, ich würde mal behaupten, bei den allermeisten Menschen, dass sie etwas sehr gut können, dass irgendwo vielleicht auch gar keine Hilfe brauchen oder meinen zumindest, und dass sie aber trotzdem eine Not haben.

[28:33] Jeder von uns braucht Gott.

[28:37] Jetzt hatte Naamans Frau eine jüdische Sklavin, und die konnte Abhilfe schaffen.

[28:42] Und hier lese ich euch jetzt doch vor, was in "Propheten und Könige" steht, weil wir von diesem Mädchen sehr viel lernen können.

[28:55] Da schreibt White: "Als Sklavin, weit weg von ihrer Heimat, blieb diese kleine Magd dennoch eine Zeugin Gottes, und erfüllte unbewusst den Zweck, zu dem Gott Israel als sein Volk erwählt hatte. Als sie in diesem heidnischen Haus diente, wurde ihr Mitgefühl für ihren..."

[29:13] diente, wurde ihr Mitgefühl für ihren Herrn geweckt. Habt ihr es gehört? Ist wieder das Mitgefühl da, oder? Ihr Mitgefühl für ihren Herrn wurde geweckt. Und als sie sich an die wunderbaren Heilungswunder erinnerte, die durch Elisa geschehen war, sagte sie zu ihrer Herrin: „Wenn doch mein Herr bei dem Propheten wäre, der in Samaria ist! Denn er würde ihn von seinem Aussatz heilen.“ Sie wusste, dass die Macht des Himmels mit Elisa war, und sie glaubte, dass Naaman durch diese Macht geheilt werden konnte. Und auch hier haben wir das Gleiche eigentlich wieder. Eigentlich war sie ja die Sklavin. Sie war ja in einem unteren Rang jetzt von der Gesellschaft, aber auch in dem Haus. Und trotzdem hat sie das Beste gewünscht von einem, für einen, der über ihr stand. Sie hatte auch den Glauben, dass Gott den Naaman heilen konnte. Und Ellen führt es noch so schön aus, wie wertvoll auch – und ich glaube, da steckt eine Lektion auch für uns drin – wie wertvoll es sein kann, wenn ein Kind im Glauben erzogen worden ist. Dieses Mädchen hat keine Predigt gehalten. Dieses Mädchen war nicht so gebildet wie ein Daniel nach drei Jahren Erziehung am Königshof oder noch mehr Jahren. Dieses Mädchen konnte vielleicht nicht viel helfen, außer dass sie so alltägliche Haushaltsarbeit verrichtet hat. Aber sie hatte ein Herz für diesen Menschen. Und das ist, was ich heute auch noch mal unterstreichen möchte: Wenn wir für unsere Politiker beten, dann sollen wir das nicht einfach nur aus Pflicht heraustun. Dann dürfen wir das mit einem Herzen machen, das wirklich bemüht ist, diese Menschen zu Gott zu bringen.

[31:23] Jetzt müssen wir ein bisschen schneller auch weitergehen. Da kommen wir zum Nikodemus. Ganz am Anfang hattest du das schon auch gesagt: Menschen, die meinen, dass ihnen an nichts fehlt. Nikodemus war vielleicht nicht so reich im Vergleich zu einem Nebukadnezar. Der hatte nicht jetzt eine ganze Stadt unter sich. Aber – und das lesen wir im Sabbatschulheft am Dienstag – Nikodemus war ein gebildeter Mann. Die Bibel beschreibt ihn als einen Obersten der Juden. Jesus bezeichnete ihn als einen Lehrer Israels. Er hatte ein gutes Verständnis der Bibel und einen geistlichen Hunger nach Gott. Aus menschlicher Sicht mag es so ausgesehen haben, als wäre er ein Nachfolger Gottes. Er hielt sich an alle Gebote und war ein angesehener Führer unter den Juden. Er war mächtig und wohlhabend. Viele betrachteten dies als Zeichen dafür, dass Gott ihn gesegnet hatte. Wir hatten das am Anfang angesprochen. Doch es stellt sich heraus, dass der äußere Schein nicht mehr als genau das war: ein äußerer Schein. Jetzt, wer war der Missionar für Nikodemus? Jesus persönlich. Oder wenn wir jetzt Johannes 3 lesen würden, dann sehen wir da die Geschichte, wo Nikodemus zu Jesus bei Nacht kommt. Ein Lehrer kommt zu dem Lehrer aller Lehrer. Und er traut sich noch nicht so vor den anderen mit Jesus zu sprechen, weil Jesus damals nicht bekannt war. Das war ja zu einer Zeit, wo man Rabbi so und so und Rabbi so und so und Rabbi so und so zitiert hat. Jesus war noch keiner, den man ja zitieren konnte. Aber er wusste schon: „Da ist, da steht der wahre Meister vor ihm.“

[33:33] Kann es vielleicht auch sein, dass es manchen einflussreichen Menschen so geht wie dem, vielleicht nach außen hin ein perfektes Leben haben und es ihnen an nichts fehlt, aber sie innerlich eine Not haben, und wenn es nur die Not ist, dass sie voller Fragen stecken? Nikodemus war zu stolz, um tagsüber zu Jesus zu gehen. Und ich glaube, es gibt auch Menschen, die von anderen sehr angesehen, sehr hoch angesehen werden, und die zu stolz wären, so einfache existenzielle Fragen zu stellen, ähm, die aber eigentlich ihre innere Sehnsucht stillen würden. Ich weiß, also ich weiß nicht, ob ihr das so nachempfinden könnt. Ähm, ich muss da immer wieder auch mal an eine Freundin denken, die ich während der Schulzeit hatte. Ähm, und bei ihr war es so: Ich habe gemerkt, es gab so Zeiten, in denen sie mich wirklich nicht gebraucht hat, weil sie sehr erfolgreich war, weil sie beliebt war. Und man hatte dann in diesen Zeiten, in denen es ihr gut ging, so wirklich den Eindruck: Ja, also das Mädel, das, das doch wirklich jeder wollte, es sein. Aber als Freundin durfte ich auch so ein bisschen miterleben, wie es ihr zwischendurch ging. Und da hat man gemerkt, dass sie eigentlich gar nicht so ausgeglichen war, dass sie eigentlich voller Probleme gesteckt hat, dass sie eigentlich gar nicht glücklich war, obwohl es so ausgesehen hat. Man hat gedacht, na ja, ähm, die Familie ist recht wohlhabend und sie ist ja so auch schon erfolgreich beruflich auch, obwohl wir noch in der Schule waren. Ähm, das hat man von außen nicht gesehen. Was lerne ich aus dieser Begebenheit? Werde ein Freund von den Menschen. Vielleicht mögen wir uns fragen: „Ja, aber wie kann ich Freund von Bürgermeister werden oder von, ich weiß ja nicht, wie kann ich Freund von meinem Vorgesetzten werden? Es ist doch so eine Hierarchie da.“

[36:13] Oder Daniel wurde es. Auch das kleine Mädchen, diese Magd, die wurde vielleicht nicht die Freundin von Naaman höchstpersönlich, aber von seiner Frau. Ich glaube, Gott gibt uns schon Wege. Und ihr kennt auch diesen Vers sicherlich in Lukas 16, Vers 10, wo es heißt, dass einer, der über wenig treu war, über vieles gesetzt wird. Also Gott kann uns auch solche Freundschaften anvertrauen.

[36:49] Jetzt war auch Jesus einer, der, obwohl Nikodemus zu ihm kam und ihm mit respektvollen und auch ein bisschen hochtrabenden Worten begegnet ist, ähm, der ihm trotzdem vergleichsweise einfach geantwortet hat. Und das hat – lest es gerne zu Hause bei euch für euch selbst nach – das hat einen Eindruck bei Nikodemus gemacht. Ich möchte noch vorlesen, was aus Nikodemus später geworden ist, weil das aus dem – also schon auch aus den Bibelversen, die angegeben waren, hervorgeht, aber weit noch mal äh schöner beschreibt: „Eine Zeit lang bekannte sich Nikodemus nicht öffentlich zu Christus. Aber er beobachtete – ähm, Entschuldigung – sein Leben und dachte über seine Lehren nach. Im Rat des Sanhedrins vereitelte er wiederholt die Pläne der Priester, ihn zu vernichten. Das war ähm, was wir in Johannes 7 sehen konnten. Als Jesus schließlich am Kreuz empor gehoben wurde, erinnerte sich Nikodemus an die Lehre auf dem Ölberg: „Wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss auch der Menschensohn erhöht werden“, was wir in Johannes 3 haben. Das Licht dieses geheimen Gesprächs erleuchtete das Kreuz auf Golgatha, und Nikodemus sah in Jesus den Erlöser der Welt.“ Hat sich Nikodemus also bekehrt? Ja, er hat Jesus als seinen Erlöser angenommen. Nach der Himmelfahrt des Herrn, als die Jünger durch die Verfolgung zerstreut waren, stellte sich Nikodemus mutig an die Spitze. Er setzte sein Vermögen ein, um die junge Kirche Gemeinde zu unterstützen, von der die Juden erwartet hatten, dass sie mit dem Tod Christi ausgelöscht würde. In der Zeit der Gefahr war er, der so vorsichtig und zaghaft gewesen war, fest wie ein Fels. Er ermutigte den Glauben der Jünger und stellte Mittel zur Verfügung, um das Werk des Evangeliums voranzutreiben. Und das ist auch eine ganz schöne Wahrheit: Wenn er wohlhabend war und einflussreich war, dann konnte er jetzt seine Mittel für die Verkündigung des Evangeliums geben. Er wurde arm an den Gütern dieser Welt, aber er wankte nicht in dem Glauben, der in jenem nächtlichen Gespräch mit Jesus seinen Anfang genommen hatte.

[39:27] Und da kommen wir zu dem Merkvers. Ich lade euch ein, mit mir das gemeinsam aufzuschlagen. Den Donnerstag werden haben wir in Teilen behandelt, werden wir jetzt aber nicht ausführlicher angehen. Matthäus 16 war unser Merkvers, dort Vers 27, Vers 26 und 27: „Denn was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber sein Leben verliert? Oder was kann der Mensch als Lösegeld für sein Leben geben? Denn – und deswegen nehme ich den Vers 27 dazu – „der Sohn des Menschen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln kommen, und dann wird er jedem Einzelnen vergelten nach seinem Tun.“ Es ist so schön, dass Jesus hier noch den Blick weitet. Er hebt den Blick und er sagt: „Okay, vielleicht ähm ja, vielleicht verlieren wir etwas, oder ähm vielleicht, wie es hier heißt: „Was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber sein Leben verliert?“ Ähm, vielleicht müssen wir auch manchmal ein bisschen auch einstecken, dass wir ähm ja, wenn wir das Evangelium annehmen, so rum gesagt. Aber letztendlich geht es um das Leben danach.


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