In dieser siebten Folge der Spezialserie über den Exodus verfolgt Christopher Kramp die Wanderung der Israeliten durch die Wüste Sin (2. Mose 16-18). Er beleuchtet ihr Murren gegen Mose und Aaron, das sich als Murren gegen Gott entpuppt, und die wundersame Versorgung mit Wachteln und Manna. Kramp betont die geistliche Bedeutung des Manna als Symbol für Gottes Wort und Jesus als das Brot des Lebens, und ermutigt zu täglicher Andachtszeit.
CSH 2025 Q3 – Exodus – Spezial: 7. 2. Mose 16-18
Christopher Kramp · CSH 2025 Q3 Spezial: Exodus ·Themen: 2. Mose, BibelWeitere Aufnahmen
Serie: CSH 2025 Q3 Spezial: Exodus
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Transkript
[0:35] Hallo und herzlich willkommen zur Christudy Hour hier auf www.jjoelmedia.de. Wie immer möchten wir alle Zuschauer auf dem Sender Das Wort ganz herzlich ebenfalls begrüßen zur nächsten Folge, der siebten Folge unserer Spezialserie über den Exodus. Letzte Woche haben wir dieses spannende Thema gemeinsam durchdacht: Wo sind die Israeliten durch das Rote Meer gegangen? Und vor allem haben wir die Kraft Gottes gesehen, seine Weisheit, wie er das Volk geführt hat und letztendlich den triumphalen Sieg über den Pharao und sein Heer ihnen geschenkt hat. Wir wollen heute diese Wanderung der Israeliten weiter verfolgen, indem wir 2. Mose Kapitel 16 bis 18 studieren. Und bevor wir uns dort hineinbegeben, möchten wir Gott bitten, wie immer, dass er uns in unserem Studium segnet, uns gute Gedanken schenkt und uns zeigt, wie all das persönlich für mich und für dich auf unser Leben anzuwenden ist. Wollen wir gemeinsam beten?
[1:51] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass dein Wort so voller Tiefe und Schönheit, so viel Kraft und Glanz ist und auch so tröstet. Möchte dir danke sagen für diese unglaubliche, interessante und beeindruckende Geschichte vom Exodus. Und wir möchten dich jetzt bitten, dass du uns mit deinem Heiligen Geist erfüllst, dass wir die Lektionen für unser persönliches Leben verstehen, annehmen und in deiner Kraft auch erleben. Möchte dich bitten, dass unser Studium uns nicht nur klüger macht, sondern vor allem uns noch viel näher zu dir bringt. Führe du uns so, wie es dein Wunsch ist. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[2:42] 2. Mose Kapitel 16 bis 18. Wir legen direkt los in Kapitel 16 Vers 1: "Und sie brachen auf von Elim." Wir sind das letzte Mal an diesem Ort der Palmen, möglicherweise vielleicht dem Wadi Gharandel, zu verordnen stehen geblieben. "Und sie brachen auf von Elim und die ganze Gemeinde der Kinder Israels kam in die Wüste Sin, die zwischen Elim und Sinai liegt, am 15. Tag des zweiten Monats." Einen Monat sind sie jetzt unterwegs. Ja, am 15. Tag des ersten Monats waren sie ausgezogen. In der Nacht, besser gesagt, vom 14. auf den 15. sind sie ja befreit worden und jetzt einen Monat später gelangen sie dort in die Wüste Sin. Was uns in 2. Mose nicht berichtet wird, aber in 4. Mose noch angedeutet wird, ist, dass sie einen Zwischenstopp gehabt haben. 4. Mose 33 zeigt uns tatsächlich noch einige weitere Stationen auf, die jetzt in 2. Mose nicht immer beschrieben werden, weil es in 2. Mose vor allem um die inhaltlichen Ereignisse geht und nicht an jedem Lagerplatz gab es etwas Außergewöhnliches vielleicht, was jetzt für 2. Mose für den weiteren Verlauf der Geschichte so entscheidend war. Aber 4. Mose zeigt uns die einzelnen Lagerplätze ziemlich genau und wir werden jetzt nicht alle diese Lagerplätze dann immer noch mal erwähnen, zumal die meisten ja ohnehin nicht genau lokalisierbar sind. Aber der hier ist interessant: Nach Elim brachen sie auf und lagerten sich am Roten Meer. Das heißt, sie haben das Rote Meer durchquert, sind dann einige Zeit unterwegs und kommen dann wieder ans Rote Meer. Und das ist übrigens auch mit, also wenn man sich das auf der Karte anschaut und dann sieht, als wir haben wir noch mal eingetragen, den Ort, der, wie wir das letzte Mal gesehen haben, wahrscheinlich Mara darstellt, ein Hawara. Ein Ort, wo es heute noch unter der Erde diese salzigen, bitteren Quellen gibt. Drei Tagesreisen entfernt von der vermuteten Durchgangsstelle am Nordende des Golfs von Sues und ein bisschen 10 km weiter südlich davor ist ja dann diese Palmstätte gewesen und wenn man dann weitergeht immer weiter Richtung Süden, dann trifft man tatsächlich da bei Abu Zenima ungefähr auf das Rote Meer wieder und das passt einfach perfekt sozusagen zu diesem biblischen Bericht. Die Straße führt direkt wieder zum Roten Meer und von dort werden sie sich dann anders weiterbewegt haben. Auch das ist so ein Punkt, der, wenn man diese moderne Variante mit dem Golf von Akaba nimmt, dann überhaupt gar nicht passen will. Dann muss man künstlich noch mal aus Arabien wieder zurück zum Golf von Akaba. Das macht eigentlich gar keinen guten Sinn, aber hier in diesem Szenario passt es einfach perfekt dazu. Sie sind also dann hier noch bei Abu Zenima ungefähr auf das Rote Meer gestoßen und von dort an dann in die Wüste Sin. Da werden wir gleich nachher noch ein bisschen drüber sprechen, wo das vielleicht gewesen sein könnte. Ab dort ist es jetzt immer schwieriger, das genau nachzuvollziehen, weil natürlich das keine Orte sind, wo man jetzt Ortsschilder finden könnte, sondern mehr oft dann auch topographische Angaben, die letztendlich dreieinhalbtausend Jahre alt sind.
[6:27] Wir lesen weiter jetzt erst einmal die Geschichte, die sich hier zugetragen hat. Ab Vers 2: "Und die ganze Gemeinde der Kinder Israels murrte gegen Mose und gegen Aaron in der Wüste. Und die Kinder Israels sprachen zu ihnen: 'Wären wir doch durch die Hand des Herrn im Land Ägypten gestorben, als wir bei den Fleischtöpfen saßen und Brot in Fülle zu essen hatten.'" Die Fleischtöpfe, das muss man sich für die armen Sklaven dort vor allem in Ägypten so vorstellen, dass es Fisch viel gab und Geflügel. Alles andere Fleisch gab es nur selten zu besonderen Anlässen und war ansonsten vor allem den Eliten vorbehalten. Also, sie haben ihre Hähnchenkeulen vermisst, sozusagen. "Denn ihr habt uns in diese Wüste hinausgeführt, um diese ganze Gemeinde verhungern zu lassen." Immer und immer wieder finden wir, dass dieselben Israeliten die gigantische Manifestation der Macht Gottes gesehen haben: Zehn Plagen, die Befreiung aus Ägypten in einer Nacht, die Teilung des Roten Meeres und der sichere Durchzug dadurch, bitteres Wasser, das süß wird. All das hat trotzdem ihr Herz nicht so tief bewegt, dass, als die nächste Krise kommt, sie dann vielleicht einmal gesagt hätten: "Gott, wir vertrauen!" Schon wieder sagen sie, Mose und Aaron hätten sie geführt, als ob Gott nichts damit zu tun gehabt hätte.
[8:00] Interessanterweise, auch wenn wir ärgerlich werden, wenn wir Probleme geistlicher Art haben, sind wir schnell dabei, alles auf Menschen zu schieben, statt uns zuzugestehen, dass wir uns von Gott entfernt haben. Wir lesen weiter ab Vers 4: "Da sprach der Herr zu Mose: 'Siehe, ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen. Dann soll das Volk hinausgehen und es täglich sammeln, was es braucht, damit ich es prüfe, ob es in meinem Gesetz wandeln wird oder nicht.'" Wir haben schon gesehen, wie in Mara Gott ihnen Gesetz und Recht gegeben hat. Und Gott möchte jetzt sehen, ob sie auch sein Gesetz halten werden. Wir sind mehrere Kapitel noch vor 2. Mose 20, vor dem Sinai, 2. Mose 19 und 20, wo dann die Zehn Gebote verkündet werden. Die Israeliten kannten schon Gesetze, die Gott ihnen gegeben hatte. Das wird hier ganz deutlich. "Am sechsten Tag aber werden sie zubereiten, was sie eingebracht haben und es wird das Doppelte von dem sein, was sie täglich sammeln." Da sprachen Mose und Aaron zu allen Kindern Israels: "Am Abend sollt ihr erkennen, dass es der Herr war, der euch aus dem Land Ägypten geführt hat." Sie sollten endlich verstehen, dass sie nicht von Menschen geführt worden sind, sondern von Gott. Gottes Volk wird nicht von Menschen geführt und es kann sein, dass Menschen auch Fehler machen. Mose und Aaron haben zwar in diesen Geschichten sich gut verhalten, aber später haben sie auch – also Aaron und sogar einmal auch Mose – schwere Fehler gemacht.
[9:26] Aber wenn wir immer nur auf Menschen schauen, dann haben wir das Wirken Gottes nicht verstanden. Gott selbst führt seine Gemeinde und Gott selbst führt dich und mich. Er hat uns befreit. Und er ist verantwortlich dafür, dass wir auch am Ziel im gelobten Land ankommen. Vers 7: "Und am Morgen werdet ihr die Herrlichkeit des Herrn sehen." Merken wir uns diesen Begriff. Der kommt ja dann in den Mosebüchern noch häufiger vor und dann in der ganzen Bibel bis am Ende in Offenbarung 18, die ganze Erde erleuchtet werden soll mit der Herrlichkeit Gottes, die sich darin zeigt, dass er für sein Volk sorgt, dass er für sein Volk da ist. "Denn er hat euer Murren gegen den Herrn gehört. Denn was sind wir, dass ihr gegen uns murrt?" Mose möchte ganz deutlich machen: Wir sind nicht der Beachtung wert. Gott führt uns. Und wenn es eine Frage gibt, dann geh mit dieser Frage zu Gott und frag ihn, warum er uns so geführt hat. Weiter sprach Mose: "Der Herr wird euch am Abend Fleisch zu essen geben und am Morgen Brot in Fülle, denn er, der Herr, hat euer Murren gehört, womit ihr gegen ihn gemurrt habt. Denn was sind wir? Euer Murren richtet sich nicht gegen uns, sondern gegen den Herrn."
[10:56] Es stimmt. Leiter machen Fehler und diese Fehler müssen auch beim Namen benannt werden, so wie bei Mose und Aaron die Sünden noch mit Namen genannt worden sind in der Bibel. Aber viel Murren in der Gemeinde gegen Leiter ist eigentlich ein Murren gegen Gott. Das haben die Israeliten damals nicht so verstanden. Wir verstehen es heute oft, glaube ich, auch nicht. Lass uns nicht gegen Gott murren. Vers 9: "Und Mose sprach zu Aaron: 'Sage der ganzen Gemeinde der Kinder Israels: Kommt her vor den Herrn, denn er hat euer Murren gehört.'" Und es geschah, als Aaron zu der ganzen Gemeinde der Kinder Israels redete, da wandten sie sich zur Wüste und siehe, die Herrlichkeit des Herrn erschien in der Wolke. Gottes Herrlichkeit offenbart sich. Gott hört und sieht unsere Klagen, meine Klagen, deine Klagen, die kleinen und großen Schwierigkeiten des Lebens und Gottes Herrlichkeit offenbart sich in unserem Leben, um uns zu zeigen: Er ist für uns da. Seine Vergebung, seine Fürsorge, seine Gnade, all das, was wir erleben, will uns zeigen: Ich führe dein Leben gut, wenn du es mir anvertraust. Wir lesen weiter Vers 11: "Und der Herr redete zu Mose und sprach: 'Ich habe das Murren der Kinder Israels gehört. Sage ihnen: Zur Abendzeit sollt ihr Fleisch zu essen haben und am Morgen mit Brot gesättigt werden und ihr sollt erkennen, dass ich der Herr, euer Gott, bin.'" Und es geschah, als es Abend war, da kamen Wachteln herauf und bedeckten das Lager. Am Morgen lag der Tau um das Lager her. Und als der Tau aufgestiegen war, siehe, da lag etwas in der Wüste, rund und klein, so fein wie der Reif auf der Erde.
[12:52] Nun, die Wachteln, interessanterweise, ziehen tatsächlich jedes Jahr im Frühjahr Richtung Europa über die Sinai-Küsten und übernachten dort an einem Abend jedes Jahr. Und wir sehen hier, Gott wird diesen großen Wachtelzug hier in besonderer Größe zusammengestellt haben und sie genau an diesem Punkt dann die Israeliten so geführt haben und auch die Wachteln, sodass sie sich hier tatsächlich treffen. Eine ganz interessante Sache. Und das heißt dann hier, und als es die Kinder Israels sahen, also dann am Morgen das Manna, also das Brot, das fiel, da sprachen sie untereinander: "Was ist das?" Hebräisch: "Man hu?" Denn sie wussten nicht, was es war. Mose aber sprach zu ihnen: "Dies ist das Brot, das euch der Herr zur Speise gegeben hat. Das ist aber der Befehl, den der Herr gegeben hat: Jeder soll davon sammeln, so viel er zum Essen benötigt, einen Gomer je Kopf nach der Zahl eurer Seelen. Jeder nehme für die, die in seinem Zelt sind." Und die Kinder Israels machten es so und sammelten. Der eine viel, der andere wenig. Und jetzt kommt eine interessante Sache: "Als man das aber mit dem Gomer maß, da hatte der, welcher viel gesammelt hatte, keinen Überfluss und der, welcher wenig gesammelt hatte, hatte keinen Mangel, sondern jeder hatte für sich gesammelt, so viel er zum Essen brauchte." Einige sammeln enorm viel, einige schaffen vielleicht aus bestimmten Gründen nur wenig zu sammeln, aber alle hatten genügend. Und der, der besonders viel gesammelt hat, hatte keinen Vorteil gegenüber dem, der nicht viel sammeln konnte.
[14:52] Alle bekommen so viel, wie sie brauchen. Niemand konnte sich – und das werden wir gleich sehen – niemand konnte diese Speise horten, um damit vielleicht zu spekulieren. Jeder Tag war eine neue Abhängigkeit von Gott. Wir werden noch sehen, das Brot, das Gott hier gibt, ist auch ein Symbol für das Wort Gottes. Denn der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht. So sagt es Jesus in Matthäus 4, Vers 4 und er zitiert ja aus 5. Mose dort. Vielleicht bist du jemand, der viel Zeit hat, Bibel zu studieren. Du kannst viele Fakten sammeln. Vielleicht bist du extrem beschäftigt und musst wirklich kämpfen und mit Gottes Gnade schaffst du es Tag für Tag, dir eine Andachtszeit herauszukämpfen, die allerdings nicht ewig lang sein kann. Egal, ob du viel sammelst aus der Bibel oder wenig sammelst, du wirst immer so viel finden, wie du für den Tag brauchst.
[15:55] Der, der viel Zeit hat und viel studiert, wird am Ende geistlich nicht mehr gestärkt als der, der das Wenige, was er hat, zu Gottes Ehre so gut einsetzen kann. Jeder bekommt so viel, wie er geistlich pro Tag braucht. Nun, wie viel Manna ist das gewesen? Ein Gomer, so erfahren wir dann auch durch Erklärung, entspricht ungefähr 3,6 Liter. Wenn wir also ungefähr 2 Millionen Menschen haben – ja, das ist unsere Überschlagsschätzung angesichts 600.000 waffenfähiger Männer, die ab 20 Jahre alt waren – dann dürften so etwa 7,2 Millionen Liter gesammelt worden sein. Ihr wisst natürlich nicht das exakte Gewicht des Manna, aber wenn man das so von der Größe und Konsistenz vielleicht so ein bisschen vergleichen kann, so vielleicht mit Popcorn oder so, dann wäre das vielleicht so bei ungefähr 160 Tonnen, die dort insgesamt gesammelt worden sind. Und wenn man sich jetzt überlegt, wie viel Fläche ist das gewesen, wenn man jetzt sich überlegt – das sind natürlich jetzt mathematische Spielereien – wenn diese Mannaschicht ungefähr 10 cm hoch gewesen ist, also das Manna auch quasi übereinander lag, dann würde man da ungefähr drei Fußballfelder mit bedecken können. Bei 3 cm wäre das dann schon 35 Fußballfelder. Mitunter sind also die Israeliten ziemlich weit auch gegangen, um dann noch entsprechend Manna zu finden. Es erklärt auch, warum dann an einem Tag sie eben nicht solche weiten Wegstrecken machen sollten und dort diese mühselige Arbeit auf sich nehmen sollten. Dazu jetzt gleich mehr, aber erstmal die Frage, was dieses Manna gewesen ist. Es gibt immer wieder Versuche, das irgendwie als eine natürliche Sache zu erklären, aber das scheitert alles. Und es gibt keine andere Möglichkeit, als mit der Bibel hier zu bekennen: Es war Brot vom Himmel. Psalm 78 spricht von dem Manna. Dieser Begriff hebräisch "Man" kommt von diesem "Man hu", was ist das? Und daraus hat sich das griechische Manna dann entwickelt. "Und er hatte Manna auf sie regnen lassen zum Essen und ihnen Himmelkorn gegeben. Der Mensch aß das Brot der Starken." Man könnte auch übersetzen: "Das Brot der Engel", das, was im Himmel gegessen wird, sozusagen. "Er sandte ihnen Speise, bis sie satt waren." Es ist vielleicht nur am Rande eine interessante Notiz, aber sollte auf jeden Fall nicht unerwähnt bleiben, dass es seit Jahrzehnten immer wieder bestätigte Berichte gegeben hat, dass an der Namba Mission in Angola, einer adventistischen Missionsstation, seit 1939 fast unaufhörlich zweimal die Woche Manna fällt. Und das ist jetzt also keine, das ist hier aus der Enzyklopädie of Seventh Day Adventists. Das ist von vielen Leuten geprüft worden. Da sind Leute vom BRI da gewesen. Das ist von Professoren immer wieder geprüft worden. Es gibt, man kann im Internet Videos finden, wo das gezeigt wird. Das kann man essen. Man hat chemische Studien gemacht. Das ist nahrhaft. Und die Situation war dort in dieser abgelegenen Missionsstation: Es gab eine große Dürre und als Gebetserfahrung ist dort 1939 dieses Manna gefallen und es fällt bis heute zweimal die Woche, mittwochs und freitags. Und wie sich das zu dem biblischen Manna verhält, kann man sicherlich unterschiedlich diskutieren. Aber es ist auf jeden Fall eine sehr interessante Sache, die noch mal zeigt, dass wir hier auch im biblischen Bericht den biblischen Bericht vertrauen dürfen.
[19:54] Auch Paulus sagt, er spricht von der geistlichen Speise, die sie gegessen haben. Und Jesus geht explizit auch auf dieses Manna ein, als die Menschen, die zu ihm am Tag nach der Speisung der 5000 kommen, noch mal auf diese Geschichte verweisen. Das heißt in Johannes 6, Vers 31, als sie dann zu ihm kommen am nächsten Tag, er hatte 5000 Männer plus Frauen plus Kinder satt gemacht. Da heißt es: "Unsere Väter haben das Manna gegessen in der Wüste, wie geschrieben steht: Brot aus dem Himmel gab er ihnen zu essen." Und da schwingt so ein bisschen dieser Gedanke mit, na ja, Jesus, du hast jetzt an einem Tag 5000 Männer plus Frauen plus Kinder satt gemacht. Mose hat fast 40 Jahre 600.000 Männer plus Frauen plus Kinder satt gemacht. Und das wird so als Begründung genommen: "Jetzt gib uns noch mehr Zeichen." Aber Jesus geht nicht auf diesen Wunsch ein, noch mehr Zeichen, um vielleicht noch mehr Brot zu bekommen, das man essen kann. Er sagt in Vers 32, da sprach Jesus zu ihnen: "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot aus dem Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot aus dem Himmel." Gott hat damals das Manna gegeben, aber das war nur ein Typus, nur eine Illustration, ein Vorbild auf das wahre Brot aus dem Himmel. Vers 33: "Denn das Brot Gottes ist derjenige, der aus dem Himmel herabkommt und der Welt Leben gibt." Denn von dem Manna ist man, und ist man trotzdem am Ende gestorben. Das sagt Jesus später in Johannes 6: "Eure Väter haben das Manna gegessen in der Wüste und sind gestorben." Aber das Brot des Lebens, das das Manna nur als ein Typus repräsentiert, das führt zum ewigen Leben. Da sprachen sie zu ihm: "Herr, gib uns allezeit dieses Brot." Jesus aber sprach zu ihnen: "Ich bin das Brot des Lebens." Das Manna ist direkt ein Symbol für Jesus. Und weil Jesus im Johannesevangelium gleich am Anfang in Vers 1 auch das Wort Gottes genannt wird, dürfen wir auch dieses Manna selbstverständlich, wie vorhin schon angedeutet, mit dem Wort Gottes auch identifizieren: Jesus Christus in seinem Wort. Tagtäglich brauchen wir unsere Portion Manna. Machst du morgen Andacht? Es heißt in der Bibel, dass man es aufsammeln sollte, bevor die Sonne so heiß wurde, dass das Manna geschmolzen ist. Wenn wir uns nicht am Morgen Zeit nehmen, dann ist irgendwann der Tag so geschäftig, so viel Dinge, Termine, Dinge, die auf uns einprasseln, dass wir keine richtige Zeit mehr finden. Nimm dir Zeit mit Gott am Morgen. Lies in der Bibel ein paar...
[22:47] Am Morgen liest in der Bibel ein paar Verse, sammel ein paar Manna-Körner auf. Du wirst sehen, schmeckt ausgezeichnet. Ein Fest guter Dinge, das wir haben können jeden Tag.
[22:57] Und in diesem Manna, diesen Bibelversen, die man am Morgen liest und durchdenkt, lernt man Jesus immer besser kennen.
[23:06] Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, den wird niemals dürsten. Hast du Hunger und Durst in deiner Seele? Dann komm zu Jesus und iss jeden Tag von diesem geistlichen Manna. Lerne ihn in seinem Wort durch den Heiligen Geist kennen.
[23:25] Wir lesen weiter ab Vers 19: „Und Mose sprach zu ihnen: Niemand soll etwas davon übrig lassen bis zum anderen Morgen.“ Aber sie gehorchten Mose nicht, denn etliche ließen davon übrig bis zum Morgen, weil sie Angst hatten, wer weiß, ob morgen noch mal so ein Wunder geschieht.
[23:43] Wir sind oft dankbar für die Wunder, aber haben Zweifel, ob Gottes Wunder anhaltend sind oder ob wir jetzt einfach nur Nutzen aus dem bisherigen ziehen sollten und es möglichst irgendwie strecken.
[23:59] Da wuchsen Würmer darin und es wurde stinkend, und Mose wurde zornig über sie. So sammelten sie es jeden Morgen, jeder so viel er zum Essen brauchte. Wenn aber die Sonne heiß schien, zerschmolz es. Man muss es am Morgen sammeln. Die Dinge, die wir für den Tag brauchen geistlich, die werden uns am Morgen gereicht.
[24:17] Und sie fallen uns nicht einfach in den Mund. Wir müssen aufstehen und sammeln, Bibel aufschlagen, ein paar Verse lesen – müssen nicht viele Kapitel sein, aber bisschen sammeln, dann wird ein Parallelvers und gucken, was Gott heute zu mir sagt. Ich habe das seit einigen Jahren erlebt, was das für einen großen Unterschied im eigenen geistlichen Leben macht.
[24:45] Vers 22: „Und es geschah am sechsten Tag, da sammelten sie doppelt so viel Brot, zwei Gomer für jede Person.“ Da kamen alle Obersten der Gemeinde und berichteten das Mose und sagten: „Schau mal hier, diesmal ist das Doppelte vorhanden.“ Und er sprach zu ihnen: „Das ist es, was der Herr gesagt hat. Morgen ist eine Ruhe, ein heiliger Sabbat des Herrn. Was ihr backen wollt, das backt, und was ihr kochen wollt, das kocht. Was aber übrig ist, das legt beiseite, damit es bis morgen aufbewahrt wird.“
[25:15] Und sie legten es beiseite bis zum Morgen, wie Mose geboten hatte. Und es wurde nicht stinkend, und es war auch kein Wurm darin.
[25:25] Da sprach Mose: „Das heute, denn heute ist der Sabbat des Herrn. Ihr werdet es heute nicht auf dem Feld finden. Sechs Tage sollt ihr es sammeln, aber am siebten Tag ist der Sabbat, da wird keines zu finden sein.“
[25:43] Den Sabbat, den gibt es, und die Referenz ist hier falsch, muss 1. Mose 2 natürlich sein. Seit dem Anfang, seit der Schöpfung. Es heißt in 1. Mose 2, Vers 1 bis 3: „So wurden der Himmel und die Erde vollendet samt ihrem ganzen Heer. Und Gott hatte am siebten Tag sein Werk vollendet.“
[26:03] Manche übersetzen auch, kann man genauso übersetzen: „Er vollendete am siebten Tag sein Werk“, um nämlich deutlich zu machen, obwohl alles in der natürlichen, physischen Welt vollendet war, gab es noch etwas zu tun, nämlich auszuruhen.
[26:22] Der Sabbat als die Vollendung für die bereits physisch vollendete Welt. Er vollendete sein Werk am siebten Tag, das er gemacht hatte, und er ruhte am siebten Tag von seinem ganzen Werk, das er gemacht hatte. Und Gott segnete den siebten Tag und heiligte ihn, denn an ihm ruhte er von seinem ganzen Werk, das Gott schuf, als er es machte.
[26:44] Gott ruhte und dann segnet und heiligt er diesen Tag als ein Kennzeichen, als eine Erinnerung an seine Schöpferkraft.
[26:54] Und die Israeliten, die die Erlösung erlebt haben, sollten auch diesen Sabbat wieder von Herzen Woche für Woche feiern.
[27:04] So wie Gott uns führt und als Erlöste uns jetzt die Dinge zeigt, die er von uns möchte, so führt er auch die Israeliten und zeigt ihnen jetzt, dass er möchte, dass sie den Sabbat halten. Und auch wir als Erlöste dürfen heute noch den Sabbat feiern, der als Gedenktag der Schöpfung seit den Tagen von Adam und Eva gültig ist.
[27:30] Ab Vers 27: „Es geschah aber am siebten Tag, dass etliche vom Volk hinausgingen, um zu sammeln, und sie fanden nichts.“ Da sprach der Herr zu Mose: „Wie lange weigert ihr euch, meine Gebote und meine Anweisungen zu halten?“
[27:46] Dieses Volk ist ein guter Spiegel für uns. Wie oft sagt Gott: „Mach das nicht!“, und wir machen es trotzdem.
[27:51] Die Israeliten haben erst versucht, das Manna zu horten. Das hat sich als vergeblich rausgestellt. Jetzt versuchen sie doch am Sabbat etwas zu finden. Sie fanden nichts. Dabei hatten sie ja nicht einmal nur, denn sie alle hatten ja die doppelte Portion am Freitag bekommen. Es war einfach Ungehorsam.
[28:10] Und Gott macht ganz deutlich: Der Sabbat ist hier in 2. Mose 16, vier Kapitel vor den Zehn Geboten, ein Gebot, eine Anweisung, die man nicht brechen darf.
[28:21] Vers 29: „Seht, der Herr hat euch den Sabbat gegeben, darum gibt er euch am sechsten Tag für zwei Tage Brot. So soll nun jeder an seiner Stelle bleiben, und niemand soll am siebten Tag seinen Platz verlassen.“
[28:37] So ruhte das Volk am siebten Tag.
[28:47] So lernt das Volk jetzt praktische Sabbatfeier. Nicht nur theologisch, theoretisch, sondern praktisch im Alltag. Gott möchte nicht nur, dass wir überzeugt sind, dass der Sabbat der Ruhetag ist. Er möchte, dass wir den Sabbattag im Alltag praktizieren, ihn wirklich halten, wirklich ruhen und nicht ständig an unsere irdischen Dinge, unsere weltlichen Dinge, Geschäfte denken, vielleicht sogar noch was kaufen und verkaufen und da unseren normalen Alltag weiter durchziehen. Nein, er möchte, dass wir wirklich ruhen.
[29:20] Nun, was können wir noch über dieses Manna lernen? Das heißt ab Vers 31: „Und das Haus Israel gab ihm den Namen Manna. Es war aber wie Koriandersamen weiß und hatte einen Geschmack wie Honigkuchen.“
[29:31] Das trifft sich ganz interessant mit den Beschreibungen, die man auch aus Angola immer wieder hört.
[29:38] Und Mose sprach: „Das ist es, was der Herr geboten hat. Einen Gomer davon sollt ihr aufbewahren für eure Nachkommen, damit sie das Brot sehen, mit dem ich euch in der Wüste gespeist habe, als ich euch aus dem Land Ägypten herausführte.“
[29:51] Und Mose sprach zu Aaron: „Nimm einen Krug und fülle einen Gomer voll Manna hinein und stelle es vor den Herrn zur Aufbewahrung für eure Nachkommen.“ Wie der Herr den Mose geboten hatte, so stellte es Aaron dort vor das Zeugnis zur Aufbewahrung.
[30:05] Die Kinder Israels aßen das Manna 40 Jahre lang, bis sie zu dem Land kamen, in dem sie wohnen sollten, bis sie an die Grenze Kanaans kamen, aßen sie das Manna.
[30:18] Das ist natürlich jetzt ein dann am Ende ein Kommentar, noch eine Zusammenfassung am Ende dieser Wüstenwanderung. Ein Gomer, und jetzt kommt sozusagen als Fußnote die Erklärung, die uns hilft, dann das Ganze zu berechnen.
[30:32] Ein Gomer aber ist der zehnte Teil eines Efa. Auch hier haben wir wieder diese Idee: Die Israeliten sollten sich erinnern, sollten sich erinnern durch das Passafest an die Erlösung aus Ägypten. Sie sollten sich erinnern, wenn sie das Manna dann sehen bei den Zehn Geboten, dass Gott für sie gesorgt hat.
[30:54] Es sollte für den Nachkommen aufbewahrt werden. Die Erfahrung, die wir gemacht haben, sollen wir der nächsten Generation weitergeben, damit sie nicht wieder alles von vorne lernen muss, sondern das Gottes Werk vorangehen kann.
[31:13] Wir lesen weiter in 2. Mose 17, Vers 1: „Und die ganze Gemeinde der Kinder Israels zog aus der Wüste Sin ihre Tagereisen nach dem Befehl des Herrn, und sie lagerten sich in Refidim. Aber da hatte das Volk kein Wasser zu trinken.“
[31:29] Refidim heißt – und das hängt davon ab, ob tatsächlich hier die Wurzel Raf hat, ähm, ja, die die Bedeutung definiert. Ähm, das heißt wahrscheinlich so was wie Ausbreitung, Unterstützung, könnte auch so im Sinne von, dass man etwas so ausbreitet, um etwas auch zu halten und allgemein etwas Flaches, vielleicht auch so was in der Richtung.
[31:50] Jetzt, wenn wir uns die Karte anschauen, ähm, oben zu Beginn der blauen Punkte ist noch einmal das, ähm, der Ort, den wir als Mara möglicherweise identifizieren können, und dann ein paar Kilometer weiter hat man dann schon Elim. Und wie gesagt, bei Abu Zinema werden sie dann auf das Wasser gestoßen sein.
[32:14] Ähm, und dann der weitere Verlauf hier auf dieser Kartendarstellung, ähm, der führt, so wie das meistens ähm in so Darstellung vermutet wird, dass hier durch gewisse Wadis, Wadi Mukattab und das Wadi Feiran vor allem.
[32:35] Ähm, da gibt es so Orte, wo man denkt, das könnte dort so gewesen sein. Meine persönliche Idee, jemals dort gewesen zu sein, einfach nur so anhand des Studiums sozusagen von Google Maps, ähm, ist, ähm, vielleicht sollte man die Route mal in Betracht ziehen, die dort jetzt hier mit so einem roten Pfeil eingetragen ist, weil dort ist es flach.
[33:05] Ebene Fläche, Refidim vielleicht. Ja, vielleicht ist das hier die Wüste Sin, und die zu Refidim führt.
[33:14] Ähm, an der Stelle lässt sich nämlich dann tatsächlich eine gute Schlacht gegen Amalek kämpfen. Man kann sogar dort dann angrenzend auf diesem Tafelland weit überblicken.
[33:25] Ähm, wir werden es ja gleich sehen in 2. Mose 17. Das könnte also vielleicht auch hier stattgefunden haben. Das würde für meine Begriffe eigentlich sogar besser passen als so mitten in das Gebirge hinein.
[33:37] Aber da bin ich jetzt nicht dogmatisch, aber ich wollte es einfach mal als Idee vorschlagen, dass hier vielleicht die Wüste Refidim, das jetzt hier weiter schon in das Innere der Sinai-Halbinsel hineingehen könnte.
[33:54] Dass dort wenig Wasser wahrscheinlich ist, ähm, ist mir bewusst, aber das passt ja auch ganz gut zum Bibeltext, denn wir lesen hier in 2. Mose 17 ab Vers 2.
[34:04] „Warum“, Verzeihung, „darum stritt das Volk mit Mose, und sie sprachen: „Gebt uns Wasser, was wir trinken.“ Mose sprach zu ihnen: „Was streitet ihr mit mir? Warum versucht ihr den Herrn?“"
[34:13] Als nun das Volk dort nach Wasser dürstete, da murrten sie gegen Mose. Immer dieselbe Geschichte, fast wie ein Hamsterrad.
[34:25] Das Volk murrt, das beschwert sich bei Mose. Mose schreit zu Gott: „Gott sendet eine übernatürliche Hilfe.“ Das Volk ist begeistert, geht weiter, trifft auf die nächste Schwierigkeit und murrt wieder. Beschwert sich bei Mose. Mose schreit zu Gott: „Gott wirkt ein Wunder.“ Das Volk ist begeistert, geht freudig weiter, bis die nächste Schwierigkeit kommt.
[34:45] Und man hat den Eindruck, lernen sie nichts. Und vielleicht ist genau das der Eindruck, den die Engel haben, wenn sie unser Leben betrachten, mein Leben und dein Leben: Lernen die eigentlich nichts?
[34:57] So oft hat Gott ihnen vergeben. So oft hat Gott ihnen geholfen. So oft hat Gott sie aus schwierigen Situationen hinausmanövriert, und dann sind sie jedes Mal erneut völlig außer sich, wenn sie in eine Schwierigkeit kommen. Ich glaube, diese Geschichte wird deswegen so erzählt, damit wir realisieren, wir müssen Gott mehr vertrauen. Ich muss Gott mehr vertrauen. Du auch.
[35:23] Warum? Als das Volk dort nach Wasser dürstete, da murrten sie gegen Mose, immer das Gleiche. Ja, sie gegen die menschlichen Führer da und sprachen: „Warum hast du uns aus Ägypten heraufgeführt, um uns und unsere Kinder und unser Vieh vor Durst sterben zu lassen?“
[35:39] Da schrie Mose zum Herrn und sprach: „Was soll ich mit diesem Volk noch tun?“ Mose ist fix und fertig. Er ist mit seinem Latein am Ende. Er hat ja große Erfahrung als ein Hirte. Er hat Schafe 40 Jahre lang geführt, davor die Armeen Ägyptens, aber das hier ist die größte Herausforderung, die er jemals gehabt hat.
[35:59] „Es fehlt nicht viel, und sie werden mich noch steinigen.“ Die Lage droht wirklich zu eskalieren.
[36:07] Und dann lesen wir: „Und der Herr sprach zu Mose: Tritt hin vor das Volk und nimm etliche Älteste von Israel mit dir und nimm den Stab in deiner Hand, mit dem du den Nil geschlagen hast, und geh hin. Ich will dort vor dir auf dem Felsen am Horeb stehen, und du sollst den Felsen schlagen, und es wird Wasser herauslaufen, damit das Volk zu trinken hat.“
[36:33] Und Mose tat dies vor den Augen der Ältesten Israels. Da gab man dem Ort den Namen Massa und Meriba. Massa heißt Versuchung oder Prüfung, und Meriba heißt Streit, Zank, wegen der Herausforderung der Kinder Israels und weil sie den Herrn versucht und gesagt hatten: „Ist der Herr in unserer Mitte oder nicht?“
[36:50] Lasst uns niemals diese Frage stellen, ob Gott überhaupt da ist. Und in der großen Lektion nachher im Laufe des Buchs 2. Mose ist, dass Gott mit seinem Volk gehen möchte, dass er mitten unter ihnen wohnen möchte.
[37:07] So oft stellen wir die Frage, wenn uns etwas Schlimmes passiert oder wir einfach nur keine Lösung sehen: „Ja, wo ist Gott?“ Und wiederholen damit diese Frage: „Ist der Herr in unserer Mitte oder nicht?“ Lasst uns diese Frage so vergessen. Gott ist bei uns, auch wenn wir mal in die scheinbare Sackgasse geraten.
[37:27] An dieser Stelle nur ganz kurz der Hinweis darauf, weil die Vertreter der Golf von Akaba Theorie, die wir in der letzten Folge schon ausführlich besprochen haben und gezeigt haben, warum das aus verschiedenen Gründen, sowohl logistisch als auch einfach auch ja von der Topografie, unmöglich ist und auch nicht gut zum Bibeltext passt.
[37:49] Ähm, was trotzdem immer wieder angeführt wird, ist dieses Objekt hier, dieser Felsen, ein gespaltener Felsen dort in Nordwest-Saudi-Arabien. Und das soll dann – so ist die These – der Felsen sein, den Mose geschlagen hat.
[38:08] Nun heißt es in den Texten in fünf Bücher Mose immer nur, dass er den Felsen geschlagen hat. Es heißt einmal in Psalm 78, Vers 15: „Er spaltete Felsen.“ Das Wort bedeutet spalten, aufstützen, schlagen, aushauen.
[38:22] Das bedeutet also nicht unbedingt, dass der Fels in der Mitte durchgespalten wird, sondern einfach, dass quasi ein Loch in den Felsen kommt, damit das Wasser rauskommt. Zum Beispiel wird das auch verwendet, wenn man beim Bergbau sozusagen in den Fels einen Tunnel hinein aushaut, damit dann sozusagen da ein Loch entsteht.
[38:40] Das heißt, die Idee ist eigentlich nicht, dass Mose mit seinem Felsen – Verzeihung, mit seinem Stab – den Felsen gespalten hat, sondern dass er den Felsen geschlagen hat und dadurch eine natürlich übernatürlich, nicht durch den Stab selbst, sondern durch Gotteskraft eine Öffnung im Felsen war, vielleicht ein Riss, eine Öffnung, ein Loch, was auch immer, und daraus das Wasser kam.
[39:01] Interessant ist jetzt sogar, dass Psalm 78 von Felsen im Plural spricht. Also, es war nicht der eine Felsen, der jetzt da geschlagen worden ist, sondern das Wasser floss immer wieder aus Felsen, weil die Israeliten natürlich eine längere Zeit in der Wüste gewesen sind und das Wasser immer wieder dann gebraucht wurde.
[39:21] Es handelt sich also nicht um einen einzelnen Felsen. Das wäre für 2 Millionen Israeliten, die jetzt von Ort zu Ort reisen, einfach gar nicht ausreichend gewesen. Deswegen ist das also letztlich hier für den biblischen Bericht dann tatsächlich nicht so relevant, zumal, wie wir gesagt haben, dieser Fundort ja dann auch gar nicht zur Exodusrute passt, wie er biblisch und mit dem Geist der Weissagung am besten in Verbindung zu bringen ist.
[39:47] Und dann heißt es hier in 2. Mose 17, Vers 8: „Da kam Amalek und kämpfte gegen Israel in Refidim.“
[39:58] In 5. Mose 25 wird uns sogar gesagt, wie das geschah, indem nämlich Amalek die Nachhut abschnitt. Also, wir sehen hier schon auch, das ist quasi nicht eine gesamte Gruppe, sondern es sind so verschiedene Divisionen wahrscheinlich unterteilt in größeren Gruppen.
[40:10] Alle Schwachen, die zurückgeblieben waren, als du müde und matt warst, und wie er Gott nicht fürchtete. Die Amalekiter greifen also aus dem Hinterhalt an. Sie greifen Israel am Ende an, dort, wo die Schwachen so ein bisschen hinterher humpeln, und wo man sie nicht gleich sofort stellen kann.
[40:28] Amalek ist offensichtlich, die Amalekiter sind offensichtlich Nachfahren aus der Sippe Esaus. Zumindestens finden wir den Amalek als Sohn des Eliphas hier im Stammbaum des Esau.
[40:46] Von ihnen gibt es eigentlich keine archäologischen Funde, die man wirklich mit ihnen in Verbindung bringen kann. Die Amalekiter sind so quasi, ja, das unbeschriebene Blatt in der biblischen Archäologie.
[40:58] Wir haben, wir kennen die Ägypter natürlich und die Babylonier, Assyrer, wir kennen die Moabiter, die Edomiter, die Ammoniter. Überall haben wir die Philister, die Phönizier, die Aramäer. Wir kennen viele, viele Objekte, manchmal weniger, manchmal sehr, sehr viele Inschriften.
[41:16] Wir können sie alle zuordnen, aber die Amalek, die sind irgendwie fast vom Boden verschwunden. Und das hat natürlich sicherlich auch damit zu tun, dass Gott selbst geschworen hat, dass er das Andenken Amalechs ausrotten möchte.
[41:32] Das ist tatsächlich gelungen, das ist tatsächlich passiert.
[41:38] Sie dürften wohl im Gebiet der Sinai-Halbinsel oder dann auch Richtung Süden südlich von Israel, also im Negev, gelebt haben als kriegerisches Nomadenvolk.
[41:50] Biblische Berichte lokalisieren sie dort südlich von Israel im Negev in Nachbarschaft zu den Kanaanitern, den Kenitern.
[41:58] Es gibt immer mal wieder die These, die vielleicht nicht völlig abwegig ist, auch wenn manche, die diese These vertreten haben, ansonsten ziemlich abwegige Theorien haben, dass vielleicht diese Amalekiter entweder Teile oder auch identisch sind mit den Hyksos, die ja kurz zuvor in der zweiten Zwischenzeit in Ägypten geherrscht haben.
[42:19] Offensichtlich waren die Amalek schon ein – das hört man so ein bisschen aus dem Bibeltext auch heraus – ein ziemlich mächtiges Volk zu der damaligen Zeit.
[42:28] Und zumindestens waren die Hyksos-Semiten, die aus dieser Gegend ja auch gekommen sind. Vielleicht waren sie, gehörten die Amalek einfach dazu, und das ist keine Gleichsetzung, aber sie sind so ein Teil davon gewesen.
[42:40] Wie dem auch sei, sie sind ja dann die Hyksos sind ja vertrieben worden, sind dann also wieder in Kanaan und der Levante gewesen, und vielleicht gehören die Amalek mit so in diesen Bereich. Zumindestens wäre eine denkbare Variante, die man aber nicht beweisen kann.
[42:59] Und dann lesen wir ab Vers 9: „Und Mose sprach zu Josua: Erwähle uns Männer und zieh aus. Kämpfe gegen Amalek. Morgen will ich auf der Spitze des Hügels stehen mit dem Stab Gottes in meiner Hand.“
[43:07] Und Josua macht es so, wie Mose ihm sagte, und er kämpfte gegen Amalek. Mose aber und Aaron und Hur stiegen auf die Spitze des Hügels, und es geschah: Solange Mose seine Hand aufhob, hatte Israel die Oberhand.
[43:22] Und da hat man so ein bisschen die Idee, da ist die Schlacht zu übersehen. Ja, und deswegen diese Idee mit der Ebene dort in dem Inland der Halbinsel.
[43:35] Wenn er aber seine Hand sinken ließ, hatte Amalek die Oberhand. Aber die Hände Moses wurden schwer. Darum nahmen sie einen Stein und legten den unter ihn, und er setzte sich darauf. Aaron aber und Hur stützten seine Hände auf jeder Seite einer. So blieben seine Hände fest, bis die Sonne unterging.
[43:53] Und Josua überwältigte Amalek und sein Volk mit.
[43:55] überwältigte Amalek und sein Volk mit der Schärfe des Schwertes. Wir haben ja eine interessante und wichtige Lektion über das Gebet in den Kämpfen unseres Lebens, in unserem eigenen Leben, in der Familie, in der Verwandtschaft, in der Gemeinde. Wenn der Feind versucht, uns zu attackieren, dann ist es das Gebet, das die wichtigste Waffe ist, die wir haben. Und wenn wir im Beten ermatten, dann brauchen wir andere, die uns stützen. Wenn wir gemeinsam beten, dann kann der Sieg für Gottes Volk errungen werden. Gott sucht nicht den einen, der die meisten Muskeln hat, um am längsten zu beten. Er sucht die Verbindung von Gläubigen, die sich gegenseitig im Gebet stützen.
[44:42] Dann haben wir hier das gerade schon erwähnte Wort Gottes. Sprach der Herr zu Mose: „Schreibe das zum Gedenken in ein Buch und präge es den Ohren Josuas ein, der ja irgendwann einmal Moses Nachfolger werden sollte. Ich will das Andenken Amalek ganz und gar austilgen unter dem Himmel.“ Und jetzt, glaube, das hat sich buchstäblich erfüllt. Wir finden von Amalek einfach gar nichts. Und Mose baute einen Altar und nannte ihn: „Der Herr ist mein Kriegsbanner, die Flagge in der Schlacht, sozusagen die Standarte.“ Und er sprach: „Weil eine Hand zum Schwur erhoben ist auf dem Thron des Herrn, soll der Krieg des Herrn gegen Amalek währen von Geschlecht zu Geschlecht.“ Gott wollte, dass die Amalekiter ausgelöscht werden. Das ist ganz deutlich. Sie hatten einfach jetzt zu viel gegen ihn gesündigt und am Ende sich sogar noch gegen sein Volk so schamlos und so perfide vergangen.
[45:42] 400 Jahre später finden wir dann die Geschichte zur Zeit von Saul, als Samuel ihn beauftragt, Amalek tatsächlich dann auszulöschen. „Vollstrecke den Bann allem, was er hat.“ Und die wäre eine eigene Geschichte für sich, wie das dann Saul gar nicht vollständig tut und entsprechend von Gott getadelt wird.
[46:01] Und als Jetro, der Priester von Midian, Moses Schwiegervater, alles hörte, was Gott an Mose und an seinem Volk Israel getan hatte, wie der Herr Israel aus Ägypten geführt hatte, dann nahm Jetro, Moses Schwiegervater, die Zippora, die Frau Moses, deren Name noch nicht erwähnt wurde, was ihr Name bedeutet. Ihr Name bedeutet das Vögelchen. Ein schöner Name, Zippora, die er zurückgesandt hatte, und ihre zwei Söhne. Wir hatten damals gesehen, dass Mose zwar mit Zippora und Aaron nach Ägypten kam, aber bevor er nach Ägypten kam, dann Zippora und die beiden Söhne wieder zurückgesandt hatte. Und ihre zwei Söhne, der Name des einen war Gersom oder Gerschom, denn er sprach: „Ich bin ein Fremdling in einem fremden Land geworden.“ Und der Name des anderen Elieser, den hatten wir noch nicht mit Namen hier erwähnt, und sein Name bedeutet: „Mein Gott ist Hilfe.“ Denn der Herr, denn der Gott meines Vaters ist meine Hilfe gewesen und hat mich von dem Schwert des Pharao errettet.“ Und Jetro, Moses Schwiegervater, und seine Söhne und seine Frau kamen zu Mose in die Wüste. Als sie sich an dem Berg Gottes gelagert hatte, werden wir in der nächsten Folge uns dann noch Gedanken machen, ja, wo ist denn jetzt der Berg Sinai? Und werden uns dazu dann noch ein bisschen ausführlicher dazu Gedanken machen. Und er ließ Mose sagen: „Ich, Jetro, dein Schwiegervater, bin zu dir gekommen, und deine Frau und ihre beiden Söhne mit ihr.“ Da ging Mose hinaus seinem Schwiegervater entgegen und beugte sich nieder vor ihm und küsste ihn. Und als sie einander begrüßt hatten, gingen sie in das Zelt. Da erzählte Mose seinem Schwiegervater alles, was der Herr dem Pharao und den Ägyptern um Israels Willen getan hatte und alle Mühsal, die ihnen auf dem Weg begegnet war und wie der Herr sie errettet hatte. Mose gibt eine Zeugnisstunde mit all dem, was Gott an großen Wundern für Israel getan hat. Das war sicherlich sehr bewegend. Jetro aber freute sich über alles Gute, dass der Herr an Israel getan hatte und dass er sie errettet hatte aus der Hand der Ägypter. Und jetzt kommt eine interessante, eine interessante Passage. Und Jetro sprach: „Gelobt sei der Herr, der euch errettet hat aus der Hand der Ägypter und aus der Hand des Pharao. Ja, der sein Volk aus der Gewalt der Ägypter errettet hatte. Nun weiß ich, dass der Herr größer ist als alle Götter.“ Jetro war offensichtlich jemand, der den wahren Gott kannte, aber möglicherweise auch mit anderen Göttern etwas zu tun hatte.
[48:42] Wir wissen, dass der Name El, der für Gott steht im Alten Testament, als höchster Gott auch bei den Kanaanitern und den Völkern dort geehrt worden ist, allerdings oft dann schon mehr so in Vergessenheit geraten worden, man hatte ihn sozusagen bis in den obersten Himmel weggelobt und dann viel lieber den Baal angebetet oder andere in Anführungsstrichen niedrige Gottheiten. Aber da war so ein Bewusstsein noch von dem einen Himmelsgott. Und vielleicht, und das können wir natürlich nicht mehr rekonstruieren, aber war Jetro ein bisschen auch halb Gefangener, ein Diener des wahren Gottes, der aber auch von den anderen Göttern irgendwie wusste und vielleicht sich gar nicht so sicher war, wer jetzt da wirklich der Stärkere war. Wenn dem so war, dann war diese Predigt von Mose, die das Erzählen der Erfahrungen, der Ausschlag, so dass Jetro sagt, jetzt weiß ich, jetzt weiß ich, das können die anderen Götter nicht, die anderen Götter, das sind nicht wahre Götter. Gott ist größer als alle Götter, denn in der Sache, worin sie in Vermessenheit handelten, ist er über sie gekommen. Gott ist der wahre Gott. Diese Erkenntnis hat Jetro, und das heißt jetzt hier: „Und Jetro, Moses Schwiegervater, nahm Brandopfer und Schlachtopfer, um Gott zu opfern.“ Bekennt sich öffentlich zu dem Gott, der Israel erlöst hat. Da kamen Aaron und alle Ältesten von Israel, um mit Moses Schwiegervater ein Mahl zu halten vor dem Angesicht Gottes. Ja, also die ganzen Obersten des Volkes Israel feiern jetzt gemeinsam diese, ja, dieses besondere religiöse Mahlzeit, eine geistliche Erfahrung mit diesem Priester Midians, mit Jetro. Interessante Geschichte. Dann
[50:35] lesen wir: „Und es geschah am folgenden Tag. Da setzte sich Mose, um das Volk zu richten. Und das Volk stand um Mose her vom Morgen bis zum Abend.“ Als aber Moses Schwiegervater alles sah, was er mit dem Volk tat, sprach er: „Was tust du denn mit dem Volk? Warum sitzt du allein? Das ganze Volk steht um dich her von Morgen bis zum Abend?“
[50:57] Mose antwortete seinem Schwiegervater: „Das Volk kommt zu mir, um Gott zu befragen. Denn wenn sie eine Rechtssache haben, also einen juristischen Streit, irgendetwas, kommen sie zu mir, dass ich entscheide, wer von beiden Recht hat, und damit ich ihnen Gottes Ordnungen und seine Gesetze verkünde.“ Wir sehen also immer wieder vor 2. Mose 20, wir haben das in 2. Mose 15 gesehen, in 2. Mose 16, jetzt in 2. Mose 18. Es gibt bereits Gebote, die die Israeliten kennen sollen und die durch Mose dem Volk nahe gemacht werden. Es ist nicht so, dass plötzlich in 2. Mose 19 und 20 die Israeliten plötzlich erfahren, dass es ein Gesetz gibt. Es gibt Ordnungen und Gesetze, die sie bereits kennen. Und wir dürfen davon ausgehen, dass so manches, was dann ab 2. Mose 20 kommt, letztendlich noch mal bestätigt wird, noch mal aufgeschrieben wird, noch mal, ja, noch mal wiederholt wird, was allerdings den Israeliten schon bekannt gewesen ist, zum Beispiel der Sabbat, wie wir aus Kapitel 16 festgestellt haben, und auch wenn wir dann später in 2. Mose 21, 22, 23 sehen, da sehen wir viele Rechtsvorschriften, die auch das Miteinander konkret regeln. Es ist nicht auszuschließen, dass manches von dem auch schon hier durch Mose bekannt gewesen ist und dann noch einmal gesondert aufgeschrieben worden ist. Aber dazu dann noch mehr, wenn wir uns mit diesen Geboten beschäftigen. Also halten wir fest, bevor es jetzt in 2. Mose 19 und 20 und den folgenden Kapiteln dann um die Gesetze geht, die Israel und das Gesetz, das Israel letztlich formen soll und bestimmen soll, sehen wir hier die Praxis, wie mit dem Gesetz umgegangen werden soll, erst einmal verhandelt. Wir sehen, wie das jetzt praktisch sich auswirkt, wenn Menschen juristische Fragen haben und zu Mose damit kommen.
[52:51] Und Moses, Verzeihung, Jetros Analyse ist messerscharf und sie hilft uns auch heute in unserer Zeit ganz dringend. Aber Moses Schwiegervater sprach zu ihm: „Es ist nicht gut, was du tust.“ Auch heute haben wir noch die Tendenz, dass Leute, die sehr viel können, und Mose war begabter als alle anderen in Israel, das ist keine Frage, war der Gesetzgeber, der militärische Führer, der Poet, der Historiker schlechthin, sogar im Vergleich mit all den anderen großen Männern und Frauen dieser Weltgeschichte. Das haben wir schon gelesen. Kein Wunder, dass man ihm alles Mögliche aufhalste und er auch alles Mögliche auf sich, weil er vielleicht gedacht hat, das kann niemand so gut wie ich, aber das ist trotzdem nicht gut. Auch heute stehen wir in der Gefahr, dass Menschen mit vielen Talenten, mit vielen Gaben möglichst viel machen sollen und dann darunter unter Umständen zerbrechen. Vers 18: „Du wirst müde und kraftlos.“ Und jetzt kommt's: „Sowohl du als auch das Volk, das beides ist, wenn alles von einer Person gemacht wird, dann ist das nicht nur schädlich für die Person, die vielleicht Burnout bekommt. Es ist auch schädlich für das Volk. Wenn die ganze Gemeindearbeit an einem Prediger hängt oder an einem Gemeindeleiter, es wird nicht nur der Prediger und nicht nur der Gemeindeleiter oder Missionsleiter Burnout bekommen. Auch die ganze Gemeinde wird schwach dadurch, gerade weil sie eben keine Verantwortung übernimmt. Denn diese Sache ist zu schwer für dich. Du kannst sie allein nicht ausrichten. So, höre auf meine Stimme, ich will dir raten, und Gott wird mit dir sein. Manchmal spricht Gott auch durch den Rat sogar eines Fremden. Also, meine, er war nicht fremd für Mose, aber er war ein Midianiter, er war kein Israelit. „Tritt du für das Volk vor Gott und bringe du ihre Anliegen vor Gott und erkläre ihnen die Ordnung und Gesetz. Also Mose soll letztlich die Instanz sein, die zwischen Gott und dem Volk vermittelt und diese Gesetze erklärt und veranschaulicht, dass du ihnen den Weg verkündest, auf dem sie wandeln und die Werke, die sie tun sollen. Sieh dich aber unter dem ganzen Volk nach tüchtigen Männern um, die Gott fürchten, Männer der Wahrheit, die dem ungerechten Gewinn feind sind. Die setze über sie als Oberste über 1000, über 100, über 50 und über 10.“ Eine interessante Hierarchie.
[55:17] Das ganze Volk soll sozusagen durchstrukturiert werden, und wenn man sich zum Beispiel später mal mit der assyrischen Armee beschäftigt, stellt man fest, dass es dort ganz ähnliche Hierarchiestufen gab. „Damit aber, Verzeihung, damit sie dem Volk alle Zeit Recht sprechen. Alle wichtigen Sachen aber sollen sie vor dich bringen, und alle geringen Sachen sollen sie selbst richten. So wird es dir leichter werden, wenn sie die Bürde mit dir tragen.“ Sind offensichtlich über 10 % des Volkes gewesen, die direkt in richterliche Position, manche eher ganz kleine Sachen, manche für verantwortungsvolle Posten einberufen worden sind. Nicht nur ein paar ganz wenige, sondern ein signifikanter Teil des gesamten Volkes wird hier mit in diese Sache involviert.
[56:08] „Alle wichtigen Sachen aber sollen sie vor dich bringen, und alle geringen Sachen sollen sie selbst richten. So wird es dir leichter werden, wenn sie die Bürde mit dir tragen. Wenn du das tun wirst, und wenn es dir Gott gebietet, so wirst du bestehen können, und dann wird auch dieses ganze Volk in Frieden an seinen Ort kommen.“
[56:33] Das Volk wird nur dann ans Ziel kommen, wenn tatsächlich es in Ordnung und mit System voranschreitet. Gottes Volk wird nicht Erfolg haben, weil ein paar wenige Geniale einfach alles machen, sondern weil das ganze Volk mitarbeitet, jeder an der Stelle, zu der Gott ihn beruft. Jetro gibt diesen Vorschlag und er macht ganz deutlich: „Mache es nicht einfach, weil ich es gesagt habe, sondern wenn es dir Gott gebietet.“ Und so sollten wir unsere menschlichen Vorschläge für das Werk Gottes immer einbringen als Vorschlag, wenn Gott es so lenkt und die Türen so öffnet. Und so passiert es. Da folgte Mose der Stimme seines Schwiegervaters und tat alles, was er sagte. Und Mose erwählte tüchtige Männer aus ganz Israel und machte sie zu Häuptern über das Volk, zu Obersten über 1000, über 100, über 50 und über 10, damit sie dem Volk alle Zeit Recht sprechen sollten. Die schweren Sachen brachten sie vor Mose, die geringen Sachen aber richteten sie selbst. Darauf ließ Mose seinen Schwiegervater ziehen, und er kehrte in sein Land zurück. Das war eine interessante Geschichte, und was können wir alles praktisch daraus lernen, auch für unsere Gemeindearbeit? Lasst uns alle unsere Aufgabe übernehmen, damit die, die an der Spitze des Werkes stehen, nicht völlig überlastet werden. Ein Ratschlag, den wir hier auch in 2. Mose finden und der sehr wertvoll für uns ist.
[58:05] Wenn wir Gott bitten, dass er uns daran erinnert, diese Dinge, die wir heute gelernt haben, im Alltag umzusetzen, wollen wir ihn bitten, dass wenn wir mal wieder eine Schwierigkeit erleben, wir nicht gleich wieder in den Klagemodus rutschen, sondern im Vertrauen auf seine Führung glauben, dass er uns richtig geführt hat und er auch eine Lösung hat. Wollen wir Gott darum bitten? Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke so sehr für dieses wunderbare Buch Exodus, für diese so interessanten Geschichten, aus denen wir so viel ziehen können für unser persönliches Leben, für unser Gemeindeleben. Herr, gib, dass wir Menschen sind, die dankbar sind für deine Führung und die auch darauf vertrauen, dass du uns das Gute geben wirst, so wie wir es brauchen. Gib, dass, wenn wir in Schwierigkeiten geraten, wir nicht sofort immer wieder deine Existenz und dein Wohlwollen in Zweifel ziehen, sondern dass wir auch die Schwierigkeiten erdulden im Wissen, dass du uns nicht vergessen hast. Und Herr, wenn wir angegriffen werden, wenn unsere Familien angegriffen werden, unsere Gemeinden, dann lasst uns beten, lasst uns gemeinsam beten. Hilf uns die Macht des Gebetes in diesem großen Kampf zu erkennen, so wie Mose, gestützt von seinen Freunden, mit dem Gebet den Sieg erringen konnte, weil du es geschenkt hast. Und Herr, wir möchten dich bitten, dass wir auch in deiner Gemeinde uns einbringen, dass wenn wir vielleicht auch viel tun, wir lernen, andere einzubinden, Aufgaben zu delegieren an Geschwister, an Menschen, an junge Leute, die vielleicht es noch nicht ganz so gut machen können wie wir, aber die mit kleinen Aufgaben gut betraut werden können, damit wir alle gemeinsam als dein Volk voranschreiten. Herr, schenke uns die Kraft und die Weisheit, das auf unsere Situation so anzuwenden, dass du verherrlicht wirst. Denn zu deiner Herrlichkeit, ja, schauen wir auf und bitten dich, dass du durch uns wirkst. Geh uns voran und hab Dank dafür im Namen Jesu. Amen.
[1:00:19] Nächste Woche werden wir dann weiter studieren, wenn es um die Kapitel 19 und 20 gehen wird. Es geht dann um den Berg Sinai, aber mehr noch als um den Berg Sinai geht es um die Tatsache, was dort passiert ist und wie Gott seinem Volk einen beeindruckenden Heiratsantrag gemacht hat. Aber dazu das nächste Mal mehr. Wir wünschen euch Gottes reichen Segen im Studium seines Wortes und darin jeden Tag Erfahrung mit ihm zu machen. Gott mit euch. Amen.
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