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In dieser Lektion der Serie „Vom Schatten zum Licht“ beleuchtet Ronny Schreiber die biblische Prophetie der „zwei Zeugen“ aus Offenbarung 11. Er erklärt, dass diese Zeugen das Alte und Neue Testament repräsentieren und geht auf die prophetische Zeitspanne von 1260 Tagen/Jahren ein. Der Vortrag konzentriert sich auf die historische Erfüllung dieser Prophezeiung während der Französischen Revolution, als die Bibel verboten und der Atheismus zur Staatsreligion erklärt wurde, was als das „Töten“ der Zeugen interpretiert wird. Abschließend wird die „Auferweckung“ der Zeugen nach dieser dunklen Periode thematisiert.


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Serie: CSH 2024 Q2 - Vom Schatten zum Licht

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Transkript

[0:36] Ein herzliches Willkommen zur Christ Study Hour. Wir sind im zweiten Quartal 2024 und möchten uns heute mit Lektion 6 beschäftigen. In unserem Thema „Vom Schatten zum Licht“ geht es heute um die zwei Zeugen. Unser Merkvers, den finden wir in Jesaja 40 und dort ist es Vers 8: „Das Gras ist verdorrt, die Blume ist abgefallen, aber das Wort unseres Gottes bleibt in Ewigkeit.“

[1:01] Über dieses Wort wollen wir uns gleich austauschen, wollen ein bisschen hineinlesen und wollen mal schauen, was wir da heute Spannendes entdecken. Ich freue mich auf dieses Thema und bevor wir beginnen, lass uns zusammen beten. Unser lieber himmlischer Vater, wir möchten dir danken dafür, dass wir jetzt gemeinsam in deinem Wort studieren dürfen. Bitte, Herr, sei du mit deinem Heiligen Geist bei uns. Hilf uns, die Texte auszulegen, richtigerweise zu verstehen, dass dein Wort sich selbst erklärt. Und wir danken dir dafür im Namen Jesu. Amen.

[1:33] Wir machen diese Lektion jetzt in Vorbereitung auf den 10. Mai und wollen gleich beginnen mit dem Sonntagsthema, das da auch heißt: „Die zwei Zeugen“.

[1:44] In Offenbarung 11 lesen wir von der Französischen Revolution, also einer Zeit, in der Frankreich damals radikal seine Staatsreligion geändert hat. Und das Christentum wurde abgeschafft und dafür wurde der Atheismus als Staatsreligion eingeführt.

[2:02] In dieser Zeit sind wir, und ich möchte mal schauen mit euch in Offenbarung 11 und dort die Verse 3 bis 6 lesen. Dort heißt es: „Und ich will meinen zwei Zeugen geben, dass sie weissagen werden 1260 Tage lang, bekleidet mit Sacktuch. Das sind die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter, die vor dem Gott der Erde stehen. Und wenn jemand ihnen Schaden zufügen will, geht Feuer aus ihrem Mund hervor und verzehrt ihre Feinde. Und wenn jemand ihnen Schaden zufügen will, muss er so getötet werden. Diese haben Vollmacht, den Himmel zu verschließen, damit kein Regen fällt in den Tagen ihrer Weissagung; und sie haben Vollmacht über die Gewässer, sie in Blut zu verwandeln und die Erde zu schlagen mit jeder Plage, so oft sie wollen.“

[2:50] Mit diesem Text wollen wir uns gleich auseinandersetzen und wir machen das so, dass wir mal schauen, so Vers für Vers, was sagt eigentlich White dazu? Sie beschreibt es wunderschön ausführlich, also wie die Zeit damals war. Und so beginnen wir mit Offenbarung 11 und dort Vers 3. Da heißt es ja: „Und ich will meinen zwei Zeugen geben, dass sie weissagen werden 1260 Tage lang, bekleidet mit Sacktuch.“ Ich lese aus dem „Großen Kampf“.

[3:28] Seite 267: „Die hier erwähnten 42 Monate und 1260 Tage sind ein und dieselbe Zeitangabe. Beide bezeichnen die Zeit, als die Gemeinde Christi von Rom unterdrückt wurde. Die 1260 Jahre päpstlicher Oberherrschaft begannen mit dem Jahre 538 nach Christus und mussten demnach 1798 ablaufen. Zu dieser Zeit drang eine französische Armee in Rom ein und nahm den Papst gefangen, der später in der Verbannung starb. Wenn auch bald darauf ein neuer Papst gewählt wurde, so hat die päpstliche Priesterherrschaft doch nie wieder die Macht auszuüben vermocht, die sie ehedem besessen hatte. Die Verfolgung der Gemeinde Christi erstreckte sich nicht bis an das Ende der 1260 Jahre. Aus Erbarmen mit seinem Volk verkürzte Gott die Zeit der Feuerprobe. In seiner Weissagung von der großen Trübsal, welche die Gemeinde heimsuchen sollte, sagte der Heiland: ‚Wo diese Tage nicht würden verkürzt, so würde kein Mensch selig. Aber um der Auserwählten willen werden die Tage verkürzt.‘ Durch den Einfluss der Reformation wurde die Verfolgung schon vor dem Jahre 1798 eingestellt.“

[4:42] Ich lese gleich weiter im „Großen Kampf“, Seite 268: „Sie sollen weissagen 1260 Tage, angetan mit Säcken. Während des größeren Teils dieser Zeit blieben Gottes Zeugen im Verborgenen. Die päpstliche Macht versuchte, das Wort der Wahrheit vor dem Volk zu verbergen und stellte falsche Zeugen auf, die dem Zeugnis des Volkes widersprechen sollten. Als die Bibel von kirchlichen und weltlichen Behörden verbannt und ihr Zeugnis verfälscht wurde und man allerlei Versuche unternahm, die Menschen und Dämonen ersinnen konnten, um die Gemüter des Volkes von ihr abzulenken; als die, welche es wagten, ihre heiligen Wahrheiten zu verkündigen, gehetzt, verraten, gequält, in Gefängniszellen begraben, um ihres Glaubens willen getötet oder in die Festen der Berge und in die Schluchten und Höhen der Erde zu fliehen gezwungen wurden, da weissagten die Zeugen in Säcken. Dennoch setzten sie ihr Zeugnis während der ganzen 1260 Jahre fort. In den dunkelsten Zeiten gab es treue Männer, die Gottes Wort liebten und um seine Ehre eiferten. Diesen treuen Knechten wurden Weisheit, Macht und Stärke verliehen, während dieser ganzen Zeit seine Wahrheit zu verkündigen.“

[6:06] Das ist die Auslegung von White zu diesem Vers 3. Ist bemerkenswert. Also, die 1260 Tage oder 1260 Jahre, in denen die Zeugen dieses Sacktuch getragen haben, das war die Zeit, als das Neue und Alte Testament verboten war und man es nicht, ja, es nicht öffentlich kundgetan werden durfte. Das Evangelium musste also versteckt sein.

[6:33] Und dann sagt sie zu Vers 4, Offenbarung 11, Vers 4: „Das ist dieser Vers: ‚Das sind die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter, die vor dem Gott der Erde stehen.‘“ Sie sagt im „Großen Kampf“ und ich lese wieder auf Seite 267: „Über die zwei Zeugen sagt der Prophet ferner: ‚Dieses sind die zwei Ölbäume und zwei Fackeln, die vor dem Herrn der Erde stehen.‘ Der Psalmist erklärt: ‚Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.‘ (Psalm 119,105) Die beiden Zeugen stellen die Schriften des Alten und Neuen Testaments dar. Beide sind wichtige Zeugnisse für den Ursprung und die Fortdauer des Gesetzes Gottes. Beide sind gleichfalls Zeugen für den Heilsplan. Die Vorbilder, die Opfer und die Weissagung des Alten Testaments weisen auf den kommenden Erlöser hin. Die Evangelien und die Briefe des Neuen Testaments berichten von einem Heiland, der genauso gekommen ist, wie es die Vorbilder und Weissagung vorhergesagt hatten.“

[7:36] Also, diese beiden Ölbäume und auch die beiden Zeugen, wie sie genannt werden, ähm, diese beiden sind das Neue und das Alte Testament, heißt es hier.

[7:49] In Offenbarung 11, Vers 5 und 6 heißt dann: „Und wenn jemand ihnen Schaden zufügen will, geht Feuer aus ihrem Mund hervor und verzehrt ihre Feinde. Wenn jemand ihnen Schaden zufügen will, muss er so getötet werden. Diese haben Vollmacht, den Himmel zu verschließen, damit kein Regen fällt in den Tagen ihrer Weissagung; und sie haben Vollmacht über die Gewässer, sie in Blut zu verwandeln und die Erde zu schlagen mit jeder Plage, so oft sie wollen.“

[8:12] Nun, Gottes Wort selbst ist eine Kraft. Er hat seinem Wort Vollmacht gegeben, dass genau das ausgeführt wird, was hier in diesem Wort geschrieben steht. Also, so wie es da steht, wird es auch ausgeführt und niemand kann dieses verhindern, denn es ist Gottes Wort. Und immer wieder lesen wir in der Bibel, welche Ereignisse in Zukunft noch kommen werden, also was sich noch erfüllen muss. Und wir können annehmen, dass sich die Dinge auch genauso erfüllen werden, wie sie da drin steht, denn niemand kann sie daran hindern. Das Alte und Neue Testament sind Zeugen von Gott, die tun, was sie wollen, also was da drin steht. Im Laufe der Jahrhunderte und ja, vielleicht auch Jahrtausende haben Menschen immer wieder versucht, dieses Wort zu verfälschen, zu verändern, irgendwie vielleicht den Menschen vorenthalten, es verborgen zu halten. Aber Gott hat es nicht zugelassen, dass sein Wort geschändet wird.

[9:10] Im „Großen Kampf“, Seite 268, schreibt Ellen White: „Die Menschen können nicht ungestraft das Wort Gottes mit Füßen treten. Die Bedeutung dieser schrecklichen Drohung wird uns im letzten Kapitel der Offenbarung gegeben: ‚Ich bezeuge allen, die da hören die Worte der Weissagung in diesem Buch: So jemand dazusetzt, so wird Gott zusetzen auf ihm die Plagen, die in diesem Buch geschrieben stehen. Und so jemand davon tut von den Worten des Buches dieser Weissagung, so wird Gott abtun sein Teil vom Holz des Lebens und von der heiligen Stadt, davon in diesem Buch geschrieben ist.‘“

[9:41] Also, das Wort Gottes steht felsenfest. Man kann dagegen kämpfen, aber man kann dieses Wort Gottes nicht auslöschen. Das Wort Gottes tut genau das, was da drin steht. Also, die Zeiten, die vorhergesagt sind, werden genauso eintreffen und niemand kann es hindern. Wenn auch die Zeugen des Neuen und Alten Testaments eine Zeit lang in Sacktuch gingen, also, sagen wir, in Trauer gewandt waren, weil ihr Wort nirgendswo gehört wurde. Es wurde ja von einer falschen Kirche sozusagen verboten oder Menschen wurden unterdrückt, die das Wort der Wahrheit weitergegeben haben.

[10:20] Unser Montagsthema sprach über diese prophetischen Zeitabschnitte. Und wir hatten ja gerade eben erst eingelesen, so einen prophetischen Zeitabschnitt, nämlich in Offenbarung 11, Vers 3. Dort heißt es: „Ich will meinen zwei Zeugen geben, dass sie weissagen werden 1260 Tage lang, bekleidet mit Sacktuch.“ Und diese 1260 Tage, die finden wir öfter mal in der Bibel. Wir finden sie zum Beispiel auch in Offenbarung 12 und dort Vers 5 und 6. Dort heißt es: „Und sie gebar einen Sohn, einen männlichen, der alle Heidenvölker mit eisernem Stab weiden wird. Und ihr Kind wurde entrückt zu Gott und seinem Thron. Und die Frau floh in die Wüste, wo sie einen von Gott bereiteten Ort hat, damit man sie dort 1260 Tage lang ernähre.“

[11:09] Also, hier auch die 1260 Tage. Dann gibt es eine Stelle in Offenbarung 12, ebenfalls, aber dort Verse 14 und 15. Dort heißt es: „Und es wurden der Frau zwei Flügel des großen Adlers gegeben, damit sie in die Wüste fliegen kann an ihren Ort, wo sie ernährt wird eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit fern von dem Angesicht der Schlange. Und die Schlange speite aus ihrem Maul der Frau Wasser nach wie ein Strom, damit sie von dem Strom fortgerissen würde.“

[11:41] Jetzt haben wir mehrere Zeitangaben. Wir haben die 1260 in den ersten beiden Beispielen gehört. Und jetzt heißt es hier von einer Zeit, zwei Zeiten, einer halben Zeit, also dreieinhalb Jahre. Dreieinhalb Jahre sind sozusagen – wenn man es auf das Jahr damals in Israel bezieht, das 360 Tage hatte – also 360 mal 3,5, dann kommt man auch auf 1260 Tage. Der Zeitabschnitt der Frau hier in der Wüste war diese 1260 Tage oder dreieinhalb Zeiten.

[12:19] Dreieinhalb Zeiten. Übrigens, ein Kapitel weiter in der Offenbarung, Offenbarung 13, Vers 5. Dort heißt es: „Und es ward ihm gegeben ein Mund, zu reden große Dinge und Lästerung; und es ward ihm gegeben, dass es mit ihm währte 42 Monate lang.“ Hier wird jetzt dieses Tier in Offenbarung 13 beschrieben, also auch das Papsttum, von dem wir gerade schon gelesen hatten. Das soll 1260 Tage regieren. Und hier in Offenbarung 13,5 wird es wieder beschrieben, aber hier heißt es weder 1260 Tage noch stehen hier dreieinhalb Zeiten, hier stehen 42 Monate. Und 42 Monate sind aber die gleiche Zeitspanne. 42 Monate mal der israelitische Monat hatte 30 Tage, also mal 30, dann kommen wir auf 1260 Tage.

[13:13] Und das können wir vergleichen mit Daniel 7, Vers 25, denn da wird die gleiche Macht beschrieben, die in Offenbarung 13 als dieses Tier das Papsttum repräsentiert. In Daniel 7, Vers 25, hier ist das kleine Horn dargestellt. Dort heißt es: „Und er wird freche Reden gegen den Höchsten führen und die Heiligen des Allerhöchsten aufreiben; und er wird danach trachten, Zeiten und Gesetz zu ändern; und sie werden in seine Gewalt gegeben für eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit.“ Also, die gleiche Macht, die hier Lästerung redet 42 Monate lang, die wird hier in Daniel 7 freche Reden führen für eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit, also dreieinhalb Jahre. Alles deutet hier auf die gleiche Zeitspanne hin. Es sind immer diese 1260 Tage.

[14:03] Nach Hesekiel 4, Vers 6 wissen wir, dass Gott sagt: „Je einen Tag will ich dir für ein Jahr auferlegen.“ Wir wissen also dank Isaac Newton, der das damals 1733 rausbekommen hat, dass wir in den prophetischen Zeitketten, wenn dort Tage genannt werden, dafür Jahre einsetzen können. Und so wissen wir natürlich, wenn 1260 Tage geschrieben sind, in allen ihren verschiedenen Ausführungen, aber immer 1260 Tage, dass diese eine Zeitspanne von 1260 Jahren meint. Und diese Zeitspanne, die kennen wir in der Bibel, die kommt öfter vor. Und es ist der Zeitpunkt, als die letzten Feinde, die letzten Widersacher des Papstes, niedergeworfen waren, und er jetzt in Vollmacht stand, bis zu dem Zeitpunkt, als seine Vollmacht gekappt wurde. Also, es war das Jahr 538, als der letzte der drei rebellischen Stämme sozusagen – als Theoderich, der König der Ostgoten, damals starb. Da bekam der Papst die Vollmacht im Jahr 538. Und diese Vollmacht sollte 1260 Jahre lang bestehen bleiben, also bis zum Jahr 1798, als damals eine französische Armee unter General Berthier damals Papst Pius VI. absetzte, das den Vatikanstaat auflöste, den Papst entmachtete. Also, so Zeitspannen, prophetische Zeitlinien, finden wir immer wieder in der Bibel und die sind auch so vorhergesagt und niemand kann diese Zeitspannen irgendwie verändern, denn die zwei Zeugen haben Macht, und niemand kann dagegen kämpfen oder irgendwas verändern, was Gott da in seinem Wort geschrieben hat.

[15:43] Übrigens, in Offenbarung 11, Verse 7 bis 9, da lesen wir dann weiter. Also, jetzt kommen wir in diese Zeit hinein der Französischen Revolution. „Und wenn sie ihr Zeugnis vollendet haben, wird das Tier, das aus dem Abgrund heraufsteigt, mit ihnen Krieg führen und sie überwinden und sie töten. Und ihre Leichname werden auf der Straße der großen Stadt liegen, die im geistlichen Sinn Sodom und Ägypten heißt, wo unser Herr gekreuzigt worden ist. Und viele aus den Völkern und Stämmen und Sprachen und Nationen werden ihre Leichname sehen dreieinhalb Tage lang und sie werden nicht zulassen, dass ihre Leichname in Gräber gelegt werden.“

[16:24] Und was wird hier, was ist hier passiert, was beschreibt hier in Offenbarung 11? Also, sie haben ihr Zeugnis vollendet, diese 1260 Tage. Aber da am Ende ist irgendwas passiert, denn das Tier, das aus dem Abgrund heraufsteigt, wird mit ihnen Krieg führen. Also, da führt tatsächlich ein Tier, also eine Nation, ein Reich, gegen die zwei Zeugen, also das Neue und Alte Testament, einen Krieg, wobei wir doch wissen, dass die nicht überwunden werden können. Aber hier heißt es: „Es wird sie überwinden und wird sie töten, und ihre Leichname werden auf den Straßen der großen Stadt liegen.“ Was ist da geschichtlich passiert?

[17:07] Wir lesen es von Ellen White im „Großen Kampf“, Seite 269 und Seite 270: „Die große Stadt, in deren Gassen die Zeugen erschlagen wurden und wo ihre Leichname lagen, heißt geistlich Ägypten. Die biblische Geschichte sagt uns von keiner Nation, die das Dasein des lebendigen Gottes dreister verleugnete und sich seinen Geboten mehr widersetzte als Ägypten. Kein Monarch wagte je eine offenere und vermessenere Empörung gegen die Autorität des Himmels als der König Ägyptens. Als Mose ihm im Namen des Herrn dessen Botschaft brachte, gab der Pharao stolz zur Antwort: ‚Wer ist der Herr, dessen Stimme ich hören müsse und Israel ziehen lassen? Ich weiß nichts von dem Herrn, will auch Israel nicht ziehen lassen.‘ (2. Mose 5, Vers 2) Dies ist die Gottesleugnung, und die durch Ägypten versinnbildete Nation sollte die Ansprüche des lebendigen Gottes in ähnlicher Weise verleugnen und den gleichen ungläubigen und herausfordernden Geist an den Tag legen. Die große Stadt wird auch geistlich mit Sodom verglichen. Die Verderbtheit Sodoms in der Übertretung des Gesetzes Gottes bekundete sich ganz besonders in seinem zuchtlosen Verhalten. Diese Sünde war ebenfalls ein sehr hervorstechender Zug des Volkes, das die Einzelheiten dieser Schriftstelle erfüllen sollte.“

[18:43] Ich lese weiter auf Seite 270: „Nach den Angaben des Propheten sollte sich kurz vor dem Jahre 1798 eine Macht satanischen Ursprungs und Charakters wider die Bibel erheben, und in dem Lande, in dem das Zeugnis der beiden Zeugen Gottes auf diese Weise zum Schweigen gebracht werden sollte, würde sich die Gottesleugnung Pharaos und die Unzucht Sodoms offenbaren. Diese Weissagung hat in der Geschichte Frankreichs eine überaus genaue und treffende Erfüllung gefunden. Während der Revolutionszeit im Jahre 1793 hörte die Welt zum ersten Mal, dass eine Versammlung von Männern, die gesittet geboren und erzogen waren und sich das Recht anmaßten, eine der schönsten Nationen Europas zu regieren, ihre vereinte Stimme erhob, um die feierlichste Wahrheit, welche die Seele des Menschen empfangen kann, zu verleugnen und einstimmig den Glauben an Gott und die Anbetung der Gottheit zu verwerfen.“

[19:43] Seite 271: „Frankreich zeigte die Merkmale, die Sodom besonders gekennzeichnet hatten. Während der Revolution herrschte ein Zustand sittlicher Erniedrigung und Verderbtheit, ähnlich dem, der einst den Untergang über die Städte Sodom und Gomorra brachte. Ein Historiker spricht über die Gottesleugnung und die Unzucht Frankreichs, wie sie uns in der Weissagung vorhergesagt sind: ‚Eng verbunden mit diesen religionsfeindlichen Gesetzen war jenes, welches das Ehebündnis, die heiligste Verbindung, die menschliche Wesen eingehen können und deren Dauerhaftigkeit am meisten zur Festigung der Gesellschaft beiträgt, auf die Stufe eines rein bürgerlichen Übereinkommens vorübergehender Natur herabwürdigte, welches irgendwelche zwei Personen miteinander treffen und nach Willkür wieder lösen können. Hätten böse Geister es unternommen, ein Verfahren zu entdecken, welches auf die wirksamste Weise alles zu Grunde richtet, was sich an Ehrwürdigem, Anmutigem und Dauerhaftem im Familienleben bietet, und hätten sie gleichzeitig die Zusicherung gehabt, dass das Unheil, das sie anzurichten beabsichtigen, von einem Geschlecht auf das andere fortgepflanzt werden sollte, so hätten sie keinen wirksameren Plan ersinnen können als die Herabwürdigung der Ehe.‘ Sophie Arnould, eine durch ihren geistreichen Witz berühmte Sängerin, beschrieb die republikanische Hochzeit als das Sakrament des Ehebruchs.“

[21:08] Nun, Ellen White beschreibt hier sehr, sehr deutlich über diese Verse, was gemeint ist. Sie schreibt, es war die Zeit der Französischen Revolution, als sich damals der Adel und der Klerus verbündet hatten und gegen das Volk waren. Und sie hatten die Gelder an sich genommen. Als die Hungersnot kam, ist irgendwann das Volk aufgestanden und hat – den Sturm gegen die Bastille und viele andere Szenen, an die wir uns erinnern – dem Adel und dem Klerus den Kampf angesagt und diese auch überwunden. Haben sich dann in einer Nationalversammlung dafür ausgesprochen, dass die Religion abgeschafft wird, also dass die Kirchen geschändet werden und dass man nur noch die Göttin der Vernunft ehrt. Und dann wurde eine Theaterschauspielerin genommen, sie wurde entkleidet, auf einen Thron gesetzt und durch die Straßen Paris getragen, und man sagte: „Das ist die Göttin Vernunft, die beten wir an.“ Die Kirchen wurden geschändet und entheiligt. Und was dabei rauskam, das war Mord und Blutvergießen. Also, diese Nation ist völlig aus den Fugen geraten. Die Guillotine ist heiß gelaufen in Paris, und der Adel wurde getötet, selbst der Klerus wurde umgebracht. Also, und so viele Menschen starben, selbst die Rädelsführer der Revolution sind dann umgebracht worden. Es war furchtbar.

[22:31] Nun, wie wurden diese beiden Zeugen eigentlich getötet in Frankreich, also das Neue und Alte Testament? Na ja, die Nationalversammlung, die sich traf, hat ein Gesetz herausgegeben. Und in diesem neuen Grundgesetz hieß es dann Paragraph 1: „Es gibt keinen Gott.“ Und so hatte man Gott verworfen und sein Wort für nichtig erklärt. Aber durch Gottes Gnade wurde dieses Wort nach kurzer Zeit wieder aufgestellt. Also, die Zeugen wurden wieder auferweckt, würden wir sagen.

[23:04] Ich lese weiter in Offenbarung 11, also die Zeit der Französischen Revolution. Da heißt es dann in Vers 11: „Und nach dreieinhalb Tagen kam der Geist des Lebens aus Gott in sie, und sie stellten sich auf ihre Füße, und eine große Furcht überfiel die, welche sie

[23:21] Große Furcht überfiel die, welche sie sahen. Nach dreieinhalb Tagen – das wären also dreieinhalb Jahre – da sind die beiden Zeugen plötzlich wieder hochgekommen. Und so lange dauerte auch diese Schreckensherrschaft damals in der Französischen Revolution. Erst nach dreieinhalb Jahren wurde das Gesetz Gottes wieder etabliert und die Bibel auch wieder aufgelegt.

[23:42] Ich möchte mal zeigen, was Ellen White schreibt im Buch "Vom Schatten zum Licht" auf Seite 261: „Obwohl Gottes treue Zeugen durch die gotteslästerliche Macht, die aus dem Abgrund kam, erschlagen wurden, sollten sie nicht lange schweigen. Und nach drei Tagen und einem halben fuhr in sie der Geist des Lebens von Gott, und sie stellten sich auf ihre Füße, und eine große Furcht fiel auf die, die sie sahen.“

[24:09] 1793 hat die französische Nationalversammlung Gesetze verabschiedet, die die christliche Religion abschafften und die Bibel verboten. Dreieinhalb Jahre später hat dieselbe Versammlung durch einen weiteren Erlass diese Gesetze wieder rückgängig gemacht, und die Bibel wurde wieder geduldet.

[24:27] „Die Welt war über die ungeheure Schuld entsetzt, die die Verwerfung dieser heiligen Offenbarung nach sich gezogen hatte, und man erkannte die Notwendigkeit des Glaubens an Gott und an sein Wort als Grundlage von Tugend und Sittlichkeit.“

[24:47] „Der Herr sagt: Wen hast du geschmäht und gelästert? Über wen hast du die Stimme erhoben? Du hobst deine Augen empor wider den Heiligen Israels! Darum siehe, diesmal will ich sie lehren und meine Kraft und Gewalt ihnen kundtun, dass sie erfahren sollen: Ich heiße der Herr.“ (Seite 262)

[25:09] Über die zwei Zeugen sagt der Prophet weiter: „Und sie hörten eine große Stimme vom Himmel zu ihnen sagen: Steigt herauf! Und sie stiegen auf in den Himmel in einer Wolke, und es sahen sie ihre Feinde.“

[25:23] Nachdem Frankreich gegen die beiden Zeugen Gottes zu Felde gezogen war, gelangten diese zu Ehren wie nie zuvor. 1804 wurde die britische und ausländische Bibelgesellschaft gegründet. Ähnliche Gesellschaften mit Zweigstellen auf dem europäischen Kontinent folgten. 1816 nahm die amerikanische Bibelgesellschaft ihre Tätigkeit auf. Als die britische Bibelgesellschaft gegründet wurde, waren gedruckte Bibeln schon in 50 Sprachen erhältlich. Seitdem wurde die Bibel in vielen Hunderten von Sprachen und Dialekten übersetzt.

[25:58] Nun, Gott selber achtet auf sein Wort, er behütet es und bewahrt es, damit wir nicht im Dunkeln stehen und den Weg nach Hause finden können. Aus Liebe hat Gott selbst dafür gesorgt, dass sein Wort die ganze Welt erreicht.

[26:12] Wir lesen in Psalm 12, Verse 7 und 8: „Die Worte des Herrn sind reine Worte, in einem Tiegel geschmolzenes Silber, siebenmal geläutert. Du, oh Herr, wirst sie bewahren, wirst sie behüten vor diesem Geschlecht ewiglich.“

[26:30] Die Psalmen sagen, dass Gott auf sein Wort aufpasst. Er selber verteidigt sein Wort. Dieses Wort kann nicht einfach weggenommen werden, wie man das in Frankreich versucht hatte, denn dieses Wort ist mehr als nur ein Wort, wie wir in der letzten Lektion schon gehört haben. Es ist unser Leben, und Gott möchte, dass den Menschen dieses Wort zugänglich ist. Und so hat er dafür gesorgt, dass nach diesen ganzen Katastrophen in Frankreich die Bibelgesellschaften aus dem Boden sprießen und dieses Wort in der ganzen Welt verkündigt wurde. Und heute hat fast jeder Haushalt irgendwo eine Bibel.

[27:03] Das war sozusagen das, was der Französischen Revolution folgte: eine Verbreitung der Bibel. Dieses Wort konnte nicht geändert werden, konnte auch nicht abgeschafft werden.

[27:15] Im Psalm 119, Vers 89 lesen wir: „Auf ewig, oh Herr, steht dein Wort fest in den Himmeln.“

[27:22] Psalm 111, Verse 7 und 8 sagt: „Die Werke seiner Hände sind Wahrheit und Recht. Alle seine Verordnungen sind unwandelbar, bestätigt für immer und ewig, ausgeführt in Treue und Aufrichtigkeit.“

[27:39] Es ist wichtig für uns, darauf zu achten, dass unser christliches Leben nicht nur auf Tradition und auf irgendwelchen äußeren Formen aufbaut, sondern dass unser Glaube seinen Grund in der Bibel hat, auf dem Felsen Jesu Christi. Denn was nicht auf Gottes Wort gegründet ist, das wird die Zeiten nicht überstehen. In Zeiten der Prüfung muss unser Glaube auf dem Felsen gegründet sein. Ist er nicht auf dem Felsen gegründet, wird er weggewaschen werden wie ein Haus, das auf Sand gebaut ist.

[28:11] Ich lese von White in dem Buch "Das bessere Leben", Seite 123: „Jeder Bau aber, der einen anderen Grund hat als Gottes Wort, wird zusammenstürzen. Wer den Juden zur Zeit Christi gleicht, auf den Grund menschlicher Meinung und Ansichten baut, sich auf Formen und Formeln menschlicher Herkunft verlässt oder auch auf Werke, die er ohne die Gnade Christi zu tun vermag, baut seine Persönlichkeit auf lockeren Sand. Die furchtbaren Wasser der Versuchung werden den Grund unterspülen, und sein Haus wird als Wrack an den Strand der Zeit gespült.“

[28:55] „Darum spricht Gott, der Herr: Ich will das Recht zur Richtschnur und die Gerechtigkeit zur Waage machen. So wird Hagel die falsche Zuflucht zerschlagen, und Wasser sollen den Schutz wegschwemmen.“

[29:12] Nun, wenn wir sagen, wir folgen Jesus Christus, dann muss unser Glaube auf die Bibel gegründet sein. Denn in Zeiten der Versuchung und Zeiten der Prüfung, da wird unser Glaube geprüft bis auf seine Grundmauern, bis auf das Fundament. Und wenn das Fundament nicht felsenfest gegründet ist in Jesus Christus, dann wird unser Leben weggeschwemmt werden, und wir werden den Halt verlieren, und wir werden unseren Glauben aufgeben.

[29:41] Es ist heute wichtig für uns, dass wir das, was wir glauben, auch mit der Bibel belegen können, dass wir sagen können: „Ich glaube, weil es da drin steht.“ Und ich habe in meinem Leben Erfahrung gemacht mit Gott, und Gott hat immer gezeigt, dass er treu ist und dass ich seinem Wort vertrauen kann. Und deswegen glaube ich auch jetzt in den schwierigsten Nöten und größten Versuchungen, dass Gottes Wort unabänderlich ist und dass Gott sein Wort auch jetzt in meinem Leben bewahren wird. Und ich halte daran fest. Und bei all dem, was ich sehe, bei all den komischen Dingen in der Welt, weiß ich doch: Das ist die Wahrheit. Manchmal trügen mich sogar meine Augen. Ich kann meinen Augen nicht trauen. Dann muss ich prüfen, was ist Wahrheit, und dafür brauche ich Gottes Wort. Und es ist gut, dass wir heute lernen, uns darin zurechtzufinden, dass wir heute lernen, uns im Wort Gottes auszukennen, denn eines Tages werden wir geprüft werden: Haben wir wirklich Halt im Worte Gottes?

[30:35] Nun, ich möchte noch mit euch diesen Donnerstag-Abschnitt angucken, der sich so ein bisschen heraushebt aus der ganzen Woche. Er ist überschrieben mit „Die Wahrheit triumphiert“. Und wir lesen noch tiefer und noch weiter im 11. Kapitel der Offenbarung, und dort die Verse 15 bis 18.

[30:54] Dort heißt es: „Und der siebte Engel stieß in die Posaune. Da ertönten laute Stimmen im Himmel, die sprachen: Die Königreiche der Welt sind unserem Herrn und seinem Christus zuteilgeworden, und er wird herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit. Und die 24 Ältesten, die vor Gott auf ihren Thronen saßen, fielen auf ihr Angesicht und beteten Gott an und sprachen: Wir danken dir, oh Herr, Gott, du Allmächtiger, der du bist und der du warst und der du kommst, dass du deine große Macht an dich genommen und deine Königsherrschaft angetreten hast. Und die Heidenvölker sind zornig geworden, und dein Zorn ist gekommen, und die Zeit, dass die Toten gerichtet werden, und dass du deinen Knechten, den Propheten, den Lohn gibst und den Heiligen und denen, die deinen Namen fürchten, den Kleinen und den Großen, und dass du die verdirbst, welche die Erde verderben.“

[31:55] Nun, was wird hier beschrieben? Wann erschallt diese siebte Posaune? Nun, White selber benutzt – also sie sagt nicht wortwörtlich, dann und dann wird die siebte Posaune erscheinen – aber sie benutzt die Bildsprache aus dem gerade Gelesenen und setzt es in ihre Zeit und in unsere Zeit, zeigt also die Zeit, in der sie gelebt hat und die Zeit, die jetzt unmittelbar vor uns liegt, und sagt hier: „Erfüllt sich die siebte Posaune.“

[32:28] Also der Abschluss des Werkes könnte jetzt eigentlich kommen, denn die würden sagen, die siebte Posaune hat schon geblasen. Eigentlich müsste der Abschluss jetzt kommen, aber die Winde werden noch zurückgehalten, weil Gott nicht möchte, dass jemand verloren geht, sondern es ist noch Gnadenzeit. Menschen können noch gerettet werden.

[32:47] Ich möchte das kurz vorlesen aus der "Schatzkammer der Zeugnisse", Band 2, Seite 333. White sagt: „Wir stehen an der Schwelle gewaltiger und feierlicher Ereignisse. Die Weissagungen gehen in Erfüllung. Ein fremdartiger, ereignisreicher Geschichtsablauf ist in den Büchern des Himmels gezeichnet. In dieser Welt ist es in Erregung. Kriege und Kriegsgeschrei sind da, die Völker sind zornig, und die Zeit der Toten ist gekommen, dass sie gerichtet werden. Die Ereignisse stürzen sich und führen den Tag des Herrn herbei, der sehr eilt. Nur ein Augenblick der Zeit sozusagen ist uns noch geblieben. Aber obschon sich ein Reich gegen das andere und ein Volk gegen das andere erhebt, ist der allgemeine Krieg noch nicht ausgebrochen. Noch werden die vier Winde gehalten, bis die Diener Gottes an ihren Stirnen versiegelt sind. Dann werden die Mächte der Erde ihre Kräfte zum letzten großen Streit einsetzen.“

[33:53] Nun, aufgrund dieser Tatsache gehen wir davon aus, dass die siebte Posaune die Zeit von 1844 bis zur Zeit des Endes der Gnadenzeit beschreibt. Denn es werden einige Dinge hier genannt in diesem Bibeltext. Also wir wissen zum Beispiel, sie preisen den, der da kommt, also Zukunft, das heißt, Christus ist noch nicht wiedergekommen. Gleichzeitig aber wissen wir, dass es heißt: „Die Völker sind zornig geworden.“ Sie bezieht das auf die Zeit, in der sie lebt und die jetzt noch vor uns liegt, also so eine Zeitspanne, also nach 1844. Und es heißt hier, dass er, siehe, die Rache kommt, und er wird als ein König wiederkommen. Es heißt es hier: „Du wirst deine Macht an dich genommen und die Königsherrschaft angetreten.“ Und da wissen wir, es muss Ende der Gnadenzeit sein. Legt er die Priestergewänder ab und tritt die Königsherrschaft an, legt die königlichen Gewänder an. Also hier wird eine Zeitspanne gezeigt, irgendwann nach 1844 bis zur Zeit des Endes der Gnadenzeit, wenn wir noch einen Vers weiterlesen, nämlich Offenbarung 11, Vers 19.

[35:13] Haben wir jetzt gerade ausgelassen, wir lesen den noch mit rein. Dann heißt es hier: „Und der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet, und die Lade seines Bundes wurde sichtbar in seinem Tempel. Und es geschahen Blitze und Stimmen und Donner und ein Erdbeben und ein großer Hagel.“

[35:32] Auch hierzu möchte ich Ellen White zitieren im Buch "Vom Schatten zum Licht", Seite 393: „Der Tempel Gottes im Himmel wurde aufgetan, und die Lade seines Bundes wurde in seinem Tempel sichtbar (Offenbarung 11,19). Die Bundeslade Gottes befindet sich im Allerheiligsten, in der zweiten Abteilung des Heiligtums. Im Heiligtumsdienst auf Erden, dem Abbild und Schatten des himmlischen, wurde diese Abteilung nur am großen Versöhnungstag anlässlich der Reinigung des Heiligtums geöffnet. Wenn also gesagt wird, dass der Tempel Gottes im Himmel aufgetan und die Lade seines Bundes in seinem Tempel sichtbar wurde, weist das auf die Öffnung des Allerheiligsten im himmlischen Heiligtum im Jahr 1844 hin, als Christus dort eintrat, um das Abschlusswerk der Versöhnung durchzuführen. Alle, die ihrem großen Hohenpriester im Glauben ins Heiligtum folgten, als er seinen Dienst im Allerheiligsten begann, sahen die Lade seines Bundes. Weil sie sich mit dem Heiligtumsdienst befasst hatten, verstanden sie die Veränderung im Dienst ihres Erlösers und erkannten, dass er nun sein Blut im Namen der Sünder vor der Lade Gottes darbot.“

[36:51] Also durch den Beginn des Versöhnungsdienstes, also vom 22. Oktober 1844 an, wird jeder gerettet, der sein Leben mit Christus verbindet. Dieser Zeitabschnitt, den wir gerade gelesen haben, muss also irgendwo da 1844 ansetzen, und von da aus beschreibt er dann sozusagen die siebte Posaune bis zum Ende der Gnadenzeit, also bis vor die Wiederkunft Jesu, bis zur Zeit des Zorns, also bis zur Zeit, wenn die Plagen fallen.

[37:23] Jetzt gerade, wo wir diese Lektion hier studieren, findet ein Gericht im Himmel statt. Jetzt gerade steht Christus im Gerichtssaal, nicht um jemanden zu verurteilen, sondern jetzt ist er da, um sein Volk freizurufen. Denn du und ich, wir stehen ja unter dem Banner des Todes. Wir haben gesündigt, und der Sünde Sold ist der Tod, und wir sind eigentlich alle dem Tod überantwortet. Aber jetzt gerade im himmlischen Gericht, da steht Christus auf und ruft sein Volk von Adam an frei, alle, die zu ihm gehören, sagen: „Der gehört zu mir, der gehört zu mir, der gehört zu mir. Ich habe mein Leben für ihn gegeben, und er gab sein Leben für mich. Er hat sein altes Leben aufgegeben und lebt jetzt ein Leben meiner Nachfolge. Er ist mein Kind.“ Und dadurch wird er im Gericht freigesprochen. Denn als ein Kind Gottes gehörst du ja zum Leib Christi. Er ist das Haupt, wir sind der Leib, wir seine Glieder. Und der Leib Jesu, der hat ja schon die Strafe bezahlt. Christus wird im Gericht seine Hände zeigen, sagen: „Da sind die Male drin.“ Der Leib Jesu ist schon gestorben, aber der Leib Jesu, das bist auch du und das bin auch ich. Und damit ist die Strafe bezahlt. Wenn du also zum Leib Jesu gehörst, wirst du jetzt gerade in dem Gericht, das jetzt gerade stattfindet seit 1844, freigesprochen werden, wenn deine Rolle geöffnet wird, wenn du zu Jesus Christus gehörst.

[38:54] Am Ende werden nur die Menschen gerettet, die die Wahrheit zu ihrer Zuflucht gemacht haben. Trotz aller Widrigkeiten in der Welt hat der Teufel es nicht geschafft, Gottes Volk vom Weg abzubringen.

[39:08] Im Psalm 89, Verse 15 bis 19 möchte ich den Abschluss unserer Lektion lesen. Psalm 89, 15 bis 19: „Recht und Gerechtigkeit sind die Grundfeste deines Thrones. Gnade und Wahrheit gehen vor deinem Angesicht her. Wohl dem Volk, das den Jubelschall kennt! Oh Herr, im Licht deines Angesichts wandeln sie. Über deinen Namen frohlocken sie allezeit, und durch deine Gerechtigkeit werden sie erhöht. Denn du bist ihr mächtiger Ruhm, und durch deine Gnade wird unser Horn erhöht. Denn der Herr ist unser Schild, ja, der Heilige Israels ist unser König.“

[39:56] Das Volk Gottes, das sich seit jeher auf die Wahrheit berufen hat, die Wahrheit, wie sie in Christus ist – denn er selbst ist die Wahrheit – und trotz aller Widrigkeiten und trotz aller Schwierigkeiten in der Welt, haben sie zur Wahrheit gestanden, und wenn es ihr Leben gekostet hat. Dafür aber haben sie das ewige Leben gewonnen, denn in Christus ist ihr Leben verborgen, und der Teufel kann es von da nicht fordern, denn den Kampf gegen den Teufel hat Christus gewonnen.

[40:23] Mach sicher, dass auch dein Leben in Christus verborgen ist, dass auch wenn die Welt noch mal völlig durchdreht, wie damals zur Zeit der Französischen Revolution, nur nicht mehr auf eine Nation bezogen, sondern weltweit, dass dann dein Leben auf dem festen Fundament steht, dass dein Leben in Christus gegründet ist, damit wenn alles um dich rum verrückt spielt und die Welt in die Finsternis stürzt und die Stürme und die Winde und die Wasser kommen und an deinem Haus rütteln, an deinem Glaubensgebäude, dass dein Haus auf festem Grund steht, dass du sagen kannst: „Hier stehe ich und kann nicht anders.“ Ich bin auf die Wahrheit gegründet. Wie könnte ich ein anderes Fundament wählen als Jesus Christus? Und dann wirst du stehen bleiben, wenn du dich nicht ablenken lässt von der Wahrheit Gottes, wenn du keine Kompromisse machst mit dem Wort Gottes, wenn es dein Fundament ist, dann hast du die Wahrheit zu deiner Zuflucht gemacht, und dann wirst du im großen Gericht durch Jesus Christus freigesprochen werden und das ewige Leben haben.

[41:27] Lass uns beten. Herr, unser Gott, wir möchten dir danken dafür, dass dein Wort Wahrheit ist und dass du dein Wort verteidigt hast über all die Zeitalter, dass wir es heute noch haben und gemeinsam studieren dürfen. Wir möchten dich bitten, Herr, dass du uns Erkenntnis schenkst über dein Wort, damit wir immer weiter wachsen und damit die Erkenntnis zunehme. Gib uns die Kraft, Herr, dass wir dein Wort ausleben können, damit die Menschen, die uns sehen, dich sehen. Und wir danken dir dafür. Amen.

[41:59] Danke, ihr Lieben, dass wir zusammen studieren konnten. Ich wünsche euch Gottes Segen für die Lektion am Sabbat und viel Freude beim Studium. Wir sehen uns dann nächste Woche wieder. Gottes Segen.


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