[0:35] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour hier auf www.JOELMEDIA.de. Erneut möchten wir natürlich auch alle Zuschauer auf dem Sender Das Wort herzlich begrüßen zur fünften Folge unserer CSH-Serie „Gottes Liebe und Gerechtigkeit“. Wir studieren gemeinsam den Charakter unseres wunderbaren Gottes. Wir haben verschiedene Ebenen seiner Liebe bereits kennengelernt und heute in diesem fünften Thema, mit dem wir uns vorbereiten auf das Bibelgespräch am 1. Februar, wollen wir einen besonders spannenden und manchmal auch missverstandenen Aspekt seiner Liebe genauer anschauen. Wir wollen über den Zorn göttlicher Liebe nachdenken. Vielleicht erscheint uns das ja schon ein paradoxes Begriffspaar zu sein: Der Zorn göttlicher Liebe. Wie können Zorn und Liebe überhaupt in einem Satz zusammengedacht werden? Wir werden die Bibel aufschlagen und wir werden versuchen zu verstehen, was Gottes Wort uns über dieses Thema sagt und was das für uns persönlich bedeutet. Aber wir können es nur verstehen, wenn Gottes Geist unser Denken erleuchtet, und wir möchten, wie wir das gewohnt sind, unser Bibelstudium mit einem Gebet starten.
[2:12] Lieber Vater im Himmel, danke, dass wir dich Vater nennen dürfen und dass du wirklich ein liebender Vater bist, der du geduldig bist und gütig und nur das Beste für uns möchtest. Herr, wir möchten dich bitten, dass du jetzt in diesen Minuten unser Lehrer bist, dass wir dieses Thema deiner Liebe und deines Zorns so verstehen, wie es tatsächlich auch in der Wirklichkeit ist. So wie du wirklich bist, so möchten wir dich kennenlernen und besser kennenlernen und danken dir, dass dein Wort nicht leer zurückkehren wird, sondern ausführen wird, wozu du es gesagt hast. Wir danken dir, dass du zu uns sprechen wirst. Wir wollen dein Wort in unserem Herzen bewahren. Im Namen Jesu. Amen.
[3:12] Wir wollen zu Beginn uns einen Psalm anschauen, der auf ganz eindrückliche Weise einige der Aspekte uns präsentiert, die für unser Thema heute wichtig sind. Es handelt sich dabei um Psalm 78, einer von den Psalmen, die von Asaph komponiert und gedichtet worden sind. Und wir wollen da einfach so Abschnitt für Abschnitt durchgehen und so die Hauptgedanken herausgreifen, um zu sehen, was für ein Bild dieser Asaph über den Charakter Gottes hier auch uns zeichnet. Psalm 78, wir beginnen in Vers 1: „Ein Maskil von Asaph. Höre, mein Volk, meine Lehre, neigt eure Ohren zu den Reden meines Mundes. Ich will meinen Mund zu einer Gleichnisrede öffnen, will Rätsel vortragen aus alter Zeit, was wir gehört und gelernt haben und was unsere Väter uns erzählt haben. Das wollen wir ihren Kindern nicht vorenthalten, sondern den Ruhm des Herrn erzählen dem späteren Geschlecht, seine Macht und seine Wunder, die er getan hat. Denn er hat ein Zeugnis aufgerichtet in Jakob und ein Gesetz gegeben in Israel, und er gebot unseren Vätern, es ihren Kindern zu verkünden, damit das spätere Geschlecht es wisse, die Kinder, die noch geboren werden sollten, damit auch sie aufstünden und es ihren Kindern erzählten, damit diese auf Gott ihr Vertrauen setzten und die Taten Gottes nicht vergessen und seine Gebote befolgen und nicht würden wie ihre Väter, ein trotziges und widerspenstiges Geschlecht, ein Geschlecht, das kein festes Herz hatte und dessen Geist nicht treu war gegen Gott.“
[5:08] Der Psalm hat ein ganz konkretes Ziel: Der Psalm soll unterrichten, er soll etwas lehren, er soll dafür sorgen, dass ein Wissen über Gott und sein Wirken von Generation zu Generation weitergetragen wird. Gottes Wort wird von Generation zu Generation weitergegeben. Die nächste Generation soll noch wissen, wie Gott wirklich ist, was er getan hat, wie er das Volk Israel gerettet hat, was für Gebote und Gesetze er gegeben hat, was er in seinem Wort niedergelegt hat. Und ja, wir sollen auch aus der Geschichte lernen. Dieser Psalm beschreibt wichtige Abschnitte in der Geschichte Israels, insbesondere, wie wir noch sehen werden, aus der Zeit des Auszugs aus Ägypten und der Wüstenwanderung. Und diese Geschichten werden hier poetisch wiederholt und zusammengefasst, zum Teil auch mit neuen interessanten Details versehen, damit wir aus ihnen lernen, lernen, wie Gott handelt, wie Gott ist und was wir für uns persönlich daraus für unsere Generation und auch die Zukunft mitnehmen dürfen.
[6:26] Wir lesen weiter Vers 9: „Die Söhne Ephraims waren wie gerüstet Bogenschützen, die sich umwenden am Tag der Schlacht.“ Mit anderen Worten, die die Seiten wechseln im Krieg. „Sie bewahrten den Bund Gottes nicht und weigerten sich, nach seinem Gesetz zu wandeln, und sie vergaßen seine Taten und seine Wunder, die er sie hatte sehen lassen. Vor ihren Vätern hatte er Wunder getan im Land Ägypten, im Gebiet von Zoan. Er spaltete das Meer und führte sie hindurch und türmte die Wasser auf wie einen Damm. Er leitete sie bei Tag mit einer Wolke und mit dem Licht eines Feuers durch die ganze Nacht. Er spaltete Felsen in der Wüste und tränkte sie wie mit großen Fluten. Er ließ Bäche aus dem Felsen hervorspringen und Wasser herabfließen in Strömen. Dennoch fuhren sie fort, gegen ihn zu sündigen und den Höchsten zu erzürnen in der Wüste.“
[7:35] Hier sehen wir ein erstes großes Hauptmotiv, einen großen Hauptgedanken: Gott hat für sein Volk Mächtiges getan. Chronologisch beginnt es ja damit, dass Gott in Ägypten Wunder tut. Er bringt den Mose, der die ersten Zeichen schon tut, um zu zeigen, dass Gott wirklich ihn gesandt hat. Dann kommen die Plagen, dann werden die Israeliten frei durch Gottes mächtigen Arm. Er führt sie durch das Meer hindurch, er leitet sie Tag und Nacht durch seine eigene Gegenwart. Er gibt ihnen Wasser in der Wüste, er sorgt für sie. Und das entscheidende Wort in Vers 17 ist: Dennoch haben sie immer weiter gegen ihn gesündigt, das heißt, gegen ihn rebelliert. In Vers 9 wird das so ausgedrückt: Sie haben die Seiten in diesem großen Kampf zwischen Gut und Böse gewechselt, obwohl sie eigentlich auf Gottes Seite stehen sollten, von ihm befreit worden sind, haben sie doch wieder gegen ihn gekämpft. Sie haben seinen Bund nicht bewahrt, sie haben sich geweigert, sich bewusst, willentlich entschieden, Gottes Gebot nicht halten zu wollen, und das hat Gott erzürnt. Gott hatte so viel für sie getan, er war bei ihnen, er führte sie, und dennoch, obwohl er bei ihnen war, für sie gesorgt hatte und gerade sorgte, trotzdem haben sie gegen ihn rebelliert. Das hat ihn zornig gemacht.
[9:01] Lieber Freund, liebe Freundin, wenn Gott Großes für uns tut, uns errettet, uns hilft, für uns da ist, uns führt durch die kleinen und großen Probleme des Alltags, und wir uns trotzdem wissentlich, willentlich entscheiden, gegen ihn zu sündigen und damit nicht aufhören wollen, dann erzürnen wir ihn. Und es ist nur allzu verständlich, dass Gott tatsächlich zornig wird, wenn die, die er erlöst hat, sich ohne Grund gegen ihn wenden. Wir sehen also, der Zorn Gottes ist eine Reaktion auf die Undankbarkeit des Volkes gegenüber der großen Liebe und Fürsorge, die Gott ihnen gezeigt hat.
[9:56] Wir lesen weiter ab Vers 18: „Und sie versuchten Gott in ihrem Herzen, indem sie Speise forderten für ihr Gelüste, und sie redeten gegen Gott und sprachen: Kann Gott uns wohl einen Tisch bereiten in der Wüste? Siehe, er hat den Felsen geschlagen, dass Wasser flossen, Bäche sich ergossen. Kann er aber auch Brot geben? Wird er seinem Volk Fleisch verschaffen?“
[10:22] Hier sehen wir, was Gott erzürnt: Wenn wir die Wunder gesehen haben, sogar anerkennen, dass es Wunder waren, und trotzdem zweifeln, dass Gott für uns jetzt wirken kann. Und wenn ich das genau anschaue und darüber nachdenke, dann stelle ich fest, dass ich mit meinen Gedanken, mit meinen Worten Gott schon sicherlich oft erzürnt habe, weil Gott in meinem Leben so Großes getan hat und ich dann doch wieder zweifle, ob Gott jetzt hier mir helfen kann. Ich möchte lernen, Gott nicht zu erzürnen. Du auch? Sie redeten gegen Gott, denn wenn wir Gott nicht zutrauen, dass er uns helfen kann, dass er für uns sorgen kann, dann reden wir gegen ihn.
[11:13] Vers 21: „Darum, der Grund darum, als der Herr das hörte, diese Worte, die wir in Vers 19 und 20 gelesen haben, darum, als der Herr das hörte, da wurde er zornig.“ Wenn wir sehen, dass Gott uns geführt hat, aber wir in einer neuen Situation, die vielleicht anders als frühere Situationen ist, wieder anfangen zu zweifeln, sagen: „Gott wird uns hier wahrscheinlich nicht helfen. Kann er das wirklich tun? Wird er uns hier durchbringen?“, dann ist Gott traurig, er ist zornig, weil wir nichts aus den Erfahrungen gelernt haben, die Gott uns geschenkt hat. Haben wir es in Erfahrung gelernt? Wollen wir nicht lieber wirklich heute uns neu dafür entscheiden, aus den Erfahrungen, die Gott uns geschenkt hat, zu lernen, dass er auch in einer neuen Krise uns wieder helfen wird?
[12:16] Warum wurde der Herr zornig? Vers 22: „Weil sie Gott nicht glaubten und nicht auf seine Rettung vertrauten.“ Gott ist zornig, wenn wir ihm nicht glauben, wenn wir ihm nicht vertrauen. Am Ende ist das Entscheidende im christlichen Leben das Vertrauen auf Gott, das Glauben, dass er das Beste für uns möchte, getan hat und tun wird. Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass jeder, der an ihn glaubt, der glaubt, dass Gott sein Bestes gegeben hat und alles für uns tut, um uns zu retten, dass jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Wer nicht glaubt, geht verloren. Wer nicht glaubt, zieht den Zorn Gottes auf sich, weil Gott alles gibt und wir es aber verachten, und das macht wirklich traurig.
[13:39] Wir lesen weiter Vers 23: „Und doch hatte er den Wolken droben geboten und die Türen des Himmels geöffnet und hatte Manna auf sie regnen lassen zum Essen und ihnen Himmelskorn gegeben. Der Mensch aß das Brot der Starken, er sandte ihnen Speise, bis sie satt waren.“ Obwohl sie so gegen ihn geredet haben, hat er trotzdem sie noch weiter gesegnet, hat ihnen das Brot des Himmels, das Manna, herunterregnen lassen. Er hat für sie gesorgt, obwohl sie es nicht geglaubt haben. Gott verlässt uns nicht sofort, auch wenn wir gegen ihn gemurrt haben. Er lässt uns nicht einfach zurück und sagt dann: „Kümmert euch doch alleine!“ Er ist traurig, er ist zornig, aber er gibt auch wieder einen weiteren Beweis seiner Liebe, um uns zu zeigen: Wir können ihm vertrauen.
[14:37] Aber es gibt noch mehr zu lernen aus jener Begebenheit. Ab Vers 26 lesen wir weiter: „Er ließ den Ostwind am Himmel hinfahren und führte durch seine Kraft den Südwind herbei. Er ließ Fleisch auf sie regnen wie Staub und Geflügel wie Sand am Meer und ließ sie mitten in ihr Lager fallen, rings um ihre Wohnung her. Da aßen sie und wurden völlig satt. Er gewährte ihnen, wonach sie gelüstet hatten. Sie hatten ihre Begierde noch nicht gestillt, und ihre Speise war noch in ihrem Mund, da erhob sich der Zorn Gottes gegen sie, und er tötete die vornehmsten unter ihnen, die auserwählten Krieger Israels streckte nieder.“
[15:32] Gott sorgte für sie, er gab ihnen Manna, aber die Israeliten wollten nicht nur irgendwas zu essen haben, sie wollten unbedingt Fleisch haben. Und Gott gibt ihnen das, was sie wollen, aber die Israeliten missbrauchen es. Manche von ihnen schlagen sich den Bauch so voll, bis sie krank werden und sterben. Nicht immer, oder anders gesagt, Gott bittet uns, zu geben, was wir möchten, aber sind wir in der Lage, es zu unserem Besten auch zu benutzen? Gott hatte eigentlich nicht vorgehabt, dass irgendeiner von ihnen hier stirbt. Ich vermute, dass Gottes Plan gar nicht gewesen war, ihnen hier Fleisch zu senden. Das Manna hätte es schon gereicht, es hat ja auch die restlichen Jahrzehnte gereicht, aber sie wollten es unbedingt. Sie hatten ja die Frage gestellt: „Wird er seinem Volk Fleisch verschaffen?“ Und ja, Gott gibt das Fleisch.
[16:49] Aber selbst dann hat es nicht dazu geführt, dass die Israeliten bereut hätten, dass sie so an Gottes Fürsorge gezweifelt haben. Hat nicht dazu geführt, dass sie dann wenigstens mäßig damit umgegangen sind und trotzdem überlegt haben, was ist jetzt gut für mich, was ist gesund für mich, wie kann ich Gott damit die Ehre geben? Sie haben einfach das Geschenk Gottes selbstsüchtig konsumiert aus reiner Fleischeslust, in dem Fall ganz buchstäblich, und es hat Gott zornig gemacht. Es ist die Undankbarkeit, der Unglaube, der ihn zornig macht.
[17:34] Nein, die Israeliten aßen das Fleisch nicht zur Ehre Gottes, obwohl er es ihnen gegeben hatte. Nehmen wir einfach nur die Gaben Gottes so in Anspruch, um sie für unsere Lüste zu gebrauchen, oder nehmen wir sie so an, dass wir sie zu seiner Ehre einsetzen? Und ob wir essen oder trinken, ihm die Ehre geben.
[18:03] Vers 32: „Trotz alledem sündigten sie weiter und glaubten nicht an seine Wunder.“ Hier sehen wir das Problem. Sie hatten gesagt: „Ja, wir haben zwar diese Wunder gesehen, aber Gott wird uns ganz bestimmt Fleisch und Brot nicht geben können.“ Und dann gibt er es ihnen, und es wäre ja die Gelegenheit gewesen, zu sagen: „Oh, wir haben uns geirrt, wir haben Gott falsch eingeschätzt. Gott ist besser, als wir dachten. Wir wollen in Zukunft ihn nicht mehr herausfordern. Es tut uns leid, wir sind ja dankbar, Herr, dass du alles für uns bewirkst, und wir möchten das auch nur so viel nehmen und so viel essen, dass wir dir trotzdem noch die Ehre dadurch geben.“ Aber stattdessen haben sie weiter ihm nicht geglaubt. Und das zeigt, dass Glaube nicht dadurch entsteht, dass Gott unsere Wünsche erfüllt. Wir denken vielleicht: „Ah, ich würde mehr glauben, wenn Gott all das tut und alles mir gibt, was ich mir wünsche, wenn es so geht, wie ich wollte, dann werde ich bestimmt glauben.“ Aber diese Geschichte zeigt, das ist nicht der Fall. Auch wenn uns Gott all das gibt, was wir haben wollen, bedeutet das nicht, dass wir jetzt plötzlich anfangen zu glauben. Glaube ist unabhängig davon, ob meine Wünsche in Erfüllung gehen oder nicht. Denn hier sehen wir, wie Tausende Menschen ihre Wünsche erfüllt bekommen haben, aber nicht damit richtig umgehen können und weiter nicht glauben.
[19:31] Vielleicht ist es an der Zeit für mich und für dich, ganz bestimmt ist es an der Zeit, dass wir unsere eigenen Wünsche etwas herunterschrauben und sie nicht so wichtig sehen, wie wir dazu neigen, unsere eigenen Wünsche wichtig zu sehen. Die Israeliten sündigten weiter und sie glaubten nicht an seine Wunder. Vers 33: „Darum ließ er ihre Tage wie einen Hauch vergehen und ihre Jahre in Schrecken. Wenn er sie schlug, so fragten sie nach ihm und kehrten wieder um und suchten Gott, und sie gedachten daran, dass Gott ihr Fels ist und Gott der Höchste ihr Erlöser.“ Immer wieder murren sie. Wer die Geschichte in 2. Mose, 3. Mose, 4. Mose, zum Teil auch dann 5. Mose noch liest, der sieht, wie es einen Zyklus gibt, der sich übrigens nicht nur in der Geschichte der Israeliten hier in der Wüstenwanderung offenbart, sondern dann auch in der Zeit der Richter und später auch in der Königszeit. Dann immer wieder straft Gott sein Volk wegen fortgesetzter Rebellion, dann kehren sie um, dann suchen sie Gott, dann beten sie zu ihm. Aber selbst das nicht so, wie er sich eigentlich wünschen würde.
[20:45] Ab Vers 36 heißt es: „Aber sie heuchelten vor ihm mit ihrem Mund und logen mit ihren Zungen, denn ihr Herz war nicht aufrichtig gegen ihn, und sie hielten nicht treu an seinem Bund fest.“ Oftmals war die Buße nur äußerlich, nur ein Lippenbekenntnis, aber keine echte Herzensveränderung. Aber steht in Vers 37, Verzeihung, Vers 38: „Er aber war barmherzig und vergab die Schuld und vertilgte sie nicht, und oftmals wandte er seinen Zorn ab und er weckte nicht seinen ganzen Grimm, denn er dachte daran, dass sie Fleisch sind, ein Hauch, der dahinfährt und nicht wiederkehrt.“ Obwohl die Buße oft und bei vielen gar nicht wirklich echt war, hat Gott nicht einfach nur streng durchregiert, sondern auch dann, wenn es nur ein Lippenbekenntnis war, trotzdem vergeben, Barmherzigkeit gezeigt, den Zorn abgewandt.
[22:04] Lieber Freund, liebe Freundin, Gott kennt unsere Schwachheiten, er weiß, dass du und ich, dass wir Fleisch sind. Wir sind nur ein Hauch. Gott ist gut zu uns. Es heißt in Psalm 103, dass Gott nicht nach unseren Sünden mit uns gehandelt hat.
[22:31] Und Vers 40, das spüren wir, wie Asaph sich fast an den Kopf fasst und sagt: „Wie ist das nur möglich angesichts dieser unverdienten Gnade, die sich hier in Vers 38 und 39 zeigt, dieser unverdienten Gnade, die barmherzig ist, mehr als man von der Seite Gerechtigkeit erwarten müsste?“ Angesichts dessen ist es erstaunlich, wie wenig die Israeliten daraus gelernt haben, dass sie sich trotzdem immer wieder zur Rebellion entschieden haben. Vers 40: „Wie oft lehnten sie sich gegen ihn auf in der Wüste und betrübten ihn in der Einöde, und sie versuchten Gott immer wieder und bekümmerten den Heiligen Israels.“ Jetzt merken wir, der Zorn Gottes ist nicht einfach, dass Gott irgendwie jetzt wütend wird, einen hochroten Kopf bekommt, die Kontrolle verliert und einfach rumpoltert, sondern es hat damit zu tun, dass Gott betrübt ist, dass er traurig ist, dass es ihn bekümmert, dass er sich fragt: „Warum haben sie mich nicht lieb, obwohl ich so viel Gutes für sie tue?“
[23:40] Kann es sein, dass auch wir, dass auch ich schon oft Gott betrübt haben, dass wir seinen Geist betrübt haben, weil wir so viel Gutes erlebt haben, so viel Barmherzigkeit, und dann doch immer wieder an seiner Güte zweifeln, immer wieder daran zweifeln, ob er uns wirklich helfen möchte? Ich möchte mich neu entscheiden, Gottes Güte mehr zu sehen, mehr darauf zu achten, mehr zu glauben, dass der Gott, der mir in der Vergangenheit geholfen hat, mir auch heute helfen wird und heute für mich das Beste will und auch in den Schwierigkeiten, die morgen vielleicht kommen werden. Amen.
[24:35] Vers 42: „Sie gedachten nicht an seine Hand, an den Tag, als er sie von dem Feind erlöste.“ Sie haben sich nicht mehr daran erinnert, was Gott für sie getan hat. Wir finden in 2. Petrus 1 so einen interessanten Vers über die geistliche Blindheit. In 2. Petrus 1, nicht im Sendemanuskript, aber können wir trotzdem lesen, 2. Petrus 1 Vers 9: „Wem dagegen diese Dinge fehlen, der ist blind und kurzsichtig und hat die Reinigung von seinen früheren Sünden vergessen.“ Wer die Erlösung, die er erhalten hat, die Vergebung, die er erfahren hat, vergessen hat, der ist geistlich blind. Und ist das nicht einer der Zustände, mit denen Laodizea beschrieben wird: arm, blind und entblößt? Die Israeliten hier in der Wüste litten an geistlicher Blindheit. Sie hatten den Tag vergessen, sie gedachten nicht an seine Hand, an das, was Gott getan hatte für sie, an den Tag, als er sie von dem Feind erlöste. Lieber Freund, liebe Freundin, lass uns vornehmen, heute hier neu vornehmen, bewusst mit Intention, uns an das zu erinnern, was Gott in meinem Leben und in deinem Leben schon alles Großes getan hat, wie er uns geholfen hat, wie er...
[26:01] getan hat, wie er uns geholfen hat, wie er uns gesegnet hat, wie er uns bisher so wunderbar durch so viele Krisen hindurchgeführt. Lass uns mehr darüber nachdenken und dafür danke sagen, denn Gott hat in meinem Leben wirklich sehr, sehr, sehr viel Gutes und sehr viel Großes getan. Da bin ich ihm von Herzen dankbar. Vers 43: „Als er seine Zeichentat in Ägypten und seine Wunder im Gebiet von Zoan, als er ihre Ströme in Blut verwandelte und ihre Bäche, sodass man nicht trinken konnte, als er Ungeziefer unter sie sandte, das sie fraß, und Frösche, die sie verderbten.“ Wir merken, hier geht es um die ganzen Plagen, die Gott gesandt hat, um die Israeliten aus Ägypten zu befreien. „Als er dem Vertilger ihren Ertrag gab und der Heuschrecke die Frucht ihrer Arbeit, als er ihre Weinstöcke mit Hagel schlug und ihre Maulbeerbäume durch eine verheerende Wasserflut und ihr Vieh dem Hagel preisgab und ihre Herden den Blitzen, als er gegen sie die Glut seines Zornes entsandte, Wut und Grimm und Drangsal, eine ausgesandte Schar verderbenbringender Engel.“
[27:13] Hier sehen wir, was der Zorn Gottes ursprünglich war. Der Zorn Gottes war der Zorn gegen die Feinde des Volkes, die Feinde des Evangeliums, der diejenigen, die sie festgehalten haben. Gott ist zornig auf den Satan, die bösen Engel, die uns festhalten. Der Zorn Gottes, der war ausgegossen über Ägypten, um sein Volk zu befreien.
[27:51] Übrigens wird sich dasselbe noch einmal am Ende der Zeit wiederholen, wenn Gott in den sieben letzten Plagen seinen Zorn ausgießen wird, um sein Volk zu befreien.
[28:11] Vers 50: „Als er seinem Zorn den Lauf ließ, ihre Seele nicht vor dem Tod bewahrte, sondern ihr Leben der Pest preisgab, als er alle Erstgeburt in Ägypten schlug, die Erstlinge der Kraft in den Zelten Hams.“
[28:32] Gott war zornig, weil die Israeliten festgehalten wurden, gegen ihren Willen, gegen Gottes Willen. Gott hat mit seinem Zorn das Volk befreit.
[28:51] Er hat mit seinem Zorn die Feinde Israels bekämpft. Und damit sollten Israeliten verstehen: Der Zorn Gottes ist nicht gegen uns, die Erlösten, gerichtet, sondern gegen die, die die Erlösung verhindern wollen. Der Zorn Gottes ist gegen die gerichtet, die verhindern wollen, dass ich einmal ewig bei ihm lebe.
[29:16] Wenn also in der Wüste Gottes Zorn sich gegen Gottes Volk erhob, dann deswegen, weil sie waren wie die Bogenschützen, die sich in der Schlacht umwenden und die Seiten wechseln, die plötzlich sich auf die Seite der Ägypter stellen, obwohl sie von den Ägyptern nie etwas Gutes bekommen haben, die zurück nach Ägypten wollten und die Gottes Führung hinterfragten und ihm nicht glaubten.
[29:47] Wir lesen weiter ab Vers 52: „Gott hat sein Volk befreit wie ein Hirte und er ließ sein Volk ausziehen“, heißt es hier in Vers 52, „wie Schafe und leitete sie wie eine Herde in der Wüste und führte sie sicher, dass sie sich nicht fürchteten. Ihre Feinde aber bedeckte das Meer und er brachte sie in sein heiliges Land zu diesem Berg, den seine Rechte erworben hat.“ Wir sehen hier nicht nur den Auszug aus Ägypten und den Durchzug durch das Rote Meer, wir sehen hier auch die Landnahme Kanaans. Vers 55: „Und er vertrieb die Heiden vor ihnen her und teilte ihnen das Erbe aus mit der Messschnur und ließ in ihren Zelten die Stämme Israels wohnen.“ Wir sehen hier von dem Auszug aus Ägypten bis zu der Einnahme Kanaans Gottes gute Führung.
[30:51] Und dann Vers 56: „Aber sie versuchten Gott, den Höchsten, und waren widerspenstig gegen ihn, nicht nur in der Wüste, sondern selbst dann, nachdem sie das Land Kanaan erobert hatten, als sie den Sieg errungen hatten, als die Feinde vertrieben waren, als Gott ihnen ein neues Zuhause gegeben hat, haben sie trotzdem weiter gegen Gott rebelliert und bewahrten seine Zeugnisse nicht, sondern sie wichen zurück und fielen ab wie ihre Väter.“ Das ist der Grund, warum Asaph deutlich machen will: Wir müssen der nächsten Generation die Worte und die Werke Gottes offenbaren und zeigen, damit sie nicht dieselben Fehler machen wie die Generation vorher. Lieber Freund, liebe Freundin, es reicht nicht, wenn wir einfach nur so weitermachen wie die Generation vor uns. Wir müssen aus ihren Fehlern lernen und dürfen nicht immer weiter gegen Gott rebellieren. Vers 57: „Sondern sie wichen zurück und fielen ab wie ihre Väter. Sie gingen fehl wie ein trügerischer Bogen und sie reizten ihn zum Zorn durch ihre Höhen.“ Das sind die Götzenanbetungsstellen auf hoch gelegenen Plätzen. „Und zur Eifersucht durch ihre Götzenbilder.“ Gott wurde zornig, weil die Israeliten, denen er so viel geschenkt hat, so viel für sie gewirkt hat, so eine wunderbare Erlösung, so einen tollen Sieg geschenkt hatte, sie trotzdem gegen ihn rebellierten, Götzenopfer brachten und ihn damit zum Zorn reizten. Er hatte sie wie Freunde behandelt, sie behandelten ihn wie einen Feind.
[32:38] Vers 59 und folgende: „Gott hörte es und geriet in Zorn.“ Lieber Freund, liebe Freundin, Gott ist die Liebe und er gibt uns unverdientermaßen alles, was wir brauchen und noch mehr. Er ist gnädig und barmherzig, er erlöst uns, er schenkt uns alle seine Kraft und seine Weisheit, alles was wir brauchen für ein gutes Leben hier schon auf dieser Erde und einmal für das ewige Leben. Er gibt uns alles, was notwendig ist, er ist bereit, selbst das größte Opfer zu bringen. Er liebt uns von Herzen. Aber wenn wir diese Liebe missachten, missbrauchen, gegen ihn verwenden, wenn wir die Geschenke, die er uns gibt, dann zu unserer Selbsterhöhung verwenden, wenn wir das, was er uns schenkt, nehmen, um es dem Feind zu geben und damit den Feind zu ehren, dann wird Gott zornig. Und dieser Zorn ist die direkte Folge seiner Liebe. Weil er uns liebt, ist es ihm nicht gleichgültig, dass wir seine Liebe missbrauchen und damit mit dem, was er uns geschenkt hat, den Feind ehren. Er wird zornig. Und liebe Freunde, wir müssen das ganz fest uns vor Augen halten: Wenn wir wissentlich, willentlich gegen Gott rebellieren und seine Erlösung verachten, dann wird er zornig.
[34:18] Gott wird nicht impulsiv, unberechenbar oder übertrieben brutal. Nein, nein, nein, nein, nein, aber er wird zornig. Er sieht es nicht einfach mit lächelndem Auge zu, wenn wir uns auf die Seite des Feindes stellen.
[34:38] Wir lesen ab Vers 59: „Gott hörte es und geriet in Zorn und er verabscheute Israel sehr.“ Wir dürfen nicht vergessen, dass uns andere Textstellen auch deutlich machen, dass er Israel geliebt hat bis zum Letzten. Erinnern wir uns an die Stellen, Hosea zum Beispiel sagt: „Wie ist Israel?“ Nicht Jeremia: „Ist das nicht mein Erstgeborener, mein Lieblingssohn?“ Er verabscheut die Sünde, er liebt die Menschen, aber er verabscheut die Sünde. Er ist zornig. Vers 60: „Und er verließ seine Wohnung in Silo, das Zelt, das er unter den Menschen aufgeschlagen hat.“ Er verlässt sein Heiligtum, die Stiftshütte, die in Silo gewesen ist. In der Zeit von Eli gab es dort ja eine Katastrophe. Ähnlich hat er später zur Zeit von Hesekiel den Tempel verlassen.
[35:42] Und dann noch einmal in der Zeit von Jesus, als Jesus voraussagt, dass aufgrund der fortgesetzten Rebellion ihr Haus ihnen verwüstet gelassen wird. „Und er verließ seine Wohnung in Silo, das Zelt, das er unter den Menschen aufgeschlagen hat, und er gab seine Macht in Gefangenschaft und seine Herrlichkeit in Feindes Hand.“ Die Bundeslade geriet in die Hand der Philister, nachzulesen in 1. Samuel 4 und 5 und 6. „Und er überlieferte sein Volk dem Schwert und war zornig über sein Erbe. Seine jungen Männer verzehrte das Feuer und seine Jungfrauen mussten ohne Brautlied bleiben. Seine Priester fielen durch Schwert und seine Witwen konnten keine Totenklage halten.“ Die Konsequenzen des Abfalls waren furchtbar, aber sie waren nicht das Ende.
[36:35] Und in einem erstaunlichen Bild versucht das Asaph so zu beschreiben: „Da erwachte der Herr wie ein Schlafender, wie ein Held, der aufjauchzt vom Wein, und der schlug seine Feinde in die Flucht, ewige Schande fügte er ihnen zu.“ Ja, Gott musste zulassen, dass die Philister die Bundeslade übernehmen, er musste zulassen, dass Silo zerstört wird. Er hatte sich selbst zurückgezogen, er wollte so nicht weitermachen mit dem Volk Gottes, aber das war nicht das Ende. Als die Philister triumphierten, ließ es ihn nicht zu glauben, dass sie stärker wären als er, sondern die Geschichten, aufgeschrieben in 1. Samuel, zeigen, dass auch er allein mit seiner Bundeslade den Israeliten deutlich zeigen – Verzeihung, den Philistern deutlich zeigen konnte, wer die Macht im Himmel und auf Erden hat.
[37:31] Und dann greift er erneut ein, um Israel eine neue Chance zu geben, neu sie wieder zu sich zu bringen. Er schlägt die Feinde in die Flucht, fügt ihnen ewige Schande zu. Und dann heißt es ab Vers 67: „Und er verwarf das Zelt Josefs und er wählte nicht den Stamm Ephraim, sondern er erwählte den Stamm Juda, den Berg Zion, den er liebt. Und er baute sein Heiligtum gleich Himmelshöhen, gleich der Erde, die er auf ewig gegründet hat. Und er wählte seinen Knecht David und nahm ihn von den Schafhürden weg. Als er den tragenden Schafen nachging, holte er ihn, dass er Jakob weiden sollte, sein Volk, und Israel, sein Erbe. Und er weidete sie mit aller Treue seines Herzens und leitete sie mit weiser Hand.“ Dieser Psalm hat ein Happy End. Trotzdem, dass das Volk so viel rebelliert hat, hat Gott nicht aufgehört, immer wieder neue Beweise seiner Liebe zu geben. Und wir sehen hier: Sein Zorn ist nicht das Ende seiner Liebe. Es ist nicht so, dass Gott erst sein Volk geliebt hat, aus Ägypten geführt hat und dann zornig gewesen ist und dann keine Liebe mehr hätte, sondern obwohl er zornig wurde, war er immer noch barmherzig und vergab ihnen immer wieder, sobald sie zu ihm kamen. Und selbst als sie dann in der Zeit der Richter so weit abgefallen war, dass Gott ein schweres Gericht üben musste, bedeutete dieser Zorn, der ganz real war, nicht nur eine unbedeutende Metapher, ein ganz realer Zorn. Dieser Zorn bedeutete nicht, dass damit seine Liebe aufgehört hätte, denn wir sehen, dass nach dem Zorn weitere Liebesbeweise kommen. Gottes Zorn beendet nicht seine Liebe, sondern ist ein natürlicher Ausdruck dessen, was ein wirklich Liebender fühlt, wenn er so hintergangen wird, wie wir oft Gott hintergehen. Ist das nicht wahr, dass wir Gott oft hintergehen, ihn oft traurig machen mit dem, was wir sagen, tun und denken?
[39:50] Im Buch Jona finden wir auch einen ganz besonderen Zorn. Wir finden im Buch Jona den Zorn eines Menschen.
[40:01] Und ich glaube, wir können schon so viel festhalten, dass Gottes Zorn anders ist als der Zorn von Menschen. Jona ist zornig in Kapitel 4 Vers 1: „Da aber – Verzeihung – das aber missfiel Jona sehr und er wurde zornig.“ Jona wird zornig, weil Gott seinen angedrohten Zorn über die Assyrer nicht umgesetzt hat. Ninive bleibt bestehen, obwohl Jona den Zorn Gottes verkündigt hatte. Und Jona hat wahrscheinlich gehofft, dass die Israeliten – Verzeihung – dass die Assyrer so richtig ausgerottet werden. Das ist der Zorn eines Menschen. Der Zorn eines Menschen wünscht sich vielleicht noch, dem anderen extra etwas wehzutun, um heimzuzahlen, damit er so richtig merkt, wie böse es ist. Das ist der menschliche Zorn, aber so ist Gottes Zorn nicht.
[41:07] „Das aber missfiel Jona sehr und er wurde zornig.“ Und jetzt kommt ein interessantes Gebet: „Und Jona betete zum Herrn und sprach: Ach Herr, ist das nicht, was ich mir sagte, als ich noch in meinem Land war, dem ich auch durch die Flucht nach Tarsis zuvorkommen wollte? Mit anderen Worten: Ich habe es ja eh geahnt, denn ich wusste, dass du ein gnädiger und barmherziger Gott bist, langmütig und von großer Gnade und das Unheil reuevoll.“ Mit anderen Worten: Du überlegst es dir dann doch noch einmal anders.
[41:45] Der Zorn wird dann am Ende gar nicht umgesetzt. Wir werden nächste Woche genau verstehen, warum und wieso das so ist, was damit gemeint ist, wenn Gott sogenannte angebliche Reue hat. Wir werden sehen, so wie Gottes Zorn anders ist als menschlicher Zorn, so ist auch Gottes Reue anders als menschliche Reue, denn Gott handelt entsprechend, ob die Menschen seine Liebe annehmen oder ablehnen. Jona war der Meinung: Gott hat Zorn angekündigt, dann spielt es doch keine Rolle, ob die Menschen seine Liebe noch in Anspruch nehmen wollen oder nicht, sie sollen jetzt vernichtet werden. Aber Gottes Zorn ist so untrennbar gekoppelt an seine Liebe, dass wenn Menschen seine Liebe in Anspruch nehmen wollen, er nicht einfach dessen ungeachtet trotzdem seinen Zorn durchzieht. Sein Zorn ist an seine Liebe gekoppelt. Wenn wir seine Liebe verachten, missbrauchen, uns gegen ihn stellen und ihn hintergehen, dann wird er aufgrund seiner Liebe zornig. Und wenn Menschen angesichts des drohenden Zornes umkehren, ihre Sünde erkennen, Buße tun, dann wird dieser Zorn aufgrund der Liebe, mit der dieser Zorn verbunden ist, nicht umgesetzt, weil die Menschen ja bereut haben. Und das konnte und wollte Jona irgendwie nicht verstehen, weil er von einem menschlichen Zorn, der egoistisch war, der auf seine eigene Reputation bedacht war, weil er von solchem Zorn geleitet war. Vers 3: „Und nun, Herr, nimm doch meine Seele von mir, denn es ist besser, dass ich sterbe, als dass ich lebe.“ Er möchte lieber tot sein, als mit anzusehen, dass Gott seinen Zorn nicht umsetzt, nicht umsetzt.
[43:45] Und Gott spricht zu Jona, Vers 4: „Da sprach der Herr: Ist es recht, dass du so zornig bist?“ Gott versucht Jona dazu zu bringen, über seinen Zorn zu reflektieren, denn für diesen Zorn von Jona gibt es keinen Grund. Er hat auch keinerlei Verbindung zu dem göttlichen Zorn.
[44:13] Göttlicher Zorn ist anders. Göttlicher Zorn ist die Reaktion darauf, dass das Evangeliumsangebot nicht angenommen wird und ignoriert wird oder mit Füßen getreten wird oder missbraucht wird. Jonas Zorn war ein Zorn, der entstand, weil das Evangeliumsangebot angenommen worden ist.
[44:34] Man könnte sagen, Jonas Zorn ist das Gegenteil vom Zorn Gottes. Auch wir sind manchmal zornig und manchmal berufen wir uns ja vielleicht sogar darauf, dass Gott ja auch zornig ist und dann können wir ja auch jetzt mal zornig sein. Aber Gott stellt uns die Frage: „Ist es recht, dass du zornig bist?“ Gibt es einen berechtigten Grund? Das heißt, Gott tadelt den Jona nicht einfach, weil er zornig ist, sondern fragt: „Hast du einen Grund? Gibt es einen Grund dafür?“ Denn liebe Freunde, Gott hat Gründe für seinen Zorn. Wenn er zornig ist, wenn Gott zornig ist, dann ist es auch gerecht, dass er zornig ist. Es gibt also, wir sprechen mal von dem heiligen Zorn. Dieser heilige Zorn ist ein gerechter Zorn. Gott ist gerechterweise zornig, wenn Menschen ihn so hintergehen und so seine Geschenke zur Ehre des Feindes missbrauchen, dann ist Gott zurecht zornig. Aber Jona war nicht zurecht zornig. Die Frage ist hier: Gibt es einen gerechten Grund, auf dem dein Zorn basiert, oder ist es nur das gekränkte Ich, der Stolz, der irgendwie jetzt es nicht annehmen möchte, dass es anders kam, als er sich selbst es gedacht hat? Wenn wir zornig sind, sind wir zurecht zornig, oder ist es nur der Impuls eines beleidigten Ichs?
[46:07] Vers 11: Gott sagt, warum er seinen Zorn nicht ausgegossen hat. Er sagt in Vers 11: „Und ich sollte kein Mitleid haben mit der großen Stadt Ninive, in der mehr als 120.000 Menschen sind, die ihre rechte Hand nicht von ihrer Linken unterscheiden können, dazu so viel Vieh.“ Nun, Gott hat nicht plötzlich seine Meinung geändert, hat nicht gesagt: „Ich war zornig und jetzt merke ich, ich habe Mitleid.“ Nein, nein, nein, nein. Gott hatte die gesamte Zeit Mitleid, denn Gott ändert sich nicht. Er sagt ganz deutlich – ist ja eine rhetorische Aussage, wenn er sagt: „Ich sollte kein Mitleid haben.“ Natürlich hat Gott Mitleid mit Ninive. Und wenn Gott Mitleid hat mit Ninive, dann müssen wir verstehen, dass auch als er den Boten Jona mit einer Androhung des Zornes Gottes sandte, sein Mitleid nicht weniger war. Gott hat nicht mal Zornandrohung und dann mal Mitleid, sondern sein Zorn war gekoppelt an sein Mitleid. Und sein Zorn kann nie getrennt werden von seinem Mitleid. Und deswegen, solange es eine minimale Chance gibt, dass Menschen doch noch das Evangelium annehmen und dieses Mitgefühl in Anspruch nehmen, wird Gott seinen Zorn nicht einfach jetzt einfach durchziehen, einfach nur, weil es jetzt mal dran ist.
[47:27] Gottes Zorn und sein Mitleid hängen zusammen. Wir können sie nicht voneinander trennen. Weil er wirklich mitfühlend ist und wirklich liebt, ist er auch wirklich zornig, wenn das missbraucht wird.
[47:50] Er hat echtes Mitleid und das macht den Zorn göttlicher Liebe aus.
[48:06] Eine Geschichte, die vielleicht ganz gut illustriert, wie göttlicher Zorn sich ausdrückt, in Johannes 2 Vers 13 bis 17 lesen wir: „Und als das Passah – Verzeihung – und das Passah der Juden war nah und Jesus zog hinauf nach Jerusalem und er fand im Tempel die Verkäufer von Rindern und Schafen und Tauben und die Wechsler, die da saßen. Und er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle zum Tempel hinaus samt den Schafen und Rindern und den Wechslern verschüttete er das Gold und stieß die Tische um. Und zu den Taubenverkäufern sprach er: Schafft das weg von hier, macht nicht das Haus meines Vaters zu einem Kaufhaus.“ Das war keine lustige Aktion, das war nicht ein Spaß, das war wirklich absoluter Ernst. Vers 17 sagt: „Seine Jünger dachten aber daran, das geschrieben steht: Der Eifer um dein Haus hat mich verzehrt.“ Jesus hat einen großen Eifer für das Haus Gottes, für den Tempel, für die Anbetung seines Vaters, denn dort in diesem Heiligtum wird der Erlösungsplan offenbart. Dort wird die Gnade Gottes sichtbar, dort wurde erklärt, wie Menschen durch den Glauben gerettet werden können. Und dieser ganze Jahrmarkt drinnen hat das Evangelium verdunkelt, hat es korrumpiert, hat dazu geführt, dass die Leute nur noch an Kaufen und Verkaufen gedacht haben, sozusagen, und dass das Evangelium sozusagen so eine Geldmacherei geworden ist. Das Evangelium wurde verfinstert und darüber ist Jesus zornig. Und deswegen gibt es in der Offenbarung einen Zorn über die religiösen Mächte, die das Evangelium verfälschen.
[50:00] Und deswegen ist es wichtig, dass wir auch die Offenbarungsbotschaft mit ihren Zornschalen predigen, denn es ist derselbe Jesus, der zornig wird, wenn im Tempel das Evangelium verdreht wird. Derselbe Jesus, der in der Offenbarung die Zornschalen anordnen wird über diejenigen, die das Evangelium verdrehen, verfälschen, sodass man Gottes Güte und Mitleid nicht mehr sehen kann.
[50:34] Derselbe Jesus, er war betrübt über die Verweltlichung des Tempels und er hat diese Verweltlichung nicht geduldet. Er hat radikale, deutliche, klare Maßnahmen ergriffen. Er hat sie alle rausgeschmissen, aber er ist dabei nicht ausgerastet, er hat niemanden brutal zusammengeschlagen, er hat nicht seinen Kopf verloren, er ist nicht explodiert, sondern er hat das mit großer königlicher, ja, göttlicher Würde, mit Ernst und Konsequenz durchgezogen und war gleichzeitig bereit, für jeden einzelnen von denen, die dort weggetrieben wurden, sein Leben zu geben. Das ist der göttliche Zorn, der Zorn göttlicher Liebe.
[51:24] Drei Jahre später hat sich das Gleiche noch einmal ereignet. Matthäus Kapitel 21, jetzt kurz bevor er selbst an das Kreuz gehen würde, wie er wusste, lesen wir in Matthäus 21: „Jesus auf dem Weg, in wenigen Tagen für alle diese Menschen, die er jetzt raustreiben wird, zu sterben.“ Es heißt in Vers 12: „Und Jesus ging in Matthäus 21 und Jesus ging in den Tempel Gottes hinein und trieb alle hinaus, die im Tempel verkauften und kauften und stieß die Tische der Wechsler um und die Stühle der Taubenverkäufer. Und er sprach zu ihnen: Es steht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus genannt werden, ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht.“ Das ist eine Referenz an – geht es nicht um die Unordnung – eine Referenz an Jeremia 7. Das könnt ihr zu Hause nachlesen, wo es darum geht, dass die Israeliten damals...
[52:15] Darum geht es, dass die Israeliten damals zur Zeit von Jeremia gedacht haben: „Wir können Gottes Gebote brechen und trotzdem sagen, wir sind gerettet, weil wir in den Tempel gehen und sozusagen wie eine Räuberhöhle – die Räuber, die immer weiter rauben, beschützt, damit sie niemand greifen kann.“ So haben die Israeliten gedacht: „Ja, wir können einfach sündigen und sind trotzdem gerettet, weil wir im Tempel sind, können wir weiter sündigen.“ Und dagegen wendet sich Jesus. Er wird zornig über solche Gedanken. Wenn heute Menschen sagen, als Christ kann man einfach weiter sündigen, gar kein Problem, dann wird Jesus zornig, weil das verfälscht das Evangelium und verdunkelt die Kraft, die da drinnen steckt.
[52:55] Jesus handelt erneut. So das zeigt uns, das war nicht einmal so ein Impuls, den er dann später bereut, gesagt: „Ah, was habe ich gemacht? Ich glaube, ich war jetzt doch irgendwie zu harsch.“ Nein, er hat es so gemacht, dass er es bald nach drei Jahren noch mal genauso tun konnte.
[53:14] Es gibt noch etwas: In Matthäus wird das nicht ganz so deutlich. Matthäus sehen wir den Einzug und die Tempelreinigung so einfach nebeneinander geschrieben, ohne weitere chronologische Angaben. Man könnte fast denken auf den ersten Blick, es wäre am selben Tag. Aber das war nicht so, denn wenn wir Markus Kapitel 11 dazu, dem Markus gibt uns sehr, sehr detaillierte chronologische Angaben über diese letzten Tage, dann wird deutlich: Jesus kam an einem Sonntag nach Jerusalem, aber die Tempelreinigung war erst am Tag danach. Und jetzt lesen wir interessanterweise in Markus 11 ab Vers 11. Heißt es: „Am Sonntag, als Jesus dann in Jerusalem feierlich zum Hosianna der Menge einzieht und wo sie rufen, dass gepriesen sei das Reich unseres Vaters David, das kommt im Namen des Herrn, Hosanna in der Höhe.“ Wir lesen in Markus 11 Vers 11: „Und Jesus zog ein in Jerusalem und in den Tempel, und nachdem er alles betrachtet hatte, ging er, da die Stunde schon vorgerückt war, mit den Zwölfen hinaus nach Betanien.“ Er hatte den Tempel schon am Abend vorher gesehen. Und wir müssen nicht denken, dass am Abend vorher oder am Tag vorher alles wunderbar gewesen sei und gerade zufällig am Montag dann da das große Treiben losging. Natürlich war das jeden Tag so. Er hat also diese Dinge gesehen, hat nichts gesagt, ist nach Hause gegangen, hat eine Nacht geschlafen und am nächsten Tag zielstrebig zum Tempel gegangen, um den Tempel zu reinigen. Jesus hat – und das wird hier ganz deutlich – er hat, das war keine Momententscheidung, kein Impuls, wo plötzlich so der Gedanke: „Ich muss jetzt mal was machen“, sondern es war wohlüberlegt. Gottes Zorn ist niemals eine übereilte Aktion. Gott ist langsam zum Zorn, sagt die Bibel. Und selbst hier hat Jesus noch mal eine Nacht drüber geschlafen. Am nächsten Morgen frisch gestärkt durch die Morgenandacht zum Tempel gegangen, um ihn zu reinigen. Gottes Zorn, der Zorn göttlicher Liebe, ist sehr überlegt, sehr selbstbeherrscht, sehr feierlich, in völliger Harmonie mit seinen göttlichen Eigenschaften der Liebe, des Mitgefühls, der Gnade, ist ein konsequentes Eintreten zum Schutz des Evangeliums und all derer, die am Evangelium festhalten. Das ist göttlicher Zorn. Konsequentes Eintreten zum Schutz der Erlösten und des Evangeliums, um die Feinde des Evangeliums und des Volkes Gottes in Schach zu halten, in die Schranken zu weisen, zu sagen: „Bis hierhin und nicht weiter.“ Das ist der göttliche Zorn, und der ist sehr real und der ist absolut biblisch.
[56:21] Schauen wir kurz in Esra Kapitel 5 und dort Vers 12. Verzeihung, Vers 12. Es heißt hier: „Aber als unsere Väter den Gott des Himmels erzürnten, gab er sie in die Hand Nebukadnezars, des Königs von Babel, des Chaldäers, der zerstörte dieses Haus und führte das Volk hinweg nach Babel.“ Gott hat ein Strafgericht über das Volk Israel gegeben, nämlich die Babylonier, Nebukadnezar den Zweiten. Wenn man jetzt in Jeremia liest, dann stellt man fest, dass die Babylonier, die das Strafgericht Gottes, sozusagen den Zorn Gottes, ausgeführt haben, selbst gar nicht wirklich heilig gelebt haben dabei. Und das ist nur ein Beispiel von vielen in der Bibel. Jeremia 51 und dort Vers 24. Dort heißt es: „Und ich will Babel und allen Bewohnern Chaldäas alles Böse vergelten, dass sie Zion angetan haben, vor euren Augen, spricht der Herr.“ Hier sehen wir also, dass wenn Gott in seinem Zorn im Alten Testament und auch im Neuen Testament dann bei den Römern es erlaubt hat, dass feindliche Nationen jetzt über Israel herrschen und Jerusalem angreifen, wenn er sich zurückgezogen hat, weil sie nicht mit ihm sein wollten, dann ist das zwar eine Folge des Zornes Gottes, aber – und jetzt gut zuhören – die Babylonier und die Assyrer und die Römer sind nicht die vollkommenen Vollstrecker des gerechten Urteils Gottes. Das können sie gar nicht, weil sie sündige, gottlose Menschen gewesen sind und bei diesen Gerichtsaktionen selbst sehr viel gesündigt haben. Und es ist ganz wichtig, weil diese Gerichte, sozusagen die Feinde Gottes dann ausüben dürfen, nicht dasselbe sind wie Gottes eigenes vollkommenes Gericht, das er selbst dann am Ende der Zeit ausführt. Wenn Gott Gericht hält, muss man nicht später noch aufräumen und wieder gutmachen, was er selbst verkehrt dabei gemacht hat. Die Strafe, die gerechte Strafe für die Sünde, wird nicht durch Sünder und auch nicht durch die Sünde, wie einige seltsamerweise glauben, ausgeführt. Denn Sünde und Sünder können nicht gerecht strafen. Das ist unmöglich, denn das Wesen der Sünde und des Sünders ist die Ungerechtigkeit. Der Einzige, der Sünde gerecht strafen kann, ist Gott. Und deswegen sagt er auch, dass ihm alle Rache gebührt. In 5. Mose 32.
[59:33] Und dort in Vers 35: „Mein ist die Rache und die Vergeltung zu der Zeit, da ihr Fuß wanken wird, denn die Zeit ihres Verderbens ist nah und ihr Verhängnis eilt herbei.“ Und dann Vers 36: „Denn der HERR wird sein Volk richten und er wird sich über seine Knechte erbarmen, wenn er sieht, dass jeder Halt entschwunden ist und der Sklave samt dem Freien dahin ist.“ Hier sehen wir, dass Gottes Rache und sein Erbarmen nicht voneinander getrennt werden können. Die wahre, reine, echte Rache, die wahre, reine, gerechte Vergeltung für die Sünde kann niemand anders durchführen als Gott.
[1:00:18] Kein Mensch kann so richten und so vergelten und so rächen wie Gott. Und deswegen ist die an manchen Stellen um sich greifende Irrlehre, dass Gott nicht strafen würde oder dass Gott nicht letztendlich auch selbst Sünder zum Tode führt, eine schreckliche Lehre. Und ja, ich weiß, dass viele Menschen das glauben, weil sie damit den Charakter Gottes besonders schön darstellen wollen, der nicht tötet. Aber wenn Gott nicht in dem Sinne zornig ist, wie wir es in der Bibel studiert haben, dann hat er auch nicht die Liebe, die die Bibel offenbart. Er ist der Einzige, der Sünde gerecht richten kann, und er wird es tun. Er wird für vollkommene Gerechtigkeit sorgen. Er sagt nicht: „Den Babyloniern gehört die Rache oder den Assyrern gehört die Vergeltung.“ Und auch die Römer 70 nach Christus haben nicht die gerechte Vergeltung für die Sünden Israels gebracht, denn die Römer konnten kein gerechtes Gericht über Jerusalem bringen. Gott hat sich zurückgezogen, er hat sie, die sein Volk, dem Feind überlassen, weil er sein Volk nicht mehr mit ihm leben wollte. Das ist eine andere Sache, und daran lassen sich viele Prinzipien auch für das Ende erkennen. Aber die Römer haben nicht das gerechte Gericht Gottes durchgeführt, und die Babylonier auch nicht. Gott hat diese sündigen Nationen benutzt, um durch diese Gerichte uns wertvolle Lektionen zu zeigen, aber gleichzeitig müssen auch die Römer und die Assyrer und die Babylonier gerichtet werden, und das allein tut Gott. Wir sehen dasselbe auch im Neuen Testament. Die Idee der Rache ist keine alttestamentliche Idee, sie ist eine biblische Idee. In Hebräer 10 und dort Vers 30 heißt es: „Denn wir kennen ja den, der gesagt – wir kennen ja den, Verzeihung – der sagt: „Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der HERR.“ Und weiter: „Der Herr wird sein Volk richten.“ Und das bedeutet ganz praktisch für uns: Wenn wir glauben, dass Gott Vergeltung üben wird, dann können wir auf ihn vertrauen, dass er dafür sorgt, dass Gerechtigkeit einmal wiederhergestellt wird. Wenn Gott das nicht tut, auf wen sollen wir dann vertrauen? Sollen wir darauf vertrauen, dass die Sünde sich selbst erledigt? Sollen wir unser Vertrauen darauf setzen, dass die Sünde irgendwann selbst erkennt, dass sie sündig ist und sich von alleine erledigt? Dann wäre ja die Sünde unser Erlöser und nicht Gott. Und weil wir darauf vertrauen, dass Gott einmal recht und dass Gott einmal für Gerechtigkeit sorgt und Gott einmal für Vergeltung sorgt, deswegen dürfen und sollen wir uns selbst nicht rächen. Sprüche 20 Vers 22, ein Ausdruck unseres Glaubens an Gottes Macht und an seine göttliche Liebe, die sich auch im Zorn äußert. In Sprüche 20 Vers 22: „Du sollst nicht sagen: „Ich will Böses vergelten.“ Harre auf den Herrn, der wird dir helfen.“ Wir sehen das auch in den Klageliedern Kapitel 3, wo die Israeliten aufgefordert werden, auf Gottes Gnade, Hilfe und Rettung zu vertrauen, weil dann sie keine Selbstjustiz üben müssen. Sie können stattdessen die andere Wange hinhalten, weil sie glauben, dass Gott sie nicht einfach den Feinden überlässt. Das ist der Gedanke Matthäus 5 Vers 38 und 39, dass wir, indem wir die andere Wange hinhalten, davon überzeugt sind, dass Gott für Gerechtigkeit sorgen wird, wir uns nicht selbst rechtfertigen müssen, nicht selbst rächen müssen, sondern wir darauf vertrauen, dass Gott für uns sorgen wird. Den Ausdruck des Glaubens, so sagt Sprüche 24 Vers 29: „Sage nicht: „Wie er es mit mir gemacht hat, so will ich es mit ihm machen. Ich will den Mann vergelten nach seinem Werk.“ Gott wird nicht so richten, der sagt: „Oh, was haben die jetzt mir angetan? Ich werde es was heimzahlen.“ So ist Gott nicht, denn Gott hat über alle Maßen Liebe und Gnade und Barmherzigkeit und Segen selbst dem schlimmsten Sünder unverdienterweise geschenkt. Wenn der Sünder am Ende von Gott auf ewig vernichtet wird, dann wird niemand sagen können, dass Gott einfach nur Gleiches mit Gleichem vergolten hat, sondern jeder wird anerkennen, dass das genau das war, was ein gerechter, sündloser König tut, um sein Königreich und alle, die auf ihn vertrauen, zu beschützen. In Römer 12 finden wir ebenfalls diesen Gedanken, dass wir uns nicht selbst rächen sollen. Römer 12 ab Vers 17: „Vergeltet niemand Böses mit Bösem.“ Und Gott, wenn er vergilt, wird er nicht mit Bösem vergelten. Das ist ganz wichtig. „Vergeltet niemand Böses mit Bösem. Seid auf das bedacht, was in den Augen aller Menschen gut ist. Ist es möglich, so viel an euch liegt, so haltet mit allen Menschen Frieden.“ Wir sind nicht der Maßstab, aber wir können so viel wir einbringen können, uns für den Frieden einsetzen. „Rächt euch nicht selbst, geliebte, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes, denn es steht geschrieben: „Mein ist die Rache, ich will vergelten, spricht der Herr.“ Mit denselben Gedanken: Weil Gott rächen wird, müssen wir es nicht tun, dürfen wir es nicht tun. Vers 20: „Wenn nun dein Feind Hunger hat, so gib ihm zu essen. Wenn er Durst hat, dann gib ihm zu trinken. Wenn du das tust, wirst du Feuerkohlen auf sein Haupt sammeln.“ Das ist das, was Jesus uns vorgelebt hat, die Feindesliebe. Und wenn Menschen diese Feindesliebe zu ihrem eigenen Schaden und zum Verderben anderer für immer missachten wollen, dann wird Gott auf eine gerechte, sündlose Weise sie entfernen. Das ist seine Aufgabe. Vers 21: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse durch das Gute.“
[1:07:32] Lieber Freund, liebe Freundin, bist du Gott von Herzen dankbar, dass er geduldig ist, auch in meinem und in deinem Leben? Möchtest du ihm so vertrauen? Ich möchte heute diese Entscheidung neu fällen. Ich möchte ihm so vertrauen, dass er nicht mehr zornig über mich sein muss. Und wenn ich angegriffen werde, dann möchte ich mich nicht selbst rächen, sondern alles dem gerechten und sündlosen Gericht Gottes übergeben, dem ich vertrauen kann, denn sein Urteil ist das einzig gerechte, das einzig dauerhafte. Ist es auch dein Wunsch, dass wir uns heute, wie wir am Anfang gesagt haben, neu darauf besinnen, was Gott alles Gutes für uns getan hat? Lasst uns durch unser Leben ihn nicht traurig machen, sondern dankbar sein für seine Güte und für seine Liebe und dass er sich aktiv für unseren Schutz einsetzt, für unsere Erlösung und für unseren Schutz. Wollen wir gemeinsam beten? Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir heute so interessante Aspekte deines Wesens und deines Charakters in der Bibel studieren durften. Und Herr, du weißt, wie wir manchmal auch verwirrt sind durch andere Meinungen oder weil wir durch unsere eigene Erfahrung mit dem menschlichen Zorn deinen Zorn nicht richtig verstehen. Ich möchte dich bitten, dass du die Klarheit, die dein Wort schenkt, dass du sie in unserem Herzen bewahrst durch den Heiligen Geist, dass wir immer besser verstehen und anderen auch erklären können. Und hab Dank, dass wir vor dir keine Angst haben brauchen, dass wir dich fürchten dürfen, den wir dich an die erste Stelle setzen und dankbar sind für deine Liebe. Dank dafür im Namen Jesu. Amen.
[1:09:36] Damit verabschieden wir uns heute und wünschen euch noch viel Freude im Studium des Wortes Gottes. Nächste Woche werden wir uns hier wiedersehen und über Gottes Liebe zur Gerechtigkeit nachdenken, dabei neue spannende Gedanken und Konzepte, Ideen und Bibelverse studieren. Bis dann wünsche ich euch Gottes reichen Segen und viel Freude damit, mit unserem himmlischen Vater im Alltag zu gehen. Gott segne euch. Amen.