[0:05] [Musik]
[0:35] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour hier auf www.jjoelmedia.de. Ein herzliches Willkommen gilt natürlich wie immer auch allen Zuschauern auf dem Sender Das Wort.
[0:48] Wir sind in unserer Spezialserie über das zweiten Buch Mose. Wir studieren den Exodus und studieren heute und in der nächsten Woche eine besonders berührende, auch sehr tragische und am Ende ganz erstaunliche und tiefgehende Geschichte. Eine Geschichte, die zeigt, was passiert, wenn Sünde Gottes Plan durchkreuzt, aber auch zeigt, wie Gottes Plan am Ende die Pläne der Sünde durchkreuzt.
[1:23] Wir wollen uns heute mit 2. Mose 32 beschäftigen und nächste Woche dann die Folgekapitel, Kapitel 33 und 34 gemeinsam anschauen. Diese gehören eigentlich zusammen. Also, wenn du heute dieses Video siehst, bitte schau auf jeden Fall das Video auch nächste Woche, weil dann erst das gesamte Bild dieser Geschichte ganz klar wird.
[1:55] Bevor wir uns in dieses so wichtige, für uns auch so herausfordernde und aktuelle Thema hinein vertiefen, möchten wir Gott bitten, dass er unser Studium segnet. Und dazu wollen wir mit einem Gebet starten.
[2:12] Lieber Vater im Himmel, danke, dass du uns lieb hast und danke, dass du uns in deinem Wort sowohl tröstest als auch warnst. Danke, dass wir durch die Geschichten einen Spiegel vorgehalten bekommen, um zu sehen, wie wir wirklich sind und was wir wirklich brauchen und dass wir dich mehr als alles andere brauchen. Ich möchte dich bitten, dass du jetzt durch deinen Heiligen Geist zu mir, zu uns, zu uns allen sprichst und dass dein Wort seine Kraft entfaltet, die du hineingelegt hast. Lass uns wirklich offene Ohren haben für das, was du jetzt sagen möchtest. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[3:04] Wie gesagt, heute studieren wir 2. Mose 32, die berühmte Geschichte vom goldenen Kalb.
[3:16] Mose ist auf dem Berg Sinai und wir haben das letzte Mal gesehen, was Gott ihm dort alles gezeigt hat, die Baupläne sozusagen für das Heiligtum, mit dem Gott in der Mitte des Volkes wohnen wollte auf ihren Reisen zum gelobten Land.
[3:37] Wir lesen jetzt in 2. Mose 32 und dort Vers 1: „Als aber das Volk sah, dass Mose lange nicht von dem Berg herabkam, sie haben offensichtlich gewartet, sie haben eine längere Zeit gewartet und dann schien es so, als ob das Warten keinen Erfolg mehr bringt, als ob das Warten letztlich nutzlos wird.“
[4:03] 2. Mose 32 ist unter anderem eine Geschichte über das, was mit Gottes Volk passiert, wenn es das Warten aufgibt, wenn es sich bewusst oder unbewusst dazu entscheidet zu glauben, dass der, auf den sie warten, vielleicht nie wirklich kommen wird oder zumindest lange nicht mehr.
[4:34] Und wir, die wir warten auf unseren Erlöser, der als Hohepriester momentan im Himmel außerhalb dessen, was wir mit Augen sehen können, für uns dient im himmlischen Heiligtum, und er hat versprochen wiederzukommen – wir sollten diese Geschichte genau lesen.
[4:53] Das Volk wartet auf Mose und er verzögert scheinbar seine Rückankunft.
[5:00] Und es heißt hier: „Als aber das Volk sah, dass Mose lange nicht von dem Berg herabkam, da sammelte sich das Volk um Aaron und sprach zu ihm: ‚Auf! Mache uns Götter, die uns vorangehen sollen, denn wir wissen nicht, was mit diesem Mann Mose geschehen ist, der uns aus dem Land Ägypten heraufgeführt hat.‘“
[5:20] Allein dieser letzte Satz ist interessant.
[5:27] Jeder, der die Geschichte in 2. Mose liest und studiert, merkt ganz schnell, es ist Gott, der sie herausgeführt hat. Er hat sich Mose am brennenden Dornbusch offenbart. Er hat die Plagen gesandt. Er hat den Pharao gedemütigt. Er hat das Wasser geteilt. Er hat sie durch die Wüste geführt, ihnen Essen und Wasser gegeben. Und doch sagt das Volk hier wieder, dass es Mose gewesen ist.
[5:54] So leicht schauen wir weg von dem, was Gott getan hat und fokussieren uns auf Menschen.
[6:02] Das Volk glaubt, dass am Ende alles doch an Mose hing. Und wenn Mose nicht mehr da ist, wie soll es weitergehen?
[6:09] Der Wunsch ist: „Mache uns Götter, die uns vorangehen sollen.“ Sie wollen jemanden, dem sie folgen können. Mose ist ja nicht mehr da, scheinbar.
[6:20] Wir lesen hier im Buch, wie alles begann, Seite 293: „Da sie sich in Ägypten an greifbare Darstellungen von Gottheiten gewöhnt hatten, fiel es ihnen schwer, einem unsichtbaren Wesen zu vertrauen.“
[6:38] Und ich glaube, wir alle kennen diese Frage: „Wie kann ich jemandem vertrauen, den ich nicht sehen kann, den ich nicht hören kann?“
[6:46] Vielleicht ist das einer der Hauptgründe, warum die Heiden immer wieder sich bildliche Darstellungen der Gottheiten gemacht haben.
[6:58] Inzwischen waren sie eigentlich dazu übergegangen, sich zur Stärkung ihres – oder besser, Verzeihung. Inzwischen waren sie dazu übergegangen, sich zur Stärkung ihres Glaubens auf Mose zu verlassen. Nun aber stand er ihnen nicht zur Verfügung.
[7:12] Weil sie kein echtes Vertrauen in Gott hatten, sondern ihr Gottvertrauen im Wesentlichen auf der Krücke basierte, sich auf Mose zu verlassen, brach alles zusammen, als Mose nicht mehr da war.
[7:25] Und wenn wir kein echtes Gottesvertrauen haben, wenn wir keine persönliche Beziehung zu diesem unsichtbaren Erlöser haben und sich unser Glaube im Wesentlichen darauf aufbaut, dass wir Menschen vertrauen, von denen wir sehen, dass sie Gott nachfolgen, dann wird unser Glaube ins Wanken geraten, wenn diese Menschen plötzlich aus unserem Leben verschwinden, sei es aus verschiedensten Gründen.
[7:52] Woche um Woche verging. Er war immer noch nicht zurückgekommen. Die Bibel sagt, er war 40 Tage auf dem Berg, mehr als 5 Wochen.
[8:01] Die Wolke war noch zu sehen. Und doch dachten viele im Lager, ihr Anführer habe sie verlassen oder sei im verzehrenden Feuer umgekommen.
[8:16] Götter wurden in Ägypten sehr konkret dargestellt. Die alten Ägypter waren überhaupt in ihrer Sprache, ihrem Denken sehr konkret, wenig abstrakt. So beschreiben antike Texte aus Ägypten die Körper der Gottheiten bis ins kleinste Detail.
[8:34] Die bildlichen Darstellungen, die wir finden, kombinieren tierische und menschliche Aspekte, die oft metaphorische Bedeutung haben. Und die Darstellungen können sich wandeln und nebeneinander stehen. Mit anderen Worten, eine Gottheit kann auch mit verschiedenen Tieren oder verschiedenen Darstellungsformen dargestellt werden. Das war für die Ägypter nie wirklich ein Widerspruch.
[8:57] Was hätten sie eigentlich tun sollen in dieser Zeit des Wartens? Während dieser Wartezeit hatten die Israeliten Gelegenheit, über Gottes Gesetz, das sie vernommen hatten, nachzudenken und ihr Herz auf weitere Offenbarungen, die Gott ihnen möglicherweise geben würde, vorzubereiten.
[9:14] Es gab genügend, worüber sie nachdenken konnten. Gott hatte ihnen die Zehn Gebote gegeben. Sie hatten die Satzungen in 2. Mose 21 bis 23 aufgeschrieben, erhalten von Mose. Sie hatten einen Bund mit Gott gemacht. Und möglicherweise, wie es hier steht, hätte es noch mehr Dinge gegeben, die Gott ihnen jetzt offenbaren wollte. Es hätte mehr als genügend Zeit jetzt gegeben, sich darauf vorzubereiten.
[9:39] Der Text sagt, dafür hätten sie eigentlich alle Zeit gebraucht, die ihnen zur Verfügung stand. Lieber Freund, liebe Freundin, während wir warten auf die Wiederkunft Jesu, brauchen wir alle Zeit, die wir haben, um über das nachzudenken, was Gott uns bereits gezeigt hat und uns auf das vorzubereiten, was Gott uns noch zeigen will.
[10:09] Hätten sie sich darum bemüht, Gottes Forderungen besser zu verstehen und sich vor ihm gedemütigt, wären sie vor Versuchung geschützt gewesen. Es war kein – es war nicht notwendig, dass man um das goldene Kalb tanzt. Ganz und gar nicht.
[10:27] Diese Niederlage hätte es nie geben müssen.
[10:30] Und wenn wir ganz ehrlich sind, du und ich, dann wissen wir, dass die Sünden in unserem Leben, in die wir fallen, die Fehler, die wir machen, letztlich immer wieder darauf zurückzuführen sind, dass wir Zeit, die wir gut hätten verwenden können, um über Gott nachzudenken, irgendwie anders verwendet haben und Gott aus den Augen verloren haben.
[10:52] Weil sie das aber nicht taten, wurden sie bald nachlässig, unaufmerksam und zügellos. Das galt besonders für das Mischvolk. Also diejenigen, die teils hebräischer, teils ägyptischer Abstammung waren, waren ja einige auch aus Ägypten mitgezogen.
[11:11] All das wird unter dem Begriff Mischvolk auch verstanden. Diese Leute wurden ungeduldig, weil es auf dem Weg in das versprochene Land nicht weiterging. Das Land, in dem Milch und Honig flossen. Es war ihnen, Achtung, nur unter der Bedingung des Gehorsams zugesagt worden.
[11:28] Ja, Erlösung ist ein freies Geschenk, doch das Land Kanaan gibt es nur unter der Bedingung des Gehorsams.
[11:36] Aber das hatten sie aus den Augen verloren. Wie oft verlieren wir das aus den Augen, dass wir dankbar sind für die Lösung aus der Sklaverei, aber vergessen, dass wir im gelobten Land nur unter der Bedingung des Gehorsams ankommen werden.
[11:50] Einige schlugen vor, nach Ägypten zurückzukehren. Aber ob vorwärts nach Kanaan oder zurück nach Ägypten: Die Mehrheit des Volkes war entschlossen, nicht länger auf Mose zu warten. Es war nicht nur drei, vier Rädelsführer, die alle anderen manipulierten. Die Mehrheit war entschlossen: „Wir warten nicht länger.“
[12:14] Für die Zeit, in der Mose abwesend war, wurde Aaron die richterliche Amtsgewalt übertragen.
[12:21] Eine riesige Menge. Wir haben ja gesehen, wie viele Israeliten dort auf dem Weg waren. Wenn mehr als die Hälfte überzeugt war, selbst wenn nicht alle sich vor ihm versammelt haben, muss es eine gewaltige Menge gewesen sein.
[12:32] Eine riesige Menge versammelte sich um sein Zelt und forderte: „Mache uns einen Gott, der für uns hergehe.“
[12:39] Sie behaupteten, dass die Wolke, die sie bisher geführt hatte, nun für immer auf dem Berg ruhe, sie werde nicht länger ihre Wanderung leiten.
[12:51] An ihrer Stelle müssten sie ein Bildnis haben. Und falls sie sich für die Rückkehr nach Ägypten entscheiden sollten, wie einige vorschlugen, wären sie sich der Gunst der Ägypter sicher, wenn sie dieses Bild vor sich her trügen und als ihren Gott anerkennen würden.
[13:09] Der Glaube daran, dass Gott dieses Volk geführt hat, verschwand in diesem Volk.
[13:16] Und wenn in unserem Volk heute, in der Gemeinde der Endzeit, das Bewusstsein dafür verschwindet, dass Gott seine Gemeinde immer noch führt. Wenn wir den Eindruck haben, er hat uns bis dahin geführt, aber jetzt wird er uns nicht weiterführen.
[13:35] Wenn wir nicht mehr wissen, dass Gott seine Gemeinde jetzt führt, weiterführen möchte, dann werden wir in dieselben Fehler fallen, die in 2. Mose 32 zu unserer Warnung, wie Paulus später schreiben wird, an die Korinther aufgeschrieben sind.
[13:53] Da sprach Aaron zu ihnen: „Reißt die goldenen Ohrringe ab, die an den Ohren eurer Frauen, eurer Söhne und eurer Töchter sind, und bringt sie zu mir.“ Da riss das ganze Volk die Ohrringe ab, die an ihren Ohren waren, und sie brachten sie zu Aaron.
[14:09] Tatsächlich gibt es heute noch in der Archäologie – findet man noch altägyptischen Schmuck, zum Beispiel hier links oben tatsächlich goldene Ohrringe oder auch einen Armreif daneben oder eine Halskette, ein Halsschmuck dann rechts unten.
[14:26] Interessant war, dass Gold ganz besonders beliebt war für den Schmuck, und zwar nicht nur wegen der offensichtlichen Schönheit, die Gold erstmal hat, sondern weil die Ägypter diesem Metall auch eine gewisse magische Wirkung zugesprochen haben.
[14:49] Wie hat sich Aaron verhalten?
[14:50] Es hätte einen willenstarken, eine mutige Persönlichkeit gebraucht, jemanden, der die Ehre Gottes über die Volksgunst und über die eigene Sicherheit, ja, über das eigene Leben stellt. Aber so jemand war Aaron nicht.
[15:04] Aaron machte dem Volk nur schwache Vorhaltungen. Er hat es nicht gleich mitgemacht. Er hatte versucht, ein bisschen das aufzuhalten. Dass er gerade im kritischen Augenblick unentschlossen und ängstlich wirkte, machte die Leute in ihrer Absicht nur umso entschiedener.
[15:20] Der Tumult nahm zu. Eine blinde, unvernünftige Raserei schien von der Menge Besitz zu ergreifen. Wohl blieben einige ihrem Bund mit Gott treu. Aber die Mehrzahl, wie wir gerade schon gelesen haben, des Volkes machte bei diesem Abfall von Gott mit.
[15:35] Und jetzt ein interessanter Punkt, den wir hier noch erfahren: Die wenigen, die sich trauten, die geplante Herstellung eines Bildnisses als Abgötterei zu brandmarken, wurden angegriffen und misshandelt.
[15:53] Im Durcheinander und in der ganzen Aufregung kamen sie schließlich ums Leben. Es gab Märtyrer am Berg Sinai, noch bevor das Kalb entstand.
[16:08] Manchmal sagen wir, na ja, es sind alle verloren gegangen von der ersten Generation. Aber wenn man solche Texte liest, merkt man, ganz so stimmt es nicht. Es wird einige geben von der ersten Generation, die in der Wüste gestorben sind, aber nicht, weil sie ungehorsam waren, sondern weil sie hier sich für Gott eingesetzt haben als Märtyrer, für die Wahrheit, die ihnen gegeben worden war.
[16:32] Und weil das so war, können wir natürlich menschlich nachvollziehen, dass Aaron um sein Leben fürchtete. Das war keine unbegründete Furcht. Andere sind vor ihm, vor seinen Augen umgebracht worden.
[16:46] Aaron fürchtete um sein eigenes Leben, und wir müssen dazu sagen, die wenigsten von uns haben vielleicht tatsächlich eine solche Gefahr schon einmal erlebt.
[17:03] Die Offenbarung sagt, dass sie ihn, den Satan, überwunden haben durch das Blut des Lammes und das Wort ihres Zeugnisses, und sie haben ihr Leben nicht geliebt bis in den Tod.
[17:18] Ist uns Gottes Ehre wichtiger oder unser eigenes Wohlergehen, unsere Sicherheit?
[17:28] Aaron gab den Forderungen der Menge nach. Als erstes ließ er die Ohrringe einsammeln. Das heißt, er hoffte, dass ihre Eitelkeit sie daran hindern werde, auf ein solches Opfer einzugehen.
[17:41] Aber sie gaben ihren Schmuck willig her. Daraus goss er ein goldenes Kalb, eine Nachbildung ägyptischer Götter.
[17:49] Wir lesen hier: „Und er nahm es aus ihrer Hand entgegen und bildete es mit dem Meißel und machte ein gegossenes Kalb.“ Das hebräische Wort meint eigentlich auch einen Jungstier.
[18:00] Kann also durchaus ein Tier von so bis zu 3 Jahren ungefähr meinen. Da sprachen sie: „Das sind eure Götter, Israel.“ Man könnte auch übersetzen: „Euer Gott.“ Das Wort Elohim kann sowohl Singular, den wahren Gott des Himmels, als auch den Plural, die Götter, meinen. Aber entscheidend ist, es handelt sich hier letztlich um Götzendienst.
[18:22] „Das sind eure Götter, Israel, die dich aus dem Land Ägypten heraufgeführt haben.“
[18:32] Und Aaron ließ diese Beleidigung feige zu.
[18:37] Weil sie ohne ihren Anführer ihre Hilflosigkeit verspürten, kehrten sie zum alten Aberglauben zurück. Denn wenn Menschen in ihrem Glauben, ihrem Glaubensleben sich immer nur auf starke andere verlassen und dann plötzlich alleine da stehen, dann werden sie dazu geneigt sein, wieder in das alte Fahrwasser zurückzufallen.
[18:58] Deswegen dürfen wir uns nicht auf Menschen verlassen. Wir müssen eine lebendige, persönliche Beziehung zu unserem Erlöser haben.
[19:05] Als Gott zu ihnen gesprochen hatte, da war ihnen das zu nah. Sie wollten Mose als Vermittler, aber als Mose nicht mehr da war, kehrten sie zum alten Aberglauben zurück.
[19:19] Zu den Dingen, die bei den Ägyptern als Sinnbild eines Gottes galten, gehörten der Ochse und das Kalb. Auf Anregung derer, die diesen Götzendienst in Ägypten ausgeübt hatten, wurde nun ein Kalb gegossen und angebetet.
[19:31] Wir finden die Stierform bei Götzen auch in anderen Kulturen in der Nähe, auch in Kanaan zum Beispiel. Aber wir erfahren hier, dass es ganz explizit auch auf ägyptische Vorbilder zurückging.
[19:44] Gott hatte das ausdrücklich verboten. Jede materielle Darstellung zum Zweck der Anbetung hatte er ausdrücklich verboten.
[19:55] Jetzt war es soweit. Obgleich sie die Wolke seiner Gegenwart noch immer vor sich hatten, wandten sie sich wieder dem Götzendienst der Ägypter zu und stellten die Herrlichkeit des unsichtbaren Gottes in der Gestalt eines Kalbes dar.
[20:07] Und hier haben wir diese Idee, dass durchaus man auch von dem wahren Gott dachte, dass er sich so durch solch ein Kalb darstellen lassen könnte.
[20:18] Nun, wenn wir in das alte Ägypten schauen, dann finden wir dort vor allem den sogenannten Apis-Kult in der alten Hauptstadt Memphis, nicht allzu weit entfernt vom Land Gosen.
[20:34] Gosen war ja im Ostdelta, und Memphis war so an dem Übergang zwischen Ober- und Unterägypten, das heißt südlich direkt am südlichen Punkt des Deltas.
[20:46] Dort wurde der heilige Apis-Stier verehrt. Später sind die auch sogar mumifiziert worden, aber schon zu jener Zeit wurden sie verehrt als ein Symbol der Fruchtbarkeit und der Stärke. Ja, das kann man sich ja vorstellen bei so einem Stier.
[21:00] Nun ist es interessant, dass in der ägyptischen Vorstellung, in der ägyptischen Theologie, wenn man so möchte, es ganz selbstverständlich war, dass verschiedene Gottheiten mit dem Göttersymbol vermischt worden sind. Man kann hier von einem sogenannten Synkretismus sprechen, also dass in einem Symbol verschiedene Gottheiten mitgedacht werden.
[21:23] Auf diese Weise war es also für die, gerade den ägyptischen Gottesdienst gewöhnten Israeliten und Personen des Mischvolkes, ganz selbstverständlich, dass man auch – so dachten sie – den Gott Israels auch mit so einem Kalb darstellen kann, weil dieses Kalb ja ohnehin auch für verschiedene Gottheiten stand.
[21:49] Der Apis-Stier hatte sich schon in früher Zeit insbesondere zu einer Darstellung des Schöpfergottes Ptah entwickelt.
[21:59] Der Apis-Stier wurde interessanterweise – jetzt kommt’s – als ein Vermittler zwischen Gott und Mensch angesehen.
[22:09] Könnte es also sein, dass die Israeliten diesen goldenen Stier, dieses goldene Kalb, ganz bewusst vielleicht sogar als eine Art Ersatz für Mose konzipiert haben? Denn Mose war ja der Mittler sozusagen zwischen Gott und ihnen.
[22:25] Und dieser Stier sollte das jetzt wohl sein. Der Stier galt auch als der Herold des Ptah, der Herold, der Bote, des Schöpfergottes. Mose war ja genau das. Er war der wahre Bote des wahren Schöpfergottes.
[22:44] Schon zur Zeit Moses und danach ist dieser Apis-Stier aber auch mit der Sonnenscheibe, dem Aton, und später auch dann oder auch mit dem Totengott Osiris gleichgesetzt worden.
[22:53] Da sieht man, wie verschiedene Gottheiten sich da vermischt haben. Für die, insbesondere für die, die ägyptischen Kulte gewohnt waren, war es also ganz selbstverständlich, dass man auch den Gott Israels da hineinmischen konnte.
[23:08] Möglicherweise stand aber auch noch ein anderer Kult im Hintergrund dieser Sache. Es gibt in Heliopolis den Mnevis-Stier, auch ein Kult, über den sehr wenig nur bekannt ist.
[23:25] Aber auch dieser Mnevis-Stier galt als ein Vermittler zwischen Göttern und Menschen. Er wurde vor allem auch mit dem Sonnengott in Verbindung gebracht und war vor allem in den niederen Bevölkerungsschichten sehr populär, also eine religiöse Anbetungsform, die vor allem die unteren Klassen erreicht hat.
[23:47] Und möglicherweise sind ja auch gerade aus dieser Schicht viele mitgezogen mit den Israeliten, und vielleicht war es auch eher so ein Mnevis-Stier, der hier im Hintergrund stand. Das kann man natürlich aus dem Bibeltext nicht mehr genau eruieren, aber so was in die Richtung Apis oder Mnevis-Stier, das kommt dem am nächsten, was wir hier in der Bibel finden.
[24:14] 2. Mose 32, Vers 5 und 6: „Als Aaron das sah, baute er einen Altar vor ihm und ließ ausrufen und sprach: ‚Morgen ist ein Fest für den Herrn.‘“
[24:25] Und hier verwendet er den Namen des wahren Gottes und fördert damit diesen Gedanken, dass dieser heidnische ägyptische Stier durchaus eine Darstellung des wahren Gottes sein könne.
[24:37] Es ist also zumindest aus der Perspektive von Aaron gar keine Abkehr von Gott, sondern eine Vermischung. Es ist eine Anbetung des wahren Gottes mit den Methoden des Götzendienstes.
[24:49] Eine Vermischung von Wahrheit und Irrtum, Anbetung Gottes mit den Methoden der Welt.
[24:57] Ist es nicht interessant, dass, wenn Gottes Volk nicht mehr warten wollte, als es nicht mehr glaubte, dass Gott sie führen würde, sie immer noch Gott anbeten wollten, aber jetzt mit den Methoden der Welt?
[25:14] Sehen wir das nicht heute auch so? Dass überall dort, wo der Glaube an die baldige Wiederkunft Jesu verschwindet und wo man nicht mehr unbedingt glaubt, dass Gott ein Volk hat auf Erden, das er besonders führt, dass man zwar immer...
[25:27] er besonders führt, dass man zwar immer noch Gott anbietet, aber offen ist dafür, weltliche Methoden in den Gottesdienst hineinzubringen.
[25:39] Wir lesen weiter in Vers 6: „Da standen sie am Morgen früh auf und opferten Brandopfer und brachten dazu Friedensopfer. Und das Volk setzte sich nieder, um zu essen und zu trinken. Und sie standen auf, um sich zu belustigen.“ Und schauen wir uns das etwas genauer an.
[25:54] Zunächst einmal gab es auch bei den alten Ägyptern Opfer, zum Beispiel Brandopfer. Diese Brandopfer sind also keine allein auf die Bibel beschränkte Sache. In Ägypten dienten sie unter anderem der Danksagung. Wenn man also bestimmten Gottheiten einen Dank darbringen wollte, hat man ein Opfer verbrannt. Entweder auf Schalen, auf Ständern – da wurde zum Teil auch Obst verbrannt und Pflanzen – oder auch auf Altären. In diesem Zusammenhang ist auch natürlich an Schlachtungen dann von Tieren zu denken. Hier auf dem Bild sieht man eine Darstellung eines Brandopferaltars, den man aus Luxor kennt. Ist natürlich jetzt eine bildliche Darstellung und zwar aus der Zeit von Thutmosis dem [Dritten], also ungefähr die Zeit des Exodus.
[26:49] Das ist also etwas, was wir hier auch aus der Archäologie heraus bestätigen können. Ägyptische Anbetung kannte Brandopfer.
[27:01] Und so heißt es hier: Sie gaben sich unter dem Vorwand, dem Herrn ein Fest zu feiern, sich selbst der Völlerei und einem ausschweifenden Feiern hin. Der Gottesdienst wurde buchstäblich zur exzessiven Party.
[27:22] Und hier ist es interessant, mit einem weit verbreiteten Mythos aufzuräumen. Die Ägypter gelten uns ja heute noch immer so als besonders weise und besonders am Leben nach dem Tod interessiert, als hochphilosophisch. All das ist im Grunde genommen völliger Unsinn. Die Ägypter waren eigentlich komplett anders.
[27:45] Sir Alan Gardiner, der wahrscheinlich bekannteste und berühmteste Ägyptologe des 20. Jahrhunderts, hat in seinem Lehrbuch zur ägyptischen Grammatik auf Seite 24 folgendes geschrieben: „Der Eindruck, mit dem wir zurückgelassen werden, also wenn man die altägyptische Literatur liest, ist der von einem vergnügungsliebenden Volk, lustig, künstlerisch und scharfsinnig, aber ohne Gefühlstiefe und Idealismus.“ Wenn man also Altägypter heute treffen würde, dann wären das eben keine Philosophen, keine tiefen Denker, keine scharfsinnigen, keine gefühlstiefen Menschen, sondern eher Menschen, die zwar sehr scharfsinnig sind, aber immer nur lustig und vergnügungsliebend und so sehr materialistisch.
[28:35] Er sagt weiter hier auf Seite 4: „Entgegen der Reputation für philosophische Weisheit, die den Ägyptern von den Griechen nachgesagt wurde – also unser Bild von den Ägyptern, die sich so Gedanken machen, was wohl nach dem Tod kommt und die dann so philosophische Ideen haben – er sagt, das ist alles etwas, was die Griechen behauptet haben von den Ägyptern. Und da wir lange Zeit nur die Griechen kannten, haben wir sozusagen dieses Bild von den Griechen ziemlich unhinterfragt übernommen. Aber seit man die ägyptischen Texte lesen kann, merken die Ägyptologen: Die Ägypter waren komplett anders.“
[29:10] Er sagt hier: „Entgegen der Reputation für philosophische Weisheit, die den Ägyptern von den Griechen nachgesagt wurde, hat sich niemals ein Volk so abgeneigt gegen Spekulation oder so vollständig den materiellen Interessen hingegeben gezeigt.“ Er sagt, niemals gab es ein Volk, das so materialistisch war wie die Ägypter und das überhaupt kein Interesse hatte an so abstrakten philosophischen Spekulationen.
[29:37] Und jetzt fragt man sich aber, warum gibt es dann all diesen Kult um das Leben nach dem Tod? Er sagt: „Und wenn sie einen so übertriebenen Augenmerk auf die Bestattungsrituale legten, dann lag das daran, weil man glaubte, dass die irdischen Bestrebungen und Vergnügungen auf dem Spiel standen.“ Mit anderen Worten, man hatte Angst, dieses ganze Vergnügen und den ganzen, ja, den ganzen Spaß, den man hier im Leben hatte und den man gefrönt hat, dass man den im Tod verliert und wollte halt irgendwie sicherstellen, dass man dann weiterhin Spaß und Frivolität und Vergnügung hat. Deswegen hat man versucht, den Körper zu halten und noch Essen mitgegeben, damit man auch schön weiter sich voll essen kann. Das hat also nichts, wie hier deutlich gesagt, mit einer Neugier über das Warum oder wohin das menschliche Leben zu tun. Die Ägypter waren von ihrer Mentalität richtige Partymenschen.
[30:30] Und das ist natürlich eine allgemeine Darstellung. Natürlich wird es Ausnahmen gegeben haben, wie in jeder Gesellschaft, aber der grundlegende Tenor der ägyptischen Gesellschaft war auf das Diesseits gerichtet, und zwar so sehr auf das Diesseits, dass man versuchte, das Diesseits, das Leben hier, noch irgendwie mit rüber zu retten.
[30:55] Eine echte Partygesellschaft. Und wir können uns also vorstellen, wie dann der Gottesdienst aussah, den man jetzt in Anlehnung an ägyptische Gottesdienstfeierlichkeiten hier am Sinai veranstaltet hat.
[31:14] Das Ganze hat auch mit uns zu tun. In „Wie alles begann“, Seite 295, lesen wir: „Wie oft wird heutzutage die Vergnügungssucht mit dem Schein der Frömmigkeit, also mit einem christlichen Mäntelchen, bemäntelt? Eine Religion, die Menschen gestattet, solange sie die bloßen Riten der Anbetung vollziehen, selbstsüchtigen und sinnlichen Vergnügungen zu frönen, stellt heute die Massen genauso zufrieden wie in den Tagen Israels.“ Mit anderen Worten, wenn man einfach sagt, na ja, Hauptsache, du tust jetzt an diesem Tag diesen Ritus und dieses Ritual und machst dann da das und jenes, dann kannst du leben, wie du willst. Dann ist das für die meisten Menschen genau das, was sie wollen.
[31:51] Einfach so leben, wie man will, und dann ein paar kultische Handlungen, damit man so das Gewissen beruhigt. Das war für die Israeliten dort am Berg Sinai etwas Attraktives. Ist für die meisten Menschen heute etwas Attraktives, und es gibt immer wieder nachgiebige Aarons, die, obwohl sie hohe Stellung in der Kirche einnehmen, doch den Wünschen der Unbekehrten nachgeben und sie auf diese Weise zum Sündigen ermutigen. Gott hat Leiter in die Gemeinde gesetzt, nicht damit diese Botschaft und den Gottesdienst verändern, um Sündern zu gefallen, sondern um den Sündern einen Leuchtturm zu bieten, an dem sie erkennen können, wie sie gerettet werden können.
[32:41] Es war nur wenige Tage her, seitdem die Israeliten einen feierlichen Bund mit Gott geschlossen und versprochen hatten, seinen Worten zu gehorchen. Sie hatten zitternd vor dem Berg gestanden. Die Herrlichkeit Gottes schwebte noch immer vor den Augen der Israeliten über dem Sinai, aber dennoch wandten sie sich ab von ihm und verlangten nach anderen Göttern. Wenn wir in unserem Herzen den Glauben an Gott verloren haben, dann wird sogar die sichtbare Gegenwart der Wolken- und Feuersäule uns nicht vom Sündigen abhalten.
[33:10] Denn die Beziehung zu Gott basiert nicht auf äußerlichen Zeichen.
[33:19] Ein Mensch, der in seinem Herzen nicht vorgenommen hat zu sündigen, den wird doch eine offene Bibel vor seinem Kopf nicht davon abhalten können, bereit zuzuhören, was Gott zu ihm spricht.
[33:32] Eine größere Undankbarkeit hätten sie ihm nicht erweisen und schmählicher ihn nicht beleidigen können, der sich ihnen als gütiger Vater und allmächtiger König offenbart hatte.
[33:43] Das war nicht ein Ausrutscher, das war blanke Rebellion.
[33:49] Und wir haben gesehen, wie das so Schritt für Schritt entstand und wie weit das ging. Wenn wir erst einmal die ersten Schritte in die falsche Richtung gemacht haben und uns nicht aufhalten lassen und nicht korrigieren lassen, dann haben wir jetzt keine Ahnung, wo wir einmal landen werden, wie tief im Dreck und in der Rebellion gegen Gott.
[34:14] Gott hat das alles gesehen. Wir lesen in Vers 7 und 8: „Da sprach der Herr zu Mose: ‚Geh, steige hinab, denn dein Volk, das du aus dem Land Ägypten heraufgeführt hast, hat Verderben angerichtet. Sie sind schnell abgewichen von dem Weg, den ich ihnen geboten habe. Sie haben sich ein gegossenes Kalb gemacht und haben es angebetet und ihm geopfert und gesagt: Das sind eure Götter, Israel, die dich aus dem Land Ägypten heraufgeführt haben.‘“ Beachte, dass Gott sagt: „Dein Volk, das du aus dem Land Ägypten heraufgeführt hast.“
[34:43] Wenn wir so handeln wie die Israeliten in 2. Mose 32, dann distanziert sich Gott von uns.
[34:58] Er distanziert sich hier von diesem Volk.
[35:06] Gott hätte diese Entwicklung gleich zu Anfang verhindern können, aber er ließ es zu, den Abfall auf die Spitze zu treiben, um allen deutlich zu zeigen, dass er Verrat und Abfall bestraft. Gott hätte gleich den ersten, der eine solche Idee hatte, tot umfallen lassen können. Niemand hätte vielleicht gemerkt, warum das so war.
[35:24] Aber derselbe Gott, der in unendlicher Weisheit den Luzifer gewähren ließ, seine Rebellion zu entwickeln, der hat auch diese Rebellion wachsen lassen, also nicht verursacht, sondern hat es zugelassen, dass sie gewachsen ist.
[35:48] Es hat wohl niemandem mehr Schmerzen bereitet als Gott selbst. Es war ja sein Volk.
[35:52] Und wenn er sagt: „Dein Volk, das du aus Ägypten geführt hast“, dann ist es ja nicht so, dass Gott mit dem Volk nicht mehr zu tun hat. Er liebt es ja noch immer. Er möchte immer noch, dass es sein Volk ist. Er kann es nur nicht sein Volk nennen, was so gegen ihn rebelliert, obwohl es ja immer noch sein größter Wunsch ist, mit diesem Volk zusammen zu sein.
[36:15] Niemanden schmerzt diese Rebellion mehr als Gott. Er, der so viel für sie getan hatte, bekommt so einen Schlag ins Gesicht.
[36:22] Er sagt weiter: „Und der Herr sprach zu Mose: ‚Ich habe dieses Volk beobachtet und sehe, es ist ein halsstarriges Volk.‘“ Gott sagt mit anderen Worten: „Das ist jetzt nicht eine Ausnahme, das ist ein Muster, das sich durchzieht. Schau mal zurück.“
[36:34] „So, lass mich nun, damit mein Zorn gegen sie entbrennt und ich sie verzehre.“ Gott sagt zu Mose auf dem Berg: „Das ist das Ende für Israel. Dich aber will ich zu einem großen Volk machen.“ Er schlägt ihm vor, den Plan der Geschichte zu ändern.
[36:52] Israel verbrennt in der Wüste vor dem Sinai, und Mose wird der Stammvater eines neuen Volkes, das später mal sagen wird: „Wir sind die Kinder Moses“, nicht die Kinder Israels oder Kinder Abrahams, die Kinder Moses.
[37:18] Das heißt, der Gottesbund mit seinem Volk war damit ungültig geworden. Sie hatten den Bund feierlich beschlossen. Gott hatte sie ihn angeboten. Er war ungültig geworden.
[37:27] Die Israeliten, besonders aber die Fremden unter ihnen, hatten immer die Neigung, sich gegen Gott aufzulehnen. Sie würden auch gegen Mose aufbegehren und ihn durch ihren Unglauben und ihre Sturheit kränken. Es wäre eine mühselige, zermürbende Aufgabe, sie in das versprochene Land zu bringen. Durch ihre Sünden hatten sie Gottes Gunst bereits verwirkt, und die Gerechtigkeit verlangte ihren Untergang.
[37:51] Starkes Zitat, krasses Zitat: Die Gerechtigkeit verlangte, dass das Volk Israel untergeht. Deshalb schlug der Herr vor, sie auszurotten und aus Mose ein mächtiges Volk werden zu lassen. Und wenn es nur Gerechtigkeit gäbe auf dem Thron Gottes und keine Gnade, dann wären die Israeliten vor dem Sinai ausgerottet worden.
[38:29] Es schien hoffnungslos zu sein, denn Gott selbst hatte angekündigt, er werde das Volk ausrotten. Wenn Gott beschlossen hätte, sie zu vernichten, wer könnte dann noch für Israel bitten? Die meisten hätten die Sünder ihrem Schicksal überlassen. Wer hätte nicht gern ein Los mit Mühen und Lasten und Opfern, das nur mit Undank und Murren vergolten wurde, gegen eine angenehme und ehrenvolle Stellung eingetauscht, wenn Gott selbst diese Entlastung anbot? Mose hatte nur Schikanen mit diesem Volk, und Gott sagt: „Pass auf, ich entlasse dich davon. Ich nehme diese Lasten ab, ich verzehre sie und mache dich zu einem neuen Volk, und du wirst geehrt werden, und du hast diese Mühe nicht mehr.“
[39:06] Es sah aus wie eine geklärte Sache, aber – und jetzt dieser Satz gefällt mir so sehr – aber Mose fand sogar dort noch Grund zur Hoffnung, wo nur Enttäuschung und Zorn zu sehen waren. Mose hörte genau hin.
[39:22] Gott hatte gesagt: „Lass mich.“
[39:30] Er verstand es nicht als ein Verbot, für Israel Fürsprache einzulegen. Vielmehr ermutigten ihn diese Worte zur Fürbitte, denn sie deuteten an, dass nur sein Flehen Israel retten konnte. Wenn er Gott anflehte, würde dieser sein Volk verschonen. Als Gott gesagt hatte: „So lass mich nun, damit mein Zorn gegen sie entbrennt und ich sie verzehre. Dich aber will ich zu einem großen Volk machen“, dann sieht das so aus, als ob es keine Hoffnung gibt. Aber Mose kannte Gott ganz genau, und er hörte genau hin. Gott hatte gesagt: „So lass mich nun.“
[40:09] Muss Gott Mose um Erlaubnis bitten? Muss Mose das Go geben, damit Gott endlich vernichten kann? Gott macht mit anderen Worten deutlich: „Ich überlasse in gewisser Weise dir die Entscheidung, lass mich.“
[40:19] Und Mose versteht: Wenn er Gott nicht lässt,
[40:32] er kann für das Volk noch beten. Gott hatte gesagt: „Lass mich nun.“ Und Mose sagt: „Moment, nein, ich lass dich noch nicht.“ Und das erinnert uns an diese berühmte Geschichte.
[40:39] Als Gott schon einmal gesagt hatte: „Lass mich.“ Und der, der vor ihm war, der hat gesagt: „Nein, ich lasse dich nicht.“
[40:48] Der Stammvater Israels, Jakob, der an diesem Abend zu Israel wurde, der die Nacht mit Gott gerungen hatte und für immer am Hüftgelenk geschädigt wurde. Der realisiert, dass er hier nicht mit einem Menschen, nicht mit einem Amoriter oder Hethiter oder Jebusiter kämpft. Der realisiert, der kämpft mit Gott.
[41:19] Und es heißt in Vers 27: „Und der Mann sprach – Jesus spricht zu ihm: ‚Lass mich gehen, denn die Morgenröte bricht an‘ – und Jakob aber sprach: ‚Ich lasse dich nicht.‘“
[41:28] Ich weiß nicht, ob du als kleines Kind mit deinen Geschwistern gekämpft hast. Es passiert, dass man als Kinder vielleicht das Raufen bekommt, vielleicht nur aus Spaß, vielleicht macht man sogar ziemlich ernst.
[41:40] Und der eine nimmt den anderen in den Schwitzkasten.
[41:43] Wer sagt: „Lass mich, lass mich los, lass mich gehen“? Der, der den Schwitzkasten anwendet oder der, der im Schwitzkasten ist?
[42:01] Gott sagt mit anderen Worten: „Du hast mich besiegt.“
[42:05] „Lass mich.“
[42:08] Jakob sagt: „Ich lasse dich nicht, es sei denn, du segnest mich.“ Wir alle kennen die Geschichte. Jakob hatte zwar die prophetische Verheißung bekommen, der Erbe des geistlichen Erstgeburtsrechts zu sein, aber hatte immer aus eigener Kraft und durch eigene List und durch Betrug versucht, das zu erringen, was Gott ihm eigentlich versprochen hatte. Er hatte den Segen selbst haben wollen. Jetzt versteht er: Solange ich aus eigener Kraft versuche, den Segen zu erwirken, werde ich immer scheitern. Ich wollte Segen haben. Mein Leben war eine Mühsal. Und jetzt sagt er: „Ich lasse dich nicht, es sei denn, du segnest mich.“
[42:41] Wenn wir unsere Schwachheit erkennen, wenn wir erkennen, dass wir allein Gottes Hilfe brauchen.
[42:53] Wenn wir erkennen, dass nur Gott uns helfen kann, dann haben wir Gott besiegt, in Anführungsstrichen, denn dann kann Gott nicht einfach sich abwenden, wenn ein Mensch sich hilflos zu seinen Füßen niederknien und sagt: „Herr, ich brauche dich, ich alleine kann mir nicht helfen. Du musst mir helfen.“ Dann kann Gott nicht einfach gehen.
[43:17] Es heißt später in Vers 29: „Dein Name soll nicht mehr Jakob sein, sondern Israel, denn du hast mit Gott und Menschen gekämpft und hast gewonnen.“
[43:34] Mose kämpft mit Gott sozusagen. Nein, er zieht kein Schwert. Er schleudert ihm keine bösen Worte an den Kopf.
[43:42] Er ringt mit Gott nicht für sich selbst, sondern für das Wohl des Volkes Israel.
[43:51] Dessen Name ja bedeutet: Gott kämpft. Sein Name sollte sein Israel, denn du hast mit Gott und Menschen gekämpft und hast gewonnen.
[44:03] Mose aber besänftigte das Angesicht des Herrn, seines Gottes, und sprach: „Ach Herr, warum will dein Zorn gegen dein Volk entbrennen, das du mit so großer Kraft und starker Hand aus dem Land Ägypten geführt hast? Das nicht ich. Das nicht mein Volk. Nicht ich habe sie rausgeführt. Das warst du, deine Erlösung, deine Kraft, deine starke Hand.“
[44:19] „Warum sollen die Ägypter sagen: ‚Zum Unheil hat er sie rausgeführt, um sie im Gebirge umzubringen und von der Erde zu vertilgen?‘ Wende dich ab von der Glut deines Zorns und lass dich das Unheil gereuen, das du über dein Volk bringen willst. Gedenke an deine Knechte Abraham, Isaak und Israel, denen du bei dir selbst geschworen und zu denen du gesagt hast: ‚Ich will euren Samen mehren wie die Sterne am Himmel, und dieses ganze Land, das ich versprochen habe, eurem Samen zu geben, sollen sie ewiglich besitzen.‘“
[44:47] Mose bittet nicht für das Volk und sagt: „Aber schau mal, vor drei Tagen waren sie noch ein bisschen gehorsam.“ Er sagt nicht das: „Schau mal, sie haben sich bemüht, zwei Tage lang nicht zu stehlen.“ Die Argumente, die Mose vorbringt in diesem existenziellen Kampf um das Leben des Volkes, sind Gottes erlösende Kraft
[45:13] und die Verheißungen, die Gott selbst gegeben hat.
[45:16] Er argumentiert nicht damit, dass die Israeliten ein bisschen mit guten Werken es sich verdient hätten. Er weiß, wenn es auf die Werke der Israeliten ankäme, wenn es auf das, was sie tun ankäme, sind sie alle für immer verloren.
[45:30] Aber er argumentiert nicht so. Er argumentiert nicht mit den wenig guten Werken, die die Israeliten vielleicht aus eigener Kraft versucht haben zu tun. Er argumentiert mit der Schöpfer- und erlösenden Kraft Gottes und mit den Verheißungen, die er gegeben hat, dem Schwur,
[45:52] den Gott selbst geschworen hat bei sich selbst, bei seiner Existenz.
[46:02] Der Grund, warum uns Sünde nicht in den ewigen Tod treibt, ist, weil wir einen Fürsprecher haben,
[46:10] der nicht mit ein paar guten Taten von uns argumentiert, sondern mit der erlösenden Kraft Gottes, mit seiner starken Hand und mit den unauslöschlichen Verheißungen,
[46:23] die Gott selbst geschworen hat bei seiner Existenz.
[46:29] Mit diesen Argumenten hat Mose das Leben des Volkes gerettet, sozusagen. Mit diesen Argumenten tritt unser Hohepriester im Himmel für uns ein.
[46:44] Mose verweist auf die Tatsache, dass Völker um sie herum beobachten. Die Ägypter sehen, was passieren würde. Im Kontext des großen Kampfes kann Mose den Gedanken nicht ertragen, dass Gottes eigenes Volk zugrunde geht.
[47:06] Was wäre, wenn Gott dir heute in einem Traum erscheinen würde und dir anbieten würde, die Adventbewegung zu vernichten und dich zum Führer eines neuen, großen Volkes zu machen?
[47:25] Und er würde im Traum die Sünden aufzählen, die die Adventbewegung aufgehäuft hat.
[47:35] Würdest du sagen: „Ja, sehe ich genauso. Ich habe auch schon ein Dossier an Akten darüber, und ja, lass uns was Neues gründen.“
[47:48] Oder würdest du so bitten, wie Mose gebetet hat?
[47:57] Daran zeigt sich, wie sehr wir den Geist Jesu haben.
[48:06] Mose lehnte es demütig ab, die Israeliten angeführt zu haben. Sie gehörten nicht ihm, sondern Gott. Demütig sagt er: „Es tut mir leid, aber es ist nicht mein Volk, es ist dein Volk.“
[48:21] In den wenigen Monaten, seitdem Israel aus Ägypten ausgezogen war, hatte sich die Nachricht von der wunderbaren Befreiung bei allen umliegenden Völkern herumgesprochen. Alle wussten, da wird was Außergewöhnliches passieren. Sie alle beobachteten, was Israels Gott für sein Volk tun werde. Wenn er sie jetzt vernichten würde, würden Israels Feinde triumphieren, und Gott wäre entehrt.
[48:44] Was für eine hohe Verantwortung ruht deshalb auf allen, denen Gott eine hohe Ehre erwiesen hat, damit sie dafür sorgen, dass sein Name in der Welt gepriesen wird! Mit welch großer Achtsamkeit sollen sie sich davor hüten, eine Sünde zu begehen, damit sie Gottes Gerichte nicht auf sich herabrufen und sein Name nicht durch Unfrömmigkeit in Verruf gebracht wird.
[49:01] Es ist uns bewusst, dass wenn wir sündigen, Gottes Gerichte über uns ergehen, dass damit auch Gottes Name vor vielen Menschen entehrt wird.
[49:24] Als Mose Fürsprache für Israel einlegte, war seine Ängstlichkeit verflogen. Sie machte einer tiefen Anteilnahme und Liebe zu einem Volk Platz, für das er als Werkzeug so viel getan hatte.
[49:34] Der Herr hörte auf sein Flehen und gewährte seine selbstlose Bitte.
[49:37] Achtung, er hatte seinen Diener einer Prüfung unterzogen. Hat Gott gewusst, was passieren wird?
[49:43] Ja, Gott wusste, dass er an diesem Tag Israel nicht verzehren würde.
[49:50] Seine Prüfung. Er hatte seinen Diener in einer Prüfung unterzogen und dessen Treue und Liebe zum undankbaren, irrenden Volk auf die Probe gestellt. Und Mose hatte diese Prüfung
[50:02] Und Mose hatte diese Prüfung edelmütig bestanden. Hätten wir sie bestanden?
[50:09] Seine Anteilnahme für Israel entsprang keinem selbstsüchtigen Beweggrund. Das Wohlergehen des erwählten Volkes Gottes war ihm mehr wert als seine eigene Ehre und lieber als das Vorrecht, selbst Stammvater eines großen Volkes zu werden. Deshalb Gott war mit seiner Treue, seiner schlichten Gesinnung und Lauterkeit zufrieden.
[50:27] Kann Gott auch mit unserer Treue, unserer schlichten Gesinnung, unserer Lauterkeit zufrieden sein? Es heißt hier, deshalb, weil Mose so war, übertrug er jenem treuem Hirten die hohe Aufgabe, Israel in das verheißene Land zu führen. Mose zeigt hier, wie Jesus ist.
[50:49] Es heißt in 2. Mose 32: „Da reute den Herrn das Unheil, dass er seinem Volk anzutun gedroht hatte.“ Und was heißt das? Heißt es nicht in 1. Samuel 15: „Denn er ist kein Mensch, dass er etwas bereuen müsste.“ Die Reue Gottes ist also nicht die menschliche Reue, wie die wir haben, wenn wir einen Fehler gemacht haben, sagen, ich bereue, dass das gemacht habe, hätte ich das bloß nicht gemacht. So ist das nicht gemeint.
[51:14] Die Reue Gottes ist ganz anders als unsere menschliche Reue. In Jeremia 18 finden wir die Erklärung, Vers 7 bis 10: „Einmal sagt Gott, rede ich über ein Volk oder ein Königreich, dass ich es ausrotten, verderben und zugrunde richten will. Wenn aber jenes Volk, über das ich geredet habe“ – das ist genau das, was am Sinai geschehen ist – „von seiner Bosheit umkehrt, dann reut mich auch das Unheil, dass ich über sie zu bringen gedachte.“
[51:42] Jetzt Achtung. 2. Mose 32 heißt es, dass Gott das Unheil reute. Noch bevor irgendeiner von denen da unten eine Kehrtwendung vollzogen hätte, sondern weil der Fürsprecher für sie schon eingetreten war.
[52:15] Und wir werden sehen, es gibt dann viele, die diese Fürsprache für sich in Anspruch nehmen und einige, die nicht in Anspruch nehmen, und die werden auch am Ende tatsächlich umgebracht. Das werden wir gleich sehen, aber ich möchte ganz deutlich, dass wir diesen Gedanken, finde ich, so interessant, dass es aufgrund der Fürsprache, basierend auf den Argumenten von den Verheißungen Gottes und der erlösenden Kraft Gottes, Gott den Plan ändert, denn das ist ja letztendlich die Reue Gottes, eine Planänderung. Er wird sie nicht verzehren.
[52:58] Mose aber wandte sich um und stieg vom Berg hinab. Die zwei Tafeln des Zeugnisses in seiner Hand. Diese waren auf beiden Seiten beschrieben, vorne und hinten waren sie beschrieben. Und die Tafeln waren das Werk Gottes und die Schrift war die Schrift Gottes, eingegraben in die Tafeln. Er kommt mit dem Dokument des Bundes, das bereits gebrochen worden ist durch die Sünden dort unten am Fuße des Sinai.
[53:28] Als Josua das Geschrei des Volkes hörte, das jauchzte, sprach er zu Mose: „Es ist ein Kriegsgeschrei im Lager.“ Er antwortete: „Das klingt nicht wie Siegesgeschrei oder wie Geschrei der Niederlage, sondern ich höre einen Wechselgesang.“
[53:42] Die Musik muss so gewesen sein, dass Josua, der Mann des Militärs, an Krieg gedacht hat. Aber Mose war lange Zeit am Königshof in Ägypten gewesen. Er kannte diese Musik. Er wusste, es handelt sich um Anbetungsmusik, ein Wechselgesang.
[53:59] Wir wissen über die alttägyptische Musik eine ganze Menge. Es gibt viele Quellen zur Musizierpraxis. Leider gibt es wohl offensichtlich keine Noten, die die Ägypter hinterlassen haben. So wissen wir bis heute nicht, auch wenn manche YouTube-Videos das anders behaupten, aber wir wissen tatsächlich nicht wirklich, wie die Musik geklungen hat.
[54:19] Wir wissen, welche Instrumente es gab. Es gab Klappsistren. Das sind so Rasseln, besser gesagt Trommeln, die übrigens auf Ägyptisch „Kem“ heißen, was ein bisschen lautmalerisch ist für den Klang der Trommel Kem. Von denen es relativ wenig Abbildungen gibt. Sie sind vor allem beim Tanz verwendet worden, beim Flöten, Langflöten, Doppeloboen, Trompeten, vor allem beim Militär, wie auch dann ja in 4. Mose die Trompeten für die Israeliten für den Marsch verwendet worden sind. Harfen, Lauten, Leiern – das sind so die Instrumente, die wir vor allem kennen.
[54:59] Wir wissen, es gab sehr verschiedene Formen des Gesangs. Es gibt eine ganze Reihe von ägyptischen Vokabeln für verschiedene Aspekte des Gesanges und der Gesang hat wohl eine ganz zentrale Rolle auch im Tempelkult gespielt. Ebenfalls ganz zentral für die ägyptische Gesellschaft und ebenfalls, wie die Gesangsmusik im Tempelkult sehr oft dargestellt ist, der Tanz.
[55:23] Und insbesondere im Neuen Reich ist bei den Götterkulten ein besonderer akrobatischer Tanz bezeugt, den extrem leicht bekleidete Mädchen mit offenem Haar ausgeführt haben, wo sie so viel getanzt haben, sich in Ekstase getanzt haben, dass sie so Überschläge gemacht haben, also sie akrobatisch quasi ein Rad oder einen Überschlag ausgeführt haben. Und das war so die Art und so ähnlich muss das ungefähr dann gewesen sein am Fuße des Sinai.
[55:54] Als sie sich dem Lager näherten, sahen sie, wie das Volk dem Götzenbild zujubelte und um es herum tanzte. Es war ein Anblick wie bei den religiösen Ausschweifungen der Heiden, eine Nachahmung der Götterfeste in Ägypten. Haben wir also, können wir ziemlich sicher sagen, da wird es leicht bekleidete Mädchen gegeben haben, die ihren ganzen Körper gezeigt haben durch diese Akrobatik.
[56:12] Wie so ganz anders war dagegen die feierliche, ehrfurchtsvolle Anbetung Gottes? Und als Mose das sieht, das Kalb, die Reigentänze, da heißt es, dann entbrannte Moses' Zorn und er warf die Tafeln weg und zerschmetterte sie unten am Berg.
[56:32] Mose war zutiefst erschüttert. Er kam gerade aus der Gegenwart der Herrlichkeit Gottes und obwohl Gott ihn gewarnt hatte, war er nicht auf eine so furchtbare Bekundung der Verdorbenheit Israels vorbereitet. Er hat sich das nicht so schlimm vorgestellt, wie es wirklich war. Heftiger Zorn packt ihn und die Steintafeln sind vor aller Augen zerbrochen. Er macht ihnen klar, weil sie ihren Bund mit Gott gebrochen hatten, hatte Gott den Bund mit ihnen aufgekündigt.
[57:02] Es ging jetzt nicht einfach so weiter. Der Bund war gebrochen.
[57:08] Und dann nahm das Kalb, das sie gemacht hatten, und verbrannte es mit Feuer und zermalmte es zu Pulver und streute es auf das Wasser und gab es den Kindern Israels zu trinken. Damit zeigt er ihnen die völlige Wertlosigkeit des Götzen, den sie angebetet hatten. Der konnte seine eigene Zerstörung nicht verhindern und konnte auch nicht verhindern, dass er dann sogar getrunken wurde.
[57:28] Zu Aaron aber sprach Mose: „Was hat dir dieses Volk getan, dass du eine so große Sünde über sie gebracht hast?“ Derselbe, der alles in die Waagschale geworfen hat, um sie zu retten, ist derselbe, der die Sünde beim Namen nennt.
[57:44] Da sagte Aaron: „Mein Herr, lass deinen Zorn nicht entbrennen. Du weißt, dass dieses Volk bösartig ist.“ Interessant, wie Mose, Verzeihung, wie Aaron über das Volk denkt. „Sie sprachen zu mir: ‚Macht uns Götter, die uns vorangehen, denn wir wissen nicht, was aus diesem Mann Mose geworden ist, der uns aus dem Land Ägypten heraufgeführt hat.‘ Da sprach ich zu ihnen: ‚Wer Gold hat, der reiße es ab.‘ Da gaben sie mir es und ich warf es ins Feuer. Daraus ist dieses Kalb geworden.“ Also Aaron, er erweckt so den Eindruck, na, ich habe nur das Gold genommen, hab es reingeworfen. Da ist quasi von alleine dieses Kalb entstanden.
[58:18] Aaron versuchte sich zu verteidigen, indem er von einem lautstarken Verlangen des Volkes erzählte, wenn er dessen Wünschen nicht nachgegeben hätte, hätte man ihn getötet. Sagt er, ich musste um meines Lebens willen, das war halt so gefährlich, ich konnte halt nicht anders. Er wollte Mose weismachen, hier sei ein Wunder geschehen. Er habe nur das Gold ins Feuer geworfen und durch übernatürliche Macht sei es zu einem Kalb geworden.
[58:38] Erinnern wir uns daran, dass die Ägypter vom goldenen Schmuck eine magische Wirkung sich erhofften. Aaron scheint das irgendwie so mitzumachen, ich meine, hat ja gewusst, dass das nicht stimmt. Aber da sehen wir, was passiert, wenn Menschen sich nicht voll und ganz zu ihrer Sünde stehen.
[59:05] Die Tatsache, dass Aaron mehr als alle anderen im Volk gesegnet und ausgezeichnet worden war, machte seine Sünde besonders abscheulich. Er war einst zum Wortführer für Mose bestimmt worden und Gott selbst hatte bestätigt, dass er gut reden konnte. Er, durch den Gott seine Gerichte an den Ägyptern und ihren Göttern vollstreckt hatte. Letztendlich war es ja oft, wir lesen bei den Plagen oft, dass auch Aaron seinen Stab ausgestreckt hat. Aaron war an vorderster Front, als die Ägypter durch die Plagen und die ägyptischen Götter gedemütigt worden sind. Er hatte tatenlos zugelassen, wie vor dem gegossenen Bild gerufen wurde: „Das ist dein Gott Israel, der dich aus dem Ägyptenland geführt hat.“
[59:51] Er war mit Mose auf dem Berg gewesen, hatte dort die Herrlichkeit Gottes geschaut. Er konnte bei diesem Erlebnis erkennen, dass es nichts gab, wovon man ein Abbild hätte machen können. Egal, wie groß unsere Erfahrungen mit Gott gewesen sind, wenn wir nicht täglich die Beziehung zu ihm aufrechterhalten, dann nützen uns selbst gigantische Erfahrungen, wie sie Aaron gehabt hat, nicht dann, wenn wir trotzdem gegen ihn rebellieren.
[1:00:24] Wir lesen in 5. Mose 9, Vers 20: „Über Aaron zürnte der Herr sehr, sodass er ihn vernichten wollte.“ Aber auf Moses' eindringliche Fürsprache hin, blieb sein Leben verschont. Als Aaron in tiefer Demut seine große Sünde bereute, nahm Gott ihn wieder in Gnaden an, und ich füge hier hinzu: Und machte ihn zum Hohenpriester.
[1:00:53] Wäre Aaron mutig gewesen, ohne Rücksicht auf die Folgen für das Rechte einzustehen, hätte er den Abfall verhindern können. Es hätte verhindert werden können. Und heute kann so manches, was passiert, verhindert werden. Wenn Leiter im Volk Gottes ohne Rücksicht auf die Folgen für das Evangelium und die Wahrheit einstehen, koste es, was es wolle.
[1:01:19] Aber als er den Wünschen des Volkes nachgab und sich mit ruhiger Selbstsicherheit daran machte, die Pläne der Israeliten in die Tat umzusetzen, wurden sie in ihrer Dreistigkeit noch bestärkt, weit größere Sünden zu begehen, als sie ursprünglich vorgehabt hatten. Wenn wir der Sünde entgegenkommen und ihn dazu ermutigen, in seiner Sünde zu bleiben und die Sünde umzusetzen, weil wir denken, na ja, wir wollen jetzt mal nicht so sein, ist ja jeder auf dem Weg, nicht, dann ermutigen wir ihn sogar noch zu größeren Sünden, die er gar nicht begangen hätte.
[1:01:58] Als Mose zum Lager zurückkehrte, trat er den Rebellen entgegen, als sie seine strenge Zurechtweisung und die Empörung, mit der er die heiligen Gesetzestafeln zu Boden geschmettert hatte, mit der gefälligen Rede und dem würdevollen Benehmen seines Bruders verglichen, galten ihre Sympathien Aaron. Die Menschen vergleichen den harschen Mose, Verzeihung, den harschen Mose, der streng und die Sünde klar im Namen nennt, mit dem würdevollen und sympathischen Aaron, der da irgendwie ein bisschen ausgewogen, wie es ihnen scheint, daherkommt.
[1:02:30] Aber Aaron hatte, als er konfrontiert wurde, alle Schuld auf das Volk geschoben, während Mose für das Volk gebetet hatte. Es sind nicht immer die, die besonders lieblich reden und ganz verbindlich nirgendswo anecken, die wirklich das Wohl des Volkes am meisten suchen.
[1:03:02] Das Volk bewunderte Aarons Sanftheit und Geduld, aber Gott sieht die Dinge anders. Sein Einfluss hatte Sünden im Volk gefördert und das kostete Tausende das Leben. Von allen Sünden, die Gott strafen wird, wiegt in seinen Augen keine so schwer wie die, andere im Bösen zu bestärken.
[1:03:23] Jene, die durch einen Auftrag Gottes geehrt werden, dürfen nicht schwach sein und sich biegsam der Zeit oder den Umständen anpassen. Wir sollen weder auf Selbsterhöhung aus sein noch unangenehmen Pflichten aus dem Weg gehen. Wer Gott dient, wird immer wieder auch Unangenehmes sagen müssen. Nicht um sich selbst zu schonen, sondern aus Liebe zu Gott und Liebe zu seinem Volk.
[1:03:51] Als nun Mose sah, dass das Volk zügellos geworden war – wir haben ja gesehen, welche Tanzorgien da stattgefunden haben –, denn Aaron hatte ihm die Zügel schießen lassen, seinen Widersachern zum Spott. Da stellte sich Mose im Tor des Lagers auf und sprach: „Her zu mir, wer dem Herrn gehört!“ Es gibt einen Aufruf. Da sammelten sich zu ihm alle Söhne Levis. Der gesamte Stamm der Leviten hatte nicht mitgemacht. Und das ist der Grund, warum sie später im Heiligtum eine so entscheidende Rolle spielen.
[1:04:21] Und jetzt kommt ein wichtiger Punkt. Gut aufpassen. Obwohl Gott Moses' Bitte hört und Israel die Vernichtung ersparte, musste dessen Abfall doch als Warnung streng bestraft werden. Die Gesetzlosigkeit und der Ungehorsam, in die Aaron das Volk hatte geraten lassen, mussten schnell ausgemerzt werden. Andernfalls wären sie in Gottlosigkeit ausgeufert und hätten dem Volk unwiederbringliches Verderben gebracht. Das Böse musste mit unnachgiebiger Härte ausgetrieben werden.
[1:04:51] Das Böse geht nicht von alleine. Und deswegen ist das so wichtig, das zu betonen, weil es immer wieder in jüngster Zeit diese Idee gibt, ja, Gott würde gar nicht strafen. Er würde niemanden umbringen. Er würde niemals Gericht halten. Er würde einfach nur warten, bis das Böse sich selbst besiegt. Nein, nein, nein, nein. Das Böse musste mit unnachgiebiger Härte ausgetrieben werden. Gott ist geduldig. Gott ist gnädig und voller Liebe. Groß wie ein Ozean ist seine Liebe, viel größer noch. Aber das Böse muss ausgetrieben werden.
[1:05:25] Wer sich nicht am Abfall von Gott beteiligt hatte, musste sich zu seiner Rechten aufstellen. Dort kamen die Leviten hin. Wer schuldig war, aber bereute, zur Linken. Es gab also zwei Möglichkeiten. Entweder man hatte gar nicht mitgemacht, man hat eine reine Weste, oder man nahm Gottes geschenkte Erlösung an.
[1:05:41] Dieser Befehl wurde befolgt. Es stellte sich, dass der Stamm Levi nicht am Götzendienst teilgenommen hatte. Aus den anderen Stämmen hatten zwar viele gesündigt, aber sie zeigten jetzt Reue, weil Gott bereits vorher den Plan geändert hatte, als Mose für sie gewirkt hatte und gebeten hatte. Können sie jetzt dieses Geschenk der Gnade annehmen, aber sie müssen es annehmen. Da gibt es welche, die haben es nicht angenommen.
[1:06:08] Und er sprach zu ihnen: „So spricht der Herr, der Gott Israels: Jeder gürte sein Schwert an seine Hüfte und geht hin und her von einem Tor zum anderen im Lager und jeder erschlage seinen Bruder, seinen Freund und seinen Nächsten.“ Und die Söhne Levis zu seiner Rechten machten es, wie es ihnen Mose gesagt hat, und an jenem Tag fielen vom Volk an die 3000 Männer.
[1:06:33] Ein Teil hielt stur an seiner Rebellion fest und nahm das Geschenk der Gnade, das Mose durch seine Bitten auf dem Berg erwirkt hatte, nicht an. Und für die gab es jetzt keine Hoffnung. Im Namen des Herrn, des Gottes Israels, erteilte nun Mose denen zu seiner Rechten, die sich von der Abgötterei ferngehalten hatten, den Befehl, ihre Schwerter zu nehmen und alle zu erschlagen, die hartnäckig bei ihrer Auflehnung verblieben. Aber alle, die demütig bereuten, blieben verschont. Getötet wurden nur die, die das Gnadenangebot abgelehnt hatten. Und das ist ein ganz entscheidendes Bild auch für die Endzeit. Genauso wird es am Ende auch sein.
[1:07:23] Damit Gottes Herrschaft über Israel Bestand haben konnte, musste das Gericht über die Verräter verhängt werden. Doch sogar dabei zeigte sich Gottes Gnade. Während er sein Gesetz aufrechterhielt, räumte er allen die Wahlfreiheit und Gelegenheit ein, zu bereuen und zu ihm zurückzukehren. Das war ganz deutlich. Gottes Gnade hat das Gesetz nicht abgeschafft. Wer wollte, konnte umkehren. Wer das nicht wollte, wurde wegen Gesetzesübertretung umgebracht. Das Gesetz blieb bestehen, trotz der Gnade.
[1:07:56] Diese Sünde musste bestraft werden, um den umliegenden Völkern zu zeigen, wie sehr der Götzendienst Gott missfiel. Das heißt, die umliegenden Völker konnten die Israeliten, obgleich sie diese beschämende Wahrheit zugeben mussten, auf den schrecklichen Tod der Übertreter verweisen als Beweis dafür, dass ihre Sünde weder gutgeheißen noch entschuldigt worden war.
[1:08:17] Das hatte auch eine Dimension für das Zeugnis zu anderen Völkern, die gesagt hätten, na ja, schaut mal, ihr macht doch genau das Gleiche wie wir. Aber jetzt konnten Israeliten sagen, nein, schaut, die haben zwar das Gleiche getan, aber Gott hat so gehandelt und deutlich gemacht, das ist nicht in Ordnung.
[1:08:32] Aber nicht weniger als die Gerechtigkeit. Das ist ein krasses Zitat jetzt. Lass uns das ruhig und mit offenem Herzen lesen. Aber nicht weniger als die Gerechtigkeit verlangte auch die Liebe, dass diese Sünde bestraft wurde. Gott ist Hüter und gleichzeitig Herrscher seines Volkes. Er macht ein Ende mit allen, die sich für die Auflehnung entschieden haben, damit sie nicht noch andere mit ins Verderben reißen.
[1:09:01] Als Gott einst Kain am Leben ließ, hat er im gesamten Universum gezeigt, was dabei herauskommt, wenn Sünde ungestraft geduldet wird. Durch sein Leben und seine Unterweisung übte Kain auf seine Nachkommen einen Einfluss aus, der zu einem solchen Zustand der Verdorbenheit führte, dass die ganze Welt durch die Sintflut vernichtet werden musste.
[1:09:22] So verhielt es sich auch mit der Abkehr von Gott am Sinai. Dort haben wir übrigens genau die gleiche Parallele. Dort bei Kain und Abel war es so, dass Kain die Möglichkeit hatte, das Gnadenangebot anzunehmen durch das Opfer, das blutige Opfer, das hat er abgelehnt und dann gab es für seine Sünde keine Erlösung. Kain, denn wer den Weg der Erlösung, den Gott vorschlägt, ablehnt.
[1:09:58] Das heißt, der geistliche Zustand von Kain ist vergleichbar mit denen, die hier die Erlösung ablehnten, die Mose ihnen anbot durch diesen Aufruf. Wäre die Strafe nicht auf dem Fuß gefolgt, also wären die 3000 nicht sofort umgebracht worden, hätten sich die gleichen Ereignisse eingestellt, die Erdenbewohner wären wieder so verdorben geworden wie zur Zeit Noas. Hätte Gott diese Übertreter weiterleben lassen, wären schlimmere Zustände eingetreten als durch die Verschonung Kains. Es war Gottes Gnade, dass Tausende den Tod erlitten, damit nicht später Millionen die Gerichte Gottes erleiden mussten. Um viele zu retten, musste Gott einige bestrafen.
[1:10:41] Und weiter unten, so geschah es aus seiner Liebe zur Welt, zu Israel, ja sogar zu den Übertretern, dass Gott den Frevel schnell und mit aller Strenge bestrafte. Das ist die Wahrheit.
[1:10:58] Als dem Volk die Größe seiner Schuld bewusst wurde, breitete sich im ganzen Lager Entsetzen aus. Man befürchtete, dass nun alle Schuldigen umgebracht würden. Mose hatte Mitleid mit den Verzweifelten und versprach, Gott noch einmal für sie anzuflehen.
[1:11:15] Kennst du das? Du hast eine Sünde begangen und du hast gelesen, Gott hat dir vergeben und trotzdem kriegst du wieder Angst, dass es vielleicht doch nicht so sein könnte. Wir werden sehen, das ist das große Thema von auch Kapitel 33 und 34.
[1:11:31] Gottes Antwort auf diese Frage. Es geschah am folgenden Tag, da sprach Mose zum Volk: „Ich habe eine große Sünde begangen und nun will ich zu dem Herrn hinaufsteigen. Vielleicht kann ich Sühnung erwirken für eure Sünde.“ Als Mose wieder zum Herrn kam, sprach er: „Ach, das Volk hat eine große Sünde begangen, dass sie sich goldene Götter gemacht haben. Und nun vergib ihnen doch ihre Sünde. Wenn aber nicht, so tilge mich aus deinem Buch, dass du geschrieben hast.“
[1:12:00] Wir lesen in der Bibel von Büchern, die in der Offenbarung erwähnt werden, z.B. Bücher, in denen die Werke geschrieben sind, die wir getan haben. Auch das Buch des Lebens, in dem nach dem Zeugnis von Offenbarung Kapitel 3 die Namen derer stehen, die sich einmal zu Jesus bekannt haben. Moses' Gebet macht uns auf die himmlischen Bücher aufmerksam, in denen die Namen aller Menschen und ihre Taten gewissenhaft vermerkt sind, sie seien gut oder böse. Das Buch des Lebens enthält die Namen aller, die jemals in irgendeiner Form im Gottesdienst standen. Wer von denen Gott wieder
[1:12:31] Wer von denen Gott wieder verlässt und hartnäckig in seine Sünden verharrt, wird schließlich gegenüber dem Einfluss des Heiligen Geistes verhärtet. Ihre Namen werden im Gericht Gottes aus dem Lebensbuch gestrichen und sie selbst der Vernichtung anheimgegeben. Mose kannte, wie schrecklich das Schicksal der Sünder sein wird. Doch falls Israel vom Herrn verworfen würde, war es sein Wunsch, dass sein Name zusammen mit ihren gestrichen wird. Er konnte es nicht ertragen mit anzusehen, dass diejenigen dem Gericht Gottes verfallen sollten, die einst auf so wunderbare Weise befreit worden waren. Moses Fürsprache um Israels Willen veranschaulichte die Vermittlung durch Christus für sündige Menschen.
[1:13:13] Das ist, was Jesus für uns tut. Er tritt für uns ein, er war bereit am Kreuz von Golgatha auf sein ewiges Leben zu verzichten.
[1:13:27] Der Herr sprach zu Mose: „Ich will den aus meinem Buch tilgen, der gegen mich sündigt. So, geh nun hin und führe das Volk an den Ort, von dem ich zu dir geredet habe. Siehe, mein Engel soll vor dir hergehen, aber am Tag meiner Heimsuchung will ich ihre Sünde an ihnen heimsuchen.“
[1:13:43] Dann lesen wir in Vers 35: „Und der Herr schlug das Volk, weil sie sich das Kalb gemacht hatten, das Aaron angefertigt hatte.“
[1:13:51] Wenig später brach eine Plage im Lager aus.
[1:13:56] Wie wird es weitergehen? Ist jetzt doch alles zu spät? Kann es noch mal so werden wie zuvor, bevor sie um das goldene Kalb getanzt sind? Kann Gott sie auch wiederherstellen?
[1:14:16] Diese Fragen werden wir nächste Woche gemeinsam besprechen. Wir werden Kapitel 33 und 34 studieren, um zu sehen, wie Gott auf diese Situation reagiert.
[1:14:28] Für heute wollen wir festhalten, dass Sünde etwas Schreckliches ist, dass Sünde eine viel größere Dimension hat, als wir das oft sehen und dass es allein Jesu Verdienst ist, dass wir überhaupt die Möglichkeit haben, uns für das ewige Leben zu entscheiden. Wollen wir ihm dafür danke sagen,
[1:14:48] lieber Vater im Himmel, du siehst uns und du weißt ganz genau, wie oft wir deine Gnade mit Füßen getreten haben, wie oft wir uns von dir abgewandt haben. Und Herr, wir möchten dich heute bitten, dass du uns bewusst machst, wie schrecklich Sünde ist, warum du sie so abgrundtief hasst und was sie mit uns und mit anderen und auch mit dir macht. Wir möchten dich um Vergebung bitten, wo immer wir durch Worte, Taten, Gedanken von deinem Bund abgewichen sind.
[1:15:30] Wir möchten dir von Herzen danke sagen, dass allein durch die Vermittlung Jesu, durch seinen Opfertod, seine Auferstehung und seinen Mittlerdienst wir überhaupt die Möglichkeit haben, trotz unserer Sünde uns doch noch für das Leben zu entscheiden.
[1:15:45] Wir möchten dich bitten, dass du uns segnest und dass wir nächste Woche umso deutlicher erkennen, wie du uns nicht nur die Strafe erlässt, sondern wie du uns wiederherstellst.
[1:15:57] Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:16:01] Wir sehen uns nächste Woche wieder. Schaltet unbedingt ein, um zu sehen, wie diese Geschichte weitergeht, denn dann bekommen wir das ganze Bild, wenn wir sehen, was Gott in Kapitel 33 und 34 tut. Bis dann wünsche euch Gottes reichen Segen und viel Freude im Studium seines Wortes. Amen.