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Manuskript zur Sendung   >>>   CSH_Manuskript_2024 3rd Nr 5   <<<

In dieser Folge der CSH Spezialserie zum Markusevangelium setzt Christopher Kramp die Betrachtung von Markus Kapitel 5 fort, beginnend mit der Auferweckung der Tochter des Jairus. Er beleuchtet Jesu Macht über den Tod und die Bedeutung des Glaubens angesichts entmutigender Nachrichten. Anschließend widmet sich die Folge dem Besuch Jesu in seiner Heimatstadt Nazareth in Markus Kapitel 6, wo er auf Ablehnung stößt und die Rolle des Unglaubens thematisiert wird.


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Serie: CSH 2024 Q3 Spezial – Das Markusevangelium

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Transkript

[0:35] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour hier auf www.julmedia.de! Wie immer möchten wir auch alle Zuhörer und Zuschauer auf dem Sender Das Wort begrüßen zur fünften Folge unserer Spezialserie, dem CSH Spezial zum Evangelium des Markus. Wir sind mittendrin in Markus Kapitel 5, mittendrin in der Geschichte von der blutflüssigen Frau und der Auferweckung der Tochter des Jairus. Da werden wir heute weiter studieren ab Vers 35 und dann weit in das sechste Kapitel von Markus uns vorarbeiten. Wir wollen ja hier in diesem Sonderformat das ganze Evangelium besser kennenlernen, nicht einfach nur um mehr Informationen zu bekommen, sondern um dadurch unseren Erlöser Jesus Christus als Freund, als Schöpfer, als König besser kennenzulernen und damit ein gutes Fundament zu haben auch für die Bibelgespräche, in denen dann ja ausgewählte Textstellen jeweils am Sabbat thematisiert werden. Wir bereiten uns hier vor auf das Bibelgespräch am 3. August.

[2:24] Bevor wir mitten hinein in die Geschichte gehen und dort weitermachen, wo wir das letzte Mal aufgehört haben, möchten wir Gott einladen, der den Markus inspiriert hat, diese Berichte zu verfassen, dass er uns mit diesem Heiligen Geist erfüllt, der den Markus inspiriert hat, damit wir Geistliches auch geistlich deuten können. Lasst uns gemeinsam beten am Anfang. Lieber Vater im Himmel, wir möchten Dir von ganzem Herzen Dank sagen, dass Du gut zu uns bist, dass Du uns lieb hast, dass Du für uns da bist und dass Dein Wort eine so ungeheure Kraft hat, dass es immer wieder und immer wieder direkt in unsere Lebenssituation hineinspricht, uns dort Mut macht und Freude schenkt, wo wir es gerade dringend benötigen. Herr, das tust Du in meinem Leben, und das möchtest Du für jeden Einzelnen tun, der jetzt doch dieses Video sieht und hört. Wir möchten Dich bitten, dass Du unser Lehrer bist, dass wir weiterhin, wie schon in der Vergangenheit, wunderbare Erfahrung mit Dir machen dürfen in Deinem Wort und dass wir lernen, wie wir im Alltag mit Dir zusammenleben. Herr, das bitten wir Dich. Hab Dank, dass Dein Wort nicht leer zurückkehren wird, sondern ausführen wird, wozu Du es gesandt hast, und darum bitten wir Dich im Namen Jesu. Amen.

[3:26] Wir sind, wie gesagt, mitten in Markus Kapitel 5. Wir haben Vers 34 aufgehört. In der Geschichte sind wir von der Tochter des Jairus und der blutflüssigen Frau. Jairus, der Synagogenvorsteher in Kapernaum, hat Jesus gebeten, seine zwölfjährige Tochter zu heilen, die im Sterben liegt. Auf dem Weg dorthin kommen sie langsam nur voran, und eine Frau, die seit interessanterweise zwölf Jahren den Blutfluss gehabt hat, rührt ihn mit allem Glauben, den sie hat, an und wird durch diese Berührung des Glaubens geheilt. Und Jesus stoppt und bittet diese Frau, ein Bekenntnis abzulegen über ihren Glauben, sodass alle anderen auch davon profitieren können. Und er sagt dann zu ihr in Vers 34: „Tochter, dein Glaube hat dich gerettet. Geh hin im Frieden und sei von deiner Plage gesund.“

[4:31] Wir machen weiter hier in Vers 35: „Während er noch redete.“ Wir sehen also, wie diese beiden Geschichten sich überschneiden. Die Geschichte von der blutflüssigen Frau ist sozusagen eingebettet in die Geschichte von der Heilung der Tochter des Jairus oder der Auferweckung, wie wir jetzt gleich sehen werden. „Während er noch redete, kamen etliche von den Leuten des Obersten der Synagoge und sprachen: Deine Tochter ist gestorben. Was bemühst du den Meister noch?“

[5:07] Das muss auf den Jairus sehr entmutigend gewirkt haben, zumal es jetzt als eine rhetorische Frage hier verpackt ist, als ob das weitere Bemühen Jesu nun sinnlos sei. Vielleicht hat sich Jairus gefragt, warum heilt er diese Frau und nicht meine Tochter?

[5:28] Vers 36: „Sobald aber Jesus das Wort hörte, das sie redeten, sprach er zum Obersten der Synagoge: Fürchte dich nicht, glaube nur!“

[5:37] Wenn wir entmutigt sind, wenn wir mit Nachrichten konfrontiert werden, die unsere Hoffnung sinken lassen, dann wartet Jesus nicht lange mit seiner Ermutigung. Sobald Jesus das Wort hörte, sobald die entmutigende Nachricht in das Leben des Jairus tritt, genau in diesem Moment kommt das Wort von Jesus: „Fürchte dich nicht!“ So ist es auch in unserem Leben: Wann immer negative Dinge über uns herüberrollen, ist Jesus sofort zur Stelle und lädt uns ein, ihm zu glauben und uns nicht zu fürchten.

[6:24] Gerade hatte der Jairus ein Beispiel des Glaubens gesehen. Vielleicht war in seinem Kopf im ersten Moment diese Heilung der blutflüssigen Frau ein Hindernis gewesen, etwas, das die Heilung seiner Tochter unnötig verzögert hat, wie er vielleicht hätte denken können. Doch genau der Glaube, den er gerade in Aktion sehen konnte, als die Frau Jesus von hinten im Glauben berührt hat, genau diesen Glauben, den Jesus gerade öffentlich gelobt hat, den braucht er jetzt. Das, was scheinbar ein Hindernis war, war in Wirklichkeit die Stärkung für das Kommende.

[7:05] Manchmal gibt es Dinge, wo wir den Eindruck haben – und ich habe das in meinem Leben oft erlebt –, dass Dinge sich verzögern, Dinge nicht so eintreten, wie wir gehofft haben. Und wir sind dann geneigt zu glauben, dass das uns zum Nachteil gereicht. In Wirklichkeit möchte Gott uns zeigen, dass jede scheinbare Verzögerung, jedes scheinbare Hindernis in Wirklichkeit eigentlich, wenn wir es mit den Augen des Glaubens betrachten, eine Stärkung für das Kommende ist. Ich möchte lernen, und ich hoffe, du schließt dich mir an, ich möchte lernen, die Hindernisse und Schwierigkeiten im Leben als potenzielle Stärkung zu sehen für das, was noch kommt.

[7:54] Vers 37: „Und er ließ niemand mitgehen als Petrus und Jakobus und Johannes, den Bruder des Jakobus.“ Nur der engste Kreis. Zum ersten Mal in den Evangelien wird hier von diesem engsten Kreis dieser drei Jünger berichtet, der dann später immer wieder eine besondere Rolle spielen wird. Auch innerhalb der zwölf Jünger hat Jesus einige Jünger für besondere Aufgaben besonders ausgebildet.

[8:21] Und er kommt in das Haus des Obersten der Synagoge und sieht das Getümmel, wie sehr sie weinten und heulten. Im Griechischen heißt dieses Heulen „alalaxontas“. Das ist so ein bisschen lautmalerisch, um deutlich zu machen, dass es ein bisschen, ja, das ist halt dieses dramatische Weinen, Klagen. In Matthäus 9 finden wir auch noch Flötenspieler erwähnt, die das Ganze noch unterstützt haben.

[8:54] Und Vers 39: „Und er geht hinein und spricht zu ihnen: Was lärmt ihr so und weint? Das Kind ist nicht gestorben, sondern schläft.“ Jesus wird sich ganz ähnlich ausdrücken später in Johannes Kapitel 11, als es um den toten Lazarus geht.

[9:08] Vers 40: „Und sie lachten ihn aus.“ Was für ein dramatischer Wechsel der Emotionen! Sie waren gerade in der Trauer, haben laut geklagt und geheult, und jetzt lachen sie Jesus aus.

[9:21] „Nachdem er aber alle hinausgetrieben hatte, nahm er den Vater und die Mutter des Kindes mit sich und die, welche bei ihm waren, und ging hinein, wo das Kind lag.“ Eine erstaunliche Autorität, die er hier ausübt! Er ist ja in einem Haus eines Fremden und treibt diese ganze größere Gruppe hinaus. Nur wenige sollen im Raum sein. Als Elisa den Jungen der Schunamiterin auferweckt hat, war er auch mit diesem alleine im Raum. Hier sind jetzt nur noch sieben Personen im Raum.

[9:52] „Und er ergriff die Hand des Kindes und sprach zu ihm: Talita kum!“ Das heißt übersetzt: „Mädchen, ich sage dir, steh auf!“ Er hatte auch schon in Markus 1 Vers 31 die Schwiegermutter des Petrus bei der Hand ergriffen. Gerade in der Geschichte vorher haben wir gesehen, wie die blutflüssige Frau, deren Namen wir nicht einmal kennen, Jesus berührt hat. Aber dieses Mädchen konnte Jesus nicht berühren, denn sie war schon tot, und so berührt Jesus sie.

[10:31] „Talita kum!“ Das ist reines Aramäisch. Es ist offensichtlich die Muttersprache von Jesus gewesen. Auch an anderen Stellen sieht man hin und wieder im Neuen Testament, dass Jesus Aramäisch gesprochen hat.

[10:48] „Steh auf!“, so wie bei der Auferweckung des Jünglings von Nain, die in Markus nicht berichtet wird, aber zum Beispiel in Lukas 7 Vers 14. Jesus hatte schon in Johannes 5 vor dem Sanhedrin, kurz bevor er dann überhaupt erst nach Galiläa seinen Dienst dort verlagert hatte, also zeitlich gesehen in der Zeit in Markus Kapitel 1 vor Vers 14, hatte er dort in Johannes 5 Vers 2 dem Sanhedrin gesagt, dass sie – oder wir können es direkt lesen, es heißt dort, Verzeihung, Vers 25: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, die Stunde kommt und ist schon da, wo die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und die sie hören werden, leben.“ Jesus hatte in dieser Rede vor dem Obersten Gericht der Israeliten dort in Jerusalem deutlich gemacht, dass er die Macht hat, Tote aufzuwecken, und dass durch seine Stimme einmal alle Toten entweder zum Leben oder zum Gericht auferstehen werden, aber dass schon jetzt Tote auferstehen werden als Illustration dieser Macht, die Jesus auch am Ende der Zeiten ausüben wird.

[12:02] Und hier haben wir ein Beispiel davon, denn wir lesen in Vers 42: „Und sogleich“ – da haben wir das Wort, das Markus so gerne benutzt – „und sogleich stand das Mädchen auf und ging umher; es war nämlich zwölf Jahre alt.“ Da haben wir den Bezug auch zu der blutflüssigen Frau, die zwölf Jahre lang gelitten hatte. „Und sie gerieten außer sich vor Staunen.“ Das ist ein interessantes Wort im Griechischen: „ekstasis“ – außer sich sein.

[12:37] Und es heißt dann hier in Vers 43: „Und er gebot ihnen...“ Ah, Verzeihung, vielleicht sollten wir noch erwähnen hier, also in Lukas 8 Vers 56: Die Eltern sind ganz erstaunt. Wenn man das im Markus-Evangelium anschaut, dann stellt man fest, dass immer wieder Menschen Erstaunen über Jesu Macht. In Markus 1 Vers 27, da sind die Menschen erstaunt über die Macht, die Jesus über die Dämonen hat. In Markus 4 Vers 41, da sind die Jünger erstaunt über die Macht, die Jesus über die Elemente hat. Und in Markus 5 Vers 42 sind die Menschen jetzt hier erstaunt über die Macht von Jesus über den Tod. Jesus hat Macht über die Dämonen, er hat Macht über die Elemente, er hat Macht über den Tod. Und das ist etwas, was auch ein nichtjüdischer Leser wie Markus hier vorauszusetzen, anscheinend beeindruckt haben wird. Und er macht immer wieder deutlich, wie außergewöhnlich die Macht von Jesus über alles ist, was unser Leben kaputt machen möchte oder beeinträchtigt.

[13:42] Vers 43: „Und er gebot ihnen ernstlich, dass es niemand erfahren dürfe, und befahl, man solle ihr zu essen geben.“ Nun, das ist interessant, weil das ein völliger Gegensatz zu der Geschichte von der blutflüssigen Frau, wo Jesus ja gerne wollte, dass alle ihren Glauben erfahren. Und doch haben wir ähnliche Beispiele hierfür im Markusevangelium. Wir haben in Markus 1 Vers 43 gesehen, dass der vom Aussatz Geheilte nicht darüber sprechen sollte, sondern sich den Priestern zeigen sollte. Wir hatten in Markus 3 Vers 12 gesehen, dass die Dämonen Jesus nicht offenbaren sollten. Ein anderes Beispiel in Matthäus 9 Vers 30: Die beiden Blinden, die nach ihrer Heilung nicht darüber sprechen sollten.

[14:28] Auch nach dem Wunder geht das Leben normal weiter. Jesus befahl, dass man ihr zu essen geben sollte. Und wenn man dann Apostelgeschichte Kapitel 9 liest, in Vers 36 bis 43, dann kann man zum Teil bis in die Details erkennen, wie sehr Petrus, der ja hier direkt dabei gewesen ist, aus dieser Geschichte gelernt hat und Jesus dann bei einer Totenauferweckung imitiert und seinem Beispiel folgt.

[15:05] Wir kommen zu Markus Kapitel 6 und dort Vers 1 bis 6, der Geschichte vom Besuch Jesu in seiner Heimatstadt in Nazareth.

[15:15] Zwischen diesen beiden Geschichten, die wir gerade angeschaut haben, der Auferweckung der Tochter des Jairus und dem Besuch in Nazareth, ereignen sich chronologisch noch einige andere Begebenheiten, insbesondere die Frage des gefangenen Johannes an Jesus und dann die Rede von Jesus über den Täufer. In diesem Zug hat Jesus dann auch die Städte wie Chorazin und Kapernaum und Betsaida in Galiläa mit Weherufen, diese Weherufe über diese Städte ausgesprochen, und auch seine berühmten Worte der Einladung: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid“, in Matthäus 11. Das alles findet sich in Matthäus 11 und findet sich nun aber nicht bei Johannes Markus.

[15:57] Die jetzt folgende Geschichte in Markus 6 Vers 1 bis 6 gibt es auch in Matthäus, und dort in Matthäus 13 Vers 53 bis 58. Und wie schon öfter gesehen, hat Johannes Markus hier ein paar wenige weitere Details. Wichtig zu betonen ist, dass es sich bei dieser Geschichte, die Matthäus und Markus berichten – Achtung! – nicht um dieselbe Begebenheit handelt, die Lukas 4 berichtet. Lukas ist der Einzige, der uns zeigt, in Lukas 4 Vers 16 bis 30, dass Jesus schon ganz am Anfang seines Dienstes in Galiläa, also im Frühjahr des Jahres 29, in Nazareth gewesen ist und dort abgelehnt worden ist. Wir haben im Zusammenhang mit Markus Kapitel 1 Vers 21 kurz darauf hingewiesen, dass das, was in Markus 1 Vers 21 in der Synagoge von Kapernaum dann berichtet wird, sozusagen direkt danach passiert ist, nachdem er in Nazareth abgelehnt worden ist. Was Lukas nicht berichtet, aber was Matthäus und Markus nun hier zeigen, ist, dass Jesus ein zweites Mal, viele Monate später, noch einmal nach Nazareth gekommen ist. Die Stadt also sozusagen eine zweite Chance erhält. Das ist ein schönes Beispiel dafür, wie wir ein komplettes Bild erhalten, wenn wir die verschiedenen Evangelien nicht gegeneinander ausspielen, sondern sie zusammenfügen wie ein Puzzle, weil dann deutlich wird, diese Botschaft, dass Jesus dieser Stadt eine weitere Chance gegeben hat, etwas, was man nicht herausfinden würde, wenn man nur ein einzelnes Evangelium lesen würde, egal welches man nehmen würde.

[17:38] In Vers 1 lesen wir: „Und er zog von dort weg und kam in seine Vaterstadt, und seine Jünger folgten ihm nach.“ Das ist, wie gesagt, die Stadt, in der er aufgewachsen ist, Nazareth. Matthäus 2 Vers 23 zeigt das. Und wir haben ja auch in Markus 1 Vers 9 den kurzen Bericht gehabt, dass Jesus aus Nazareth zu Johannes dem Täufer gekommen ist. Die Jünger folgten ihm. Deswegen ist davon auszugehen, dass das direkt noch vor der Aussendung der zwölf Jünger gewesen ist, die dann ab Vers 7 berichtet wird. Dazu aber gleich noch mehr.

[18:27] In Vers 2 heißt es: „Und als der Sabbat kam, fing er an, in der Synagoge zu lehren, und viele, die zuhörten, erstaunten und sprachen: Woher hat dieser solches, und was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist, dass sogar solche Wundertaten durch seine Hände geschehen?“ Jesus hat oft am Sabbat in der Synagoge gepredigt, so war es ja auch in Lukas 4 gewesen, und wir haben in Markus 1 ja auch entsprechende Beispiele gesehen. Die Menschen erstaunen, ist dasselbe Wort wie in Matthäus 7 Vers 28 in der Bergpredigt. Dieses Wort Erstaunen ist ein starker Ausdruck, es heißt eigentlich so was wie „herausschlagen“, das grenzt fast an, man ist fast schockiert. Im Englischen gibt es dazu einen passenden Ausdruck, da heißt es, man kann sagen: „I was struck“, das hat mich quasi getroffen, was dort gesagt worden ist. Und es ist diese Formulierung, die wir schon in Markus 1 Vers 22 in der Synagoge von Kapernaum gesehen haben.

[19:30] Und die Frage, die sich jetzt hier stellt für die Zuhörer, ist die Frage nach der Identität von Jesus, oder vielmehr, woher kommt seine Weisheit und seine Vollmacht? Sie anerkennen ja offensichtlich, dass Wundertaten geschehen sind, sie sehen die Macht von Jesus.

[19:51] Und dann kommt Vers 3: „Ist dieser nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria, der Bruder von Jakobus und Joses und Judas und Simon? Und sind seine Schwestern hier bei uns?“ Und sie nahmen Anstoß an ihm. Sie kennen Jesus als Mensch, viele von ihnen haben ihn wahrscheinlich als Kind aufwachsen sehen, in der Synagoge am Sabbat zum Gottesdienst kommen sehen. Sie kennen ihn als Mensch, aber sie weigern sich, seine Göttlichkeit anzuerkennen. Sie haben die Augen zu sehr auf die irdischen Umstände gerichtet.

[20:29] Man hätte einfach zu Jesus kommen können und ihn selbst kennenlernen können. Weil sie aber darauf vertrauten, was sie so aus der Distanz über ihn gesehen hatten und sich nicht für seine göttliche Sendung jetzt hier so interessierten, dass sie ihn persönlich fragten, entsteht diese Ablehnung. Er hatte, wie wir hier lesen, vier Brüder – das sind Söhne von Josef gewesen, das heißt, technisch müssen wir eigentlich sagen, es waren vier ältere Stiefbrüder – und auch mindestens zwei Schwestern. Das war also durchaus eine größere Familie, in der Jesus aufgewachsen ist.

[21:21] Das heißt, sie nahmen Anstoß an ihm. Und das bezieht sich wohl ganz offensichtlich auf die Gerüchte, die es schon immer wegen einer ungewöhnlichen Geburt gegeben hatte. Schon Simeon hatte in Lukas 2 Vers 34 der Maria vorher gesagt, dass sich Menschen an ihm stören würden. Und es heißt hier in Lukas 2 und dort Vers 34: „Siehe, dieser ist gesetzt zum Fall und zum Auferstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird.“ Von Anfang an war klar, dass Menschen ihn auch nicht annehmen würden und schlecht über ihn denken und reden würden. In Jesaja 8 Vers 14 finden wir die Idee, dass Gott für uns zum Heiligtum wird, aber auch zu einem Stein des Anstoßes. Je nachdem, wie wir uns zu ihm stellen, ist er unsere Heimat, der Ort, an dem wir geborgen sind, wo wir Rettung und Heilung finden, oder wenn wir nicht mit den Augen des Glaubens auf ihn schauen, dann nehmen wir Anstoß und gehen verloren. Jesaja 49 Vers 7: Der Messias wird verachtet sein. Genauso in Jesaja 53 Vers 2 und 3. Wir sehen hier, dass das nicht nur wegen der körperlichen Leiden ist, die Jesus zu bestimmten Zeiten, insbesondere in der Wüste oder am Kreuz von Golgatha, durchgemacht hat, sondern ein Grund, warum er gelitten hat, war auch, dass Menschen seine Geburt, also die Ehre seiner Geburt, in Frage gestellt haben und damit auch die Ehre seiner Mutter.

[23:13] Vers 4: Jesus aber sprach zu ihnen: „Ein Prophet ist nirgends verachtet außer in seiner Vaterstadt und bei seinen Verwandten und in seinem Haus.“ Wir können im Alten Testament dasselbe sehen: Jeremia wurde in seiner Heimatstadt bedroht, und seine eigene Familie ist treulos gegen ihn gewesen. Jesus hatte diesen Gedanken auch schon im ersten Jahr seines Dienstes in Johannes 4 Vers 44 seinen Jüngern gesagt, und er hatte es bereits in Lukas 4, als er zum ersten Mal in Nazareth gepredigt hatte, dort den Menschen gepredigt.

[23:41] Vers 5: „Und er konnte dort kein Wunder tun, außer dass er wenigen Kranken die Hände auflegte und sie heilte.“ Der Unglaube behindert das Wirken Jesu. Und das ist etwas, was ich mir sagen muss und was wir uns alle sagen müssen: Wenn wir nicht glauben, dass Jesus für uns wirken kann, und wenn wir nicht glauben, dass er uns erlösen möchte und kann und will, wenn wir das nicht glauben, dann kann Jesus nicht viel für uns tun. Unser Unglaube behindert das Wirken Jesu für uns.

[24:28] Jesaja 59 Vers 1 und 2: Gottes Hand ist nicht zu kurz, um zu retten, aber die Sünde ist es, unsere Sünde, die uns von ihm trennt. Und Hebräer 4 Vers 2 macht deutlich, dass auch wenn wir das Evangelium hören, wenn es sich bei uns nicht mit dem Glauben verbindet – das sagt der Hebräer ganz deutlich –, dann nützt es nichts. In Hebräer 4 Vers 2: „Denn auch uns ist eine Heilsbotschaft verkündigt worden, gleich wie jenen; aber das Wort der Verkündigung hat jenen..."

[24:57] das Wort der Verkündigung hat jenen nicht geholfen, weil es bei den Hörern nicht mit dem Glauben verbunden war.

[25:08] Und Jesus wundert sich über ihren Unglauben. Es heißt in Vers 6: „Und er verwunderte sich wegen ihres Unglaubens.“ Und er zog durch die Dörfer ringsumher und lehrte.

[25:19] In Jeremia 2, Vers 1 da wundert sich Gott, dass Israel ihn verlässt.

[25:25] Jesus hatte sich in Matthäus 8, Vers 10 in einer Geschichte, die Markus nicht berichtet, über den Glauben des Hauptmanns gewundert. Jetzt wundert er sich über den Unglauben in seiner eigenen Heimatstadt.

[25:41] Der fremde Hauptmann, der fremde Soldat, der römische Befehlshaber hat einen Glauben, den Jesus sich wundert, aber seine eigenen Nachbarn haben einen Unglauben, über den er sich wundert.

[25:59] Der Hauptmann rechnete felsenfest mit der Kraft Jesu, ohne zu hinterfragen, woher diese komme und ohne menschliche Erklärung zu suchen.

[26:06] Diese Nachbarn, diese Bewohner von Nazareth aber sehen zwar die Macht, aber sie suchen nach einer menschlichen Erklärung. Sie wollen das alles menschlich verstehen und sie schauen Jesus nur unter menschlichen Gesichtspunkten an und kommen dann zu völlig falschen Schlüssen. Und Jesus kann für sie nicht wirken.

[26:24] Wenn wir Jesus und den Erlösungsplan und die ganze Bibel nur unter menschlichen Gesichtspunkten anschauen und kritisieren und vielleicht mit verächtlichen Gedanken überziehen, dann kann die Kraft des Evangeliums unser Leben nicht positiv beeindrucken und verändern.

[26:49] Jesus geht, aber er geht nicht, um die Nazarener aufzugeben. Er geht, und er wird auch für sie sterben.

[27:02] Was jetzt folgt in Markus 6, Vers 7 bis 13 ist die Geschichte von der ersten Missionsreise der zwölf Apostel, besser gesagt von den Instruktionen, die Jesus ihnen für diese Missionsreise auf den Weg mitgegeben hat.

[27:18] Der chronologische Zusammenhang wird dadurch deutlich, dass hier wir in Vers 6 gesehen haben, dass Jesus dann wieder eine Rundreise macht, wieder durch die Dörfer zieht und das dann in Matthäus 9, Vers 35 der Anknüpfungspunkt ist, aus dem sich dann die Notwendigkeit ergibt oder besser gesagt der nächste Schritt dann ist, dass Jesus den Jüngern zeigt: „Schaut, so groß ist die Ernte und so wenige Arbeiter sind!“ Und sie sollen dann für Arbeiter beten und dann sendet Jesus sie selbst.

[27:48] Hinaus. Die Aussendung der zwölf Jünger und die Anweisungen, die Jesus für sie gibt, sind bei Markus weitaus kürzer

[27:56] als bei Matthäus. Matthäus, jetzt Matthäus 10, Vers 1 bis 42, über 40 Verse, aber Markus begnügt sich hier mit sieben Versen. Er hat diese ganzen Instruktionen auf einige Kernaussagen reduziert. Er hat generell, hat man den Eindruck, die Tendenz, lange Predigten von Jesus entweder nur kurz oder manchmal sogar wie die Bergpredigt gar nicht zu berichten, obwohl es dann später zum Beispiel in Bezug auf die Endzeitrede auch Ausnahmen gibt.

[28:30] Es gibt sogar aber trotz der großen Kürze einige interessante neue Details gegenüber Matthäus.

[28:35] In Vers 7 heißt es: „Und er rief die Zwölf zu sich und begann sie je zwei und zwei auszusenden und gab ihnen Vollmacht über die unreinen Geister.“

[28:44] Diese Zweierpaare sind eine Information, die wir bei Matthäus nicht gefunden haben und das heißt, das sind sechs Missionsteams, die er ausgesandt hat. Und das sehen wir dann später in Lukas 10 auch bei der späteren Aussendung der 70 Jünger.

[28:58] Erneut. Was Markus jetzt auslässt, ist die lange Liste der Namen der zwölf Jünger, die Matthäus berichtet. Er lässt sie vermutlich deswegen aus, weil er sie ja schon in Markus 3 erwähnt hat, allesamt bei der Ordination der Jünger, die aber bei Matthäus nicht berichtet worden ist.

[29:17] Vers 8: „Und er befahl ihnen...“ Also, Vers 7: „Und er rief die Zwölf zu sich und begann sie je zwei und zwei auszusenden und gab ihnen Vollmacht über die unreinen Geister.“ Vers 8: „Und er befahl ihnen, sie sollten nichts auf den Weg nehmen als nur einen Stab, keine Tasche, kein Brot, kein Geld im Gürtel.“ Also, sie sollten nur das mitnehmen, was sie gerade hatten, keine extra Ausrüstung.

[29:45] Also eine praktische Anwendung der Bergpredigt, dass Gott sich um ihre Bedürfnisse kümmern würde. Sie waren jetzt sozusagen Soldaten für Gott im großen Kampf.

[29:58] 2. Timotheus 2, Vers 4 vergleicht ja das Wirken eines Missionars, eines Evangelisten mit dem eines Soldaten. Und auch ein Soldat denkt nicht drüber nach, wie er sich selbst versorgen muss, sondern – kein Soldat denkt, er muss sich selbst versorgen, sondern ein Soldat wird von dem versorgt, der ihn in den Dienst gestellt hat.

[30:22] Vers 9: „Sie sollten aber Sandalen an den Füßen tragen und nicht zwei Hemden anziehen.“

[30:27] Später wird uns berichtet in Lukas 22, Vers 35, dass es ihnen tatsächlich an nichts gemangelt hat.

[30:34] Lesen wir Psalm 37 und dort Vers 3 und 4: „Vertraue auf den Herrn und tue Gutes; wohne im Land und übe Treue! Und habe deine Lust am Herrn, so wird er dir geben, was dein Herz begehrt.“ Das ist eine Verheißung, die mir

[30:57] gilt, die dir gilt, die den Jüngern galt. Und die Jünger haben erlebt, dass es stimmt, sie haben das erfahren. Und ich glaube auch, wir haben in unserem Leben schon Momente erlebt, wo wir gemerkt haben, Gott gibt uns das, was unser Herz sich wünscht, wenn wir unsere Lust an ihm haben, wenn wir ihn an die erste Stelle setzen, wenn wir ihm vertrauen. Und das möchte ich in meinem Leben ganz festhalten: Gott zu vertrauen und auch zu vertrauen, dass er für uns sorgen wird, weil er uns mehr lieb hat, als wir uns selbst wirklich lieben könnten. Er liebt uns mehr, er kennt uns besser als alles, was wir selbst über uns denken könnten. Und weil er das Beste für uns will, weil er weiß, weil er besser weiß, was besser, was das Beste für uns ist, können wir uns ihm ganz anvertrauen. Das möchte ich tun.

[31:49] Du auch?

[31:53] Zurück zu Markus Kapitel 6 und dort Vers 10: „Und er sprach zu ihnen: Wo immer ihr in ein Haus eintretet, da bleibt, bis ihr von dort weggeht.“

[32:01] Das ist eine Zusammenfassung dessen, was er in Matthäus ausführlicher in Vers 11 bis 13 gesagt hat.

[32:09] Genauso wird jetzt in Vers 11 (Matthäus 10, Vers 14 und 15) zusammengefasst: „Und von allen, die euch nicht aufnehmen noch hören wollen, zieht fort und schüttelt den Staub von euren Füßen ihnen zum Zeugnis.“

[32:19] Matthäus 24, Vers 14: „Das ewige Evangelium soll in der ganzen Welt gepredigt werden ihnen zum Zeugnis.“ Und dann wird das Ende kommen.

[32:28] Wir werden nicht alle Menschen bekehren können, vielleicht werden auch nicht alle Menschen die komplette Predigt des Evangeliums hören, aber alle Menschen sollen in die Gelegenheit geraten, das Evangelium, dass sie das Evangelium hätten hören können.

[32:43] Und das macht auch Lukas 10 dann später bei der Aussendung der 70 deutlich. Es ist unsere Aufgabe, wir sollen uns nicht aufdrängen, wir sollen Menschen nicht etwas aufzwingen, wir sollten ihnen deutlich machen, dass sie bei uns das ewige Evangelium lernen können, wenn sie denn

[33:01] möchten. Vers 12: „Und sie gingen und verkündigten, man solle Buße tun.“

[33:05] Hier gehen die Jünger nun tatsächlich auf diese erste eigenständige Missionsreise und verkünden die Buße. Das ist die Botschaft, die Johannes der Täufer gepredigt hat. Es ist die Botschaft von Jesus selbst, wie wir in Markus 1, Vers 15 gesehen haben. Es ist doch die Botschaft, die Petrus und die anderen Apostel nach Pfingsten gepredigt haben in der Apostelgeschichte 2, Vers 38.

[33:26] Und wir lernen aus Apostelgeschichte 3, Vers 19, dass Buße nicht nur eine Forderung Gottes ist, sondern ein Geschenk Gottes. Denn in der Apostelgeschichte

[33:42] 3 und dort Vers 19 heißt es: „Aber Petrus und Johannes antworteten ihn und sprachen: Entscheidet ihr selbst, ob es vor Gott Recht ist, euch mehr zu gehorchen als Gott.“ Verzeihung, ist Kapitel 4, Vers 19 natürlich. Verzeihung. 3, Vers 19, es muss – Entschuldigung, Verzeihung, mein Fehler gewesen. Kapitel 5, Vers 31 sein. Apostelgeschichte 5, Vers 31, dort heißt es: „Diesen hat Gott zum Fürsten und Retter zu seiner Rechten erhöht, um Israel Buße und Vergebung der Sünden zu gewähren.“

[34:25] So wie Sündenvergebung ist auch Buße, Umkehr, Herzensreue ein Geschenk Jesu. Wir müssen nicht selbst Buße produzieren, sondern wir können zu Jesus kommen und sagen: „Herr, schenk du mir Buße und schenk du mir Sündenvergebung.“ Das tut er von Herzen

[34:49] gerne. Gehen wir zurück zu Markus 6 und dort Vers 13. Markus 6, Vers 13: „Und sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie.“

[35:01] Interessanterweise ist hier dieser Hinweis auf die Krankensalbung mit Öl zu finden, weil das ist das, was dann Jakobus 5, Vers 14 und 15 auch uns aufträgt.

[35:14] „Sie durchzogen alle Dörfer“, sagt ergänzend Lukas 9, Vers 6. Das Evangelium breitet sich aus.

[35:21] Als Nächstes finden wir eine Geschichte, die ganz interessant hier eingebettet ist, nämlich in Markus 6 und dort ab Vers 14 bis 29. Es heißt hier in Vers 14: „Und der König Herodes hörte

[35:34] das, denn sein Name wurde bekannt.“

[35:40] Es ist diese Missionsreise der zwölf Apostel, die das Evangelium sehr weit in verschiedene Gegenden trägt und was dazu führt, dass Herodes von dieser ganzen Bewegung jetzt erfährt. Und das gibt Anlass, eine Geschichte zu erzählen, die in den Evangelien bei Matthäus und Markus immer nur als Rückblende erzählt wird, sodass man, wodurch man nicht exakt bestimmen kann, wann sie genau stattgefunden hat, nämlich die Geschichte von der Enthauptung des Täufers.

[36:14] Sie muss aber relativ kurz vorher passiert sein, denn die Frage des Johannes an Jesus, als er im Gefängnis sitzt in Matthäus 11, befindet sich chronologisch nach der Auferweckung der Tochter des Jairus. Und wir werden gleich noch sehen, dass es dann auch noch einen weiteren Hinweis darauf gibt, dass diese Enthauptung hier dann in Markus 6 relativ frisch gewesen ist, auch wenn wir nicht genau das einordnen können, ob das jetzt vor dem Besuch in Nazareth, währenddessen oder danach gewesen

[36:51] ist. Markus hat im Vergleich zu Matthäus 14, Vers 1 bis 12 den etwas längeren Bericht.

[36:58] Lukas gibt dann nachher nur noch in Lukas 9, Vers 7 und 9 die Reaktion des Königs auf das Bekanntwerden von Jesus wieder, ähm, aber nicht mehr die Geschichte der Enthauptung selbst.

[37:10] Lesen wir Vers 14: „Und der König Herodes hörte das.“ Und der König, der Herodes – Verzeihung, und der König Herodes hörte das, also das, was jetzt in Vers 12 und 13 schon gesagt worden ist, denn sein Name wurde bekannt durch das Wirken der

[37:23] Jünger. Und das ist eine schöne Botschaft für uns, dass wenn wir im Namen Jesu hinausgehen, der Name Jesu auch tatsächlich bekannt wird. Und er sprach: „Johannes der Täufer ist aus den Toten auferstanden, darum wirken auch die Wunderkräfte in

[37:40] ihm.“ Vers 15: „Andere sagten: ‚Er ist Elia.‘ Wieder andere aber sagten: ‚Er ist ein Prophet oder wie einer der Propheten.‘“

[37:49] Die Mission der Jünger im Geiste Jesu führt dazu, dass Jesus bekannt gemacht wird. Nicht Petrus und Paulus – nicht, Verzeihung, Petrus und Johannes und und Jakobus, ihr Wirken führt nicht dazu, dass sie selbst in den Fokus geraten, sondern ihr Wirken führt dazu, dass Jesus bekannter wird. Und möge doch unser Wirken, möge mein Wirken so sein, dass Jesus bekannter wird und nicht mein eigener

[38:25] Name. Und so stellt sich die Frage am Hof des Tetrarchen Herodes Antipas: Wer ist das, der dort hier, ähm, von dem hier gepredigt wird, der diese Wundertaten tut und zu verantworten hat?

[38:44] Verschiedene Ideen werden vorgeschlagen: „Es könnte Johannes der Täufer sein“, sagen, sagt er selbst. Andere sagen: „Es ist Elia“, wieder einer, ein anderer der Propheten.

[38:52] Vers 16: „Als das Herodes hörte, sprach er: ‚Er ist Johannes, den ich enthauptet habe, der ist aus den Toten auferstanden.‘“

[39:00] Wir haben ja eine Selbstanklage. Die Botschaft von Jesus führt dazu, dass Herodes mit seiner eigenen Sünde konfrontiert wird.

[39:10] Vers 17: Hier beginnt jetzt die eigentliche Rückblende, zunächst in die Zeit um das Passa 29, denn es heißt hier: „Denn er Herodes hatte ausgesandt und Johannes ergreifen und ihn im Gefängnis binden lassen wegen Herodias, der Frau seines Bruders Philippus, weil er sie zur Frau genommen hatte.“

[39:35] Woher wissen wir, dass es ungefähr zur Zeit des Passa 29 gewesen ist? Denn wir wissen, dass das der Punkt gewesen ist oder das Ereignis, das unter anderem Jesus veranlasst hat, seinen Dienst in Judäa nach Galiläa zu verlagern. Das wird auch in Markus 1, Vers 14 ja explizit gesagt. Und das war zeitlich zu dem Zeitpunkt, als er gerade zuvor in

[39:58] in Johannes 5 vor dem Sanhedrin gestellt worden ist, weil er am Sabbat zur Zeit des Passafestes dort den Mann geheilt hatte, der 38 Jahre lang da niederlag. Das ist also ein enger zeitlicher Zusammenhang wegen dieser Verfolgung und der Nachricht, dass Johannes der Täufer ins Gefängnis geworfen worden ist, hat Jesus sich dann nach Galiläa begeben und dort seinen, seinen Dienst dann begonnen, den den berühmten Dienst in Galiläa, der ungefähr ein Jahr ging und den wir hier ja momentan auch im Markus Evangelium immer noch seit Kapitel 1, Vers 14 untersuchen.

[40:39] Herodes war der Vierfürst Herodes, also der Tetrarch. Er wurde später Antipas genannt. Er war der Herrscher über Galiläa und Perea und hat vermutlich dort am Jordan – also Perea ist das Ostjordangebiet, das direkt am Jordan lag – dort Johannes dann ergriffen.

[40:57] Äh, Philippus, der hier ebenfalls erwähnt wird, sein Bruder, war einer der anderen Söhne von Herodes dem Großen und zwar von dessen siebter Frau Mariamne der Zweiten und wird manchmal auch Herodes Boethus genannt.

[41:11] Er war zwischenzeitlich der erste Erbe unter den unter Herodes dem Großen, wurde dann enterbt, als aufgedeckt wurde, dass seine Mutter von einem Giftanschlag eines anderen Herodesohnes gewusst hatte.

[41:21] Er wird bei der Teilung des Landes, des Reiches unter Rom nicht berücksichtigt. Er heißt deswegen auch ohne...

[41:33] Und er hat dann im Jahre 6 nach Christus als Mitglied des herodianischen Herrschaftshauses die Herodias geheiratet. Die war eine Tochter des eines anderen Herodes Sohnes, nämlich Aristobulus, und der war 7 vor Christus hingerichtet worden wegen einem Putschversuch. Also, ganz schön komplizierte Familiengeschichte.

[41:51] Sie war also die Nichte von Philippus und ihre Mutter war ebenfalls aus einem hasmonäischen, also einem Geschlecht der der der der ja der Hasmonäer, die er dort vor der römischen Herrschaft regierten.

[42:08] Und gemeinsam haben sie eine Tochter gehabt, nämlich Salome, die 8 nach Christus geboren worden ist. Das heißt, die Salome war hier zu diesem Zeitpunkt ungefähr 21 Jahre alt.

[42:22] Philippus hat regen Kontakt mit den anderen Herodianern gehabt. Bei einem Besuch bei Herodes, dem genannten Tetrarchen von Galiläa, dem Antipas, verliebt sich dieser in seine, also die Frau des Philippus, in Herodias. Und Herodias geht darauf ein, weil sie gerne eine Frau eines Tetrarchen sein möchte und nicht eines, äh, eines Mannes ohne, der kein über kein Land regiert. Und sie verlässt Philippus. Und auch Herodes muss sich deswegen von seiner ersten Frau trennen, die wiederum eine Tochter des nabatäischen Königs Aretas des Vierten war, der daraufhin wieder Krieg gegen Herodes geführt hat.

[42:57] Also eine ganz, äh, komplizierte Angelegenheit, die deswegen hier erwähnt wird, weil Johannes der Täufer in seiner Funktion als derjenige, der ganz Israel zur Buße aufgerufen hat, auch Sünde beim Namen genannt hat und dieses Vergehen auch

[43:16] öffentlich getadelt hat und dafür ins Gefängnis geworfen worden ist.

[43:18] Josephus berichtet, dass dieses Gefängnis die Burg Machärus, ähm, östlich des Toten Meeres, im Süden von Perea lag, also beim Gebirge Abarim, beim Piska, dort wo Mose in der Nähe auch gestorben ist.

[43:35] Vers 18: „Denn Johannes hatte zu Herodes gesagt: ‚Es ist dir nicht erlaubt, die Frau deines Bruders zu haben.‘“

[43:43] Das wird deutlich aus 3. Mose 18, Vers 16 und 20, Vers 21.

[43:45] Die Heirat der Schwägerin war nur erlaubt, wenn der Bruder schon tot ist (5. Mose 25, Vers 5 und 6).

[43:51] Vers 19 und 20: Hier kommt jetzt etwas, das Matthäus nicht berichtet, sondern nur Markus.

[43:58] „Herodias aber stellte ihm nach und wollte ihn töten, und sie konnte es nicht, denn Herodes fürchtete den Johannes, weil er wusste, dass er ein gerechter und heiliger Mann war, und er bewachte ihn und er gehorchte ihm in manchem und hörte ihn gern.“

[44:11] Wenn man nur Matthäus hätte, könnte man diese Differenzierung nicht vornehmen. Aber hier wird deutlich, dass es in der Ehe eine treibende Kraft gab, die den Johannes umbringen wollte, während Herodes selbst das verhindern wollte, weil er eigentlich gerne Predigten von Johannes hörte und auch in manchen Dingen ihm folgte und ihn durchaus große Sympathien für ihn hatte.

[44:39] Das ist also die Vorgeschichte. Und jetzt kommen wir zur eigentlichen Geschichte innerhalb dieser Rückblende.

[44:41] Vers 21: „Als aber ein gelegener Tag kam, als Herodes seinen großen und obersten und den vornehmsten von Galiläa an seinem Geburtstag ein Gastmahl gab.“

[44:53] Es gibt noch einen Geburtstag in der Bibel: 1. Mose 40, Vers 20, der Geburtstag des Pharao. Auch dort stirbt jemand.

[45:01] Die ganze soziale Elite Galiläas war versammelt. Die Obersten, das sind die Befehlshaber über 1000, also ein militärischer Rang. Es könnten also, es waren also auch militärische Führer, die hier anwesend gewesen sind. Und sie haben ein Gastmahl gefeiert.

[45:22] Sprüche 31, Vers 4 und 5 zeigt uns, wie gefährlich es ist, wenn Könige Wein trinken, weil sie dann das Recht vergessen werden. Und genau das ist passiert.

[45:37] Vers 22: „Da trat die Tochter der Herodias herein und tanzte, und weil sie dem Herodes und denen, die mit ihm zu Tisch saßen, gefiel, sprach der König zu dem Mädchen: ‚Bitte von mir, was du willst, so will ich es dir

[45:51] geben.‘“ Statt einer professionellen Tänzerin tanzt Salome selbst. Und dann diese unbedachten Schwüre.

[46:01] Und er schwor ihr: „Was du auch von mir erbitten wirst, das will ich dir geben bis zur Hälfte meines Königreichs.“

[46:09] Es gibt in der Bibel eine Reihe von unbedachten Schwüren. Saul schwört zum Beispiel der Wahrsagerin von Endor. Joram schwört in 2. Könige 6,31 den Tod Elisas.

[46:25] Prediger 5, Vers 1 warnt uns davor, unüberlegt zu reden, sondern wir sollen nicht viele Worte machen.

[46:30] Interessant ist diese Formulierung und wenn also bis zur Hälfte meines Königreichs.

[46:35] Wir finden diese Formulierung noch einmal, nämlich bei Xerxes, der in Ester 5, Vers 3, 6 und 7, Vers 2 dieselbe Formulierung verwendet. Zweimal sind es Könige, denen junge Frauen, die vor einem König stehen. Einmal ist es eine Frau, die von Mordechai geschickt worden ist, um ihr Volk zu retten. Das andere Mal ist es Salome, die von Herodias geschickt worden ist, um den Propheten Gottes zu töten.

[47:07] Esther bittet in Ester 7, Vers 3 um das Leben ihres Volkes.

[47:22] Salome, Vers 24: „Sie ging hinaus und sprach zu ihrer Mutter: ‚Was soll ich erbitten?‘“

[47:24] Sie war also offensichtlich von vornherein nicht eingeweiht in den Plan ihrer Mutter. Sie war ein Instrument in der Hand ihrer Mutter, die einen falschen Rat

[47:33] gibt. Wir können uns die Frage stellen, wie sehr hat diese Geschichte auch die junge Herodias moralisch verdorben?

[47:43] „Was soll ich erbitten?“ Dieser aber sprach: „Das Haupt Johannes des Täufers.“

[47:50] Und Vers 25 sagt uns Achtung: „Und sogleich gingen sie rasch zum König hinein und sprach: ‚Ich will, dass du mir jetzt gleich auf einer – jetzt gleich, also nicht später, wenn du vielleicht noch mal drüber nachdenken kannst, sondern jetzt gleich und der Ausnutzung der Situation, dass man nicht ganz bei Sinn ist, dass man durch den Tanz, durch die Musik, durch den Alkohol verwirrt ist.

[48:14] Der Satan weiß ganz genau, wann er uns zur Sünde am besten verführen kann, wenn wir körperlich geschwächt sind. Und wehe uns, wenn wir

[48:19] geschwächt sind. Und wehe uns, wenn wir uns durch ungesundes Leben, ungesunde Lebensweise selbst so schwächen, dass wir den Versuchungen dann besonders hilflos ausgeliefert sind. Vers 26:

[48:38] betrübt, doch um des Eides und um derer Willen, die mit ihm zu Tisch saßen, wollte er sie nicht abweisen. Judas war ebenfalls traurig, Pontius Pilatus war traurig. Sie waren traurig, hatten aber keine echte Reue. Es macht einen Unterschied, ob ich traurig bin, dass ich etwas Verkehrtes gemacht habe, oder ob ich zu Jesus komme und mir wünsche, dass das vergeben wird und dass ich geändert werde, dass ich jetzt wirklich von Herzen bereue und jetzt ein anderes Leben leben möchte. Bereue ich nur die Folgen oder bereue ich, dass ich selbst diesen Fehler gemacht habe?

[49:24] Vers 27: Und der König aber, wie wir gelesen haben, doch um des Eides Willen und dann, wie es hier heißt, und um derer Willen, die mit ihm zu Tische saßen.

[49:42] Gruppendruck. In Matthäus 14 Vers 9 wird das Wort „Eide“ im Griechischen sogar im Plural verwendet. Er hat wahrscheinlich mehrmals diesen Eid wiederholt. Der Gruppendruck und sein Gefühl, er würde seine Ehre verletzen, wenn er jetzt das Leben des Johannes retten würde, führen zu einer schlimmen Entscheidung.

[50:00] Lieber Freund, liebe Freundin, auch wenn wir etwas versprochen haben, was gegen Gottes Willen ist, dann ist es unser Vorrecht, wenn uns das bewusst wird, Gottes Willen zu tun und nicht unser Wort zu halten, das gegen Gottes Willen gerichtet ist. Auch Gruppendruck darf uns niemals davon abhalten, das zu tun, was richtig ist, weil es richtig ist, weil Gott es uns zeigt. Lasst uns immer darauf achten, dass Gott um uns ist und nicht unseren Maßstab an den Menschen, die um uns herum sind, daran sehen. Vers 27:

[50:36] Und der König schickte sogleich einen von der Wache hin und befahl, dass sein Haupt gebracht werde. Hier haben wir eines der griechischen Worte, die eigentlich ein lateinisches Wort sind, die nur quasi auf Griechisch geschrieben sind, nämlich Spekulator, ein Wort für Wachpersonal, das aber auch Exekution vornehmen konnte. Die Soldaten befanden sich ja wohl gerade, wenn wir den Historikern hier vertrauen dürfen, im Krieg gegen den nabatäischen König Aretas. Vers 28:

[51:09] Dieser aber ging hin und enthauptete ihn im Gefängnis und brachte sein Haupt auf einer Schüssel und gab es dem Mädchen, und das Mädchen gab es seiner Mutter. Jeremia 2 Vers 30: Das Schwert hat die Propheten gefressen. Vers 29:

[51:24] Und als seine Jünger es hörten, kamen sie und nahmen seinen Leichnam und legten ihn in ein Grab. Seine Jünger, die Jünger des Johannes, sie waren Teil seiner Bewegung gewesen, Teil dieser Bewegung des Täufers, aber sie haben sich damals nicht Jesus angeschlossen, als Jesus immer bekannter wurde. Sie haben sogar mit den Jüngern von Jesus Dispute geführt.

[51:51] Es gab also eine Gruppe, die durchaus eine Zeit lang sozusagen die Front der Erneuerung bildete, aber die dann es versäumte, zu dem zu wechseln, der eigentlich das Ziel der Predigt von Johannes gewesen war. Sie waren bei Johannes geblieben und hatten auch so manche Tradition beibehalten, wie die Frage über das Fasten gezeigt hat. Aber hier erleben sie ihre größte Enttäuschung. Sie müssen zur Festung Machärus, und das zeigt auch ihren Mut. Und Matthäus 14 Vers 12 wird

[52:22] ergänzend berichtet, was Markus hier nicht erwähnt, dass die Jünger des Johannes dann zu Jesus gehen und ihm davon erzählen. Und White ergänzt, dass sie sich dann ihm angeschlossen haben. So hat also diese dramatische, traurige und ja enttäuschende Geschichte für die Jünger auch letztlich war es ein Segen, ein verhüllter Segen, denn dadurch haben sie endlich den Impuls gehabt, sich jetzt Jesus anzuschließen. Vielleicht hätten sie das nie getan, wenn Johannes weiter gelebt hätte im Gefängnis. Aber die Details, warum das alles so gekommen ist, werden wir einmal im Himmel erfahren.

[53:10] Wir kommen zu Markus 6 Vers 30 bis 46, die letzte Geschichte, die wir heute hier noch anschauen wollen. Eine berühmte Geschichte, die eine der wenigen Geschichten ist und die erste chronologisch, die in allen vier Evangelien berichtet wird. Es ist die Speisung der 5000, kurz vor der Zeit des Passahs im Jahre 30, so wird aus Johannes 6 Vers 4 deutlich. Wir sind also ungefähr jetzt fast ein Jahr nach Markus 1 Vers 14, nachdem Jesus seinen Dienst, seinen besonderen Dienst in Galiläa begonnen hat,

[53:52] angelangt. Markus hat interessanterweise den, wenn man die vier Berichte aneinanderlegt, den etwas ausführlicheren Bericht, aber im Wesentlichen sind sie alle in etwa gleich lang. Und diese Geschichte folgt auch chronologisch auf das gerade Geschehene, nämlich auf die Verwunderung des Herodes, die wir in Vers 14 bis 17 sehen konnten.

[54:14] Die zwölf Apostel sind jetzt von ihrer Missionsreise zurückgekehrt und haben dabei ja die Furcht des Herodes bei ihrer Missionsreise geweckt. Und jetzt möchten sie Jesus berichten, was sie erlebt haben. Wir lesen in Vers 30: Und die Apostel versammelten sich bei Jesus und verkündeten ihm alles, was sie getan und was sie gelehrt hatten.

[54:38] Sie haben Redebedarf, und jeder, der mal einen Missionseinsatz gemacht hat, der weiß, wie sich das anfühlt, wenn man tolle Erfahrungen mit Gott erlebt hat und sie erzählen möchte. Und natürlich gibt es auch Bedarf, noch Dinge zu korrigieren. Jesus möchte ihnen sozusagen weitere Instruktionen geben. Sie haben gelehrt und getan. Jesus hatte auch Dinge gelehrt und Dinge gewirkt, wie Apostelgeschichte 1 Vers 1 sagt.

[55:02] Und er sprach zu ihnen Vers 31: Kommt ihr allein abseits an einen einsamen Ort und ruht ein wenig, denn es waren viele, die gingen und kamen, und sie hatten nicht einmal Zeit zu essen. Die Jünger brauchen Ruhepause. Auch wir brauchen ab und zu eine Ruhepause, ich predige zu mir selbst. Und wenn wir viel beschäftigt sind, dann sind diese Ruhepausen notwendig. Jesus selbst lädt uns dazu ein. Vers 32:

[55:27] Und sie fuhren allein zu Schiff an einen einsamen Ort. Ein weiterer Grund, und ich hatte das vorhin schon kurz angedeutet, ist, dass Matthäus in Matthäus 14 Vers 13 erwähnt, dass Jesus jetzt hier vom Tod des Täufers erfahren hatte. Das muss also tatsächlich sehr kurz zuvor passiert sein, und er hat jetzt davon erfahren. Die Jünger kommen zurück, und auch das ein Grund, sich jetzt erstmal alleine zurückzuziehen. Das ist also interessant, wie sehr Jesus auch durchaus in seinen Bewegungen auch reagiert hat auf Ereignisse im Leben von Johannes dem Täufer. Er hat aufgrund dessen Gefangennahme seinen Dienst von Judäa nach Galiläa verlegt, und er hat hier aufgrund dessen Tod erstmal gesagt: "Lasst uns an einen einsamen Ort gehen." Und sie sind hier über den See Genezaret gefahren.

[56:18] Vers 33: Und die Leute sahen sie wegfahren, und viele erkannten ihn, was war eine interessante Formulierung, und sie liefen aus allen Städten zu Fuß dort zusammen und kamen ihnen zuvor und versammelten sich bei ihm. Sie sind zu Fuß im Gegensatz zu Jesus, und sie sind dann schon da, als er ankommt. Vers 34: Und

[56:34] Als Jesus Ausstieg, sah er eine große Volksmenge. Er wollte eigentlich Ruhe haben. Kennst du das? Du möchtest Ruhe haben, dich drauf gefreut, und dann gibt es eine dringende Not. Und als Jesus Ausstieg, sah er eine große Volksmenge, und er hatte Erbarmen mit ihnen, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben, und er fing an, sie vieles zu lehren.

[57:03] White sagt uns übrigens, dass Jesus sich eine kurze, kleine Zeit genommen hat, auch tatsächlich mit seinen Jüngern die Missionsreise auszuwerten, ein bisschen mit ihnen Zeit zu verbringen, weil das ja auch sein Anliegen gewesen war. Aber sicherlich wäre das länger gewesen, hätte er mehr Zeit gehabt, wenn nicht die Menschen hier gekommen wären. Aber Jesus hat Erbarmen mit ihnen. Für ihn gab es nicht nur das eigene Ausruhen, nicht nur die eigenen Bedürfnisse, sondern auch die Bedürfnisse von anderen Menschen. Ich glaube, da können wir etwas von lernen. Wir wollen nicht totarbeiten, wir wollen die Einladung von Jesus zur Ruhe annehmen. Wir wollen aber auch lernen, dass manchmal unsere Pläne nicht so eintreten, wie wir das vielleicht gedacht und gehofft haben. Es gilt für mich, es gilt für jeden von uns.

[58:00] Dieses "denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben", das finden wir schon in Matthäus 9 Vers 36. Dort wird nämlich genau das gesagt über Jesu, das sind die Worte von Jesus, oder das ist das, was Jesus dann den Jüngern deutlich macht, warum sie jetzt auf die Missionsreise gehen sollen. Oder besser gesagt, warum es eigentlich Arbeiter braucht, und das führt dazu, dass sie zur Missionsreise dann ausgesandt werden. Es war also eine Idee, die den Jüngern auch durchaus präsent gewesen ist, eine Formulierung, die aus dem Alten Testament kommt, aus 4. Mose 27 Vers 17 und 1. Könige 22 Vers 17. Vers 35:

[58:42] Und als der Tag fast vergangen war, traten seine Jünger zu ihm und sagten: "Dieser Ort ist einsam, und der Tag ist fast vergangen." Jesus hatte viele Stunden gelehrt und geheilt. Er hatte nicht nur kurz geholfen, er hat ausgiebig geholfen. Das heißt, wir sollen nicht nur dann schnell, schnell mal notgedrungen ein bisschen Hilfe sein, sondern mit Hingabe auch helfen.

[59:05] Die Leute müssen das Essen vergessen haben, so interessant war für sie die Predigt von Jesus. Oh, könnten wir noch heute solche Predigten haben, die so interessant sind, dass man nicht mal an das Essen denkt. Vers 36: Entlasse sie, damit sie in die Höfe und Dörfer rings umhergehen und sich Brot kaufen, denn sie haben nichts zu essen. Die Jünger sorgen sich um die Logistik. Sie haben das praktische Wohl der Leute vor, aber sie sehen nicht die Macht Gottes. Man kann sich also um Menschen sorgen, ohne mit der Kraft Gottes zu rechnen, und dafür wollen wir uns hüten. Wir wollen nicht einfach nur uns um Menschen sorgen, sondern wir wollen mit der Kraft Gottes rechnen und den Menschen die Kraft Gottes auch zeigen.

[59:42] Vers 37: Er aber antwortete und sprach zu ihnen: "Gebt ihr ihnen zu essen!" Was für eine Aufforderung! Aber eine Aufforderung nicht ohne Parallele im Alten Testament, denn schon in 2. Könige 4 Vers 42 bis 44, bei der Speisung der 100 durch Elisa, finden wir genau das. In Johannes 6 Vers 5 bis 7 wird uns noch berichtet, dass Jesus explizit den Glauben des Philippus testet, indem er ihn fragt, ob das ausreichen wird. Und sie sprachen zu ihm: "Sollen wir hingehen und für 200 Denare Brot kaufen und ihnen zu essen geben?" Die Jünger nehmen die Aufforderung ernst, aber sie sehen wieder nur die menschlichen Möglichkeiten, und sie sind überfordert. Wie oft fühlen wir uns überfordert, weil wir nur die menschlichen Möglichkeiten sehen? Das geht mir immer wieder so, dass wenn man sieht, was geschehen müsste, und man sieht dann, was menschlich ein Potenzial da ist, dann ist man überwältigt. Mose konnte sich in 4. Mose 11 Vers 13 und 21 bis 23 nicht vorstellen, dass man 600.000 Männer für einen Monat mit Fleisch versorgen kann. Er war ja General gewesen, er kannte die Probleme der Versorgung von solch großen Truppen. Aber Gott hatte bereits seit fast einem Jahr regelmäßig Manna fallen lassen.

[1:01:00] Lasst uns nicht vergessen, was Gott in der Vergangenheit getan hat. Lasst uns mit der Kraft Gottes rechnen, auch wenn die Probleme so groß erscheinen, dass es Menschen unmöglich erscheint, dass sie gelöst werden können.

[1:01:09] Vers 38: Er aber sprach zu ihnen: "Wie viele Brote habt ihr? Geht hin und seht nach!" Und als sie es erkundet hatten, sprachen sie: "Fünf und zwei Fische." Wir sollen also erst einmal schauen, was wir haben. Eine Lektion noch für die Mission: Nimm das, was du hast, auch wenn das offensichtlich nicht ausreicht. Aber nimm das, was du hast, und nimm alles von dem, was du hast, auch wenn es vielleicht in deinen Augen und auch objektiv lächerlich wenig ist. Nimm, was du hast, und gib es Jesus. Vers

[1:01:37] 39: Und er befahl ihnen, dass sich alle in Gruppen ins grüne Gras setzen sollten. Alles in der Gemeinde soll in einer Ordnung geschehen. Auch ein gewaltiges Wunder geschieht nicht im Chaos und im Durcheinander. Im Griechischen steht hier, sie bildeten ein Symposion, eine Tischgemeinschaft. Das war die jüdische Gewohnheit, wie bei den Römern. Man hatte so drei Seiten eines Quadrates und eine offene Seite für die Diener, die dann die Speisen brachten. Das waren jetzt die Jünger, die das Brot dann bringen sollten. Jesus lädt die Menschen also zu einem ganz gewaltigen Festmahl an einem öden Ort ein. Diese Organisation, diese Einheiten, muss etwas gedauert haben, in Gruppen von 100 und 50.

[1:02:25] Markus erwähnt hier insbesondere das grüne Gras und schafft damit so ein bisschen etwas von der Frühlingsatmosphäre, die dort gewesen ist. Vers 40: Und sie setzten sich gruppenweise zu 100 und zu 50. Es dürften also um die 500 Tischgemeinschaften oder mehr entstanden sein. Wörtlich steht dort gruppenweise, also in Reihen, fast so wie Blumenbeete, die dort über den Hang, über den Rasen verteilt gewesen sind. Was für ein Bild! Und eine Lektion noch für die Jünger, die nicht nur ein Wunder erleben sollten, sondern lernen sollten, wie man die Gemeinde Gottes organisiert, damit auch alle vom Brot abbekommen. Dann Brot, das Symbol für das Wort Gottes. Statt einen großen Haufen zu haben und dann einfach hineinzuwerfen, sollte man überschaubare Gruppen haben von 50 und 100 Mann groß, die dann eine Einheit bilden. Was für ein interessantes Bild auch für die Gemeinde, die idealerweise aus Gemeinden solcher Größe besteht.

[1:03:25] Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf und dankte, brach die Brote und gab sie seinen Jüngern, damit sie ihnen austeilten. Auch die zwei Fische teilte er unter alle. Jesus zeigt seine Abhängigkeit vom Vater, und er dankt. Lasst uns dankbar sein für das, was wir haben. So oft erfüllt Undankbarkeit unser Herz, und dann verfinstert sich unser Herz, wie Römer 1 uns deutlich sagt, weil wir Gott nicht gedankt haben für seine Wunder und dafür, wie er uns geschaffen hat. Und ich möchte es mir sagen, und ich möchte auch dich einladen, drüber nachzudenken, worüber wir dankbar sein können, auch wenn das, was wir haben, scheinbar den Problemen, denen wir gegenüberstehen, nicht reicht. Ich möchte lernen, dankbar zu sein, dankbar zu sein, weil ich von Gott abhängig bin, weil Gott die fünf Brote und zwei Fische, die ich ihm bringe, ausreichend machen kann. Alle Herausforderung, das glaube ich, du auch.

[1:04:41] Vers 42: Das heißt hier, er brach die Brote und gab sie seinen Jüngern. Das Brechen ist im Griechischen einmalig, er hat einmal gebrochen, aber das Austeilen ist kontinuierlich. Vers 42: Und sie alle aßen und wurden satt. Die Speisung mit dem Manna, 5. Mose 8 Vers 3, war eine geistliche Lehre über das Wort Gottes. Wir sind vom Wort Gottes abhängig für unser Leben, und das sagt der Jesus auch in Matthäus 4 Vers 4, als er sagte: "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht."

[1:05:15] Auch wenn wir nicht viel wissen, nicht viel kennen, Gott kann uns mit dem, was wir wissen und kennen, überaus segnen und geistlich sättigen. Wir sind nicht von anderen abhängig, die für uns einkaufen, sondern wir müssen das, was wir haben, zu Jesus bringen, und von Jesus erhalten wir den Segen. In Offenbarung 10 Vers 8 finden wir Johannes, wie er in der Vision zu Jesus kommt und das Buch Daniel zum Essen erhält. Und die Jünger sind beauftragt, das Wort Gottes organisiert weiterzugeben, so wie sie später in den Gemeinden auch tun würden. Vers 43: Und

[1:05:51] Sie hoben zwölf Körbe voll an Brocken auf und auch von den Fischen. Es gibt mehr vom Wort Gottes, als wir verstehen und begreifen können. Auch wenn wir nur wenig bringen, hat Gott einen Segen, der überfließend ist. Wir können gar nicht allen Segen sehen und begreifen. Es ist mehr da, als wir überhaupt sehen können. Egal wie gründlich wir die Bibel studieren, es bleiben Schätze ungehoben, Wahrheiten unerkannt, Details und Schönheiten, die wir noch nicht gesehen haben. Zwölf Körbe, die übrig bleiben. Vers 44: Und die, welche die Brote gegessen hatten, waren etwa 5000 Männer. Dazu kamen noch Frauen und Kinder, wie Matthäus 14 Vers 21 deutlich macht. Vers

[1:06:37] 45: Und sogleich nötigte er seine Jünger, in das Schiff zu steigen und ans jenseitige Ufer nach Betsaida vorauszufahren, bis er die Volksmenge entlassen hatte. So wird es auch in Matthäus berichtet. Der Grund für diese plötzliche Nötigung, der erhält man dann aus Johannes 6 Vers 14 und 15, dann wird deutlich, was dort vorgefallen ist. Das Volk wollte ihn zum König machen, und Jesus musste so deutlich sprechen wie niemals zuvor. Er hat seine Jünger, die auch damit sympathisierten, die sich freuten, dass er jetzt vielleicht auf den Thron Davids gesetzt wird, er hat sie genötigt mit einer Deutlichkeit, der sie nicht zu widersprechen wagten, sofort abzufahren.

[1:07:18] Und Jesus hat dann die Gruppe entlassen. Die Jünger selbst waren da gar nicht so willig, aber Jesus hatte eine entschiedene, direkte Reaktion gezeigt. Jesus hat es nicht zulassen wollen, dass man ihn zum Stolz verführt, auch wenn niemand vielleicht ahnte, was für schreckliche Konsequenzen dieser Vorschlag haben würde. Aber Jesus wusste ganz genau, wohin das führen würde. Er wusste ganz genau, wie gefährlich das war, was sie vorschlugen, und er hat es sofort unterbunden. Er wollte nicht im Geringsten den Anschein erwecken, als ob sein Evangelium mit politischen Mitteln dieser Welt durchgesetzt werden sollte. Sobald das ewige Evangelium mit den weltlichen politischen Prinzipien in Berührung zu kommen drohte, weil die Menschen und auch die Jünger ihn zum König machen wollten, nach einem König nach ihren politischen Prinzipien und Vorstellungen, hat Jesus sofort klar und deutlich, unmissverständlich einen Strich gezogen, gesagt: "Bis hierher und nicht weiter!" Möge das eine Lektion für uns sein, dass wir jeder Versuchung widerstehen, das ewige Evangelium mit weltlichen politischen Prinzipien zu vermengen. Jesus hat damit nichts zu tun. Lasst uns auch damit nichts zu tun haben. Vers

[1:08:44] 46: Und nachdem er sie verabschiedet hatte, ging er auf einen Berg, um zu beten. Jesus kümmert sich allein um die Volksmenge. Er war ja eigentlich hergekommen, um Ruhe zu haben. Matthäus 6 Vers 6 sagt, dass er im Geheimen gebetet hat. Er hatte die ganze Nacht in Lukas 6 Vers 12 vor der Wahl der zwölf Apostel gebetet. Jetzt betet er wieder für sie. Es gibt noch viel für sie zu lernen. Sie waren gekommen, um die Missionsreise auszuwerten, aber jetzt hatten sie sich von der Begeisterung der Massen mitreißen lassen und dabei den Charakter des Werkes Gottes aus den Augen verloren. Jesus setzt sie ins Boot, lässt sie fahren, nachdenken, und statt ihnen gleich zu sagen, was verkehrt gewesen ist, betet er für sie. Daraus möchte ich lernen, nicht immer gleich alles an Ort und Stelle korrigieren zu wollen. Manchmal muss man eine deutliche Konsequenz ziehen, man muss einen radikalen Schnitt machen, aber man kann nicht alles an Ort und Stelle widerlegen und aufdröseln. Manchmal muss man erstmal Menschen nachdenken lassen und für sie beten. Jesus hat für sie gebetet. Möchtest du das Wenige, lieber Freund, liebe Freundin, was du hast, in die

[1:10:02] Freund, liebe Freundin, was du hast, in die Hände von Jesus legen, damit er es überreich segnen kann. Wollen wir die Lektion, die wir heute gelernt haben aus diesem Studium, durch Gottes Kraft, durch seinen Heiligen Geist, unser Leben übertragen. Bin ihm so dankbar, dass er zu mir gesprochen hat, und ich bin mir sicher auch zu dir, in verschiedenen Punkten unserer Lektion. Wollen wir das behalten und mit Gottes Kraft so leben.

[1:10:29] Lass uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass du zu uns gesprochen hast, dass dein Wort unsere tiefsten Sehnsüchte anspricht und dass es uns mit deiner Liebe, mit deiner Güte und Gnade erfüllt, dass wir dir vertrauen dürfen, dass du gut zu uns bist. Herr, so oft kommt unser altes Ich vor, so oft kämpft es um die Vorherrschaft, und ich möchte dich von Herzen bitten – und ich glaube, ganz viele, die das jetzt schauen, werden sich dem anschließen wollen –, dass wir heute an diesem Tag und morgen und jeden weiteren Tag einen noch klareren Blick von Jesus erhalten, dass wir auf ihn schauen, dass wir uns selbst und unser eigenes Ich den Augen verlieren und darauf vertrauen, dass niemand so gut für uns sorgt, wie du es tun kannst. Wir wollen das Wenige, was wir haben, nehmen und es dir geben und ich bitten, dass du uns segnest. Hab Dank dafür im Namen Jesu. Amen.

[1:11:33] Gott segne deine Entscheidung. Nächste Woche werden wir hier in Vers 47 weitermachen und dann auch weiter studieren in diesem so interessanten und spannenden Markus-Evangelium. Bis dann wünsche ich euch Gottes reichen Segen und viel Freude im Studium des Wortes Gottes. Gott mit euch. Amen.


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