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In dieser Folge der Christ Study Hour vertieft Christopher Kramp das Thema „Bundesliebe“ als zweiten Teil der Serie „Gottes Liebe und Gerechtigkeit“. Er beleuchtet, wie Gottes universelle Güte und Liebe allen Menschen gilt und sie zur Buße leitet. Gleichzeitig betont er, dass diese Liebe eine freie Entscheidung erfordert, um den ewigen Bund mit Gott anzunehmen, da Gott niemanden zwingt, sondern sich von Herzen wünscht, dass alle gerettet werden.


Weitere Aufnahmen

Serie: Christ Study Hour 2025 Q1: Gottes Liebe und Gerechtigkeit

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Transkript

[0:05] [Musik] [Applaus]

[0:35] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour hier auf www.jmedia.de. Ein herzliches Willkommen gilt wie immer auch allen Zuschauern auf dem Sender Das Wort.

[0:49] Wir haben eine neue CSH-Serie begonnen letzte Woche mit dem besonderen Titel „Gottes Liebe und Gerechtigkeit“. Wir wollen in diesem Quartal den Charakter Gottes, sein Wesen und unsere Beziehung zu ihm studieren, unter die Lupe nehmen und viele interessante Dinge aus der Bibel erfahren, die uns helfen zu verstehen, wie Gott ist und wie er in unserem Leben handelt.

[1:21] Letzte Woche haben wir gesehen, dass Gott uneingeschränkt liebt. Das Thema heute, mit dem wir uns vorbereiten wollen auf das Bibelgespräch am 11. Januar, lautet „Bundesliebe“. Wir wollen einen besonderen Aspekt der Liebe kennenlernen, der den Bund zwischen Gott und seinem auserwählten Volk charakterisiert.

[1:46] Das ist ein Thema, das uns alle betrifft und dass wir gut und immer besser verstehen sollten. Und damit Gottes Geist uns in die Wahrheit führt, die wir dazu verstehen müssen, die wir heute für unser Glaubensleben brauchen, möchten wir Gott einladen, dass er unser Studium segnet. Wenn es dein Wunsch ist, dann lass uns gemeinsam beten.

[2:17] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass du uns lieb hast und dass du für uns da bist und dass dein Wort auch heute zu uns spricht. Bitte gib, dass wir es gut verstehen, dass wir durch dein Wort gestärkt und auferbaut werden, dass wir herausgefordert werden und uns in unserer Entscheidung für dich neu zu entscheiden, festzubleiben. Herr, wir möchten dich bitten, dass du durch dein Wort zu mir und zu jedem, der dieses Video sieht, sprichst und hab Dank dafür. Im Namen Jesu beten wir. Amen.

[3:07] Der Psalmist in Psalm 33 und dort Vers 5 sagt folgendes über Gott: „Er, also Gott, liebt Gerechtigkeit und Recht. Die Erde ist erfüllt von der Güte des Herrn.“

[3:35] Mit den Augen des Glaubens betrachtet der Psalmist diese Welt und er sagt: „Überall kann man die Güte des Herrn sehen.“ Er meint nicht, dass alles, was wir sehen, gut ist, dass alles, was wir erleben, von Gott gewollt ist. Es gibt in dieser Welt die Sünde, es gibt Leid und Trauer und Schmerz – alles, was Gott nicht haben wollte. Aber obwohl diese Welt von dem Schatten der Sünde überschattet ist, obwohl diese Welt in diesen großen Kampf hineingezogen worden ist, obwohl diese Welt so oft ein dunkler Ort ist, kann doch der Psalmist im Glauben sagen: „Gottes Güte lässt sich überall finden, sie erfüllt die ganze Erde.“

[4:23] Es ist nicht die einzige Stelle in der Bibel, wo dieser Gedanke ausgedrückt wird. Auch in Psalm 119, jenem berühmten längsten Psalm der Bibel, in Psalm 119 Vers 64, dort heißt es unter dem Buchstaben Resch: „Herr, die Erde ist erfüllt von deiner Güte; lehre mich deine Anweisungen.“

[4:50] Eine interessante Verknüpfung dieser Ideen: In Psalm 33 haben wir gesehen, dass Gott Gerechtigkeit liebt und die Erde erfüllt ist von seiner Güte. Hier ist dieser Gedanke, dass die Erde erfüllt ist von seiner Güte, verbunden mit dem Wunsch, von Gott zu lernen. Wenn wir sehen, dass Gottes Güte auf der ganzen Erde vorhanden ist, dass seine Gnade, seine Liebe überall zu finden sind, dann haben wir die richtige Einstellung, die ein Gotteskind haben sollte. Denn dann wollen wir ihn besser kennenlernen, dann wollen wir diese Güte verstehen.

[5:42] Wenn es darum geht, von Gott gelehrt zu werden, geht es nicht nur darum, Anordnungen als Fakten auswendig zu lernen. Es geht darum, seinen Charakter zu verstehen, seinen Charakter, der sich darin zeigt, dass er Liebe und Güte und Gnade und gerecht ist. Gott liebt die Gerechtigkeit und seine Güte ist auf der ganzen Erde zu finden. Und weil sie auf der ganzen Erde zu finden ist, sagt es der Psalmist hier: „Deswegen möchte ich deine Anweisungen“ – man könnte auch sagen, „deine Gebote lernen.“

[6:21] Wir werden diesen Punkt mit der Liebe und den Geboten noch ausführlicher heute und auch in den nächsten Wochen studieren. Halten wir fest zunächst: Gottes Güte gilt der ganzen Erde, sie erfüllt die ganze Erde.

[6:37] Psalm 145 und dort Vers 9. Gottes Güte ist nicht nur überall, sie gilt auch für jeden.

[6:51] Psalm 145 Vers 9: „Der Herr ist gütig gegen alle, und seine Barmherzigkeit waltet über allen seinen Werken.“ Gottes Güte ist nicht nur für ein paar Auserwählte, Gottes Liebe gilt nicht nur einer Elitetruppe, einer Spezialgruppe irgendwo von Menschen oder Lebewesen. Gottes Güte gilt allen Lebewesen. Wenn du ein Lebewesen bist, wenn du einen Puls hast, wenn du atmest, hat Gott Güte für dich, egal wo du bist, egal wer du bist, denn Gott sorgt sich um alle.

[7:37] Jesus sagte das selbst in der Bergpredigt in Matthäus Kapitel 5 und dort Vers 45. Er sagt hier, nachdem er gesagt hat in Vers 44: „Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen und bittet für die, welche euch beleidigen und verfolgen.“ Jetzt kommt Vers 45, die Begründung oder der Zusammenhang: „Damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel seid.“ Begründung jetzt: „Denn er, Gott der Vater, er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt es regnen über Gerechte und Ungerechte.“ Gott hat Segen für alle. Er lässt seine Sonne aufgehen über alle Menschen, er lässt seinen Regen herabkommen für alle Menschen. Er gibt Brot und viele andere Dinge, die wir brauchen, ganz egal, ob wir ihn lieben oder nicht. Gott sorgt für alle Menschen.

[8:47] Seine Güte gilt jedem Geschöpf. Wir sehen ähnliche Gedanken auch in der Apostelgeschichte, zum Beispiel in Apostelgeschichte 14 und dort Vers 17, wo die Apostel Paulus und Barnabas dort in Lystra den Menschen sagen in Vers 17: „Und doch hat er sich selbst nicht unbezeugt gelassen, indem er euch Gutes tat, euch vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gab und eure Herzen mit Speise und Freude erfüllte.“ Gott wirkt an allen Menschen, er bemüht sich um alle Menschen und er geht für alle Menschen in Vorleistung.

[9:46] In 2. Petrus Kapitel 3 Vers 9 finden wir den Grund: Gott hat etwas vor, nicht nur mit seiner, mit einer Gruppe von Elitemenschen, nein, mit jedem Menschen hat er etwas ganz Besonderes vor. Er hat ein Ziel für jeden Menschen. 2. Petrus 3 Vers 9 heißt es: „Der Herr zögert nicht die Verheißung hinaus, wie etliche es für ein Hinauszögern halten, sondern er ist langmütig gegen uns, weil er nicht will, dass jemand verloren gehe, sondern dass jedermann Raum zur Buße habe.“ Gott möchte, dass jeder Mensch sich bekehrt.

[10:30] Und deswegen ist seine Güte für jeden verfügbar, deswegen segnet er alle Menschen, um ihnen die Gelegenheit zu geben, sich zu bekehren.

[10:49] Gottes Güte erfüllt die ganze Erde, Gottes Güte gilt allen Menschen. Er sorgt für alle mit einem Ziel: Er möchte, dass sie Raum haben, dass sie eine Gelegenheit haben, dass es für sie möglich ist, sich zu bekehren, umzukehren. Bekehrung allerdings ist eine freie Entscheidung. Gott kann Menschen nicht von außen bekehren im Sinne, dass er sie zwingt. Er kann sie segnen, um sie werben, das Licht auf ihren Weg strahlen lassen. Aber jeder Mensch, der von der Güte Gottes angesprochen wird, der vom Evangelium angezogen wird, muss sich entscheiden, ob er diese Güte auch annimmt, ob er sie ernst nimmt oder ob er sie ignoriert.

[11:49] In Römer Kapitel 2 wird genau dieser Gedanke ausgesprochen vom Apostel Paulus in Römer 2 und dort Vers 4. Dort wird diese Frage gestellt in Römer 2 Vers 4: „Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut und erkennst nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?“

[12:13] Hier sehen wir genau die Güte, die wir in den Psalmen gesehen haben, die Güte, die die ganze Erde erfüllt, die Güte, die jedem Menschen gilt, die Güte, die dafür sorgt, dass wir vieles bekommen, was wir brauchen und mehr, als wir benötigen. Aber diese Existenz oder die Existenz dieser Güte bedeutet noch nicht, nur weil sie an mir wirkt, dass ich deswegen erlöst bin. Die Güte, die die gesamte Welt erfüllt, die Güte, die an jedem Menschen, ob böse oder gut, wirkt, diese Güte hat ein Ziel. Es ist das Ziel Gottes, dass wir Buße tun, dass wir umkehren, dass wir in unserem Herzen sagen: „Ich möchte meine bösen Wege verlassen, ich möchte Gott folgen.“ Es ist die Güte, die uns dorthin leiten möchte, die uns dorthin ziehen möchte. Aber der Mensch – und das ist der Punkt hier in Vers 4 – ist immer frei, dem auch zu widerstehen. Er ist frei, diese Güte, die über alles und die auch ihm gilt, zu verachten, zu ignorieren und damit Gottes Absichten nicht zu erkennen.

[13:35] Gottes Güte ist für alle, aber die Frage ist: Werden auch alle diese Güte in Anspruch nehmen? Ein Geschenk kann einem gemacht werden, aber nur wenn man es tatsächlich auch für sich in Anspruch nimmt, kann man davon profitieren.

[14:05] In 1. Timotheus 2 Vers 4 sehen wir ganz deutlich, was Gott sich für dich und für mich und für alle Menschen auf dieser Welt wünscht. In 1. Timotheus 2 Vers 3 und 4 heißt es: „Denn dies ist gut und angenehm vor Gott, unserem Retter, welcher will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“

[14:34] Gott hat einen Wunsch, er hat ein Ziel, er hat einen Willen. Sein Wille ist, dass alle Menschen gerettet werden und die Wahrheit über seine Liebe, über den großen Kampf, das Evangelium, über das Gesetz Gottes, über alle Dinge, die die Bibel uns zeigt, dass Menschen diese Wahrheit erkennen. Gott wünscht sich das.

[15:03] Lieber Freund, liebe Freundin, Gott hat nicht nur uns die Wahrheit gegeben als einen Maßstab und dann sich gesagt: „Na ja, schauen wir mal, was die Menschen damit machen“, sondern er wünscht sich, dass du gerettet wirst. Er wünscht sich, dass du die Wahrheit verstehst. Er wünscht sich von ganzem Herzen, dass du mit ihm lebst.

[15:28] Das ist etwas, das wir durch die gesamte Bibel verfolgen können. Schon im Alten Testament heißt es in Jesaja 45 und dort Vers 22. Gott ruft hier aus: „Wendet euch zu mir, so werdet ihr gerettet, all ihr Enden der Erde! Denn ich bin Gott und keiner sonst.“

[15:59] Gott sagt: „Kommt zu mir, egal wer ihr seid, egal wo ihr seid.“ Das Angebot zur Rettung gilt allen Enden der Erde. Gott sagt: „Wendet euch zu mir.“

[16:13] Schon im Alten Testament darf jeder, der möchte, zu Gott kommen. Wir sehen das in Jesaja 55 und dort Vers 1. Der Aufruf ergeht an jedermann: „Wohl an, ihr Durstigen alle, kommt her zum Wasser! Und ihr, die kein Geld habt, kommt her, kauft und esst! Kommt her und kauft ohne Geld und umsonst Wein und Milch!“

[16:40] Es geht im Kontext von Jesaja 54 vorher um die Gerechtigkeit, die uns Gott schenken möchte. In Vers 17: „Keiner Waffe, die gegen dich geschmiedet wird, soll es gelingen, und alle Zungen, die sich gegen dich vor Gericht erheben, sollst du schuldig sprechen. Das ist das Erbteil der Knechte des Herrn und ihre Gerechtigkeit, die ihnen von mir zuteil wird, spricht der HERR.“

[17:06] Lieber Freund, liebe Freundin, möchtest du Gottes Gerechtigkeit in deinem Leben haben? Möchtest du bekleidet sein mit seiner Gerechtigkeit, sodass der Feind dich nicht schuldig sprechen kann, dass keine Waffe, wer immer sie auch schmieden mag, gegen dich Erfolg haben kann? Wenn du dich danach sehnst, danach hungerst und dürstest, dann gilt der Aufruf von Kapitel 55 Vers 1 für dich: „Wohl an, ihr Durstigen alle, kommt her zum Wasser!“ In Vers 3 heißt es: „Neigt eure Ohren und kommt her zu mir! Hört, so wird eure Seele leben! Denn ich will euch einen ewigen Bund gewähren, die Gnadengüter Davids, die zuverlässig sind.“

[17:53] Gott zeigt hier, dass alle, die dann hören werden, die ihre Ohren neigen, die zu ihm kommen, etwas erhalten werden, was offensichtlich nur die erhalten, die zu ihm kommen, die das Angebot auch annehmen, nämlich den ewigen Bund, die Gnadengüter, die David schon versprochen worden sind.

[18:23] Das heißt mit anderen Worten: Es gibt eine Güte, oder Gottes Güte wirkt überall, sie gilt allen und sie lädt alle ein. Aber nur der, der die Einladung auch annimmt, kann diesen ewigen Bund erhalten. Das Thema heute ist ja „Bundesliebe“. Wir haben das letzte Mal gesehen, Gott liebt alle Menschen und trotzdem befinden sich nicht alle Menschen im Bund mit Gott. Es gibt einen speziellen Aspekt der Liebe Gottes, der sich nur im Bund offenbart. Oder anders gesagt, es gibt eine Seite der Liebe Gottes, die gilt allen Menschen, aber es gibt einen Aspekt der Liebe Gottes, eine Seite der Liebe Gottes, die offenbart sich in einer Verbindung zwischen denen, die zu ihm kommen, und ihm. Gottes Liebe für alle Menschen ist erst einmal von ihm ausgehend, aber Bundesliebe ist mehr, es ist eine Liebe zwischen beiden Parteien.

[19:40] Das Angebot ist also ganz deutlich: Wer hört, soll kommen. Wir alle können es erhalten, wenn wir wollen. Das Angebot gilt für alle, aber nur die, die dann auch kommen, werden es erhalten.

[19:54] In Johannes 6 Vers 37 wird die Frage geklärt: Kann es sein, dass ich vielleicht dann zu Jesus komme und trotzdem es nicht erhalte? Kann es sein, dass ich also auf das Angebot reagiere, aber doch leer ausgehe? Johannes 6 Vers 37. Die Bibel sagt – Jesus sagt hier im Johannesevangelium, Kapitel 6 Vers 37: „Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.“

[20:36] Wer zu Jesus kommt, wird erhalten, was versprochen worden ist. Deswegen kann theoretisch jeder Mensch gerettet werden. Gott rettet nicht nur – also ist nicht so, dass Gott allen es anbietet, aber dann gar nicht für alle genügend hätte. Wenn jeder Mensch auf die Einladung, die an alle Menschen ergeht, reagieren würde und sie annehmen würde, würden auch alle Menschen gerettet werden. Denn wer zu Jesus kommt, den wird er nicht hinausstoßen.

[21:13] Und alle, die von Herzen Gottes Gerechtigkeit haben wollen, die werden auch zu Jesus kommen. Sie kommen nicht – und das ist sehr wichtig hier in Vers 37 – aus eigener Initiative, sondern sie kommen auf die Einladung des Vaters. Sie kommen, weil sie vom Vater eingeladen, geworben, sanft gedrängt worden sind – nie so stark, dass sie nicht hätten widerstehen können. Aber die Initiative kam vom Vater. Es ist die Güte Gottes, die uns zur Buße leitet. Es ist der Vater, der uns zu Jesus bringt, und indem wir darauf hören und zu Jesus kommen, werden wir dann auch den Bund erhalten.

[22:06] In Hesekiel 18 Vers 32 sehen wir, wie sehr sich Gott wünscht, dass wir alle dies annehmen. Hesekiel 18 und dort Vers 32. Gott sagt ganz deutlich – oder in Vers 23 schon, Verzeihung, in Vers 23 dort sagt er: „Oder habe ich etwa Gefallen am Tod des Gottlosen, spricht Gott der HERR, und nicht vielmehr daran, dass er sich von seinen Wegen bekehrt und lebt?“

[22:42] Hier wird ganz deutlich, dass Gottlose sterben werden. Es werden nicht alle Menschen, die die Güte Gottes erlebt haben, gerettet. Denn die Güte Gottes, der Segen Gottes, gilt auch für alle Menschen, für die Gottlosen und für die Gerechten. Er lässt es über allen regnen und über allen die Sonne scheinen. Seine Güte erfüllt die ganze Erde und trotzdem werden die Gottlosen verloren gehen, sagt die Bibel, obwohl die Güte Gottes über sie ausgegossen worden ist. Und für niemanden ist das schmerzhafter als für Gott selbst, der seine Güte ausgießt, der seine Liebe offenbart und der verachtet worden ist. Gott wünscht sich von niemandem den Tod. Er wünscht sich vielmehr, dass Menschen, weil seine Güte an ihnen wirkt, umkehren, sich bekehren und Leben von ihm erhalten.

[23:35] Vers 31 und 32 in Hesekiel 18 Vers 31 und 32: „Werft alle eure Treulosigkeiten, die ihr verübt habt, von euch ab und schafft euch ein neues Herz und einen neuen Geist!“ Übrigens, an anderer Stelle macht Gott dann deutlich, dass er das für uns tun möchte, aber es muss unsere Entscheidung sein. Wir müssen ein neues Herz, einen neuen Geist, ein neues Leben haben wollen. Dann stellt er diese Frage, wie einer meiner Lieblingsprediger mal gesagt hat, man kann fast Gott weinen hören hier: „Denn warum wollt ihr sterben, ihr vom Haus Israel? Denn ich habe keinen Gefallen am Tod dessen, der sterben muss, spricht Gott der HERR. So kehrt denn um, und ihr sollt leben!“

[24:24] Lieber Freund, liebe Freundin, sollten wir verloren gehen, hat Gott keinen Gefallen daran. Er möchte nicht, dass wir verloren gehen. Das Letzte, was er will – wirklich buchstäblich jetzt ist das Letzte, was er will. Aber er kann es uns nur sagen, er kann es uns nur offenbaren, er kann nur für uns alles tun, was er tun kann. Er wird niemals unseren Willen zwingen. Er bittet uns: „So kehrt denn um, und ihr sollt leben!“

[24:56] Hat diese Bitte, hat diese Einladung an deine Herzenstür geklopft? Hast du sie gehört? Hast du auf diese Einladung reagiert? Hast du dich ziehen lassen, hast du dich führen lassen zu Jesus von dieser Güte?

[25:19] Gottes Güte, wie wir gesehen haben, ergeht diese Einladung an alle Menschen. In Lukas Kapitel 14 und dort Vers 23 lesen wir Lukas 14 Vers 23: „Und der Herr sprach zu dem Knecht: Geh hinaus an die Landstraßen und Zäune und nötige sie hereinzukommen, damit mein Haus voll werde.“ Sie alle sollen kommen. Gott wünscht sich, dass so viele Menschen wie möglich die Erlösung annehmen.

[25:45] Wir haben ja vor Kurzem erst das Johannesevangelium ausführlich studiert und dort natürlich die berühmte Passage in Johannes 3 Vers 15 bis 17 gesehen, wo Jesus sagt ab Vers 14: „Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Denn so – auf diese Weise wie damals in der Wüste die Schlange erhöht worden ist – denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt.“

[26:29] Die größte Güte Gottes ist nicht der Sonnenschein, nicht der Regen, nicht die Dinge, die er uns schenkt, nicht die Dinge, die uns satt machen und die uns Freude so im Alltag bereiten. Die größte Güte, die Gott uns schenkt, ist, dass er seinen Sohn gesandt hat, der für jeden Menschen gestorben ist. Gott hat nicht nur seine Sonne und seinen Regen geschenkt für die Gottlosen und die Gerechten, er hat seinen Sohn gegeben für alle Menschen, die übrigens bei genauer Betrachtung alle gottlos waren. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde. Gott möchte nicht, dass irgendjemand verloren geht.

[27:16] Das gesamte Evangelium, der gesamte Erlösungsplan gilt für die ganze Welt. Deswegen sagt später Paulus in seinem Brief an seinen jungen Mitarbeiter Titus in Titus Kapitel 2 und dort Vers 11. Dort heißt es: „Denn die Gnade Gottes ist erschienen, die heilbringend ist für alle Menschen.“

[27:46] Gottes Gnade kann jeden Menschen retten. Die Gnade ist da und jeder, der will, kann dadurch ewiges Leben haben. In 5. Mose Kapitel 7 Vers 6 finden wir eine sehr interessante und für uns für dieses Thema heute wichtige Aussage.

[28:06] Thema heute, wichtige Aussage: 5. Mose, ohnehin ein ausgesprochen interessantes und tolles Buch. In 5. Mose 7 Vers 6 heißt es: „Denn ein heiliges Volk bist du für den Herrn, deinen Gott. Dich hat der Herr, dein Gott, aus allen Völkern erwählt, die auf Erden sind, damit du ein Volk des Eigentums für ihn seist.“

[28:30] Warum gibt es also jetzt ein spezielles Volk Gottes, wenn für alle Menschen Gottes Güte da ist, wenn er alle Menschen erretten möchte, wenn er am liebsten sehen würde, dass alle Menschen einmal das ewige Leben haben? Warum gibt es ein besonderes Volk? Warum gab es im Alten Testament das heilige Volk, das Volk des Eigentums, das Volk Israel, das Volk, mit dem Gott einen Bund gemacht hat? Das Thema heute ist ja die Bundesliebe. Wir haben gesehen, wie stark Gottes Liebe für alle Menschen ist. Was hat es also mit dieser Bundesliebe auf sich? Warum gibt es ein Volk Gottes?

[29:11] Zunächst einmal zeigt uns Vers 7, warum es es nicht – also was nicht der Grund ist, weshalb es dieses Volk gibt. In 5. Mose 7 Vers 7 heißt es: „Nicht deshalb, weil ihr zahlreicher wärt als alle Völker, hat der Herr sein Herz euch zugewandt und euch erwählt, denn ihr seid das geringste unter allen Völkern.“

[29:32] Gottes Volk ist niemals Gottes Volk, weil es irgendwie etwas besser könnte als andere oder etwas besser gemacht hat oder größer oder genialer oder spektakulärer als andere wäre. Es sind nicht die Eigenschaften der Menschen, die sie zu Gottes besonderem Volk machen. Israel ist aus sich selbst heraus in keinster Weise irgendwie besonders. Gott sagt, wenn man menschliche Wertmaßstäbe ansetzen würde, dann wärt ihr nicht mal etwas Besonderes, sondern eher auf einer Skala weiter unten angesiedelt.

[30:13] Die Israeliten waren keine besondere große Militärmacht. Sie haben nicht hervorgestochen durch besondere Bauwerke, durch architektonische Leistung. Sie galten nicht als besonders weise, es gab keine großen Schriften von ihnen. Als sie aus Ägypten ausgezogen sind, hätte man nach weltlichen Maßstäben die Israeliten verglichen mit anderen Völkern, den Ägyptern, den Babyloniern, den Assyrern, den Hethitern – die Israeliten hätten nicht besonders gut abgeschnitten.

[30:42] Warum waren sie also das besondere Volk Gottes? Vers 8 bringt die Begründung. Vers 8: „Sondern weil der Herr euch liebte und weil er den Eid halten wollte, den er euren Vätern geschworen hatte, darum hat der Herr euch mit starker Hand herausgeführt und dich erlöst aus dem Haus der Knechtschaft, aus der Hand des Pharao, des Königs von Ägypten.“

[31:09] Die Grundlage des Bundes allein ist Gottes Liebe und sein Wort, das er erfüllt. Mit anderen Worten, jeder, der Gottes Liebe annimmt, jeder, der die Erlösung erlebt, jeder, der sieht, wie Gott sein Wort, sein Versprechen, seine Verheißung im Leben tatsächlich erfüllt, der gehört zum besonderen Volk Gottes.

[31:36] Die besonderen Menschen in dieser Welt sind die, die Gottes Liebe annehmen, die aus seinem Wort leben, seine Verheißungen zum Maßstab machen. Gott erlöst uns nicht, weil wir es verdient haben, sondern weil er uns liebt. Und das zeigt uns, wie gefährlich die Werksgerechtigkeit ist. Denn wer glaubt, dass der erlöst wird, weil er es verdient hat, der wird blind für den eigentlichen Grund, für die Liebe Gottes. Und deswegen zerstört Werksgerechtigkeit unser – unsere Sensibilität für die Liebe Gottes.

[32:23] Vers 9: „So erkenne nun, dass Herr, dein Gott, der wahre Gott ist, der treue Gott, der den Bund und die Gnade denen bewahrt, die ihn lieben und seine Gebote bewahren auf tausend Generationen.“

[32:44] Wir sollen erkennen, dass Gott treu zu seinem Bund steht. Gott ist nicht nur jemand, der alle Menschen einlädt. Wenn wir diese Einladung angenommen haben, dann bleibt er auch treu dazu. Er steht zu seinem Wort, er steht zu seinen Verheißungen. Er will uns ganz bis ans Ende führen.

[33:12] In 2. Mose Kapitel 19, da finden wir die Entstehung dieses Bundes, und wir können hier ganz gut verstehen, was es mit dieser Bundesliebe auf sich hat. 2. Mose 19 Vers 5, ab Vers 4, Verzeihung, 2. Mose 19 Vers 4. Gott sagt: „Ihr habt gesehen, was ich an den Ägyptern getan habe und wie ich euch auf Adlerflügeln getragen und euch zu mir gebracht habe.“

[33:36] Es ist Gottes Liebe, es ist Gottes Güte, die sie gefunden hat und ihnen Erlösung geschenkt hat. Und jetzt ist es die Aufgabe der Israeliten, eine Entscheidung zu fällen. Vers 5: „Wenn“ – das ist die Bedingung, nicht die Bedingung, damit Gott sich dazu entschließt, um sie aus Ägypten rauszuholen, aber eine Bedingung, denn Gott kann nur diesen Bund mit ihnen aufrechterhalten, wenn auch sie es wollen.

[34:06] „Wenn ihr nun wirklich meiner Stimme Gehör schenken und gehorchen werdet und meinen Bund bewahrt, so sollt ihr vor allen Völkern mein besonderes Eigentum sein, denn die ganze Erde gehört mir. Ihr aber sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein.“ Das sind die Worte, die du den Kindern Israels sagen sollst.

[34:27] Menschen, die die Erlösung erlebt haben, werden Gottes Volk, wenn sie daran festhalten, auf Gottes Stimme hören und ihm gehorchen. Darin besteht die Bundesliebe. Und diese Bundesliebe ist nicht mehr nur von Gott ausgehend, so wie die Güte, die die ganze Erde erfüllt, die über alle Menschen Sonne und Regen bringt, egal wie die Menschen sich ihm gegenüber verhalten.

[34:58] Diese Bundesliebe ist dadurch gekennzeichnet, dass die Liebe, die Gott zuerst für uns hatte, von uns erkannt, verstanden – soweit das für ein menschliches Gehirn möglich ist – verstanden, geglaubt und wieder zurückgegeben wird im Sinne von, dass man Gott zurückliebt.

[35:24] Das, was Gott sich am allermeisten wünscht, das steht in 5. Mose 6 Vers 4 und 5. Jesus ist mal gefragt worden, was das höchste Gebot im Alten Testament ist, und mit anderen Worten, was Gott am allerwichtigsten ist. Und er hat direkt auf diese Passage hier in 5. Mose 6 Vers 4 und 5 verwiesen, wo es heißt: „Höre, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr allein. Und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft.“

[35:59] Ich werde nicht müde zu betonen, dass diese Idee von ganzem Herzen, von ganzer Seele etwas ist, was Gott selbst beschreibt. Denn er sagt in Jeremia 32 und dort in Vers 41: „Und damit ich mich über sie freuen kann, ihnen wohlzutun, und ich werde sie einpflanzen in dieses Land in Wahrheit, mit meinem ganzen Herzen und mit meiner ganzen Seele.“

[36:23] Gott tut von seinem ganzen Herzen, von seiner ganzen Seele an deiner Erlösung wirken. Sein Wunsch ist, dass wir nicht nur sagen: „Na ja, das gefällt uns gar nicht schlecht“, sondern dass, so wie er uns mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele liebt, dass wir ihn zurücklieben von ganzem Herzen, ganzer Seele, mit all unserem Denken, mit all unserer Kraft. Das macht die Bundesliebe aus.

[36:57] Eine Mutter, oder ein Vater, Eltern mögen mehrere Kinder haben, und sie lieben alle Kinder gleich. Vielleicht ist sogar der Wunsch, wenn eines von den Kindern wegläuft und nichts mehr von ihnen wissen will, vielleicht ist sogar der emotionale Wunsch, dieses Kind zurückzugewinnen, besonders stark. Und doch ist die Beziehung zu dem Kind, das die Eltern zurückliebt, was ganz anderes.

[37:32] Und deswegen ist Bundesliebe noch ein anderer Aspekt und nicht einfach dasselbe wie Gottes Liebe für alle Menschen. Seine Güte, die die ganze Erde erfüllt, das ist eine Einladung. Er wünscht sich für alle Menschen, dass er mit ihnen Bundesliebe haben könnte. Aber selbst Gott weiß, dass das nicht möglich ist, wenn Menschen ihren freien Willen frei gebrauchen, um ohne jeden Grund diese Liebe zurückzuweisen.

[38:14] Gott kann Bundesliebe nicht erzwingen. Die Liebe, die an allen Menschen wirkt, die Liebe, die die ganze Erde erfüllt, diese Güte, diese Einladung, die ist da. Wir können sie nicht ausschalten. Das haben wir das letzte Mal gesehen. Wir können nichts tun, damit Gott aufhört, an uns zu wirken und unsere Erlösung zu wünschen. Wir können Gottes uneingeschränkte Liebe nicht auslöschen.

[38:48] Auf der anderen Seite kann Gott keine Bundesliebe erzwingen. Er kann uns nur einladen. Er kann nur alles geben, was er hat, und deutlich machen, dass er sich wünscht, dass wir ihn zurücklieben.

[39:08] Es kann also sein, dass Menschen von Gott geliebt werden, aber diese Liebe nicht in Anspruch nehmen und dann von ihr nicht profitieren. In Hosea 9 und dort Vers 15 lesen wir. Hosea 9 Vers 15: „Alle ihre Bosheit stammt von Gilgal her, so dass ich sie dort zu hassen begann. Wegen ihrer schlimmen Handlung will ich sie aus meinem Haus vertreiben. Ich kann sie nicht mehr lieben. Alle ihre Fürsten sind Abtrünnige.“

[39:41] Gott kann keine Bundesliebe mit seinem Volk haben, wenn sein Volk ihn hintergeht. In Hosea wird ja das Bild einer Ehefrau verwendet. Diese Bundesliebe kann nicht aufrechterhalten werden, wenn Gottes Volk sich gegen Gott entscheidet, gegen ihn rebelliert. Ja, Gott hat dann immer noch den Wunsch, dass sie umkehren, dass sie wieder zurückkehren. In diesem Sinne bleibt seine Liebe uneingeschränkt und unausgelöscht. Seine uneingeschränkte Liebe, die er zu allen Menschen hat, kann auch dadurch nicht ausgelöscht werden. Aber die Bundesliebe, die Verbindung zwischen Gott und seinem Volk, die ist tatsächlich real gestört.

[40:27] So ähnlich finden wir es immer wieder zu verschiedenen Zeiten in der Geschichte des Volkes Gottes. In Jeremia 16 und dort Vers 5. Jeremia 16 und dort Vers 5 heißt es: „Ja, so hat der Herr gesprochen: Du sollst in kein Trauerhaus gehen und zu keiner Totenklage und sollst ihnen auch kein Beileid bezeugen, denn ich habe meinen Frieden von diesem Volk weggenommen, spricht der Herr, die Gnade und das Erbarmen, all das, was Gottes Charakter ausmacht, hat keine Wirkung beim Volk, weil das Volk durch seine Rebellion, durch sein Zumachen des Herzens, durch das Verstocken des Herzens davon nicht profitieren will und deswegen auch nicht profitieren kann.“

[41:20] Lieber Freund, liebe Freundin, es reicht nicht, die Güte Gottes anzunehmen. Wir müssen auch in ihr bleiben. In Römer Kapitel 11 und dort Vers 22 wird das ganz deutlich. Römer 11 und dort Vers 22. Es heißt dort in Römer 11 Vers 22: „So sieh nun die Güte und die Strenge Gottes, die Strenge gegen die, welche gefallen sind, die Güte aber gegen dich, sofern du bei der Güte bleibst, sonst wirst auch du abgehauen werden.“

[42:00] Gottes uneingeschränkte Liebe ist eine Konstante. Eine Konstante bis zum Schluss. Wird er sich wünschen, dass Menschen sich für ihn entscheiden. Aber diese Güte, die hilft uns nur, wenn wir sie annehmen und bei ihr bleiben. Nur dann kann Gottes Güte uns verändern.

[42:39] Wir müssen in seiner Liebe bleiben. Das sagt auch Judas. Judas Vers 21. Es gibt ja nur ein Kapitel, das der Judas geschrieben hat. Judas 21, das heißt dort: „Bewahrt euch selbst in der Liebe Gottes und hofft auf die Barmherzigkeit unseres Herrn Jesus Christus zum ewigen Leben.“

[43:01] Es ist mit der Erlösung nicht so, dass man einmal einen Knopf drückt und jetzt quasi in einen Zustand versetzt wird, wo es einem egal ist, was man tut und macht, weil man jetzt sozusagen unauflöslich gerettet ist. Nein, wer die Liebe annimmt, muss in ihr bleiben. Wer die Güte annimmt, muss in ihr bleiben. Die Liebe Gottes ist ein Angebot an alle Menschen, aber nur wenn wir es annehmen und darin bleiben, wird daraus Bundesliebe, die auf Gegenseitigkeit gegründet ist, die sich durch Gegenseitigkeit auszeichnet.

[43:36] Johannes 15 Vers 9 und 10. Jesus drückt es folgendermaßen aus. Johannes 15 Vers 9 und 10: „Gleich wie mich der Vater liebt, so liebe ich euch. Bleibt in meiner Liebe.“ Das ist der Wunsch, den Jesus hat, dass wir nicht nur die Liebe wahrnehmen und sagen: „Ach, es, wir haben Sonnenschein, da sind wir dankbar, wir haben Regen, wir sind dankbar“, sondern dass wir in der Liebe bleiben und von Tag zu Tag dankbar sind für das, was Gott für uns tut, ihn zurücklieben, weil er uns zuerst geliebt hat.

[44:24] Vers 10: „Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, gleich wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe geblieben bin.“

[44:46] Und das gibt uns Anlass, noch einmal ganz ausdrücklich über die Liebe Gottes nachzudenken, wie sie uns Johannes in seinem berühmten Kapitel, 1. Johannes 4 ab Vers 7, offenbart. 1. Johannes 4 Vers 7: „Geliebte, lasst uns einander lieben!“ Also, es beginnt mit einer ganz praktischen Aufforderung, die am Ende dann noch einmal zur Sprache kommen wird. „Geliebte, lasst uns einander lieben!“

[46:10] Warum? Jetzt kommt die Begründung: „Denn die Liebe ist aus Gott, und jeder, der liebt, ist aus Gott geboren und erkennt Gott.“ Gott ist die Quelle der Liebe. Es ist nicht unsere zwischenmenschliche Liebe, die der Urgrund ist, sondern Gott ist die Liebe. Und wer neugeboren ist, der liebt auch wirklich und erkennt Gott.

[46:30] Vers 8: „Wer nicht liebt, der hat Gott nicht erkannt, denn Gott ist die Liebe.“ Gott ist die Quelle der Liebe, er selbst ist Liebe.

[46:41] Vers 9: Woran hat sich das am deutlichsten offenbart? Darin, sagt Vers 9, „ist die Liebe Gottes zu uns geoffenbart worden, dass Gott seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben sollen.“

[46:57] Gottes Liebe offenbart sich durch das Leben von Jesus, das Leiden von Jesus, das Sterben von Jesus. Dort finden wir den deutlichsten Beweis. Ja, wir haben den Sonnenschein, wir haben den Regen, wir haben die fruchtbaren Felder, wir haben all das, was Gott uns im Überfluss schenkt. Aber am deutlichsten zeigt es sich daran, dass Gott bereit war, Mensch zu werden, dass er am Kreuz von Golgatha buchstäblich alles gegeben hat. Dadurch erkennen wir, wie sehr Gott dich und mich liebt. Und wir erkennen daran, dass er zuerst uns geliebt hat, denn er ist für uns gestorben, wie es Römer 5 Vers 8 und 10 sagen, als wir noch Feinde waren, als wir noch Sünder waren.

[47:42] Vers 10 hier in 1. Johannes 4 sagt: „Darin besteht die Liebe, nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und seinen Sohn gesandt hat als Sühneopfer für unsere Sünden.“

[47:57] „Geliebte, wenn Gott uns so geliebt hat, so sind auch wir schuldig, einander zu lieben.“ Die Liebe zum Nächsten, die Liebe unter Geschwistern in der Gemeinde, die Liebe von Mensch zu Mensch ist eine Folge des Verständnisses, was Gott zuerst für uns getan hat.

[48:18] Vers 11: „Geliebte, wenn Gott uns so geliebt hat, so sind auch wir es schuldig, einander so zu lieben.“ Dann ist es nicht nur eine Option, ein „nice to have“, ein Add-on. Nein, es ist dann auch eine Bedingung, um diese Liebe, die Gott für uns hat, im Leben halten zu können, sozusagen Bundesliebe.

[48:41] Sie offenbart sich nicht nur daran, dass ich Gott zurückliebe, sondern auch, dass ich meinen Nächsten so liebe wie mich selbst. Deswegen hat Jesus diese beiden Dinge zusammengebracht in Matthäus 22, als er gefragt worden ist, was Gott sich am meisten wünscht. Dann sagt er ja berühmterweise in Matthäus 22 und dort ab Vers 37: „Und Jesus sprach zu ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken. Das ist das erste und größte Gebot. Und das zweite ist ihm vergleichbar: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen zwei Geboten hängen das ganze Gesetz und die Propheten.“

[49:23] Mit anderen Worten, die gesamte Bibel möchte uns deutlich machen, dass, weil Gott uns liebt, zwei Dinge folgen sollten, wenn wir das verstehen, glauben, anwenden auf unser Leben: Dann sollte daraus folgen, dass wir Gott zurücklieben, auch indem wir seine Gebote halten, und unseren Nächsten wie uns selbst zurücklieben.

[49:49] 1. Johannes 4 Vers 12: „Niemand hat Gott jemals gesehen. Wenn wir einander lieben, so bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollkommen geworden.“ Unsere Gemeinschaft mit Gott besteht nicht darin, dass wir Gott gesehen hätten, sondern unsere Gemeinschaft mit Gott besteht darin, dass seine Liebe in unserem Leben ist. Wenn wir die Güte Gottes annehmen und ihn zurücklieben, dann wissen wir, dass wir mit ihm Gemeinschaft haben.

[50:27] Wie kann das geschehen? Vers 13: „Daran erkennen wir, dass wir in ihm bleiben und er in uns, dass er uns von seinem Geist gegeben hat.“ Nun sagt Römer 5 interessanterweise, was der Geist tut, den Gott in unser Herz hineingegeben hat. Es heißt in Römer 5 Vers 5: „Die Hoffnung aber lässt nicht zu Schanden werden, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist.“ Der Heilige Geist ist es, der uns deutlich macht, dass Gott uns liebt.

[51:10] Vers 14 und 15: „Und wir haben gesehen und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als Retter der Welt. Wer nun bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, in dem bleibt Gott und er in Gott.“ Jesus ist der Retter der Welt. Gemeinschaft mit Gott zu haben bedeutet, sich dazu zu bekennen, weil sich in dem Erlösungsplan durch Jesus Gottes Liebe offenbart. Und deswegen sagt der Johannes in Vers 14 und 15: „Wer sich zu Jesus bekennt als den Retter, der bleibt in Gott, der hat Gemeinschaft mit Gott.“

[51:46] Dann sagt er im nächsten Vers, in Vers 16: „Und wir haben die Liebe erkannt und geglaubt, die Gott zu uns hat. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“ Wenn wir also die Frage stellen, wodurch haben wir Gemeinschaft mit Gott, sagt Vers 14 und 15: „Wenn wir bekennen, dass Jesus der Erretter ist“, und Vers 16 sagt: „Wenn wir in der Liebe bleiben.“ Und das sind nicht zwei verschiedene Ideen, denn wir haben gesehen ja vorher in Vers 9, dass diese Liebe sich daran offenbart, dass Jesus unser Erlöser ist.

[52:26] Vers 17 und 18: „Darin ist die Liebe bei uns vollkommen geworden, dass wir Freimütigkeit haben am Tag des Gerichts, denn gleich wie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus, denn die Furcht hat mit Strafe zu tun. Wer sich nun fürchtet, ist nicht vollkommen geworden in der Liebe Gottes.“

[52:52] Liebe, wenn wir sie verstehen, annehmen, glauben und in unser Leben lassen, darin bleiben, indem wir mit ihm verbunden bleiben, indem wir auf seine Stimme hören, indem wir tun, was ihm gefällt, weil wir ihn lieben – diese Liebe nimmt uns alle Angst vor dem Gericht.

[53:13] Die wichtigste Botschaft angesichts des Gerichtes, das momentan im Himmel stattfindet, angesichts des kommenden, bald nahenden Endes der Welt, die wichtigste Botschaft angesichts der Tatsache, dass wir alle vor Gott im Gericht uns verantworten müssen, ist, dass, wenn wir Gottes Liebe verstehen und glauben und zurückspiegeln in Bundesliebe, wir keine Angst haben müssen vor dem Gericht.

[53:51] Vers 19: „Wir lieben ihn, weil er uns zuerst geliebt hat.“ Gottes Liebe ist der Grund, unsere Liebe zu ihm ist die Folge. Lieber Freund, liebe Freundin, du liebst ihn, weil er dich zuerst geliebt hat. Du kannst nie den ersten Schritt gegangen sein. Du kannst ihm folgen im Glauben, loslassen deine eigenen Zweifel.

[54:25] Glauben loslassen, deine eigenen Zweifel, dein Versuch immer, das selbst kontrollieren zu wollen, das kannst du alles loslassen. Er ist schon da, er hat schon gesegnet. Er hat mit seiner Güte schon dein Leben erfüllt, lange bevor du es gemerkt hast, bevor du den ersten Gedanken daran gedacht hast, hat seine Güte dich schon längst umfangen. Er ist für dich gestorben. Da warst du nicht mal geboren. Du kannst darauf nur reagieren, aber das ist nicht wenig. Es ist etwas unglaublich Bedeutendes, etwas, was Gott nicht einmal erzwingen kann, was er sich nur wünschen kann, dass du darauf reagierst, dass du es ihm glaubst, dass du ihn zurückliebst.

[55:13] Er hat den ersten Schritt gemacht. Bist du die Hand ergreifen und ihn zurücklieben?

[55:21] Wird in deinem Leben, wird in deinem Fall aus der allgemeinen, für alle Zeiten gültigen Güte Gottes auch echte Bundesliebe werden, bei der nicht nur Gottes Liebe auf dich trifft, sondern auf ein offenes Herz, das ihn zurückliebt?

[55:52] Johannes 4, Vers 20 und 21: „Wenn jemand sagt: ‚Ich liebe Gott‘ und hasst doch seinen Bruder, so ist er ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, wie kann der Gott lieben, den er nicht sieht? Und dieses Gebot haben wir von ihm, dass wer Gott liebt, auch seinen Bruder lieben soll.“ Das ist kein theoretisch abstraktes, theologisches Thema. Wer Gott ehrlich liebt, der wird auch seinen Nächsten lieben. Wir haben das gerade gesehen in den Worten von Jesus in Matthäus 22. Wenn für dich die Liebe Gottes nur etwas so Abstraktes ist, dass es nicht im Alltag greifbar wird, indem du auch wünschst, dass es denen, die Gott liebt, gut geht, dann war alles nur umsonst. Wer Gott wirklich liebt, der mag auch seinen Nächsten.

[56:50] In Johannes 15, Vers 21, wird uns gezeigt, dass es sogar mehr ist, als einfach nur ein bisschen jemanden mögen. Johannes 15, Vers 21, sich offenbart, was der Maßstab der Liebe zwischen Geschwistern sein sollte, was der Maßstab der Nächstenliebe ist. Es ist Johannes 15, Vers 12, nicht Vers 21, Vers 12. Johannes 15, Vers 12: „Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, gleich wie ich euch geliebt habe.“ Wer Gottes Liebe erkennt und versteht und annimmt und daraus eine Bundesliebe entsteht, ein echter Bund, der neue Bund, den Gott sich für jeden Menschen wünscht, dann wird diese Liebe, die Jesus zu uns hat, zum Maßstab auch, wie wir mit allen anderen Menschen umgehen. Das ist das Gebot, das Jesus gegeben hat, dass so wie er uns liebt, wir andere auch lieben sollen.

[57:54] Das kann man nicht befehlen, aber Gott kann das in uns tun, so wie er auch das Gebot gegeben hat, dass wir ihn lieben sollen von ganzem Herzen, von ganzer Seele. Das ist nur möglich, wenn wir zuerst verstehen, wie er ist und wenn sein Geist in uns uns so verändert, dass wir seine Liebe widerspiegeln.

[58:17] In Johannes 3, Vers 16, sehen wir, wie weit eine solche Liebe gehen wird.

[58:33] Er, Johannes Kapitel 3, Vers 16: „Daran haben wir die Liebe erkannt, dass er sein Leben für uns hingegeben hat.“ Lieber Freund, liebe Freundin, Jesus war bereit für dich zu sterben. Er war bereit für mich zu sterben. Und wenn wir das sehen, dann wissen wir: Jesus hat mich wirklich lieb. Und so sagt Johannes: „Daran haben wir die Liebe erkannt, dass er sein Leben, dass er sein Leben für uns hingegeben hat.“ Und jetzt kommt die Schlussfolgerung: „Auch wir sind es schuldig, für die Brüder das Leben hinzugeben.“ Mose hat das verstanden in 2. Mose 32, Vers 32, als er sein Leben für das Volk Gottes anbot. Lieber Freund, liebe Freundin, wie stark ist deine Liebe zu anderen Menschen? Könntest du dir vorstellen, für jemand anders dein Leben zu geben?

[59:52] Lasst uns nicht damit zufrieden sein, dass Gott alle Menschen liebt und dass er alle Menschen segnen möchte und dass er alle Menschen retten möchte. Lasst uns nicht damit zufrieden sein, dass wir wissen, dass es eine uneingeschränkte Liebe gibt, sondern lasst uns diese Liebe für uns persönlich in Anspruch nehmen, dass wir, dass du und dass ich, dass wir persönlich einen Bund mit Gott haben, dass diese uneingeschränkte Liebe in unserem Leben wirklich wirken kann, dass wir ihn zurücklieben, dass wir echte Bundesliebe erleben. Denn was nützt es, wenn wir unser Leben gelebt haben und immer geliebt worden sind von Gott und auch das ewige Leben verpassen, weil wir nie den Bund angenommen haben, nie zurückgeliebt haben, nie diese Liebe in Anspruch genommen haben? Was nützt es, wenn er uns geliebt hat und wir seine Güte verachtet haben? Wollen wir heute, möchtest du dich, wollen wir uns heute entscheiden, Gott Bundesliebe zu erfahren, indem wir uns seiner Liebe ausliefern, indem wir Gottes unfassbar tiefe Liebe, die wir niemals verdienen können, heute in Anspruch nehmen und ihn von Herzen zurücklieben und auch unseren Nächsten wie uns selbst und indem wir in seiner Liebe bleiben, weil wir uns festhalten an ihm? Es ist dein Wunsch heute? Dann lass uns gemeinsam beten.

[1:01:34] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass du uns lieb hast. Danke, dass du so große Dinge für uns getan hast, Herr. Wir möchten nicht einfach nur wissen, dass du alle Menschen liebst. Wir möchten echte Bundesliebe mit dir leben. Wir möchten den Bund, den du uns anbietest, annehmen. Wir möchten, dass die Güte, die an uns schon längst wirkt, uns auch wirklich zur Buße, zur Umkehr führt und wir deine Kinder sind, dein besonderes Volk, weil du an uns deine Verheißung wahrmachen kannst, weil wir dir die Erlaubnis geben, in unserem Herzen zu wirken, weil in uns deine Liebe das tun kann, was sie sich so sehr wünscht. Herr, wir wünschen uns, dass unser Leben von deiner Liebe nicht vergeblich angestrahlt worden ist und dass deine Liebe durch deinen Heiligen Geist unser Herz erfüllt und wir für andere zu einem Leuchtturm werden, der auch sie auf deine Liebe hinweist. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[1:02:54] Wir verabschieden uns für heute. Wünschen euch Gottes reichen Segen. Hoffentlich sehen wir uns in der nächsten Woche wieder, wenn wir dann weiter über Gottes Liebe und Gerechtigkeit nachdenken wollen aus seinem Wort. Bis dann wünsche ich euch Gottes reichen Segen und viel Freude im Studium seines Charakters in seinem Wort. Amen.


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