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In dieser Folge der Serie „Analogien Bilder Symbole“ beleuchtet Andreas Lederer die biblische Geschichte Jonas und zieht faszinierende Parallelen zu Jesus Christus. Er untersucht Jonas‘ Flucht vor Gottes Auftrag im Kontrast zu Jesu bewusster Hingabe und Opferbereitschaft. Der Vortrag betont die zentrale Rolle Gottes als Schöpfer und fordert dazu auf, diese Wahrheit in einer zunehmend säkularen Welt mutig zu bezeugen, um Menschen auf ihren Schöpfer hinzuweisen.


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Serie: Analogien Bilder Symbole - biblische Texte verstehen

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Transkript

[0:34] Hallo und herzlich willkommen auf www.yelmedia.de. Ich bin froh, dass du heute wieder eingeschaltet hast und dass wir zusammen jetzt in Gottes Wort eintauchen können und nach den kostbaren Schätzen, nach den kostbaren Wahrheiten graben können, die er dort für uns hineingelegt hat. Und bevor wir das tun wollen, bevor wir uns dieser mega spannenden Sabbatschule diese Woche widmen wollen, möchte ich dich noch einladen zu einem Gebet.

[1:04] Vater im Himmel, wir sind dir so dankbar, dass du uns dein Wort gegeben hast, Herr. Danke, dass du durch dein Wort zu uns, zu jedem einzelnen ganz persönlich sprechen möchtest und willst, Herr. Und ich bitte dich, Herr, wenn wir jetzt in dein Wort eintauchen, dass du uns mit deinem Heiligen Geist recht führst, Herr, dass du uns zeigst, was du uns sagen möchtest, Herr, dass du uns dadurch stärkst, dass du uns nährst und dass wir dich dadurch immer besser kennenlernen, immer mehr verstehen und auch das, was du von uns möchtest. Danke für diesen kostbaren Schatz, Herr. Danke, dass du auf uns aufpasst, dass du uns führen und leiten möchtest und dass du uns unendlich liebst, Herr, und dass du dich um uns sorgst. Amen.

[2:01] Wir möchten uns diese Woche drei Geschichten widmen, die uns ein wenig helfen sollen, Ereignisse, die in der Endzeit stattfinden sollen und auch Ereignisse, die unser Leben betreffen, besser verstehen zu können. Wir möchten mittels dieser drei Geschichten Prinzipien herausarbeiten, die damals genauso wichtig gewesen sind wie heute. Wenn wir uns diese Geschichten gleich ansehen, soll es nicht darum gehen, jedes einzelne Detail dieser Begebenheiten irgendwie herauszupicken und deuten zu wollen. Es geht viel mehr darum, dass wir uns die großen Linien angucken möchten, dass wir uns die Prinzipien und Lehren anschauen möchten und dass wir daraus erkennen möchten, was Gott uns dadurch über seinen Heilsplan sagen möchte, über die Zeit des Endes, aber auch was Gott uns für unser Leben ganz konkret mitgeben möchte, die wir ja am Ende der Zeit leben. Und wir möchten gucken, was Gott in diese Geschichten hineingelegt hat, was uns dabei helfen kann, unser Leben mit ihm an unserer Seite zu meistern.

[3:19] Und die erste Geschichte, die wir uns dabei angucken wollen, ist wahrscheinlich eine der Top Sabbatschulkindergeschichten Nummer 1. Ich glaube, jeder, der ein bisschen Kontakt zu Kirche, Gemeinde, ob adventistisch oder nicht adventistisch gehabt hat, ich denke, jeder kennt diese Geschichte und ich bin mir sicher, dass die, die bei uns in der Gemeinde in der Sabbatschule gewesen sind, die kennen diese Geschichte wahrscheinlich in- und auswendig. Die könnten Sie mir von vorne bis hinten mit Details gut erklären. Es handelt sich um die Geschichte von Jona.

[3:58] Und ich bin mir sicher, dass Gott dieses Buch Jona, diese Erlebnisse von Jona, dass diese Dinge, diese Begebenheiten, diese Erfahrung, dass sie nicht nur in der Bibel gelandet sind, damit Kinder entertaint werden dadurch oder als nette Anekdote, als nette Geschichte. Ich bin mir sicher, dass dieses Buch tiefe Wahrheit, tiefe Wahrheiten enthält für jung und alt und dass wir aus diesem Buch tiefe Schätze für unser Leben und unser Leben am Ende der Zeit herausgraben können.

[4:39] Es ist spannend, dass in Matthäus 12 Jesus selber diese Geschichte, diese Geschichte aufgreift und eine zentrale Begebenheit dieser Geschichte mit seinem eigenen Leben vergleicht. In Matthäus 12 in den Versen 38 bis 42 heißt es: "Da antworteten etliche der Schriftgelehrten und Pharisäer und sprachen: 'Meister, wir wollen von dir ein Zeichen sehen.'" Der Kontext ist, dass Jesus kurz zuvor einen Menschen von einem Dämon befreit hat. Und dann kamen die Schriftgelehrten zu ihm und haben ihm gesagt, ach, dieser Jesus, der treibt die Dämonen mit den Dämonen aus. Und dann diskutiert Jesus mit ihnen ein bisschen, legt ihnen aus, warum das nicht sein kann, dass er Dämonen mit Dämonen austreibt. Und dann kommen die Schriftgelehrten in diesem Kontext wieder zu ihm und sagen ihm: "Jesus, gib uns ein Zeichen." Und wenn man so darüber nachdenkt, dann ist das eigentlich absurd, denn sie haben gerade gesehen, wie ein Mensch von einem Dämon befreit wurde. Und wenn man das Matthäusevangelium bis Kapitel 12 liest, sehen wir noch viele andere Wundertaten und Zeichen von Jesus, die er getan hat, wo man denkt, das ist nicht natürlich. Da muss Gott am Werk gewesen sein. Und inmitten dieser Wunder, die Jesus tut, inmitten dieser Zeichen, die Jesus tut, kommen die Pharisäer zu ihm und sagen ihm: "Herr, gib uns noch ein Zeichen. Meister, gib uns noch ein Zeichen. Wir wollen ein Zeichen sehen." Und ich glaube, mit diesem Hintergrund wird uns die Absurdität dieses Anliegens noch klarer.

[6:39] In Vers 39 heißt es dann: "Er aber erwiderte und sprach zu ihnen: Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht begehrt ein Zeichen, aber es wird ihm kein Zeichen gegeben werden als nur das Zeichen des Propheten Jona. Denn gleich wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Riesenfisches war, so wird der Sohn des Menschen drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde sein. Die Männer von Ninive werden im Gericht auftreten gegen dieses Geschlecht und werden es verurteilen, denn sie taten Buße auf die Verkündigung des Jona hin und siehe, hier ist einer, der größer ist als Jona. Die Königin des Südens wird im Gericht auftreten gegen dieses Geschlecht und wird es verurteilen, denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Und siehe, hier ist einer, der größer ist als Salomo."

[7:49] Ich finde es spannend, wie Jesus seine eigene Situation mit der von Jona vergleicht und es dann als Zeichen des Jona bezeichnet, was er den Pharisäern und Schriftgelehrten als letztes Zeichen geben wird. Und wenn man sich das Leben und die Mission von Jona und das Leben und die Mission von Jesus anschaut, dann gibt es ein paar interessante Parallelen oder auch Antiparallelen, wenn man so will. Jona hatte den Auftrag hinzugehen und zu predigen. Er sollte nach Ninive gehen und predigen. Jesus hatte auch einen Auftrag. Jesus sollte den Himmel verlassen. Er sollte die Anbetung der Engel verlassen, seinen gewohnten Ort. Und er sollte hier auf diese Welt kommen, sollte sich erniedrigen. Der, der Gott ist, sollte Mensch werden und auch er sollte predigen. Er sollte wirken. Er sollte den Menschen zeigen, wie Gott ist. Wie in Johannes 14 heißt, wenn Philippus dann fragt: "Herr, zeige uns den Vater." Und Jesus sagt ihm: "Philippus, wer den Vater gesehen hat, der hat mich gesehen. Wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen." Jesus sollte zeigen, wie Gott ist durch sein Leben. Und am Ende sollte Jesus für meine und für deine Sünde am Kreuz sterben, damit wir die Möglichkeit haben, einmal in Ewigkeit bei ihm zu sein. Beide hatten einen Auftrag. Jona hatte einen Auftrag und Jesus hatte einen Auftrag, eine Mission.

[9:45] Jona wusste nicht genau, was auf ihn zukommen wird, als er diesen Auftrag bekommen hat. Ich meine, Gott hat ihm gesagt, er soll dahingehen und er soll da predigen. Und im Zuge dessen hätte er sich ja eigentlich auch sicher sein können, vor allem als Prophet des Herrn hätte er sich sicher sein können, wenn Gott mich schickt, dann ist es Gottes Wille. Und wenn es Gottes Wille ist, dass ich dorthingehe, dann wird Gott schon bei mir sein und er wird mich so führen, wie es am besten für mich ist und für die anderen Menschen. Aber trotzdessen hatte Jona Angst. Er hatte Angst dort zu predigen und er hat sich entschieden, nicht Richtung Ninive zu gehen, sondern ein Schiff nach Tarsis zu nehmen. Jetzt können wir uns fragen, warum hatte er Angst? Warum hatte er Furcht, wenn Gott ihm doch diesen Auftrag gegeben hat? Wenn Gott ihm doch eigentlich gesagt hat, geh dahin, wenn implizit eigentlich auch dadurch herauskommt, dass Gott bei ihm ist.

[10:50] Nun war es so, dass die Assyrer – Ninive war eine Stadt der Assyrer – und die Assyrer waren eins der brutalsten Regime in der Gegend, eins der brutalsten Völker. Wenn man sich die Wandbemalungen ansieht, z.B. oder die Aufzeichnungen, die historischen Funde, die archäologischen Funde, die von diesem Volk übrig geblieben sind, dann entsteht ein Eindruck dadurch, wie grausam sie gewesen sind, wie grausam ihr Gottesdienst gewesen ist, wie grausam sie mit befeindeten Völkern umgegangen sind. Sie waren der Schrecken der anderen Nationen. Und in diesem Zusammenhang, wenn man diesen historischen Kontext kennt, kann man aus menschlicher Brille auch einigermaßen verstehen, warum Jona so Angst gehabt hat. Ich meine, wer würde schon gerne zu blutrünstigen Menschen gehen? Menschlich gedacht. Wer würde gerne zu blutrünstigen, gewalttätigen, brutalen Menschen gehen und ihnen sagen: "Hey, was ihr da macht, das ist nicht richtig. Kehrt um." Und so hatte Jona Angst und ist vor Gott geflohen.

[12:09] Heute glaubt man, dass diese Stadt Tarsis – die Historiker sind sich nicht ganz einig, viele sagen, sie ist in Spanien gewesen, einige sagen aber auch, sie ist in Italien, in Sizilien gewesen oder vielleicht sogar auf einer anderen griechischen Insel. Fakt ist, egal, wo man diese Stadt jetzt historisch genau verortet, sie ist nicht Ninive gewesen und Jona läuft genau in die andere Richtung vor Gott weg.

[12:47] Als der Mensch in Sünde gefallen ist und noch davor, noch vor der Schaffung dieser Welt, da stand der Erlösungsplan schon fest. Und bevor Jesus Mensch wurde, wusste er ganz genau, worauf er sich einlassen wird. Er wusste, dass er als Gott Mensch wird, dass er sich erniedrigt, dass er hier in diese gefallene Welt kommt. In seiner Vorsehung wusste er, dass er verspottet wird, dass er viel Anfeindung erlebt, sogar aus seiner eigenen Familie, dass er verhöhnt und geschlagen wird und dass er von seinen eigenen Geschöpfen am Kreuz getötet wird. Er wusste das alles. Er war sich alldessen völlig im Klaren, dessen, was auf ihn zukommt. Und doch hat er diese Entscheidung getroffen für dich und für mich. Trotzdem, dass er das alles wusste. Trotzdessen ist er auf diese Welt gekommen und hat all dies getan, weil er den Himmel nicht ohne dich wollte. Und als er dort kämpfte in Gethsemane, als er jetzt mittendrin war und er gebetet hat: "Herr, nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe." Da hat er diese absolute Treue, diese absolute Hingabe bewiesen und hat gezeigt: "Herr, ich bin bereit alles zu tun, damit diese elenden, in Sünde gefallenen Menschen Hoffnung haben können."

[14:52] Jesus hat viel, viel mehr auf sich genommen und war vollkommen treu darin. Und am Ende, wer die Geschichte kennt, weiß warum. Am Ende verbrachte Jona drei Tage im Bauch des Fisches, aber er verbrachte sie dort wegen seiner eigenen Rebellion. Er hätte sich diese Erfahrung sparen können, wäre direkt nach Ninive gegangen. Aber wegen seiner eigenen Rebellion verbrachte er dort diese drei Tage. Und genau dieses ist ja das Element, was Jesus dann in Matthäus 12 herausgreift und mit seinem eigenen Leben vergleicht. Aber es gibt einen entscheidenden Unterschied. Nicht wegen seiner eigenen Übertretung, wegen seiner eigenen Rebellion verbringt Jesus drei Tage im Grab. Nicht wegen seiner eigenen, sondern wegen deiner und meiner Rebellion. Wegen deiner und meiner Übertretung hat Jesus das auf sich genommen und hat drei Tage im, wie es in der Bibel heißt, im Herzen der Erde verbracht.

[16:13] Nachdem Jona dieses Schiff nach Tarsis bestiegen hat, schickte Gott einen heftigen Sturm, der das Meer aufwühlte, der die Winde aufwühlte. Und ich stelle mir das so vor, wie das Boot hin und her schaukelte. Ich weiß nicht, wie es dir geht, ob du schon mal Segeln warst, ob du schon mal mit einem Schiff längere Zeit unterwegs gewesen bist. Ich kann mich erinnern, als ich in der elften Klasse damals in der Schule gewesen bin, da war ich mit meiner Klasse, wir haben eine Segelfahrt gemacht. Über fünf Tage sind wir in Holland im IJsselmeer unterwegs gewesen und waren Segeln und eines Tages, an einem Tag dieser Reise, war, glaube ich, der zweite oder der dritte, kam ein heftiger Sturm und ein Platzregen kam auf das Deck und das ganze Deck war nass und die eigenen Klamotten trieften schon vom Wasser und das Schiff wurde hin und her geschleudert von den Wellen. Und ich kann mich erinnern, wie mir auch flau im Magen wurde, wie einigen schon schlecht wurde und es war auch teilweise echt beängstigend. Ich weiß nicht, ob du auch schon mal so eine Erfahrung gemacht hast, aber ich glaube und ich bin mir sicher, dass sich diese Seeleute eine angenehmere Überfahrt gewünscht haben. Ich bin mir sicher, dass es etwas Schöneres gibt, als mitten in einem Sturm zu sein auf dem offenen Meer. Und während der Sturm dann kam und das Boot hin und her geschleudert wurde, da beteten die Seeleute die Götter um ihre Hilfe. Jeder der Seemänner betete zu ihrem eigenen Gott in der Hoffnung, dass einer dieser Götter etwas tun könnte, um den Sturm zu mildern. Aber nichts geschah. Und die Seeleute erinnerten sich, da ist ja noch einer, der mit uns gefahren ist. Während der Sturm tobte, lag der Prophet Jona im Bauch des Schiffes und schlief tief und fest.

[18:25] Und die Seeleute holen ihn von dort heraus, holen ihn mit aufs Deck und sagen ihm: "Bete auch du deinen Gott an. Vielleicht kann er etwas tun, damit dieser Sturm gestillt wird."

[18:39] Und die Seeleute fingen an sich zu fragen, an wem es liegen könnte, dass so ein schweres Unglück auf sie gekommen ist. Und sie warfen Lose. Und Gott hat es so geführt, dass das Los auf Jona gekommen ist. Und sie fragten ihn: "Wer bist du? Was hast du getan, dass so ein schweres Unglück über uns alle gekommen ist?" Und auf die Frage: "Wer bist du?", antwortete Jona in Jona 1, Vers 9: "Ich bin ein Hebräer und ich fürchte den Herrn, den Gott des Himmels, der das Meer und das Trockene gemacht hat."

[19:24] Und ich finde diese Aussage, diese Antwort, die Jona hier gibt, ich finde sie äußerst spannend. Denn obwohl Jona gerade auf der Flucht ist, obwohl Jona von Gott wegläuft und nicht das tun möchte, was Gott ihm aufgetragen hat, was Gott ihm klar gesagt hat, was er tun sollte, trotzdessen sagt er, ich fürchte den Herrn.

[19:56] Und ich frage mich, wenn Jona sich dessen klar ist, dass dieser Gott, den er fürchtet, den Himmel, die Erde und das Meer gemacht hat, wenn das das Werk seiner Hände ist, wohin möchte dieser Prophet dann vor diesem Gott fliehen? Wohin soll er gehen? Und ich kann mir vorstellen, dass dieser Moment, als die Seeleute, als die Matrosen Jona fragen, dass dieser Moment wie ein Schlüsselmoment, wie eine Neubesinnung in dieser Geschichte ist. Vielleicht hat Jona vergessen, wer Gott ist. Vielleicht hat er es vergessen, dass er es ist, der den Himmel, die Erde und das Meer gemacht hat und dass er nirgendwo vor diesem Gott fliehen kann. Vielleicht hat er das vergessen und vielleicht hat er diese Situation gebraucht, um sich genau diese Tatsache wieder in Erinnerung zu rufen.

[21:12] Und ich frage mich, kann es sein, dass wenn man diese wichtige Tatsache vergisst, wer der Schöpfer von Himmel, Erde und Meer ist? Kann es sein, wenn man das vergisst, dass man dann geneigt dazu ist, vor Gott wegzulaufen, ihm den Rücken zu kehren? Ist es vielleicht daher so wichtig, dass wir heute, vor allem heute, wo diese Tatsache immer mehr angezweifelt wird, es ist vielleicht deswegen so wichtig, dass wir dies immer wieder predigen? Denn Offenbarung 14 in den Versen 6 bis 7 in der ersten Engelsbotschaft, dort heißt es doch: "Und ich sah einen anderen Engel inmitten des Himmels fliegen. Der hatte ein ewiges Evangelium zu verkündigen, denen, die auf der Erde wohnen, und zwar jeder Nation und jedem Volksstamm und jeder Sprache und jedem Volk." Der sprach mit lauter Stimme: "Alle sollen das hören, was jetzt kommt. Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen und betet den an, der den Himmel und die Erde und das Meer und die Wasserquellen gemacht hat." Hört sich das nicht irgendwie auch so ähnlich an wie das Zeugnis von Jona über Gott?

[22:49] Die Welt heutzutage und auch die Christenheit, nicht nur die Welt, auch die Christenheit vergisst immer mehr, wer das alles hier eigentlich gemacht hat, wer den Himmel gemacht hat und alles, was drin ist, wer die Erde gemacht hat, alle Pflanzen, alles Schöne, die Natur, die Tiere, und letztlich auch uns, der das Leben geschaffen hat, der das Meer gemacht hat, die Fische da drin, die Schönheit da drin. Kann es sein, dass wenn wir diese Tatsache vergessen, wer der Schöpfer ist, dass wir geneigt dazu sind, vor Gott wegzulaufen und ihm den Rücken zu kehren?

[23:48] Und ich finde es erstaunlich, dass dieser Zeitgeist, der Gott als Schöpfer ausschließt, der proklamiert, dass alles von selbst entstanden ist, dass Gott höchstens vielleicht alles irgendwie angestupst hat, aber dann alles von selbst entstanden ist, dass die Natur selber generiert und reguliert hat. Ich finde es spannend, dass wir genau in dieser Zeit, wo diese Ideen immer mehr an Fahrt aufnehmen, dass auch die Rebellion gegen die Schöpfungsordnung immer mehr zunimmt. Das können wir in den verschiedensten Bereichen sehen, z.B. in der Sexualethik, z.B., dass der Mensch...

[25:03] Und ich frage mich an dieser Stelle und ich lade euch ein, dass wir uns gemeinsam diese Frage stellen: Wie können wir diese Wahrheit, diese wichtige zentrale Wahrheit, von der so viele Wahrheiten abhängen – dass Gott der Schöpfer ist – wie können wir das einer postmodernen Gesellschaft verständlich vermitteln und erklären?

[25:30] Wie können wir Zeugnis abgeben, ablegen darüber ohne Angst, ohne Furcht und ohne wegzulaufen wie Jona? Ich denke, die Menschen haben das Recht zu erfahren, wer ihr Schöpfer ist, wer sie gemacht hat und wer hier alles trotz Schwierigkeiten, trotz der Sünde, wer letztendlich alles noch am Leben und am Laufen hält. Und ich möchte dich und mich, ich möchte uns heute dazu einladen, dass wir ins Gebet gehen und dass wir Menschen darüber informieren, dass wir Gott darum bitten, dass er uns Menschen in den Weg stellt, denen wir diese Wahrheiten, diese zentrale Wahrheit, dass Gott der Schöpfer ist, dass er uns Menschen und Situationen auf unseren Weg mitgibt, wo wir das bezeugen können, dass wir darum beten. Dazu lade ich uns ein.

[26:34] Als Jona dann wieder im Trockenen angekommen ist, da ergeht das Wort des Herrn noch mal an Jona. Und Jona läuft diesmal nicht weg. Jona geht in die Stadt hinein und predigt den Menschen dort in Ninive. Und die Predigt, die von Jona aufgezeichnet ist dort, ist, glaube ich, eine der kürzesten Predigten, die ich in der ganzen Bibel gefunden habe.

[27:08] Dort heißt es, dass er zu ihnen gesagt hat im göttlichen Auftrag: "Noch 40 Tage und Ninive wird zerstört."

[27:22] Die Stadt und die Bevölkerung dort schien so böse gewesen zu sein, ethisch so niedrig, dass sie sich einfach selber zerstört haben, sich selber Kummer gemacht haben, dass sie andere zerstört haben und dass Gott einfach gesagt hat, jetzt ist Schluss. Das Leid, das Elend, die Qualen, die sich die Menschen dort selber zubereiten, das muss ein Ende haben.

[28:02] Und ich denke mir, was für eine Botschaft. Jona geht dort hinein und predigt den Niniviten, diesen bösen Menschen, diesen blutrünstigen, diesen gewalttätigen Menschen. Er predigt ihnen das Wort Gottes. Und ich frage mich, wie würden die Menschen heutzutage reagieren, wenn wir z.B. in die Stadt gehen würden und einfach so eine kurze, knackige Predigt halten...

[28:32] eine kurze, knackige Predigt halten würden. In unserem Kontext wäre es vielleicht nicht das, aber in unserem Kontext könnte das sein: Jesus kommt bald wieder. Entscheide dich! Wie würden die Menschen reagieren? Es wäre spannend zu sehen.

[28:53] Aber wie die Nineviten hier reagieren, ist wirklich erstaunlich. In Jona 3 in den Versen 5 bis 10 heißt es: "Und die Leute von Ninive glaubten Gott und sie riefen einen Fasten aus, legten Sacktuch an, vom größten bis zum Kleinsten unter ihnen. Und das Wort gelangte bis zum König von Ninive. Und er stand von seinem Thron auf, legte seinen Mantel ab, hüllte sich in Sacktuch und setzte sich in die Asche, der König. Und er ließ ausrufen und sagen in Ninive auf Befehl des Königs und seiner Großen: Menschen und Vieh, Rinder und Schafe sollen nichts genießen. Sie sollen weder weiden noch Wasser trinken, sondern Menschen und Vieh sollen sich in Sacktuch hüllen und mit aller Kraft zu Gott rufen und sollen umkehren, jeder von seinem bösen Weg und von dem Unrecht, das an seinen Händen klebt. Wer weiß, Gott könnte anderen Sinnes werden, es sich gereuen lassen und ablassen von seinem grimmigen Zorn, sodass wir nicht untergehen. Und Gott sah ihre Taten, dass sie umkehrten von ihren bösen Wegen und ihn reute das Übel, dass er ihnen angedroht hatte, und er tat es nicht."

[30:21] Was für ein Missionserfolg! So eine kurze Predigt und eine ganze Stadt bekehrt sich. Eine ganze Stadt erkennt die eigene Schuld, das böse Treiben, erkennt, wie es andere kaputt gemacht hat, wie es sich selber zerstört hat.

[30:54] Und Gott sieht ihre Umkehr und ihn reute das Übel, das er ihnen angedroht hatte, und er tat es nicht.

[31:08] In der Bibel unterscheiden wir zwischen bedingter und unbedingter Prophetie. Zwischen Prophetie, die an, wie das Wort schon sagt, Bedingungen geknüpft ist und Prophetie, die nicht an Bedingungen geknüpft ist.

[31:31] Unbedingte Prophetie zum Beispiel, also die, die nicht an Bedingungen geknüpft ist, die finden wir überwiegend in den apokalyptischen Schriften. Wenn es zum Beispiel in Daniel 7 heißt, dass die Heiligen eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit durch das kleine Horn verfolgt werden, dann ist der Eintritt, die Erfüllung dieser Prophetie nicht an Bedingungen geknüpft. Vielmehr handelt es sich hier um eine Vorausschau, um eine Enthüllung darüber, was die Zukunft bringen wird, was in Zukunft kommen wird. Oder wenn es in Daniel 8 zum Beispiel heißt, dass noch 2300 Abende und Morgen vergehen werden und das Heiligtum, das Heilige wird gerechtfertigt, dann findet das seine Erfüllung mit dem Untersuchungsgericht, das ab 1844 beginnt. Und dass diese Prophezeiung eintritt, die aus Daniel 8, das hängt nicht von Bedingungen von menschlichem Verhalten ab, sondern Gott gibt diese Prophezeiung unbedingt. Sie wird sich erfüllen. Dieses Versprechen wird eintreten.

[32:53] Genauso in Daniel 9, wenn es um das Kommen des Messias geht, oder in Offenbarung 13, wenn es darum geht, dass Mächte kommen werden und gegen die wahre Anbetung und die, die in Wahrheit anbeten, kämpfen werden. Diese Prophezeiungen dienen einfach dazu, dass sie uns zeigen sollen, dass sie enthüllen sollen, was die Zukunft bringen wird und dass sie uns auch darauf vorbereiten sollen.

[33:27] Es gibt solche Prophezeiungen, aber in der Prophetie, vor allem in der klassischen Prophetie, in den alttestamentlichen Prophezeiungen, den alttestamentlichen Propheten, findet sich auch eine Reihe von bedingter Prophetie, solche, die an menschliches Verhalten geknüpft ist. Und dieses Prinzip der bedingten Prophetie kann man aus Jeremia 18 aus den Versen 7 bis 10 gut herauslesen. Dort heißt es: "Einmal rede ich über ein Volk oder ein Königreich, dass ich es ausrotten, verderben und zugrunde richten will, wie im Fall von Ninive zum Beispiel. Wenn aber jenes Volk, über das ich geredet habe, von seiner Bosheit umkehrt, dann reut mich auch das Unheil, dass ich über sie zu bringen gedachte. Und ein anderes Mal rede ich über ein Volk oder ein Königreich, dass ich es aufbauen und pflanzen will. Wenn es aber das tut, was böse in meinen Augen ist und auf meine Stimme nicht hört, so reut mich auch das Gute, das ich mir vorgenommen hatte, ihnen zu tun."

[34:54] Es gibt also eine Unterscheidung zwischen der bedingten und der unbedingten Prophetie.

[35:06] Und Jesus gibt in seinem Wort unbedingte Versprechungen. Versprechen, die er einhalten wird, komme was wolle. Er verspricht wiederzukommen. Jesus verspricht, dem Bösen ein Ende zu machen und die Seinen zu sich nach Hause zu holen. Dieses Versprechen wird er einhalten.

[35:32] Allerdings inmitten dieses ganzen Geschehens, da hast du und da habe ich die Wahl, wie mein eigenes Schicksal aussehen soll. Jesus hat alles dafür getan, dass du einmal in Ewigkeit bei ihm sein kannst. Er hat alles dafür getan, dass er dieses Versprechen, Menschen zu sich zu holen, dass er es erfüllen kann, und er wird es erfüllen. Er wünscht es sich von ganzem Herzen, dass du sein Geschenk der Erlösung annimmst und dich für ihn und für die Nachfolge entscheidest.

[36:13] Aber er zwingt uns nicht dazu. In Offenbarung 3, Vers 20 heißt es: "Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun wird, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir." Er steht und klopft an und er reißt nicht die Tür auf und bricht in dein Herz ein. In 2. Korinther 6, Vers 2 heißt es: "Zur angenehmen Zeit habe ich dich erhört und am Tag des Heils dir geholfen. Siehe, jetzt ist die angenehme Zeit. Siehe, jetzt ist der Tag des Heils."

[37:08] Mit unseren Entscheidungen, die wir treffen in unserem Leben, jeder persönlich, können wir die apokalyptische Prophetie nicht verhindern. Wir können es nicht verhindern, dass sie eintritt. Der Mensch kann nicht verhindern, dass Jesus wiederkommen wird, dass er die Seinen nach Hause holt. Der Mensch kann es nicht verhindern, dass das Tier aus der Erde und das Tier aus dem Meer mittels des Bildes des Tieres und des Malzeichens religiöse Verfolgung ausüben wird. Der Mensch kann es nicht verhindern. Das sind unbedingte Prophezeiungen. Gott hat uns hier die Zukunft enthüllt.

[38:00] Er hat uns die Zukunft enthüllt, nicht weil es sein Plan A mit dieser Welt gewesen wäre, aber weil er durch seine Vorsehung genau weiß, was passieren wird, weil er die Geschichte kennt und er der Herr der Geschichte ist und weil ihn nichts überraschen kann.

[38:28] Aber wir, du kannst entscheiden, auf welcher Seite du in diesem Ganzen stehen möchtest. Du kannst entscheiden, ob du auf der Seite Gottes stehen möchtest, auf der Seite der wahren Anbetung oder auf der Seite der falschen Anbetung.

[38:47] Gott wird dich und mich, er wird uns nicht gegen unseren Willen retten. Ellen White bringt an einer Stelle zum Ausdruck, dass die Menschen, die gar nicht erlöst werden wollen, die gar nicht mit Jesus gehen wollen, für sie wäre der Himmel, das ewige Leben mit Jesus wie eine ewige Hölle.

[39:21] Und so zwingt Gott keinen Menschen. Sogar aus seiner Gnade lässt er den, der sich gegen ihn entscheidet, einfach dann in Ewigkeit die Nichtexistenz. Er ermöglicht ihm die Nichtexistenz. Er zwingt den Menschen nicht, mit sich zu sein.

[40:02] Und ich finde es spannend, dass die persönliche Situation des Menschen, dass deine und meine persönliche Situation irgendwie so ein Zusammenspiel zwischen bedingter und unbedingter Prophetie ist. Auf der einen Seite stehen da die klaren Versprechungen von Gott: Ich bin bei euch. Ich führe euch nach Hause. Ich bereite euch die himmlische Heimat vor. Ich möchte euch das ewige Leben schenken. Dass Jesus wiederkommt, dass er jetzt Untersuchungsgericht hält, ist unbedingt, das kann niemand verhindern, niemand durch sein menschliches Verhalten. Aber trotzdem können wir uns entscheiden, wie wir auf diese feststehenden Einladungen von Jesus reagieren wollen.

[41:11] Der Weg steht uns offen. Er streckt seine Hand aus und wir können sie im Glauben erfassen und mit ihm gehen oder wir können uns gegen ihn entscheiden, vor ihm weglaufen, in Rebellion leben und uns so selber kaputt machen und zerstören.

[41:38] Und so möchte ich uns einladen, dass wir uns dessen bewusst werden, dass wir eine Entscheidung treffen dürfen, dass unser lieber Herr Jesus mit ausgestreckten Armen dort steht. Ich möchte uns einladen, dass wir diese Hand ergreifen und uns von ihm führen lassen, denn er möchte unser Bestes und er liebt uns und er möchte uns erfüllen, uns Freude geben, uns Frieden geben. Nur bei ihm gibt es echtes Glück. Und ich möchte uns einladen, dass wir Menschen dorthin einladen, dass wir für sie beten, dass wir für sie da sind und dass wir ein Segen für sie sein können und ihnen bei dieser Entscheidung helfen können.

[42:42] Wir möchten jetzt zur zweiten Begebenheit übergehen, und die zweite und die dritte, die werden ein bisschen kürzer sein als die von Jona. Aber wir können doch viel draus lernen und viel mitnehmen.

[43:02] Belsazar war der Enkel von Nebukadnezar, und eines Tages, eines Abends, vielleicht ging es auch über längere Zeit, hielt dieser König ein großes Gastmahl. Und es wurde geschlemmt, es wurde viel getrunken, die Leute haben sich dort besoffen. Und im Rausch befahl der König Belsazar, die aus dem Jerusalemer Tempel erbeuteten Tempelgefäße holen zu lassen, damit sie mit diesen feiern können, damit sie ihren Alkohol, ihre Drogen daraus konsumieren können. Und hier kommt dieser Geist des Stolzes, der Überheblichkeit, der Verspottung zum Ausdruck: Ich bin größer als der Gott Israels. Ich trinke aus seinen Gefäßen.

[44:07] Wie können wir uns das heute vorstellen, diese Verspottung, das, was da passiert ist? Und ich habe versucht, das ein wenig zu illustrieren. Stell dir vor,

[44:27] jemand kommt zu dir nach Hause und nimmt eine Reihe von Dokumenten mit, die für dich wichtig sind, zum Beispiel deine Taufurkunde, deine Abschlusszeugnisse, deine Eheurkunde, falls du verheiratet bist. Er nimmt diese Sachen mit und geht zu sich nach Hause und putzt damit den Fußboden, wischt den Staub auf, wischt seine Toilette von innen aus mit deiner Eheurkunde, wischt mit deinen Abschlusszeugnissen die Dusche.

[45:08] Das sind einfach Dinge, die sind nicht dafür gemacht, dass man damit sauber macht. Und wenn man es doch tut, dann hat es diesen Geschmack von Verspottung und Verhöhnung dieser Gegenstände, die ja für dich wichtig sind. Und genau das wollte Belsazar dadurch ausdrücken. Er wusste, dass diese Gegenstände für den Tempeldienst, für religiöse Zeremonien, für die Anbetung Gottes da gewesen sind. Aber er zweckfremdet sie, um sich selber zu berauschen und stellt sich damit über Gott.

[46:00] Und in den vorigen Kapiteln im Buch Daniel, da sehen wir, auf wie wunderbare Weise Gott an Nebukadnezar und an seinem Herzen gearbeitet hat und wie sich dieser stolze König zu Gott bekehrt hat und sein Nachfolger wurde.

[46:22] Und als Belsazar dann so feierte, da kam diese Erscheinung, diese Hand, die Buchstaben an die Wand schrieb. Und Belsazar erschrak sehr und wusste nicht, was das zu bedeuten hat. Und Daniel legt im Zuge dieser Geschichte, er legt ihm das alles aus, was es bedeutet. Und in Daniel 5, Vers 22 und in den folgenden Versen steht etwas Eindrückliches. Dort steht: "Du, Belsazar, sein Sohn, hast dein Herz nicht gedemütigt, obwohl du alles wusstest, sondern du hast dich über den Herrn des Himmels erhoben und man hat die Gefäße seines Hauses vor dich gebracht. Und du und deine Gewaltigen, deine Frauen und Nebenfrauen, ihr habt Wein daraus getrunken und die Götter aus Gold und Silber, aus Erz, Eisen, Holz und Stein gepriesen, die weder sehen, noch hören, noch verstehen. Den Gott aber, in dessen Hand dein Odem und alle deine Wege sind, den hast du nicht geehrt."

[47:33] Belsazar hatte alle Gelegenheit, von Gott aus den Erlebnissen seines Großvaters zu erfahren. Und mit Sicherheit wusste er auch einiges. Er wusste mit Sicherheit vieles.

[47:52] Aber im Gegensatz zu den Nineviten, die sich auf die einfache Predigt des Jona hin bekehrt haben, verhärtete Belsazar sein Herz vor dem, was er gesehen hat, vor den Zeugnissen, die sich vor seinen Augen abgespielt haben, der Macht Gottes, die er an seinem großen Königsgroßvater erwiesen hat. Er hat sich entschieden, sein Herz davor zu verhärten und im Unglauben und in Rebellion und in Stolz zu verharren.

[48:30] Und so kann es sein, dass Menschen zwar viel sehen und viel wissen, aber dass sie ihr Herz verhärten.

[48:40] Und so kann es auch sein, dass wir Menschen von Jesus erzählen, dass wir ihnen das Evangelium bringen, dass wir ihnen alles auslegen: Daniel 2, Daniel 7, Offenbarung 13, alles perfekt, stimmig, sinnhaftig, erfüllt mit dem Heiligen Geist. Aber wie der Mensch dann am Ende darauf reagiert, ob er sein Herz für diese Wahrheiten öffnet oder nicht, das liegt nicht in unserer Hand. Jesus zwingt den Menschen nicht. Zwang ist immer die Methode Satans.

[49:24] Jeder Mensch wird die Möglichkeit haben, sein Herz für oder gegen das Wirken des Heiligen Geistes zu öffnen oder zu verschließen.

[49:45] Aber nicht nur die, die noch nie was gehört haben, stehen in dieser Situation, dass sie ihr Herz auftun oder verschließen, dass sie diese Entscheidung treffen müssen.

[50:02] Stehen auch wir in dieser Gefahr, unser Herz zu verschließen, obwohl wir so viel wissen, obwohl wir schon lange in die Gemeinde gehen, wo Jesus dann an unsere Herztür anklopft.

[50:15] Wie reagieren wir, wenn uns Gott Dinge zeigt, die in unserem Leben Veränderung und Reformation bedürfen? Wie reagieren wir, wenn uns der Heilige Geist anspricht und uns zeigt, dass etwas in unserem Leben nicht in Ordnung ist? Vertrauen wir dann Gott, dass er das Beste für uns möchte? Oder vertrauen wir auf uns selber, auf das eigene Ich, auf den eigenen Verstand, den eigenen Intellekt?

[50:57] Immer wenn wir vor so einer Situation stehen, wenn uns Gott etwas zeigt, Gott uns etwas offenbart über uns, dann gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie wir reagieren können. Auf der einen Seite können wir sagen: Ich vertraue Gott und ich gehe den biblischen Weg, ich gehe den guten Weg. Und das ist das Beste, was wir tun können. Das ist die einzige Garantie für wahren Frieden, wahre Freude und wahres Glück.

[51:34] Ich kann aber auch sagen: Ich lebe einfach in dieser Spannung. Da ist zwar etwas, was ich weiß, was gut wäre und rational stimme ich dem zu, aber ich lebe einfach in dieser Spannung, weil ich nicht mutig bin, etwas zu verändern, weil ich nicht gewillt bin, weil ich zu sehr an etwas festhalte. Wenn du dich darin wiederfindest, lieber Freund, dann lade ich dich ein, dass du Gott darum bittest, dass er dir den Mut und die Kraft schenkt und das Wollen und das Vollbringen.

[52:06] Ich kann in solchen Situationen aber auch sagen: Ich verändere meine Theologie, ich biege mir die Theologie, das was ich meine, was Gott von mir fordert. Ich biege mir das genauso zurecht, dass es perfekt auf mein Leben passt und dass ich so aus dieser unangenehmen Spannung herausfliehe.

[52:34] Oder ich kann auch sagen: Ich verwerfe den Glauben ganz und entziehe mich so ganz der Spannung. Ich laufe weg. Ich möchte von nichts mehr was wissen. Ihr Lieben, wenn wir in so einer Situation sind, dann lade ich uns ein, dass wir den ersten Weg gehen.

[52:57] Belsazar hat sich entschieden, sein Herz zu verschließen, seine Herzenstüren nicht aufzutun.

[53:08] Die Einwohner von Ninive hingegen haben sich durch die einfache Predigt des Jona von ihrer Schuld überführen lassen und haben gesagt: Wir wollen nicht weiter diesen bösen Weg gehen. Wir wollen unser Leben verändern. Wir wollen uns nicht mehr selber zerstören. Wir wollen nicht mehr den anderen zerstören. Wir möchten das tun, was der Herr von uns fordert.

[53:39] Wie viele haben dort ihr Herz verschlossen, obwohl sie Gott selber haben predigen hören, Gott selber haben wirken sehen? Wie viele haben dort ihr Herz verschlossen? Es ist eigentlich paradox, wie Jesus sagt: Hier ist einer, der ist größer als Jona, und dennoch verhärtet ihr euer Herz, während die Einwohner Ninives ihr Herz für das Wirken des Geistes geöffnet haben.

[54:18] So können wir sehen, Gott zwingt niemanden.

[54:27] Jeder Mensch muss die Entscheidung treffen und darf die Entscheidung treffen. Und Gott sei Dank dürfen wir, wenn wir jetzt sehen, dass wir auf einem falschen Weg sind, zu Gott zurückkehren. Denn heute ist der Tag des Heils und heute, wenn wir seine Stimme hören, dann lasst uns unser Herz nicht verstocken, sondern ihm nachgehen.

[55:05] Wir möchten uns nun die letzte Begebenheit angucken und es wird hier im letzten Abschnitt um eine Person gehen, die zum Bild auf Jesus unseren Erlöser geworden ist. In Jesaja 45, Vers 1 heißt es,

[55:30] dass Kyrus der Gesalbte des Herrn ist. Und ich finde es erstaunlich, dass Gott einen heidnischen, persischen König als seinen Gesalbten bezeichnet.

[55:49] Kyrus war der persische König, der Babylon erobert hat und der es ermöglicht hat, dass die Juden, die im babylonischen Exil gewesen sind, in ihre Heimat zurückkehren konnten. Und damit hat dieser König den Boden für das erste Kommen Christi vorbereitet.

[56:12] Und somit wurde er auch irgendwie zum Bild für Jesus. Denn so wie Kyrus den Euphrat trocken legte, Babylon eroberte und sein Volk Israel, die Juden, die im Exil waren, nach Israel in die Heimat nach Jerusalem zurückkehren ließ, so wird Jesus auch das Babylon, welches in der Offenbarung beschrieben wird, zerstören und er wird sein Volk nach Hause holen, nach Hause bringen ins himmlische Jerusalem, welches er für sie vorbereitet hat. Und während es Kyrus war, der den Bau des Tempels, die Wiederherstellung des irdischen Heiligtums in Jerusalem veranlasst hat, so hat auch Jesus sein Werk als unser himmlischer Hohepriester im himmlischen Heiligtum angetreten, um das himmlische Heiligtum von der Befleckung und der Beschmutzung wiederherzustellen, was dann letztendlich zu seiner Wiederkunft und unserer Befreiung führt. Und auch wenn dieser Kyrus nicht in allen Bereichen und in jedem Detail und in jeder Facette seines Lebens Christus widerspiegelt, sehen wir doch historisch in seinem Leben wichtige Ereignisse, die dazu geführt haben, dass Jesus das erste Mal kommen konnte. Und wir sehen in seinem Leben, in seiner Geschichte, in seinen Taten, in den historischen Ereignissen, die er ausgelöst hat, sehen wir Elemente, die wir uns vorhin angesehen haben, die sich dann typologisch in unserem Herrn und Heiland Christus Jesus erfüllt haben und erfüllen werden.

[58:30] Ihr Lieben, wir wollen zum Abschluss kommen und ich möchte euch gute Botschaft heute mitgeben.

[58:45] Christus wird Babylon besiegen. Christus wird wie Kyrus Babylon besiegen und er wird sein Volk nach Hause führen, weil er es liebt, weil er es unendlich liebt und weil er nicht ohne sein Volk sein möchte. Daran ist nichts zu schütteln und zu rütteln. Er hat es versprochen und er wird es wahr machen. Aber die Frage, die wir uns mitten in all dem stellen müssen:

[59:22] Auf welcher Seite stehe ich? Möchte ich mit ihm nach Hause gehen, mit ihm in Ewigkeit sein oder möchte ich es nicht?

[59:37] Und wie reagiere ich, wenn Jesus mich auf dem Weg nach Hause über Wege führt, die mir manchmal einiges abverlangen, die mich vielleicht auch manchmal irritieren, wo ich mir denke, mein Verstand, meine Weisheit würde mir jetzt was anderes sagen? Vertraue ich ihm, dass er das Beste für mich möchte und dass er mich sicher nach Hause führt? Oder vertraue ich mir selber, meinem Herzen, meinem Verstand, dem, was ich möchte?

[1:00:14] Was tue ich, wenn Jesus an meiner Herzenstür anklopft? Lasse ich ihn ganz hinein oder bleiben vielleicht einige Räume versperrt? Sind da Bereiche, wo ich sage: Jesus, da gehst du nicht rein. Das ist meins. Das ist nichts für dich.

[1:00:36] Was tue ich, wenn der Heilige Geist mir zeigt, was richtig ist und was ich in meinem Leben durch Gottes Hilfe verändern sollte? Vertraue ich oder nicht?

[1:00:57] Und so möchte ich uns dazu einladen. Ich möchte dich dazu einladen, dass wir uns ganz Jesus hingeben, dass wir uns ihm jeden Tag aufs Neue weihen, dass wir täglich um die Erfüllung mit seinem Heiligen Geist bitten und dass wir ihm, der es bewiesen hat, wie sehr er uns liebt, dass wir ihm nachfolgen. Denn es ist das Beste, was wir tun könnten und dass wir so ein Teil der 144.000 werden, die den Namen des Vaters auf ihren Stirnen tragen und die dem Lamm nachfolgen, wo es auch hingeht, bis auf den Berg Zion, bis in die unmittelbare Gegenwart Gottes.

[1:02:06] Vater im Himmel, danke, dass wir aus diesen alttestamentlichen Berichten, die wir uns heute angeschaut haben, danke, dass wir so viel daraus lernen können, so viel mitnehmen können für unser eigenes Leben heute, die wir am Ende der Zeit leben, Herr.

[1:02:29] Herr. Und ich möchte dich von ganzem Herzen bitten, dass du, da du das gute Werk in uns angefangen hast, dass du es auch vollendest, Herr. Dass du uns das Wollen und auch das Vollbringen schenkst, Herr, deinen Willen zu tun. Ich möchte dich bitten, dass du uns erfüllst mit deinem Heiligen Geist, Herr, dass wir dir uneingeschränkt vertrauen, Herr, dass wir dir unseren Verstand geben, unsere Gefühle, unseren Willen weihen, Herr, und dass wir dir vertrauen in allen Dingen und dass wir an dir festhalten, Herr, dass wir uns von dir ziehen lassen und dass wir sicher sind und dass wir die Gewissheit haben, Herr. Darum möchte ich dich bitten, dass du uns diese Gewissheit schenkst, dass du, wenn wir es wollen, dass du uns sicher nach Hause bringen wirst zu dir, zum ewigen Leben mit dir, Herr. Bitte schreibe du dein Gesetz in unser Herz. Schreibe deinen Namen, den Namen des Vaters auf unsere Stirnen, Herr. Und lass uns auch so zum Zeugnis werden, Herr, für die Menschen und für Menschen, die du uns in den Weg stellst, Herr, dass wir auf dem Weg zu dir so viele mitnehmen, wie es geht. Darum bitte ich dich von ganzem Herzen, liebster Herr Jesus, danke dir für alles. Amen.

[1:04:21] Das war nun unsere letzte Lektionsaufnahme für dieses Quartal, aber ich darf euch versichern, dass es nächstes Quartal mindestens genauso spannend weitergehen wird, wenn wir das Buch Exodus studieren werden und uns da richtig reingraben werden und mit Gottes Hilfe und seinem Geist das dort erkennen dürfen, was er in dieses wertvolle, kostbare Buch für uns, für unser Leben heute hineingelegt hat.

[1:04:56] Und so möchte ich dich auch ganz herzlich einladen, nächste Woche wieder dabei zu sein, wenn wir uns mit dem ersten Thema dieser fantastischen neuen Lektion beschäftigen. Ich wünsche dir bis dahin alles Gute, Gottes reichen Segen und viel Gelingen und Freude in allen Dingen.


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