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Manuskript zur Sendung  >>>CSH_Manuskript_2025_2nd_Nr_4   <<<

In dieser vierten Folge der Serie „Analogien, Bilder, Symbole“ beleuchtet Christopher Kramp die biblische Prophetie über die Völker und die Weltherrschaft. Er beginnt mit der Vision Daniels vom Sohn des Menschen als ewigem König und stellt Jesus als den wahren König vor, dessen Reich auf Liebe und Opferbereitschaft basiert, im Gegensatz zu irdischen Reichen, die durch Zwang entstehen. Anschließend taucht er in die frühe Geschichte nach der Sintflut ein, um die Ursprünge der Nationen und die Rolle Nimrods als erstem Gewalthaber zu untersuchen, und verbindet biblische Berichte mit archäologischen Erkenntnissen über Städte wie Uruk und Ninive.


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Serie: Analogien Bilder Symbole - biblische Texte verstehen

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Transkript

[0:35] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Ein herzliches Willkommen gilt wie immer auch allen Zuschauern auf dem Sender Das Wort zur vierten Folge unserer Serie über Analogien, Bilder und Symbole. Es geht darum, biblische Texte richtig zu verstehen und insbesondere die biblische Prophetie. Heute beginnen wir mit einem Thema, das wir in der nächsten Woche fortsetzen werden. Es geht um die Völker, ein Aspekt der Prophetie, der durch die verschiedenen Weissagungen im Buch Daniel und Offenbarung und auch in anderen prophetischen Büchern immer wieder ganz prominent zur Sprache kommt: die Nationen und Völker dieser Welt, ihre politische Ordnung und wie das alles in den großen Kampf und den Erlösungsplan hineinpasst. Wir wollen heute in diesem ersten Teil uns vorbereiten auf das Bibelgespräch am 26. April.

[1:55] Und bevor wir die Bibeltexte dazu anschauen, wollen wir Gott einladen, unser Studium zu segnen. Lasst uns beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass du zu uns sprichst. Danke, dass du ein Interesse an mir und an jedem von uns hast. Danke, dass du dich um uns persönlich kümmerst und dass du dir wünschst, dass wir dein Wort verstehen. Wir möchten dich bitten, dass in den kommenden Minuten du unser Lehrer bist, besonderer Weise, dass wir die Gedanken deines Wortes nachvollziehen können, dass wir sie verstehen, aber nicht nur das, sondern dass wir darin dein Wesen, deinen Charakter besser verstehen, dass wir diese Worte annehmen für uns persönlich, dass wir sie glauben und dass du das bewirken kannst in uns, was diese Worte sagen. Wir möchten dich bitten, dass wir deine Königsherrschaft wieder richtig verstehen und unseren Auftrag, den wir in dieser Welt haben, auch allen Nationen und Völkern gegenüber. Wir möchten dich bitten, dass du uns jetzt nach deiner Verheißung mit deinem Heiligen Geist erfüllst. Dank dafür.

[3:17] Amen. In Daniel Kapitel 7 und dort Vers 14 finden wir eine erstaunliche Aussage. Daniel 7 und dort Vers 14. Wir können ab Vers 13 lesen. Es heißt, Daniel sagt: "Ich sah in den Nachtgesichten und siehe. Es kam einer mit den Wolken des Himmels gleich einem Sohn des Menschen." Er sieht einen Menschen, der mit Wolken des Himmels, mit Himmelswolken, dort sich fortbewegt. Und das heißt, und er gelangte bis zu dem Hochbetagten, den Daniel in Vers 9 gesehen hatte und Vers 10, der über das große Gericht vor der Wiederkunft dort präsidiert, der diesem Gericht vorsteht, den Vorsitz hat. Gott, der Vater, als der dort sich setzt, werden die Bücher aufgetan. Es heißt von diesem Sohn des Menschen, er gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn gebracht und ihm wurde Herrschaft, Ehre und Königtum verliehen und alle Völker, Stämme und Sprachen dienten ihm. Seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die nicht vergeht und sein Königtum wird nie zugrunde gehen. Die Bibel beschreibt hier einen Menschen, der einmal für alle Ewigkeit ohne Ende auf diesem Planeten die Herrschaft über alle Völker haben wird. Ein Weltherrscher ohne Limit sozusagen. Genau das, was all die anderen politischen Führer, die in Daniel 7 skizziert werden, die Könige von Babylon und von Medo-Persien und von Griechenland und von Rom und das Papsttum, all das, was diese versucht haben und nie letztlich auch nur ansatzweise wirklich geschafft haben, das wird dieser eine Mensch haben: die Weltherrschaft ohne Ende.

[5:32] Aber dieser König der Könige, wie ihn die Offenbarung nennt, der wird uns im Neuen Testament wie folgt vorgestellt in Matthäus 27 und dort Vers 37. Es heißt dort in Matthäus 27 und dort Vers 37: "Und sie befestigten über seinem Haupt die Inschrift seiner Schuld. Dies ist Jesus, der König der Juden." Jesus, der König des Universums, kommt auf die Erde, wird Mensch und lässt sich freiwillig kreuzigen. Nimmt alle deine und meine Schuld, die Schuld, die Sünde der gesamten Welt auf seine eigene Kappe, auf sich, um dich und mich zu retten. Er, der König des Universums, zeigt, worauf sein Königtum basiert, nämlich auf echter Liebe zum anderen, auf echter Selbstaufgabe, Opferbereitschaft.

[6:56] Und dieser Sohn des Menschen Jesus hat sich ja oft in den Evangelien immer und immer wieder mit diesem Titel genannt. Das war quasi seine Lieblingsbezeichnung für sich selbst. Er, der Sohn des Menschen Jesus, wird dann in Daniel 7 deswegen auch König aller Könige für alle Zeiten, weil die Menschen und das Universum verstanden haben, es gibt keinen besseren König als Jesus. Niemand ist bereit, so viel aufzugeben für das Wohl des anderen. Niemand ist bereit, so viel zu investieren in das Glück eines anderen. Niemand kann unser Leben so schön, so herrlich, so glücklich machen wie dieser König. Deswegen werden am Ende alle zugeben, dass niemand anders ein solcher König sein könnte, so wie Jesus.

[7:59] In Offenbarung 14, da wird unsere Botschaft beschrieben, die letztlich genau eine Einladung in dieses Königreich ist. Offenbarung 14, Vers 6 und 7: "Und ich sah einen anderen Engel inmitten des Himmels fliegen, der hatte ein ewiges Evangelium zu verkündigen, denen, die auf der Erde wohnen. Und zwar jeder Nation und jedem Volk und jeder Sprache und jedem Volk, der sprach mit lauter Stimme: Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen und betet den an, der den Himmel und die Erde und das Meer und die Wasserquellen gemacht hat." In Daniel Kapitel 7, wenn wir dort noch einmal kurz aufschlagen, in Vers 14 heißt es ja: "Und ihm wurde Herrschaft, Ehre und Königtum verliehen und alle Völker, Stämme und Sprachen dienten ihm." Nun, das aramäische Wort hier für dienen, das heißt tatsächlich dienen. Die Wurzel des Wortes ist aber eine Wurzel, die in verwandten Sprachen, wie zum Beispiel im Babylonischen, also im Akkadischen, eigentlich fürchten bedeutet. Und zwar fürchten jetzt nicht im Sinne von Angst haben, sondern im Sinne der Anbetung, im Sinne des an die erste Stelle setzen. Alle Nationen, Völker, Stämme, so heißt es in Daniel 7, werden ihm dienen. Sie werden ihn fürchten in diesem Sinne. Offenbarung 14 sagt: "Ein Engel fliegt durch den Himmel und fordert alle Nationen, Völker, Stämme und Sprachen auf: Fürchtet Gott!" Interessanterweise ist die Aufforderung hier: Fürchtet Gott. In Daniel 7 wird der Sohn des Menschen, ihm wird gedient. Er wird gefürchtet. Jesus ist Gott. Er ist Mensch und er ist Gott. Und wir haben den Auftrag, allen Nationen, allen Stämmen, allen Sprachen, allen Völkern ihnen diese Botschaft zu predigen. Jesus wird König sein auf dieser Welt. Nach den 1000 Jahren buchstäblich auf diesem Planeten wird er für alle Ewigkeit über alle Völker, die dann ihn angenommen haben und ihm glauben und ihn als König haben möchten, wird er regieren. Und die Dreiengelbotschaft ist eine Einladung, teilzuhaben an diesem Königreich. Denn dieses Königreich wird nicht dadurch entstehen, dass Menschen gegen ihren Willen durch Eroberung in dieses Reich gezwungen werden. So wie Babylon und Medo-Persien und Griechenland und Rom durch militärische Eroberung Menschen gezwungen haben, Teil ihres Reiches zu sein. Die Kelten, die Gallier, haben sich nicht gewünscht, Teil des römischen Reiches zu werden, als Cäsar dort mit seinen Legionen anrückte. Die Perser wollten nicht Teil des griechischen Weltreiches werden, als Alexander der Große mit den makedonischen Armeen in den Osten führte. Das waren militärische Eroberungen. Die Menschen wurden nicht gefragt, ob sie Teil dieses Königreiches werden wollten. Als das Papsttum im Mittelalter die ganze bekannte Welt versucht hat, unter ihre geistliche Herrschaft zu bekommen, hat man niemanden gefragt, ob diese Menschen wirklich Teil der römischen Kirche sein wollten. Man hat ihnen das Schwert an den Hals gelegt und gesagt, entweder ihr werdet Katholiken oder euer Kopf wird abgeschlagen. Menschen wurden gezwungen, Teil dieses geistlichen Königreiches zu sein. Aber Jesus zwingt niemanden. Er bringt keine militärischen Armeen, um uns in sein Reich zu zwingen. Er manipuliert uns nicht, sondern er lädt uns ein: Wer möchte Teil dieses Weltreiches sein? Und unsere Botschaft, liebe Freunde, die wir diese Dreiengelbotschaften studiert haben, verstanden haben, glauben und ausleben, unsere Botschaft ist es, andere Menschen für dieses Weltreich durch Einladung, durch liebevolle Einladung zu gewinnen. Und indem wir dieselben Charaktereigenschaften, die Eigenschaften Jesu, an den Tag legen, zeigen wir, repräsentieren wir dieses Königreich, das auf Liebe und Opferbereitschaft und Interesse am Nächsten aufgebaut ist, auf dem Wunsch, dem Nächsten das Beste zu geben.

[12:28] In Offenbarung 19 und dort Vers 16 wird sein Name genannt. Vers 16 heißt es: "Und er trägt, wenn Jesus wiederkommt, an seinem Gewand und an seiner Hüfte den Namen geschrieben: König der Könige und Herr der Herren." Wenn er wiederkommt, kommt er als König der Könige, als Herr der Herren, als Herrscher über alle Völker. Deswegen muss das Evangelium erst allen Nationen, Stämmen und Sprachen gepredigt werden, damit tatsächlich alle von ihm gehört haben, alle die Möglichkeit gehabt haben, in jeder Sprache, in jedem Volk die Gelegenheit bestand, sich für diesen Weltherrscher zu entscheiden.

[13:08] Und heute und nächste Woche wollen wir über diesen Gedanken der biblischen Prophetie nachdenken, über die Völker, die eingeladen sind, diesem Weltreich anzuschließen. Wir werden darüber nachdenken, wie im Laufe der biblischen Geschichte, im Laufe der Heilsgeschichte, dieser Gedanke der Weltherrschaft von Satan usurpiert worden ist, verändert worden ist, verfälscht worden ist und wie es seit Menschengedenken einen Kampf um die wahre Interpretation der Herrschaft geht und darum, was es bedeutet, die Völker anzusprechen, zu integrieren und ja, sie in diese Weltherrschaft einzubinden.

[14:05] Fangen wir an in 1. Mose Kapitel 9. Nach der Sintflut heißt es hier, und wir wissen über die Zeit vor der Sintflut nicht sehr viel. Unsere außerbiblischen geschichtlichen Quellen reichen nur bis zur Sintflut. Man findet vielleicht hier und dort mal ein Artefakt, das man vielleicht unter Umständen der vorsintflutlichen Zeit zurechnen könnte, aber wir haben keine Ahnung, außer anhand von außerbiblischen Quellen, über die Geschichte, über die politischen Verhältnisse der damaligen Zeit. Alles, was wir haben, sind die inspirierten Quellen und die sind äußerst interessant, aber auch nicht sehr detailliert, was diese Dinge betreffen. Aber wir wissen jetzt hier in 1. Mose 9, Vers 18, wie es weiterging nach der Sintflut. Es heißt in Vers 18: "Die Söhne Noachs aber, welche die Arche verließen, waren Sem, Ham und Jafet. Und Ham ist der Vater Kanaans." Von diesen drei, von Sem, Ham und Jafet, stammt die gesamte Welt ab. Alle Völker lassen sich auf diese drei Söhne Noachs zurückführen. Und genau das macht 1. Mose 10, die berühmte Völkertafel, ein Geschlechtsregister, das zeigt, wo die einzelnen Völker ihren Ursprung haben, ob von Sem, Ham oder Jafet. Und inmitten dieser interessanten Liste – wäre ein eigenes interessantes Studium für sich, würde sich sehr interessant, aber da haben wir jetzt heute hier nicht die Gelegenheit dazu.

[15:34] Inmitten dieser Liste finden wir folgende interessante Aussage ab Vers 8. 1. Mose 10, Vers 8: "Auch zeugte Kusch den Nimrod." Kusch war ein Sohn von Ham, wie wir in Vers 6 lesen. Also Nimrod, ein Enkel von Ham und damit ein Urenkel Noachs. "Auch zeugte Kusch den Nimrod. Der war der erste Gewalthaber auf Erden. Er war ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn. Daher sagt man: Ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn wie Nimrod." Nimrod hat schon immer Bibellesern die Vorstellungskraft von Bibellesern in Anspruch genommen. Er wird hier als der erste politisch Mächtige nach der Sintflut genannt. Sein Name ist der Gegenstand vieler Spekulationen und Kontroversen gewesen. Wenn man ihn einfach rein Hebräisch liest, dann kommt dieser Name von der Wurzel Marad, rebellieren, und bedeutet wörtlich: Lasst uns rebellieren oder wir wollen rebellieren. Und das ist schon eine ganz starke Aussage im Kontext dieser frühen Zeit nach der Sintflut. Nimrod, der erste, der die Rebellion politisch sozusagen konzentrierte und das erste Weltreich (in Anführungsstrichen) schuf, das natürlich damals noch recht begrenzt gewesen ist. Natürlich, Weltreiche haben niemals die gesamte Welt erobert, wie wir das auch bei Alexander dem Großen oder den Römern sehen. Aber immer hatten sie einen so wichtigen Teil der damals bekannten Welt, dass sie die dominierende Macht der Welt gewesen sind. Und das wird man hier für Nimrod und seine Machtbildung mit Sicherheit auch sagen können.

[17:34] Wir lesen weiter in Vers 10: "Und der Anfang seines Königreiches war Babel sowie Erech, Akkad und Kalne im Land Schinar." Was oft nicht so richtig durchdacht wird, offenbar ist die Tatsache, dass das ganz offensichtlich nach dem Turmbau zu Babel gewesen sein muss. Warum? Weil der Turm zu Babel ja erst nach dem Scheitern des Projektes Babel genannt worden ist. 1. Mose 11, Vers 9: "Daher gab man ihr den Namen Babel, weil der Herr dort die Sprache der ganzen Erde verwirrte und sie von dort über die ganze Erde zerstreute." Das heißt, wir haben dort zunächst mal eine Gruppe von Menschen in 1. Mose 11, ab Vers 1, die eine einzige Sprache hat, dieselben Worte, die am selben Ort sind, die gemeinsam in diese Ebene Schinar ziehen, dort nach Mesopotamien, dort den Turm bauen, dann wird ihre Sprache verwirrt und sie werden zerstreut und dann wird dieser Ort aufgrund der erfolgten Sprachenverwirrung Babel genannt. Nimrod wird in der Bibel zumindestens nicht als der erwähnt, der den Turm gebaut hat, sondern derjenige, der nachdem die Sprachen sich verwirrt haben, nachdem die Völker anfangen sich zu zerstreuen, der erste war, der ausgehend von diesem Ort Babel versucht hat, jetzt Völker wieder zusammenzudrücken durch militärische Gewalt.

[19:06] Also biblisch nicht zwangsläufig der Erbauer von Babel, sondern der erste, der nach dem Turmbau zu Babel durch politische, militärische Mittel versucht hat, wieder so eine Einheit herbeizuzwingen. Babel ist natürlich das antike Babylon, die Babylonier selbst nannten es Babel, die Sumerer nannten sie Kadingirra. Und dieser Name hat sich bis heute erhalten in unseren Bibeln auch als Babel. Wir können archäologisch nicht bis in die Zeit von Nimrod hinabkommen momentan. Bisher sind die untersten Schichten Babylons noch nicht ausgegraben worden. Das liegt auch an dem sehr hohen Grundwasserspiegel dort. Man kommt nur so bis in die Zeit der Patriarchen Abraham, Isaak, Jakob, so in dieses Zeitfenster hinein. Was da drunter liegt, das ist uns im Grunde genommen noch völlig unbekannt. Von Erech wissen wir, das ist das akkadische Uruk oder wie die Sumerer sagten Unug, das moderne Warka. Und diese Stadt hat heute den Platz in der Archäologie als die, wird genannt die erste Weltstadt, die Wiege der Hochkultur. Hier in dieser Stadt, so sagt man uns heute, sind die Monumentalarchitektur, die komplexen Herrschaftssysteme und auch die Schrift erfunden worden. Man spricht von der sogenannten Uruk-Zivilisation, die damals den ganzen Nahen Osten erfasst hat. Akkad, so heißt die Stadt auch akkadisch. Der Name der Sprache Akkadisch kommt von dieser Stadt Akkad. Und war dann später auch Hauptstadt eines bedeutenden Reiches etwas später. Bis heute ist diese Stadt nicht lokalisiert und wir wissen nicht genau, wo sie gewesen ist und deswegen auch noch gar nicht ausgegraben. Das heißt, von diesen Städten kennen wir nur Uruk. Und meine persönliche These besteht darin, dass das, was wir Uruk-Zivilisation nennen in der Archäologie, in Wirklichkeit die Früchte dieses ersten Reiches von Nimrod und möglicherweise seinen Nachfolgern gewesen sind. Ich vermute, dass wenn wir Akkad finden würden und wenn wir Babylon tiefer ausgraben könnten, wir dort genau dieselben Phänomene finden würden wie auch in Uruk und wir sehen würden, das ist also nicht die Stadt Uruk, die sich expandiert hat, sondern dass es diese Städte sind gemeinsam. Wir können das allerdings nur an Uruk momentan verifizieren. Das soll bedeuten, dass die sogenannte Uruk-Zivilisation, gegen deren Ende dann die Schrift auch erfunden worden ist, der momentan beste Kandidat wäre, um dieses Reich von Nimrod auch archäologisch zu fassen. Den Namen hat man natürlich bisher noch nicht gefunden.

[22:05] Die Schrift ist erst gegen Ende dieser Kultur erfunden worden und auch bis heute schwer zu entziffern. Bis heute ist die Entzifferung nicht ganz gelungen. Es gibt keine zusammenhängenden Texte, nur Listen und Abrechnungen. Das macht das sehr schwierig. Schinar, hier in Vers 10, ist die Bezeichnung für Babylonien, wie sie im zweiten Jahrtausend, nicht im ersten Jahrtausend vor Christus, sondern im zweiten Jahrtausend vor Christus in der Zeit von Mose von den Nicht-Babyloniern, das heißt den Hethitern, den Ägyptern, den Hurritern und so weiter, verwendet worden ist. Ist auch das eine sehr interessante Sache, die nämlich einen Hinweis darauf liefert, dass dieses Buch Mose tatsächlich im zweiten Jahrtausend vor Christus geschrieben worden ist und nicht wie viele kritische Theologen behaupten, erst viel später.

[22:49] In Vers 11 heißt es: "Von diesem Land zog er aus nach Assur und baute Ninive, Rehoboth-Ir und Kelach, dazu Resen zwischen Ninive und Kelach. Das ist die große Stadt." Nun, nach der hebräischen Grammatik könnte man genauso gut übersetzen: "Und von diesem Land zog Assur aus und baute dann Ninive und diese anderen Ortschaften." Wir haben ja in Vers 22 tatsächlich auch Assur als eine Person, nämlich ein Sohn von Sem. Vers 22: "Die Söhne Sems waren Elam, Assur, Arpachschad, Lud und Aram." Und auch die verschiedenen antiken Übersetzungen ins Aramäische, ins Griechische, ins Lateinische variieren. Einige verstehen den Vers so, dass Nimrod von dort Richtung Assur als Gegend aufgefasst auszog, ja, also nach Nordmesopotamien. Und andere, dass hier Assur aus dem Reich des Nimrod auszog und dann etwas Eigenes gegründet hat. Das lässt sich von der hebräischen Grammatik letztlich nicht ganz klären. Allerdings sollte man bedenken, in Micha 5, Vers 5 wird Assyrien auch das Land Nimrod bezeichnet. Also, es könnte durchaus so sein, dass hier gemeint ist, dass Nimrod von seiner Grundbasis in Südbabylonien, in Südmesopotamien, dann nach Norden gezogen ist, um auch dort sein Reich noch zu vergrößern. Das würde eigentlich vom gesamten Inhalt durchaus vielleicht mehr Sinn machen.

[24:20] Möglicherweise. Ninive, das ist das akkadische Ninua. Viel, viel, viel später zur Zeit der letzten Propheten, zur Zeit des neuassyrischen Weltreiches, also der letzten Propheten vor dem babylonischen Exil, die Hauptstadt des neuassyrischen Reiches und galt dann schon als uralt, also eine Stadt, die eine sehr, sehr lange Geschichte hat. Und die archäologischen Funde belegen tatsächlich, dass die Schichten bis in diese Zeit der Uruk-Kultur zurückreichen. Diese Schichten werden dort in Ninive 5 genannt. Rehoboth-Ir ist unklar, die Identifizierung, und wir wissen nicht genau, wo sich diese Stadt befunden hat. Hebräisch bedeutet der Name "Stadtplätze". Und bei Kelach, da handelt es sich um Kalchu, auch bekannt später zur Zeit der biblischen Propheten, zeitweise die Hauptstadt des assyrischen Weltreiches. Interessanterweise trägt die Stadt heute den Namen Nimrud, was natürlich nichts anderes als Nimrod ist. Und es ist eigentlich ziemlich unklar, seit wann man die Ruinen mit diesem Namen bezeichnet hat und vor allem warum. Mitunter kann man im Internet lesen, dass die Erwähnung dieser Stadt hier ein Hinweis darauf sei, dass dieses Buch nicht von Mose geschrieben worden sein kann, weil ja erst im ersten Jahrtausend Kalchu eine solche Bedeutung gehabt hat. Andere schreiben, na ja, Kalchu wäre im 13. Jahrhundert vor Christus...

[25:51] wäre im 13. Jahrhundert vor Christus gegründet worden von Salmanassar dem Ersten, einem mittelassyrischen König. Und das würde natürlich bedeuten, dass Mose, der im 15. Jahrhundert vor Christus lebte nach biblischer Chronologie, diese Stadt gar nicht gekannt haben kann. Und dann sind das Gründe zu sagen, na ja, dann hat das also Hinweise darauf, dass dieses Buch erst später entstanden ist. Was allerdings oft völlig übersehen wird, ist, dass Salmanassar im 13. Jahrhundert nicht gegründet hat, sondern sie neu gegründet hat, nachdem sie jahrelang daniederlag und also sehr viel älter ist. Und tatsächlich hat der Archäologe Max Mallowan in den untersten Schichten dort Tonscherben und andere Gegenstände gefunden, die genau in dieselbe Zeit Ninive V passen, also in das dritte Jahrtausend vor Christus, in die Zeit, die also parallel ist mit den frühsten Schichten von Ninive und der Urukultur und damit auch einen Hinweis gibt, dass auch Kalchu (Kalah), wie die Bibel es nennt, schon in dieser Zeit, die wir jetzt mit Nimrod hier identifizieren, schon existiert hat.

[26:59] Resen selbst ist unklar, was das genau bedeutet und wo das gewesen sein soll. Eventuell ist es sogar eigentlich eher ein Kanal oder eine Stadt in der Nähe einer Quelle. Das können wir hier nicht diskutieren. Entscheidend hier für uns ist aber, dass jetzt in Vers 12 am Ende steht: „Das ist die große Stadt.“ Und diese Bezeichnung ist sehr interessant, weil ja hier mehrere Städte erwähnt werden. Erst werden Babel erwähnt und Uruk und Akkad und Kalne, was auch unklar ist von der Identifizierung. Meine ganz persönliche Spekulation ohne einen einzigen Beweis ist einfach ausgehend davon, was man so archäologisch gefunden hat: Das könnte sich vielleicht um Susa handeln im Osten, also in Elam. Aber das ist nur reine Spekulation. Also wir haben diese Städte und dann werden ja weitere Städte weiter im Norden, ja, also Ninive und Kalah und so weiter gegründet und gebaut. Und dann heißt es am Ende: „Das ist die große Stadt.“

[27:58] Nun, bis dahin haben wir erst einmal Herrschaften in Städten. Das grundlegende Herrschaftssystem im alten Orient und auch darüber hinaus waren zunächst einmal Stadtstaaten. Das kann man auch später noch bei den Griechen sehen, das kann man bei den Kanaanitern sehen, das war alles Stadtstaaten. Jeder kleine Herrscher hat so seine eigene Stadt und ein bisschen Umland drumherum. Aber hier ist jetzt der Erste, der quasi von einer Stadt zur nächsten geht und diese ganzen Städte sozusagen alle unter seine Herrschaft zwingt, der sozusagen durch den Bau dieser ganzen Städte ein großes Territorium schafft. Und man hat damals offensichtlich das Ganze dann nicht einfach Stadt genannt, sondern „große Stadt“. Eine große Stadt, die letztendlich eigentlich aus vielen anderen Städten besteht und damit offensichtlich ein Ausdruck ist hier für dieses erste Imperium, das der Nimrod geschaffen, könnte also als Bezeichnung für ein Imperium angesehen werden. Das ist deswegen so interessant, weil wir diese Bezeichnung „die große Stadt“ dann noch einmal in der Offenbarung wiederfinden. In Offenbarung 18 und dort – Verzeihung – in Offenbarung 17 und dort Vers 18. So heißt es über Babylon, die das endzeitliche Babylon, das geistliche Babylon: „Und die Frau, die du gesehen hast, ist die große Stadt.“ Da haben wir die große Stadt, die Herrschaft ausübt über die Könige der Erde. Und das ist genau dieses Konzept von Nimrod, der die verschiedenen Völkergruppen seiner Zeit versucht, durch seine militärischen und städtebaulichen Maßnahmen zusammenzuzwingen in ein erstes Imperium. Hier haben wir denselben Gedanken, dann geistlich: Es wird so ein geistliches Imperium geben, das versucht, alle Völker unter eine gefälschte Variante des Evangeliums durch die römische Kirche zusammenzuzwingen als letztes Aufbäumen sozusagen, bevor dann der wahre König der Könige mit dem wahren Evangelium seine Herrschaft antreten wird.

[30:11] Schauen wir zu 1. Mose Kapitel 12 und dort ab Vers 1. Die Bibel zeigt uns nicht nur den ersten Versuch – und darauf sind ja viele weitere gefolgt –, so Imperien zu gründen, um die Völker mit Gewalt und mit menschlicher Unterdrückung zusammenzuzwingen. Sie zeigt uns auch, dass Gott einen völlig anderen, alternativen Plan hier hat. In 1. Mose 12 ab Vers 1 lesen wir: „Der Herr aber hatte zu Abraham gesprochen: ‚Geh hinaus aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft und aus dem Haus deines Vaters in das Land, das ich dir zeigen werde.‘“ Wir wissen, dass Abraham auch aus Südmesopotamien kam, aus Babylonien, aus der Gegend, nämlich aus dem südbabylonischen Ur. Ja, auch die Apostelgeschichte spricht davon, dass Gott dem Abraham schon in Mesopotamien erschienen ist. Und jetzt heißt es hier, er soll also seine Heimat verlassen, er soll seine Familie verlassen, seine Verwandtschaft. Und Gott macht etwas Besonderes in Vers 2: „Und (man muss eigentlich betonen) und ich“, sagt Gott, „und ich will dich zu einem großen Volk machen und dich segnen und deinen Namen groß machen und du sollst ein Segen sein.“ Abraham sollte der Stammvater eines Volkes werden, das sich nicht mehr einfach über Abstammung definiert, denn es wäre nicht das Volk von Terach oder von Nahor, es wäre das Volk, das Gott gegründet hat, indem er den Abraham nimmt, ihn aus seiner gewohnten Umgebung, aus den normalen Mechanismen, wie ein Volk gegründet wird, herausgreift und sagt: „Ich mache dich zu einem Volk.“ Es ist das Volk, das Gott definiert und Gott segnet. Er möchte ihn segnen. Das ist ja das, was Gott eigentlich für alle Menschen tun möchte, wie wir schon in 1. Mose 1 (nämlich Gott möchte den Menschen, die ganze Schöpfung segnen). Und dann heißt es: „Und ich segne und deinen Namen groß machen.“ Wenn man in 1. Mose 11 die Geschichte vom Turm zu Babel sich anschaut, dann stellen wir fest, dass die Menschen da damals den Turm bauen wollten, unter anderem um sich einen Namen zu machen. So steht es in Vers 4. Sie wollten dem Auftrag Gottes nicht nachkommen. Sie wollten rebellieren. Sie wollten sich nicht zerstreuen lassen. Sie wollten sich selbst einen Namen machen. Gott sagt: „Statt zu rebellieren, glaube mir, statt da zu bleiben, wo du bist, folge mir nach. Folge dem Auftrag Gottes und du musst dir nicht einen Namen machen. Ich werde deinen Namen groß machen.“ Die Wahrheit ist, von den Turmbauern kennen wir heute wohl keinen einzigen Namen mehr. Aber Abraham ist seit 4000 Jahren durchgängig bekannt gewesen. Heute kennen ihn Milliarden von Menschen. Einer der berühmtesten Namen der gesamten Weltgeschichte. Gott hat sein Versprechen gehalten. Wenn Gott sagt, ich will deinen Namen groß machen, dann tut er, was er gesagt hat. Und du sollst ein Segen sein. Gott segnet uns, damit wir für andere da sind. Das ist das Wesen des Reiches Gottes. Wie wir gerade gesehen haben, Jesus ist König, weil er für andere sein Leben gibt. Gott gibt dem Abraham Segen, nicht damit dieser nicht nur sich selbst beweihräuchert, sondern dass er den Segen weitergibt. Er wird gesegnet, um ein Segen zu sein. Gottes Ziel war ein Volk, das nicht durch Eroberung, nicht durch Zwang, nicht durch städtebauliche Maßnahmen, sondern durch das Reflektieren des Wesens und des Charakters Gottes zeigt, was echte von Gott geplante Weltherrschaft bedeutet. Gott segnete Abraham und der sollte ein Segen sein. Die ganze Welt sollte das Wesen Gottes erkennen. Vers 3: Der Bund geht noch weiter hier: „Ich will segnen, die dich segnen und verfluchen, die dich verfluchen.“ Mit anderen Worten, Gott verspricht sich in diesem Bündnis ganz mit Abraham zu identifizieren. Gott stellt sich ganz auf die Seite Abrahams. Er ist nicht einfach nur einer, der aus der Ferne den Abraham kontrolliert oder ein paar gute Tipps gibt, sondern er sagt: „Ich stelle mich so sehr auf deine Seite, dass deine Freunde meine Freunde sind und deine Feinde meine Feinde sind. Wir gehören jetzt zusammen. Wir haben ein Bündnis zusammen.“ Lieber Freund, liebe Freundin, Gott möchte, dass du und ich mit ihm zusammenstehen. Er möchte sich mit uns identifizieren. Ja, am Kreuz von Golgatha, lieber Freund, liebe Freundin, hat sich Jesus mit dir identifiziert, nicht mit deinen guten Seiten nur. Nein, er hat sich identifiziert mit den dunkelsten Kapiteln deines Lebens. Er hat es alles auf sich genommen. Er hat sich so sehr damit identifiziert. Er hat nicht nur gesagt, ja, ich kann das nachvollziehen. Er hat nicht nur gesagt, ja, ich hatte auch schon mal schwierige Zeiten, so wie Freunde vielleicht uns nahekommen. Er hat sich so sehr damit identifiziert, dass er deine Schuld zu seiner eigenen gemacht hat, sodass seine Gerechtigkeit meine und deine Gerechtigkeit sein können. Er hat sich in diesem Bund wirklich mit uns identifiziert. Das ist das, was Gottes Volk der Welt zeigen soll. Das ist der Segen, den sie allen Völkern geben sollen, denn das heißt hier in Vers 3: „Und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf der Erde.“ Denn dieses Königreich, das Königreich Gottes, ist nicht auf eine Nation beschränkt, ist nicht ethnisch abhängig von bestimmten Abstammungen, sondern es ist von Gott gegründet, durch seinen Ruf etabliert und es gilt für alle Nationen, für alle Stämme, Völker und Nationen. Deswegen haben wir den Auftrag, das ewige Evangelium auch allen Menschen zu predigen. Und deswegen wird ein wahrer, echter Nachfolger Jesu, ein echter Christ, niemals nationalistische Untertöne in seiner Botschaft haben. Er wird niemals ein Volk höher achten als das andere. Er wird natürlich sich immer freuen dürfen über das Land, in dem er geboren worden ist und wo seine Heimat ist. Da hat Gott nichts dagegen. Aber er wird niemals denken, dass eine bestimmte Hautfarbe, eine bestimmte Kultur, eine bestimmte Sprache oder Nation irgendwie einen Vorteil gegenüber anderen hätte oder besser wäre oder irgendwie überlegen sein würde. Gott möchte alle Nationen segnen, alle Geschlechter und deswegen beruft er sein Volk, um ein Segen zu sein für alle Völker. Nicht um sie zu knechten, nicht um sie zu erobern, sondern um sie zu segnen. Das ist unser Ansatz. Das ist Gottes Ansatz und hoffentlich auch unser Ansatz, wenn es um die Völker geht.

[38:22] Wir sehen dann weiter. Aus Zeitgründen lesen wir jetzt nicht alle Verse, aber wir sehen ab Vers 4, wie Abraham dann nach Kanaan kommt und er merkt, Gott hat ihn aus Babylonien herausgerufen und dann über Syrien nach Kanaan gebracht. Nicht, dass er dort als Einsiedler frei von jeglichem Kontakt zu anderen Menschen einfach nur lebt, sondern er wird dort in einen Brennpunkt gebracht. Die Babylonier waren vielleicht schlimm, aber die Kanaanäer sind es mindestens genauso. Er wird gebracht zu Menschen, die unbedingt eine Offenbarung brauchen der Herrlichkeit Gottes. Und Abraham hinterlässt, wo immer er ist, die Altäre als Zeugnisse der Anbetung des wahren Gottes, der wahren Anbetung. Er zieht durch das Land und wird so – und das zeigen die Geschichten dann auch – von seinen Mitmenschen als sein Fürst Gottes, als ein gottesfürchtiger Mann und ein ja auch ein bedeutender Mann angesehen und auch zu Hilfe geholt.

[39:21] Wir gehen aber jetzt weiter zu 5. Mose. Ein wunderbares Buch in 5. Mose Kapitel 4 und dort ab Vers 5. Da lesen wir, was Gott sich gewünscht hat. Was Gott sich wünscht heute immer noch, wenn es um sein Volk geht und um die Gebote, die er uns gegeben hat in seinem Wort. Wir lesen in 5. Mose 4 ab Vers 5: „Siehe, ich habe euch Satzungen und Rechtsbestimmungen gelehrt, so wie es mir der Herr, mein Gott, geboten hat, damit ihr nach ihnen handelt in dem Land, in das ihr kommen werdet, um es in Besitz zu nehmen.“ Und jetzt kommt’s ab Vers 6: „So bewahrt sie nun und tut sie, denn darin besteht eure Weisheit und euer Verstand vor den Augen der Völker. Wenn sie alle diese Gebote hören, werden sie sagen: ‚Wie ist doch dieses große Volk ein so weises und verständiges Volk?‘“ Was macht die Attraktivität des Volkes Gottes in den Augen anderer Völker aus? Ist es, wenn das Volk Gottes sich in der Kultur und in der Musik und in all den Dingen des Alltagslebens sich an den anderen Völkern anpasst? Führt das dazu, dass die Völker sagen: „Oh, ihr seid so ein kluges und weises Volk.“? Nein, es sind die Gebote Gottes. Es ist Gottes Wort, denn das ist ja eben anders. Das ist das, was die Völker nicht haben. Das ist das, wonach sie suchen. Wenn wir den gleichen Schmutz, den die Menschen ihrer sündigen Kultur so erfinden, selbst imitieren, dann werden sie nicht den Eindruck haben, dass sie etwas haben, was sie nicht haben. Es sind die Gebote Gottes, die er gegeben hat, die, wenn sie in Liebe und dem Glauben ausgelebt werden, der Welt, den Völkern zeigen, welche große Weisheit bei Gott zu finden ist. Nicht nur die Weisheit, sondern noch mehr. Vers 7: „Denn wo ist ein so großes Volk, zudem sich die Götter so nahen, wie der Herr, unser Gott, es tut, so oft ihn anrufen?“ Damals hatten alle Völker ihre Götter, manche hatten sehr viele, die Hethiter hatten über 1000 Götter. Und ein großes Thema war damals immer, wie mächtig sind die Götter, wie sehr rufen, wie sehr antworten sie und helfen sie. Assyrische Könige haben immer wieder behauptet, dass es die Götter wären, die den Sieg für sie errungen hätten. Wenn man einen Gegner besiegte, dann war das letztlich ein Beweis dafür. So glaubte man, dass die eigenen Götter mächtiger sind als die der anderen. Aber hier wird deutlich – und wir wissen das aus verschiedenen Quellen –, dass damals schon im alten Orient irgendwann Menschen anfingen zu zweifeln und sich Gedanken zu machen, warum denn die Götter hier und dort nie eingegriffen haben. Hier wird deutlich, dass es wirklich ein Volk gibt, das tatsächlich Gebetserfahrungen macht, das nicht einfach nur leere Formeln aufsagt und hofft, dass mal irgendwas passiert, sondern das wirklich immer und immer wieder reale Gebetserfahrungen macht, die so spektakulär oder so überzeugend zumindestens sind, dass auch andere Völker merken, das ist was Besonderes. Lieber Freund, liebe Freundin, ist unser Alltagsleben so, dass die Völker um uns herum sagen: „Das ist echte Weisheit, was das Volk Gottes lernt. Das ist echte Gerechtigkeit, das ist eine echte Nähe zu Gott.“ Wir lesen weiter in Vers 8: „Und wo ist ein so großes Volk, das so gerechte Satzungen und Rechtsbestimmungen hätte, wie dieses ganze Gesetz, dass ich euch heute vorlege?“ Die Völker hatten damals alle Gesetze. Die Babylonier hatten Gesetze und die Hethiter hatten Gesetze. Aber Mose sagt hier, wenn Gottes Volk die Gesetze umsetzt, die Gott gegeben hat, dann würden die anderen Völker sagen: „Sowas haben wir nicht. Das ist gerechter als alles, was sich Menschen bisher ausgedacht haben. Das ist etwas Besonderes.“ Lieber Freund, liebe Freundin, wann war das letzte Mal, dass Menschen aus der Welt gesagt haben, dass Gottes Endzeitgemeinde besonders weise, besonders gerecht ist, dass da besonders viele Gebetserfahrungen sind? Ist nicht an der Zeit, dass wir diese Verse ernst nehmen, dass wir in Liebe und im Glauben Gottes Gebote so halten, wie er sie gegeben hat, damit wir für die Völker ein Zeugnis sind? Gott hat die zehn Gebote und überhaupt sein Wort nicht gegeben, damit wir einfach nur etwas zu tun haben. Er hat sie gegeben, um den Völkern zu zeigen, dass Gott wirklich hilft, dass Gott wirklich ihr Leben positiv verändert, dass Gott wirklich ihnen das Beste geben möchte. Die beste Methode, um die Völker, Nationen, Stämme und Sprachen in Offenbarung 14, Vers 6 zu erreichen, ist es also, genau diese Gebote im Glauben zu halten, von denen Gott sagt, dass wenn wir sie halten, die Völker sagen werden: „Das ist ein weises Volk. Wo gibt es ein Volk, das solche Gebetserfahrungen macht? Wo gibt es ein Volk, das so gerechte, so gute Gesetze hat?“ Deswegen heißt es in Offenbarung 14, dass die Völker erreichen werden, es heißt von ihnen, sie halten die Gebote Gottes und haben den Glauben Jesu. Sie halten aus Glauben die zehn Gebote und dadurch erreichen sie die Völker. Nicht durch Zwang, sondern durch Glaubensgehorsam, durch das, was Gott in ihnen bewirkt, weil sie ihm glauben. Dadurch werden die Völker für das wahre, ewige Weltreich gewonnen. Und zwar nicht kollektiv gegen den Willen, sondern jeder Einzelne darf frei entscheiden, ob er diesem Königreich folgen möchte oder nicht, ob er Teil sein möchte oder nicht.

[45:22] In 1. Samuel Kapitel 8 finden wir die traurige Geschichte vom Volk Israel, das irgendwann nach Jahrhunderten der Richterzeit zu dem Entschluss kommt: „Wir wollen sein wie die anderen. Wir wollen sein wie die Edomiter und die Moabiter und die Ammoniter und die Hethiter. Wir wollen Könige haben.“ Interessant ist, wie das Ganze beginnt. Wir lesen in 1. Samuel 8 ab Vers 1: „Und es geschah, als Samuel alt geworden war, da setzte er seine Söhne als Richter über Israel ein. Sein erstgeborener Sohn hieß Joel und der andere hieß Abija. Die waren Richter in Beerscheba. Aber seine Söhne wandelten nicht in seinen Wegen, sondern gingen auf Gewinn aus und nahmen Geschenke und beugten das Recht. Da versammelten sich alle Ältesten von Israel und kamen zu Samuel nach Rama. Und sie sprachen zu ihm: ‚Siehe, du bist alt geworden und deine Söhne wandeln nicht in deinen Wegen. So setze nun einen König über uns, der uns richten soll nach der Weise aller Heidenvölker.‘“ Der Wunsch nach einem König wurde dann aktuell, als Samuels Söhne durch ihr eigenes Fehlverhalten einen berechtigten Unmut erzeugten. Wenn sie so gelebt hätten, wie Gott es sich gewünscht hätte, dann hätte dieser Wunsch – er wäre vielleicht trotzdem irgendwo bei einigen da gewesen –, aber er hätte nicht mit einer solchen Überzeugungskraft vorgebracht werden können. Ihr Lieben, Fehlverhalten in der Gemeinde begünstigt falsche Wünsche und Forderungen. Denn dann kann man begründen und sagen: „Ja, so wie es jetzt ist, so geht’s auch nicht. Das wollen wir nicht und deswegen haben wir einen besseren Plan. Lasst uns sein wie die Welt.“ Wenn unsere Gottesdienste von kleinlicher Fehlersucherei, von pharisäischer Einstellung geprägt sind, wenn dort die Liebe fehlt, dann ist es kein Wunder, wenn dann einige sagen: „Dann lasst uns doch lieber Feiergottesdienste machen, wie sie die anderen haben, weil das wollen wir nicht.“ Die alte Ordnung hat ja offensichtlich auch ihre Mängel. Fehler, unsere Charakterfehler, die andere darin bestärken, einen unguten Weg wählen zu wollen, weil sie sich an unserem Weg stören. Die Israeliten wollten einen König und sie hätten sicherlich auch...

[48:18] König, und sie hätten sicherlich auch dann gewollt, zumindest einige, wenn die Richter besser gewesen wären, die Samuel eingesetzt hatte. Aber so wird der Wunsch konzentriert vorgetragen: „Das wollen wir nicht. Wir wollen einen König wie alle anderen.“ Ab Vers 6: „Dieses Wort aber missfiel Samuel, weil sie sagten: Gib uns einen König, der uns richten soll. Und Samuel betete zu dem Herrn. Da sprach der Herr zum Samuel: Zu Samuel, höre auf die Stimme des Volkes in allem, was sie dir gesagt haben. Denn nicht dich haben sie verworfen, sondern mich haben sie verworfen, dass ich nicht König über sie sein soll.“

[49:06] Gott offenbart hier, dass der Wunsch des Volkes letztlich eine Abkehr von Gottes Plan ist. Das Fehlverhalten von Joel und Abia war letztlich nur ein Vorwand. Und oft werden die tatsächlichen Fehler von Menschen in der Gemeinde zum Vorwand genommen, um viel weiterreichende, letztlich rebellische Pläne begründen zu können. Eine Abkehr von Gottes Plan der Theokratie. Er wollte ihr König sein. Er hatte am Berg Sinai gezeigt, welche Macht er hat und was für ein Interesse er an ihnen hat.

[49:44] Er hatte zu ihnen buchstäblich gesprochen. Kein anderes Volk hat das jemals erlebt. Kein Ägypter konnte sagen, dass er jemals die Stimme von Amun-Re oder so gehört hätte. Kein Ägypter, kein Assyrer oder Babylonier hatte jemals die Stimme der Götter gehört, oder Hethiter. Die Israeliten konnten alle sagen: Gott hat zu uns gesprochen, hat ein Interesse an uns, hat uns in der Wüste hindurchgeführt, hat uns auf Adlersflügeln getragen, und doch wollten sie ihn schon damals oftmals nicht und jetzt endgültig nicht mehr haben. Und Gott sagt es weiter in Vers 8: „Wie sie es immer getan haben von dem Tag an, als ich sie aus Ägypten heraufgeführt habe bis zu diesem Tag, indem sie mich verlassen und anderen Göttern gedient haben. Genauso tun sie es auch mit dir.“ Der Wunsch war Teil einer Jahrhunderte alten Neigung zum Abfall von Gott.

[50:46] Sie wollten so sein wie die anderen. Gott macht deutlich: Man kann nicht gleichzeitig so sein wie die anderen und Gott als König haben. Liebe Freunde, liebe Freundinnen, wir werden uns in unserem Leben, in unseren Familien und in unseren Gemeinden entscheiden müssen: Wollen wir so sein wie die anderen oder wollen wir Gott als König haben?

[51:12] Wenn wir uns entscheiden, so sein zu wollen wie die anderen, wird Gott uns auch gehen lassen. Er zwingt uns nicht, sein König zu sein, denn Gott ist nicht wie Nimrod, der mit militärischer Gewalt versucht, andere in sein Reich zu zwingen. Gott ist nicht Alexander der Große oder Julius Caesar, der mit Legionen versucht, uns zu überzeugen. Gott überzeugt uns nur mit dem Angebot seiner Liebe. Wenn wir nicht wollen, lässt er uns gehen. Aber wir können uns nicht einbilden, dass wir gleichzeitig Gott als König haben und so sind wie alle anderen. Das geht nicht. Wir können uns nicht an den anderen orientieren und gleichzeitig glauben, dass Gott unser König ist.

[52:06] Hier, wie Gott handelt. Er erlaubt ihnen das Königtum. Er hatte ja schon Jahrhunderte vorher in 5. Mose 17, Vers 14 bis 20 (wir können das nachlesen, in meinem Manuskript haben wir den Vers auch notiert) schon Vorkehrungen getroffen. Wenn dann einmal ihr euch einen König fordert, dann soll er das und das und das und das beachten, um den Schaden zu begrenzen. Leider haben natürlich längst nicht alle Könige sich daran gehalten, aber Gott erlaubt ihnen den König.

[52:33] Aber bevor sie diesen Schritt gehen, will er sie noch einmal warnen. Er will ihnen eine Chance geben, ihren Wunsch zu überdenken, indem er ihnen jetzt die Konsequenzen deutlich offenbaren lässt. Samuel soll ihnen zeigen, was das bedeutet. Jetzt folgt eine detaillierte Darstellung, was der König tun wird. Wir lesen ab Vers 11: „Und er sprach: Das wird das Recht des Königs sein, der über euch herrschen wird. Eure Söhne wird er nehmen und sie für sich einsetzen auf seinem Streitwagen, bei seiner Reiterei und damit sie vor seinem Wagen herlaufen.“

[53:04] Wir finden so etwas auch zur selben Zeit hier in Ugarit bei den Königen, die einfach männliche Dorfbewohner für das Militär eingezogen haben. Vers 12: „Und um sich als Oberste über 1000 und als Oberste über 50 zu bestellen und damit sie sein Ackerland pflügen und seine Ernte einbringen und damit sie ihm seine Kriegswaffen und seine Wagengeräte anfertigen.“ Auch das aus Ugarit gut bekannt: Zwangsproduktion von Gefäßen und Lanzen. Die Zwangspflichtung auch zur Bearbeitung königlicher Felder.

[53:39] Vers 13: „Eure Töchter wird er nehmen und sie zu Salbenmischerinnen, Köcherinnen und Bäckerinnen machen.“ Auch das kennen wir aus Ugarit, wo es Palastbäcker, Wäscher, Salbenmischer gibt. Aus Mari wissen wir explizit einige Jahrhunderte vorher von weiblichen Bäckerinnen.

[53:54] Vers 14: „Auch eure besten Äcker, Weinberge und Ölbäume wird er nehmen und seinen Knechten geben.“ Auch das finden wir in Ugarit, wo der König die Vollmacht hat, oft Land zu konfiszieren und dann neu zu verteilen.

[54:08] Vers 15: „Dazu wird er den Zehnten von eurer Saat und von euren Weinbergen nehmen und ihn seinen Hofbeamten und Knechten geben. Er wird eure besten Knechte und Mägde und Burschen und eure Esel nehmen und sie für seine Geschäfte verwenden. Er wird den Zehnten eurer Schafe nehmen und ihr müsst seine Knechte sein.“ Tatsächlich haben auch ugaritische Könige den Zehnten auf Ernte, auf Weinberge, auf Nutztiere von den Untertanen erhoben.

[54:32] Wir sehen also, Samuel zeichnet hier kein Schreckensbild, übertreibt nicht, sondern er zeigt ganz schonungslos offen: So wird es sein. Und er zeigt ein Bild, wie es auch bei den anderen Königen um Israel herum zu der Zeit, tatsächlich am Ende der Bronzezeit zum Übergang zur Eisenzeit, wie es tatsächlich dort gewesen ist.

[54:58] Und trotzdem möchte das Volk das so haben. Vers 18: „Wenn ihr dann zu jener Zeit schreien werdet über euren König, den ihr euch erwählt habt, so wird euch der Herr zu jener Zeit nicht erhören.“ Die sollten wissen, diese Entscheidung ist dauerhaft. Es gibt Entscheidungen im Leben, wo Gott uns vorher warnt, aber wenn wir dann trotzdem die falsche Entscheidung fällen, dann kann man es nicht so schnell wieder rückgängig machen.

[55:19] Manche Menschen werden von Gott gewarnt: „Bitte heirate diese Person nicht. Sie glaubt nicht an Gott. Sie wird deine Lebensmission nicht unterstützen können oder wollen. Tu das nicht.“ Menschen treffen trotzdem eine falsche Entscheidung und später merken sie, es war die falsche Entscheidung. Sie können jetzt nicht so schnell wieder zurück.

[55:38] Die Warnungen Gottes sind nicht dazu gegeben, dass wir sie ignorieren. Sie sind gegeben, weil Gott möchte, dass wir ihnen noch zur rechten Zeit folgen. Und das möchte ich in meinem Leben lernen: den Warnungen zu folgen, wenn Gott sie gegeben hat.

[55:56] Jesus wusste von der Zwangsherrschaft der Großen. Matthäus 20 und dort Vers 25: „Aber Jesus rief sie zu sich.“ Gerade hatten die Jünger Streit miteinander, weil einige von ihnen, genau genommen die Söhne des Zebedäus, Johannes und Jakobus, den Plan schmiedeten, die höchsten Positionen im neuen Reich zu bekommen. Es heißt in Vers 24: „Und als die Zehn es hörten, wurden sie unwillig über die beiden Brüder.“

[56:31] Aller Streit in der Gemeinde, in der Familie, in der Politik, in der Weltgeschichte hat immer damit zu tun, dass Menschen sich erhöhen wollen, dass Menschen ihr eigenes kleines Imperium errichten wollen, mit Zwang und Manipulation andere unterdrücken wollen, ihren Willen aufzwingen wollen. Die Sünde macht uns alle zu kleinen Nimrods.

[57:06] Und Jesus rief sie zu sich und sprach: „Ihr wisst, dass die Fürsten der Heidenvölker sie unterdrücken und dass die Großen Gewalt über sie ausüben.“ Jesus, der sich dem Staat niemals rebellisch gegenüber verhalten hat, hat sehr wohl gewusst, dass weder Pontius Pilatus noch Kaiser Tiberius noch alle anderen Könige seiner Zeit – keiner von denen hat das Wesen Gottes dargestellt. Keiner von denen hat so regiert, wie Gott es sich wünschen würde. Sie alle haben das getan, was weltliche Herrscher in ihrer Sünde tun: Sie haben unterdrückt, manipuliert und Macht für ihre eigenen Zwecke ausgenutzt.

[57:50] Er konnte das bei seinen Jüngern als bekannt voraussetzen: „Wir alle wissen, dass das so ist.“ Aber jetzt kommt’s in Vers 26 und 27: „Unter euch in der Gemeinde, im Reich Gottes, in der Nachfolge Jesu unter euch, aber soll es nicht so sein.“ Es gibt keinen Platz für weltliche Politik in der Gemeinde Gottes.

[58:11] Und liebe Freunde, es wird viel zu viel Politik betrieben auf allen Ebenen, und immer vielleicht sogar mit der Begründung, man will ja nur das Beste, man möchte ja für einen guten Zweck das tun, für eine wichtige biblische Botschaft oder für das und jenes oder für die Mission der Welt. Aber Politik, weltliche Politik, so wie die Könige und die Fürsten das tun, hat in der Gemeinde nichts zu suchen. Selbsterhöhung oder das Streben nach einem höheren Rang haben in der Gemeinde nichts zu suchen. Wann immer es sich manifestiert, führt es zu Streit und Uneinigkeit, Zwietracht.

[58:51] „Unter euch aber soll es nicht so sein, sondern wer unter euch groß werden will, der sei euer Diener.“ Und damit ist nicht gemeint, dass wir ständig davon reden, wie sehr wir anderen dienen, sondern dass wir wirklich dienen. Denn auch die größten Diktatoren haben sich als Wohltäter dargestellt. Stalin konnte behaupten, dass er nur das Beste für das Volk will. Hitler hat sich als ein Großer dargestellt, als jemand, der große Verdienste für sein Volk getan hat. Die assyrischen Könige und die babylonischen Könige haben sich als Hirten dargestellt, die für ihr Volk das Beste wollen, die sie weiden. Aber das war alles nur Worte. Jesus war der wahre gute Hirte. Es reicht nicht, wenn wir davon sprechen, dass wir uns Diener nennen, sondern wir müssen dienen. Und wer unter euch der Erste sein will, der sei euer Knecht. Weltliche Politik macht Gottes Gemeinde kaputt. Jesus hat gesagt, es soll sie nicht geben in seiner Gemeinde.

[59:55] Und dann kommt das Vorbild. Vers 28: „Gleich wie der Sohn des Menschen.“ Wir nennen uns Daniel 7, Vers 13 und 14. Jesus ist der Sohn des Menschen, der König aller Könige, der einmal über die gesamte Welt herrschen wird ohne Ende, gleich wie der Sohn des Menschen nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.

[1:00:25] Jesus kam, er wurde Mensch. Er hat sein Leben am Kreuz, sein Leben für uns gegeben. Er hat schon während seines Erdenlebens gezeigt, dass sein ganzes Anliegen darin besteht, uns zu dienen. Und weil Jesus, der König der Könige, uns lieber dient, als auf seine eigenen Bedürfnisse zu achten, weil mein Glück ihm wichtiger ist als sein Glück, weil er mir dient, gedient hat auf der Erde, am Kreuz, die Auferstehung, jetzt im himmlischen Heiligtum als Hohepriester.

[1:01:07] Deswegen möchte ich ihm dienen als dem König der Könige. Und deswegen werden ihm die Völker, Stämme und Sprachen dienen – nicht, weil man sie zum Dienst verpflichtet, nicht weil man sie mit Waffengewalt dazu zwingt, sondern weil sie diesen König als ihren Diener erlebt haben und das Evangelium angenommen haben und jetzt ihm als Dankesbezeugung, aus Dankbarkeit dienen möchten. Möchtest du Jesus dienen? Weil du verstanden hast, dass er dir dient, gedient hat und jetzt dient und auch in alle Zukunft dienen wird.

[1:02:13] Und wenn dann wir einander dienen, dann kann dauerhaft Frieden sein. Dann können die Völker in Harmonie miteinander leben, weil dann niemand mehr versucht, den anderen zu unterdrücken, was immer nur wieder zur Rebellion führt.

[1:02:44] Jesaja 60 und dort Vers 1 bis 3. Wir sind gleich am Ende angelangt. Jesaja 60 und dort Vers 1. Gott spricht zu seinem Volk: „Mache dich auf, werde Licht, denn dein Licht kommt und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir. Denn siehe, Finsternis bedeckte Erde und tiefes Dunkel die Völker. Aber über dir geht auf der Herr und seine Herrlichkeit erscheint über dir.“

[1:03:03] Gott sieht die Welt, und er sieht sie im Finsteren. Sie war damals finster zur Zeit von Jesaja. Sie war zur Zeit von Jesu finster. Liebe Freunde, sie ist heute tief finster. Die Welt liegt in Finsternis. Die Könige dieser Welt können der Menschheit nicht helfen. Aber Jesus ist unser Licht. Er ist das Licht der Welt.

[1:03:21] Johannes 8, Vers 12: „Und wenn wir ihm glauben und ihm folgen, dann geht seine Herrlichkeit über uns auf, und wir können so, wie Gott am Anfang sprach: Es werde Licht, und es wurde Licht, so dürfen wir sein Wort in die Welt tragen als Lichtträger.“

[1:03:37] Vers 3: „Und Heidenvölker werden zu deinem Licht kommen und Könige zu dem Glanz, der über dir aufgeht.“ Wir haben gesehen, die zehn Gebote, wenn in Liebe und durch Glauben gehalten werden, dazu führen, dass die Völker sagen: „Was ist das für ein verständiges Volk? Was ist das für eine, was haben sie für einen Gott, der ihnen immer wieder hilft und sich in der Not so oft anrufen lässt? Was sind das für gerechte Gebote?“

[1:03:57] Das Licht der Herrlichkeit Gottes wird unsere Botschaft, unsere Theologie, unsere Evangeliumsbotschaft, die Gebote, all das anleuchten, dass Menschen sagen: „Das haben wir eigentlich gesucht.“ Gott möchte die Völker erreichen, nicht mit Schwert und nicht mit Manipulation, sondern mit einer Offenbarung seiner Liebe, die sich in unserem Leben zeigt.

[1:04:20] Jesus ist das Licht für die Völker. Er ist das Licht der Welt. Und wenn wir ihm folgen, werden wir das Licht der Welt. Jesus sagt: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ Aber sagt in Johannes 8, Vers 12, aber sagt auch in Matthäus 5: „Ihr seid das Licht der Welt.“ Und dann sagt er, dass wenn die Leute unsere guten Werke sehen, werden sie den Vater im Himmel preisen, weil sie wissen, es ist nicht das, was der Christopher oder jemand anders getan. Es ist das, was Gott in uns tut.

[1:04:51] Und deswegen ist die Hoffnung der Herrlichkeit für die Heidenvölker, so wie Paulus es ganz richtig beschreibt in Kolosser Kapitel 1 und dort Vers 27: „Ihnen wollte Gott bekannt machen, was der Reichtum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses unter den Heiden ist, nämlich Christus in euch. Die Hoffnung der Herrlichkeit.“

[1:05:13] Christus in uns ist das, was die Völker erreicht, die Hoffnung für die Heidenvölker. Und deswegen gibt es Offenbarung 18. Gottes Wunsch war schon immer gewesen, schon im Alten Testament. Wir können das nachlesen in 4. Mose 14, Vers 21. Sein Wunsch ist es, dass die ganze Erde erfüllt ist mit seiner Herrlichkeit. Er möchte nicht nur, dass seine Herrlichkeit beschränkt ist auf ein paar Gemeinden hier und dort, auf ein Kirchgebäude hier oder einen Hauskreis dort. Er möchte, dass seine Herrlichkeit auf der ganzen Welt zu sehen ist, dass alle Völker erreicht werden mit seiner Herrlichkeit.

[1:05:53] Offenbarung 18, Vers 1 zeigt uns: Das wird geschehen. Es heißt: „Und nach diesem sah ich einen Engel aus dem Himmel herabsteigen, der hatte große Vollmacht, und die Erde wurde erleuchtet von seiner Herrlichkeit.“ Gott ist der einzige König, der einmal schon auf dieser Erde die ganze Welt erobern wird – in Anführungsstrichen – nicht mit Waffen und nicht mit Manipulation und nicht mit Tricks und Täuscherei, sondern mit der Offenbarung seiner Liebe. Das Evangelium wird die ganze Welt erreichen, und dann wird Jesus wiederkommen in den Wolken des Himmels als König der Könige, wird seine Gläubigen zu sich nehmen, tausend Jahre im Himmel mit ihnen regieren, und dann nach dem Ende der tausend Jahre (die Zeit haben wir hier nicht, das so zu erklären und auszuführen, aber ihr kennt es sicherlich) wird er auf dieser Erde sein Königreich aufrichten für alle Ewigkeit mit allen, die diesem Königreich angehören wollten.

[1:06:54] Die Frage heute ist: Bist du dabei? Bist du Teil dieses Königreiches, das Gott erfunden hat, das Gott repräsentiert? Nicht erfunden, ist ja schon mal so gewesen, da muss ich korrigieren. Er ist ja schon immer so gewesen. Das Königreich Gottes repräsentiert ja nur ihn.

[1:07:08] Auf dieser Erde nach dem Sündenfall hat Gott dieses Königreich hier neu gepflanzt über Generationen hinweg, durch Gebote und durch Prophezeiung, durch Bilder, durch Erfahrung der Menschen genährt, bis im Leben von Jesus und Sterben und deiner Auferstehung dieses Reich Gottes für uns so sichtbar wurde und greifbar und der Sieg über Satan errungen worden ist. Möchtest du Teil dieses Königreiches sein? Möchtest du Teil der Verkündigung dieses Königreiches sein? Möchtest du Teil dieser Bewegung sein, die allen Völkern zeigt, dass es etwas anderes gibt als nur Macht und Gewalt und Trug? Etwas, das wirklich für dauerhaften, ewigen Frieden sorgt.

[1:08:03] Alle Völker werden dort auf der neuen Erde vertreten sein. Es heißt in Offenbarung 21 und dort ab Vers 23: „Und die Stadt bedarf nicht der Sonne, noch des Mondes, dass sie in ihr scheinen. Denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm.“ Wenn wir heute durch unsere Predigt, durch unser Leben, durch unsere Hilfestellung für andere die Herrlichkeit Gottes offenbaren, dann zeigen wir schon etwas von diesem ewigen Königreich. Wir bringen Lichtstrahlen vom Thron Gottes in das Leben der Welt, damit Menschen sehen: „So ist das Reich Gottes.“

[1:08:42] Vers 24: „Und die Heidenvölker, die gerettet werden (das heißt, die das Evangelium angenommen haben, die Jesus als ihren König akzeptiert haben), die Heidenvölker, die gerettet werden, werden in ihrem Licht wandeln, und die Könige der Erde werden ihre Herrlichkeit und Ehre in sie bringen.“ Dort wird es Menschen aus allen Völkern, Nationen, Stämmen und Sprachen geben. Es wird wirklich eine multikulturelle Gemeinschaft sein auf der neuen Erde. Alle Völker werden vertreten sein.

[1:09:07] Vers 25: „Ihre Tore sollen niemals geschlossen werden den ganzen Tag, denn dort wird keine Nacht sein, und man wird die Herrlichkeit und die Ehre der Völker in sie bringen.“ Darauf wartet Gott. Das hat er schon immer vorgehabt, nicht dass die Völker geknechtet werden wie bei Nimrod, nicht dass eine Weltmacht nach der anderen aufkommt und versucht, durch Gewalt und Trug und Manipulation die Menschen niederzuhalten, sondern dass die Herrlichkeit Gottes sich offenbart im Leben von Menschen.

[1:09:36] Und diese Herrlichkeit Gottes, die kann nur dann das bewirken, wenn wir ihr glauben, wenn wir sie annehmen, wenn wir sie in unser Herz lassen. Deswegen frage ich dich heute: Möchtest du Gottes Wesen, Gottes Charakter, seinen Heiligen Geist? Möchtest du das in deinem Herzen haben und ein Herold, ein Bote seines Königreichs sein? Möchtest du die Völker erreichen für Jesus, unseren König, damit er bald in den Wolken des Himmels kommen kann und die Völker und wir alle gemeinsam ihm dienen, weil er uns zuerst gedient hat, dient und immer dienen wird?

[1:10:24] Ist das dein Wunsch? Dann lass uns gemeinsam noch beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass du zu uns gesprochen hast. Danke, dass dein Wort so wunderbar ist und danke, dass du uns mit deiner Liebe jeden Tag zu dir ziehst. Danke für das Königreich, dass du etablierst, Herr Jesus. Danke für das Königreich, dass du uns am Kreuz von...

[1:10:49] Königreich, dass du uns am Kreuz von Golgatha gezeigt hast. Danke, dass wir wissen dürfen, dass es keinen besseren König gibt als dich. Dir wollen wir folgen, dich anbeten, Herr. Schenk uns, dass wir aus Liebe, durch deine Kraft, durch deinen Heiligen Geist deine Gebote so halten, dass die Völker um uns herum angesprochen werden, angezogen werden und dass einmal noch viele Menschen aus allen Völkern, Nationen, Stämmen und Sprachen mit uns auf der neuen Erde in deinem ewigen Königreich sein werden, Herr. Das wünschen wir uns von ganzem Herzen. Hab Dank dafür, Herr Jesus, dass du unser König bist. In deinem Namen beten wir. Amen.

[1:11:38] Nächste Woche wollen wir dieses Thema vertiefen mit "Die Völker, Teil 2". Wir werden uns noch mehr Gedanken und Aspekte dieses Themas anschauen und ich lade euch ein, dann wieder einzuschalten. Bis dann wünsche ich euch Gottes reichen Segen und wir wünschen euch viel Freude im Studium seines wunderbaren Wortes. Gott mit euch. Amen.


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