Veröffentlicht am
667 Klicks

Präsentation zur Sendung   >>>  CSH Q 3 2025 Nr. 6   <<<

Christopher Kramp beleuchtet in dieser Folge der CSH-Spezialserie die Kapitel 13 bis 15 des 2. Buches Mose. Er erklärt die Bedeutung der Erstgeburt und des Passahfestes als Erinnerung an Gottes Erlösung und deren tiefe Verbindung zum Gesetz. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der von Gott gewählten Exodusroute und der anhaltenden Diskussion um den genauen Standort des Berges Sinai.


Weitere Aufnahmen

Serie: CSH 2025 Q3 Spezial: Exodus

  • 0:0
  • 0:0
  • 0:0

Transkript

[0:35] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Wie immer gilt ein ganz herzliches Willkommen auch allen Zuschauern auf dem Sender. Das Wort zur sechsten Folge unserer Spezialserie über den Exodus. Wir folgen dem Volk Israel sozusagen Schritt für Schritt bei dieser beeindruckenden, abenteuerlichen Reise, dieser geistlich so tiefgründigen Geschichte des Auszugs aus Ägypten.

[1:08] Das letzte Mal haben wir über die letzte Plage in Ägypten gesprochen, die zehnte Plage, das Passah und die Befreiung Israels aus der Knechtschaft. Heute wollen wir uns mit den nächsten Kapiteln, Kapitel 13, 14 und 15, beschäftigen und die ersten Schritte, die ersten Reiseetappen auf diesem Exodus, dem Weg hinaus, gemeinsam beleuchten und dabei ganz faszinierende Geschichten kennenlernen. Insbesondere natürlich die berühmte vom Durchzug durch das Rote Meer.

[1:45] Bevor wir uns diesen Texten im Detail widmen und einige interessante Fragen dabei bedenken wollen, möchten wir Gott einladen, dass er unser Studium segnet und dass wir bei all dem, was wir gemeinsam heute besprechen werden, dass wir seine Stimme hören und verstehen, was all das für uns heute in unserer Zeit, in unserem Leben zu sagen hat. Lass uns gemeinsam beten.

[2:08] Lieber Vater im Himmel, hab Dank so sehr, dass du uns so überreich segnest und Herr, so oft geht es uns wie den Israeliten am Roten Meer. Wir werden panisch, weil Schwierigkeiten sich auftürmen. Und Herr, das siehst du in unserem Leben ganz genau und Herr, vergib uns, dass wir so oft genau das Gleiche tun wie die Israeliten. Aber heute möchten wir erneut lernen, wie deine Kraft in unserem Leben wirkt, dass du uns sicher führst, auch wenn es manchmal wie eine Sackgasse aussehen mag im ersten Moment. Wir möchten dich bitten, dass dein Wort uns Mut und Trost schenkt, Zuversicht und ein klares Licht auf unserem Weg ist. Wir möchten dich bitten, wenn wir jetzt dein Wort studieren, dass es uns wirklich stärkt und wir danken dir für all das, was du uns zeigst, für all die Erkenntnis, aber vor allem, dass du uns ganz nah sein möchtest. Lass uns diese Lektionen lernen, dass wir still sein dürfen, du für uns kämpfst. Herr, das bitte ich dich für mich und für jeden, der dieses Video sieht. Sei du jetzt unser Lehrer im Namen Jesu. Amen.

[3:21] Wie gesagt, es geht heute um 2. Mose Kapitel 13 bis 15. Wir haben viel vor. Es wird, glaube ich, sehr spannend und sehr berührend für uns persönlich, was wir alles lesen werden. Und deswegen werden wir direkt hineintauchen in dieses Thema. 2. Mose 13, Vers 1 und 2. Wir sind gedanklich immer noch bei dem Passah, bei der zehnten Plage und der Befreiung der Israeliten. Wir lesen: Und der Herr redete zu Mose und sprach: "Heilige mir alle Erstgeburt." Wir erinnern uns, dass alle Erstgeburt in Ägypten vom Sohn des Königs bis zum Vieh, alle Erstgeburt gestorben war. Alles, was den Mutterschoß als Erstes durchbricht von den Kindern Israels, vom Menschen und vom Vieh, das gehört mir.

[4:11] Und wir haben hier eine sehr interessante, schöne Definition sozusagen in diesem Vers, was es bedeutet, heilig zu sein. Das, was heilig ist, gehört Gott. Deswegen heißt später sein Zelt das Heiligtum, weil es sein Zelt ist, wo er wohnt. Und wenn Menschen wirklich biblisch heilig sind, dann gehören sie in einem besonderen Sinne zu Gott. Sie gehören ihm.

[4:42] Wir lesen weiter. Da sprach Mose zu dem Volk: "Gedenkt an diesen Tag, an dem ihr aus Ägypten gezogen seid, aus dem Haus der Knechtschaft." Mose sagt: "Vergesst es niemals, was Gott für euch getan hat." Auch wir dürfen niemals vergessen, was Gott in Jesus Christus am Kreuz für uns getan hat und auch in unserem persönlichen Leben, wo wir diese Dinge auf unser Leben angewandt haben, wo wir Befreiung erlebt haben, wo wir Vergebung erlebt haben, Wiederherstellung erlebt haben. Wir dürfen das nie vergessen, dass der Herr euch mit mächtiger Hand von dort herausgeführt hat. Darum sollt ihr nichts Gesäuertes essen. Heute seid ihr ausgezogen im Monat Abib. Wir haben darüber schon gesprochen. Das ist der erste Monat des hebräischen Kalenders, ungefähr März, April, Mitte März bis Mitte April.

[5:30] Wenn dich nun der Herr in das Land der Kanaaniter, Hethiter, Amoriter, Hiwiter und Jebusiter bringen wird, wie er es deinen Vätern geschworen hat, um dir ein Land zu geben, in dem Milch und Honig fließt, so sollst du diesen Dienst in diesem Monat bewahren. Auch im gelobten Land sollten sie sich immer an die Befreiung erinnern. Sieben Tage lang sollst du ungesäuertes Brot essen und am siebten Tag ist dein Fest des Herrn. Man soll diese sieben Tage lang ungesäuertes Brot essen und kein gesäuertes Brot soll bei dir gesehen werden und kein Sauerteig soll gesehen werden in deinem ganzen Gebiet. Wir haben das letzte Mal schon ausführlich gesprochen über die Idee des Sauerteigs, der ein Symbol auch für die Sünde und der Bosheit in diesem Kontext ist und wie dieses Fest zu feiern ist.

[6:21] Wir lesen weiter in Vers 8 bis 10. Und du sollst das deinem Sohn an jenem Tag erklären und sagen: "Es ist um dessentwillen, was der Herr an mir getan hat, als ich aus Ägypten zog." Wir sollen niemals einfach nur Rituale durchführen aus Traditionen, sondern in unseren religiösen Übungen sozusagen, in den Dingen, die wir tatsächlich auch gottesdienstlich tun, in den Andachten, die wir halten, sollen wir uns immer daran erinnern, dass Gott unser Erlöser ist. Es soll immer einen direkten Bezug zu unserer Erfahrung des Evangeliums haben. Und es soll dir wie ein Zeichen sein in deiner Hand und ein Erinnerungszeichen vor deinen Augen, also so quasi an der Stirn, damit das Gesetz des Herrn in deinem Mund sei, weil der Herr dich mit mächtiger Hand aus Ägypten herausgeführt. Eine sehr interessante Begründung.

[7:14] Das heißt nämlich jetzt in Vers 10, darum, wegen dieser Sache, was wir gerade in Vers 9 gelesen haben, darum sollst du diese Ordnung einhalten, also das Passahfest zur bestimmten Zeit Jahr für Jahr. Jedes Jahr sollten Israeliten das Passah halten aus einem bestimmten Grund. Und der wird in Vers 9 gegeben. Denn Gott hat sie mit mächtiger Hand aus Ägypten herausgeführt und sie sollen sich daran erinnern. Es soll ein Zeichen sein, sozusagen an ihrer Hand. Das heißt, sie sollen entsprechend handeln. Es soll ein Erinnerungszeichen sein vor den Augen. Das heißt, wir sollen darüber nachdenken.

[7:55] Und jetzt kommt das Ziel der ganzen Sache, damit das Gesetz des Herrn in deinem Mund sei. Mit anderen Worten, nur wenn wir über die Erlösung nachdenken, die Gott uns geschenkt hat, wenn wir entsprechend handeln und denken, werden wir auch Gottes Wort, Gottes Gesetz in unserem Mund haben. Wir werden auch entsprechend dem Gesetz Gottes reden und leben. Von Anfang an wird deutlich, die Erlösung hat das Ziel, dass das Gesetz Gottes nicht einfach nur eine äußere Regel, sondern innerlich in unserem Herzen ist, verinnerlicht ist.

[8:35] Und jedem Bibelleser fällt natürlich auf, dass diese Idee dann noch einmal auftaucht. Wir haben hier in 2. Mose 13 die Idee von dem Zeichen an der Hand und an der Stirn als Symbol dafür, dass man an die Erlösung denken soll und entsprechend handeln soll. Dann in 5. Mose 6, als in 5. Mose 5 gerade die zehn Gebote wiederholt worden sind, heißt es hier: "Höre Israel."

[9:00] Ab Vers 4: Der Herr ist unser Gott, der Herr allein und du sollst den Herrn, deinen Gott lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele, mit deiner ganzen Kraft. Hier sehen wir, worum es wirklich geht. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, diese zehn Gebote, die gerade wiederholt worden sind, sollst du auf dem Herzen tragen und du sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Haus sitzt oder auf dem Weg gehst, wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst und du sollst sie zum Zeichen auf deiner Hand binden und sie sollen dir zum Erinnerungszeichen über den Augen sein.

[9:37] Genau das, was von dem Passah, von der Erlösung durch das Blut des Lammes gesagt wird, wird jetzt auch von dem Gesetz gesagt. Und da heißt es sogar: Und du sollst sie auf die Pfosten deines Hauses und deine Tore schreiben. Eine Erinnerung daran, dass das Blut des Lammes ja auch an den Pfosten gewesen ist. Die Vergebung aus Gnade und das Halten der Gebote Gottes sind keine Gegensätze in den Büchern Mose, sondern sie gehen Hand in Hand. Das macht die Sprache ganz deutlich.

[10:11] Und dann lesen wir weiter in 2. Mose 13. Und vielleicht, bevor wir weitergehen, können wir noch ganz kurz erwähnen, dass natürlich dieses Bild von dem Zeichen, dem Erinnerungszeichen an der Stirn und an der Hand natürlich für die Offenbarung dann noch von allergrößter Wichtigkeit ist, denn das Siegel Gottes kommt an die Stirn und auch das Gegenstück, das falsche Siegel, das Malzeichen kommt entweder an die Stirn oder an die Hand. Und hier sehen wir, es geht also bei dem Siegel um Erlösung und Gehorsam.

[10:51] Menschen, die aus Liebe zu Gott, weil er sie erlöst hat, gehorsam den zehn Geboten und zwar allen Geboten gegenüber sind, die werden versiegelt sein.

[11:01] Wir lesen weiter in 2. Mose 13 ab Vers 11. Wenn dich nun der Herr in das Land der Kanaaniter bringt, wie er es dir und deinen Vätern geschworen hat und es dir gibt, so sollst du alles, was den Mutterschoß als Erstes durchbricht, für den Herrn aussondern, auch jeden ersten Wurf vom Vieh, den du bekommst. Alles, was männlich ist, soll dem Herrn gehören. Aber jede Erstgeburt des Esels sollst du mit einem Lamm auslösen. Also bei den Opfertieren sollte die Erstgeburt geopfert werden. Aber ein Esel ist kein Opfertier und der kann nicht geopfert werden. Er soll mit einem Lamm ausgelöst werden. Wenn du es aber nicht auslöst, so brich ihm das Genick. Ebenso sollst du alle Erstgeburt des Menschen unter seinen Söhnen auslösen.

[11:44] Hier wird ganz deutlich: Gott fordert niemals, niemals ein Menschenopfer. Und auch hier wird in dieser Satzung deutlich dieses Prinzip des stellvertretenden Todes. Ein weiteres Schlaglicht auf die Wahrheit des Evangeliums, wie sie in der ganzen Bibel gelehrt wird.

[12:06] Und dann lesen wir weiter: Und wenn dich künftig dein Sohn fragen wird: "Was bedeutet das? Warum halten wir das?" Und das ist eine Frage, die heute noch junge Menschen, Teenager, Jugendliche haben. "Warum machen wir das? Warum gehen wir in die Gemeinde? Warum glauben wir das? Warum lesen wir das?" So sollst du ihm sagen, nicht: "So haben wir es schon immer gemacht. Frag nicht weiter", sondern: "Der Herr hat uns mit mächtiger Hand aus Ägypten herausgeführt, aus dem Haus der Knechtschaft. Denn es geschah, als der Pharao sich hartnäckig weigerte, uns freizulassen, da erschlug der Herr alle Erstgeburt im Land Ägypten, von der Erstgeburt der Menschen bis zur Erstgeburt des Viehs. Darum opfere ich dem Herrn alles Männliche, das als Erstes den Mutterschoß durchbricht. Alle Erstgeburt meiner Söhne aber löse ich aus. Und das soll dir wie ein Zeichen deiner Hand sein und wie ein Erinnerungszeichen vor deinen Augen."

[12:58] Diese Idee des Erstgeborenen. Wir haben letztes Mal schon gesehen, in der ganzen Art und Weise, wie es sich erfüllt hat, war deutlich, dass die Israeliten nur deswegen frei wurden, weil für sie ein Erstgeborener sterben würde, symbolisch dargestellt durch das Blut des Lammes.

[13:23] Und lieber Freund, liebe Freundin, was immer uns im Leben bewegt, das dürfen wir nie vergessen: Jesus ist für mich gestorben. Das ist nicht nur der Anfang des Exodus, nicht nur die erste Etappe. Gott macht ganz deutlich, selbst wenn sie in Kanaan angelangt sein sollen, sollen sie das niemals, niemals vergessen. Lieber Freund, liebe Freundin, es wird niemals einen Zeitpunkt geben, wo die Bedeutung des Kreuzes für uns irgendwie weniger geworden wäre. Niemals einen Zeitpunkt, in dem das Blut Jesu weniger Bedeutung für unser Leben hat, bis in alle Ewigkeit werden wir in den Wundmalen Jesu Gelegenheit haben, uns immer und immer wieder daran zu erinnern, dass wir nur deswegen leben, nur deswegen ewiges Leben haben, weil der Erstgeborene, der einzig Geborene, der Sohn Gottes für uns gestorben ist. Er hat uns wirklich mit mächtiger Hand – und wir werden an anderer Stelle sicherlich vielleicht noch mal die Gelegenheit haben, über dieses Bild zu sprechen – er hat uns mit aller Kraft, die Gott selbst hat, aus der Knechtschaft der Sünde erlöst. Deswegen nennt Paulus auch das Evangelium die Kraft Gottes. Und deswegen wird das so oft betont, dass Gott die Israeliten mit einem ausgestreckten Arm, mit mächtiger Hand erlöst hat.

[14:52] Wir lesen weiter. Und es geschah, als der Pharao das Volk ziehen ließ, da führte sie Gott nicht auf die Straße durch das Land der Philister. Es gab also einen Weg nach Kanaan, den Gott bewusst nicht wählte, obwohl sie der nächste war. Denn Gott sprach: "Es könnte das Volk reuen, wenn es Kämpfe vor sich sehen würde und es könnte wieder nach Ägypten umkehren." Darum führte Gott das Volk einen Umweg durch die Wüste am Schilfmeer. Und die Kinder Israels zogen gerüstet aus dem Land Ägypten.

[15:19] Jetzt gibt es einige Dinge, die wir genau uns anschauen wollen. Zunächst einmal das Wort "gerüstet" im Originalhebräischen kommt von dem Wort "fünf". Man könnte eigentlich wörtlich übersetzen, sie zogen "gefünftelt" hinaus. Und man hat vorgeschlagen, dass das vielleicht bedeuten könnte – Michael Hasel hat das unter anderem vorgeschlagen –, dass hier die Israeliten nicht in einem großen Pulk oder in einer langen Schlangenlinie, natürlich, das wäre völlig unpraktisch gewesen, sondern in fünf großen Divisionen ausgezogen sind. Die ägyptische Armee hatte tatsächlich meist vier Divisionen. Die israelitischen wären natürlich viel größer gewesen mit 120.000 waffenfähigen Männern plus Frauen und Kindern, insgesamt ungefähr 400.000 pro Division. Gewaltig, aber in fünf größeren Blöcken. Das wäre eine Möglichkeit, sich die Logistik etwas besser vorstellen zu können für den Auszug.

[16:13] Nun, hier haben wir auf dieser Landkarte lila markiert, ausgehend von Heliopolis, also dem späteren Namen, dem griechischen Namen dort, diesen grünen Weg, der dort an der Küste entlang geht. Diesen Weg nannten die Ägypter die Wege des Horus. Das war so die Standardwege, das war der Standardweg, wenn das ägyptische Militär in der Levante eingreifen wollte, Krieg führen wollte gegen die Kanaaniter oder Völker weiter im Norden. Und dieser Weg, der kommt auch in der Bibel vor. Von Jesaja 8, Vers 28, wird der Weg am See genannt. Passenderweise die Römer haben das später ähnlich genannt. Sie nannten dann diese Straße die Via Maris. Diese Straße, diesen Weg können wir aber für den Exodus im Grunde genommen gleich wieder vergessen, weil die Bibel explizit sagt, dass auf Gottes Plan hin dieser Weg nicht genutzt worden ist.

[17:06] Und wir hören, dass wäre ihr Vormarsch bestimmt, also wären sie durch das Philisterreich gezogen, hätten sie das versucht, wäre ihr Vormarsch bestimmt gehindert worden, denn die Philister hätten in ihnen entlaufene Sklaven gesehen, die wussten ja von den Israeliten in Ägypten und nicht gezögert, Krieg mit ihnen zu führen. Also eventuell haben sie von ihnen gewusst, aber auf jeden Fall hätten sie Krieg mit ihnen geführt. Auf einen Zusammenstoß mit diesem mächtigen, kriegerischen Volk waren die Israeliten aber kaum vorbereitet. Sie hatten noch zu wenig Erfahrung mit Gott gemacht und keinen starken Glauben an ihn. Wir sehen, dass die Wüstenwanderung unter anderem dazu dient, den Glauben der Israeliten zu stärken, indem sie Erfahrung machen. Gott führt sie immer wieder in Situationen, in denen sie erst einmal glauben müssen und dann merken, er hilft tatsächlich.

[17:51] Sodass sie erschreckt und entmutigt worden wären, dazu waren sie unbewaffnet und kriegsunkundig. Sie hatten gar keine Erfahrung in den Taktiken des Krieges, weil ihre Tatkraft durch die lange Knechtschaft geschwächt worden war. Auch wurden sie durch ihre Frauen samt den Kindern und das Vieh behindert. Offensichtlich, wenn der Herr sie den Weg zum Roten Meer führte, offenbarte er sich ihnen als erbarmungsvoller und zugleich gerechter Gott. Und wie wir schon das letzte Mal gesehen haben, Mose nahm die Gebeine Josefs mit, so wie er das gesagt hatte, Josef, es erfüllte sich auch dessen Prophezeiung.

[18:26] Und damit kommen wir zu einer heißdiskutierten Frage. Das Internet ist voll mit Internetseiten, YouTube-Videos zu dieser Frage. Wir wollen uns versuchen, dem möglichst nüchtern und vor allem auf der Grundlage der Inspiration allein zu nähern. Die Exodusroute: Wo ging dann Mose mit dem Volk tatsächlich entlang? Dahinter steckt die Frage, die wir heute nur andeuten und dann in der übernächsten Folge, wenn es um den Sinai selbst geht, dann noch ausführlicher behandeln werden: Wo liegt der Sinai? Wir müssen sie heute schon deswegen behandeln, denn je nachdem, wo man den Sinai lokalisiert, das hat natürlich enorme Auswirkung auf die Exodusroute.

[19:05] Es gibt im Wesentlichen erstmal zwei Grundsatzannahmen. Die erste ist: Der Sinai liegt auf der Sinai-Halbinsel. Ja, das ist, was meistens klassisch vertreten wird, wobei man dazu sagen muss, dass wahrscheinlich – es ist nicht ganz sicher, aber wahrscheinlich – die Halbinsel erst später Sinai genannt worden ist, weil man dort den Sinai vermutet hat. Aber da gibt es interessanterweise auch verschiedene Forschung dazu. Dazu dann ein anderes Mal vielleicht mehr.

[19:30] Es gibt eine neue Alternative, die sagt: "Nein, der Sinai ist gar nicht auf der Sinai-Halbinsel, sondern in Nordwestarabien und dann wäre das geteilte Meer sozusagen östlich von der Sinai-Halbinsel, der Golf von Akaba." Also hier haben wir die klassische Route aus dem Ostdelta und die genauen Details schauen wir uns dann gleich noch an, aber erstmal zur Übersicht, dann entlang oder durch den Golf von Suez und dann in die südliche Sinai-Halbinsel und dann Richtung Kanaan. Das ist so die klassische Route, wie man sie in vielen Varianten in vielen Bibeln findet.

[20:10] Die neue Variante sagt: "Nein, die Israeliten sind sofort gleich ziemlich sehr, sehr schnell durch die gesamte Halbinsel hindurch und haben dann den Golf von Akaba durchquert und sind dann auf der anderen Seite im heutigen Nordwest-Saudi-Arabien angekommen und dort sei der Berg Sinai."

[20:31] Nun, einer der Hauptgründe ist der, dass man sagt, in Galater 4, Vers 25 sagt doch Paulus, dass der Berg Sinai in Arabien ist und dann kann er ja nicht auf der Sinai-Halbinsel sein. Aber das Argument zieht nicht, denn oder ist nicht schlagkräftig, denn als Paulus den Galaterbrief schreibt im ersten Jahrhundert, gibt es eine römische Provinz Arabia und dazu gehört nicht nur Nordwestarabien, sondern auch die Sinai-Halbinsel. Beides ist zur Zeit von Paulus Arabien. Auch sonst ist die Sinai-Halbinsel immer auch schon von Arabern bewohnt gewesen. Und dazu werden wir gleich noch mehr sehen.

[21:11] Eine andere Theorie, die immer wieder von eher kritischen Bibeltheologen vertreten worden ist, ist, dass die Israeliten gar nicht durchs Rote Meer durch sind, also weder den Golf von Akaba noch den Golf von Suez, sondern nur durch ein flaches Gewässer irgendwo.

[21:28] nur durch ein flaches Gewässer irgendwo weiter nördlich, so einen See vielleicht, der so ein bisschen mehr wie ein Sumpf vielleicht gewesen ist.

[21:34] Das hat damit zu tun, dass das hebräische Wort für Rotes Meer, das Yam Suf, eigentlich wörtlich Schilfmeer heißt.

[21:43] Das kommt vom ägyptischen Suf für Papyrus und Schilf, und man argumentiert: „Na ja, am eigentlichen Roten Meer, wo das echte Meer ist, da wächst ja kein Schilf.“

[21:56] Nur, und das scheint zunächst erstmal plausibel, ist aber auch problematisch und irreführend.

[22:01] Also die Septuaginta übersetzt, also die griechische Übersetzung des Alten Testamentes, sie übersetzt Erythra Thalassa, also das Rote Meer.

[22:10] Und wenn man dann die Bibel weiterliest, stellt man fest, dass an anderen Stellen, wo eindeutig das Rote Meer gemeint sein muss, zum Beispiel hier, wo der König Salomo eine Schiffsflotte in Ezjon-Geber hat, das bei Elat liegt, da wissen wir ganz genau, wo das ist, das ist am Roten Meer. Dann heißt das auch Yam Suf.

[22:28] Ja, das Yam Suf ist eindeutig auch die Bezeichnung hier für das Rote Meer oder auch in 5. Mose, wo die Israeliten auf jeden Fall in der Nähe von Kanaan sind, weit, weit weg von den Bitterseen im Ostdelta Ägyptens, da wird das Rote Meer Yam Suf genannt und da ist ganz definitiv der Golf von Akaba gemeint.

[22:48] Also es gibt keinen Grund zu glauben, warum die Israeliten nicht durch das Rote Meer hindurchgegangen sind.

[22:55] Und das Rote Meer, wenn wir das auf der Karte anschauen, das hat zwei große Zungen: einmal den Golf von Sues und den Golf von Akaba.

[23:05] Einmal westlich von der Halbinsel, einmal östlich von der Halbinsel. Und wir sehen nördlich vom Golf von Sues, da hat es so einige Seen, ja, die Bitterseen und der Ballahsee und so, aber die scheiden aus, wie wir jetzt noch sehen werden, obwohl sie oft von den bibelkritischen Theologen angenommen werden.

[23:24] Leider wird oft die Diskussion heutzutage so geführt, gerade in diesen populären YouTube-Videos: entweder die Bitterseen oder also irgendeiner dieser komischen Seen – nicht komisch, aber einer dieser Seen – oder der Golf von Akaba. Und da man dann zeigen kann, dass die Vertreter der Seentheorie gar nicht an das Wunder glauben, dann bleibt scheinbar nur der Golf von Akaba übrig.

[23:44] Aber wir werden hier sehen, man darf den Golf von Sues nicht aus den Augen verlieren.

[23:51] Noch ein großes Argument gegen die klassische Exodusrute ist die, dass man sagt: „Na ja, der Sinai war doch eigentlich ägyptisch, weil die Ägypter haben dort in Serabit el-Chadim ihr Bergwerk gehabt.“

[24:02] Und wie können die Israeliten aus Ägypten fliehen, wenn sie dann auf die Halbinsel kommen, die immer noch in ägyptischer Hand ist? Deswegen müssen sie schnell dadurch und dann auf die andere Seite.

[24:10] Das ist das Argument. Aber auch das ist nicht gut durchdacht, weil es so gar nicht stimmt. Die Ägypter haben zwar ein Bergwerk, aber keine dauerhafte Siedlung.

[24:21] Sie sind nur wenige Wochen im Winter, also nur wenige Wochen im Jahr und zwar im Winter dort in Serabit el-Chadim.

[24:28] Das heißt, zur Zeit des Exodus war kein einziger Ägypter dort irgendwo in der Gegend.

[24:34] Man muss ganz fest noch mal, also ganz deutlich festhalten: die Sinai-Halbinsel gehört nicht zum eigentlichen ägyptischen Reich, auch nicht zur Zeit des Neuen Reiches.

[24:45] Es gibt zwar dort Bergbauoperationen, ja, und die werden aber immer mit Militär durchgeführt, weil man sich gegen die Wüstennomaden, die dort eigentlich wohnen, dann zur Wehr setzen muss.

[24:56] Wir werden ja sehen, auch die Israeliten haben dann mit den Amalekitern zu kämpfen, die sie dort attackieren.

[25:01] Außerdem werden dort verurteilte Straftäter dorthin verbannt. Das ist so eine Strafkolonie, also Strafstätte. Das ist also nicht Ägypten. Das ist ganz definitiv nicht Ägypten.

[25:12] Wer auf die Sinai-Halbinsel flieht, der ist außerhalb von Ägypten im Denken der 18. Dynastie des Neuen Reiches.

[25:21] Also hier haben wir noch mal auf der Karte blau markiert. Hier sind diese, da wo das Blau markiert ist mit dem Pfeil, da sind diese Bergwerke. Aber wie gesagt, die sind zur Zeit des Exodus gar nicht besetzt gewesen. Da ist kein Ägypter und entsprechend ist auch dieses Argument letztlich hinfällig.

[25:38] Also halten wir noch mal fest, die Varianten sind die, wie man nach Kanaan kommt: entweder am Mittelmeer entlang, aber das wird explizit verneint, das können wir vergessen. Dann durch diese Bitterseen, aber da ist kaum ein richtiges Wunder nötig.

[25:52] Vor allem aber macht 2. Mose 14, Vers 3, das werden wir gleich sehen, deutlich, dass die Israeliten nicht den kürzesten, nicht den direktesten Weg gegangen sind.

[26:00] Und das macht auch die Bitterseen letztlich unmöglich. Die Israeliten sollten noch mal umdrehen und das werden wir gleich sehen, was das bedeutet.

[26:08] Dann gibt es die Variante vom Golf von Akaba. Das ist die, die mittlerweile von vielen bibeltreuen Christen vertreten wird. Und dann gibt es die, die mittlerweile ziemlich in Vergessenheit geraten ist und die wir heute ein bisschen noch beleuchten wollen: die vom Golf von Sues.

[26:24] Also hier noch mal die neue Variante Golf von Akaba: ein schneller Marsch durch die Sinai-Halbinsel und dann durch den Golf von Akaba und zwar am sogenannten Nuweiba Strand.

[26:36] Es gibt auch noch andere Varianten, aber das ist die, die man meistens hört.

[26:42] Und zwar muss man sich dazu vorstellen, der Golf von Akaba ist enorm tief, also so und also das ist eine, wenn man das auf der Karte sieht, da kommt also weiter nördlich ist ja der Jordan, das Tote Meer, das ja auch schon viele hundert Meter unter Normalnull ist und dieser Grabenbruch, der zieht sich dann durch und dieser Golf von Akaba ist Teil davon.

[27:00] Das heißt, es geht auf beiden Seiten steil runter, wirklich steil runter.

[27:06] Und die Vertreter der neuen Theorie sagen, aber es gäbe eine Landbrücke. Es gäbe so, es sei zwar alles steil, aber dann gäbe es so eine Landbrücke, die ziemlich flach sei, da könnte man drüber gehen. Das wird immer wieder behauptet.

[27:18] Nur ist es so, dass man tatsächlich dort nautische Landkarten falsch interpretiert hat, als man das behauptet hat.

[27:26] Die Messungen der britischen Admiralität sind ganz deutlich und das kann man auf den Karten nachvollziehen. Der tiefste Punkt liegt selbst auf dieser sogenannten Landbrücke bei ungefähr 765 Meter unter dem Meeresspiegel und schon direkt, wenn man vom Ufer runtergeht, geht es ziemlich steil gleich 263 Meter ab und das ja unter Wasser halt.

[27:51] Und das macht einen Übergang dort extrem unwahrscheinlich, weil das ist mit zwei Millionen Leuten in einer Nacht gar nichts zu machen. So tief runter und dann wieder hoch.

[28:00] Das würde auch bedeuten, dass die Wasser viele hundert Meter hoch gestanden haben. Wenn die dann über die Ägypter drüber sind, dann wäre da gar nichts übrig geblieben. Sehr unwahrscheinlich.

[28:11] Vor allem ist es extrem unwahrscheinlich, dass die Ägypter mit ihren Streitwagen so 200 Meter steil weg runterfahren.

[28:20] Das ist also ein Kommentator hat gesagt, da hätte man gar kein Wasser mehr dann über sie schütten müssen. Die wären auch so gestorben. Das ist also tatsächlich im Grunde genommen unmöglich.

[28:30] Hier sehen wir noch mal ein Bild, wie man sich das vorstellen kann. Jemand hat dort das Empire State Building reingebaut, damit man so eine Idee hat, wie groß das, wie tief das und das ist die sogenannte Landbrücke. Also drumherum ist es noch viel tiefer.

[28:43] Ja, und das zeigt, dass diese Golf-von-Akaba-Variante bei aller Sympathie für den Versuch, das dort zu lokalisieren, einfach technisch unmöglich ist.

[28:53] Außerdem hat man immer wieder gehört, es gäbe dort Streitwagenräder, abgesehen davon, dass sich keine Streitwagenräder erhalten hätten, wenn 200, 300 Meter hohe Wellen auf die Ägypter gekommen wären. Man hat bis heute keinen einzigen sicheren Nachweis davon.

[29:08] Es sieht so aus, dass es sich um Korallenformationen handelt.

[29:11] Keiner konnte bisher einen solchen Streitwagen, ein solches Rad bisher tatsächlich wissenschaftlich zeigen, also wirklich den Nachweis geben.

[29:19] Außerdem ist die Distanz natürlich durch diese trockene Halbinsel extrem lang für diese schnelle Flucht und der Zugang zum Strand ist für zwei Millionen Menschen extrem eng.

[29:32] Wenn wir uns das anschauen hier auf Google Maps, da haben wir diesen Nuweiba Beach, also diesen Strand, ja, wo dann diese vermeintliche Landbrücke ist, die es letztlich gar nicht gibt.

[29:41] Aber dann sieht man, dass der Weg dazu extrem verschlungen ist durch Gebirge, sehr eng. Da können also Israeliten kaum nicht viele nebeneinander gegangen sein und das macht einen Tross von zwei Millionen Israeliten irrsinnig viele Kilometer lang und dann wird eine Durchquerung in einer Nacht einfach auch logistisch kaum noch machbar.

[30:06] Abgesehen davon, dass das ein Terrain ist, mit dem sicherlich nicht hunderte von Streitwagen der Ägypter da so einfach hätten manövrieren können.

[30:16] Ja, das ist also ebenfalls sehr unwahrscheinlich und eigentlich nicht vorstellbar.

[30:23] Nun dazu wollen wir noch daran erinnern, dass wir gesagt haben schon im Bezug auf 2. Mose 4, dass nach der Bibel – das ist ein Kapitel, das meistens dann übersehen wird, weil es nicht direkt zur Exodusroute gehört – aber dass die Bibel eindeutig sagt, dass der Berg Gottes, der Berg Horeb, der Berg Sinai dort ist, wo man sich quasi trifft, wenn man von Midian nach Ägypten geht und von Ägypten nach Midian.

[30:48] Ja, und die Idee, also Midian ist irgendwo südlich vom Toten Meer, irgendwie nördlich vom Golf von Akaba, ja, bisschen auf der israelitischen, bisschen auf der jordanischen Seite.

[31:01] Wenn man von dort Richtung Ägypten geht, ja, der Weg dort geht, dann muss es irgendwo auf der Sinai-Halbinsel sein, aber wohl eher nicht in Nordwest-Saudi-Arabien.

[31:11] Hier zusammengefasst diese beiden Varianten. Wir überspringen die mit den Bitterseen und mit der Nordvariante, weil die irrelevant sind.

[31:19] Dann sieht man, entweder hat man rot eine kurze Reise zum Roten Meer und dann eine längere Reise zum Berg Sinai oder man hat eine ganz schnelle Reise zum Roten Meer und dann eine schnelle zum Berg Sinai.

[31:33] Aber wenn man den biblischen Bericht anschaut, dann merkt man, nach dem Exodus kommt sehr schnell das Rote Meer und dann gibt es eine Reihe von Geschichten und eine Reihe von verschiedenen Stationen bis zum Berg Sinai.

[31:42] Allein schon von der Aufteilung auch des Textes passt diese rote Variante zum Bibeltext einfach viel besser.

[31:54] Wenn wir uns das geologisch anschauen, dann stellen wir fest, während der Golf von Akaba, also der hier östlich von der Sinai-Halbinsel ist, sehr tief hinuntergeht, teilweise bis zwei Kilometer nach unten, ist der Golf von Sues ganz flach, ganz, ganz, ganz flach. An der tiefsten Stelle geht er nur 40 Meter runter.

[32:17] Und das ist also für eine Überquerung weit, weit, weit geeigneter. Im Grunde die einzige wirklich sinnvolle Option.

[32:26] Also schauen wir uns das genau an. 2. Mose 12, Vers 37. Das hatten wir letztes Mal schon gelesen, aber noch nicht so ausführlich kommentiert, weil wir heute jetzt uns mit der Exodusrute mehr beschäftigen wollen.

[32:36] Die Israeliten ziehen von Ramses und wir haben ja gesagt, Ramses, das ist Avaris, Pi-Ramesses, die ehemalige Hauptstadt der Hyksos.

[32:45] Sie ziehen von dort aus nach Sukkot und das wird von manchen Forschern mit dem ägyptischen Tjeku gleichgesetzt. Das heutige Tell el-Maschuta.

[32:57] Und im Neuen Reich war Tjeku eher eine Region als eine einzelne Stadt.

[33:03] Das kann man vielleicht jetzt nicht auf den Millimeter genau festlegen, wo das gewesen ist, aber ungefähr das ist der Weg gewesen, diese erste Etappe von dem späteren Ramses, also von Avaris, dem Sammelpunkt, wo diese ganzen Israeliten, die wahrscheinlich aus verschiedenen Gegenden kamen – Goschen war ja auch ein großes Gebiet, auch aus dem Wadi Tumilat kamen die, wo ja wahrscheinlich Goschen lag – und sicherlich gab es auch Israeliten, die an anderen Stellen gelebt haben und dort haben sich diese vielleicht dann diese Division gebildet.

[33:33] Das wissen wir nicht genau, aber jedenfalls ist das diese erste, der erste Schritt und wenn man jetzt weiterdenkt, dann sieht man, man hätte eigentlich relativ Richtung Osten und dann Richtung Kanaan gehen können.

[33:48] Es heißt weiter: „So zogen sie aus von Sukkot und lagerten sich in Etam am Rande der Wüste.“

[33:55] Wir wissen weder was Etam bedeutet, noch wo Etam liegt, aber wir wissen so viel aus dem Text: Es muss am Rande der Wüste sein.

[34:03] Also deswegen vermuten einige, dass das hier östlich von dem eingezeichneten Punkt von Sukkot dann vielleicht irgendwo bei Ismailia oder so in der Gegend sein, irgendwo da, wo dann die Wüste beginnt.

[34:13] Das heißt, die Israeliten sind erst ein bisschen südöstlich und dann Richtung Osten gezogen an den Rand der Wüste.

[34:21] Wir lesen weiter: „Und der Herr zog vor ihnen her, tags in einer Wolkensäule, um sie den rechten Weg zu führen, und bei Nacht in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten, damit sie bei Tag und bei Nacht ziehen konnten. Die Wolkensäule wich nicht von dem Volk bei Tag, noch die Feuersäule bei Nacht.“

[34:38] Eins ist sicher, auch wenn wir heute manchmal Schwierigkeiten haben nachzuvollziehen, wo die Israeliten lang gegangen sind.

[34:43] Sie selbst wussten den Weg ganz genau, obwohl sie keine Karten wahrscheinlich vom Sinai gehabt haben. Gott hat sie richtig geführt,

[34:53] bei Tag und bei Nacht.

[35:01] Und diese Idee der Führung durch die Wolken- und Feuersäule, diese Erfahrung hat sich tief eingebrannt in das kollektive Bewusstsein der Israeliten.

[35:09] In einer besonders wunderschönen Prophezeiung aus Jesaja 4 heißt es dann hier in Vers 5 und 6: „Dann wird der Herr über der ganzen Wohnung des Berges Zion und über seinen Versammlungen bei Tag eine Wolke und Rauch schaffen und den Glanz einer Feuerflamme bei Nacht.“ Denn über der ganzen Herrlichkeit wird ein Schutzdach sein.

[35:29] Da wir diese Idee auch von behüten, von beschützen. Und eine Laubhütte wird zum Schatten vor der Hitze bei Tag sein und zur Zuflucht und zum Schirm vor Unwetter und Regen.

[35:38] Gott beschützt sein Volk. Das Bild wird jetzt hier in Jesaja 4 aufgegriffen und wir denken natürlich auch an Offenbarung 10, wo wir lesen: „Und ich sah einen anderen starken Engel aus dem Himmel herabsteigen, bekleidet mit einer Wolke und ein Regenbogen war auf seinem Haupt und sein Angesicht war wie die Sonne und seine Füße wie Feuersäulen.“

[35:59] Gott führt auch hier in Offenbarung 10 sein Volk.

[36:01] Und heute ist hier nicht die Zeit, Offenbarung 10 genauer anzuschauen. Wir haben andere Videos dazu, aber eins ist ganz sicher: Gott führt sein Volk.

[36:09] Und er möchte, dass sein Volk in Offenbarung 10 auch einen Glaubensschritt macht und etwas versteht über das Buch Daniel und die Dinge, die dort auch bezüglich des Heiligtums gesagt sind und die Zeitprophezeiungen und all das wird in Offenbarung 10 angesprochen und auch das wird mit dieser Idee beschrieben, dass Gott sein Volk führt.

[36:31] Ja, von einem Punkt zum nächsten, so wie er damals die Israeliten in der Wüste geführt hat.

[36:35] Gott führt auch uns in unserem persönlichen Leben Schritt für Schritt.

[36:38] Das ist nicht so, dass wenn wir einmal die Erlösung angenommen haben, dass jetzt alles klar ist, sondern jetzt geht die Reise erst richtig los und indem wir uns ständig an das erinnern, was Gott getan hat.

[36:48] Ja, wir denken an dieses Erinnerungszeichen über den Augen, an dieses Zeichen an der Hand, indem wir uns ständig daran erinnern, bekommen wir jetzt die Kraft für all die Herausforderungen auf dem Weg.

[36:59] Und wir werden sehen, bei den Israeliten war das eine Menge Herausforderungen.

[37:05] Noch ein kurzer Bericht hier oder ein kurzer Kommentar zu dieser Wolken- und Feuersäule.

[37:11] Sie war Schutz gegen die sängende Hitze und mit ihrer Kühle und Feuchtigkeit gewährte sie in der ausgedörrten Wüste wohltuende Erfrischung.

[37:21] Des Nachts wurde sie zur Feuersäule, die das Lager erleuchtete und sie ständig von der göttlichen Gegenwart überzeugte.

[37:28] Wir lesen weiter. 2. Mose 14, ab Vers 1: „Und der Herr redete zu Mose und sprach: ‚Sage den Kindern Israels, dass sie umkehren,

[37:37] dass sie umkehren und sich vor Pi-Hachirot lagern zwischen Migdol und dem Meer, gerade gegenüber von Baal-Zefon sollt ihr euch am Meer lagern, denn der Pharao wird von den Kindern Israels sagen: ‚Sie irren im Land umher. Die Wüste hat sie eingeschlossen.‘ Und ich will das Herz des Pharao verstocken, dass er ihnen nachjagt und ich will mich am Pharao und an seiner ganzen Heeresmacht verherrlichen. Und die Ägypter sollen erkennen, dass ich der Herr bin. Und sie machten es so.“

[38:02] Nun die Orte. Pi-Hachirot hat eine umstrittene Bedeutung. Entweder ist das eine ägyptische Bedeutung mit dem Haus des Gottes so und so. Oder, was aus meiner Sicht wahrscheinlicher ist, es handelt sich um ein semitisches Wort, also auch Hebräisch: die Mündung der Wasserläufe, also irgendwo, wo Wasser einläuft.

[38:19] Also so eine Mündung des Wassers ist. Migdol heißt einfach Turm.

[38:23] Das muss also keine Stadt sein. Es sind also wahrscheinlich eher so Wegmarken, topographische Wegzeichen sozusagen, an denen man sich orientieren kann und keine Städte.

[38:36] Baal-Zefon ist auch bekannt aus außerbiblischen Inschriften, zum Beispiel hier aus einem phönizischen Papyrusbrief aus Ägypten in den kanaanäisch-aramäischen Inschriften.

[38:49] Text 50, ungefähr 900 Jahre später wird hier dieser Gott Baal-Zefon in der Nähe im Ostdelta auch, also auch in der Gegend, in der wir hier uns jetzt gerade befinden, erwähnt.

[39:03] Interessant ist vor allem allerdings die sogenannte Baal-Zefon-Stele, auch als Mami-Stele bekannt, weil der Verfasser ein gewisser Mami ist, der hier als eine Begräbnisstele aus dem Neuen Reich, also aus der Zeit, in der wir hier auch unterwegs sind, gefunden in Ugarit.

[39:19] Ein Ägypter, der in Ugarit gelebt hat, bekundet hier die Anbetung dieses kanaanäischen Gottes.

[39:26] Ist die einzige, das einzige Artefakt, wo sozusagen der Baal abgebildet und benannt wird.

[39:32] Ja, also die linke Figur, die abgebrochen ist, das soll der Baal-Zefon sein.

[39:38] Das steht dann oben drüber in Hieroglyphen geschrieben.

[39:41] Und warum heißt das Baal-Zefon? Das liegt an diesem Berg Zafon oder Zefon im Gebiet von Ugarit, also nördlich von Israel.

[39:48] Das galt so als der Götterberg der phönizischen oder der ugaritischen Welt.

[39:54] Und der Herr dieses Berges, das war dann der Baal.

[39:58] Baal heißt ja wörtlich Herr, der Herr dieses Berges, den die Ugariter auch mit Hadad, dem Wettergott, identifizierten.

[40:03] Und die Ägypter haben jetzt diesen kanaanäischen, phönizischen, ugaritischen Gott mit ihrem eigenen Gott Set, dem Gott der Wüste und des Auslands, identifiziert.

[40:17] Und das ist deswegen interessant, weil die Hyksos ja vor dem Neuen Reich in Unterägypten, also in Nordägypten, regiert haben.

[40:28] Vor allem diesen Set und damit wohl ihren Baal-Zefon stark verehrt haben.

[40:33] Ist also eigentlich eine Gottheit, die aus der Levante kommt, aus Kanaan, aus Ugarit.

[40:38] Und möglicherweise haben die Hyksos den mitgebracht und entsprechend könnte aus dieser Zeit, also einige Jahrzehnte oder wenige Jahrhunderte vor, ja, einige Jahrzehnte vor Mose, halt diese...

[40:49] Ja, einige Jahrzehnte vor Mose halt diese Ortsbezeichnung herstammen. Das wäre ein Hinweis auch darauf natürlich, dass der Exodus nach den Hyksos gewesen ist. Hier sieht man diesen Berg Zaphon, wie er in Ugarit ist. Und das bringt uns jetzt zu der Frage, wo sind sie langgegangen? Also offensichtlich sind sie, als sie dann erstmal die Wüste – ich habe das jetzt nur so ein bisschen versucht, so halbwegs zu skizzieren, das kann natürlich ein bisschen anders gewesen sein. Als sie also quasi an den Wüsten drankommen, sollen sie sich umwenden. Sie drehen also ab Richtung Meer, Richtung Rotes Meer, und dort treffen sie jetzt also ein, also dann da gibt es eine Wassermündung, ja, Pi-Hahirot, und da gibt es auch ein Gebirge, das vielleicht die Ägypter, so ein bisschen, an oder die Hyksos an das Baal-Zefon-Gebirge, den Berg in Ugarit, erinnert hat, wie auch immer. Jedenfalls vielleicht hat damit diese Benennung hier etwas zu tun.

[41:47] Es heißt nämlich interessanterweise bei Ellen White, und das wird, das hilft uns jetzt bei der Identifizierung sehr deutlich: „Die Hebräer lagerten am Meer, dessen Wasser ein scheinbar unüberwindliches Hindernis vor ihnen bildete, während im Süden...“ Wir haben auf die Idee, dass es quasi von allen Seiten eingeschlossen war, aber sie sagt: „Im Süden war ein zerklüfteter Gebirgszug, der ihren Vormarsch versperrte.“ Und genau das haben wir hier am Nordufer des Golfes von Suez. Genau die Situation ist eine sehr breite Stelle, wo also eine Armee auch von zwei, also von fünf Divisionen, da ankommen kann und im Süden wird der Weg versperrt, weil es dann ganz eng wird und da kann man jetzt mit diesen großen Divisionen gar nicht mehr lang. Wenn man da jetzt so ganz eng beieinander gehen würde, dann würde das halt sehr auseinandergestreckt werden. Dann ist eben Süden hier durch dieses Gebirge behindert.

[42:36] Wenn man sich die nautische Karte anschaut, dann stellt man fest, wie gesagt, der Suezkanal ist und der Suez-Golf ist sowieso nur bis maximal 40 Meter tief. An dieser Stelle ist er zum Teil nicht mehr als 10 Meter Tiefe, maximal 20 Meter, nicht mehr. Das heißt, und das auf eine Strecke von ungefähr 16 Kilometer, 15 Kilometer. Das heißt, das ist etwas, was man sehr gut auch mit all den Menschen gehen kann. Man muss also nicht erst hunderte Meter runter und wieder hoch. Es ist auch etwas, wo dann die Ägypter wahrscheinlich Zuversicht gehabt haben, dass sie in diese flache, ja, das geht ein paar Meter runter, dass sie dieser flachen Gegebenheit mit ihren Kriegswagen hinterherkommen können. Man sieht hier auf der Karte natürlich den Suezkanal, der dann 23 Meter tief ist, aber den gab es natürlich damals noch nicht. Der ist natürlich erst in moderner Zeit gegraben worden. Also das Bild bietet hier ideale Voraussetzungen für die Geschichte des Exodus.

[43:39] Wir sehen hier noch einmal den Kommentar: „So zogen sie durch öde, wüstenartige Gebiete, also am Rande der Wüste da schon, und wunderten sich schon, wohin der Weg noch führte. Allmählich wurden sie müde von der beschwerlichen Wanderung und einige überkam Furcht vor der Verfolgung durch Ägypter. Aber die Wolke bewegte sich vorwärts und sie folgten ihr. Und nun wies der Herr Mose an, sich seitlich einem felsigen Engpass zu wenden.“ Also sie drehen sich so ein bisschen, ich glaube nach Süden, und da kommt dieser Engpass, ja, und dort lagern zu lassen. „Er offenbarte ihm, dass Pharao sie verfolgte, aber dass infolge ihrer Befreiung Gott geehrt würde.“ Also, wenn man sich anschaut, dann sieht man weiter südlich ist dieser Engpass. Da wird's ganz eng zwischen dem Meer und dem Gebirge. Alternativ könnte man natürlich auch überlegen, wenn man jetzt ein bisschen weiter westlich schaut, da gibt's diese Straße zwischen diesen beiden Bergen. Vielleicht sind sie auch durch diesen Engpass und dann ein bisschen weiter südlich durch den Golf von Suez. Das wäre eine interessante Alternative, die man auch bedenken könnte. Dann ist der Weg zwar etwas länger, aber wäre auch vielleicht noch als Alternative überlegenswert.

[44:45] Wir lesen weiter: „Als nun dem König von Ägypten gemeldet wurde, dass das Volk geflohen sei, da wandte sich das Herz des Pharao und seiner Knechte gegen das Volk und sie sprachen: ‚Was haben wir da getan? Dass wir Israel haben ziehen lassen, sodass sie uns nicht mehr dienen?‘ Und er spannte seinen Wagen an und nahm sein Kriegsvolk mit sich. Er nahm auch 600 auserlesene Streitwagen mit und alle übrigen Streitwagen in Ägypten und Wagenkämpfer auf jedem.“ Also nicht nur die Wagen, sondern auch das übrige Kriegsvolk. Ja, sein ganzes Kriegsvolk, die gesamte Armee Ägyptens inklusive dieser Streitwagen-Vorhut. „Und der Herr verstockte das Herz des Pharao, des Königs von Ägypten, sodass er den Kindern Israels nachjagte, obwohl sie durch eine hohe Hand auszogen.“ Gott hat für sie gewirkt.

[45:27] Hier sehen wir die typischen Streitwagen, wie ich schon erwähnte, in einer anderen Folge sind die erst mit den Hyksos in der Zweiten Zwischenzeit nach Ägypten gekommen. Das macht einen Exodus im Mittleren Reich unmöglich, wenn man den biblischen Bericht wirklich auch in diesen Details ernst nimmt. Und die waren die militärische Waffe der damaligen Zeit, sehr beweglich, von einer extrem leichten Bauweise. Die Ägypter haben das ja aus Asien übernommen. Hier sehen wir ein so typisches Bild, wie der Pharao dargestellt wird auf so einem Streitwagen.

[46:02] Und wenn wir von 600 auserlesenen, das heißt besonders wertvollen Streitwagen und dann noch weiteren Streitwagen lesen, dann stellt sich die Frage, ist das überhaupt realistisch, dass die Ägypter mit so viel Streitwagen unterwegs gewesen sind? Und wir sehen gerade bei den beiden Pharaonen, die wir so zeitlich in unserer Spezial- und unserer Einführung über „Wer war der Pharao des Exodus?“ am ehesten favorisiert haben als mögliche Kandidaten, dass in ihren Zeiten hier folgende Zahlen bekannt sind: Thutmosis der Dritte hat auf seinem ersten Feldzug 924 kanaanitische Streitwagen erobert. Amenhotep der Erste, der ja insbesondere so ein heißer Kandidat für den Exodus-Pharao ist, hat auf seinen ersten beiden Feldzügen ähnliche Zahlen erobert. Also, das sind Zahlen, die tatsächlich genau in diese Zeit passen, was so militärische Stärke auch betrifft.

[46:56] Wir lesen weiter: „Und nun bedauerte das Volk seine Torheit, den Tod der Erstgeborenen der Macht Gottes zugeschrieben zu haben.“ Also die Ägypter beginnen schon ganz kurz, noch bevor das Heer der Ägypter im Roten Meer versinken wird. Sie beginnen schon ganz bald wieder, all das, was passiert ist, wären jetzt zehn Plagen einfach zu rationalisieren und mit normalen Ursachen zu erklären. „Nachdem auch ihre Großen sich von der Furcht erholt hatten, erklärten sie die Plagen als Folgen natürlicher Ursachen.“ Und vielleicht sehen wir hier auch einen Grund, warum sich dann später in den ägyptischen Annalenberichten kaum Spuren oder fast keine Spuren vom Exodus erhalten haben, weil man gesagt hat, na, das war gar kein wundersames Eingreifen Gottes, das waren halt jetzt einfach nur Pech in Anführungsstrichen, und das war also eine rationale Erklärung dann für die Ereignisse und dann hat man es damit bewenden lassen. Man hat es nicht aufgeschrieben, weil man ja immer Angst gehabt hat in Ägypten, was aufgeschrieben ist, könnte dann sich noch mal ereignen. Das war dieses magische Denken der Ägypter.

[48:01] Also ein interessanter Hinweis, eine interessante Perspektive, warum wir so wenig ägyptische Quellen zum Exodus haben.

[48:08] Wir lesen, dass auch die Priester bei dem Feldzug des Königs dabei waren, des Pharaos, um die Gunst der Götter zu sichern und damit den Erfolg des Unternehmens zu garantieren. Der König war entschlossen, die Israeliten mit einem großartigen Machtaufwand einzuschüchtern, denn die Ägypter fürchteten, dass ihre erzwungene Unterwerfung unter den Gott Israels sie zum Gespött anderer Völker werden ließ. Also, die hatten jetzt sozusagen was auch in der internationalen Diplomatie und Geopolitik etwas zu verlieren, einen Ruf zu verlieren, den wollten sie wiederherstellen.

[48:40] Wir lesen weiter ab Vers 9: „So jagten ihn die Ägypter nach mit allen Rossen, Streitwagen und Reitern des Pharao und mit seiner Heeresmacht und erreichten sie, als sie sich am Meer gelagert hatten bei Pi-Hahirot gegenüber Baal-Zefon.“ Vielleicht ist also bei Baal-Zefon wirklich dieses kleine Gebirge, was wir dort gesehen haben, das wäre zumindestens durchaus vorstellbar. „Und als der Pharao nahe zu ihnen kam, erhoben die Kinder Israels ihre Augen und siehe, die Ägypter zogen hinter ihnen her und dann schreien sie zum Herrn. Sie haben Angst. Die sprachen zu Mose: ‚Gibt es etwa keine Gräber in Ägypten, dass du uns weggeführt hast, damit wir in der Wüste sterben? Warum hast du uns das angetan, dass du uns aus Ägypten herausgeführt hast? Haben wir dir nicht schon in Ägypten dieses Wort gesagt?‘ Jetzt schauen wir, was sie sagen: ‚Lass uns in Ruhe. Wir wollen den Ägyptern dienen, denn es wäre für uns ja besser, den Ägyptern zu dienen, als in der Wüste zu sterben.‘“

[49:29] Die erste Schwierigkeit, aber auch eine massive Schwierigkeit. Und sie wollen eigentlich gar nicht mehr frei sein. Sie wollen lieber Sklaven sein in Ägypten als Freie, die Gott folgen.

[49:43] Wie wir gerade gesagt haben, im Süden war dieser zerklüftete Gebirgszug, hat ihren Vormarsch versperrt. Die gesamte Streitmacht der Ägypter ist eingesetzt worden. Entsetzen griff die Israeliten. Einige schrien zum Herrn, aber die meisten liefen zu Mose und beklagten sich. Noch als Erklärung für das, was sie gerade gelesen haben: Wir wissen natürlich nicht genau, wie viel Soldaten insgesamt der Pharao mit sich nahm, aber die Größenordnung der ägyptischen Armee im Neuen Reich ist, auch wenn nicht genau bekannt, doch auf jeden Fall in den mehreren Zehntausenden.

[50:15] Mose aber sprach zum Volk: „Fürchtet euch nicht, steht fest und seht die Rettung des Herrn, die euch heute bereiten wird.“ Und das ist die Botschaft, die wir heute brauchen. Wann immer der Satan versucht uns einzuschüchtern und uns den Eindruck zu erwecken, wir sind in eine Sackgasse geraten. Gott führt uns niemals falsch. Was aussieht wie eine Sackgasse ist nur Gottes besonderer Weg, um seine Herrlichkeit zu offenbaren. „Denn diese Ägypter, die ihr heute seht, die werdet ihr nicht wiedersehen in Ewigkeit. Der Herr wird für euch kämpfen und ihr sollt stille sein.“ Das ist die Lektion, die du und ich heute brauchen. Gott will für mich und für dich kämpfen und wir sollen stille sein. Das muss ich lernen, das musst du lernen. Das müssen wir alle lernen, Tag für Tag in den Herausforderungen des Lebens. Wenn die Probleme uns in die Enge treiben, da möchte ich lernen, Gott ganz zu vertrauen. Du auch.

[51:08] In Jesaja 30, Vers 15a heißt es: „Denn so spricht Gott der Herr, der Heilige Israels: Durch Umkehr und Ruhe könntet ihr gerettet werden, im Stillesein und im Vertrauen läge eure Stärke.“ Mose war zutiefst darüber bekümmert, dass sein Volk so wenig Glauben an Gott bekundete, obgleich es wiederholt seine Macht zum eigenen Wohl erlebt hat. Es hatte ja alle zehn Plagen mitbekommen. Die ersten drei haben sie wohl auch noch getroffen, aber die letzten sieben dann haben sie zwar selbst keine negativen Folgen gehabt, aber sie haben das alles mitbekommen.

[51:46] Es heißt weiter: „Aber weil sie erst, indem sie Gottes Auftrag befolgt hatten, in diese Lage gekommen waren, verspürte Mose auch keine Furcht vor deren Folgen. Er war ruhig und zuversichtlich, denn Mose wusste, wenn man Gott folgt, aufrichtig glaubt und gehorsam ist und es dann zu einer Sackgasse kommt, dann trägt Gott die Verantwortung und er wird uns retten.“

[52:06] Wenn wir in eine Sackgasse geraten, weil wir uns von Gott abgewandt haben, das ist eine andere Sache. Wir brauchen seine Gnade. Wir müssen uns zu ihm kehren. Aber wenn er uns in eine Sackgasse führt, weil er uns so geführt hat, dann ist das keine Sackgasse. Dann sieht es nur so aus.

[52:20] Und wir dürfen ihm vertrauen. Mose hatte diesen Glauben.

[52:26] Es war keine Kleinigkeit, Israel Scharen in Erwartung der Hilfe des Herrn ausharren zu lassen. Weil es ihnen an Zucht und Selbstbeherrschung fehlte, wurden sie erregt und unvernünftig. Mose hatte alle Hände voll zu tun, diese vielen, vielen Hunderttausende Menschen abzuhalten davon, jetzt irgendwie völlig auszurasten und durchzudrehen.

[52:49] Für viele der Israeliten macht es den Eindruck, als ob sie eine falsche Entscheidung getroffen hätten. Sie waren Gott gefolgt und er hat sie scheinbar in die Falle gebracht. Der Engel Gottes erschien den Verblendeten als Unglücksbote, nicht als derjenige, der sie retten wird.

[53:05] Wir lesen weiter, Vers 15: „Und der Herr sprach zu Mose: ‚Was schreist du zu mir? Sage den Kindern Israels, dass sie aufbrechen sollen. Du aber hebe deinen Stab auf und strecke deine Hand über das Meer und zerteile es, damit die Kinder Israels mitten durch das Meer auf dem Trocknen gehen können. Ich aber, siehe, ich will das Herz der Ägypter verstocken, dass sie ihnen nachziehen. Dann will ich mich verherrlichen an dem Pharao und an seiner ganzen Heeresmacht, an seinen Streitwagen und seinen Reitern. Und die Ägypter sollen erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich mich am Pharao, an seinen Streitwagen und an seinen Reitern verherrliche.‘“ Und dann heißt es: „Da erhob sich der Engel Gottes, der vor dem Heer Israels herzog und trat hinter sie.“ Ich glaube, das ist niemand anderes als Jesus Christus selbst.

[53:52] Und die Wolkensäule vor ihnen machte sich auf und trat hinter sie. Dieser Engel, der im brennenden Dornbusch zu Mose sprach und dann gesagt hat: „Ich bin, der ich bin.“ Er führt das Volk, denn er hat es erlöst mit großer Macht, ausgestrecktem Arm, mit mächtiger Hand. Es ist Jesus.

[54:10] So kam sie, das heißt die Wolke, zwischen das Heer der Ägypter und das Heer Israels. Gott beschützt sein Volk und sie war für die einen Wolke der Finsternis und für die anderen erleuchtete sie die Nacht, sodass diese und jene die ganze Nacht nicht zusammenkamen.

[54:26] Aber gerade jetzt, als das ägyptische Heer auf sie zurückte und mit ihnen ein leichtes Spiel zu haben meinte, erhob sich die Wolkensäule majestätisch gen Himmel, schwebte über die Israeliten weg und senkte sich zwischen ihnen und dem Heer der Ägypter zur Erde. Und dann lesen wir, als aber die Dunkelheit der Nacht zunahm, wurde die Wolkenwand für die Hebräer zum großartigen Licht, das das gesamte Lager mit Tageshelligkeit überflutete. Ein übernatürliches Flutlicht dort am Ufer des Golfs von Suez. Da kehrte in Israels Herzen wieder Gottvertrauen ein und Mose betete zum Herrn.

[55:04] Das heißt dann in Vers 21 und 22, und jetzt kommt diese vielleicht berühmteste Geschichte der gesamten Bibel, zumindestens was die Abenteuerlichkeit betrifft. „Als nun Mose seine Hand über das Meer ausstreckte, da trieb er das Meer die ganze Nacht durch einen starken Ostwind hinweg und er machte das Meer zu trockenem Land und die Wasser teilten sich und die Kinder Israels gingen mitten in das Meer hinein auf dem Trocknen und das Wasser war ihnen wie eine Mauer zu ihrer Rechten und zu ihrer Linken.“ Das ist keine sumpfige Wiese, wo man durch so ein bisschen Schilf hindurchwatet. Das ist ein echtes Wunder. Das Rote Meer teilt sich 10 Meter, 20 Meter hoch vielleicht dort am Golf von Suez, nicht 300 Meter wie im Golf von Akaba, weil das ist unrealistisch.

[55:56] Nicht hunderte Meter hinab, sondern auf ziemlich ebener Strecke können die Israeliten dorthin durchgehen und das Wasser steht ihnen zur Linken und zur Rechten. Persönlich glaube ich, dass dieser Spalt nicht nur ein paar Meter gewesen ist, sondern etliche hundert Meter breit gewesen sein muss, damit diese vielen Israeliten in ihrer ganzen Formation dort zügig hindurchgekommen sind.

[56:21] Psalm 77 sagt: „Dein Weg führte durch das Meer und dein Pfad durch gewaltige Fluten und deine Fußstapfen waren nicht zu erkennen.“ Was für eine beeindruckende Geschichte, die die Kraft unseres Erlöser Gottes zeigt. „Du führst dein Volk wie eine Herde.“ Er, der wahre gute Hirte, durch die Hand von Mose und Aaron. Mose und Aaron haben nicht das Meer geteilt. Mose und Aaron haben nicht das Volk geführt. Jesus, der gute Hirte, führte sein Volk wie eine Herde mitten durchs Meer. Und Mose und Aaron haben nur die Anweisung ausgeführt.

[56:53] Wie können zwei Millionen Israeliten in einer Nacht das Rote Meer durchqueren? Eine Modellrechnung hier angelehnt an Michael G. Hasel. Vielleicht sind die Israeliten in fünf Divisionen aufgeteilt gewesen. Das ist jetzt für die Rechnung nicht mal ganz entscheidend, aber wenn wir so eine Division annehmen von ungefähr 600 Mann nebeneinander, dann ist sie etwa 670 Mann breit. Das heißt, das Volk könnte vielleicht in so großen, das ist jetzt natürlich nur ein Modell, kann auch anders gewesen sein, in fast würfelförmig, sozusagen quadratischen Divisionsblöcken gewesen. Wenn dann wäre so ein, das wäre dann etwas weniger als 800 Meter, das wäre so die Breite, die es gebraucht hätte. Wenn die Meeresöffnung noch breiter gewesen ist, dann könnten auch Herden und Vieh noch neben ihnen links und rechts gegangen sein. Der Gesamttreck wäre dann, wenn man die fünf Divisionen so hintereinander dann postiert, etwa 6 Kilometer lang. Also durchaus noch realistisch, wenn man da noch 2 Kilometer für die Herden noch hinzurechnet.

[57:56] Der Weg ist ungefähr, also der eigentliche Weg ist 16 Kilometer. Man muss noch mal die 6 Kilometer des gesamten Volkes noch dazu rechnen, aber durch das Meer geht es dann 16 Kilometer ungefähr. Und wenn man so ein relativ langsames Durchschnittstempo von 3,2 Kilometer pro Stunde, also manch ein junger Mann kann vielleicht sogar das Doppelte gehen, aber wir haben auch Alte dabei, wir haben Kranke vielleicht dabei, 3,2 Kilometer, dann würde der gesamte Treck, wenn der Erste vorne beginnt, bis dann der Letzte hinten rausgekommen ist, ungefähr sieben Stunden brauchen. Das ist in der Nacht tatsächlich gut möglich und je nachdem, wie man jetzt die Zahlen verändert, verändern sich die Zahlen an anderer Stelle so. Aber man sieht, es ist also nicht unplausibel, dass zwei Millionen Menschen in einer Nacht an dieser Stelle den Golf von Suez tatsächlich durchqueren können.

[58:49] Das gefällt mir ganz toll hier, diese Beschreibung. Das Licht der göttlichen Feuersäule beleuchtete die schaumgekrönten Wogen. Also man hat die Wogen oben gesehen. Ja, nicht 300 Meter. Beleuchtet die schaumgekrönten Wogen und den Weg, der wie eine riesige Furche das Meer durchschnitt und sich im Dunkel des jenseitigen Ufers verlor. Was muss das für ein unvergesslicher Anblick gewesen sein? Ich glaube, niemand von uns kann sich das richtig vorstellen, was die Israeliten in dem Moment gedacht haben, als sie dort in der Ferne das Wasser sehen und dort in der Ferne das Wasser und beleuchtet in dieser Dunkelheit und sie mit großer Heeresmacht, also ja, sind ja keine...

[59:28] Heeresmacht, also ja, sind ja keine Soldaten, aber großen, großen Menge dorthin durchziehen. Und dann heißt es weiter in Vers ab Vers 23: "Die Ägypter aber jagten ihnen nach. Offensichtlich dann ziemlich am Ende der Nacht, als denn solange die Nacht währte, konnten die Ägypter nicht mit den Israeliten zusammenkommen. Die Ägypter aber jagten ihnen nach und zogen hinter ihnen her, alle Rosse des Pharao, seine Streitwagen und seine Reiter mitten ins Meer. Das geschah, als die Morgenwache kam, da schaute der Herr aus der Feuersäule und der Wolke auf das Heer der Ägypter und verwirrte das Heer der Ägypter und löste die Räder von ihren Streitwagen und brachte sie ins Gedränge. Wir sehen hier vor allem die Streitwagen, die hineinfahren. Ob das gesamte Infanterieheer auch hinterhermarschiert ist, das wäre eine interessante Frage. Das kann man jetzt gar nicht so genau sagen. Auf jeden Fall ist die gesamte Streitwagen-Abteilung hier umgebracht worden durch das Wasser und brachte sie ins Gedränge. Da sprachen die Ägypter: 'Lasst uns vor Israel fliehen, denn der Herr kämpft für sie gegen Ägypten.'" Und Psalm 77 beschreibt das so anschaulich: "Die Wogen gossen Wasser aus. Es donnerte im Gewölk und deine Pfeile fuhren daher. Deine Donnerstimme erschallte im Wirbelwind. Blitze erhellten den Erdkreis." Und dann kommen die Verse, die wir gerade gelesen haben, über die unsichtbaren Fußstapfen Gottes mitten auf dem, ja, die durchs Meer hindurchführen. "Die Erde erbebte und zitterte. Vor ihren überraschten Blicken verwandelte sich die geheimnisvolle Wolke in eine Feuersäule. Donner krachte, Blitze zuckten." Und dann heißt es hier in 2. Mose 14 Vers 26: "Da sprach der Herr zu Mose: 'Strecke deine Hand aus über das Meer, damit die Wasser wieder zurückfluten über die Ägypter, über ihre Streitwagen und über ihre Reiter.'" Da streckte Mose seine Hand aus über das Meer, und das Meer kam beim Anbruch des Morgens wieder in seine Strömung und die Ägypter flohen ihm entgegen. So stürzte der Herr die Ägypter mitten ins Meer. Denn die Wasser fluteten zurück und bedeckten die Streitwagen und Reiter der ganzen Macht des Pharao, die ihnen ins Meer nachgefolgt waren, sodass auch nicht einer von ihnen übrig blieb. Alle Streitwagen, die ganze Kavallerie des Pharao, vernichtet in einer Nacht, ohne dass die Israeliten auch nur ein Schwert gezückt hätten, sondern allein durch die Macht Gottes.

[1:02:00] Und halten wir fest: Es ist Gott, der durch seine Macht einen Weg öffnet, und es ist Gott, der durch seine Macht die Ägypter tötet und damit richtet. So wie beim Passah es derselbe Gott ist, der die Israeliten befreit und bei den Ägyptern die Erstgeburt töten lässt durch den Würgeengel und selbst sagt, dass er die Erstgeburt erschlagen hat. So finden wir auch, dass Erlösung auch gleichzeitig Gericht an den Feinden bedeutet. Und wenn Gott nicht aktiv auch die Feinde bestraft, wie können wir uns dann sicher sein, dass seine Erlösung aktiv von ihm ausgeführt wird?

[1:02:48] Es heißt weiter: "Die Ägypter packte Schrecken und Verwirrung unter dem Toben der Elemente, indem sie die Stimme eines erzürnten Gottes vernahmen." Ganz interessant, das ist Gott selbst, der die Ägypter richtet. Versuchten sie umzukehren und zur Küste zurückzufliehen. Aber Mose streckte seine Hand aus und die aufgestauten Wasser stürzten donnernd und zischend über sie zusammen und rissen das ägyptische Heer mit sich in die schwarze Tiefe.

[1:03:15] Aber die Kinder Israels gingen trocken mitten durch das Meer. Paulus sagt später in Hebräer 11, dass die Israeliten durch Glauben hindurchgingen, während die Ägypter in demselben Versuch, dasselbe versuchten, aber ohne Glauben, weil Gottes Botschaft für sie war: Geht zurück nach Ägypten, nicht wahr? Dieselben, die dasselbe taten, dann in dem Wasser umgekommen sind. Zwei Menschen können äußerlich dasselbe tun. Der eine tut es aus Glauben, weil es Gottes Plan für sein Leben ist. Der andere tut es aus Selbstsucht und Egoismus und um anderen zu schaden, ohne dass Gott ihm gesagt hat, das zu tun. Und für den einen ist es ein Glaubensakt, der andere geht darin verloren.

[1:04:07] Deswegen können wir Menschen nicht nach äußerlichen Handlungen allein beurteilen. Deswegen kann nur Gott Menschen wirklich beurteilen. Aber die Kinder Israels gingen trocken mitten durch das Meer und das Wasser war ihnen eine Mauer zu ihrer Rechten und zu ihrer Linken. So errettete der Herr Israel an jenem Tag aus der Hand. So errettete der Herr, Verzeihung, Israel an jenem Tag aus der Hand der Ägypter. Und Israel sah die Ägypter tot am Ufer des Meeres. Da sah Israel die mächtige Hand, mit welcher der Herr an den Ägyptern gehandelt hatte und das Volk fürchtete den Herrn und sie glaubten an den Herrn und an seinen Knecht Mose.

[1:04:41] Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre. Ist die Botschaft in Offenbarung 14 Vers 6. Als das Volk sieht, welche Kraft Gott hat und dass er der Sieger ist im großen Kampf, in dem Fall mit dem Kampf mit den Ägyptern.

[1:05:00] Da fürchtete das Volk den Herrn und sie glaubten an den Herrn. Wenn wir sehen, dass Jesus der Sieger ist im Kampf gegen Satan und all seine Versuchungen und Sünde, wenn wir das glauben, wenn wir das sehen, dann werden wir Gott fürchten und an ihn glauben.

[1:05:19] Und dann am nächsten Morgen sehen die Israeliten die an das Ufer gespülten, gepanzerten Leiber. Eine einzige Nacht hatte genügt, Israel aus schrecklichster Gefahr zu befreien. Bevor es weiterging, wandten sich ihre Herzen in gläubiger Dankbarkeit zu. Gott allein hatte sie gerettet.

[1:05:39] Und wir lesen dann, der Geist Gottes ruhte auf Mose, als er dem Volk ein Siegeslied voll Danksagung vorsang, das älteste. Also gemeint ist nicht das älteste Lied überhaupt, sondern das älteste bekannte Danklied Gott gegenüber, das älteste und zugleich einem der erhabensten, die man kennt. Damals sangen Mose und die Kinder Israels dem Herrn diesen Lobgesang und sprachen: "Ich will dem Herrn singen, denn hocherhaben ist er. Ross und Reiter hat er ins Meer gestürzt. Der Herr ist meine Stärke und mein Lobgesang und er wurde mir zum Heil. Das ist mein starker Gott. Ich will ihn preisen. Er ist der Gott meines Vaters. Ich will ihn erheben." Mose und die Israeliten hatten gar keinen Zweifel. Das hat Gott gemacht. Wenn Leute heute sagen, Gott tötet nicht und das wäre irgendwie natürlich passiert oder das wäre allein Moses Schuld gewesen, dass die Ägypter gestorben sind, das ist alles Unsinn. Das ist totaler Unsinn. Denn die Bibel macht ganz deutlich, die Israeliten loben Gott dafür, dass er sie befreit hat von der Gefahr der Ägypter.

[1:06:40] "Er ist der Gott meines Vaters. Ich will ihn erheben. Der Herr ist ein Kriegsmann. Herr ist sein Name. Die Streitwagen des Pharao und seine Heeresmacht warf er ins Meer. Seine auserlesenen Wagenkämpfer, Verzeihung, sind im Schilfmeer, also im Roten Meer versunken. Die Tiefe hat sie bedeckt. Sie sanken auf den Grund wie ein Stein. Herr, deine Rechte ist mit Kraft geschmückt. Herr, deine Rechte hat den Feind zerschmettert." Das sind diese typischen parallelen Aussagen, die die hebräische Poesie so und nicht nur die hebräische, auch die ägyptische und auch andere Poesie der Nachbarländer so kennzeichnet. "Und mit deiner großen Macht hast du deine Widersacher vertilgt. Du hast deinen Grimm losgelassen, der verzehrte sie wie Stoppeln. Durch den Hauch deines Zorns türmte das Wasser sich auf. Es standen die Wogen wie ein Damm, die Fluten standen mitten im Meer. Der Feind sprach: Ich will sie jagen, ich will sie ergreifen. Ich will den Raub verteilen, will meine Wut hinauslassen. Ich will mein Schwert ziehen. Meine Hand soll sie vertilgen. Du wehtest mit deinem Wind. Da bedeckte sie das Meer. Sie versanken wie Blei in gewaltigen Wassern. Wer ist dir gleich unter den Göttern, oh Herr? Wer ist dir gleich herrlich in Heiligkeit, furchtgebietend in Ruhmestaten, Wunder vollbringend? Du strecktest deine Rechte aus, da verschlangen sie die Erde." Und jetzt kommt interessanterweise ab Vers 13 folgendes:

[1:07:58] "Du leitest in deiner Gnade das Volk, dass du erlöst hast." Die Gnade ist nicht allein auf die einmalige Befreiung beschränkt, sondern die Gnade führt jetzt das Volk. Die Erlösten werden geleitet Schritt für Schritt. "Durch deine Kraft bringst du sie zu der Wohnung deines Heiligtums." Erlösung führt zum Heiligtum.

[1:08:21] "Wenn das die Völker hören, so erzittern sie. Furcht ergreift die Bewohner des Philisterlandes. Es erschrecken die Fürsten Edoms. Zittern befällt die Gewaltigen Moabs. Alle Einwohner Kanaans werden verzagt. Schrecken und Furcht überfällt sie wegen deines mächtigen Armes, sodass sie erstarren wie Steine, bis dein Volk durchzieht. Herr, bis dein Volk durchzieht, dass du erworben hast. Du wirst sie hineinbringen und sie einpflanzen auf dem Berg deines Erbteils an dem Ort, den du, Herr, zu deiner Wohnung gemacht hast, zu dem Heiligtum, oh Herr, das deine Hände bereitet haben. Der Herr herrscht als König für immer und ewig."

[1:08:56] Zweimal wird hier ganz deutlich gemacht, dass Gott sein Volk im Exodus aus der Knechtschaft zu seiner Wohnung, aus der Sklaverei hin zum Heiligtum, führt. Wir werden sehen, das Buch 2. Mose beginnt mit der Sklaverei und es endet mit Gott in seinem Heiligtum. Auch wenn das natürlich nur ein Zwischenschritt ist, weil Gott sie bis nach Kanaan bringen möchte, was eigentlich hier auch seine Wohnung ist. Kanaan, auch als Bild für das Heiligtum und ein Typus für die neue Erde, die in sich als neue Erde auch eine Art Heiligtum sein wird, weil Gott dort wohnen wird. Und sehen wir auch, dass die Erlösung, die Jesus erwirkt hat, uns zum Heiligtum führt, dem himmlischen Heiligtum, von dem Paulus im Hebräerbrief so viel zu sagen hat.

[1:09:48] Echte Erlösung führt uns, dass wir uns mit dem Heiligtum beschäftigen. Und so heißt es hier in 2. Mose 15, Vers 19: "Denn die Rosse des Pharao gingen ins Meer hinein mit seinen Streitwagen und Reitern und der Herr ließ das Meer wieder über sie kommen. Die Kinder Israels aber gingen trockenen Fußes mitten durchs Meer."

[1:10:17] Wie eine Stimme aus der Tiefe erhob sich der großartige Lobgesang aus den Scharen Israels. Übrigens, dieses Lied in 2. Mose 15 ist ganz besonders auch aus einer sprachwissenschaftlichen Perspektive. Das Hebräische in diesem Lied ist unter Hebraisten, unter Philologen, anerkanntermaßen besonders alt und archaisch sozusagen. Wir haben schon drüber gesprochen, dass im Laufe der Zeit der hebräische Text der Bibel immer wieder sozusagen aktualisiert worden ist. Wir haben gesehen, wie Ortsnamen dann angepasst worden sind. Aus Avaris oder Per-Ramses wurde dann später Ramses. Man hat später Namen eingefügt, obwohl der Ort ja zur Zeit von Abraham noch ganz anders geheißen haben muss. Und man hat in diesem Zug auch immer wieder grammatikalische Neuerungen, wie sich die hebräische Sprache so verändert hat, entsprechend angepasst, weswegen die meisten biblischen Bücher, oder die hebräischen Bücher des Alten Testaments, eine ziemliche, eine ziemlich uniforme, also ziemlich gleichmäßige Sprache haben. Es gibt so ganz kleine Tendenzen, wo man merkt, die fünf Bücher Moses haben noch ein paar ältere Sachen dabei, aber insgesamt ist es relativ ähnlich, so wie auch heute ja zum Beispiel die Werke von Martin Luther, wenn man ein Lutherzitat hat, oft dann an die heutige Grammatik und Orthografie angepasst werden.

[1:11:39] Aber das hat man bei so einem poetischen Text halt tatsächlich weitaus weniger gemacht. Das liegt daran, weil natürlich so ein Gedicht das mehr von ja, von dem Alten so behält, weil es halt seine besondere dichterische, ja, dieses poetische Flair hat. Das wird nicht einfach so dann modernisiert. Und so haben wir nicht nur 2. Mose 15 ist so ein Beispiel, auch das Lied der Debora in Richter zum Beispiel. In diesen Liedern so ein Gefühl, wie das Hebräische mal eher am Anfang gewesen ist, so grammatisch.

[1:12:16] Eine ganz interessante Beobachtung zu diesem Lied hier. Und dann heißt es: "Und Mirjam, die Prophetin, Aarons Schwester, nahm das Tamburin in ihre Hand und alle Frauen folgten ihr nach mit Tamburin und Reigen." Und Mirjam antwortete ihnen im Wechselgesang: "Singt dem Herrn, denn hocherhaben ist er. Ross und Reiter hat er ins Meer gestürzt." Das ist natürlich der Refrain gleich am Anfang des Liedes, das wir gerade gelesen haben. Große Begeisterung. Und hier finden wir auch zum ersten Mal mit Namen die Mirjam erwähnt.

[1:12:49] Dieses Lied zur Erinnerung an die überwältigende Errettung machte auf das hebräische Volk einen unauslöschlichen Eindruck. Von Jahrhundert zu Jahrhundert wiederholten es die Propheten und Sänger Israels und bezeugten damit, dass Jahwe die Stärke und Rettung derer ist, die ihm vertrauen. Dieses Lied geht nicht nur das jüdische Volk an. Es weist auf die zu erwartende Vernichtung aller Feinde der Gerechtigkeit und den endgültigen Sieg des Volkes, Verzeihung, des Gottes Israels hin. Es heißt Offenbarung 15, ganz am Ende am gläsernen Meer: "Sie singen das Lied Moses, des Knechtes Gottes und das Lied des Lammes." Wenn wir einmal im Himmel sind, werden wir auch eine ähnliche Begeisterung haben, ja, eine noch größere Begeisterung haben als Israeliten damals, als Gott sie von den Ägyptern endgültig befreit hat. Wenn wir einmal endgültig von der Sünde und von Satan befreit sind.

[1:13:41] Indem Gott uns von der Knechtschaft der Sünde befreite, vollbrachte er eine noch größere Befreiungstat als jene für die Hebräer im Roten Meer. Die täglichen Segnungen aus der Hand des Herrn, vor allem aber der Gedanke an den Tod Jesu, der uns inneren Frieden schenkte und den Himmel erreichbar machte, sollten uns stets dankbar stimmen. Rühmt ihn, weil Jesus lebt und als Fürsprecher für uns eintritt. Er hat uns erlöst. Er tritt für uns ein. Er hat den Sieg für uns errungen. Alle Himmelsbewohner loben vereint ihren Gott. Lasst uns jetzt schon das Lied der Engel lernen.

[1:14:14] Wenn man im Himmel Gott lobt für seine Kraft, warum nicht schon hier auf der Erde? Gottes Vorsehung hatte die Hebräer in die Berge gefasst am Meer gebracht, um ihnen durch ihre Errettung seine Macht zu offenbaren und den Stolz ihrer Bedrücker sichtbar zu demütigen. Gott hat das alles geplant.

[1:14:30] Doch wären sie zurückgeblieben, als Mose gebot, vorwärts zu gehen, hätte Gott ihnen niemals den Weg geöffnet.

[1:14:40] Durch den Glauben gingen sie durchs Rote Meer wie durch trockenes Land. Als sie geradewegs zum Wasser hinabstiegen, bewiesen sie ihren Glauben an das Wort Gottes durch Mose. Sie taten alles, was ihnen möglich war. Und dann teilte der Allmächtige das Meer und bereitete ihren Füßen den Weg. Als Mose sagte: "Geht vorwärts", ging das Volk vorwärts. Und deswegen hat sich das Meer geteilt. Diese hier gelehrte Lehre gilt für alle Zeit. Der Christ sieht sich oft unvorhergesehenen Gefahren ausgesetzt, die die Pflichterfüllung schwer erscheinen lassen. Die Fantasie malt sich Untergang und Knechtschaft oder gar Tod aus. Doch die Stimme Gottes sagt deutlich: "Geht voran, go forward" im Englischen. Wir sollten diesem Befehl gehorchen, selbst wenn unsere Augen das Dunkel nicht durchschauen können und wir die kalten Wellen an unseren Füßen spüren. Die den Gehorsam aufschieben, bis jeder Schatten der Ungewissheit weicht und keine Gefahr für Misserfolg oder Niederlage mehr besteht, werden niemals gehorchen. Der Glaube dagegen drängt zum mutigen Vorwärtsgehen. Er hofft alles. Er vertraut allem. So einen Glauben wünsche ich mir. Du auch.

[1:15:50] So bringt göttliche Fügung den Ungläubigen Finsternis und Verzweiflung, den Gläubigen aber Klarheit und Frieden, so wie die Wolke Finsternis für Ägypter war und Licht für die Israeliten. Gottes Weg mag durch Wüste oder Meer führen. Dennoch ist es ein sicherer Weg.

[1:16:05] Vom Roten Meer setzte die ganze Gemeinde Israel ihre Wanderung unter der Leitung der Wolkensäule fort. Die Landschaft ringsum war trostlos. Kahle Berge, unfruchtbare Ebenen und das weite Meer, dessen Küste übersät war mit den Leichen ihrer Feinde. Doch im Bewusstsein ihrer Freiheit waren Israeliten voll Freude und alle unzufriedenen Überlegungen waren verstummt.

[1:16:30] Jetzt schauen wir uns das mal auf der Karte an. Wenn die Israeliten hier jetzt von West nach Ost durch das Meer gegangen sind und jetzt auch östlich vom Golf von Suez weitergegangen sind, dann haben sie genau das gehabt. Sie hatten Berge, ja, zum Osten dann hin, dann hatten sie Ebenen und das Meer die ganze Zeit sozusagen auf der rechten Seite, wo immer diese Leichname noch angespült wurden.

[1:17:03] Nur diese Durchquerungsstelle passt zu diesem Bericht in Patriarchen und Propheten. Deswegen glaube ich, bin nicht so überzeugt, dass das hier wirklich die tatsächliche Route ist, denn das passt mit der gesamten Inspiration überein.

[1:17:14] Danach ließ Mose Israel vom Schilfmeer aufbrechen, dass sie zur Wüste Sur oder Schuhr zogen. Und sie wanderten drei Tage lang in der Wüste und fanden kein Wasser. Da kamen sie nach Mara, das heißt Bitterkeit, aber sie konnten das Wasser von Mara nicht trinken, denn es war sehr bitter. Da nannte man es Mara. Da murrte das Volk gegen Mose und sprach: "Was sollen wir trinken?" Und tatsächlich, ziemlich genau 72 Kilometer, das kann man ungefähr in drei Tagesreisen gut machen, kommt man an einen Ort, wo es noch heute bitteres Wasser gibt.

[1:17:50] Das passt also tatsächlich ganz genau. Vermutlich handelt es sich tatsächlich um dieses Ain Hara, ist eine salzige Quelle. Mittlerweile ist die ziemlich vom Wüstensand bedeckt, aber das muss mal eine klar sichtbare Quelle gewesen sein. Und wie gesagt, ungefähr 75 Kilometer, drei Tagesreisen. Das passt mit dem biblischen Bericht wunderbar zusammen. Übrigens, das sind alles Dinge, die man dann, wenn man erstmal den Golf von Akaba gewählt hat, auch da gibt's so viele Probleme, wie man das denn alles unterbringen soll. Hier passt es tatsächlich zum biblischen Bericht ganz genau.

[1:18:25] Der mitgenommene Vorrat war erschöpft. Sie hatten nichts, was ihren brennenden Durst hätte löschen können. Mose kannte diese Gegend sehr gut. Er war ja hier schon oft gewesen, hatte auch als Hirte dort seine Schafe gehabt, um zu wissen, dass zwar Mara die nächste Stelle war, wo es Quellen gab, dass das Wasser dort jedoch ungenießbar sein würde. Mose hat das schon gewusst und als dann die Israeliten rufen: "Na, Wasser, Wasser!", da ist ihm das Herz fast in die Hose gerutscht. Sein Herz war gesunken. Erschreckt und völlig verzweifelt warfen sie Mose vor, er habe sie diesen Weg geführt und schon wieder vergessen sie die Führung der Vergangenheit. Wie oft vergessen wir, wie Gott uns in der Vergangenheit geführt hat, nur weil plötzlich wieder Schwierigkeiten da sind. In seinem Kummer über ihre Erschöpfung tat Mose, was sie vergessen hatten. Er rief ernstlich zu Gott um Hilfe. Er schrie zum Herrn und der Herr zeigte ihm ein Holz, das warf er ins Wasser. Da wurde das Wasser süß. Dort gab er ihnen Gesetz und Recht und dort prüfte er sie.

[1:19:19] Also hier schon bekommen sie Gesetz von Gott verordnet. Und er sprach: "Wenn du der Stimme des Herrn deines Gottes eifrig gehorchen wirst und tust, was vor ihm recht ist und seine Gebote zu Ohren fasst und alle seine Satzungen..."

[1:19:33] zu Ohren fasst und alle seine Satzungen hältst, so will ich keine der Krankheiten auf dich legen, die ich auf Ägypten gelegt habe, denn ich bin der Herr, dein Arzt." Nun, das heißt nicht, dass wir niemals krank werden als Christen. Elischa ist an einer schweren Krankheit gestorben. Nicht alle Menschen, die Jesus begegnet sind, sind auch geheilt worden. Also, wir denken an Markus 1, wo Menschen Jesus sehen wollten, aber Jesus weitergezogen ist. Aber trotzdem ist dieser Punkt hier sehr, sehr wichtig. Gott verspricht, dass wenn wir uns an seine Gesundheitsprinzipien halten, wir die Krankheiten der Ägypter vermeiden können. Die Krankheiten der Ägypter, so zeigen forensische Studien an Mumien, das sind Wohlstandskrankheiten gewesen: Übergewicht, Arteriosklerose, Diabetes.

[1:20:09] Hier auf dem Bild sieht man die Mumie von Hatschepsut aus der 18. Dynastie. Ja, aus der Zeit von Mose. Hatschepsut hatte Übergewicht, hatte schlechte Zähne, sie hatte Diabetes und Krebs. Ja, also nicht einfach die wunderschöne Prinzessin, wie sie in den Bildern immer dargestellt wird, sondern eher so eine etwas ältere, ja, übergewichtige Frau.

[1:20:35] Und dann heißt es hier, und damit enden wir heute: Und sie kamen nach Elim. Elim heißt wörtlich große Bäume, weil dort waren 12 Wasserquellen und 70 Palmenbäume, und sie lagerten sich dort am Wasser. Wo ist das gewesen? Vielleicht in der Gegend von Wadi Gharandel, ganz in der Nähe von Mara, nur ein paar Kilometer weiter, ungefähr 10 km weiter bei diesem Wadi, das sich da aus den Bergen kommend Richtung Golf von Sues so entlangschlängelt. Da gibt es tatsächlich heute noch so oasenähnliche Stellen. Da findet man heute noch Palmenbäume. Das sind natürlich nicht mehr die Palmenbäume, die Mose gesehen haben wird. So alt wären die dann in der Regel auch nicht. Die Quellen sind mittlerweile alle unterirdisch vom Sand bedeckt, aber damals müssen sie dann noch besser erreichbar gewesen sein. Und vielleicht so oder ähnlich sah es aus, als die Israeliten dann hier nach Elim kamen, genauso wie es der biblische Bericht zeigt.

[1:21:36] Nächste Woche wollen wir diese Reise weiterverfolgen. Es gibt noch so viel interessante Dinge zu entdecken und zu lernen, und wir haben längst nicht alles auch besprochen, was man hätte besprechen können, aber dafür würde die Zeit auch nie ausreichen. Ich glaube, wir haben heute zumindest gesehen, man kann der Bibel vertrauen. Diese Aussagen, auch wenn es sich um große Wunder handelt, sind trotzdem auch in dem Verstand nachvollziehbar, auch wenn wir nicht erklären können, wie Gott das gemacht hat. Aber wir können sehen, es gibt eine Stelle, wo wirklich 2 Millionen Israeliten sicher durch den trockenen Meeresboden hätten gehen können und wo auch die Ägypter nachfolgen konnten. Und auch wenn wir keinen Beweis haben für diese Exodusroute, bin ich doch überzeugt, dass das die biblisch einzig wirklich sinnvolle Route ist, die wir bisher so ja kennen. Ich wünsche euch auf jeden Fall, dass wir nicht einfach nur archäologische Details durchdenken, sondern dass wir sehen, dass Gott uns führen möchte und dass wir diese Kraft auch in unserem eigenen Leben erleben und dass, wenn Schwierigkeiten in meinem und deinem Leben entstehen, dass wir uns daran erinnern, dass Gott für uns da ist. Bist du bereit, diesem Gott des Exodus auch in deinem Leben zu folgen? Wollen wir noch gemeinsam bitten, dass er uns so führt wie damals die Israeliten? Dann lass uns gemeinsam beten.

[1:22:51] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen von ganzem Herzen, dass du uns so viel interessante Dinge zeigst, dass du uns mit deinem Heiligen Geist erfüllst, aber vor allem, dass du uns richtig führst, auch wenn es uns manchmal nicht so vorkommt. Und Herr, bitte vergib uns, dass wir so oft unzufrieden sind und so oft deine Kraft und Macht in Zweifel ziehen. Gib, dass wir dir ganz vertrauen, dass wenn du uns in eine scheinbare Sackgasse führst, dann nur deswegen, damit unser Glaube stärkere Muskeln bekommt. Herr, wir möchten dich bitten, dass wir noch viel Erfahrung mit dir machen dürfen und dass wir dir aus Liebe nachfolgen. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[1:23:33] Nächste Woche geht es hier weiter, dann mit Kapitel 16 bis 18. Es gibt neue interessante Abenteuer auf dem Weg Richtung Sinai, und wir werden uns dann genau anschauen, was passiert ist und das entsprechend ja analysieren und den Hintergrund dazu uns anschauen. Bis dann wünsche ich euch Gottes reichen Segen und viel Freude im Studium seines wunderbaren Wortes und in der Erfahrung seiner wunderbaren Kraft. Amen.


Lizenz

Copyright ©2025 Joel Media Ministry e.V.
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.