[0:34] Hallo und herzlich willkommen, liebe Freunde, zur Christ Study Hour hier auf www.yolmedia.de. Ein herzliches Willkommen gilt allen Zuschauern auch auf dem Sender Das Wort.
[0:44] Wir wollen heute in der sechsten Folge unserer Spezialserie über das Markusevangelium im Leben und Wirken von Jesus weiterstudieren. Wir haben interessante Geschichten und Texte vor uns. Wir wollen Jesus, unseren Schöpfer, unseren Freund, unseren Erlöser, unseren König, besser kennenlernen und unsere Freundschaft zu ihm vertiefen.
[1:14] Heute wollen wir in Markus 6, Vers 47, beginnen, dann auch das gesamte siebte Kapitel und die erste Geschichte aus Markus Kapitel 8 gemeinsam betrachten. Und bevor wir beginnen, möchte ich dich einladen, lieber Freund, liebe Freundin, dass wir Gott einladen, uns mit seinem Heiligen Geist zu erfüllen, dass wir sein Wort so verstehen, wie er es gemeint hat. Lasst uns gemeinsam beten.
[1:43] Lieber Vater im Himmel, wir beugen uns vor dir, weil du derjenige bist, der das Beste für uns möchte, weil du derjenige bist, der uns alles schenkt, was wir brauchen und weit mehr darüber hinaus. Und wir möchten dich bitten, dass wenn wir jetzt in deinem Wort lesen, dass du uns mit deinem Heiligen Geist erfüllst, dass die Wahrheit, wie sie in dir ist, unser Herz berührt, uns verändert, uns zu dir zieht. Und Herr, dass wir zu deinen Füßen sitzen dürfen und lernen dürfen und dass wir verwandelt werden in dein Bild. Sei du jetzt unser Lehrer nach deiner Verheißung. Und wenn es irgendetwas gibt, was uns innerlich oder äußerlich davon abhält, dir ganz zuzuhören, dann möchten wir dir das jetzt hiermit geben, dir die Erlaubnis geben, dass du es hinwegnimmst durch deine Kraft, dass nichts zwischen uns steht und dass wir gesegnet werden durch deine Gegenwart. Das bitten wir alles im Namen Jesu, der für uns eintritt. Amen.
[3:09] Wir beginnen in Markus Kapitel 6, Vers 47. Das letzte, was wir in der vorangegangenen Folge uns angeschaut haben, war die Speisung der 5000 Männer plus Frauen plus Kinder.
[3:23] Jesus hat für sie alle mehr als reichlich gesorgt, sie alle sind satt geworden und es blieb noch übrig. Und die Menschen, so haben wir gesehen, dachten, das wäre eine großartige Gelegenheit, Jesus jetzt zum König auszurufen. Und Jesus hat das erkannt und sofort mit einer Deutlichkeit und Strenge das unterbunden wie niemals zuvor. Er hat seine Jünger genötigt, haben wir in Vers 45 gesehen, in das Boot zu steigen und nach Betsaida an das jenseitige Ufer vorauszufahren. Und er selbst, Jesus, hat dann die Volksmenge entlassen. Und wir haben gelesen in Vers 46: Er ging auf einen Berg, um zu beten.
[4:11] Er betet für seine Jünger, die bereit gewesen wären, diesem Volkstumult zu folgen und ihn zu einem irdischen König zu machen. Jesus wusste, es gab noch viel zu tun für seine Jünger, die so leicht dafür zu begeistern waren, das Evangelium mit Tagespolitik zu vermischen. Es gab Dinge, die sie unbedingt verstehen mussten. Aber bevor er diese Dinge ihnen sagen konnte, bevor er mit ihnen darüber reden konnte, hat er für sie gebetet. Vielleicht gibt es hier einen Punkt, den auch wir lernen müssen: Bevor wir mit anderen Menschen über ihre Missverständnisse reden – das möchte ich auch mir persönlich sagen – sollten wir beten, beten, bevor wir anderen zeigen, wo sie falsch liegen.
[5:15] Wir lesen in Markus 6, ab Vers 47 bis 56, die Geschichte von Jesus, der auf dem See geht. Sie findet sich auch in Matthäus 14, Vers 23 bis 36, und sie folgt natürlich chronologisch direkt auf die Speisung der 5000.
[5:34] Interessanterweise, wie wir sehen werden, lässt Johannes Markus ausgerechnet die Geschichte aus diesen bemerkenswerten Teilen, dass Jesus – Verzeihung – dass Petrus ebenfalls auf dem Wasser ging und all das, was damit zusammenhängt, wie er dann eingebrochen ist, als er weggeschaut hat von Jesus. All das wird von Matthäus berichtet, aber Johannes Markus hat das alles weggelassen. Entsprechend ist die Geschichte bei ihm kürzer. Und es gibt allerdings ein paar mehr Details, wenn es dann um die Heilung geht, aber dazu gleich mehr.
[6:07] Vers 47: Und als es Abend geworden war, befand sich das Schiff mitten auf dem See und er allein auf dem Land. Die Trennung wird hier ganz besonders betont: die Jünger auf dem See, Jesus auf dem Berg. Und das zeigt, wie sehr diese politische Ambition, wie sie sich bei den Jüngern gezeigt hat, letztlich zu einer Trennung von Jesus geführt hat.
[6:36] Vers 48: Und er sah, dass sie beim Rudern Not litten, denn der Wind stand ihnen entgegen. Und um die vierte Nachtwache kommt er zu ihnen auf dem See gehend, und er wollte bei ihnen vorübergehen. Jesus hatte die Jünger genötigt, über den See zu fahren, er hatte sie geschickt. Und natürlich war er in Gedanken bei ihnen, natürlich hat der Heilige Geist an ihren Herzen gewirkt. Natürlich waren sie wirklich fern von ihm, aber ihre Gedanken und ihre Pläne hatten sich sozusagen so entwickelt, dass sie nicht mehr mit Jesu Plänen und Gedanken übereinstimmten und dadurch eine innerliche Trennung entstand.
[7:24] Und dann kommt dieser Wind, dann kommt schwerer Seegang, ein starker Wind, sagt die Parallelstelle in Johannes 6, Vers 18. Matthäus sagt nur, dass es so war, aber Markus sagt, dass Jesus es gesehen hat. Er sah, dass sie beim Rudern Not litten. Lieber Freund, liebe Freundin, wenn wir schweren Seegang im Leben haben, dann sieht Jesus das.
[7:46] Die vierte Nachtwache ist etwa von 3 Uhr bis 6 Uhr morgens.
[7:57] Und Jesus geht auf dem See. Nach dem Wunder der Speisung der 5000 ist das der nächste Beweis seiner göttlichen Macht. In Hiob 9, Vers 8, heißt es, dass Gott allein auf den Meereswellen schreitet. Das können wir vielleicht hier kurz sogar lesen. Schauen wir uns Hiob 9, Vers 8, an. Da heißt es über Gott: „Er allein spannt den Himmel aus und schreitet auf Meereswogen.“ Herr Jesus ist Gott. Psalm 93, Vers 4: „Der Herr ist mächtiger als brausende Meereswogen.“ Das zeigt, dass er, Jesus, nicht auf eine menschliche Kraft, nicht auf irgendeine politische Partei angewiesen ist, um als König anerkannt zu werden.
[8:44] In Johannes 6, Vers 19, wird impliziert, dass die Jünger aufgrund des Sturmes abgedriftet sind, weil sie ansonsten eigentlich von der Entfernung schon in Kapernaum gewesen wären. Nur Markus erwähnt, dass Jesus den Eindruck erweckt, als ob er vorübergehen will. Das finden wir später auch bei den Jüngern, die auf dem Weg nach Emmaus sind, in Lukas 24, Vers 28. Wir kennen das auch aus 1. Mose 19 von den Engeln, die sich so gestellt haben.
[9:18] Vers 49: Als sie ihn aber auf dem See gehen sahen, meinten sie, es sei ein Gespenst und schrien. Das griechische Wort für Gespenst ist „phantasma“. Und interessant, dass sie ihn zum König machen wollten und jetzt erkennen sie ihn nicht einmal.
[9:34] Vers 50: Denn sie sahen ihn alle und erschraken. Und sogleich redet er mit ihnen und sprach zu ihnen: „Seid getrost, ich bin's, fürchtet euch nicht!“ Nur Markus macht deutlich, dass alle Jünger ihn sehen. Und sogleich – das Lieblingswort von Markus – hat Jesus sie getröstet. Er will nicht, dass wir sein Wirken missverstehen. Wenn wir in der Gefahr stehen, sein Wirken falsch einzuordnen, dann möchte er uns sogleich trösten und ermutigen. Jesus redet mit seinen Freunden.
[10:11] Vers 51: Und er stieg zu ihnen in das Schiff, und der Wind legte sich. Und sie staunten bei sich selbst über die Maßen und verwunderten sich. Johannes 6, Vers 21, macht deutlich, dass die Jünger Jesus in ihr Boot eingeladen haben. Und auch so dürfen wir Jesus in unser Boot, unser Lebensboot, einladen, gerade dann, insbesondere wenn die Wellen des Lebens hochschlagen. Die ganze Geschichte mit Petrus, die hier in Matthäus 14, Vers 28 bis 31, erwähnt wird, ist hier, wie gesagt, weggelassen. Es heißt, sie erstaunten über die Maßen – ein starker Ausdruck im Griechischen.
[10:54] Vers 52: Denn sie waren nicht verständig geworden durch die Brote, denn ihr Herz war verhärtet. Ein verhärtetes Herz. Das Brotwunder hatte sozusagen noch nicht die gewünschte Wirkung gehabt. Das Wunder hat nicht bewirkt, was Gott eigentlich hätte bewirken wollen, so dass sie erneut erstaunt sind, dass Gott solche eine, dass Jesus solche eine Macht hat. Wenn sie das Brotwunder richtig verstanden hätten, dann wären sie jetzt nicht so erstaunt gewesen. Ein verhärtetes Herz verpasst die Segnungen, die Jesus gibt. Die sind zwar satt geworden, aber haben nicht den vollen Segen erlebt. Wie oft tut Gott Wunder in meinem Leben, aber weil mein Herz verhärtet ist, erfahre ich gar nicht all den Segen, den Gott eigentlich durch dieses Wunder mir mitteilen wollte? Wie oft wirkt Gott für uns und wir profitieren nicht davon oder nur teilweise, weil unsere Herzen verhärtet sind? Und die Wunder kommen unser Leben und sie gehen, und wir sind vielleicht satt geworden, aber wir haben nichts daraus gelernt oder nicht all das, was wir hätten lernen können. Lasst unsere Herzen weich machen, lasst uns unsere Herzen Gott geben, dass er sie weich macht, dass wenn Gott Wunder tut in meinem Leben, ich daraus lerne. Das möchte ich persönlich für mich heute mitnehmen.
[12:23] Vers 53: Und als sie hinübergefahren waren, kamen sie zum Land Gennesaret und legten dort an. Die Hauptorte in Gennesaret sind natürlich Kapernaum und auch Tiberias. Der See war nach dieser fruchtbaren Gegend dort genannt, der See Gennesaret.
[12:42] Vers 54: Und als sie aus dem Schiff traten, erkannten die Leute ihn ganz genau. Sogleich – dieses Wort wird uns das gesamte Markusevangelium begleiten.
[12:55] Vers 55: Sie durchliefen die ganze umliegende Gegend und fingen an, die Kranken auf den Liegematten dorthin zu tragen, wo sie hörten, dass er sei. Frage: Wie viel Energie bringen wir auf, um Menschen zu Jesus zu bringen? Als diese Menschen hörten: „Jesus ist in der Nähe“, sind sie von Ort zu Ort gelaufen, um alle zu suchen, die einen besonderen Segen von Jesus gebrauchen könnten. Sie orientieren sich an den Berichten, wo Jesus gerade ist, und bringen die Kranken dorthin.
[13:29] Vers 56: Und wo er in Dörfer oder Städte – Verzeihung – oder Gehöfte einkehrte, da legten sie die Kranken auf die freien Plätze und baten ihn, dass sie nur den Saum seines Gewandes anrühren dürften. Und alle, die ihn anrührten, wurden gesund. Wir erinnern uns vielleicht an die Geschichte vom toten Elisa, wo ein anderer Leichnam ihn berührt und dadurch dieser Leichnam wieder lebendig geworden ist – ein Typus auf die Erlösung durch Jesus, der für uns gestorben ist. Jedes Heilungswunder war eine Illustration der Erlösung. Jesus zu berühren reicht aus.
[14:14] Was Johannes Markus hier jetzt nicht erwähnt, was erst dann in Johannes 6 ausführlich geschildert wird, ist die große Krise, die an diesem Tag aufgrund der Predigt von Jesus über das Brot des Lebens in Galiläa entsteht. Als dann die Menschen alle wieder zusammenkamen und mehr Wunder sehen wollen, hält Jesus diese berühmte Predigt in Johannes 6, die dazu führt, dass eine große Anzahl seiner Jünger ihn verlässt, bis auf die zwölf Apostel. Und als Folge dieser Krise zieht sich Jesus für einige Monate weitgehend vom öffentlichen Wirken zurück, um seine Jünger in persönlichen Gesprächen weiter auszubilden und sie behutsam auf die kommende große Enttäuschung vorzubereiten.
[15:03] Und das ist jetzt das, was wir in den nächsten Geschichten sehen werden. Wir sind jetzt in der Zeit des Passah, Verzeihung, des Passah 30, und Jesus hat jetzt in den nächsten Monaten, im Frühling und Sommer dieses Jahres, insbesondere sich um seine Jünger gekümmert, hat sich weitestgehend aus dem öffentlichen Dienst, dem öffentlichen Wirken, zurückgezogen.
[15:32] Wir werden jetzt ein paar Geschichten aus dieser Zeit uns anschauen. In Markus 7, Vers 1 bis 13, haben wir die Geschichte von der Frage der Pharisäer nach dem Händewaschen. Die findet nach dieser Krise statt, die in Johannes 6 ja so ausführlich dargestellt ist. Sie findet sich auch in Matthäus 15, Vers 1 bis 9, dort etwas kürzer. Markus ist also wieder hier ausführlicher und zum Teil deswegen, weil er jüdische Gebräuche erklärt, die Matthäus als gegeben voraussetzen kann, weil, wie schon oft gesagt, Johannes Markus an Nichtjuden schreibt.
[16:14] Vers 1: Und es versammelten sich bei ihm die Pharisäer und etliche Schriftgelehrte, die von Jerusalem gekommen waren. Jesus ist immer noch in seiner oder wieder in seiner Hauptgegend. Nach dem Brotwunder und nach dieser folgenschweren Predigt ist Jesus noch immer in Galiläa. Er war – das ist interessant – bei diesem Passah nicht in Jerusalem gewesen. Und weil er nicht zu ihnen gekommen war, kommen nun sie zu ihm. Er hat ja ziemlichen Erfolg in Galiläa in den Monaten zuvor gehabt, und die Hierarchie in Jerusalem fürchtet seinen Einfluss und hat Angst, dass der eigene Einfluss untergraben wird durch Jesus. Und die Tatsache, dass die Apostel diese Missionsreise durchgeführt haben auf Jesu Aussendung hin, hat darauf hingedeutet, dass das Werk sich auch noch ausbreiten würde. Jetzt sind also Schriftgelehrte aus Jerusalem gekommen, um zu sehen, was Jesus dort tut. Wir hatten schon ähnliche Delegationen, zum Beispiel in Markus Kapitel 3, Vers 22.
[17:30] Vers 2: Und als sie einige seiner Jünger mit unreinen – wörtlich gemeinen, also im Sinne von, ja, also nicht im Sinne von bosartig, sondern gemein im Sinne von allem so alltäglich, profan – mit ungewaschenen Händen Brot essen sahen, tadelten sie es. Markus erklärt den Ausdruck für seine nichtjüdischen Leser, wie gesehen, und sie suchen einen offensichtlichen Fehler.
[18:04] Vers 3: Jetzt kommt die Erklärung von Johannes Markus: Denn die Pharisäer und alle Juden essen nicht, wenn sie sich nicht zuvor gründlich die Hände gewaschen haben. Dieses Wort „gründlich“ ist im Griechischen „mit der Faust“, also sie waschen sich so richtig gründlich mit der Faust, so dass wirklich da kein Schmutz übrig bleibt, weil sie die Überlieferung der Alten halten. Wörtlich: Sie halten die Überlieferung der Alten fest, sie halten daran fest. Die das Übergebene, die Tradition, das bleibt bei ihnen ganz fest hoch im Kurs. Paulus hatte später auch gesagt, dass er sehr eifrig war vor seiner Bekehrung für die Überlieferung der Alten.
[18:51] In Kolosser 2, Vers 8 und 2, Vers 20 bis 23, zeigt Paulus später, wie sehr diese selbstgewählten menschlichen Traditionen letztlich einem geistlichen Leben entgegenstehen.
[19:03] Vers 4: Und wenn sie vom Markt kommen, essen sie nicht, ohne sich gewaschen zu haben. Und noch vieles andere haben sie zu halten angenommen, nämlich Waschung von Bechern und Krügen und ehernem Geschirr und Polstern. Nun, bevor uns jemand missversteht: Selbstverständlich ist das Händewaschen sehr wichtig und gut. Und selbstverständlich ist Reinlichkeit und Sauberkeit eine sehr wichtige Sache. Doch die Pharisäer haben das zu einer religiösen Pflicht gemacht, an der sie ihre eigene Frömmigkeit zu messen glaubten.
[19:36] Diese Reinigung steht auch im Hintergrund von Johannes 2, wo diese großen Krüge mit Wasser stehen bei dem Hochzeitsfest in Kana, wo Jesus dann berühmterweise das Wasser zu Traubensaft gemacht hat. Diese Krüge waren für diese Reinigung der Hände und all der Dinge, die gereinigt werden sollten.
[19:57] Wir finden im Alten Testament immer wieder die Idee des Waschens. Die Priester sollten ihre Hände und Füße am Waschbecken waschen, das war entscheidend, wenn sie leben wollten. Wir finden, dass Arbeitsgeräte, die ein totes oder unreines Tier berührt haben, ins Wasser gelegt werden sollten. Man sollte die Kleider waschen, wenn man Aas berührt hat. Die Leviten sollten mit Wasser besprengt werden. Viele dieser Dinge hatten natürlich einen ganz klaren hygienischen Hintergrund und waren deswegen auch sehr wichtig. Es gibt aber auch eine moralische Verbindung zum Händewaschen. Psalm 26, Vers 6, spricht davon, die Hände in Unschuld zu waschen. Und Jesaja 1, Vers 16, hat diese Metapher, wenn es heißt: „Wascht euch, tut das Böse weg aus eurer Mitte.“ Jeremia 4, Vers 14, spricht davon, das Herz von Bosheit reinzuwaschen. Die wahre Reinigung geschieht natürlich nicht durch Wasser, sondern in 1. Johannes 1, Vers 7, heißt es: „Wenn wir im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu reinigt uns von aller Sünde.“
[21:01] Die wahre Reinigung geschieht nicht durch Wasser. Das Wasser ist zwar hygienisch wichtig und deswegen von einem gesundheitlichen Standpunkt auch ist das sehr zu begrüßen, wenn man sich die Hände wäscht, aber es ist für die Erlösung kein Mittel. Kein Mensch wird erlöst, weil er sich die Hände gewaschen hat oder die Füße oder seine Couchpolster. Das Blut Jesu, dass er am Kreuz von Golgatha für dich und mich vergossen hat, das allein reinigt.
[21:29] Das Wort für „waschen“ hier interessanterweise ist das Wort „baptizo“, das eigentlich „untertauchen“ bedeutet. Die Waschungen, das sind „baptismos“. Es geht also darum, dass sozusagen, wenn wir das in dieses Wort dann konsequent übersetzen würden, dass man sozusagen die Hände getauft hat, die Füße getauft hat, das Geschirr getauft hat und die Polster getauft hat, die Kissen getauft hat. Und das bringt uns natürlich zu der Botschaft von Johannes dem Täufer, dessen Botschaft letztlich war: „Tauft nicht eure Hände und euer Geschirr und eure Polster, sondern ihr müsst komplett selbst mit eurem ganzen Leben, mit eurem ganzen Körper als Menschen vollständig getauft werden, gereinigt werden.“ Das war diese eigentliche Botschaft, die Johannes der Täufer damit verbunden hat. Es reicht nicht, wenn wir so Details in unserem Leben reinigen, wir brauchen eine komplette Reinigung. Das Wasser natürlich ist hier nur ein Symbol gewesen für die eigentliche Reinigung durch das Blut Jesu, denn er ist für uns gestorben und auferstanden, was wir in der Taufe illustrieren.
[22:41] Die Krüge, die hier erwähnt werden, das nur am Rande, das sind so 0,7-Liter-Gefäße, „sextarius“. Das ist ein Wort, das hier Markus aus dem Lateinischen übernommen hat. Auch das ein Hinweis auf die römische Hörerschaft und Leserschaft, die er vor Augen hat.
[23:01] Vers 5: Daraufhin fragten ihn die Pharisäer und Schriftgelehrten: „Warum wandeln deine Jünger nicht nach der Überlieferung der Alten, sondern essen das Brot mit ungewaschenen Händen?“ Wir sind wieder zurück in der Geschichte. In Markus 2, Vers 16, haben die Pharisäer Jesus vor den Jüngern beschuldigt, jetzt beschuldigen sie die Jünger vor Jesus. Wir sehen, wie der Satan versucht, durch seine Helfershelfer einen Keil zwischen Jesus und seine Jünger zu treiben. Satan versucht doch heute noch, einen Keil zwischen Jesus und seine Jünger zu treiben. Lasst uns uns niemals durch irgendjemand, durch irgendwelche Theorien oder irgendwelche gesäten Zweifel uns niemals von Jesus trennen.
[23:46] Vers 6: Er aber antwortete und sprach zu ihnen: „Trefflich hat Jesaja von euch Heuchlern geweissagt, wie geschrieben steht: ‚Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, doch ihr Herz ist fern von mir. Vergeblich aber verehren sie mich, weil sie Lehren vortragen, die Menschengebote sind.‘“ Die Reihenfolge der Worte Jesu ist bei Johannes Markus etwas anders als in Matthäus 15. Wir haben hier im Sendemanuskript eine Entsprechung, welche Verse zueinander gehören. Aber entscheidend ist, dass Jesus auf die alttestamentliche Prophetie verweist, nämlich auf Jesaja 29, Vers 13. Interessanterweise ist Jesaja 29, das was Jesus hier zitiert, im Kontext einer Weissagung gegen Jerusalem, und zwar die Ankündigung des Krieges gegen die Stadt damals zur Zeit von Jesaja, die Ankündigung der Belagerung durch die Assyrer. Dort heißt es im Kontext weiter, dass die religiösen Führer schlafen und blind sind. Man kann sogar vielleicht so weit gehen, dass in Jesaja 29, Vers 1, davon die Rede ist, es noch ein...
[24:58] Vers 1 davon die Rede ist, es noch ein Jahr dauern wird bis zur Belagerung Jerusalems. Interessanterweise ist es hier auch – wenn wir jetzt hier das nicht so überbetonen wollen – aber in dieser Geschichte nur noch ein knappes Jahr bis zur Kreuzigung.
[25:12] Heuchler, das ist wörtlich jemand, der unter einem anderen Charakter beim Theaterspiel sich versteckt. Er spielt etwas vor, was er nicht ist.
[25:25] Auch in Hesekiel 33, Vers 31 sehen wir, wie Menschen mit ihren Lippen sich zur Wahrheit bekennen können, ohne das in ihrem Herzen wirklich zu glauben und zu tun.
[25:35] Auch in der Gemeinde gibt es das. In 2. Timotheus 3, Vers 5 warnt Paulus vor denen, die einen äußeren Schein der Gottesfurcht haben, aber die Kraft des Evangeliums, die wir in Römer 1, Vers 16 und 17 sehen, verleugnen.
[25:49] Titus 1, Vers 16: Menschen, die vorgeben, Gott zu kennen, aber mit ihren Werken ihn verleugnen.
[25:58] Jesus warnt mit diesen Worten eindringlich vor Heuchelei.
[26:04] Es ist umsonst, wenn wir Menschen – also wenn wir mit Menschengeboten versuchen, Gott zu ehren, dann ist diese Verehrung umsonst.
[26:14] 5. Mose 13, Vers 1 macht deutlich: Wir sollen den Geboten Gottes nichts hinzufügen. Wir sollen nicht eigene Standards erfinden, mit denen wir dann noch andere messen, sondern wir sollen vom Wort Gottes nichts wegnehmen und nichts hinzufügen, dem Wort Gottes folgen, so wie er es uns gegeben hat. Das ist echter, wahrer Glaube.
[26:37] Vers 8: Denn ihr verlasst das Gebot Gottes und haltet die Überlieferung der Menschen ein: Waschung von Krügen und Bechern und viele andere ähnliche Dinge tut ihr.
[26:50] Jesus dreht jetzt das Argument um: Nicht er und seine Jünger sind Übertreter, sondern die Pharisäer selbst. Und die Begründung kommt jetzt in den folgenden Versen.
[26:59] Vers 9: Und er sprach zu ihnen: Trefflich verwerft ihr das Gebot Gottes, um eure Überlieferung festzuhalten.
[27:08] Dieser Gedanke wird bei Johannes Markus besonders betont.
[27:16] Vers 10: Denn Mose hat gesagt: Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren. Das ist natürlich das fünfte Gebot in 2. Mose 20, Vers 12. Und jetzt zitiert er 2. Mose 21, Vers 17: Wer Vater oder Mutter flucht, der soll des Todes sterben.
[27:40] Die Bibel sagt viel darüber, wie wir unseren Eltern Ehre erweisen sollen. Wir haben eine ganze Reihe von Texten hier im Sendemanuskript, die wir hier aus Zeitgründen jetzt nicht alle lesen wollen, aber das könnte das Thema für euch persönlich vertiefen.
[27:53] Es ist ein Gebot Gottes, dass wir den Eltern im Herrn gehorchen sollen und ihnen Ehre geben sollen.
[28:02] Natürlich zeigt die Bibel auch, dass es immer auch noch eine höhere Instanz gibt, nämlich die Liebe zu Gott. Die Nachfolge Jesu ist wichtiger, als den Eltern zu gehorchen. Oder anders gesagt: Wenn das Gebot der Eltern dem Wort Gottes entgegensteht, dann steht Gottes Wort natürlich immer über dem Wort der Eltern.
[28:27] Entsprechend ist es auch wichtig, dass wir unseren Ehepartner, in unserer Zuneigung über die Eltern stellen, was ja in 2. Mose 2 ganz deutlich gesagt wird: Mann wird Vater und Mutter verlassen, seiner Frau anhängen.
[28:45] Innerhalb dieser Parameter ist aber die Ehre und die Zuneigung zu den Eltern etwas, was die Bibel ganz stark betont und uns zeigt.
[29:01] Jesus zitiert also hier nicht nur das Gebot, sondern auch die deutliche Strafe, die bei Übertretung festgesetzt ist.
[29:09] Vers 11 und 12: Ihr aber lehrt so: Wenn jemand zum Vater oder zur Mutter spricht: Korban – das heißt zur Weihegabe ist bestimmt, was dir von mir zugutekommen sollte –, dann gestattet ihr ihm auch fortan nicht mehr, irgendetwas für seinen Vater oder seine Mutter zu tun.
[29:23] Also Markus erklärt wieder, was dieses jüdische Wort Korban bedeutet.
[29:28] Es ist ein technischer Begriff im Heiligtumsdienst, der so nur in 3. und 4. Mose vorkommt und in Hesekiel. Das ist eine Darbringung, und die Implikation ist also folgende:
[29:45] Die Idee war damals, dass Menschen sagen konnten: Theoretisch habe ich sozusagen finanzielle Mittel, mit denen ich meine alten Eltern unterstützen könnte und auch sollte. Aber wenn ich jetzt sage: All das ist dem Tempel geweiht, dann darf es nicht mehr für die Unterstützung der Eltern gebraucht werden. Und so konnte man sozusagen sich um diese Pflicht drücken, nach dem Verständnis der Pharisäer, wobei es tatsächlich sogar dann so war, dass man, solange man lebte, dieses Geld gar nicht mal dem Tempel geben musste, sondern ihn sozusagen nur dem Tempel vermacht hat, als Erbe sozusagen, und dann sogar noch bei Lebzeiten von diesem Geld selbst Nutzen haben konnte.
[30:35] Interessant ist also hier, dass in Jesu Augen das Ehren der Eltern durchaus auch eine finanzielle Unterstützung mit impliziert.
[30:44] Wir können also nicht Gottes Werk als Entschuldigung dafür nehmen, wenn wir unsere Pflichten in der Familie vernachlässigen.
[30:53] Gott erwartet, dass Kinder für ihre Eltern sorgen. Timotheus 5, Vers 34 und Timotheus 5, Vers 8: Wer nicht für die Seinen sorgt, ist schlimmer als ein Ungläubiger und hat den Glauben verleugnet.
[31:05] Die fromme Theorie nützt nichts, wenn die Praxis fehlt.
[31:11] Vers 13: Und so hebt ihr mit eurer Überlieferung, die ihr weitergegeben habt, das Wort Gottes auf, und viele ähnliche Dinge tut ihr.
[31:19] Das ist die Parallele zu Vers 8.
[31:23] Der Geist, der sich hinter dem religiösen Waschzwang verbirgt, diesem Gebot, dass man sich waschen muss, weil man sonst ein Sünder ist, das ist derselbe Geist, der auch diese Gebote auf diese Weise, die Gottesgebote so übertritt.
[31:39] Anschließend an dieses Gespräch gibt es nun Worte von Jesus an das Volk und seine Jünger.
[31:45] Sie kommen sowohl in Matthäus als auch in Markus hier in Vers 14 bis 23 direkt im Anschluss daran vor.
[31:53] Die Berichte sind in etwa gleich lang.
[31:56] Johannes Markus lässt aber ein paar Verse aus, die in Matthäus 15, Vers 12 bis 14 stehen, in denen die Jünger nach den Pharisäern fragen und Jesus dann deutlich macht, dass man diesen nicht folgen sollte, da sie nicht Gottes Wort lehren.
[32:10] Vers 14: Und er rief die ganze Volksmenge zu sich und sprach zu ihnen: Hört mir alle zu und versteht!
[32:17] Bis dahin hatten wir in Kapitel 7 ein Gespräch mit den Schriftgelehrten aus Jerusalem.
[32:24] Jesus wendet sich jetzt an das ganze Volk. Er möchte, dass das Volk frei wird von den menschlichen Traditionen und Theorien, die ihnen durch die Theologen der damaligen Zeit aufoktuiert, indoktriniert worden sind, also die ihnen da ja gepredigt worden sind.
[32:53] Immer wieder sehen wir, wie Jesus auch in den Gleichnissen, Matthäus 13, gesagt hat: Hört, hört zu, was ich zu sagen habe.
[33:02] Wir erinnern uns vielleicht auch an 5. Mose 4 und 5 und 6, wo es immer wieder heißt: Höre, Israel!
[33:07] Auch dort geht es darum, das Herz zu erreichen.
[33:12] Ja, wenn wir an 5. Mose 6 denken, wo es heißt: Höre, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr allein!
[33:16] Lesen wir das vielleicht gemeinsam in 5. Mose Kapitel 6.
[33:23] Dort heißt es in Vers 4: Höre, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr allein! Und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele, mit deiner ganzen Kraft. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du auf dem Herzen tragen.
[33:34] Dieses Zuhören hat damit zu tun, dass wir das Herz öffnen. Und Jesus möchte, dass die Menschen nicht nur damals, sondern auch heute frei werden von menschlichen Traditionen, die sozusagen religiös fromm daherkommen, aber nicht das eigentliche erreichen, nämlich das Herz, dort wo Gott durch den Heiligen Geist wohnen möchte.
[33:59] Vers 15: Er sagt also: Hört mir alle zu und versteht!
[34:02] Jesus möchte, dass wir ihn verstehen.
[34:06] Nichts, was außerhalb des Menschen ist und in ihn hineinkommt, kann ihn verunreinigen, sondern was aus ihm herauskommt, das ist es, was den Menschen verunreinigt.
[34:19] Kein Mensch ist vor Gott unrein wegen irgendetwas, was von außen auf ihn einwirkt.
[34:24] Ansonsten könnte man einen Menschen durch äußere Gewalt unrein machen vor Gott, sondern er ist unrein vor Gott wegen dem, was in ihm ist.
[34:33] Freilich kann sich das in äußerlichen Handlungen zeigen, das wird jetzt auch gleich deutlich.
[34:41] Das Problem liegt also nicht außen, das Problem liegt innen.
[34:48] Das heißt, die ganzen kultischen Unreinheiten, die wir in den Mosebüchern vorfinden, sind nicht reale Unreinheiten vor Gott, sondern Illustrationen.
[35:00] So wie der Aussatz eine Illustration ist für die wahre Unreinheit des Herzens.
[35:06] Die Jünger haben diese Lektion erst viele Jahre später gelernt.
[35:15] Vers 16: Wenn jemand Ohren hat zu hören, der höre!
[35:19] Dieses Thema ist wirklich wichtig.
[35:22] Es ist die letzte Predigt hier, von der wir wissen, bevor sich Jesus für eine Zeit lang, wie schon angedeutet, vom öffentlichen Dienst zurückgezogen hat.
[35:31] Er will noch einmal zum absoluten Kern des Problems der Menschen vordringen.
[35:35] Lieber Freund, liebe Freunde, auch heute gibt es viele Menschen, die versuchen, in Traditionen, in Ritualen, in Riten irgendwie Frieden zu finden.
[35:45] Sie suchen dort Erlösung.
[35:51] Aber Jesus zeigt: Äußerliche, von Menschen gemachte Riten können das Problem, das wir haben, nicht lösen.
[36:01] Dabei ist nichts dagegen einzuwenden, sich die Hände zu waschen, nicht wahr?
[36:08] Aber das Problem unseres Herzens wird so nicht gelöst.
[36:11] Und auch heute noch gibt es viele solche, viele Menschen, viele solche Vorstellungen, dass durch äußere Dinge, die wir tun, vielleicht irgendwie Frieden des Herzens finden können.
[36:21] Aber so funktioniert das nicht.
[36:23] Jesus sagt: Hör zu: Wenn jemand Ohren hat zu hören, der höre!
[36:28] Das, was er auch bei den Gleichnissen immer wieder gesagt hat, bei der Seepredigt.
[36:32] Vers 17: Und als er von der Menge weg nach Hause gegangen war, fragten seine Jünger über das Gleichnis.
[36:44] In Matthäus 15, wie gesagt, gibt es hier erst noch ein Gespräch der Jünger über die Pharisäer.
[36:49] Dort wird auch präzisiert, dass es Petrus war, der nach dem Gleichnis gefragt hat.
[36:53] Es ist jetzt so wie bei der Seepredigt.
[36:55] Jesus hatte damals auch Gleichnisse gesagt: Wer ein Ohr hat, der höre! Und am Abend kamen die Jünger zu Jesus und haben ihn gefragt: Was bedeutet das? Und so machen sie es jetzt hier mit diesen Worten genauso.
[37:10] Lieber Freund, liebe Freundin, schäme dich niemals, Jesus zu fragen, wenn du etwas nicht verstehst.
[37:14] Komme zu ihm, sag: Herr, ich verstehe das nicht genau, erklär mir, was das bedeutet.
[37:18] Jesus wird es dir gerne erklären.
[37:24] Vers 18: Und er sprach zu ihnen: Seid auch ihr so unverständig? Begreift ihr nicht, dass alles, was von außen in den Menschen hineinkommt, ihn nicht verunreinigen kann?
[37:33] Mittlerweile hätten die Jünger es schon längst verstehen sollen.
[37:40] Nikodemus in Johannes 3, Vers 1 hätte es als Lehrer Israels schon längst verstehen sollen.
[37:50] Sie sind die Jünger, sollen Lehrer der Welt werden, aber noch verstehen sie selbst wesentliche Prinzipien des Evangeliums nicht.
[37:57] Kann es auch sein, dass wir manche Dinge schon viel besser verstehen sollten, aber weil wir so sehr mit weltlichen, menschlichen Gedanken immer wieder erfüllt sind, verstehen wir die vielen Lektionen, die Gott mir und dir gibt, nicht so richtig?
[38:10] Zum Glück können wir trotzdem zu Jesus kommen, aber lasst uns vornehmen, tatsächlich zuzuhören und zu lernen und voranzuschreiten in der Erkenntnis, die Gott uns offenbart.
[38:26] Vers 19: Denn es kommt nicht in sein Herz, sondern in den Bauch und wird auf dem natürlichen Weg, der alle Speisen reinigt, ausgeschieden.
[38:35] Die gegessene Speise belastet nicht das Herz des Menschen.
[38:41] Nun, ungesunde Ernährung hat eine physiologische Beeinträchtigung für die physiologische Funktion unseres Herzens mit Sicherheit, aber darum geht es hier nicht.
[38:53] Was wir von außen essen, beeinflusst nicht, belastet nicht das Herz im moralischen Sinn des Menschen.
[38:58] Es gibt einen anatomischen, physiologischen Prozess, durch den das Unreine einer Speise ausgeschieden wird.
[39:04] Dazu braucht es keine kultischen Waschungen, sondern der Körper, den Gott uns gegeben hat, der sorgt dafür selbst.
[39:11] Selbst wenn Elemente einer Speise unrein sind, z.B. Dreck, sorgt der Körper selbst dafür.
[39:18] Wichtig an dieser Stelle: Es geht um Speisen und nicht um unreine Tiere.
[39:22] Jesus hat nicht damit gesagt, dass man unreine Tiere essen kann, denn unreine Tiere sind gar keine Speise.
[39:30] Und ich glaube, es ist wichtig, dass wir das genau präzisieren.
[39:34] 3. Mose 11 redet nicht von unreinen Speisen, sondern von unreinen Tieren, denn unreine Tiere sind gar keine Speise.
[39:41] Hier geht es also nicht um unreine Tiere, hier geht es um Speisen, die Gott in seinem Wort bereits als erlaubt hat, dass man sie essen kann.
[39:52] Es heißt ja dann hier: Der alle Speisen reinigt, ausgeschieden.
[39:59] Das Wort im Griechischen ist „rein“, also wörtlich übersetzt „reinigend“.
[40:03] Ein Partizip: reinigend alle Speisen.
[40:11] Ähm, das bezieht sich auf den Weg durch den Magen, nicht auf Jesus.
[40:17] Markus sagt nicht – auch wenn das manchmal immer wieder zu lesen ist –, dass Jesus Speisen gereinigt hätte.
[40:23] Die Vorstellung ist dann immer, es gebe unreine Speisen, und Jesus hätte die unreinen Speisen jetzt reingemacht.
[40:33] Das steht dort nicht, sondern es sagt, dass die Speisen durch den physiologischen, anatomischen Prozess gereinigt werden, z.B. von Dreck, wenn man sich jetzt die Hände nicht ganz gründlich gewaschen hat.
[40:51] Deswegen, weil es nicht um unreine Tiere geht, sondern um Speisen, verstehen wir auch 1. Timotheus 4, Vers 3 bis 6, wo es deutlich gesagt wird, dass wir alle Speisen – aber nicht alle unreinen Tiere, nicht alle Tiere, ja, nicht unreine Tiere gar nicht –, sondern dass wir alle Speisen mit Danksagung essen dürfen.
[41:09] Vers 20: Er sprach aber: Was aus dem Menschen herauskommt, das verunreinigt den Menschen.
[41:16] Das Böse wird erst im Herzen ausgedacht, bevor es ausgeführt wird, sagt auch Micha 2, Vers 1.
[41:23] Jakobus 1, Vers 14, 15 macht deutlich: Unser eigentliches Problem ist die eigene Begierde, die Zunge, die immensen Schaden anrichtet, Jakobus 3, Vers 6.
[41:34] Und dann gibt Jesus eine Aufzählung von Dingen, die aus unserem Herzen kommen.
[41:39] Vers 21 bis 23: Denn von innen, aus dem Herzen des Menschen, kommen die bösen Gedanken hervor: Ehebruch, Unzucht, Mord, Diebstahl, Geiz, Bosheit, Betrug, Zügellosigkeit, Neid, Lästerung, Hochmut, Unvernunft. All dieses Böse kommt von innen heraus und verunreinigt den Menschen.
[41:57] Lieber Freund, liebe Freundin, das Problem, das wir haben, ist, dass unsere Gedanken böse sind, und die bösen Gedanken führen dann zu bösen Plänen, bösen Worten, bösen Taten.
[42:12] Jeremia 17, Vers 9: Das Herz ist überaus trügerisch und bösartig.
[42:16] Kein Mensch kann es ergründen.
[42:19] Ohne den Heiligen Geist produziert das menschliche Herz konstant nur Böses.
[42:23] Timotheus 6, Vers 5: Unreines kann nichts Reines produzieren.
[42:28] Hiob 14, Vers 4, Psalm 58, Vers 3: Im Herzen wird das Unrecht geschmiedet, die Hände führen es aus.
[42:36] Paulus sagt in Römer 8, Vers 7 und 8: Das Fleisch ist in Feindschaft gegen Gott.
[42:47] Selbst dann, wenn man das Gesetz kennt, wie die Schriftgelehrten.
[42:49] Und deswegen sagt uns Jeremia 4, Vers 14, eine ganz entscheidende Sache.
[42:57] Jeremia 4, und dort Vers 14: Wasche dein Herz rein von deiner Bosheit, oh Jerusalem, damit du gerettet wirst.
[43:09] Wie lange sollen deine heillosen Pläne in deinem Herzen bleiben?
[43:12] Was entscheidend ist, ist nicht, dass wir die Hände waschen, sondern dass wir unser Herz waschen.
[43:20] Denn unser Herz müssen wir behüten mehr als alles andere, denn aus unserem Herzen kommt plötzlich das, was entscheidet über unser Leben.
[43:26] Es geht hier also darum, dass wir uns nicht mit Nebensächlichkeiten abgeben und das Entscheidende vernachlässigen.
[43:31] Alle diese aufgezählten Sünden hier entstehen durch böse Gedanken, und damit greift Jesus wieder die Kernidee der Bergpredigt auf, dass im Herzen entsteht der Ehebruch, im Herzen entsteht der Mord.
[43:49] Lieber Freund, liebe Freundin, wollen wir heute Jesus bitten, dass er mein und dein Herz reinwäscht und dass er es reinerhält?
[43:58] Jemand hat einmal gesagt: Nimm du mein Herz, denn ich kann es dir nicht geben. Halte du es rein, denn ich alleine kann es nicht reinhalten.
[44:10] Jesus kann uns ein neues Herz schenken.
[44:13] Er kann es reinwaschen, und wenn es rot wie Scharlach ist, kann es weiß wie Schnee werden.
[44:25] In Psalm 51, und dort Vers 12 heißt es: Erschaffe mir, oh Gott, ein reines Herz und gib mir von Neuem einen festen Geist in meinem Innern.
[44:33] Dieses Gebet dürfen wir, ich glaube, wir müssen es täglich beten, dass dieses reine Herz, das Gott uns schenken möchte, keine Eintagsfliege ist, sondern unsere konstante Erfahrung.
[44:46] Möge Gott dir und mir diesen Segen jetzt schenken: ein reines Herz zu haben.
[44:56] Es geht dann weiter in Markus 7, ab Vers 24 bis 30, mit der Geschichte der von Johannes Markus sogenannten syrophönizischen Frau.
[45:05] Sie kommt sowohl bei Matthäus als auch Markus als nächste Geschichte.
[45:09] Jesus hat sich nun mit seinen Jüngern zurückgezogen, und er hat sogar Galiläa verlassen in Richtung der phönizischen Küstenebene, also Küstengegend, genau, also Richtung Tyrus und Sidon, wie wir gleich lesen werden.
[45:24] Und damit beginnt diese mehrere Monate währende Phase seines Rückzugs aus dem öffentlichen Wirken.
[45:29] In Matthäus ist der Bericht ein ganz wenig ausführlicher.
[45:33] Johannes Markus hat den Dialog zwischen Jesus und der Frau zusammengefasst, gibt dafür aber im Anfang wieder ein paar erklärende Details.
[45:42] Vers 24: Und er brach auf von dort und begab sich in die Gegend von Tyrus und Sidon und trat in das Haus, wollte aber nicht, dass es jemand erfuhr, und konnte doch nicht verborgen bleiben.
[45:53] Jesus hat Galiläa verlassen und ist jetzt in die Gegend von Tyrus, dieser alten phönizischen Handelsstadt, und Sidon, die ebenfalls eine solche, ein solcher Stadtstaat der Phönizier gewesen ist.
[46:03] Er ist dort jetzt angekommen.
[46:05] Dieses Gebiet ist außerhalb der Provinz Judäa.
[46:07] Es ist außerhalb der Territorien der Tetrarchien.
[46:11] Es ist außerhalb des Zugriffes von jüdischen Akteuren.
[46:21] Schon Matthäus 11, Vers 21 hatte Jesus angedeutet, dass Menschen Tyrus und Sidon empfänglicher für die Wahrheit wären als die galiläischen Städte, in denen er so viel gewirkt hatte.
[46:30] Und Menschen waren schon nach Markus 3, Vers 8 aus dieser Gegend zu Jesus gekommen nach Galiläa und hatten ihn gehört.
[46:49] Jesus suchte Ruhe.
[46:49] Aber in Markus 2, Vers 1, als man hörte, dass er in Kapernaum ist, haben sich viele versammelt.
[46:52] Als er sich an den See zurückgezogen hat in Markus 3, Vers 7, sind ihm viele gefolgt.
[46:56] Als er mit seinen Jüngern in Markus 6, Vers 31 an einen einsamen Ort gefahren ist, sind ihm viele gefolgt.
[47:04] Als er sich hier zurückzuzieht, findet ihn doch jemand.
[47:08] Vers 25: Denn eine Frau hatte von ihm gehört, deren Tochter einen unreinen Geist hatte, und sie kam und fiel ihm zu Füßen.
[47:16] So wie der Aussätzige in Markus 1, Vers 40.
[47:18] So wie der Jairus, der Leiter der Synagoge, für seine kranke Tochter, ein Töchterlein, so sagt es das Griechische.
[47:27] Vers 26: Die Frau aber war eine Griechin aus Syrophönizien gebürtig, und sie bat ihn, den Dämon aus ihrer Tochter auszutreiben.
[47:38] Sie war griechischsprachig. Seit Alexander ist der Hellenismus, die griechische Kultur, in ganzem Osten verbreitet gewesen.
[47:48] Syrophönizien: Die Syro, das ist die römische Provinz Syria. Phönizien ist die griechische Bezeichnung der Küstengegend.
[47:55] Phönikes heißt das, abgeleitet von Phönix, das sind purpurrot, weil die Händler dort mit so purpurroten Stoffen gehandelt haben.
[48:05] Matthäus sagt uns in Matthäus 15, Vers 22, dass es eine kanaanäische Frau war.
[48:11] Markus schreibt an die... Matthäus schreibt an die Juden, die das Alte Testament kennen und die genau wissen, dass die Menschen, die jetzt als Phönizier bezeichnet werden, ursprünglich eigentlich mal Kanaaniter gewesen sind.
[48:21] Und damit ist natürlich eine ganze Reihe von Assoziationen verbunden.
[48:26] Dass es eine kanaanäische Frau ist. Markus schreibt an Heiden, an Römer, die von den Kanaanitern so nicht so viel wissen, sondern er verwendet die Bezeichnung, die zeitgenössische politische Bezeichnung: syrophönizisch.
[48:40] Vers 27 und 28: Aber Jesus sprach zu ihr: Lass zuvor die Kinder satt werden, denn es ist nicht recht, dass man das Brot der Kinder nimmt und es den Hunden hinwirft.
[48:47] Sie aber antwortete und sprach zu ihm: Ja, Herr, und doch essen die Hunde unter dem Tisch von den Brosamen der Kinder.
[48:57] Johannes Markus hat die
[48:57] Markus hat die ungeduldige Reaktion der Jünger Jesu und Jesu erste Antwort sowie das Insistieren der Frau nicht aufgeschrieben.
[49:06] Jesus hatte zuerst gesagt, dass er nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gekommen sei. Dieser Hinweis auf Israel war vermutlich für Kenner des Alten Testaments besser zu verstehen als für die nichtjüdischen Leser des Markus-Evangeliums.
[49:18] Denn die Aussage von Jesus und auch seine Handlung wird sehr gut verständlich, wenn man die Geschichte von Jakob, von Jakob in 1. Mose 32 kennt, der dort deswegen Israel genannt wird, weil er trotz einer scheinbar abweisenden Haltung von Jesus im Glauben an diesem festhält.
[49:41] Mit anderen Worten, schon in 1. Mose finden wir eine Geschichte, wo Jesus scheinbar abweisend ist, aber jemand sich an ihn klammert und ihn nicht gehen lässt, und deswegen dieser Jakob zu Israel wird.
[50:05] Die Frau handelt hier in vielerlei Hinsicht wie Jakob dort und beweist damit, dass sie den Glauben hat, den eine wahre Israelitin hat. Sie ist dem Glauben nach eine wahre Israelitin, während die Jünger, die sich für wahre Israeliten halten, ihnen fehlt oft der entsprechende Glaube.
[50:25] Er sagt hier in Vers 28, Verzeihung, in Vers 29 heißt es dann: "Und er sprach zu ihr: Um dieses Wortes willen geh hin!"
[50:35] Die Frau beweist mit ihren Worten in Vers 28 ihren Glauben: das Wissen um die eigene Unwürdigkeit und das dennoch an Jesus festhalten, weil er allein segnen kann. Das ist wahrer Glaube. Wahrer Glaube ist, wenn ich weiß, ich bin unwürdig und ich möchte nicht meine eigene Würde hochheben. Sie ist damit zufrieden, eine Hündin genannt zu werden, aber sie hält fest an Jesus. Die eigene Unwürdigkeit anzunehmen und trotzdem an Jesus festzuhalten, damit er segnet, das ist wahrer Glaube.
[51:08] Und das ist das, was Jakob in 1. Mose 32 erlebt hat. Er hatte gesagt in Vers 11, dass er der Segnung nicht würdig ist. Hiob hielt sich für unwürdig in Hiob 40, Vers 4 und 5. Daniel 9 sagt, dass Israel nichts hat, was sie als Verdienste vorbringen können. Lukas 7, Vers 6: Der römische Hauptmann glaubte, er sei nicht würdig genug. Lukas 18, Vers 13: Der Zöllner hielt sich für unwürdig. 1. Timotheus 1, Vers 15: Paulus sagt, er ist der größte Sünder. Lukas 15: Der verlorene Sohn glaubt, dass er nicht würdig ist, Sohn zu heißen.
[51:41] Wenn wir uns nicht würdig fühlen, wenn wir uns nicht selbst erheben, aber wenn wir zu Jesus kommen und ihn festhalten trotz unserer Unwürdigkeit, dann sind wir Israel. Dann erlöst Jesus mich und er erlöst dich und er segnet uns. Er sagt in Matthäus 5, Vers 3: "Glückselig sind die geistlich Armen, denn ihrer ist das Reich der Himmel."
[52:09] Vers 29 und 30: "Und er sprach zu ihr: Um dieses Wortes willen geh hin! Der Dämon ist aus deiner Tochter ausgefahren. Und als sie in ihr Haus kam, fand sie, dass der Dämon ausgefahren war und die Tochter auf dem Bett lag."
[52:22] Die Frau braucht Glauben. Sie sieht das Resultat erst später. Sie geht wie der königliche Beamte in Johannes 4, Vers 50 bis 52. Sie geht und findet, dass Jesus sein Wort gehalten hat. Manchmal sehen wir die Erfüllung nicht gleich sofort. Manchmal müssen wir im Glauben vorangehen und werden dann mit dem Segen überschüttet, wenn wir ihn am allermeisten benötigen. Lasst uns glauben, dass Jesus unser Gebet erhört hat. Lasst uns glauben, dass er es ernst meint. Ich möchte diesen Glauben, diesen der syrophönizischen Frau haben: gehen und glauben, dass Jesus gesegnet hat.
[53:06] Vers 31 bis 37: Es folgt eine Geschichte von der Heilung eines Taubstummen in der Dekapolis, und diese Geschichte ist deswegen auch so besonders, weil sie sich nur bei Markus findet.
[53:18] Sie folgt chronologisch auf den gerade zuvor berichteten Besuch in der Gegend von Tyrus und Sidon. Vers 31: "Und er verließ das Gebiet von Tyrus und Sidon wieder und begab sich zum See von Galiläa mitten durch das Gebiet der zehn Städte." Der See von Galiläa ist der See Genezareth, der ist verschiedentlich genannt worden. Im Alten Testament heißt er auch der See Kinneret.
[53:43] Er verlässt die Grenzregion zu Phönizien und reist jetzt an das Südostufer des Sees Genezareth. Die Dekapolis, das ist wörtlich die zehn Städte, das waren zehn griechische Gründungen, Neugründungen im Zuge der Eroberung Alexanders des Großen und der nachfolgenden Diadochenreiche. Nachdem Pompeius für die Römer im Jahre 64 die Gegend erobert hatte, begannen diese Städte sich zusammenzuschließen. Das waren ursprünglich zehn Städte, deswegen die Dekapolis. Später waren es bis zu 14 Städte. Sie hatten besondere Privilegien und waren weitgehend heidnisch. Es gab aber wohl auch einige Juden dort.
[54:25] Wir hatten in Matthäus 4, Vers 25 gesehen, dass Jesus auch in Galiläa Nachfolger aus der Dekapolis gehabt hatte. Und wir haben natürlich die Geschichte in Markus 5, Vers 20 gesehen, als Jesus schon einmal in der Gegend gewesen war, jedenfalls für ein paar Momente, als er die Besessenen von Gergesa dort geheilt hatte und sie dann geschickt hatte, um ihre Erfahrung zu berichten, und diese dann in der gesamten Dekapolis von Jesus berichtet haben. Das war einige Monate zuvor gewesen.
[54:56] Vers 32: "Und sie brachten einen Tauben zu ihm, der kaum reden konnte, und baten ihn, ihm die Hand aufzulegen." Es ist wieder eine Bitte um eine Heilung.
[55:10] Das Problem dieses Mannes war, dass er taub war und Schwierigkeiten, so heißt es wörtlich, beim Reden hatte, weil er nämlich nicht hören konnte, fiel es ihm schwierig, richtig zu reden. Der Grund war seine Taubheit. Das nicht richtige Reden war offensichtlich die Folge seiner Taubheit, und Jesus wird darum gebeten, ihm die Hand aufzulegen.
[55:30] Vers 33: "Und er nahm ihn beiseite weg von der Volksmenge" – das wird explizit betont – "legte seine Finger in seine Ohren und berührte seine Zunge mit Speichel." Wörtlich: "Und nachdem er ausgespuckt hatte, berührte er seine Zunge."
[55:47] Er ist allein mit dem Kranken. Das, was hier geschieht, ist nicht für die Volksmenge gedacht, sondern offensichtlich für die wenigen Jünger um ihn herum. Jesus ist gerade in einer Phase seines Dienstes, wo er den Jüngern entscheidende Dinge beibringen möchte.
[56:06] Es ist eine merkwürdige Handlung. Wir neigen dazu, das Unverständliche auszublenden, weil wir es nicht einordnen können. So auch die Jünger Jesu mit den Ankündigungen seines Leidens, die wir nächstes Mal sehen werden, jetzt bald folgen werden. Aber was uns unverständlich erscheint, ist, wenn es von Jesus kommt, von allergrößter Bedeutung.
[56:26] Jesus hatte gerade mit der syrophönizischen Frau merkwürdig behandelt, aber es war eine Lektion gewesen für die Jünger, damit sie erkennen, dass Jesus nicht nur zu den ethnischen Israeliten gesandt worden ist, ja, dass es der Glaube ist, der jemand zum Israeliten macht, zum wahren Israeliten, nicht die ethnische Abstammung.
[56:53] Auch hier gibt es etwas für die Jünger zu lernen. Der Finger, ein Symbol, der Finger Gottes, ein Symbol für den Heiligen Geist, wenn wir Lukas 11, Vers 20, Matthäus 12, Vers 28 hinzunehmen. Dies ist die erste von drei Heilungen, bei der Jesus Speichel verwendet. In Markus 8, Vers 23 sehen wir das dann später noch auf die Augen, den Speichel, und dann Johannes 9, Vers 6 auf die Erde, wo er einen Brei macht.
[57:24] Dann blickte er zum Himmel auf, seufzte und sprach zu ihm: "Effata!", das heißt: "Tu dich auf!" Jesus blickt zum Himmel, auch das eine Handlung mit Symbolgehalt. Er seufzt. Worüber seufzt er? Er seufzt über die Taubheit des Menschen? Nein, er hätte mit einem Wort diesen Mann sofort wieder gesund machen können. Er seufzt über den Unglauben der Jünger und der Juden. Sie hören nicht auf ihn, so wie sie hören könnten, und deswegen sprechen sie nicht richtig. Sie hören nicht auf die vielen Prinzipien des Reiches Gottes, und deswegen reden sie ständig von einem politischen Weltreich. Jesus wünscht sich, dass sich das ändert, dass ihre Ohren geöffnet werden – "wer ein Ohr hat zu hören" – und dass sie seine Worte dann richtig auf der Zunge tragen.
[58:18] "Effata" – ein aramäischer Ausspruch. Wir sehen hier wieder, dass Jesus aramäisch gesprochen hat. Aramäisch ist es eigentlich "Effata" oder "F-tach", ein passiver Imperativ des Verbs "tach", das heißt "öffnen". Und ohne jetzt hier in die Grammatik des Aramäischen zu gehen, handelt es sich um einen D-Stamm, ein Verdopplungsstamm, Doppelungsstamm, der eine besondere Intensität unter anderem ausdrückt. Man könnte also wörtlich übersetzen: "Werde gründlich geöffnet!" Und da passt dieses Seufzen. Jesus wünscht sich, dass die Ohren endlich richtig aufgehen, dass seine Botschaft richtig verstanden wird, weil dann kann man sie auch richtig weitergeben.
[59:07] Wir haben noch Beispiele für dieses Wort, zum Beispiel in Lukas 24, Vers 45, wo Jesus den Jüngern das Verständnis der biblischen Botschaft eröffnet hat. Und sobald die Herzen durch den Heiligen Geist wirklich geöffnet sind, sprechen die Jünger dann auch zu Pfingsten klar und deutlich. Solange wir nicht richtig hören, reden wir auch undeutlich die Botschaft von Gott und mitunter dann auch absolut falsch. Lasst uns unsere Ohren öffnen und zuhören, was Jesus mir und dir zu sagen hat.
[0:59:56] Vers 36: "Und er gebot ihnen, sie sollten es niemandem sagen. Aber je mehr er es ihnen gebot, desto mehr machten sie es bekannt." Das haben wir bereits in Markus 1, Vers 44-45, Markus 3, Vers 12 und Markus 5, Vers 43 gesehen. "Und sie erstaunten über die Maßen und sprachen: Er hat alles wohlgemacht! Die Tauben macht er hören und die Sprachlosen reden." Er hat alles wohlgemacht. Am Ende der Schöpfung heißt es: "Es war alles sehr gut." Wenn Jesus etwas schafft oder neu schafft, ist es gut.
[1:00:35] Wir wollen am Ende noch eine Geschichte uns anschauen in Markus Kapitel 8, Vers 1 bis 9: die Geschichte der Speisung der 4000. Findet sich auch in Matthäus 15, Vers 32 bis 39. Vorher findet sich bei Matthäus noch ein kurzer Bericht über weitere Heilungen in der Dekapolis. Der findet sich bei nicht. Dafür hat Markus wahrscheinlich, möglicherweise als exemplarisches Beispiel, diese Geschichte von der Heilung des Taubstummen gerade, die sozusagen als Einzelfall illustrieren soll, was bei Matthäus als generelle Aussage zusammengefasst ist.
[1:01:13] Vers 1: "In jenen Tagen, als eine sehr große Volksmenge zugegen war und sie nichts zu essen hatte, rief Jesus seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen:"
[1:01:28] Vers 2 und 3: "Ich bin voll Mitleid mit der Menge, denn sie verharren nun schon drei Tage bei mir und haben nichts zu essen." Wohlgemerkt, es handelt sich diesmal größtenteils um Nichtjuden, wir sind in der Dekapolis. "Und wenn ich sie ohne Speise nach Hause entlasse, so werden sie auf dem Weg verschmachten, denn etliche von ihnen sind von weit her gekommen."
[1:01:52] Freund, liebe Freundin, Jesus hat Erbarmen. Er hat Erbarmen mit der trauernden Mutter in Lukas 7, Vers 13. Mitleid mit dem Aussätzigen in Markus 1, Vers 41. Er hat Erbarmen mit den Besessenen in Markus 5, Vers 19. Er hat Erbarmen mit der Volksmenge bei der Speisung der 5000 in Markus 6, Vers 34. Gott hat Erbarmen. Psalm 103, Vers 13: "Wie ein Vater sich über seine Kinder erbarmt." Psalm 145, Vers 8 und 9: Gottes Barmherzigkeit waltet über seiner ganzen Schöpfung. Micha 7, Vers 18-19: Gott erbarmt sich und er besiegt deine und meine Sünden. Gott ist voller Mitleid. Jesus ist voller Erbarmen. Er ist unser barmherziger Hohepriester.
[1:02:46] Vers 4: "Und seine Jünger antworteten ihm: Woher könnte jemand diese hier in der Einöde mit Brot sättigen?" Für sie ist die Aufgabe scheinbar unmöglich, und dabei hatten sie doch schon die Speisung der 5000 erlebt, die war schon geschehen. Wie oft vergessen wir Gottes Macht oder glauben, diese könne sich nicht noch einmal so wiederholen? Manchmal erleben wir ein Wunder und denken dann vielleicht: "Oh, wir sind glücklich, dass dieses Wunder geschehen ist, aber noch mal wird das nicht passieren." Lieber Freund, liebe Freundin, wenn Gott ein Wunder in deinem Leben tut, dann deswegen, damit du lernst zu glauben, dass er auch weitere Wunder tun kann. Wenn Gott dich segnet, dann deswegen, damit du glaubst, dass er dich auch weiterhin segnen wird. Wenn Gott dir vergeben hat, dann deswegen, damit du glaubst, dass seine Vergebung nicht zu Ende ist.
[1:03:32] Und das möchte ich lernen. Ich lade dich ein, darüber nachzudenken, dass wenn Gott einmal 5000 gespeist hat, dann kann er auch danach 4000 speisen. Und wenn er uns Sünden vergeben hat in der Vergangenheit, dann wird er uns auch Sünden jetzt vergeben können, wenn wir sie von Herzen bereuen.
[1:04:05] In Matthäus 15, Vers 33 heißt es sogar: "Woher sollen wir Brot nehmen?", als ob sie das Brot bereitstellen sollten. Sie hatten die Speisung der 5000 nicht, die Lehre nicht begriffen, so wie wir in Markus 6, Vers 52 gesehen haben. Sie hatten ein verhärtetes Herz gehabt. Sie haben das gewaltige Wunder nicht wirklich daraus gelernt.
[1:04:30] Beispiele in der Bibel gibt es zuhauf. Wir denken an das Volk Israel in der Wüste, das Wunder über Wunder erlebt hat und daraus so selten gelernt.
[1:04:41] Vers 5: "Und er fragte sie: Wie viel Brote habt ihr?" Die gleiche Frage, exakt die gleiche Frage wie in Markus 6, Vers 38. "Sie aber sprachen: Sieben." Interessanterweise ist das nur ein Nebenpunkt hier, aber dass hier sieben Brote erwähnt werden, ist ein guter Beweis dafür, wie historisch korrekt das ist. Wenn jemand sich diese Geschichte ausgedacht hätte, hätte er sicherlich, nachdem es bei der ersten Geschichte fünf Brote gebraucht hätte, jetzt noch eine kleinere Zahl als fünf genommen, um sozusagen eine Steigerung zu bewirken. Aber das ist hier nicht der Fall, es sind sieben Brote.
[1:05:18] Matthäus ergänzt noch, dass es ein paar Fischchen sind in Matthäus 15, Vers 34. "Da befahl er die Menge, sich auf die Erde zu lagern. Und er nahm die sieben Brote, dankte, brach sie und gab sie seinen Jüngern, damit sie sie austeilten. Und sie teilten sie dem Volk aus." Es ist fast das identische Prozedere wie bei der Speisung der 5000. Der einzige Unterschied: diesmal wird nicht das grüne Gras erwähnt, weil mittlerweile schon vermutlich heißer Sommer gewesen ist und das Gras verbrannt ist. Damals bei der Speisung der 5000 waren 5000 Juden plus Frauen plus Kinder gesättigt worden. Jetzt sind es Heiden. War es vielleicht auch deswegen, dass die Jünger nicht auf die Idee gekommen sind, dass Jesus das, was er für die Juden getan hat, für die Heiden tun würde?
[1:06:06] Ihnen war das offensichtlich nicht denkbar. Sie werden eines Besseren belehrt. Für Jesus macht es keinen Unterschied, ob Juden hungern oder Heiden hungern. Sie alle brauchen Brot. Egal wer wir sind, egal ob wir uns schon lange in der Gemeinde sind oder ganz frisch sind, wir alle haben einen Hunger nach dem Brot des Lebens, und Jesus allein kann diesen Hunger stillen.
[1:06:35] Vers 7: "Sie hatten auch noch einige kleine Fische da." Haben wir sie als Belag für das Brot? "Und nachdem er gedankt hatte, gebot er, auch diese auszuteilen. Sie aber aßen und wurden satt. Und sie hoben noch sieben Körbe voll übrig gebliebener Brocken auf, so wie damals bei den 5000."
[1:06:56] Das Wunder ist unbestreitbar. Zu viele Menschen haben davon profitiert. Das ist keine Täuschung hier. Und wiederum sind es sieben Körbe. Man hätte, wenn man sich die Geschichte ausgedacht hätte, sicherlich mehr als zehn Körbe erwähnt, aber es sind sieben Körbe. Auch das steigert die Historizität, die Glaubwürdigkeit dieser Geschichte noch einmal ganz enorm.
[1:07:17] Vers 9: "Es waren aber etwa 4000, die gegessen hatten. Und er entließ sie." Lieber Freund, liebe Freundin, was lernen wir? Wir lernen, dass Jesus für alle Menschen da ist, egal wer du bist. Und wir lernen, dass er sich wünscht, dass wir aus den Wundern lernen, dass wenn er etwas für uns getan hat, wir nicht immer in Zweifel ziehen, dass er es in Zukunft für uns auch tun, noch mal, noch mal tun wird. Und wir lernen, dass unser Herz gereinigt werden muss, dass wir ein reines Herz brauchen und dass wir zuhören müssen, damit wir richtig reden.
[1:07:51] Wollen wir gemeinsam Gott einladen, dass er das in unserem Herzen heute tut? Lass uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass du durch dein Wort zu uns gesprochen hast und dass du uns geholfen hast zu sehen, dass die Dinge, die du für uns in der Vergangenheit getan hast, für uns ein Beweis sein sollen, dass du uns nicht aufgeben wirst, dass du uns nicht verlassen wirst, dass wenn wir uns zu dir wenden, du uns erneut mit deiner Freundlichkeit umfängst. Und Herr, das habe ich in meinem Leben erlebt, dafür möchte ich dir von Herzen danke sagen. Ich möchte um Vergebung bitten, wo immer ich in meinem Leben dann gezweifelt habe, dass du für mich da bist. Herr, gib, dass meine Ohren geöffnet werden und dass unsere Ohren geöffnet werden, damit wir richtig reden über dich, dass unsere Herzen gereinigt werden durch das Blut, das am Kreuz von Golgatha für uns vergossen worden ist. Das bitten wir alles im Namen Jesu. Amen.
[1:08:58] Damit verabschieden wir uns heute und wünschen euch noch viel Freude im Studium seines Wortes. Nächste Woche geht es weiter, wenn wir dann uns mit Kapitel 8 und auch Teilen von Kapitel 9 beschäftigen werden. Bis dahin möchten wir euch Gottes Segen wünschen und viel Freude im Studium des wunderbaren Evangeliums von Jesus Christus. Amen.