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Manuskript zur Sendung   >>> CSH_Manuskript_2024 1st Nr 10 <<<

In dieser zehnten Folge der CSH-Studienserie über die Psalmen beleuchtet Christopher Kramp den historischen Psalm 78. Er zeigt auf, wie dieser Psalm dazu dient, die Erfahrungen Gottes mit seinem Volk Israel an zukünftige Generationen weiterzugeben, um Vertrauen in Gott zu stärken und aus vergangenen Fehlern zu lernen. Anhand der Wüstenwanderung und der Plagen in Ägypten wird der Zyklus von Sünde, Gottes Gnade und dem wiederholten Abfall Israels analysiert und zur persönlichen Anwendung ermutigt.


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Serie: CSH 2024 Q1 - Die Psalmen

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Transkript

[0:34] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Wie immer gilt ein herzliches Willkommen auch allen Zuschauern auf dem senderdwort.tv zur mittlerweile zehnten Folge unserer Studienserie über die Psalmen. Heute haben wir ein besonderes Thema, auf das ich mich auch persönlich sehr gefreut habe. Es geht nämlich um die Geschichte. Wer an Psalmen denkt, denkt vielleicht zunächst einmal an Liedtexte, an Emotion, an Gebet, aber in den Psalmen gibt es auch geschichtliche Psalmen, die in poetischer Form Erfahrungen aus der Vergangenheit verarbeiten.

[1:17] Das Thema, mit dem wir uns vorbereiten wollen auf das Bibelgespräch am 9. März, lautet demzufolge „Lektionen aus der Vergangenheit“. Wir wollen einige dieser sogenannten historischen Psalmen etwas genauer unter die Lupe nehmen, und bevor wir das tun, wollen wir unseren Herrn, den Herrn der Geschichte, Jesus Christus, bitten, dass er uns hilft, die Lektionen für uns persönlich, für unsere Zeit zu lernen, die in diesem Wort für uns enthalten sind.

[1:55] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke für dein Wort, danke für die Schönheit und die Kraft und Unterweisung, die wir dort finden können. Danke, dass dein Wort zu uns persönlich spricht, und danke, dass wir aus der Geschichte lernen können, dass du Geschichte von inspirierten Schreibern hast aufzeichnen lassen, damit wir nicht durch menschliche Verzerrungen und Verdrehungen, sondern durch die Wahrheit deines Wortes verstehen können, was wirklich passiert ist, damit wir aus der Geschichte lernen können. Das bitten wir, dass du unser Lehrer bist, in deinem Namen, Herr Jesus. Amen.

[2:35] Wir wollen beginnen mit dem ersten historischen Psalm heute: Psalm 78, ein Maskil, geschrieben von Asaf, Teil dieses größeren Blockes von Asaf-Psalmen zu Beginn des dritten Buches der Psalmen. Und wir lesen Psalm 78 ab Vers 1: „Ein Maskil von Asaf. Höre, mein Volk, meine Lehre, neigt eure Ohren zu den Reden meines Mundes! Ich will meinen Mund zu einer Gleichnisrede öffnen, will Rätsel vortragen aus alter Zeit. Was wir gehört und gelernt haben und was unsere Väter uns erzählt haben, das wollen wir ihren Kindern nicht vorenthalten, sondern den Ruhm des Herrn erzählen dem späteren Geschlecht, seine Macht und seine Wunder, die er getan hat. Denn er hat ein Zeugnis aufgerichtet in Jakob, ein Gesetz gegeben in Israel, und er gebot unseren Vätern, es ihren Kindern zu verkünden, damit das spätere Geschlecht es wisse, die Kinder, die noch geboren werden sollten, damit auch sie aufstünden und es ihren Kindern erzählten, damit diese auf Gott ihr Vertrauen setzten und die Taten Gottes nicht vergessen und seine Gebote befolgten und nicht würden wie ihre Väter, ein trotziges und widerspenstiges Geschlecht, ein Geschlecht, das kein festes Herz hatte und dessen Geist nicht treu war gegen Gott.“

[4:13] Der Psalm beginnt mit der Idee, warum er geschrieben worden ist, nämlich um Geschichte, die erlebt worden ist, weiterzugeben an die nächste Generation. Diese Idee, dass die Erfahrungen, die Gott seinem Volk geschenkt hat, weitergegeben werden sollten, kommt aus 5. Mose. Wir lesen in diesem wunderbaren Buch in 5. Mose Kapitel 6, dort ab Vers 7. Dort heißt es: „Und du sollst sie“ – ab Vers 6 vielleicht besser – „Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du auf dem Herzen tragen und sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Haus sitzt oder auf dem Weg gehst, wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst. Und du sollst sie zum Zeichen auf deine Hand binden, und sie sollen dir zum Erinnerungszeichen über den Augen sein, und du sollst sie auf die Pfosten deines Hauses und an deine Tore schreiben.“

[5:14] Die Worte, die Mose hier im Buch 5. Mose wiederholt hat, zusammengefasst hat aus der Erfahrung der Wüstenwanderung, insbesondere auch die Zehn Gebote, die wiederholt werden sollten, weitergegeben werden an die nächste Generation. Wir lesen das auch weiter, das nicht im Sendemanuskript, aber das können wir hinzufügen, ab Vers 20. Dort heißt es: „Wenn dich nun dein Sohn in Zukunft fragen und sagen wird: Was sind das für Zeugnisse, Satzungen und Rechtsbestimmungen, die der HERR, unser Gott, geboten hat?“, und das ist jetzt eine Vertiefung dessen, was wir in Vers 6 und 7 gelesen haben.

[5:47] Wenn also die Israeliten der nächsten Generation die Gebote weitergegeben haben und die Kinder fragen: „Aber warum ist das eigentlich so und was steckt hinter diesen Geboten?“, dann heißt es hier: „So sollst du deinem Sohn sagen: Wir waren Knechte des Pharao in Ägypten, und der Herr führte uns mit starker Hand aus Ägypten. Und der Herr tat vor unseren Augen große und schreckliche Zeichen und Wunder in Ägypten an dem Pharao und an seinem ganzen Haus. Uns aber führte er von dort heraus, um uns hierher zu bringen und uns das Land zu geben, das er unseren Vätern zugeschworen hat. Und der Herr hat uns geboten, alle diese Satzungen zu halten, dass wir den Herrn, unseren Gott, fürchten und es uns gut geht alle Tage und er uns am Leben erhält, wie es heute der Fall ist. Und es wird uns zur Gerechtigkeit dienen, wenn wir darauf achten, alle diese Wortgebote vor dem Herrn, unserem Gott, zu tun, wie er es uns geboten hat.“

[6:34] Die Israeliten sollten als Erklärung für das Wort, das sie weitergaben, für die Gebote, die sie hielten, sie sollten als Erklärung die Erfahrungen der Vergangenheit erzählen. Sie sollten erzählen, was sie selbst mit Gott erlebt haben: die Erfahrung des Auszugs aus Ägypten, die Erfahrung seiner Führung durch die Wüste. Der Psalm 78 ist sozusagen eine Erfüllung dessen, was in 5. Mose 6 steht, bezieht sich explizit darauf und sagt: „Wir sollen ja der nächsten Generation erzählen, was passiert ist, sie sollen daraus lernen.“

[7:05] Und zwar sagt das explizit in Psalm 78 in Vers 6, dass die, die es jetzt erfahren, dann auch der nächsten Generation es weitergeben. Soll eine Kette des Weitergebens entstehen. Jede Generation muss neu die Erfahrung Gottes – äh – die Erfahrung des Volkes Gottes mit Gott erkennen und verstehen. Jede Generation muss neu die Vergangenheit erfahren, jede Generation muss neu hören, was passiert ist, um daraus lernen zu können. Auch wir müssen heute weitergeben, was wir mit Gott erlebt haben, müssen die Erfahrungen des Volkes Gottes im Alten Testament, im Neuen Testament, der Kirchengeschichte, in der Adventgeschichte weitergeben, damit die nächsten Generationen auch das für sich in Anspruch nehmen können, daraus lernen können und es wiederum der nächsten Generation weitergeben.

[8:01] Das Ziel dieses Psalms ist, wie es hier steht in Vers 7, damit diese auf Gott ihr Vertrauen setzten. Ziel, Geschichte zu studieren im geistlichen Sinne, besteht nicht darin, Fakten zu erkennen, sondern zu lernen, auf Gott zu vertrauen. Wenn Geschichte dazu führt, dass man auf Gott vertraut, hat sie ihr Ziel erreicht. Wenn sie dazu führt, dass man die Taten Gottes nicht vergisst und seine Gebote befolgt, wenn man Gott im Gedächtnis behält und gehorsam ist, dann hat Geschichte ihr Ziel erreicht. Ich möchte in meinem Leben dem, was ich an Geschichte weitergebe, diesem Ziel folgen: Menschen dazu zu ermutigen, auf Gott zu vertrauen und seine Gebote zu halten.

[8:59] Und nun beginnt Asaf diese Erzählung, die er in poetische Worte als Psalm kleidet, über die Erfahrung des Volkes Israel. Schon in Vers 8 hat er angedeutet: Es geht nicht nur darum, zu lernen, auf Gott zu vertrauen, es geht auch darum, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen, damit die nächsten Generationen nicht das wiederholen, was die Väter falsch gemacht haben, die kein festes Herz hatten und Gott nicht treu waren. In der Bibel werden die Fehler des Volkes Gottes nicht deswegen aufgeschrieben, damit wir uns zurücklehnen können und sagen: „Die waren auch nicht besser als wir.“ Sie sind eigentlich aufgeschrieben, damit wir aus ihnen lernen.

[99:35] Wie oft hört man heute: „Na ja, der hat auch gesündigt, der hat auch gesündigt, hat auch gesündigt, von daher ist es jetzt nicht so dramatisch, wenn du auch sündigst.“ Aber das war nie wirklich die Intention Gottes, uns in unserer Sünde zu beruhigen. Die Intention war, dass wir anhand der Geschichten sehen, wie Sünde katastrophale Folgen gehabt hat, damit wir daraus lernen und durch Gottes Kraft diese Fehler nicht allzu ständig wiederholen. Und in diesem Sinne wollen wir auch jetzt Psalm 78 und auch die anderen Psalmen lesen, damit wir sehen, wie Gott gewirkt hat, ihm vertrauen und gleichzeitig aus den Fehlern derer, die vor uns gegangen sind, die nicht besser oder schlechter waren als wir, wollen aus ihren Fehlern lernen, damit wir nicht dieselben Katastrophen erleben.

[10:18] Wir lesen weiter ab Vers 9: „Die Söhne Ephraims waren wie gerüstete Bogenschützen, die sich umwenden am Tag der Schlacht.“ Mit anderen Worten: die, die Seiten wechseln, die plötzlich nicht mehr für jemand kämpfen, sondern gegen ihn. „Sie bewahrten den Bund Gottes nicht und weigerten sich, nach seinem Gesetz zu wandeln. Sie vergaßen seine Taten und seine Wunder, die er sie hatte sehen lassen.“ Die Israeliten haben sich von Gott abgewandt und seinen Bund gebrochen.

[10:46] Vers 12: „Vor ihren Vätern hatte er Wunder getan im Land Ägypten, im Gebiet von Zoan. Er spaltete das Meer und führte sie hindurch und türmte die Wasser auf wie einen Damm. Er leitete sie bei Tag mit einer Wolke und mit dem Licht eines Feuers durch die ganze Nacht. Er spaltete Felsen in der Wüste und tränkte sie wie mit großen Fluten. Er ließ Bäche aus den Felsen hervorspringen und Wasser herabfließen in Strömen.“

[11:16] Hier wird berichtet, wie Gott in Ägypten Wunder getan hat beim Auszug und sie dann in der Wüste geführt hat. Sehr zusammengefasst, aber wir kennen die Geschichte aus 2. Mose, die zehn Plagen und der Durchzug durch das Rote Meer und Gottes beständige Wunder, um das Volk auch in der Wüste am Leben zu erhalten.

[11:38] Vers 17: „Dennoch fuhren sie fort, gegen ihn zu sündigen und den Höchsten zu erzürnen in der Wüste. Und sie versuchten Gott in ihrem Herzen, indem sie Speise forderten für ihr Gelüste. Und sie redeten gegen Gott und sprachen: Kann Gott uns wohl einen Tisch bereiten in der Wüste? Er hat den Felsen geschlagen, dass Wasser erflossen und Bäche sich ergossen. Kann er aber auch Brot geben? Wird er seinem Volk Fleisch verschaffen?“

[12:00] Das Volk sündigt, und wir sehen hier, dass es eine Sünde ist, die aus dem Herzen kam, dass trotz der Wunder, die sie gesehen haben, die sie auch nicht vergessen hatten, die trotzdem gezweifelt haben, dass Gott ein anderes Wunder tun kann. Sie haben zwar anerkannt, dass er ihnen Wasser aus dem Felsen geben kann, aber sie konnten nicht glauben, dass er ihnen Brot und Fleisch geben kann. Ist es möglich, dass wir Wunder Gottes anerkennen, weil wir sie in der Bibel lesen, und trotzdem nicht glauben, dass Gott Wunder in unserem Leben tun kann? Dass wir glauben, dass Gott dem Petrus vergeben hat und glauben, dass er Paulus vergeben hat und glauben, dass er David vergeben hat, aber nicht glauben können, dass er uns vergibt?

[12:40] Die Israeliten haben zwar Wunder gesehen, aber nicht geglaubt, dass diese Wunder – dass Gott beständig immer das Beste für sie möchte. Für die Israeliten war das Fleisch, also das sündige Fleisch, wichtiger als die Erfahrung, die sie mit Gott gemacht haben. Als es scheinbar hart auf hart kam, schieden sie sich gegen Gott und für ihre eigenen Triebe und ihr Verlangen, ihre Gelüste nach Fleisch und Brot und Essen, und glaubten nicht, dass Gott für sie sorgen wird.

[13:15] Vers 21: „Darum, als der Herr das hörte, da wurde er zornig, und Feuer entbrannte gegen Jakob, ja Zorn stieg auf über Israel, weil sie Gott nicht glaubten und nicht auf seine Rettung vertrauten.“ Gott hatte ja vorgehabt, sie zu ernähren. Gott hat sie nicht in die Wüste geführt, um sie dort sterben zu lassen, auch wenn sie das immer glaubten. Gott führt uns nicht in Schwierigkeiten, um uns zu verderben. Er führt uns nicht in Schwierigkeiten, damit wir zugrunde gehen, auch wenn wir das manchmal so vor Augen sehen. Das stimmt aber nicht. Gott führt uns in schwierige Situationen, damit wir sehen, wie er für uns sorgt und uns in Schwierigkeiten aufrechterhält, damit wir seine Wunder sehen, seine Kraft sehen, damit wir in unserem Glauben gefestigt werden.

[14:04] Vers 23: „Und doch hatte er den Wolken droben geboten und die Türen des Himmels geöffnet und hatte Manna auf sie regnen lassen zum Essen und ihnen Himmelskorn gegeben.“ „Der Mensch aß das Brot der Starken, er sandte ihnen Speise, bis sie satt waren.“ Gott gibt ihnen Manna vom Himmel, das Brot der Starken, das Himmelskorn.

[14:31] „Er ließ den Ostwind am Himmel hinfahren und führte durch seine Kraft den Südwind herbei. Er ließ Fleisch auf sie regnen wie Staub und Geflügel wie Sand am Meer und ließ sie mitten in ihr Lager fallen, rings um ihre Wohnung her.“ „Da aßen sie und wurden völlig satt. Er gewährte ihnen, wonach sie gelüstet hatten. Sie hatten ihre Begierde noch nicht gestillt, und ihre Speise war noch in ihrem Mund, erhob sich der Zorn Gottes gegen sie, und er tötete die Vornehmsten unter ihnen und die auserwählten Krieger Israels streckte er nieder.“

[15:04] Sie wollten unbedingt Fleisch haben. Gott gab ihnen Fleisch, aber es war nicht das Beste für sie, denn sie aßen Fleisch und Fleisch und aßen so viel, bis sie am Ende krank wurden und starben. Gott hätte ihnen das ersparen wollen. Manchmal glauben wir, dass es Dinge gibt, die Gott uns nicht gibt, obwohl sie gut für uns sind, obwohl Gott weiß, dass, wenn er uns das geben würde, wir daraus einen schlechten Gebrauch machen würden. Das würde unser Unheil und unseren Untergang bedeuten. Ich möchte heute lernen, neu zu lernen, Gott zu vertrauen, dass er das Beste für mich weiß und tut.

[15:46] Vers 32: „Trotz alledem sündigten sie weiter und glaubten nicht an seine Wunder. Darum ließ er ihre Tage wie einen Hauch vergehen und ihre Jahre in Schrecken.“ Die Israeliten sündigten in der Wüste immer weiter. Wer diese Geschichte der Wüstenwanderungen – 2. Mose, 3. Mose und 4. Mose liest, der und auch 5. Mose dann, der sieht, dass es immer wieder Abfall gibt.

[16:09] „Wenn er sie schlug“, Vers 34, „so fragten sie nach ihm und kehrten wieder um und suchten Gott. Und sie gedachten daran, dass Gott ihr Fels ist und Gott, der Höchste, ihr Erlöser.“ „Aber sie heuchelten vor ihm mit ihrem Mund und logen mit ihren Zungen, denn ihr Herz war nicht aufrichtig gegen ihn, und sie hielten nicht treu an seinem Bund fest.“ „Er aber war barmherzig und vergab die Schuld und vertilgte sie nicht, und oftmals wandte er seinen Zorn ab und er weckte nicht seinen ganzen Grimm, denn er dachte daran, dass sie Fleisch sind, ein Hauch, der dahinfährt und nicht wiederkehrt.“

[16:43] Wie oft lehnten sie sich gegen ihn auf in der Wüste und betrübten ihn in der Einöde! Sie versuchten Gott immer wieder und bekümmerten den Heiligen Israels. Wir sehen ja einen Zyklus, der sich durch die Geschichte Israels hindurchzieht und den wir hier insbesondere für die Wüstenwanderung beschrieben finden: nämlich, dass aufgrund der Sünde Schwierigkeiten auf das Volk Gottes kommen und dann sie sich zu Gott wenden, und Gott in seiner Gnade und Barmherzigkeit ihnen vergibt, ihnen hilft, sie wiederherstellt, und sie dann wieder vergessen und in Sünde fallen und sich von ihm abwenden und untreu werden, den Bund brechen und dann wieder in Unheil geraten und Gott wieder für sie in Barmherzigkeit wirkt.

[17:25] Wir erinnern uns z.B. in 4. Mose 21, als sie so viel gemurrt haben, dass Gott seinen Schutz zurückgezogen hat und dann die Schlangen kamen und sie sich an ihn wandten und Gott im Symbol der bronzenen Schlange ein Symbol für das Evangelium gab, sodass jeder, der glaubte, dass die ihn betreffenden Probleme, die ihn töten wollten, bereits tot an diesem Stab dort hingen – ein Symbol für Jesus, der für unsere Schuld und unsere Sünden bereits gestorben ist. Aus unserer Perspektive jetzt, für sie war es ja noch zukünftig.

[18:02] Jeder, der das glaubte, konnte die Barmherzigkeit Gottes erfahren. Gott hat immer wieder sein Evangelium offenbart, und immer wieder fielen sie von diesem Evangelium ab. Und doch hatte er sie nicht völlig vertilgt, immer wieder, immer wieder neu, und immer wieder neu ihnen vergeben. Gibt es so etwas auch in unserem Leben, so einen Zyklus, immer wieder zu Gott zurückzukehren und immer wieder von ihm abzufallen?

[18:31] Das steht nicht in der Bibel, damit wir sagen: „Aha, so ist also das christliche Leben, dann bin ich ja ganz okay.“ Das steht, wie in Vers 8, damit wir nicht so werden wie diese Väter, damit wir das nicht tun, sondern das Evangelium festhalten, an Gott festhalten und den Bund nicht brechen. Lass uns heute uns vornehmen, diesen Zyklus in unserem Leben nicht zu dulden, sondern Jesus einzuladen, dass er bei uns bleibt, auch wenn wir mal in Schwierigkeiten geraten.

[19:03] Wir lesen weiter ab Vers 42: „Sie gedachten nicht an seine Hand, an den Tag, als er sie von dem Feind erlöste, als er seine Zeichen tat in Ägypten und seine Wunder im Gebiet von Zoan, als er ihre Ströme in Blut verwandelte und ihre Bäche, sodass man nicht trinken konnte, als er Ungeziefer unter sie sandte, das sie fraß, und Frösche, die sie verderbten, als er dem Vertilger ihren Ertrag gab und der Heuschrecke die Frucht ihrer Arbeit, als er ihre Weinstöcke mit Hagel schlug und ihre Maulbeerbäume durch eine verheerende Wasserflut, und der viel dem Hagel preisgab und ihre Herden den Blitzen, als er gegen sie die Glut seines Zornes entsandte: Wut und Grimm und Drangsal, eine ausgesandte Schar verderbenbringender Engel, als er seinem Zorn den Lauf ließ, ihre Seele nicht vor dem Tod bewahrte, sondern ihr Leben der Pest preisgab, als er alle Erstgeburt in Ägypten schlug, die Erstlinge der Kraft in den Zelten Hams.“

[20:03] Wir sehen hier eine Rückschau, eine Rückblende auf die zehn Plagen in Ägypten, die Gott als große Wunder brachte, und der Asaf sagt: In der Wüste, als die Israeliten immer wieder vor der Frage standen, ob sie Gott vertrauen sollten oder nicht, ob er für sie sorgen würde, ob er die Probleme lösen konnte, haben sie nicht an das gedacht und nicht daran geglaubt, was Gott in der Vergangenheit schon für sie getan hatte. Sie hätten ja an der Wüstenwanderung sich einfach immer nur daran erinnern können, dass Gott mit zehn Plagen die mächtigste Nation der Welt in die Knie gezwungen hatte und dann ihre Armee noch im Roten Meer für immer versenkt hatte. Sie hätten sich daran – sie hätten erkennen können, dass es für Gott kein Problem gibt, das zu groß ist.

[20:45] Wie oft vergessen wir die vielen großen Taten Gottes in unserem Leben und murren und klagen in einer gegenwärtigen Schwierigkeit! Das ist mir schon viel zu oft passiert, und dir vielleicht auch. Lass uns heute neu die Entscheidung fällen, dass wir uns daran erinnern, was Gott in der Vergangenheit schon Großes für mich und für dich getan hat.

[21:09] für mich und für dich getan hat. Vers 52: „Und er ließ sein Volk ausziehen wie Schafe, und er leitete sie wie eine Herde in der Wüste und führte sie sicher, dass sie sich nicht fürchteten. Ihre Feinde aber bedeckte das Meer. Und er brachte sie in sein heiliges Land, zu diesem Berg, den seine Rechte erworben hat.“

[21:24] Gott hat sein Volk aus Ägypten geführt, durchs Rote Meer geführt, dann durch die Wüste geführt bis nach Kanaan hinein und ihnen das Land gegeben.

[21:33] Was passierte dann? Vers 56: „Aber sie versuchten Gott, den Höchsten, und waren widerspenstig gegen ihn und bewahrten seine Zeugnisse nicht.“ Genau dasselbe, was in der Wüste passiert war. „Sondern sie wichen zurück und fielen ab wie ihre Väter.“ Wir sehen hier, dass eine Generation von der nächsten das wiederholt hat, statt zu lernen, statt das zu tun, was in den ersten Versen steht, dass man aus den Fehlern der Vergangenheit lernt, sind dieselben Fehler wiederholt worden. „Sie gingen fehl wie ein trügerischer Bogen.“ Das ist das, was wir in Vers 9 gesehen haben. „Und sie reizten ihn zum Zorn durch ihre Höhen und zur Eifersucht durch ihre Götzenbilder.“

[22:14] Das Volk Israel ist im Land Kanaan von Gott wieder abgefallen und hat Götzendienst betrieben.

[22:25] Gott hörte es und geriet in Zorn, und er verabscheute Israel sehr. „Und er verließ seine Wohnung in Silo.“ Das Heiligtum war ja zunächst einmal lange Zeit in Silo als Zelt aufgeschlagen gewesen. Wir kennen noch den Priester Eli aus den ersten Kapiteln des ersten Samuelbuches. „Das Zelt, das er unter den Menschen aufgeschlagen hatte, und er gab seine Macht in Gefangenschaft.“ Das bezieht sich auf die Bundeslade, die dann von den Philistern gefangen genommen worden ist. „Und seine Herrlichkeit in Feindeshand. Er überlieferte sein Volk dem Schwert und war zornig über sein Erbe.“

[22:59] „Seine jungen Männer verzehrte das Feuer, und seine Jungfrauen mussten ohne Brautlied bleiben. Seine Priester fielen durchs Schwert, und seine Witwen konnten keine Totenklage halten.“ Die Philister unterdrückten das Volk und besiegten es.

[23:17] Und in dieser schlimmen Situation beschreibt Asaf jetzt etwas Interessantes. Vers 65: „Da erwachte der Herr wie ein Schlafender, wie ein Held, der aufjauchzt vom Wein. Und er schlug seine Feinde in die Flucht, ewige Schande fügte er ihnen zu.“ Gott sorgt für sein Volk. Er greift wieder ein, vertreibt die Philister.

[23:37] „Und er verwarf das Zelt Josefs, und er wählte nicht den Stamm Ephraim, sondern er wählte den Stamm Juda, den Berg Zion, das heißt die Stadt Jerusalem, den er liebt. Und er baute sein Heiligtum gleich Himmelshöhen, gleich der Erde, die er auf ewig gegründet hat.“

[23:52] Das Heiligtum in Silo war Geschichte durch die Philister, für immer zerstört. Und aufgrund dieses Untergangs unter die Philister war dieser Ort, war diese Phase der Geschichte Israels vorbei. Aber Gott erwählte einen neuen Ort, erwählte die Stadt Jerusalem. Er wählte den Ort dort, um dort die Bundeslade zu haben. Später sollte dort der Tempel stehen. „Und er baute sein Heiligtum gleich Himmelshöhen, gleich der Erde, die er auf ewig gegründet hat.“

[24:24] „Und er erwählte seinen Knecht David und nahm ihn von den Schafhürden weg. Als er den tragenden Schafen nachging, holte er ihn, dass er Jakob weiden sollte, sein Volk Israel und sein Erbe.“

[24:36] Jesus hat den Fischern Petrus und Andreas und Jakobus und Johannes gesagt: „Folgt mir nach, ich will euch zu Menschenfischern machen.“ Dem Hirten David sagte er sinngemäß: „Ich mache dich zu einem Menschenhirten.“

[24:52] „Und er weidete sie mit aller Treue seines Herzens und leitete sie mit weiser Hand.“

[24:58] Und Asaf lebt ja zur Zeit von David und hat sozusagen von der Geschichte des Auszugs von Ägypten bis zu seiner Zeit einen Überblick der Geschichte gegeben. Und man spürt förmlich, wie er sich wünscht, dass diese alten Fehler nicht wiederholt werden. Wer natürlich die Geschichte des Alten Testaments sieht, der muss mit Trauer feststellen, dass es nicht viele Generationen gedauert hat, bis der alte Zyklus von Abfall auch nach der Zeit von David dann unter Salomo, den späteren, wieder einsetzte und auch dieses Heiligtum am Ende zerstört worden ist.

[25:36] Lernen wir etwas aus der Geschichte? Lernen wir vielleicht etwas heute aus dem Psalm von Asaf? Auch wenn die nachfolgenden Generationen, viele von ihnen, nichts gelernt haben, können doch wir heute etwas lernen, dass wir diesen Zyklus des ständigen Abfalls durch Gottes Kraft in unserem Leben unterbrechen.

[25:58] Wir wollen uns zwei weitere geschichtliche Psalmen anschauen, die direkt auch nebeneinander stehen und die direkt aufeinander bezogen sind: Psalm 105 und 106. Und es ist sehr interessant, die gemeinsam anzuschauen.

[26:08] Wir beginnen mit Psalm 105 und dort ab Vers 1: „Dankt dem Herrn, ruft seinen Namen an, macht unter den Völkern seine Taten bekannt! Singt ihm Lob, singt ihm, redet von allen seinen Wundern! Rühmt euch seines heiligen Namens! Es freue sich das Herz derer, die den Herrn suchen! Fragt nach dem Herrn und nach seiner Macht, sucht sein Angesicht alle Zeit!“

[26:29] Es beginnt mit einem Aufruf zum Lobpreis Gottes. Es soll verkündigt werden, wie groß Gott ist, was er Wunderbares tut, und wir dürfen uns und sollen uns über ihn freuen.

[26:39] Vers 5: „Gedenkt an seine Wunder, die er getan hat, an seine Zeichen und die Urteile seines Mundes! Oh Same Abrahams, seines Knechtes, oh ihr Kinder Jakobs, seine Auserwählten!“

[26:50] Wir sollen ihn loben, und wir sollen an das gedenken, was er getan hat. Wir sollen uns daran erinnern, welche Wunder er getan hat, an die Zeichen und auch die Urteile seines Mundes, was er schon gesagt hat. Und dieser Aufruf, er geht an die Israeliten und damit auch an uns, die wir uns als geistliche Israeliten verstehen.

[27:11] Vers 7: „Er, der Herr, ist unser Gott, auf der ganzen Erde gelten seine Rechtsurteile. Er gedenkt auf ewig an seinen Bund, an das Wort, das er ergehen ließ auf tausend Geschlechter hin, an den Bund, den er mit Abraham geschlossen, an seinen Eid, den er Isaak geschworen hat.“

[27:28] In Vers 6 haben wir gesehen, es werden Israeliten angesprochen als die Kinder, die Nachfahren von Abraham und Jakob. Und jetzt werden auch wieder Abraham und Isaak erwähnt. Es geht also hier schon mit den Patriarchen los. Die Nachfahren, die Kinder Abrahams, der Same Abrahams, soll sich erinnern. Und nach dem Neuen Testament sind wir, die wir an Jesus Christus glauben, Same Abrahams. Paulus sagt das in Galater Kapitel 3 Vers 29: „Wenn ihr aber Christus angehört, so seid ihr Abrahams Same und nach der Verheißung Erben.“ Das ist, was Jesus gesagt hat: „Wenn ihr Abrahams Kinder wärt, würdet ihr Abrahams Werke tun.“ Wer also glaubt wie Abraham, der ist sein Knecht, der ist – Verzeihung – der ist sein Same, und der ist ein Kind Jakobs, der ist ein Israelit. Und deswegen gilt dieser Psalm uns.

[28:20] Gott hat einen Bund gemacht mit den Patriarchen, mit Abraham, Isaak und Jakob, und dieser Bund gilt, und er ist ewig. Es geht natürlich um das, um die Verheißung, die Gott diesen gegeben hat, das Land Kanaan als Symbol für das himmlische Kanaan, wie Hebräer 11 ganz deutlich macht, dass Abraham auf die himmlische Stadt gewartet hat. Dieser Bund, der bleibt, und Gott gedenkt an ihn auf tausend Generationen. Und der ganze Psalm 105 beweist, wie Gott zu seinem Bund steht.

[29:05] Wir lesen weiter ab Vers 10: „Er stellte ihn auf für Jakob als Satzung, Abraham, Isaak und Jakob für Israel als ewigen Bund, als er sprach: Dir gebe ich das Land Kanaan als das Los eures Erbteils, als sie noch leicht zu zählen waren, nur wenige und Fremdlinge darin.“

[29:21] Als die Patriarchen als Nomaden dort lebten, hatte Gott ihnen versprochen, immer wieder – wir sehen das bei Abraham, bei Isaak und bei Jakob –, dass sie dieses Land erben werden. Das war die Verheißung.

[29:32] Vers 13: „Und sie zogen von einem Volk zum anderen und von einem Königreich zum anderen.“ Wir sehen, wie sie als Nomaden lebten und zum Teil mit verschiedenen Stadtkönigen zu tun hatten.

[29:40] „Er ließ sie von keinem Menschen bedrücken und züchtigte Könige um ihretwillen.“ Wir denken an den Pharao in 1. Mose 12, wir denken an den Abimelech in 1. Mose 20. „Tastet meine Gesalbten nicht an und fügt meinen Propheten kein Leid zu.“

[29:55] „Und er rief eine Hungersnot herbei über das Land und zerschlug jede Stütze an Brot.“ Das ist die Hungersnot, die wir dann in den Kapiteln, in 40ern Kapitel des ersten Buches Mose finden, zur Zeit von Josef.

[30:04] „Er sandte einen Mann vor ihnen her, Josef wurde als Knecht verkauft. Sie zwangen seinen Fuß in einen Stock, sein Hals kam ins Eisen.“ Das heißt, er kam ins Gefängnis, weil er zu Unrecht beschuldigt worden ist wegen der Frau des Potifar. „Bis zu der Zeit, dass sein Wort eintraf.“ Das war die Deutung der beiden Träume des Bäckers und des Mundschenks. „Und der Ausspruch des Herrn ihn geläutert hatte.“

[30:27] „Der König sandte hin und befreite ihn, der die Völker beherrschte, ließ ihn los.“ Der Pharao lässt ihn frei. „Setzte ihn zum Herrn über sein Haus und zum Herrscher über alle seine Güter.“

[30:45] Josef wird zum zweiten Mann in Ägypten. „Dass er seine Fürsten nach Belieben binde und seine Ältesten Weisheit lehre.“

[30:52] „Da zog Israel nach Ägypten.“ Das ist dann Jakobs Zug mit seiner ganzen Sippe nach Ägypten. „Und Jakob wurde ein Fremdling im Lande Ham.“ Das ist dann das Ende von 1. Mose.

[31:03] „Und er machte sein Volk sehr fruchtbar.“ Das ist 2. Mose 1. „Und er ließ stärker werden als seine Bedränger, die Ägypter. Er verwandelte ihr Herz, dass sie sein Volk hassten, arglistig handelten sie an seinen Knechten.“ Das ist diese Geschichte der Unterdrückung der Israeliten durch die Ägypter in 2. Mose 1 und 2.

[31:21] „Er sandte Mose, seinen Knecht, Aaron, den er erwählt hatte.“ Wir sehen ja, wie einiges übersprungen wird, zusammengerafft in dieser epischen Verdichtung. Mose und Aaron werden gesandt.

[31:29] „Sie taten seine Zeichen unter ihnen und Wunder im Land Ham. Er sandte Finsternis, und es wurde Nacht, damit sie seinem Wort nicht widerstreben möchten. Er verwandelte ihre Gewässer in Blut und tötete ihre Fische.“ Wir sehen wieder die Beschreibung der zehn Plagen, die großen Eindruck gemacht hat, auch viele Generationen später, auf das Volk Israel.

[31:51] „Das Land wimmelte von Fröschen bis in die Gemächer ihrer Könige. Er sprach, und es kamen Fliegenschwärme, Mücken über ihr ganzes Gebiet. Er gab ihnen Hagel statt Regen, Feuerflammen auf ihr Land. Und er schlug ihre Weinstöcke und Feigenbäume und zerbrach die Bäume in ihrem Land. Er sprach, da kam, er sprach, da kamen Heuschrecken und Fresser ohne Zahl, die fraßen alles Grün im Land und verzehrten ihre Feldfrüchte. Und er schlug alle Erstgeburt in ihrem Land, die Erstlinge all ihrer Kraft.“ All das, eine Beschreibung der Plagen über Ägypten.

[32:24] Vers 37: „Aber Israel ließ er ausziehen mit Silber und Gold, und es war kein Strauchelnder unter ihren Stämmen. Ägypten war froh, dass sie gingen, denn Furcht vor ihnen war auf sie gefallen.“ Am Ende hat der Pharao sie dann freiwillig ziehen lassen.

[32:36] „Er breitete vor ihnen eine Wolke aus.“ Also er hat sie ziehen lassen. „Er breitete vor ihnen eine Wolke aus als Decke, ein Feuer, um die Nacht zu leuchten.“ Die Wolken- und Feuersäule, in der Christus das Volk Israel geführt hat.

[32:47] „Sie forderten, da diese Wachteln kamen, und sättigte sie mit Himmelsbrot. Er öffnete den Felsen, da floss Wasser heraus, er floss als ein Strom in der Wüste. Denn er gedachte an sein heiliges Wort, an Abraham, seinen Knecht.“

[32:59] Das ist ein Schlüsselvers hier. All das ist geschehen, weil Abrahams Bund, oder was Gottes Bund mit Abraham, besser gesagt, Bestand hatte. Noch Jahrhunderte später hat Gott sein Volk aus Ägypten geführt, hat es sicher geführt. Jedes Wunder war eine Erfüllung des Bundes.

[33:16] In der Geschichte konnte man also sehen, wie Gott zu seinem Wort steht. Er hatte Abraham versprochen, das Volk Israel ins gelobte Land zu bringen, und jedes Wunder war in Erfüllung dieses Bundes. Gott war seinem Bund auch nach Jahrhunderten treu.

[33:36] „Er ließ sein Volk ausziehen mit Freuden, mit Jubel, sein Auserwählten. Und er gab ihnen die Länder der Heiden, und was die Völker sich mühsam erworben hatten, das nahmen sie in Besitz, damit sie seine Satzungen hielten und seine Lehren bewahrten. Halleluja!“

[33:50] Der Psalm endet damit, wie Gott sie in das gelobte Land hineinbringt. Und der, interessanterweise, überspringt all die Widerspenstigkeiten und den Abfall schon in der Wüste und zeigt sozusagen auf einer ganz positiven Schiene all das, was Gott getan hat und wie Gott treu gewesen ist und wie er sie bis in das gelobte Land gebracht hat. Und was sein Ziel gewesen ist, dass sie im gelobten Land nämlich seine Worte, seine Lehren, sein Gesetz halten würden, damit sie ein Licht sein würden für die ganze Welt. Und damit endet Psalm 105.

[34:28] Und Psalm 106 kommt, er beginnt so wie Psalm 105 geendet hat, mit einem Halleluja. „Lobt den Herrn! Halleluja! Dankt dem Herrn, denn er ist gütig, denn seine Gnade währt ewiglich! Wer kann die Machttaten des Herrn beschreiben und all seinen Ruhm verkünden?“

[34:44] Dann kommt eine Seligpreisung: „Wohl denen, oh das Glück, wohl denen, die das Recht beachten, die Gerechtigkeit üben alle Zeit!“ Das, was in Psalm 105 Vers 45 das Ziel war.

[34:57] Und dann heißt es in Vers 4 und 5: „Gedenke an mich, oh Herr, aus Gnade gegen dein Volk, suche mich heim mit deiner Rettung, dass ich das Glück deiner Auserwählten schaue, dass ich mich freue an der Freude deines Volkes und mich rühme mit deinem Erbteil.“ Es ist ein Aufruf, dass Gott sein Volk retten soll, dass er Barmherzigkeit geben soll, dass das Volk wieder glücklich sein kann.

[35:17] Denn was ist das Problem? Vers 6: „Wir haben gesündigt wie unsere Väter, wir haben Unrecht getan, haben gottlos gehandelt.“ Das ist fast identisch mit dem, was Daniel dann im babylonischen Exil sagt in Daniel 9 Vers 5. Ein Sündenbekenntnis.

[35:32] Und dieses Sündenbekenntnis ist nicht einfach nur situativ in dem Moment, sondern es schließt die Geschichte Israels mit ein. So wie Gott in Psalm 105 zu seinem Bund treu gewesen ist durch die Geschichte hindurch, zeigt sich, dass die Israeliten ihren Teil des Bundes meistens gebrochen haben durch die Geschichte. Und das ist die traurige Geschichte von Psalm 106.

[36:03] Es geht los in Vers 7: „Unsere Väter in Ägypten achteten nicht auf deine Wunder. Sie gedachten nicht an deine große Gnade und waren widerspenstig am Meer, am Schilfmeer.“ Sobald sie aus Ägypten erlöst waren, noch bevor der Pharao tot war, im Schilfmeer, haben sie bereits an der Gnade Gottes gezweifelt.

[36:20] „Aber er rettete sie um seines Namens willen und um seine Stärke offenbar zu machen. Und er bedrohte das Schilfmeer, dass es vertrocknete, und ließ sie durch die Fluten gehen wie auf einer Steppe. Und er rettete sie von der Hand des Hassers und erlöste sie aus der Hand des Feindes. Und das Wasser bedeckte ihre Bedränger, nicht einer von ihnen blieb übrig.“ Sie haben zwar gezweifelt, aber Gott hat seine Stärke gezeigt, er hat sie erlöst, er hat die ägyptische Armee im Meer versenkt.

[36:46] Vers 12: „Da glaubten sie seinen Worten und sangen sein Lob.“ Wir sehen das in 2. Mose 15, wie die Israeliten begeistert Gott loben.

[36:53] Vers 13: „Aber sie vergaßen seine Werke bald, sie warteten nicht auf seinen Rat.“ Wie oft ist uns das passiert, dass wir gezweifelt haben? Gott hat uns gerettet, hat seine Macht erwiesen. Wir loben ihn, wir danken ihm und vergessen ganz bald, was er getan hat. Psalm 106 erinnert uns daran, dass das so nicht geht. Wir können nicht Gott loben und gleich danach wieder vergessen.

[37:16] Was haben die Israeliten gemacht? Vers 14: „Sondern sie wurden begehrlich in der Wüste und versuchten Gott in der Einöde. Und er gab ihnen, was sie forderten, aber er sandte Auszehrung in ihre Seelen.“ Das ist die Geschichte von den Wachteln, die wir schon auch in den Psalm 78 gesehen haben.

[37:40] Und dann Vers 16: „Und sie wurden eifersüchtig auf Mose und im Lager, sie wurden eifersüchtig auf Mose im Lager, auf Aaron, den Heiligen des Herrn. Da tat sich die Erde auf und verschlang Datan und bedeckte die Rotte Abirams. Und Feuer verzehrte ihre Rotte, eine Flamme versenkte die Gottlosen.“ Das ist die Geschichte von Korach und seiner Rebellion und der Rotte von Datan und Abiram, dann schon später während der Wüstenwanderung.

[38:08] „Sie machten sich ein Kalb am Horeb.“ Vers 19: „Und warfen sich nieder vor dem gegossenen Bild. Sie vertauschten den, der ihre Herrlichkeit war, nämlich Gott, gegen das Abbild eines Stiers, der Gras frisst.“ Geschichte vom goldenen Kalb, die Rebellion am Berg Sinai.

[38:21] „Sie vergaßen Gott, ihren Retter, der Großes getan hatte in Ägypten, Wunder im Lande Ham, Furchtbares am Schilfmeer. Und er gedachte, sie zu vertilgen, wenn nicht Mose, sein Auserwählter, in den Riss getreten wäre vor ihm und seinen Grimm ab, um seinen Grimm abzuwenden, dass er sie nicht vertilgte.“

[38:38] Wir erinnern uns an die Geschichte in 2. Mose 32, als Gott sagt: „Lass mich, damit ich das Volk zerstöre und dich will zu einem großen Volk machen.“ Und Mose sagt: „Nein, nein, was sollen die Völker sagen?“ Und Mose ist bereit, sogar dass sein eigener Name aus dem Buch des Lebens gestrichen wird, damit dieses Volk noch eine Chance erhält. Ein Bild auf Jesus, der für uns eintritt.

[39:02] Vers 24: „Sie verachteten das liebliche Land, sie glaubten seinem Wort nicht. Und sie murrten in ihren Zelten, sie gehorchten nicht der Stimme des Herrn.“ Das ist in Kadesch-Barnea, als der Bericht der Spione kommt und zehn der Spione sagen, das Land ist zu schwer einzunehmen. Und dann verachten sie das liebliche Land, sie wollen nicht hineingehen, sie gehorchten Gottes Stimme nicht.

[39:20] „Der hob er seine Hand gegen sie und schwor, sie niederzustrecken in der Wüste, dass sie 40 Jahre lang in der Wüste wandern sollten, ohne das Land zu sehen, und ihren Samen unter die Heidenvölker zu werfen und sie zu zerstreuen in die Länder.“

[39:34] Und dann Vers 28: „Und sie hängten sich an den Baal-Peor und aßen Opfer der Toten. Und sie reizten ihn mit ihrem Tun, da brach die Plage unter ihnen aus. Aber Pinhas trat auf und übte Gericht, sodass die Plage aufgehalten wurde.“ Das ist schon dann in 4. Mose und wird auch in 5. Mose noch mal kurz erwähnt, kurz vor dem Einzug in das gelobte Land. Der schwere Abfall.

[39:59] Auf Anraten Bileams hatte der Moabiter König Balak die leicht bekleideten Frauen geschickt, um die israelitischen Männer zu verführen. „Da wurde das wurde ihm zur Gerechtigkeit angerechnet.“ Also, als Pinhas dann mit seinem Speer einen Prinzen mit der Moabiterin getötet hat. „Auf alle Geschlechter in Ewigkeit.“

[40:22] „Und sie erzürnten ihn am Haderwasser.“ Das ist dort in der Wüstenwanderung, als sie zum zweiten Mal murrten wegen dem Wasser. „Und es erging Mose schlecht um ihretwillen, denn sie erbitterten sein Gemüt, so dass er unbedacht redete mit seinen Lippen.“

[40:39] Wir sehen, wie in Psalm 105 Gottes Gnade und Güte und Bundestreue beschrieben wird, und wie in Psalm 106 ein Abfall nach dem anderen steht. Und das Muster sich herausbildet: Gott ist treu, aber sein Volk ist beständig untreu gewesen.

[41:01] Vers 34: „Denn sie – Verzeihung – sie vertilgten die Völker nicht, wie ihnen der Herr geboten hatte, sondern sie vermischten sich mit den Heidenvölkern und lernten ihre Werke. Und sie dienten ihren Götzen und...“

[41:11] Werke, und sie dienten ihren Götzen, und diese wurden ihnen zum Fallstrick. Und sie opferten ihre Söhne und ihre Töchter den Dämonen. Die Generation nach Josua fielen wieder von Gott ab und versanken in dieser tiefen, dunklen Zeit, in der Richterzeit.

[41:34] Und vergossen unschuldiges Blut, das Blut ihrer Söhne und ihrer Töchter, die sie den Götzen Kanaans opferten. Und so wurde das Land durch Blutschuld entweiht, und sie machten sich unrein mit ihren Werken und begingen Hurerei mit ihrem Tun. Das war nicht nur in der Zeit der Richter so, das war dann später auch nach den ersten großen Königen wieder so, zur Zeit der Könige, dann auch im geteilten Reich, vor allem im Norden, später auch immer wieder im Süden. Die Geschichte des Alten Testaments liest sich vor allem als eine Geschichte des Abfalls.

[42:09] Vers 40: Da entbrannte der Zorn des Herrn gegen sein Volk, und er verabscheute sein Erbteil. Und er gab sie in die Hand der Heidenvölker, die ihre Hasser über sie herrschten. Und ihre Feinde bedrückten sie, und sie wurden gedemütigt unter ihrer Hand. Er errettete sie mehrmals, aber sie widerstrebten ihm mit ihren Plänen, und sie sanken immer tiefer durch ihre Ungerechtigkeit. Das ist das, was man schon in den Richtern sieht, diesen Zyklus von Errettung und Abfall und Errettung und Abfall, und den wir auch in den Königsbüchern, dann immer wieder in den Chroniken sehen: Abfall und Errettung. Aber er sah ihre Not an, als sie ihre Schreie hörte. Vers 44, 45: Und er gedachte an seinen Bund mit ihnen und empfand Mitleid nach seiner großen Gnade. Und er ließ sie Barmherzigkeit finden bei allen, die sie gefangen hielten. Und selbst als Israeliten dann ins babylonische Exil kamen, hat Gott ihnen Gnade dort geschenkt. Wir denken an Daniel und seine Freunde, wir denken an Hesekiel und andere, wo Gott auch im Exil mit seiner Bundestreue für sie da gewesen ist. Und dann endet dieser so bedrückende Psalm mit einem Aufruf, einer Bitte an Gott. Vers 47: „Rette uns, Herr, unser Gott, sammle uns aus den Heidenvölkern, damit wir deinem heiligen Namen danken und uns glücklich preisen zu deinem Ruhm. Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Und alles Volk soll sagen: Amen! Halleluja!“ Hier endet das vierte Buch der Psalmen mit zwei Geschichtspsalmen: einer, Psalm 105, der die unbedingte, beständige Bundestreue Gottes zeigt, und einer, der das ständige Abfallen des Volkes Israels durch die Jahrhunderte zeigt. Und das steht nicht einfach da, um zu sagen, das ist der Status quo, es geht nicht anders. Das steht da, um uns ins Gesicht zu springen und zu sagen: So soll es nicht sein, lieber Freund, liebe Freundin! Wenn Gott treu ist, wollen wir nicht auch ihm heute durch seine Kraft treu sein?

[44:23] Wir wollen noch einen Psalm weiterlesen, einen weiteren Psalm lesen, in Psalm 80. Und dort geht es auch um Geschichte, allerdings ist dort der geschichtliche Teil eher eingebettet in eine andere Perspektive. Psalm 80 haben wir ein sogenanntes Zeugnis, ein Psalm von Asaf für den Vorsänger nach der Melodie „Lilien“. Er ist unglaublich poetisch und kraftvoll und schön. Wir lesen ab Vers 2: „Du Hirte Israels, höre, der du Josef führst wie Schafe.“ Josef und Israel sind parallel, natürlich. Und hier sehen wir Gott als unseren Hirten, der du thronst über den Cherubim. „Leuchte hervor!“ Das ist die Bundeslade, dort wo die Schechina-Herrlichkeit sich offenbarte über den Cherubim an der Bundeslade, dort war der Thron Gottes. Ein Gebet zu Gott, dem Hirten, der König ist, der Lade gemäß seinem Gesetz. „Erwecke deine Macht vor Ephraim, Benjamin und Manasse“ – Stämme Israels, stellvertretend sicherlich für das ganze Volk Israel – „und komme zu unserer Rettung! Oh Gott, stell uns wieder her und lass dein Angesicht leuchten, so werden wir gerettet!“ Eine Bitte um Wiederherstellung, eine Bitte um Erweckung, eine Bitte um Rettung. „Oh Herr, Gott der Heerscharen, wie lange noch raucht dein Zorn beim Gebet deines Volkes? Du speist sie mit Tränenbrot und tränkst sie mit einem großen Krug voll Tränen. Du machst uns zum Zankapfel für unsere Nachbarn, und unsere Feinde spotten untereinander.“ Asaf beschreibt hier einen desolaten Zustand des Volkes Gottes und bittet erneut um Rettung und Wiederherstellung in Vers 8: „Oh Gott der Heerscharen, stell uns wieder her und lass dein Angesicht leuchten, so werden wir gerettet!“ Und dann lesen wir in Vers 9 bis 12: „Einen Weinstock hast du aus Ägypten herausgebracht. Du hast die Heidenvölker vertrieben und ihn gepflanzt. Du machtest Raum vor ihm, dass er Wurzeln schlug und das Land erfüllte. Seine Schatten bedeckten, seinen Schatten bedeckte die Berge und seine Ranken die Zedern Gottes. Er streckte seine Zweige aus bis ans Meer und seine Schosse bis zum Strom.“ Es geht um den Auszug aus Ägypten, den Auszug Israels und die Landnahme Kanaans, dargestellt jetzt durch das poetische Symbol einer Weinstockverpflanzung. Der Weinstock ist aus Ägypten herausgerissen worden und in Kanaan eingepflanzt worden. Das Volk Israel ist ein Weinstock, weil sie ein Typus sind, auf den der sagen konnte in Johannes 15, Vers 1: „Ich bin der wahre Weinstock“, weil sie von Christus erlöst worden sind und mit Christus leben sollten. Und Christus ihr König und Hirte war, waren sie ein Weinstock. Wir haben dieses Bild vom Weinstock auch in Jesaja 5, wo das Volk Israel als der Weinstock beschrieben wird. Israel selbst ist ja, wie Jesaja 49 uns lehrt, Vers 3 und 6, ein Name von Jesus selbst. Er ist der wahre Israel, er ist das wahre Licht der Welt, er ist der wahre Weinstock, er ist der Sohn Gottes. Aber Israel ist auch ein Licht, soll das Licht für die Welt sein in Jesaja 60. Ein Weinstock, den Gott gepflanzt hat, und wir gleich sehen werden, auch ein Sohn. Das Land, das das Volk Israel sollte das Land einnehmen vom Mittelmeer bis zum Strom Euphrat. Deswegen heißt es hier, dass er seine Zweige ausstreckte vom Meer dann bis zum Strom. Das war Gottes Plan. Es geht also weniger um einzelne Details, einzelne Geschichtsfakten, sondern mehr um die große Perspektive: Was hatte Gott vor? Warum hat er sein Volk aus Ägypten geführt? Was hatte er vor? Es sollte ein Weinstock sein, ein Typus für den wahren Weinstock, für Jesus Christus. Aber wie war die Realität, wie war die Situation des Volkes? Wir lesen weiter ab Vers 13:

[48:55] „Warum hast du nun seine Mauer niedergerissen, dass alle ihn zerpflücken, die vorübergehen?“ Offensichtlich dringen die Heiden von außen herein, die Grenzen sind nicht bewacht, niedergerissen. „Der Eber aus dem Wald zerwühlt ihn“, ein Bild für die Unterdrückung durch heidnische Völker, „und die wilden Tiere des Feldes weiden ihn ab.“ Und wieder kommt diese Bitte um Wiederherstellung: „Oh Gott der Heerscharen, kehre doch zurück! Blicke vom Himmel herab und sieh und nimm dich dieses Weinstocks an, und des Setzlings, den du, den deine Rechte gepflanzt, des Sohnes, den du dir großgezogen hast.“ Die Israeliten waren nicht nur der Weinstock Gottes, sie waren auch der erstgeborene Sohn Gottes. Das geht zurück auf die berühmte Stelle in 2. Mose 4, Vers 22, als Gott zu Mose sagte: „Und du sollst zum Pharao sagen: So spricht der HERR: Israel ist mein erstgeborener Sohn.“ Jesus ist der wahre Sohn Gottes. Aber wer von Israel von Jesus erlöst wird, der ist auch Kind Gottes, Sohn und Tochter Gottes. Jesus ist der wahre Weinstock, aber wer von Jesus erlöst wird und in Jesus eingepfropft ist, der ist auch Weinstock. Jesus ist das Licht der Welt, aber Jesus sagt dem Volk Israel: „Mache dich auf, werde Licht!“ Und seinen Jüngern in der Bergpredigt: „Ihr seid das Licht der Welt.“ Jesus ist Israel, so sagt es ganz deutlich. Wir können vielleicht auch direkt hier noch mal lesen in Jesaja 49, und dort Vers 3 und er sprach zu mir: „Du bist mein Knecht, bist Israel, durch den ich mich verherrliche.“ Und dass es hier nicht um das Volk Israel geht, wird deutlich in Vers 6: „Ja, er spricht, es ist zu gering, dass du mein Knecht bist, um die Stämme Jakobs aufzurichten und die Bewahrten aus Israel wiederzubringen, sondern ich habe dich auch zum Licht für die Heiden gesetzt, damit du mein Heil seist bis an das Ende der Erde.“ Der, der beschrieben ist, ist der Erlöser, der für die ganze Welt das Evangelium bringt. Sein Name ist Israel. Und alle, die an ihn glaubten, waren Israeliten. Und alle, die heute an den Glauben sind, geistlich gesehen das wahre Israel. Und deswegen ist die Frage, die heute so oft diskutiert wird über die Rolle des politischen Landes Israels in der Heilsgeschichte, relativ irrelevant. Denn in der Bibel ist von Anfang bis Ende Israel der, der mit Christus verknüpft ist. Deswegen sagt der Paulus in Galater 3, Vers 29: „Wenn ihr bei Christus angehört, so seid ihr Abrahams Same und nach der Verheißung Erben.“ Psalm 80 beschreibt also die Geschichte Israels unter ganz bedeutsamen Symbolen: ein Weinstock und ein Sohn. Gott hat diesen Weinstock gepflanzt, er diesen Sohn großgezogen. Und jetzt heißt es hier in Vers 17 über den Weinstock: „Er ist mit Feuer verbrannt, er ist abgeschnitten. Vor dem Schelten deines Angesichts sind sie umgekommen. Deine Hand sei über dem Mann deiner Rechten, über dem Sohn des Menschen, den du dir großgezogen hast.“ Israel wird sogar als Sohn des Menschen, als Menschensohn hier bezeichnet, weil Menschensohn erstmal nichts weiter als ein Begriff für einen Menschen ist. Jesus ist aber dann der Sohn des Menschen. „So werden wir nicht von dir weichen. Belebe uns, so wollen wir deinen Namen anrufen.“ Wir brauchen heute auch eine Wiederbelebung, wir brauchen eine Erweckung. Wir sollen, müssen wieder verstehen, dass so wie die Israeliten in ihrer Geschichte eigentlich ein Typus auf Jesus sein sollten, auch wir in unserer eigenen persönlichen Geschichte und auch in unserer Adventgeschichte durch unsere Geschichte auf Jesus hinweisen sollen. Wir sollen Teil des Weinstocks sein, wir sollen das Licht der Welt sein, wir sind Söhne und Töchter Gottes. Wir sollen mit unserer Geschichte die Menschen auf Jesus verweisen. „Oh Herr, Gott der Heerscharen, stell uns wieder her, lass dein Angesicht leuchten, so werden wir gerettet.“ Wollen wir heute Gott bitten, dass er uns, unsere Familien, unsere Gemeinden, unsere weltweite Bewegung, die Adventbewegung, wiederherstellt, dass sie leuchtet, ein fruchtbarer Weinstock ist und als echte Kinder Gottes wieder der Welt zeigen, wie Jesus wirklich ist?

[54:08] Wollen wir am Ende noch einen kurzen Blick in Psalm 135 werfen, wo auch eine geschichtliche Tatsache in den Psalm eingewoben worden ist. Wir beginnen in Vers 1. Psalm 135 ab Vers 1: „Halleluja! Lobt den Namen des Herrn! Lobt ihn, ihr Knechte des Herrn, die ihr steht im Haus des Herrn, in den Vorhöfen des Hauses unseres Gottes. Lobt den Herrn, denn gütig ist der Herr. Lobt, singt seinem Namen, denn er ist lieblich. Denn er, denn der Herr hat sich Jakob erwählt, Israel zu seinem besonderen Eigentum. Denn ich weiß, dass der Herr groß ist, ja, unser Herr ist größer als alle Götter.“ Gott soll gelobt werden, weil er gütig ist, weil er Israel erwählt hat, weil er so groß ist und erhaben über alles das, was Menschen sich an Göttern ausgedacht haben. Und dann kommen Beweise für diese Feststellung in Vers 7. Vers 6 heißt es: „Alles, was dem Herrn wohlgefällt, das tut er im Himmel und auf Erden, in den Meeren und in allen Tiefen.“ Gott tut, er hat die Macht, das zu tun, was in seinen Augen gut ist. Das sieht man in der Natur. Vers 7: „Er lässt Dünste aufsteigen vom Ende der Erde. Er macht Blitze beim Regen und holt den Wind aus seinen Speichern hervor.“ Das sieht man aber auch in der Geschichte. Vers 8: „Er schlug die Erstgeborenen Ägyptens, vom Menschen bis zum Vieh. Er sandte Zeichen und Wunder in deine Mitte, Ägypten, gegen den Pharao und alle seine Knechte.“ Der Auszug aus Ägypten und die Plagen sind ein Beweis für die Kraft und Macht Gottes, für die er zu loben ist. Vers 10: „Er schlug große Nationen und tötete mächtige Könige: Sihon, den König der Amoriter, und Og, den König von Baschan, und alle Könige Kanaans. Und er gab ihr Land als Erbe, als Erbe seinem Volk Israel.“ Auch die Einnahme Kanaans, sowohl des Ostjordanlandes, wo die amoritischen Königreiche besiegt worden sind, als auch die kanaanitischen Könige dann im eigentlichen Kanaan, auch das ein historischer Beweis für die Kraft Gottes und ein Grund, ihn zu loben. Wir sehen also, dass sowohl die Natur als auch die Geschichte Gründe liefern, Gottes Größe, Güte, Macht, Stärke und Erwählung seines Volkes zu beweisen, zu sehen, und ihn deswegen zu loben. All das zu betrachten und ihm deswegen die Ehre zu geben. „Oh Herr, dein Name währt ewig, Herr, dein Gedenken bleibt von Geschlecht zu Geschlecht. Denn der HERR wird seinem Volk rechtschaffen und Mitleid haben mit seinen Knechten. Die Götzen der Heiden sind Silber und Gold, von Menschenhand gemacht. Sie haben einen Mund und reden nicht. Augen haben sie und sehen nicht. Ohren haben sie und hören nicht, auch ist kein Odem in ihrem Mund. Ihnen gleich sind die, welche sie machen, ein jeder, der auf sie vertraut.“ Die Götzen haben keine Macht in der Natur, sie haben keine Macht in der Geschichte. Aber der, dessen Macht in der Natur gesehen werden kann, dessen Macht in der Geschichte gesehen werden kann, ist der Gott der Bibel, der Gott Israels, unser Schöpfer und Erlöser. „Haus Israel, lobe den Herrn! Haus Aaron, lobe den Herrn! Haus Levi, lobe den Herrn! Die ihr den Herrn fürchtet, lobt den Herrn! Gelobt sei der Herr von Zion aus, er, der in Jerusalem wohnt! Halleluja!“ Lieber Freund, liebe Freundin, möchtest du diese inspirierten Berichte der Geschichte Gottes für dein persönliches Leben? Möchtest du aus diesen inspirierten Berichten der Geschichte des Volkes Gottes für dein persönliches Leben lernen? Möchtest du Gott loben dafür, dass er in der Geschichte sich mächtig erwiesen hat? Möchtest du in der Geschichte sehen, wie Gottes Handeln auf Jesus hinweist und wie die Geschichte seine Treue beweist und uns den Spiegel vorhält und unsere oftmalige Untreue anprangert und uns auffordert, zu Christus zu fliehen und um neue Gnade zu bitten? Erneuerung, Wiederherstellung, Erweckung. Denn Gott, dessen Treue unverbrüchlich ist, das beweist die Geschichte durch all die Jahrtausende, wird auch heute dein Gebet erhören und meine Gebete hören, wenn es aufrichtig ist und wenn wir von Herzen seine Gnade in Anspruch nehmen, dann wird der Gott, der das in all den Jahrhunderten immer wieder getan hat, auch heute tun. Lass uns aus der Geschichte lernen und diese Lektion unser persönliches Leben annehmen. Lass uns gemeinsam beten.

[59:00] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass du durch dein Wort zu uns gesprochen hast, dass wir die Geschichte kennenlernen dürfen und dass wir nicht einfach nur Fakten und Jahreszahlen lesen, sondern dass wir in diesen Psalmen deine Perspektive auf die Geschichte kennenlernen, dass wir die Geschichte sehen können durch die Augen des Evangeliums, aus der Perspektive des ewigen Bundes, dass wir deine Treue daran erkennen können, unsere Untreue. Herr, manchmal sieht die Geschichte aus wie ein Durcheinander von menschlichen Entscheidungen, die alle kreuz und quer gehen. Aber wenn wir durch dein inspiriertes Wort die Geschichte betrachten, dann sehen wir, wie du gewirkt hast, wie ein Rad ins andere greift, und auch wenn es für Menschen undurchdringbar ist, deine Pläne sich erfüllt haben. Herr, wir möchten dich bitten von ganzem Herzen, dass wir uns für deine Sicht der Geschichte interessieren. Das möchte ich für mein persönliches Leben in Anspruch nehmen. Und wir möchten aus der Geschichte lernen, damit wir die Geschichten, die die schlimmen Geschichten des Volkes Gottes nicht wiederholen, sondern deine Gnade gleich in Anspruch nehmen, bevor wir in den Fall geraten. Das bitten wir im Namen Jesu.

[1:00:33] Amen. Danke, dass ihr heute dabei gewesen seid. Wir werden das nächste Mal uns wieder mit Psalmen beschäftigen. Bis dann wünsche euch Gottes reichen Segen und viel Freude im Studium seines Wortes.

[1:00:53] [Musik] Amen.


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