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Manuskript zur Sendung    >>>CSH_Manuskript_2024 2nd Nr 4<<<

In dieser vierten Folge der CSH-Serie „Vom Schatten zum Licht“ widmet sich Christopher Kramp dem Thema „Für die Wahrheit einstehen“. Basierend auf den Kapiteln 4-6 des gleichnamigen Buches, beleuchtet er die Rolle der Waldenser, John Wycliff und Jan Hus als Vorreformatoren. Der Vortrag taucht tief in die Prophetie Daniels 7 ein, um die Merkmale des „kleinen Horns“ zu identifizieren und dessen historischen Aufstieg im Kontext des römischen Kirchenstaates zu analysieren. Dabei werden biblische Definitionen von Gotteslästerung und die Versuche, Gottes Gesetz zu ändern, detailliert untersucht.


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Serie: CSH 2024 Q2 - Vom Schatten zum Licht

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Transkript

[0:05] [Musik] [Applaus]

[0:35] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour hier auf www.julmedia.de. Ein herzliches Willkommen gilt doch allen Zuschauern, wie immer auf dem Sender, zur vierten Folge unserer CSH-Serie "Vom Schatten zum Licht", basierend auf dem gleichnamigen Buch, einem weltberühmten und großartigen Buch, das die Geschichte der christlichen Kirche über die letzten ungefähr 2000 Jahre aus der Perspektive des Himmels nachzeichnet. Und wir wollen uns auch heute mit biblischen Versen und mit historischen Fakten auseinandersetzen, um zu sehen, wie der große Kampf zwischen Christus und Satan, zwischen Gottes Liebe und der Sünde, zwischen Licht und Finsternis – und das ist ja diesen Kampf geht es ja – wie dieser Kampf sich in der Geschichte der Christenheit widerspiegelt und dort zum Tragen gekommen ist.

[1:44] Heute wollen wir uns unter dem Titel "Für die Wahrheit einstehen", basierend auf den Kapiteln 4, 5 und 6 im Buch "Vom Schatten zum Licht", das sind die Kapitel insbesondere über die Waldenser, über Wycliff und seine Lehren und über Jan Hus und Hieronymus von Prag. Wir wollen uns damit vorbereiten auf das Bibelgespräch am 27. April. Und bevor wir in das Bibelstudium und das Studium der Geschichte hineintauchen, wollen wir Gott bitten, dass er unser Denken so führt und so leitet, dass wir die Wahrheit erkennen, wie sie in Jesus Christus ist. Das bitten wir, oder wollen wir gemeinsam Gott bitten. Und dazu lade ich dich, lieber Freund, liebe Freundin, ein zum ersten Anfangsgebet. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen. Danke, dass du uns in deinem Wort die Wahrheit offenbarst und dass wir in der Geschichte sehen können, wie deine Prophezeiungen tatsächlich eingetroffen sind. Und Herr, das stärkt unseren Glauben. Und wir möchten dich bitten, dass wir heute durch das Studium in unserem Glauben gestärkt werden, dass wir dich besser kennenlernen, das Wort besser kennenlernen und erbaut werden, herausgefordert werden und gestärkt werden in der Überzeugung, fest an dir zu halten. Herr, bitte halte alles Störende fern und gib, dass wir deine Stimme zu unserem Herzen hören und das Evangelium ganz persönlich für uns schätzen als einen unschätzbaren Wert, einen Schatz, den wir festhalten wollen. Herr, danke, dass du uns lieb hast. Wir haben dich auch lieb. Im Namen Jesu. Amen.

[3:41] Wir wollen beginnen unser Studium in Daniel Kapitel 7. Wir haben das letzte Mal uns beschäftigt mit dem Abfall in der christlichen Kirche, der ab dem vierten Jahrhundert ein rasantes Tempo angenommen hat und zur Entstehung der römischen Kirche geführt hat und dem Papsttum. Wir wollen diesen Gedanken noch einmal aufgreifen, noch einmal ein paar Verse etwas genauer auch historisch unter die Lupe nehmen, weil sie den historischen Hintergrund dann bilden, vor dem das Wirken der sogenannten Vorreformatoren, das heißt derjenigen, die die biblische Wahrheit und das Evangelium hochgehalten haben im Vorfeld der Reformation durch Martin Luther, also durch das Mittelalter hindurch und dann hinführen zur Reformation. Das ist das Wirken der Vorreformatoren, wie sie manchmal genannt werden. Ihr Handeln und ihr Wirken kann besser verstanden werden, wenn wir uns noch einmal prophetisch auch mit der sogenannten Macht des Antichristen, des kleinen Hornes, beschäftigen.

[4:52] Wir wollen beginnen in Daniel 7. Dort sind vier Weltreiche genannt: Babylon, Medien, Griechenland und Rom. Also nicht mit dem Namen dort genannt, an anderen Stellen werden sie zum Teil mit Namen genannt, wie in Daniel 8 teilweise. Hier werden sie unter dem Symbol von wilden Tieren, einem Löwen, einem Bär, einem Panther, einem Leopard und einem schrecklichen Tier, für das Daniel nicht mal einen zoologischen Namen finden konnte, dargestellt. Und wir fokussieren uns jetzt aber aus Zeitgründen natürlich auf dieses kleine Horn. Und wir lesen noch einmal in Daniel 7, wie schon in der letzten Folge, Vers 8 und wollen noch einmal genauer diese Charakteristiken uns anschauen. In Daniel 7 und dort Vers 8 heißt es: "Während ich Acht gab auf die Hörner, siehe, da stieg ein anderes kleines Horn zwischen denselben auf, und drei der vorherigen Hörner wurden vor ihm ausgerissen. Und siehe, dieses Horn hatte Augen wie Menschenaugen und ein Maul, das große Dinge redete."

[5:56] Vergegenwärtigen wir uns noch einmal ganz kurz, was hier alles gesagt wird, damit unsere Identifikation wirklich sicher ist, nicht auf Spekulation beruht, wie das heutzutage in der Christenheit oft üblich ist, dann Bibeltexte nicht mehr gründlich studiert, sondern einfach Eindrücke dann zu Bibelauslegung macht. Nein, wir wollen wirklich wissen, was die Bibel sagt, um dann das wirklich verantwortlich auslegen zu können. In Vers 8 heißt es, dass er auf die Hörner Acht gab und da stieg ein anderes auf. Also diese zehn Hörner, die in Vers 7 genannt werden, die auf dem vierten Tier sind, wo es ja heißt, es war ganz anders als die vorigen Tiere und hatte zehn Hörner. Und jetzt heißt es: "Während ich Acht gab auf die Hörner, siehe, da stieg ein anderes kleines Horn zwischen denselben auf." Das kleine Horn erstens steigt auf. Und wenn man sich die Frage stellt, woher steigt es auf, dann macht der Kontext ganz deutlich: Es steigt aus dem vierten Tier, Symbol für das römische Reich. Der Antichrist steigt aus dem Römischen Reich hervor. Der Antichrist kann also nicht der Fernseher sein, wie das manchmal ich schon gehört habe, und auch nicht China, ähm, sondern muss jemand sein, etwas sein, was aus dem Römischen Reich, als das gefallen ist, hervorkommt. Er sieht es aufsteigen, der Daniel, während er bereits die Hörner gesehen hat. Diese zehn Hörner, die man nennt sie die poströmischen Reiche, die Königreiche, die entstanden sind, vor allem auch durch barbarische Kriegerverbände, die nach dem Fall des römischen, das heißt des weströmischen Reiches, insbesondere dann große Teile Europas für sich beansprucht haben, die sind schon da. Und der Fall Westroms datiert auf das Jahr 406. Also natürlich ein langer Prozess, ein historischer Prozess mit vielen Entwicklungen, aber Westrom hört auf als Kaiserreich zu existieren im Jahre 476, als der letzte römische Kaiser Romulus Augustulus abgesetzt worden ist. Und ähm, das heißt, das kleine Horn muss erst danach, kann erst danach aufsteigen. Es heißt, dass dieses kleine Horn zwischen denselben aufgestiegen ist. Und das heißt, es ist nicht irgendwo am Rand des ehemaligen römischen Reiches aufgekommen, sondern mittendrin, mitten im Zentrum, auch geographisch gesehen. Es ist ein anderes Horn. Und Vers 24 macht deutlich, dass damit auch ein andersartiger Charakter verbunden ist. Das heißt in Vers 24: "Und die zehn Hörner bedeuten, dass aus jenem Reich zehn Könige aufstehen werden. Und ein anderer wird nach ihnen aufkommen, der wird verschieden sein von seinen Vorgängern und wird drei Könige erniedrigen." Er wird verschieden sein von seinen Vorgängern, wird anders sein in seiner Art. Es ist ein kleines Horn, das heißt, es hat zunächst einen kleinen Machtbereich, der allerdings bald anwachsen wird. In Vers 20 lesen wir ebenfalls über das kleine Horn, auch über die zehn Hörner auf seinem Kopf und über das andere Horn, das emporstieg und vor dem drei ausfielen, nämlich jenes Horn, welches Augen hatte und ein Maul, das große Dinge redete und das so viel größer aussah als seine Gefährten. Kleines Horn, das aber schlussendlich größer aussieht als alle anderen Hörner.

[9:29] Und dann heißt es, dass – und das haben wir mehrmals jetzt gelesen – dass drei Königreiche vor ihm ausgefallen sind. Drei Hörner wurden ausgerissen vor ihm, heißt es in Vers 8. In Vers 20 haben wir gesagt, dass drei Hörner vor ihm ausfielen. Und in Vers 24 haben wir gesehen, dass es drei Könige erniedrigen wird. Mit diesen drei Hörnern sind drei dieser poströmischen Reiche, dieser Königreiche, gemeint, die vor allem auf barbarischen, meist germanischstämmigen Kriegerverbänden basierten. Das sind zum einen die Heruler, die 493 durch die von Ostrom geschickten Ostgoten aufgerieben worden sind und deren Reich übernommen worden ist. Dann die Vandalen, also die Heruler waren in Italien, also um Rom herum. Dann die Vandalen, die in Nordafrika saßen und von dort einen direkten auch ökonomischen Zugriff auf Rom und Italien hatten, weil Rom und Italien von den Kornlieferungen Nordafrikas abhängig gewesen ist. Die wurden 533 und 534 durch eine oströmische Armee unter Leitung von General Belisar erobert und auch weitestgehend ausgerottet. Und dann die Ostgoten, die dann ja zunächst selbst die Heruler im Auftrag Ostroms beseitigt hatten, die dann in den Jahren 535 bis 540 durch eben jenen Belisar besiegt worden sind. Allerdings zog sich dieser Kampf dann noch länger hin. Eigentlich war im Jahre 540 das Ganze beendet. Das ging 535 los. Belisar ist von Sizilien aus und dann von Süditalien Stück für Stück nach oben gezogen. 537 hat er bereits Rom unter sich, aber die Ostgoten kamen noch einmal zurück, haben dann Rom ein Jahr lang belagert, mussten dann im Februar 538 die Belagerung abbrechen. Und das führte dazu, dass letztendlich die ostgotische Königsmacht unter König Witiges zusammengebrochen ist und 540 dann der Sieg feststand, die Ostgoten sich unterworfen hatten. Weil aber die oströmischen Amtsträger, die dann das Land verwalten sollten, sich dermaßen schlecht benommen haben, haben die verbliebenen Ostgoten noch einmal den Aufstand gewagt, haben unter einem jungen Anführer, unter Totila, es geschafft, dann über 10 Jahre hinweg noch einmal die Oströmer ziemlich aufzureiben und teilweise wieder große Teile Italiens für kurze Zeit zurückzuerobern, bis dann unter dem Eunuchen Narses, einem schon alten, ja, Vertrauten von Kaiser Justinian, es gelang, diese Ostgoten dann völlig zu besiegen und schlussendlich fast vollkommen auszulöschen. Interessanterweise sahen aber Zeitgenossen schon 540 den offiziellen Krieg eigentlich als beendet an. Man kann das auch daran sehen, dass der Geschichtsschreiber Jordanes seine Gotengeschichte, obwohl er wusste, was danach noch mit Totila passiert ist, 540 enden lässt. Und dass auch Ostrom die Könige, die bis 540 unter den Ostgoten geherrscht hatten, als anerkannte, als rechtmäßige Gotenkönige anerkannt haben, allerdings Totila dann nur noch als einen unrechtmäßigen Usurpator. Also die gesamte Auslöschung der Ostgoten ging also bis in das Jahr 552, zum Teil 53, 54. Der offizielle Sieg über das Ostgotenreich an sich war aber eigentlich schon 540 verzeichnet worden.

[13:04] Es gibt noch einen Punkt, den ich gerne ansprechen möchte, und der betrifft die Heruler. Es gibt nämlich in neuer Zeit immer wieder einmal die These, dass gar nicht die Heruler einer der drei ausgerissenen Königreiche sei, sondern die Westgoten. Das liegt daran, dass man die Heruler in den antiken Quellen nicht so leicht fassen kann, und es da nur sehr wenig Konkretes über sie gibt. Und das führt dazu, dass einige vorgeschlagen haben, stattdessen sollte man die Vandalen und Ostgoten von den Westgoten als drittem ausgerissenen Horn sprechen. Das basiert auch darauf, dass der Odoaker, der 476 König wird in Italien, selbst wohl eher hunnischer Abstammung gewesen ist und vor allem in der modernen Forschung, in der Sekundärliteratur, sein Kriegerverband in der Regel nur noch als ein multiethnischer Barbarenverband gedeutet wird, ohne Hinweis auf die Heruler. Dem gegenüber steht aber die Tatsache, dass tatsächlich der Verband von Odoaker mehrheitlich aus Herulern bestand und dass auch er selbst immer wieder mal auch in den antiken Quellen als ein "Rex Herulorum", ein König der Heruler, genannt wird. Wen das interessiert, der kann das nachlesen in dem derzeitigen Standardwerk zu der gesamten Völkerwanderung bei Mischa Meier, "Die Völkerwanderung", auf Seite 612 und die antiken Quellenangaben dazu, wo man das nachlesen kann, dass tatsächlich Odoaker als König der Heruler bezeichnet worden ist, die finden sich dann auf Seite 1257. Und dazu kommt noch, dass die Westgoten zwar auch Homöer gewesen sind, also das, was man früher Arianer genannt hat, also die eben nicht den Glauben an eine Dreieinigkeit gehabt haben, sondern die Jesus Christus als eher ein geschaffenes Wesen, als ein Gott dem Vater deutlich untergeordnetes Wesen gesehen haben. Das ging darauf zurück, dass der Gotenmissionar Wulfila zu einer Zeit gesandt worden ist im vierten Jahrhundert, als auch römische Kaiser mehrheitlich eher so homöisch gewesen sind und nicht die an die Dreieinigkeit in der Form geglaubt haben. Die Westgoten sind also auch wie die Ostgoten und die Vandalen Homöer gewesen. Allerdings wurden sie dann 589 katholisch. Und der Untergang ihres Reiches, das in Spanien dann gelegen ist, das toledanische Westgotenreich, das geschah gar nicht durch Ostrom oder durch katholische Mächte, sondern durch die muslimischen Araber 711. Von daher würde ich ganz deutlich dafür plädieren, bei dem vorläufigen Kenntnisstand der historischen Quellen unbedingt bei den Herulern als dem herausgerissenen ersten Horn zu bleiben und nicht die Westgoten dort zu sehen.

[16:07] So viel als Anmerkung zu den drei Hörnern. Und wir schauen weiter in Vers 8. Das heißt weiter, dass es Menschenaugen haben würde. Und das ist deswegen interessant, weil in Vers 13 und 14 Jesus als der Sohn des Menschen dort im himmlischen Gericht dann eingeführt wird. Das heißt in Vers 13 und 14: "Ich sah in den Nachtgesichten, und siehe, es kam einer mit den Wolken des Himmels, gleich einem Sohn des Menschen. Er gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn gebracht. Und ihm wurde Herrschaft, Ehre und Königtum verliehen, und alle Völker, Stämme und Sprachen dienten ihm. Seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die nicht vergeht, und sein Königtum wird nie zugrunde gehen." Jesus als der König der Könige, der Herr der Herren, wird als Mensch dargestellt, ein Mensch, der die Weltherrschaft für alle Zeiten erringt. Und so scheint es mir so zu sein, dass wenn in Daniel 7, Vers 4 der Löwe am Ende ein menschliches Herz bekommt, dass hier die tatsächliche reale Bekehrung Nebukadnezars zu Jesus Christus, wie sie in Daniel 4 beschrieben wird, ausgedrückt wird. Es gibt allerdings in der Bibel einen Unterschied zwischen dem Herzen und den Augen, einen Unterschied, den wir greifen können, wenn wir in 1. Samuel 16 und dort Vers 7 folgendes lesen. Ganz unter anderem heißt es: "Aber der Herr sprach zu Samuel: Schaue nicht auf sein Aussehen noch auf seinen hohen Wuchs, denn ich habe ihn verworfen. Denn der Herr sieht nicht auf das, worauf der Mensch sieht, denn der Mensch sieht auf das, was vor Augen ist. Wörtlich steht: Er sieht nach den Augen. Der Herr aber sieht das Herz an." Und in diesem Gegensatz zwischen Augen und Herz ist der Gegensatz zwischen äußerlich und innerlich echt angesprochen. Während Nebukadnezar ein menschliches Herz bekam, hat dieses kleine Horn nur menschliche Augen. Während Nebukadnezar eine echte, wirkliche Bekehrung zu dem Menschensohn Jesus Christus erlebte, hat dieses kleine Horn nur ein äußerliches Bekenntnis zu Jesus Christus, das aber nicht ins Herz gedrungen ist. Ein Bekenntnis, das Menschen zu blenden vermag, aber nicht Gott.

[18:31] Und das bringt uns zu dem Punkt, der hier noch in Vers 8 aufgeschrieben ist, nämlich er hat ein Maul, das große Dinge redet. Und diese großen Dinge richten sich gegen Gott selbst, wie aus Vers 25 deutlich wird: "Und er wird freche Reden gegen den Höchsten führen, die Heiligen des Allerhöchsten aufreiben." Damit ist Gotteslästerung gemeint. Und die ist in der Bibel biblisch gut zu verstehen, wenn wir uns zwei Texte im Neuen Testament anschauen. In Matthäus Kapitel 9 und dort Verse 2 und 3. Matthäus 9, Verse 2 und 3. Es heißt hier: "Und siehe, da brachten sie einen Gelähmten zu ihm, also zu Jesus, der auf einer Liegematte lag. Und als Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe, etliche der Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert nun." Jesus hat nicht gelästert, denn er ist ja nicht nur ein Mensch, sondern auch gleichzeitig Gott gewesen. Wenn allerdings ein Mensch, der nur Mensch ist und nichts anderes für sich in Anspruch nimmt, Sünden vergeben zu können, haben wir es mit biblischer Gotteslästerung zu tun. In Johannes Kapitel 10 und dort Vers 33 haben wir ebenfalls so einen Gedanken. Johannes 10, Vers 33: "Die Juden antworteten ihm und sprachen: Nicht wegen eines guten Werkes wollen wir dich steinigen, sondern wegen Gotteslästerung, und zwar, weil du, der du ein Mensch bist, dich selbst zu Gott machst." Die Sündenvergebung ist dann sozusagen eine ganz konkrete Anwendung dieses allgemeineren Prinzips. Auch hier geht die Argumentation der Pharisäer im konkreten Fall völlig am Ziel vorbei, denn Jesus ist ja Gott und Mensch gleichzeitig, ist Immanuel, ist Gott mit uns. Aber wenn ein Mensch, der nur Mensch ist, wie alle anderen Menschen eben nur Menschen waren und nicht wie Jesus Gott und Mensch, wenn ein Mensch, der nur Mensch ist, sich selbst zu Gott macht und auch sich anmaßt, Sünden vergeben zu wollen, dann ist das Gotteslästerung.

[20:43] Und es gibt einen Punkt, der manchmal und ja doch öfter auch übersehen wird in dieser Frage, und der steht in 4. Mose 15, Verse 30 und 31. Dort heißt es nämlich: "Wenn aber eine Seele vorsätzlich handelt, es sei ein Einheimischer oder ein Fremdling, so lästert sie den Herrn. Eine solche Seele soll ausgerottet werden mitten aus ihrem Volk." Es geht im Kontext vorher auch um unwissentliche Sünden, aus Versehen. Aber hier geht es um Vorsatz, dann ist Gotteslästerung gegeben. Vers 31: "Denn sie hat das Wort des Herrn verachtet und sein Gebot gebrochen. Eine solche Seele soll unbedingt ausgerottet werden, ihre Schuld ist auf ihr." Gotteslästerung ist dann gegeben, wenn diese Dinge, die wir gerade angesprochen haben, auch geschehen, obwohl man die Wahrheit kennt. Das heißt, wenn jemand die Bibel hat und sie kennt und weiß, dass Jesus allein Sünden vergeben kann, und sich trotzdem anmaßt, Sünden vergeben zu wollen; wenn er weiß, wer der wahre Gott ist und trotzdem sich auf die Stelle Gottes stellen möchte; wenn er Gottes Gebote bewusst bricht; wenn er sich selbst anmaßt, Gottes Gebote verändern zu können, dann haben wir es mit Gotteslästerung zu tun. Denn einer der Punkte in Daniel 7 ist ja dann in Vers 25 in Daniel 7, Vers 25: "Und der wird freche Reden gegen den Höchsten führen und die Heiligen des Allerhöchsten aufreiben und er wird danach trachten, Zeiten und Gesetz zu ändern. Und sie werden in seine Gewalt gegeben werden für eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit." Er wird danach trachten, das Gesetz zu ändern. Er wird also ganz bewusst das Gesetz Gottes brechen.

[22:44] Und ich glaube, an diesem Punkt muss man nicht weiter nachdenken. Die biblischen Belege sind so eindeutig, es kann sich bei dem kleinen Horn nur um den römischen Kirchenstaat handeln. Gehen wir das Ganze kurz noch einmal durch: Der römische Kirchenstaat kommt aus dem ehemaligen römischen Reich hervor. Er entsteht erst nach 476, als Westrom gefallen war und die anderen zehn Hörner bereits aufgekommen waren. Er ist mitten im Zentrum des ehemaligen römischen Reiches geographisch verortet gewesen. Er hat einen anderen Charakter als die anderen poströmischen Königreiche. Es war ein kleiner Staat, der aber dann großes Ansehen bekam und eine große Strahlkraft hatte, weit aus mehr als die übrigen Königreiche. Und sein Aufstieg ist tatsächlich flankiert von dem Ausreißen der Heruler, Vandalen und Ostgoten, die alle im Auftrage und direkt durch das katholische Ostrom ausgerottet worden sind. Es hat den Anspruch, Jesus Christus zu vertreten.

[23:53] zu vertreten hat, also ein äußerliches Bekenntnis zu Jesus Christus. In Wirklichkeit gibt es aber ganz furchtbare Gotteslästerung in der Behauptung, dass Priester tatsächlich Sünden vergeben könnten und dass Priester bei der Eucharistie durch ihre eigenen menschlichen Worte das Brot in den tatsächlichen Leichnam unseres Erlösers verwandeln könnten. Und das ist eine angemaßte Macht, die nur Gott hat. Nur Gott kann durch sein Wort Materie verändern. Er spricht, und es geschieht. Ein Mensch hat so etwas nicht. Die Eucharistie, die in der katholischen Theologie jetzt das Geheimnis des Glaubens bezeichnet wird, ist eigentlich das genaue Kennzeichen, dass diese Macht als antichristlich und Erfüllung dieser Prophezeiung hier in Daniel 7 und an anderen Stellen kennzeichnet.

[24:53] Die Abschaffung, der Versuch, das Gesetz Gottes zu ändern, in Vers 25 lässt sich deutlich nachweisen in der Abschaffung des zweiten Gebotes der Zehn Gebote, der radikalen Änderung, der Veränderung des vierten Gebotes, wo aus dem Siebentagssabbat, dem Samstag der biblischen Theologie, der Sonntag gemacht worden ist und die Aufspaltung des Zehnten Gebotes, neben einigen anderen Umformulierungen, die auch zu beachten sind.

[25:17] Die dreieinhalb Zeiten, die hier in Vers 25 am Ende erwähnt werden, und sie werden in seine Gewalt gegeben für eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit. Die sind, wenn man sie in Offenbarung 12 nachschlägt, dort findet man sie wieder in Vers 14, Offenbarung 12 Vers 14. Und es wurde der Frau – es wurden, Verzeihung, der Frau zwei Flügel des großen Adlers gegeben, damit sie in die Wüste fliegen kann an ihren Ort, wo sie ernährt wird, eine Zeit und zwei Zeiten, eine halbe Zeit fern von dem Angesicht der Schlange. Und wenn man das vergleicht mit dem direkten Paralleltext im selben Kapitel, wo es um dieselbe Zeit und dieselbe Entwicklung geht, um die Frau, die in die Gemeinde, die die die Frau, die in die Wüste flieht, da werden wir gleich noch mehr drüber sprechen, dann finden wir in Vers 6 die Formulierung: „Und die Frau floh in die Wüste, wo sie einen von Gott bereiteten Ort hat, damit man sie dort 1260 Tage lang ernähre.“

[26:18] Also die dreieinhalb Zeiten sind parallel zu den 1260 Tagen. Und nach Hesekiel Kapitel 4 und dort Vers 6, Hesekiel 4 und dort Vers 6 heißt es: „Wenn du aber diese Tage vollendet hast, so lege dich das zweite Mal auf deine rechte Seite und trage die Schuld des Hauses Juda 40 Tage lang. Je einen Tag will ich dir für ein Jahr auferlegen.“ 1260 Tage sind 1260 Jahre. Und die beginnen im Jahre 538. Wir haben das letzte Mal uns schon die Geschichte angeschaut. Ich sag nur ganz kurz wiederholt: Im Jahre 533 hat Kaiser Justinian den römischen Papst zum Oberhaupt der Christenheit erhoben. Bis dahin gab es eine Konkurrenz zwischen dem Papst in Rom und insbesondere dem Bischof von Konstantinopel, weil der sagte: „Konstantinopel ist jetzt die neue entscheidende Hauptstadt, und mindestens sollten da Konstantinopel und Rom im Reich gleichrangig waren, sollte auch der Bischof in Konstantinopel denselben Rang haben wie der Bischof in Rom.“ Und das wurde auf dem Konzil von Chalkedon 451 sogar festgeschrieben als Kirchenrecht. Und dagegen hat das Papsttum immer wieder und immer wieder in den kommenden Jahrzehnten, im 5. Jahrhundert insgesamt angekämpft. Und er im 6. Jahrhundert hat Justinian dann diese Entscheidung getroffen, die allerdings in eine Situation kam, als in Rom selbst Teil des Ostgotenreiches war. Und wir schon erwähnt, die Ostgoten Arianer gewesen sind. Das heißt, da gar nicht Teil der katholischen Kirche waren und die Päpste dort also ähm ja, in einer völlig anderen politischen Situation gerade gewesen sind. Interessant ist, dass 536 dann der Papst Agapet auf dem Weg nach sich auf den Weg nach Konstantinopel machte für den Ostgotenkönig und dort etwas in Konstantinopel etwas stattfand, was es so in 500 Jahren Kirchengeschichte nicht gegeben hatte. Denn Papst Agapet hat genau diese ihm von Justinian verliehene theoretische Machtfülle zum ersten Mal auch buchstäblich faktisch umgesetzt, indem er den dortigen amtierenden Bischof von Konstantinopel abgesetzt hat. Und jetzt konnte es keinen Zweifel mehr geben, denn wenn die, die bisher behauptet hatten, auf der oder wo man, wo viele dachten, dass sie auf derselben Stufe stehen, wenn der Papst jetzt den Bischof von Konstantinopel absetzt und das auch der Kaiser nicht verhindert, obwohl er eigentlich gar nicht so glücklich war mit der Entscheidung, dann ist ganz deutlich, dann ist sozusagen real greifbar, dass tatsächlich der Papst jetzt die Oberherrschaft über die gesamte Kirche hat. Er ist das auch ganz bewusst so gewesen. Er hat das in einem Brief an den Bischof von Jerusalem auch genauso gesagt. Das hat es in 500 Jahren Kirchengeschichte nicht gegeben. Er ist dann allerdings dort nach großen Ehrungen, die dem Papst Agapet dort zuteilgeworden sind in Konstantinopel, gestorben. Und der bisherige päpstliche Gesandte Vigilius in Konstantinopel ist dann nach Rom geschickt worden. Dort hatten die Ostgoten bereits einen eigenen Marionettenpapst, den Silverius, eingesetzt. Als dann aber die Ostgoten Rom hatten verlassen müssen und Belisar eingerückt war, dann konnte dann auch Vigilius dort kommen. Als die Belagerung wieder sich zusammenzog, ist der Silverius abgesetzt worden und Vigilius wurde dann äh als Papst eingesetzt. Und als die Ostgoten 538 ihre Belagerung von Rom abgebrochen haben, war Vigilius der erste Papst in Rom, der in der Nachfolge von Agapet auch tatsächlich faktisch die oberste Leitungsgewalt in der Kirche besessen hat. Und das ist genau das, was in Daniel 7 Vers 25 am Ende steht: „Und sie werden in seine Gewalt gegeben für eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit.“ Das Verhältnis zwischen Kirche und Kaiser und staatliche Obrigkeit war immer auch über die Jahrhunderte ein diskutiertes, und da ging es hin und her, und da gab es verschiedene Phasen. Aber an der Vorherrschaft des Papstes über die christliche Kirche, das ist in diesem Zeitraum dann festgeschrieben worden und faktisch umgesetzt worden. Und das ist, wo es, glaube meiner Meinung nach, oder wie ich das hier verstehe, um was es in Daniel 7 Vers 25 geht.

[30:56] In Vers 21 in Daniel 7 lesen wir noch folgendes: „Ich schaute, wie dieses Horn Krieg führte mit den Heiligen und sie überwand.“ Wer sind die Heiligen, die vom Papsttum in all diesen vielen Jahren, Jahrhunderten umgebracht worden sind? Diese 1260 Jahre führen ja von 538 bis ins Jahre 1798, als im Februar 1798 General Louis Alexandre Berthier den Papst Pius den dann gefangen genommen hat, den Kirchenstaat aufgelöst hat, die politische Macht des Papstes annulliert hat und dann den Papst ins Exil nach Frankreich geschickt hat. Wir werden da im Laufe dieser Serie noch draufkommen auf diese Ereignisse und vor allem auch auf diese sogenannte tödliche Wunde und ihre Heilung bis in unsere Zeit. Aber wenn wir jetzt zurückgehen zu 538 und den folgenden Jahrhunderten, dann sehen wir, wie über Jahrhunderte dieses mittelalterliche Papsttum die Heiligen verfolgt hat. Und die Frage ist, wer sind diese Heiligen, die hier prophezeit sind?

[32:00] In Offenbarung 14 und dort Vers 12. Offenbarung 14 und dort Vers 12 lesen wir eine Definition, was biblische Heilige sind. Das heißt, hier Offenbarung 14 Vers 12: „Hier ist das standhafte Ausharren der Heiligen. Hier sind die, welche die Gebote Gottes und den Glauben an Jesus bewahren.“

[32:22] Die Heiligen sind diejenigen, die an dem wahren biblischen Glauben Jesu festhalten und an den Geboten Gottes festhalten. Und deswegen hasste sie das Papsttum im Mittelalter, weil das Papsttum das Evangelium verändert hat und die Gebote verändert hat. Und Menschen, die aber an dem Evangelium, wie es biblisch bezeugt ist, festgehalten haben, die an Jesus festgehalten haben, die keine Vermittlerrolle der Heiligen oder der Maria annehmen wollten oder des Papstes, sondern die an Jesus selbst sich geklammert haben und die die Gebote Gottes, das Wort Gottes, in ihre eigene Sprache haben wollten und ausleben wollten, die waren dem Anspruch des Papstes entgegen und wurden äh bekämpft.

[33:09] Und da gab es verschiedene äh Gruppen. Nicht alle sind uns mit Namen bekannt, nicht alle sind überhaupt der Geschichte bekannt und nicht alle hatten den gleichen Erkenntnisstand, je nachdem, wo sie gelebt haben, wie sie in Kontakt mit der Staatskirche gewesen sind, gab es Einflüsse hier und dort. Aber wir können einige Gruppen lokalisieren, die insbesondere das Licht der Wahrheit durch diese dunklen Jahrhunderte, schwierig war es ja ohnehin, hindurchgetragen haben. Da sind z.B. die Iroschotten mit ihrer Missionsschule auf Iona im heutigen Schottland in den Westlichen Hebriden. Von dort kamen Missionare bis hier nach Zentraleuropa. Und wir wissen, diese Iroschotten einen viel ursprünglicheren Glauben gehabt haben, als es das Papsttum gehabt hat. Wir können eventuell auch die Missionare der Kirche des Ostens dazu zählen, die im Frühmittelalter schon China erreicht haben, die dann in der Mongolei gewirkt haben ähm und in Zentralasien und bis nach Indien vordrangen. Und zumindestens aus den wenigen Zeugnissen, die wir haben und die uns so zugänglich sind, offensichtlich auch ähm sehr viel näher an der biblischen Wahrheit gewesen sind, als man es im mittelalterlichen äh römischen ähm der römischen Kirche gewesen ist. Vor allem aber müssen wir insbesondere äh als vielleicht die wichtigsten und auch die, die den Glauben ganz besonders reinerhalten haben, äh die Waldenser nennen, die vor allem in Nordwestitalien das gesamte Mittelalter ähm den wahren Glauben vergleichsweise rein aufrechterhalten haben und äh die sich dort über 1000 Jahre gehalten haben und dann bis zum Beginn der Reformation und auch in die Reformation hinein noch in die vor allem in den letzten drei großen Waldensertälern äh da noch präsent gewesen sind. Dazu gehören auch natürlich die Albigenser oder auch Katharer genannt in Südfrankreich.

[35:08] Und wir könnten viele weitere Gruppen vielleicht auch hinzufügen. Aber das soll uns zeigen, es gab zu allen Zeiten Menschen, die an der Bibel und am Evangelium, wie es Jesus gelehrt hat und an Gottes Geboten festhalten wollten.

[35:20] Wir lesen in Offenbarung 12 und dort Vers 6: „Und die Frau floh in die Wüste, wo sie einen von Gott bereiteten Ort hat, damit man sie dort 1260 Tage lang ernähre.“ Das war keine buchstäbliche Wüste notwendigerweise.

[35:35] Ich erinnere mich, wie ich vor vielen vielen Jahren, es ist jetzt schon ähm ja, fast 14 Jahre her, auf der Insel Iona in den Westlichen Hebriden saß. Unglaublich kleine Insel. Man fährt durch ganz Schottland, also man fährt viele viele Stunden durch Schottland und dann fährt man auf mit der Fähre auf eine größere Insel, fährt dort zwei Stunden mit dem Auto und dann noch mal mit der Fähre und dann ist man irgendwann gefühlt am Ende der Welt. Und dort, dieser kleinen Insel, gibt es einen Hügel, auf dem man sich setzen kann, und man kann die ganze Insel vom Meer umspült betrachten. Da da schwammen zum Teil die Delfine.

[36:07] Und da saß ich mit meiner mit meiner Bibel mit Offenbarung 12 aufgeschlagen und hab so gedacht: „Hier, hier war die Wüste. Hier sind Engel vom Himmel herabgestiegen und haben Menschen unterwiesen, das Wort Gottes zu verstehen und ausgebildet und dann von dort damals für und ohne Auto unvorstellbar lange Reisen bis hier nach Europa zu kommen, um die Wahrheit des Evangeliums weiter zu verbreiten.“

[36:36] Die Wüste, das waren für die Katharer und Albigenser, das waren zum Teil Burgen, in denen sie sich versteckt haben. Das waren für die Waldenser Berge, in die sie geflohen sind und entsprechende Höhlen.

[36:54] Und das zeigt uns, Gott hat für diejenigen, die an seinem Wort festgehalten haben, auch vorgesorgt. In Offenbarung 2 finden wir diesen Gedanken, der zu diesem Bild von der Wüste ganz gut passt. In Offenbarung 2 Vers 20 und 21 lesen wir folgendes: Offenbarung 2 Vers 20 und 21: „Aber ich habe ein Weniges gegen dich, dass du es zulässt, dass die Frau Isebel, die sich eine Prophetin nennt, meine Knechte lehrt und verführt, Unzucht zu treiben und Götzenopfer zu essen. Und ich gab ihr Zeit, Buße zu tun von ihrer Unzucht, und sie hat nicht Buße getan.“ Jesus spricht hier in dem vierten Sendschreiben an die wahren Gläubigen, an die, die in der Zeit des Mittelalters seine Gemeinde bilden. Und sie leiden unter der Frau Isebel.

[37:50] Die Frau in der Bibel ist ein Symbol, wenn es prophetischer Kontext ist, für eine Gemeinde. Und so wie die Isebel sich mit dem König Ahab, dem politischen Führer Israels zusammengetan hat, um die wahren Propheten Gottes, die wahren Gläubigen zu verfolgen, sodass Elia sich für genau dreieinhalb Jahre verstecken musste. Das sehen wir, dass es dreieinhalb Jahre gewesen sind in Lukas Kapitel 4 Vers 25. Dort sagt es Jesus selbst. Er sagt: „In Wahrheit aber sage ich euch, es waren viele Witwen in den Tagen Elias in Israel, als der Himmel drei Jahre und sechs Monate lang verschlossen war, da eine große Hungersnot entstand im ganzen Land.“ So wie Elia dreieinhalb Jahre sich buchstäblich vor der Isebel und dem Ahab verstecken musste, so war die Gemeinde prophetische dreieinhalb Jahre in der Wüste, weil sie sich vor der prophetisch-symbolischen Frau Isebel, der abgefallenen Kirche, die sich mit dem Staat verbündet hatte, sich verstecken musste, vor jener. Und wir lesen hier, dass Gott ihr eine Zeit gegeben hat, Buße zu tun, und sie diese Zeit nicht genutzt hat.

[39:22] Und dann lesen wir in Judas 3 und 4 einen wichtigen Text, der nicht nur für die Christen des Mittelalters galt, sondern auch für uns. In Judas 3 und 4 heißt es: „Geliebte, da es mir ein großes Anliegen ist, euch von dem gemeinsamen Heil zu schreiben, hielt ich es für notwendig, euch mit der Ermahnung zu schreiben, dass ihr für den Glauben kämpft, der den Heiligen ein für alle Mal überliefert worden ist.“ Judas wollte gern über Jesus schreiben. Er wollte gern über das Evangelium schreiben, über die freimachende, kraftvolle, gute Nachricht. Und weil er das wollte, sagt er, hielt er es für notwendig zu ermahnen, zu ermahnen, dass man den Glauben nicht verfälscht, nicht verwässert, sondern ihn behält, wie er ist.

[40:18] Heute gibt es viele Menschen, die behaupten: „Hauptsache, man hat das Evangelium, Hauptsache, man hat Jesus, und dann wären die einzelnen Lehrpunkte gar nicht so wichtig. Die würden vielleicht eher nur den Blick auf das Evangelium verstellen.“ Und dann wird so ein Gegensatz zwischen dem Evangelium und den Glaubenspunkten, die es so gibt, aufgemacht. Aber Judas unter Inspiration des Heiligen Geistes, ein Schreiber der Bibel, sah das komplett anders. Er sah das genaue Gegenteil. Weil er sich so für das Evangelium einsetzte, weil er das große Anliegen hatte, das vom gemeinsamen Heil zu schreiben, deswegen ermahnte er die Gläubigen: „Bleibt bei dem Glauben, kämpft für den Glauben, der den Heiligen überliefert worden ist.“

[41:36] Jeder, der sich wirklich von ganzem Herzen für das Evangelium einsetzt, der Jesus liebt und der die frohmachende, befreiende Wahrheit der ganzen Welt verkündigen möchte, der wird auch sich dafür einsetzen, dass der Glaube nicht verwässert, nicht verändert, nicht verfälscht wird. Der Grund, warum das so wichtig ist, den macht Judas in Vers 4 deutlich: „Es haben sich nämlich etliche Menschen unbemerkt eingeschlichen, die schon längst zu diesem Gericht aufgeschrieben worden sind, gottlose, welche die Gnade unseres Gottes in Zügellosigkeit verkehren und Gott, den einzigen Herrscher, und unseren Herrn Jesus Christus verleugnen.“

[42:16] Die haben den – sie haben Gott natürlich nicht offen verleugnet, dann hätten sie sich ja nicht einschleichen können. Sie haben sich heimlich eingeschlichen. Das heißt, wenn sie sich heimlich eingeschlichen haben, dann müssen die Christen zunächst nicht gemerkt haben, dass diese neuen falschen Lehrer in Wirklichkeit falsche Lehrer sind. Jesus warnt ja in Matthäus 7 ähm bezeichnenderweise Matthäus 7 am Ende gegen Ende der Bergpredigt warnt er in Vers 15 vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind.“ Sie sehen aus wie Christen, sie führen auch Christus in ihrer auf ihrer Zunge, sie verleugnen aber durch ihre Lehren und durch ihr Handeln und ihre geistliche Einstellung verleugnen sie Jesus. Also keine offenen Atheisten, die wären aufgefallen, die hätten sich niemals heimlich einschleichen können. Sie verleugnen Jesus und Gott dadurch, dass sie die Gnade in Zügellosigkeit verkehren, indem sie behaupten, man könne Gottes Gebot übertreten, ändern, und es würde gar nichts machen.

[43:14] So etwas, eine Veränderung des Gesetzes, eine Veränderung der Prinzipien des Evangeliums, gab es, als das Papsttum entstanden ist. Und es gab Leute, gläubige Männer und Frauen, die, auch wenn sie zum Teil auf den Seiten der Geschichte verschwunden sind, für den Glauben eingestanden, die das Wort Gottes abgeschrieben haben, bewahrt haben und unter Einsatz ihres Lebens Stück für Stück weiter verbreitet haben. Das Motto der Waldenser war: „Lux in tenebris.“ Das Licht leuchtet in der Finsternis.“

[43:54] Diese Finsternis hatte bald ihren Punkt erreicht. In Offenbarung 2 Vers 24 lesen wir diesem Sendschreiben an die oder diesen Worten an die Gemeinde Thyatira. Es heißt dort: „Euch aber sage ich und den übrigen in Thyatira, all denen, die diese Lehre nicht haben und die nicht die Tiefen des Satans erkannt haben, wie sie sagen, ich will keine weitere Last auf euch legen.“

[44:28] Die Tiefen des Satans. Wenn man sich die Gemeinden in der Offenbarung, Offenbarung 2 anschaut, die ersten vier Gemeinden, dann sieht man, wie es dort einen kontinuierlichen Abfall gibt, der in der ersten Gemeinde ganz subtil daherkommt.

[44:46] Offenbarung 2 Vers 2: „Ich kenne deine Werke und deine Bemühung und dein standhaftes Ausharren, und dass du die Bösen nicht ertragen kannst, und du hast die geprüft, die behaupten, sie seien Apostel und sind es nicht, und hast sie als Lügner erkannt.“ Es gab schon zur Zeit der Urchristenheit Lügner, die sich als Apostel ausgegeben haben. Zum Glück oder nicht zum Glück, durch Gottes Führung und weil viele der Urchristen wirklich fest an Gott gehalten haben und sein Wort gut kannten und die Warnung von Judas auch tatsächlich umgesetzt haben, konnten diese ersten Verführer in der Regel aufgedeckt werden und zurückgewiesen werden, wie z.B. Simon der Magier.

[45:31] Wir sehen dann in der zweiten Gemeinde in Smyrna, wie das Ganze schon etwas weitergegangen ist. In Vers 9: „Ich kenne deine Werke und deine Drangsal und deine Armut – du bist aber reich – und die Lästerung von denen, die sagen, sie seien Juden und sind es nicht, sondern eine Synagoge des Satans.“ Hier haben wir also keine falschen Apostel, falsche Juden, die eine Synagoge, quasi eine Art in Anführungsstrichen Kirche des Satans bilden.

[45:55] Und wichtig ist, dass bei all diesem, dass Jesus immer klar trennt zwischen seiner eigenen Gemeinde, also Ephesus, Smyrna, dann Pergamon und Thyatira, die er anspricht, und jenen, die hineindringen wollen, die aber nie als seine eigene Gemeinde anerkennt, die aber manchmal in Kooperation oder in Kontakt mit der wahren Gemeinde tritt. Ähm, und das sehen wir dann ja in Thyatira. In der dritten Gemeinde haben wir dann in Vers 13 diese Formulierung: „Ich kenne deine Werke und weiß, wo du wohnst, da, wo der Thron des Satans ist.“ Also wir haben die die Lügner – Satan ist ja der Vater der Lüge. Dann haben wir die Synagoge des Satans, dann haben wir den Thron des Satans. Und jetzt in Vers 24 haben wir die Tiefen des Satans. Man kann also sozusagen eine Linie ganz deutlich herabziehen und sagen: Diese antichristliche Macht wird immer größer, sie wird immer dramatischer, es wird immer schlimmer, immer finsterer geistlich gesehen in der Welt. In diesen vier Gemeinden sieht man, wie diese

[47:03] Vier Gemeinden sieht man, wie diese antichristliche Macht sich sozusagen entwickelt aus diesen allerersten Anfängen, die von den Urchristen noch zurückgewiesen worden sind, bis dahin, dass jetzt hier in der vierten Gemeinde diese antichristliche Macht die Herrschaft hat und die wahren Gläubigen sehr zurückgedrängt sind und auch sie zum Teil mitunter auch dem Einfluss dieser falschen Lehren stehen, wie das ja in Vers 20 deutlich wird. Auch die Waldenser waren nicht alle völlig immun vor bestimmten falschen Vorstellungen. Es braucht am Ende doch auch eine Reformation, die, so ist meine persönliche Überzeugung, in Vers 19 angekündigt ist. Dort heißt es: "Ich kenne deine Werke und deine Liebe und deinen Dienst und deinen Glauben und dein standhaftes Ausharren, und ich weiß, dass deine letzten Werke mehr sind als die ersten." Da gibt's also auch eine Entwicklung hin wieder mehr zum Ursprünglichen, wohlgemerkt nicht in Bezug auf das System des Antichristen, sondern auf die wahren Gläubigen, die zurückgedrängt worden sind, die zum Teil auch das eine oder andere verloren haben, die aber grundsätzlich festhalten am Evangelium, grundsätzlich festhalten an der Bibel und Stück für Stück auch wieder mehr biblische Wahrheiten entdecken.

[48:16] In dieser Zeit galt für die Gläubigen insbesondere das, was auch Petrus und die Apostel in Apostelgeschichte 5 Vers 29 deutlich gesagt haben: "Aber Petrus und die Apostel antworteten und sprachen: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen." Wenn der Staat Dinge von uns fordert, die Gottes Wort verbietet, dann kann keine weltliche Macht uns den Gehorsam zu Gott verbieten. Das galt in der Apostelgeschichte, das galt für die vielen treuen Gläubigen im finsteren Mittelalter, und das gilt auch für uns, die wir uns auf die Endzeit vorbereiten wollen.

[48:55] In Epheser 6 und dort Vers 10 werden wir noch einmal daran erinnert, dass es in all dem sich um einen geistlichen Kampf handelt. In Epheser 6 Vers 10 bis 12 heißt es: "Im Übrigen, meine Brüder, seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr standhalten könnt gegenüber den listigen Kunstgriffen des Teufels." Der Satan versucht, die Gemeinde zu verführen. Er tut das zur Zeit von Paulus, er tat das in der Zeit der Waldenser und der Albigenser, er tat es zur Zeit der Reformatoren, er tut es heute, und er wird es bis ans Ende tun, wie uns Offenbarung 12 Vers 17 deutlich sagt, dass der Satan, der Drache, Krieg führen wird gegen die Übrigen. Wir müssen also die ganze Waffenrüstung Gottes haben, die dann in dem folgenden Versen beschrieben wird. "Denn unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Herrschaften, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher der Finsternis dieser Weltzeit, gegen die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen Regionen." Es ist nicht eine menschliche Auseinandersetzung, sondern eine geistliche. Der "Vom Schatten zum Licht" beschreibt die Auseinandersetzung zwischen Christus und Satan mitten in der Kirchengeschichte.

[50:14] Und dann finden wir, wie vor allem gegen Ende des Mittelalters Menschen aufstehen, die bereits in sehr großem Maße das volle Evangelium wieder entdecken und weitergeben.

[50:27] Menschen, die das Wort Gottes geliebt haben und es immer und immer wieder studiert haben und große Schätze daran gefunden haben. Wir erinnern uns an Psalm 19, wo es heißt ab Vers 8: "Das Gesetz des Herrn ist vollkommen, es erquickt die Seele. Das Zeugnis des Herrn ist zuverlässig, es macht den Unverständigen weise. Die Befehle des Herrn sind richtig, sie erfreuen das Herz. Das Gebot des Herrn ist lauter, es erleuchtet die Augen. Die Furcht des Herrn ist rein, die bleibt in Ewigkeit. Die Bestimmungen des Herrn sind Wahrheit, sie sind allesamt gerecht. Sie sind begehrenswerter als Gold und viel Feingold, süßer als Honig und Honigseim. Auch dein Knecht wird durch sie belehrt, und wer sie befolgt, empfängt reichen Lohn." Lieber Freund, liebe Freundin, ist die Bibel so ein Schatz für dich? Süßer als Honig, begehrenswerter als Gold, vollkommen, etwas, das deine Seele erquickt? Ist die Bibel so etwas für dich?

[51:24] Und für mich? Im Psalm 119, Verzeihung, Psalm 119, und dort Vers 162 lesen wir: "Ich freue mich über dein Wort wie einer, der große Beute findet." Ich habe das in meinem Leben schon oft erlebt, dass ich plötzlich das Gefühl hatte, ich hatte wirklich einen großen Schatz entdeckt im Wort Gottes, als Gott mir – wenn Gott mir neue Gedanken schenkt, wenn ich plötzlich Fäden miteinander verknüpfe, die ich noch nie verknüpft habe, wenn ich plötzlich noch etwas über Jesus herausfinde, was ich vorher noch nie so gesehen habe, wenn ich plötzlich die Schönheit und die Harmonie von Bibeltexten verstehe, wenn plötzlich Texte, die mir schwierig erschienen, plötzlich klar und verständlich werden, dann kann ich mit dem Psalmisten hier ausrufen: "Ich freue mich über dein Wort wie einer, der große Beute findet."

[52:14] Ähnlich ging es auch dem Propheten Jeremia in Jeremia Kapitel 15 und dort Vers 16. Jeremia 15 Vers 16: "Als ich deine Worte fand, da verschlang ich sie. Deine Worte sind mir zur Freude und Wonne meines Herzens geworden, denn ich bin ja nach deinem Namen genannt, oh Herr, du Gott der Heerscharen." Für mich ist Gottes Wort eine Wonne, eine Freude geworden, und ich wünsche mir mehr und mehr diesen Geist von Jeremia, der, wann immer Gottes Wort gefunden hat, es verschlingt.

[52:49] Lasst uns Gottes Wort studieren, dann werden wir leuchten, so wie die Reformatoren anfingen zu leuchten. John Wycliff, der war der erste in einer Reihe von vielen bedeutenden Reformatoren. Man nennt ihn auch den Morgenstern der Reformation. Er hatte die Bibel studiert, die Bibel war sein einziges Ein und Alles, und er hat diese Bibel gut gekannt und hat angefangen, wesentliche Gedanken des Erlösungsplanes wieder zu verstehen. Und er hat es nicht nur selbst verstanden, sondern wusste um seine Aufgabe, es weiterzugeben. Eine Aufgabe, die schon Paulus seinem einem seiner engsten Mitarbeiter, dem Timotheus, gegeben hat, in 2. Timotheus Kapitel 2 und dort Vers 1 und 2. Dort heißt es: "Du nun, mein Kind, sei stark in der Gnade, die in Christus Jesus ist, und was du von mir gehört hast vor vielen Zeugen, das vertraue treuen Menschen an, die fähig sein werden, auch andere zu lehren." Was wir gehört haben, sollen wir weitergeben, und nicht nur weitergeben, sondern wir sollen andere wieder ausbilden, dass auch sie es weitergeben können. Wycliff wollte nicht nur die Wahrheit verstehen, er hat sie versucht, dem Volk nahezubringen. Seine Übersetzung der Bibel ins Englische war ein Meilenstein in der Verbreitung des Wortes Gottes in der englischen Gesellschaft. Und seine Anhänger, die Lollarden, die haben auch nach seinem Tod seine Lehren und die Bibel verbreitet überall und haben ein Fundament gelegt für das, was später kommen sollte.

[54:25] Darauf weist uns Hebräer Kapitel 2. In Hebräer 2 finden wir einen ganz wichtigen Gedanken, der uns noch zu den nächsten beiden Vorreformatoren bringt. Dort heißt es in Hebräer 2 Vers 14 und 15: "Da nun die Kinder an Fleisch und Blut Anteil haben, ist er gleichermaßen dessen teilhaftig geworden, damit er durch den Tod den außer Wirksamkeit setzte, der die Macht des Todes hatte, nämlich den Teufel, und alle diejenigen befreite, die durch Todesfurcht ihr ganzes Leben hindurch in Knechtschaft gehalten wurden." Jesus hat den Tod besiegt, sodass auch wir keine Angst vor dem Tod haben müssen.

[55:00] Zwei Vorreformatoren, zwei der berühmtesten, für mich persönlich die besonders beeindruckenden, waren Jan Hus und sein Mitstreiter Hieronymus von Prag, die 1415 und 1416 auf dem Konzil von Konstanz wegen ihres Glaubens auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden sind. Wenn ihr euch für die Geschichte der beiden interessieren und für die ganzen Hintergründe, die Biografie, das, was ihr heute aus Zeitgründen gar nicht anschauen können, dann könnt ihr erstens natürlich das sechste Kapitel im Buch "Vom Schatten zum Licht" lesen, und wenn ihr noch mehr wissen wollt und auch vor allem die Originalschauplätze sehen wollt, dann gibt es eine kleine Dokuserie, die wir vor vielen Jahren gemacht haben hier auf Hope Media über Jan Hus, und da könnt ihr Leben und Wirken dieser beiden Gottesmänner noch einmal an den Originalschauplätzen nachstudieren. Diese beiden sind auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden. Sie hatten die Lehren Wycliffs auch aufgenommen, da gab es eine Verbindung von England nach Böhmen, und als sie starben, haben ihre Nachfolger, die Hussiten, diese Lehren weiter bewahrt. Zum Teil einige von ihnen haben das noch über 100 Jahre weitergetragen. Es gab dann sogar Hussiten, die noch Kontakt zu Martin Luther aufgenommen haben. Sehen wir, wie es auch eine Kette gibt an Reformatoren, wie das Licht wie eine Feuerfackel von einem zum nächsten weitergegeben wird. Jan Hus und Hieronymus erinnern uns daran, dass nicht jeder Gläubige einen natürlichen Todes stirbt, wie es Wycliff vergönnt gewesen ist, der ja beim Austeilen des Abendmahls gestorben ist, sondern Hus und Hieronymus sind für ihren Glauben getötet worden.

[56:44] Und die Bibel sagt uns, dass wir auch angesichts des Todes eine wunderbare Hoffnung haben, eine Hoffnung, die so groß ist, dass uns selbst die Todesandrohung nicht zur Umkehr vom Glauben führen muss. In Johannes 5 Vers 24 lesen wir – wahrlich, wahrlich, Jesus sagt das hier vor dem Hohen Rat – "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht." Gemeint ist, er kommt nicht in das Verdammungsurteil, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen.

[57:19] Wenn wir Jesus haben, dann müssen wir den zweiten Tod nicht fürchten. Jesus sagt einen ähnlichen Gedanken der Martha, als er kam, um Lazarus von den Toten aufzuerwecken. Er sagt dort in Johannes 11 Vers 25 und 26: "Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt." Es kann also sein, dass wir in diesem Leben gemartert werden. Es kann sein, dass wir für unseren Glauben verfolgt werden. Es kann sein, dass wir sogar das ultimative Zeugnis abgeben, dass wir für unseren Glauben sterben müssen, so wie Paulus für den Glauben gestorben ist und Petrus, die meisten der Apostel, so wie so mancher Reformator, nicht nur Jan Hus und Hieronymus. Wir denken auch an Louis Ber, wir denken an Latimer und andere, die in England auf dem Scheiterhaufen gestorben sind. Wir denken an die vielen namenlosen Waldenser, Albigenser, wie sie alle hießen, die umgekommen sind. Aber Jesus sagt: "Auch wenn er stirbt, wird er leben." Vers 26: "Und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben." Glaubst du das?

[58:32] Diese Frage, die Jesus hier der Martha stellt, die stellt er auch uns: Glaubst du das, dass du ewiges Leben hast, jetzt schon, wenn du an Jesus glaubst? Glaubst du, dass selbst der Tod, der dir angedroht wird, seinen Schrecken verliert, dass die Todesfurcht, die uns, wie es Hebräer hieß, unser ganzes Leben lang gefangen gehalten hat, dass sie ihren Schrecken verliert, weil wir wissen, der Tod ist nicht das Ende? Jesus wird wiederkommen, er wird uns auferwecken, er wird uns Krone der Gerechtigkeit geben an jenem Tag, wie Paulus in 2. Timotheus 4 sagt, und wir werden bei ihm sein für alle Zeit, wie es in 1. Thessalonicher 4 Vers 16, 17 und 18 steht.

[59:16] Wenn wir heute an Jesus glauben, dann haben wir das Leben, dann kann auch der Tod uns nichts anhaben. Eine große Lehre der Kirchengeschichte ist es, dass immer wieder zu allen Jahrhunderten Menschen so fest mit Jesus verbunden gewesen sind, ein solches Zeugnis ihrer Nähe zu Gott abgelegt haben, dass selbst der Tod für sie seinen Schrecken verloren hat.

[59:43] In 1. Johannes 5 und dort Vers 11 bis 13 heißt es: "Und darin besteht das Zeugnis, dass Gott uns ewiges Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in seinem Sohn. Wer den Sohn hat, hat das Leben. Wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht."

[1:00:01] Lieber Freund, liebe Freunde, heute stellt sich eine Frage für dich und für mich: Die Frage, habe ich den Sohn Gottes? Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt. Wir wissen nicht, ob wir vielleicht einmal in unserem Leben sogar gerufen sind, als Märtyrer für Jesus zu sterben. Wir wissen nicht, welche Verfolgung wir vielleicht erleiden werden. Wir wissen nicht, was die Endzeit bringt. Aber eines wissen wir: dass wenn wir Jesus heute haben, haben wir heute das ewige Leben. Und diese Hoffnung ist so stark, sie ist so groß, sie kann uns so sehr stärken, dass selbst angesichts des Todes wir auf die Hoffnung sehen werden und bei Jesus bleiben werden. Vers 13: "Dies habe ich euch geschrieben, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes, damit ihr wisst, dass ihr ewiges Leben habt, und damit ihr auch weiterhin an den Namen des Sohnes Gottes glaubt."

[1:00:52] Lieber Freund, liebe Freunde, du darfst heute wissen, dass du erlöst bist. Du darfst heute wissen, dass du ewiges Leben hast. Das bedeutet nicht, dass, wenn du es heute weißt, du nicht mehr abfallen kannst. Das bedeutet nicht, dass du nicht weglaufen kannst. Es bedeutet nicht, dass du nicht vom Weg abkommen kannst. Es bedeutet nur, dass du heute, wenn Jesus heute wiederkommen würde, du heute wissen darfst, wissen kannst, wissen musst, dass du heute seine Stimme gehört hast, heute dein Herz nicht verstockt hast, heute für dich der Tag des Heils ist. Und morgen kannst du wieder "heute" sagen, und übermorgen wieder "heute", so lange, bis es für dich eine solche Gewohnheit geworden ist, dass dir der Gedanke wegzugehen, obwohl er theoretisch möglich wäre, gar nicht mehr wirklich, ja, gar keine Rolle mehr für dich spielen wird, bis du so fest bei Jesus bist, dass du nicht mehr weggehen willst.

[1:01:46] Lasst uns heute wissen, dass wir heute Jesus haben und heute erlöst sind.

[1:01:53] Wollen wir noch gemeinsam beten? Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir Danke sagen für das Zeugnis der Märtyrer, der Reformatoren, der Gläubigen in der Zeit des Mittelalters, die in der Gemeinde der Wüste, als Gemeinde in der Wüste, vielfach namenlos und unbemerkt von menschlichen Geschichtsschreibern treu zu dir gestanden haben, die mit ihrem Blut den Boden bewässert haben, auf dem nachfolgende Generationen die Früchte des Evangeliums ernten konnten. Herr, wir sind dankbar, dass du in all den Jahrhunderten Menschen erhalten hast, gestärkt hast, dass du in diesen finsteren Zeitaltern deine Hand über der Bibel gehalten hast, dass Menschen unter Leibeseinsatz ihres Lebens todesmutig dieses Wort bewahrt haben, abgeschrieben haben, auswendig gelernt haben, um es von den Zugriffen des Antichristen zu bewahren. Herr, Dank dafür, und hab Dank, dass wir heute von ihnen die Fackel des Glaubens übernehmen. Vielleicht zittert sie ein bisschen, unsere Hand, weil wir nicht wissen, was vor uns liegt. Wir wollen nicht unseren Fokus auf die schreckende Endzeit legen, auch nicht auf die Tiefen des Satans und die mannigfaltigen Schlingen, die er uns auslegt, auch nicht auf die vielfachen Verstrickungen des Antichristen. Wir wollen unseren Hauptfokus, Herr Jesus, auf dich legen. Wenn wir dich haben, dann haben wir das Leben, dann kann selbst die größte Attacke des Satans uns nicht von dir abbringen. Herr, erfülle heute unser Herz, nimm du alles, was dort nicht hineingehört, nimm du unser Herz. Wir können es dir nicht geben, aber du kannst es reinhalten. Alleine würden wir das nie schaffen, und hab Dank, dass du uns vorangehst, hab Dank, dass du uns bewahrst und dass deine Sache, dein Königreich, einmal in Herrlichkeit triumphieren wird. Hab Dank dafür im Namen Jesu. Amen.

[1:03:59] Damit verabschieden wir uns von heute. Nächste Woche wird es weitergehen. Wir werden zu den Reformatoren kommen des 16. Jahrhunderts und werden viele interessante weitere Dinge studieren dürfen. Bis dann wünschen euch Gottes reichen Segen, viel Freude im Studium des Wortes Gottes, der Geschichte und vor allem viel Freude darin, Jesus im Alltag zu erleben und mit ihm durch den Alltag zu gehen. Gott mit euch. Amen.


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