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Dieses Video der „Christ Study Hour“ behandelt die fünfte Lektion der Psalmen-Serie: „Des Herrn Lied in fremdem Lande singen“. Ronny Schreiber beleuchtet, wie Gottes Volk in Leid und Verfolgung seine Klage vor Gott bringt und dennoch auf dessen Bundestreue vertraut. Anhand verschiedener Psalmen wird gezeigt, dass Gott auch in Zeiten des Gefühls der Verlassenheit nahe ist und zur Umkehr ruft, wobei Gläubige durch ein erneuertes Leben Zeugnis seiner Allmacht sein sollen. Die Lektion schließt mit der ermutigenden Botschaft, dass Gott sich niemandem entzieht, der ihn von Herzen sucht, selbst in den dunkelsten Stunden, ähnlich wie Christus am Kreuz.


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Serie: CSH 2024 Q1 - Die Psalmen

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Transkript

[0:33] Ein herzliches Willkommen zur Christ Study Hour! Wir sind im ersten Quartal 2024 und wollen uns heute mit der fünften Lektion beschäftigen, die da heißt: „Des Herrn Lied in fremdem Lande singen“. Es führt uns auch direkt zu unserem Merkvers, den wir in Psalm 137, Vers 4 finden. Dort heißt es: „Wie sollen wir ein Lied des HERRN singen auf fremdem Boden?“ Ich glaube, das ist etwas, was wir alle gut verstehen können. Damals hatten die Israeliten diesen Psalm oder diesen Vers gedichtet, als sie in babylonischer Gefangenschaft waren. Wie können wir hier an den Flüssen Babels stehen und hier Lieder des HERRN singen? Wie ist das möglich? Wie können wir in der Fremde unseren Gott loben, wo wir doch Heimweh haben und wo wir uns so von Gott verlassen fühlen? Nun, heute soll es ein bisschen um diese Psalmen gehen, denn das ist ja unser Oberthema in diesem Quartal. Wir wollen uns einige Psalmen angucken oder auch Teile davon und mal schauen, was es damit auf sich hat. Wie geht man damit um, mit diesem Leid, wenn man sich von Gott so verlassen fühlt, so ferne fühlt? Dazu wollen wir am Anfang, bevor wir uns den ersten Bibelvers anschauen, noch gemeinsam beten. Unser lieber Vater im Himmel, wir möchten Dir danken dafür, dass wir jetzt gemeinsam Dein Wort studieren können. Wir möchten Dich bitten, Herr, dass Dein Heiliger Geist jetzt bei uns ist, dass Du uns hilfst, dass wir alles in richtiger Weise verstehen. Amen.

[2:05] Nun, wir starten direkt mit unserem Sonntagsthema, das hieß ja „Die bösen Tage“. Und tatsächlich ist das etwas, was uns als Volk Gottes auch in Zukunft erwartet. Böse Tage gab es ja immer, auch seit Menschen auf Erden wohnen, also seit dem Sündenfall hat die Menschheit böse Tage erlebt und jeder von uns kennt diese. Nun wissen wir aber auch, dass in Zukunft die Tage noch schlimmer werden, denn die Bibel sagt, es wird eine Zeit geben, so schlimm, wie sie noch keine war. Nun, wenn die Tage nun schlimmer werden und Gottes Volk weltweit Verfolgung erfährt, dann sind die Worte des Psalmisten im Psalm 79 für uns vielleicht greifbar. Dort heißt es hier ab Vers 5: „Wie lange, oh HERR, willst du ewiglich zürnen? Soll dein Eifer wie Feuer brennen? Gieße deinen Grimm über die Heiden aus, die dich nicht kennen, und über die Königreiche, die deinen Namen nicht anrufen! Denn man hat Jakob gefressen und seine Wohnung haben sie verwüstet. Rechne uns nicht die Verschuldung unserer Vorväter an! Dein Erbarmen komme uns eilens entgegen, denn wir sind sehr geschwächt. Hilf uns, du Gott unseres Heils, um der Ehre deines Namens willen und rette uns und vergib uns unsere Sünden um deines Namens willen! Warum sollen die Heiden sagen: Wo ist nun ihr Gott? Lass unter den Heiden offenbar werden vor unseren Augen die Rache für das vergossene Blut deiner Knechte! Lass vor Dich kommen das Seufzen der Gefangenen! Bewahre durch deinen gewaltigen Arm die dem Tod Geweihten und vergilt unseren Nachbarn siebenfältig in ihren Schoß ihren Hohn, womit sie Dich, HERR, verhöhnt haben! Wir aber, dein Volk und die Schafe deiner Weide, wir wollen dir ewiglich danken und deinen Ruhm erzählen von Geschlecht zu Geschlecht.“

[3:54] Man kann sich vielleicht so ein bisschen damit hineinfühlen. Also der Psalmist, der trauert darum, dass Gottes Name verachtet wird, weil das Volk Gottes unter den Heiden leidet. Und ganz oft haben die Menschen gedacht: „Na ja, wenn Gottes Volk leidet, dann kann dieser Gott nicht besonders mächtig sein oder er liebt die Menschen nicht.“ Jedenfalls die Verfehlungen des Volkes, die oft in das Leid geführt haben, wurden oft Gott angerechnet. Und so haben ganz oft die Heiden gelästert und gesagt: „Euer Gott hat keine Macht, wir können euch als Volk bezwingen und ihr könnt uns nicht widerstehen, weil euer Gott ohnmächtig ist.“ Nun ist es so, dass Gott nicht vergessen hat einzugreifen. Nur Gott ist langmütig und er möchte die Menschen nicht strafen oder sogar umbringen für ihre Sünde und für ihre Treulosigkeit. Gott möchte viel mehr, dass die Menschen auf den guten Weg zurückkommen. Nun, um das zu machen, muss Gott ihnen Zeit gewähren, damit sie das Falsche einsehen und das Gute erkennen, damit sie ihren Weg verändern können. Und solange wie dieser Prozess läuft bei den Heiden, leidet Gottes Volk weiter. Und weil die Strafe sozusagen nicht direkt folgt, ist es ganz oft so, dass die Heiden deswegen übermütig werden. Also sie sehen, dass Gott nicht eingreift, scheinbar, verstehen aber nicht, dass es um ihretwillen ist, damit sie die Chance zur Umkehr haben. Und dadurch lästern dann einige noch mehr, und das tut natürlich den Gläubigen weh, wenn man sieht, wie Gottes Name gelästert wird, obwohl Gott es doch gut meint mit den Menschen und sie retten möchte.

[5:38] Nun, im Psalm 74, Verse 18 bis 22, dort lesen wir: „Gedenke daran, HERR, wie der Feind dich schmäht und wie ein schändliches Volk deinen Namen lästert! Gib die Seele deiner Turteltaube nicht dem Raubtierpreis und vergiss das Leben deiner Elenden nicht für immer! Schau hin auf den Bund! Denn die Schlupfwinkel des Landes sind voll Räuberhöhlen. Lass den Unterdrückten nicht beschämt davon gehen, sondern lass die Elenden und Armen deinen Namen preisen! Steh auf, oh Gott, führe deine Sache hinaus! Gedenke an die Schmach, die dir täglich von dem schändlichen widerfährt!“

[6:17] Es ist ziemlich bemerkenswert, dass es hier heißt: „Gib die Turteltaube nicht dem Raubtierpreis“ oder „Gib die Seele des Reinen nicht dem Unreinen preis“, als: „Verteidige dein Volk, achte auf die, die deinen Namen kennen.“ Und in dieser Bitte heißt es dann: „Schau hin auf den Bund.“ Und das macht sehr deutlich, dass trotz Angst und trotz Schwierigkeiten, Not, Kummer, Sorge, dass sich der Psalmist hier beruft auf den Bund, den Gott mit seinem Volk gemacht hat. Denn auch wenn die Menschen untreu sind und wenn die Menschen auf falsche Wege gehen, wird Gott doch niemals untreu. Und er beruft sich hier auf den Bund, den Gott mit den Menschen geschlossen hat. Und wenn wir uns erinnern an die Geschichte von Abraham, als Gott den Bund mit ihm machte, da ging Gott alleine durch diese Opfer. Also er hat den Bund in sich selbst versiegelt. Abraham ist nicht durch diese Opfertiere gegangen. Und so ruht der Bund auf Gottes Schultern. Und der Psalmist hier beruft sich darauf und sagt: „Herr, auf Dir liegt dieser Bund und an Deiner Treue hängt er. Und ich berufe mich auf Deine Treue in diesem Bund, dass Du Dein Volk nicht vergisst, sondern dass Du eingreifen wirst.“

[7:37] Gott wird für Recht sorgen. Nun, Gott wartet lange zu mit den Heiden, und er ist gnädig und langmütig, und er geht ihnen nach, und er versucht sie zu retten. Und ganz oft sehen die Menschen das nicht. Sie erkennen nicht, dass Gott ihnen nachläuft. Und weil sie keine Möglichkeit haben, Gott zu sehen und Gottes Langmut zu schauen und seine Liebe zu erkennen, ruft Gott uns, dass wir vor den Menschen ein gutes Zeugnis sein sollen. Ein Zeugnis durch seine Macht. Gott kann ja nicht – oder er kann schon, aber möchte ja nicht – er möchte die Menschen nicht schlagen für ihre Sünde, dass sie sterben. Seine Allmacht, also eingreifen und die Menschen vernichten, so können die Menschen als seine Allmacht nicht erkennen, weil er so nicht eingreift. Um Gottes Allmacht zu erkennen, ruft Gott jetzt sein Volk auf und sagt: „Stellt ihr ein neues Leben vor den Menschen dar!“ Also zeigt den Menschen, wie ein Leben im Neu mit einem neuen Herzen aussieht, damit die Menschen meine Allmacht in euch erkennen. Dann sehen sie das Gute und merken: „Diese Veränderung muss Gott hervorgebracht haben.“ Und so können wir die Allmacht Gottes den Menschen zeigen, nicht durch Gewalt und Mord, sondern durch ein erneuertes Herz. Und das ist das, was Gott von uns möchte in der ganzen Bibel, dass wir den Menschen ein Zeugnis sind.

[9:01] Und wir möchten noch einen Psalm lesen oder einen Teil davon, in Psalm 41, die Verse 2 bis 6. Dort heißt es: „Wohl dem, der sich des Armen annimmt! Der HERR wird ihn erretten zur bösen Zeit. Der HERR wird ihn bewahren und am Leben erhalten. Er wird glücklich gepriesen im Land. Ja, Du wirst ihn nicht der Gier seiner Feinde ausliefern. Der HERR wird ihn erquicken aus seinem Krankenlager. Du machst, dass es ihm besser geht, wenn er krank ist. Ich sprach: HERR, sei mir gnädig, heile meine Seele, denn ich habe gegen Dich gesündigt. Meine Feinde wünschen mir Unglück: Wann wird er sterben, dass sein Name untergeht?“

[9:44] Nun, so wie wir uns der Armen erbarmen, so erbarmt sich Gott auch über uns. Also so wie wir handeln, so wird Gott auch mit uns handeln. Also wird er auch mit uns umgehen. Sind wir böse, widerfährt uns ebenfalls Schlechtes, damit wir erkennen, dass es nicht gut ist. Sind wir ein Segen für andere, werden wir gesegnet. Denn „ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein“, das war die Grundlage dieses Bundes. Handeln wir also redlich, dann wird Gott Engel schicken, die uns bewahren auf unseren Wegen. Und selbst wenn durch Sünde Krankheit über uns gekommen ist, finden wir Hilfe bei Gott. Der Teufel wird niemals den Sieg über jemanden behalten, der seine Hilfe bei Gott sucht, und das sogar in der Stunde des Todes.

[10:36] Psalm 88 ist ein Stück, wenn wir dann lesen Verse 4 bis 13. Dort wird ein bisschen beschrieben, jemand, der wirklich dem Tod nah ist. Dort heißt es: „Denn meine Seele ist gesättigt vom Leiden, und mein Leben ist dem Totenreich nah. Ich werde schon zu denen gerechnet, die in die Grube hinabfahren. Ich bin wie ein Mann, der keine Kraft mehr hat. Ich liege unter den Toten, bin den Erschlagenen gleich, die im Grab ruhen, an die Du nicht mehr gedenkst und die von Deiner Hand abgeschnitten sind. Du hast mich in die unterste Grube gelegt, in die Finsternis, in die Tiefen. Auf mir lastet Dein Grimm, und Du bedrängst mich von allen Seiten. Du bedrängst mich mit all Deinen Wogen. Du hast meine Bekannten von mir entfremdet. Du hast mich ihnen zur Abscheu gemacht. Ich bin eingeschlossen und kann nicht heraus. Mein Auge ist verschmachtet vor Elend. Ich rufe Dich, HERR, täglich an, strecke meine Hände aus nach Dir. Wirst Du an den Toten Wunder tun, oder werden die Schatten auferstehen und Dich preisen? Wird man im Grab Deine Gnade verkünden, Deine Wahrheit im Abgrund? Werden Deine Wunder in der Finsternis bekannt, Deine Gerechtigkeit im Land der Vergessenheit?“

[11:52] Wie traurig das klingt! Oder sagt: „Ich bin dem Tode näher als dem Leben. HERR, gedenke doch meiner Bitte, erinnere Dich!“ Ich sehe da in diesen Zeilen dieses Psalmisten, die erinnern mich so ein bisschen an das, was Hiob erlebt hat. Er fühlte sich vom Leben abgeschnitten, von Gott verlassen, sagt: „HERR, wo bist Du? Irgendwie alle schauen auf mich und alle sehen, wie ich am Boden liege, und ich suche Hilfe bei Dir, aber ich finde sie nicht. Ich gehöre eigentlich schon zu den Toten, obwohl ich noch lebe.“

[12:25] Und jetzt sehen wir etwas Fantastisches. Es war in der Lektion der Psalm 102 angegeben, und es wurde in der Lektion gesagt, dass wir den Psalm 102 und die Verse 3 bis 5 und 11 uns anschauen sollen. Das können wir machen. Wir werden gleich so einen interessanten Wechsel sehen. Also Psalm 102, Verse 3 bis 5 und 11. Da heißt es: „Verbirg dein Angesicht nicht vor mir am Tag meiner Not! Neige dein Ohr zu mir an dem Tag, da ich rufe! Erhöre mich eilens! Denn meine Tage sind in Rauch aufgegangen, und meine Gebeine glühen wie ein Brand. Mein Herz ist geschlagen und verdorrt wie Gras. Ich habe vergessen, mein Brot zu essen.“ Vers 11: „Wegen deines Grimms und deines Zorns, denn Du hast mich aufgehoben und hingeschleudert.“

[13:17] Wie traurig! „Verbirg dein Angesicht nicht am Tag meiner Not“, sagt er hier, und es klingt so, als ob er im tiefsten Elend ist und von Gott Hilfe sucht. Und vielleicht ist euch aufgefallen, als ihr studiert habt, dass wenn ihr den Psalm zu Ende lest und den nächsten Psalm lest, und zwar exakt die gleichen Verse, das ist wie eine Antwort auf diese Bitte und auf dieses Flehen.

[13:46] Nun, wir gehen also von Psalm 102 jetzt zu Psalm 103, und wir lesen die gleichen Verse, also auch wieder 3 bis 5 und 11. Und dann schaut mal die Antwort, die wir da lesen, gleichen Verse, ein Psalm weiter. Hier heißt es: „Der dir alle deine Sünden vergibt und heilt alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderber erlöst, der dich krönt mit Gnade und Barmherzigkeit, der dein Alter mit Gutem sättigt, dass du wieder jung wirst wie ein Adler. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, so groß ist seine Gnade über denen, die ihn fürchten.“

[14:20] Was für eine Antwort! „Verbirg dein Angesicht nicht vor mir“, und die Antwort ist: „Ich vergebe dir all deine Sünden, ich bin bei dir, ich bin dir nah.“ Also der Psalmist, der ist dem Tode nah, sagt: „Bitte, HERR, hilf mir!“ Und es ist für uns gut, wenn wir in gleichen Situationen sind, dass wir sehen, okay, da waren Menschen vor uns, denen ging das ganz genauso. Und dann zu verstehen: „HERR, wie nah bist Du uns denn? Vergibst Du uns unsere Schuld, wenn wir sie zu Dir bringen? Wirst Du eingreifen in unsere Not?“ Und dann einfach den nächsten Psalm zu lesen und sagen: „Danke, HERR, dass Du treu bist! Deine Gnade ist immer da und sie ist groß für uns. Du möchtest uns helfen, Du möchtest uns retten.“

[15:06] Selbst wenn wir dem Tode nah sind, dürfen wir immer noch uns auf Gottes Gnade berufen, und er wird sich niemandem entziehen, der ihn wirklich vom Herzen sucht. Wenn du Gott von ganzem Herzen suchst, wird er sich auch von dir finden lassen, das hat er versprochen. Gott verbirgt sein Angesicht nicht vor irgendeinem bekümmerten und reuevollen Herzen. Wenn ein Mensch zu Gott kommt, erkennt, dass sein Leben nicht gut war, dass er vielleicht gesündigt hat, dass er schlimme Wege gelaufen ist und sagt: „HERR, jetzt habe ich die Erkenntnis, und obwohl mein Leben kaputt ist und obwohl ich vielleicht krank bin und dem Tode nah, so weiß ich doch, ich bin den falschen Weg gegangen, und ich möchte Dich bitten: Vergib mir meine Schuld!“, und Gott wird es tun. Er wird zu seinem Wort stehen und er wird den Menschen annehmen.

[15:55] Nun, manchmal spüren wir Gottes Nähe nicht, und wir fühlen uns so ganz weit weg von ihm. Wir fragen uns, ob wir von Gott verlassen sind. Nun, die Söhne Korachs beschreiben diesen Hunger und diesen Durst nach dem lebendigen Brot und dem lebendigen Wasser im Psalm 42 mit sehr poetischen Worten. Da beschreiben sie, wie es sich anfühlt, wenn Gott so fern ist, wenn man ihn nicht sieht, wenn man diese Nähe nicht spürt. Und sie besingen das in diesem Psalm. Und ich möchte mal aus Psalm 42, Vers 2, 3 und 4 vorlesen. Sie sagen: „Wie ein Hirsch lechzt nach Wasserbächen, so lechzt meine Seele, oh Gott, nach Dir! Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich kommen und vor Gottes Angesicht erscheinen? Meine Tränen sind meine Speise bei Tag und bei Nacht, weil man täglich zu mir sagt: Wo ist nun dein Gott?“

[16:53] Die Söhne Korachs besingen das hier und sagen, es ist, als wenn man nach Wasser lechzt, als wenn die Seele vertrocknet, wenn man Gottes Nähe nicht spüren kann. Es ist so schlimm und so trostlos. Und ich glaube, viele von uns haben genau das schon erlebt, dass es Zeiten in unserem Leben gab, wo wir merken: „Irgendwie Gott ist nicht da. Mir fehlt diese Freude im Leben, mir fehlt dieser Frieden in meinem Herzen, diese Ruhe, die nur Gott gibt.“ Wir sehnen uns nach der Nähe Gottes, aber wir fühlen uns so verlassen. Aber doch ist Gott nicht weit weg von uns. Er hat uns nicht verlassen, er hat ja versprochen, dass er bis zum Ende der Welt bei uns ist. Und in solchen Situationen tun wir gut daran, an unseren Herrn Jesus Christus zu denken. Als er damals am Kreuz starb, da fühlte er sich vom Vater verlassen. Er konnte Gott nicht mehr sehen, da war eine riesige Wand aus Sünde, die ihn von Gott trennte. Und doch hatte Gott ihn nicht verlassen. Der Vater war bei ihm, selbst in dieser Stunde höchster Not. Aber es war eine Wand zwischen beiden. Christus fühlte seinen Vater nicht mehr, und das war eigentlich das Schlimmste, was er hätte erleben können. Psalm 22, Vers 2 drückt das aus. Dort heißt es: „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen? Warum bleibst Du fern von meiner Rettung, von den Worten meiner Klage?“ „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“, eben jene Worte aus Psalm 22 lesen wir dann auch später im Evangelium, als Christus am Kreuz hängt und sagt: „Warum hast Du mich verlassen? Wo bist Du?“ Er ruft nach seinem Vater. Und ich möchte mal von Ellen White lesen, aus der „Schatzkammer der Zeugnisse“, Band 1, Seite 29: „Zweifel überfielen den mit dem Tode ringenden Sohn Gottes, denn er vermochte nicht durch die Pforten des Grabes hindurchzuschauen. Keine strahlende Hoffnung sagte ihm, dass er als Sieger aus dem Grabe hervorgehen und dass sein Opfer von seinem Vater angenommen würde. Die Sünde der Welt wurde von Gottes Sohn in all ihrer Schrecklichkeit aufs Tiefste empfunden. Die einzige Erkenntnis, die ihn in dieser unbegreiflichen Finsternis durchdrang, war das Missfallen des Vaters an der Sünde und deren Vergeltung durch den Tod. Ihn erfasste die Befürchtung, sein Vater könnte die Sünde so sehr verurteilen, dass er sich mit seinem Sohn nicht aussöhnen würde. Der versuchliche Gedanke, dass sein Vater ihn für immer verlassen haben könnte, ließ ihn am Kreuz jenen durchdringenden Schrei ausstoßen: ‚Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?‘“

[19:40] Ich glaube, nichts, was du und ich erleben können in dieser Welt, kommt dieser furchtbaren Qual gleich, die Christus am Kreuz empfand, als er das Gefühl hatte, die Nähe des Vaters verloren zu haben. Aber im Kleinen geht es uns manchmal ähnlich, wenn wir in Angst und Not göttlichen Beistand erflehen, aber ihn einfach nicht sehen, die Nähe Gottes nicht fühlen und kein Eingreifen Gottes in unserem Leben finden.

[20:07] Nun, in den Psalmen finden wir so eine ganze Anzahl von Stellen, wo Menschen dieses Gefühl auf verschiedene Art und Weise umschreiben. Aber wir können uns immer daran erinnern, dass Gott niemanden von uns fern ist. Manchmal trennen uns unsere Sünden von Gott, also wie so eine Wand, wie ein Vorhang, wie bei Christus am Kreuz. Aber Gott selber ist nicht fern. Er hört uns, und er hört uns auch, wenn wir mit ihm reden. Aber ich möchte mal eine Reihe von Psalmen, so kleine Teile daraus, vorlesen, um so ein Gefühl davon zu bekommen, wie das in der Bibel beschrieben wird. Ich beginne mit Psalm 63 und lese dort Vers 2: „Oh Gott, Du bist mein Gott, früh suche ich Dich! Meine Seele dürstet nach Dir.“

[20:50] ich dich. Meine Seele dürstet nach dir, mein Fleisch schmachtet nach dir in einem dürren, lächzenden Land ohne Wasser. Also ganz ähnlich, wie auch die Söhne Korachs das beschrieben haben. Es ist so, als fehlt mir das Wasser, das Wasser des Lebens, das mir Kraft gibt.

[21:05] Psalm 69, Verse 2 bis 4: Hilf mir, oh Gott, denn die Wasser stehen mir bis an die Seele. Ich bin versunken in tiefem Schlamm und habe keinen Stand. Ich bin in tiefes Wasser geraten und die Flut überströmt mich. Ich bin müde von meinem Schreien, meine Kehle ist vertrocknet, meine Augen sind verschmachtet im Harren auf meinen Gott.

[21:28] Sehr bemerkenswert, oder? Meine Kehle ist vertrocknet, aber die Wasser und die Fluten stehen mir bis an die Seele. Ich habe keine Hoffnung mehr, ich sehe keinen Ausblick aus meiner Situation und ich sehne mich so sehr nach einer Verheißung Gottes, nach einem Wort, nach einer, dass Gott in meiner Nähe ist, dass er mir beisteht, und ich finde es nicht.

[21:51] Psalm 10, Vers 12: Steh auf, oh Herr, erhebe, oh Gott, deine Hand, vergiss die Elenden nicht.

[22:02] Psalm 27, Vers 9: Verbirg dein Angesicht nicht vor mir, weise deinen Knecht nicht ab im Zorn. Meine Hilfe bist du geworden, verwirf mich nicht und verlass mich nicht, du Gott meines Heils.

[22:11] Und abschließend noch Psalm 39, Vers 13: Herr, höre mein Gebet und vernimm meinen Schrei, schweige nicht zu meinen Tränen, denn ich bin ein Fremdling bei dir, ein Gast wie alle meine Väter.

[22:32] Nun, wie viele Menschen haben sich in so einer Situation nach einem guten Wort Gottes gesehnt? Wie oft haben wir in solchen Situationen in unserem Leben die Bibel aufgeschlagen und haben nach einer Erbauung gesucht, ein Wort Gottes, das in unser Leben passt?

[22:44] Nun, viele Menschen vor uns und Generationen vor uns, auch sie hatten in der Bibel studiert und viele Verse auch auswendig gelernt. Und einige Verse lohnen sich für uns, also sind von besonderer Bedeutung für uns, diese auswendig zu lernen, eben Verse, die uns in dunklen Tagen Trost geben.

[23:05] Ich glaube, einer dieser Verse, der vielen Menschen in der ganzen Geschichte Trost gegeben hat, ist in Psalm 23 zu finden. Dort heißt es unter anderem: „Und wenn ich auch wanderte durchs Tal der Todesschatten, so fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir.“

[23:24] Und selbst wenn ich dem Tode nahe bin, ich brauche mich nicht zu fürchten, denn du bist bei mir. So ähnlich muss doch Jesus Christus am Kreuz gegangen sein.

[23:37] Er geht auf den Tod zu und er sagt: Ich kann es, weil mein Heil nicht sehen, denn die Sünde verbirgt das Angesicht Gottes vor mir. Aber im Glauben weiß ich, dass du mir helfen wirst. Du bist bei mir, du bist mir nah und du gehst mit mir zusammen durch dieses Tal der Todesschatten. Du bist bei mir. Und das ist etwas, das müssen wir uns sagen in solchen Situationen, denn es ist Gottes Versprechen: Ich werde bis zum Ende der Welt bei euch sein.

[24:10] Nun, was können wir eigentlich tun, wenn uns an bösen Tagen keine Ruhe geschenkt ist, wenn unsere Gedanken sich im Kreis drehen und wir uns sogar vielleicht nachts wachhalten, wenn uns der Mut fehlt und wir uns von Gott verlassen fühlen?

[24:26] Nun, die Bibel gibt uns hierfür einen ganz besonderen Rat, und es lohnt sich, diesen Ratschlag, den die Bibel gibt, im Herzen zu bewahren, ganz besonders für böse Tage, die noch kommen werden.

[24:36] Was sagt Gott uns? Und es ist so eine Erfahrung, die wir in Psalm 77 lesen.

[24:48] Dort macht jemand auch die Erfahrung, dass er sich so weit weg von Gott fühlt, aber dann erklärt, was dann zu tun ist. Und das lese ich mal vor, Psalm 77:

[25:00] „Ich rufe zu Gott und will schreien, zu Gott rufe ich, und er wolle auf mich hören. Zur Zeit meiner Not suche ich den Herrn. Meine Hand ist bei Nacht ausgestreckt und ermüdet nicht. Meine Seele will sich nicht trösten lassen. Denke ich an Gott, so muss ich seufzen. Sinne ich nach, so ermattet mein Geist. Du hältst meine Augenlider offen, ich werfe mich hin und her und kann nicht reden. Ich gedenke an die alte Zeit, an die Jahre der Urzeit. Ich gedenke an mein Saitenspiel in der Nacht. Ich sinne in meinem Herzen nach und es forscht mein Geist: Wird denn der Herr auf ewig verstoßen und niemals wieder gnädig sein? Ist denn ganz und gar aus mit seiner Gnade und ist die Verheißung zunichte für alle Geschlechter? Hat denn Gott vergessen, gnädig zu sein und im Zorn seine Barmherzigkeit verschlossen? Und ich sage: Ich will das erleiden, die Änderung, welche die rechte Hand des Höchsten getroffen hat. Ich will gedenken an die Taten des Herrn, ja, ich gedenke an die Wunder aus alter Zeit und ich sinne nach über alle deine Werke und erwege deine großen Taten. Oh Gott, dein Weg ist heilig. Wer ist ein so großer Gott wie du, oh Gott? Du bist der Gott der Wunder, du hast deine Macht erwiesen an den Völkern. Du hast dein Volk erlöst mit deinem Arm, die Kinder Jakobs und Josefs. Als dich, oh Gott, die Wasser sahen, als dich die Wasser sahen, da brausten sie, ja, das Meer wurde aufgeregt. Die Wolken gossen Wasser aus, es donnerte im Gewölk und deine Pfeile fuhren daher. Deine Donnerstimme erschallte im Wirbelwind, Blitze erhellten den Erdkreis, die Erde erbebte und zitterte. Dein Weg führt durch das Meer und dein Pfad durch gewaltige Fluten, und deine Fußstapfen waren nicht zu erkennen. Du führtest dein Volk wie eine Herde durch die Hand von Mose und Aaron.“

[26:57] Nun, was war die Lösung des Psalms? Hier sagt er: Ich fühle mich so weit weg von Gott, ich kann nicht schlafen, meine Gedanken drehen sich im Kreis, ich fühle mich so elend. Aber dann findet er die Lösung darin, man sagt: Ich will an das gedenken, was Gott in der Vergangenheit getan hat, also an die Geschichte, die Gott mit seinem Volk gegangen ist.

[27:15] Wir denken also zurück an das, was wir kennen aus der Bibel: Wie hat Gott sein Volk geführt? Obwohl es seine Gnade nicht verdient hat, war sein Volk nah und hat immer gekämpft, um sein Volk in den nächsten Schritt zu bringen. Sein Volk war oft im Elend, war oft in Not, es war eine sorgenvolle Zeit, aber Gott hat sein Volk nicht vergessen.

[27:37] Und es ist für uns wichtig, dass wir diese Schritte, die Gott mit seinem Volk gemacht hat, in der Bibel sehen, aber auch in der Geschichte danach, also die Jahre, nachdem die Bibel geschrieben wurde, und vor allem auch die Zeit in unserem eigenen Leben. Hat Gott uns nicht bis hierhin geholfen? War Gott nicht bis hier da in unserem Leben?

[27:56] Dass wir uns in solchen Situationen an das erinnern, was wir schon von Gott wissen, dass diese Dinge nicht in Vergessenheit geraten, sondern dass die Erfahrung und die Erlebnisse, die wir mit Gott gemacht haben, uns in der Stunde der Prüfung und der Not Kraft geben, dass wir uns erinnern daran, dass Gott Liebe ist.

[28:14] Und wir wissen schon, dass in kurzer Zeit eine Finsternis über die ganze Welt kommen wird, wie es noch keine gab. Auf diese Zeit möchte Gott uns heute schon vorbereiten. Er möchte, dass wir Erfahrung mit ihm sammeln, dass wir also auch durch Täler durchgehen und uns auf Gottes Verheißung berufen.

[28:33] Gerade in Stunden höchster Not, gerade da können wir im Glauben vorangehen. Wir können dann nicht unseren Glauben verlieren an sein Eingreifen, an sein Handeln in unserem Leben. Wir können dann festhalten unserem Glauben, und das, was wir hier schon im Kleinen machen in der Zeit der Vorbereitung, das wird uns in kürzester Zeit, wenn die schlimme Zeit anbricht, die große Trübsal, die kleine Trübsal anbricht, dann wird es uns dienlich sein.

[29:06] Und wir alle warten darauf, wir alle warten darauf, dass Gott endlich diese Welt von Sünde befreit. Im Psalm 94, Verse 3 bis 7, da heißt es: „Wie lange sollen die Gottlosen, oh Herr, wie lange sollen die Gottlosen frohlocken? Sie halten viele und freche Reden, stolz überheben sich alle Übeltäter. Dein Volk, oh Herr, zertreten sie und unterdrücken dein Erbteil. Witwen und Fremdlinge erwürgen sie und ermorden Waisen. Und dann sagen sie: Der Herr sieht es nicht, und der Gott Jakobs achtet nicht darauf.“

[29:46] Nun, sie werden übermütig: Gott sieht es nicht, wir brauchen uns nicht zu fürchten, denn Gott schaut ja weg. Wie oft sehen wir das in der Welt heute? Die Menschen, obwohl sie vielleicht Gottes Wort kennen und obwohl sie wissen, dass dort ein allmächtiger Gott im Himmel ist, sagen sie: Na ja, er sieht über diese ganzen Dinge hinweg. Und auch wenn ich mich ja vielleicht bereichere, wenn ich jemanden übervorteile, wenn ich jemanden Böses tue, wenn ich sogar Waisen ermorde – meint, wenn ich mich also bereichere, dass kein Geld mehr da ist, um die Witwen und die Waisen zu versorgen, dann ermorde ich sie eigentlich. Also, wenn ich mich nur um mich selbst kümmere, Gott wird das schon nicht sehen, er wird da Verständnis für haben. Aber so ist es nicht.

[30:26] Nun, jetzt, wenn wir diese Dinge sehen, dann geht es uns manchmal so, dass wir zornig werden, und dass, wenn wir so viel Unrecht sehen in der Welt, dass wir sagen: Wenn Gott nicht eingreift, greife ich eben ein. Wenn Gott so langmütig ist und noch wartet, dann schlage ich eben dazwischen.

[30:42] Aber Psalm 37, Verse 1 und 8, sagen uns: „Erzürne dich nicht über die Bösen und ereifere dich nicht über die Übeltäter. Steh ab vom Zorn und lass den Grimm, erzürne dich nicht, es entsteht nur Böses daraus.“

[30:57] Also manchmal werden wir ungeduldig und sagen: Hier muss jetzt jemand eingreifen! Und wenn wir anfangen, selber in Zorn zu geraten über die Ungerechtigkeit, die wir sehen, dann sagt die Bibel: Sei vorsichtig, da entsteht nur wieder Böses daraus.

[31:13] Das Gericht und der Rechtsstreit, das ist Gottessache. Ich möchte von Ellen White vorlesen im Buch „Diener des Evangeliums“, Seite 411 und 412, also ein Teil davon, schreibt White:

[31:24] „Wenn ungeduldige Worte zugeredet werden, so antworte niemals in demselben Geist. Gedenk daran, dass eine lindernde Antwort den Zorn stillt. Im Schweigen liegt eine wunderbare Macht. Worte, die man einem Zornigen manchmal auch noch in gleicher Erregung zur Antwort gibt, dienen oft nur dazu, es noch schlimmer zu machen. Tritt man aber dem Zorn mit Stillschweigen entgegen, in einer sanften, rücksichtsvollen Weise, so endet er bald unter einem Sturm kränkender, tadelnder Worte. Haltet den Geist auf das Wort Gottes gerichtet. Lasst Geist und Herz mit den Verheißungen Gottes erfüllt sein. Wenn ihr schlecht behandelt oder Unrecht beschuldigt werdet, so wiederholt für euch die köstlichen Verheißungen, anstatt auch eine zornige Antwort zu geben. Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird es wohlmachen und wird deine Gerechtigkeit hervorbringen wie das Licht und dein Recht wie den Mittag.“

[32:42] Hier zitiert Ellen White einen Psalm, Psalm 37, sagt: Lass es nicht darauf ankommen, wenn die Menschen um dich rum zornig werden. Lass dich nicht anstecken von ihnen, sonst fängst du auch an, zornig zu werden, und deine Gerechtigkeit zerbricht das Gewand, das Gott dir geschenkt hat. Es geht kaputt, es nimmt Flecken an, es wird besudelt.

[32:59] Nun, wir tun immer gut daran, gerade in solchen Situationen, je schlimmer die Zeit wird, unseren Blick nur noch fester auf Gott zu richten. Er ist der, bei dem wir Hilfe finden, und in seiner Gegenwart werden wir auch ermutigt.

[33:13] In ihm haben wir Frieden, wir brauchen keine Menschen fürchten, denn Menschen sind machtlos. Sie können den Herrn nicht zwingen, das eine oder das andere zu tun. Wir können im Gebet den mächtigen Arm Gottes bewegen, und er hört uns, wenn wir zu ihm reden.

[33:32] Im Psalm 49, dort heißt es in Versen 6 bis 8: „Warum sollte ich mich fürchten zur bösen Zeit, wenn mich die Missetat meiner Verfolger umringt? Sie verlassen sich auf ihr Vermögen und prahlen mit ihrem großen Reichtum. Und doch vermag kein Bruder den anderen zu erlösen, er kann Gott das Lösegeld nicht geben.“

[33:50] Nun, warum sollte ich mich fürchten vor Menschen? Das anders übersetzen würde, hieße es: Der Mensch kann dir doch nichts vorenthalten, um dir das ewige Leben zu nehmen, denn der Mensch kann nichts tun für die Erlösung. Er kann dir Angst machen, er kann dich ärgern, er kann dich vielleicht sogar umbringen, aber er kann das ewige Leben nicht nehmen. Das alles liegt in Gottes Hand.

[34:11] Und hier finden wir Kraft und Trost im Gebet. Deswegen ist es so wichtig für uns, die wir in dieser Zeit in dieser Welt leben, dass nichts zwischen uns und Gott steht.

[34:27] Nun, es kann passieren, dass Sünde ins Leben kommt, dass man irgendwo ausrutscht und vielleicht fällt. Aber dann ist es an uns, zu Gott zu kommen, ihm diese Sünde zu bekennen und zu sagen: Das war in meinem Leben, ich bitte dich, nimm alles von mir, was mich von dir trennt, alles, was zwischen uns ist, damit mein Blick nicht von dir abgehalten wird.

[34:47] Und es ist, das ist wichtig für uns, also unser Gewissen rein zu bewahren, damit wir diese Gottesferne nicht spüren müssen, damit wir dieses reine Herz vor ihm haben.

[34:58] Petrus schreibt in seinem ersten Brief, Kapitel 1, Vers 17: „Und wenn ihr den als Vater anruft, der ohne Ansehen der Person richtet nach dem Werk jedes Einzelnen, so führt euren Wandel in Furcht, solange ihr euch hier als Fremdlinge aufhaltet.“

[35:15] Nun, Petrus sagt uns, wir sollen unseren Wandel in Furcht führen, solange wir als Fremdlinge auf diesem Planeten leben. Und wir sind tatsächlich in einem fremden Land.

[35:27] Wie sollen wir Gottes Lieder singen in einem fremden Land? Nun, dieser Planet ist – das ist nicht unsere Welt. Unsere Welt ist das neue Jerusalem, wir warten auf die Stadt, die die Grundfesten hat wie Abraham.

[35:41] Wir leben aber noch in dieser Welt, und in dieser Welt herrscht Elend. Und die Frage ist: Wie können wir hier Loblieder singen? Na ja, wie können wir das tun? Was haben wir gelernt in diesem Abschnitt? Indem wir uns an Gottes große Taten erinnern, die er in der Vergangenheit gemacht hat mit seinem Volk und in unserem Leben.

[36:00] Und so können wir in dieser Zeit, in der wir hier leben, die 70, 80 Jahre, wie viel uns der Herr auch schenkt, in dieser Zeit können wir durch unsere Erinnerung an Gottes große Taten ihn loben und preisen. Und das wiederum wird unseren Glauben aufbauen und uns stärken für die Zeit, die vor uns liegt.

[36:21] So mögen wir alle in Jesus Christus unseren Trost und unsere Hilfe finden, denn wir wissen, wir sind zwar in einem fremden Land, aber wir sind niemals von Gott verlassen. Manchmal fühlen wir uns vielleicht fern von ihm, aber Gott ist niemandem von uns fern.

[36:33] Und wir können überall, wo wir sind, mit ihm reden, und unsere Worte kommen vor den Thron Gottes. Gott hat verheißen, dass er uns nicht verlassen wird bis an das Weltende, und auf diese Verheißung können wir uns immer berufen, selbst in der Fremde, in der wir sind, bis wir eines Tages nach Hause kommen.

[36:53] Amen. Lasst uns noch ein Gebet zum Abschluss haben.

[37:04] Unser lieber himmlischer Vater, wir sind dir dankbar dafür, dass wir deine Verheißung haben, dass du uns nicht verlassen wirst. Du wirst bei uns, Herr, und du gibst uns nicht auf, du kämpfst für uns jeden Tag. Einiges davon ist sichtbar, vieles ist unsichtbar, aber wir wissen, Herr, dass du dich um uns sorgst, dass du bemüht bist, uns zu erlösen und dass du jeden annimmst, der zu dir kommt. Lieber Vater, bei dir ist nichts unmöglich. Du kennst unser Leben, du weißt, wo unsere Herzen heute stehen. Wir möchten dich bitten, Herr, führe du uns auf geradem Weg um deines Namens willen, damit wir ein Zeugnis sind für alle Völker, damit die Menschen in uns deine Liebe und deine Allmacht sehen und auch ihr Leben dir geben, damit auch sie eines Tages mit uns auf den goldenen Straßen von Jerusalem wandeln. Wir danken dir dafür im Namen Jesu.

[37:57] Amen. Ihr Lieben, danke, dass wir gemeinsam dieses Thema studieren konnten. Ich möchte auch ganz herzlich einladen für die nächste Woche, wenn wir uns mit dem sechsten Kapitel beschäftigen. Bis dahin alles Gute, Gottes Segen und ein schönes Studium und vor allem einen schönen Sabbat. 3. Februar sprechen wir über eben dieses Thema. Gottes Segen.


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