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Manuskript zur Sendung >>> CSH_Manuskript_2020 1st (Special) Nr 11

In dieser Folge der Cannstatt Study Hour wird Kapitel 10 des Buches Daniel unter dem Titel „Vom Kampf zum Sieg“ beleuchtet. Christopher Kramp erklärt die tiefere Bedeutung dieses oft unterschätzten Kapitels, das als entscheidende Einleitung zu den komplexen Prophezeiungen in Daniel 11 dient. Es wird die dramatische Vision Daniels enthüllt, in der er Jesus in seiner Herrlichkeit begegnet, und die himmlischen Kämpfe zwischen guten und bösen Mächten werden beleuchtet, die um das Schicksal des Volkes Gottes geführt werden.

In diesem Teil der Cannstatt Study Hour Serie über das Buch Daniel, mit Christopher Kramp, wird Kapitel 10 unter dem Titel „Vom Kampf zum Sieg“ beleuchtet. Das Kapitel wird als eines der wichtigsten im Buch Daniel hervorgehoben und dient als tiefgehende Einführung in die komplexen Prophezeiungen, die folgen. Es wird die visionäre Begegnung Daniels mit Jesus und der himmlische Kampf um das Volk Gottes thematisiert, der die Grundlage für die weiteren Ereignisse bildet.


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Serie: Cannstatt Study Hour - Spezial 2020 Q1: Daniel

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Ein herzliches Willkommen gilt auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries zu einer weiteren Folge unserer Spezialserie über das Buch Daniel. Wir senden auch heute aus der Gemeinde Stuttgart-Wangen, weil unser Studio sich noch im Bau befindet. Ungefähr ab April werden wir dann unsere neuen Sendungen von dort senden können. Das Thema heute ist ein Kapitel im Buch Daniel, das oft eher als eine Einleitung zu dem dann sehr mit viel Spannung studierten Kapitel 11 gilt. Wir wollen heute über Kapitel 10 sprechen, aber dieses Kapitel ist eigentlich eines der wichtigsten überhaupt im Buch Daniel. Wir werden sehen, warum und warum es wichtig ist, dieses Kapitel auch im Detail gut zu verstehen. Unter dem Titel vom Kampf zum Sieg wollen wir uns auf das Bibelgespräch am 14. März vorbereiten und bevor wir das Wort Gottes jetzt studieren, wollen wir gemeinsam beten.

[1:31] Lieber Vater im Himmel, wir danken dir von ganzem Herzen, dass du uns im Buch Daniel eine Offenbarung von Jesus schenkst und dass wir ihn erkennen können, wie er wirklich ist, wie er sich für uns einsetzt und wie er unsere Geschichte leitet. Und wenn wir jetzt diese Verse lesen, möchten wir dich bitten, dass wir in unserer persönlichen Beziehung zu Jesus gestärkt werden, dass unsere Freundschaft zu ihm enger wird und dass wir verstehen, wie sehr auch du, lieber Vater, dich um uns kümmerst. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[2:11] Daniel Kapitel 10 und dort Vers 1. Im dritten Jahr des Kyros des Königs von Persien wurde dem Daniel, der Belt-Saza genannt wird, ein Wort geoffenbart und dieses Wort ist wahr und handelt von einer großen Drangsal und er verstand das Wort und bekam Verständnis für das Gesicht. Jetzt regiert Kyros, genauer genommen Kyros der Zweite Altpersisch Kurusch, der erste König des medopersischen Königreiches, der nach unserer revidierten Chronologie, die sich auf Ellen White stützt und auch auf einige griechische Historiker, im Jahre 537, knapp zwei Jahre nach Eroberung Babylons an die Macht kam. Er war natürlich der berühmte Kyros, der den Juden die Erlaubnis gab, nach Jerusalem zurückzukehren, den Tempel wieder aufzubauen, was ja schon in Jesaja 44 und 45 vorhergesagt worden war und dann in Esra 1 sich erfüllt hat. Wir haben ja im letzten Quartal im Zuge des Studiums von Esra, in dem wir das auch eingehend behandelt.

[3:31] Das dritte Jahr des Kyros ist, wenn wir diese revidierte Chronologie, die auf Ellen White basiert und die wir auch schon im Zusammenhang mit Daniel 6 Vers 1 ausführlich erklärt haben, anwenden, dann ist das dritte Jahr des Kyros vom Frühjahr 534 bis zum Frühjahr 533 vor Christus. Daniel war zu dieser Zeit nicht mehr am persischen Hof. Wir lesen in Daniel 1 und dort Vers 21 und Daniel blieb bis zum ersten Jahr des Königs Kyros. Er war also nicht mehr aktiv in den Regierungsgeschäften beteiligt. Sein Name Belt Saza haben wir auch schon erklärt im Zuge von Daniel 4 Vers 8.

[4:19] Eine der interessantesten Formulierungen in diesem Vers ist dieser Satz. Es handelt, dieses Wort, das ihm aufgeoffenbart worden ist, handelt von einer großen Drangsal. Und dieses Wort große Drangsal, diese Formulierung ist im Hebräischen eigentlich wörtlich zu versetzen eine große Armee oder Achtung festhalten ein großer Kampf. Und wenn man sich jetzt die Frage stellt, was ist jetzt gemeint? Eine Drangsal, eine Armee, ein großer Kampf, dann kann man in Daniel 11 schauen, worum geht es in Daniel 11. Und man sieht in Daniel 11, da geht es um lauter Kriegszüge zwischen dem König des Nordens und dem König des Südens, lauter Schlachten hin und her. Und deswegen scheint es so zu sein, dass vom Hebräischen her die eigentlich offensichtlichste Übersetzung lauten müsste, es handelt von einem großen Kampf. Und das ist deswegen interessant, weil das vielleicht wichtigste Buch von Ellen White genau diesen Titel trägt, The Great Controversy, der große Kampf. Eine Formulierung, die sich sonst nirgendwo in der Form in der Bibel findet, aber wohl möglicherweise hier auf Daniel 10 Vers 1, auf das Hebräische zurückgeht.

[5:28] Wir wollen aber auch nicht verschweigen, dass Ellen White an anderer Stelle auch die englische Übersetzung hier, die anders lautend ist in der King James, nämlich the appointed time was long, also die zugemessene Zeit war lang, auch allgemein verwendet und dabei auch Daniel 10 Vers 1 zitiert. Und dann heißt es hier von Daniel, er verstand das Wort und bekam Verständnis für das Gesicht. Das ist interessant, weil hier haben wir im Hebräischen das Wort Maree, das wir schon aus Daniel 8 kennen, aus Daniel 9 kennen. Und hier haben wir einen ersten Hinweis darauf, dass Daniel 10 bis 12 keine für sich allein stehende Prophezeiung ist, sondern eigentlich noch einmal eine weitere Erklärung zu dem, was er in Daniel 8 Vers 14 nicht verstanden hat. Wir haben ja sehr deutlich, denke ich, gesehen, dass Daniel 9 eine Erklärung für Daniel 8 Vers 14 ist, dass dieses Maree, das er nicht verstanden hat, von Gabriel erklärt wird. Und in diesem Zuge kommt jetzt eine weitere Offenbarung, die ihm noch mehr Verständnis gibt. Wir werden sehen, dass hier eine Reihe von Parallelen zwischen Daniel 10 und Daniel 9 andeuten, dass eigentlich Daniel 10 ein weiterer Versuch des Himmels ist, dem Daniel mehr zu erklären über dieses fundamentale Ereignis von Daniel 8 Vers 14. Aber gehen wir jetzt mal der Reihe nach.

[6:54] In Vers 2 heißt es, in jenen Tagen trauerte ich Daniel drei Wochen lang. Und die Frage ist, warum trauert Daniel? Der Grund ist eigentlich ganz interessant. Wir haben in unserem Studium von Ezra gesehen, dass in Ezra 4 nach der Grundsteinlegung des Tempels es zu einem Widerstand kam, den die Samaritaner gegen die Juden ausgeführt haben. Sie wollten erst mitbauen am Tempel, das ist ihnen verweigert worden. Und dann haben sie Intrigen am persischen Hof gegen die Juden eingefädelt. Und uns wird bei Ellen White gesagt, dass genau das der Grund ist, warum Daniel jetzt für den Kyros betet, dass er nicht abweicht von seinem ursprünglichen Befehl. Ellen White sagt den Propheten und Königen, während Satan sich bemühte, die höchsten Machthaber im Königreich der Meder und Perser so zu beeinflussen, dass sie sich gottesvoll gegenüber ungnädig zeigten, wirkten Engel zugunsten der Verwandten. An dieser Auseinandersetzung nahm der ganze Himmel Anteil. Durch den Propheten Daniel wird uns ein Einblick in dieses gewaltige Ringen zwischen den Mächten des Guten und des Bösen gewährt. Drei Wochen lang kämpfte Gabriel mit den dunklen Mächten, um dem Einfluss entgegenzutreten, der den Geist des Kyros bedrängte. Noch eher der Kampf beendet war, kam Christus selbst Gabriel zu Hilfe.

[8:28] Im Kontext geht es also um diese Auseinandersetzung auf dem Thronsitz Kyrus und der Satan versucht sein Denken gefangen zu nehmen und diesen Intrigen zu glauben und den Bau des Tempels zu stoppen. Und Daniel hört davon und er betet und er fastet, denn er weiß, dies ist ein geistlicher Kampf. Wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen und weil er betet oder während er betet, kämpfen himmlische Mächte an allerhöchster Stelle um diesen Menschen.

[8:56] Vers 3. Ich aß keine leckere Speise und Fleisch und Wein kamen nicht über meine Lippen. Auch salbte ich mich nicht, bis die drei Wochen um waren. Dieses Kapitel ist nicht nur eine Einleitung zu Kapitel 11, die man schnell durchfliegt, damit man endlich zum König des Nordens und dem König des Südens kommt. Nein, hier findet eine der gewaltigsten und wichtigsten Kämpfe überhaupt statt, die die Bibel aufzeichnet. Ein Kampf zwischen den höchsten Engeln des Bösen und den höchsten Engeln des Guten um die Fortführung des Werkes Gottes. Es verzögert sich und das liegt in diesem Fall nicht einmal so sehr an dem Volk Gottes. Es liegt daran, dass hier ein geistlicher Kampf ist und Daniel betet. Interessant ist, dass auch Darius, der Meder, in Daniel 6 gefastet hatte, zumindest eine Nacht, und getrauert hatte, auf alle Annehmlichkeiten verzichtet hatte, weil ihm das Schicksal des bedrohten Daniel so bewegte. Und jetzt ist Daniel bewegt. Er weiß, dass das Schicksal des zurückgekehrten Juden in Jerusalem, das liegt jetzt sozusagen auf der Waage und er möchte, dass dieser wiederbegonnene Wiederaufbau von Jerusalem nicht wieder gestoppt wird.

[10:11] Vers 4. Aber am 24. Tag des ersten Monats befand ich mich am Ufer des großen Stromes. Das ist der Riddikel. Der erste Monat ist der Monat Nisan, der etwa Mitte März bis Mitte April in unserem Kalender geht. Der 24. Nisan ist also ungefähr im April. Interessanterweise gab es ja in diesem Monat eines der wichtigsten Feste der Juden überhaupt, das Passafest, und zwar vom 14. bis zum 21. Nisan. Und Daniel hat in dieser für ihn auch religiös so wichtigen Zeit durchgefastet, weil ihm diese Sache so wichtig gewesen ist.

[10:54] Der Riddikel ist ein anderer Name für den Tigris, und das klingt erstmal sehr merkwürdig, weil zwischen Riddikel und Tigris scheinbar keine Beziehung besteht, aber das ist eigentlich ganz einfach. Es ist tatsächlich derselbe Name, denn Riddikel kommt von dem akkadischen Ediklat. Und Ediklat war die akkadische Übernahme des ursprünglichen sumerischen Edigina. Und das heißt wörtlich schnell fließendes Wasser, weil der Tigris sehr viel schneller fließt als der Euphrat. Und dieses sumerische Edigina, das haben die Elama dann zu Tigra gemacht und von den Persern wurde es übernommen. Und daraus kommt dann das griechische Tigris, also tatsächlich derselbe Name. Beides geht auf dieses sumerische Edigina zurück. Daniel stand in Daniel 8 am Fluss Ulay. Jetzt steht er hier am Riddikel, am Tigris. Der Name Riddikel übrigens ja auch ein Name, der zurückgeht auf einen der vier Flüsse, die vor der Sintflut aus dem Garten Eden herausgekommen waren, also auch mit ganz viel Bedeutung eigentlich befrachtet.

[12:00] Vers 5. Jetzt kommt das, worum es eigentlich geht. Und ich hob meine Augen auf und schaute und siehe, da stand ein Mann in Leinwand gekleidet und die Lenden mit Gold von Ufas umgürtet. Vers 6. Und sein Leib war wie ein Topas und sein Angesicht strahlte wie der Blitz und seine Augen wie Feuerfackeln, seine Arme aber und seine Füße sahen aus wie leuchtendes Erz. Und der Klang seiner Worte war wie das Tosen einer Volksmenge.

[12:36] Daniel sieht Jesus. Die Parallele zu Offenbarung 1 ist ganz überwältigend. Auf der Insel Patmos hat der alte Jünger Jesu eine ganz ähnliche Vision Offenbarung 1 Vers 13 bis 15. Als er sich umwendet, weil er eine Stimme hört, da heißt es hier unter den goldenen Leuchtern Vers 13 und mitten unter den sieben Leuchtern einen, der mit einem Sohn des Menschenlicht bekleidet mit einem Gewand, das bis zu den Füßen reichte und um die Brust gegürtet mit einem goldenen Gürtel. Sein Haupt aber und seine Haare waren weiß wie weiße Wolle, wie Schnee und seine Augen waren wie eine Feuerflamme und seine Füße wie schimmerndes Erz, aber als glühten sie im Ofen und seine Stimme wie das Rauschen vieler Wasser. Und hier wird sehr deutlich, dass es sich um Jesus handelt. Daniel und Johannes sehen denselben Jesus in seiner Herrlichkeit im Zuge von ganz entscheidenden Prophezeiungen. Und das ist ein Hinweis auch darauf, dass die Offenbarung eigentlich auch von Anfang an sagen möchte, dass sie den Faden aufnimmt, der hier dann in Daniel zurückgelassen wird und diese Verbindung zum Buch Daniel herstellt.

[13:59] Nicht nur Jesus wird bezeichnet mit weißen Kleidern und goldenen Gürteln, auch die sieben Engel, die die Plagen in Offenbarung 15 hinaustragen, werden so beschrieben. Die Erfahrung von Daniel lässt sich auch vergleichen mit der von Joshua, dem auch Jesus erschien, kurz vor dem entscheidenden Sieg über Jericho. Leinwand wird von der Person getragen, die in Ezekiel 9 für das Gericht und die Versiegelung zuständig ist. Und interessant ist diese Formulierung, dass das Gold von Ufas, der Ort Ufas ist topografisch nicht genau, geografisch nicht genau bestimmbar, kommt aber noch einmal in Jeremia 10, Vers 9 vor. Topas. Jesus sah aus, sein Körper sah aus wie ein Topas, ein Edelstein, der im Heiligtum und auch in Neu-Jerusalem Verwendung findet. Die Textstellen sind im Sendemanuskript dann angegeben. Sein Gesicht leuchtete, wie es hier heißt. Sein Gesicht strahlte wie der Blitz. Das erinnert uns natürlich an nicht nur an Offenbarung 1, sondern auch an Offenbarung 10, Vers 1, wo Jesus mit dem geöffneten Büchlein erscheint, wo es auch heißt, Offenbarung 10, Vers 1. Und ich sah einen anderen starken Engel aus dem Himmel herabsteigen, bekleidet mit einer Wolke und ein Regenbogen war auf seinem Haupt und sein Angesicht war wie die Sonne und seine Füße wie Feuersäulen. Es erinnert auch an die Verklärung Jesus, die wir in Matthäus 17 zum Beispiel beschrieben haben, wo es heißt in Vers 2. Und er wurde vor ihnen verklärt und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne und seine Kleider wurden weiß wie das Licht.

[15:45] Jesus in seiner Herrlichkeit, die Beschreibung von Armen und Füßen, all das weist zurück auf Offenbarung 10 oder weist hinaus auf Offenbarung 1 und Offenbarung 10. In Offenbarung 1 wird davon gesprochen, dass seine Stimme wie das Tosen, wie das Rauschen vieler Wasser ist. Hier spricht es von dem Tosen der Volksmenge und das zeigt uns noch einmal, wie im hebräischen Denken das Meer, das Wasser ein Symbol für die Völker ist, wie wir es in Offenbarung 17 Vers 15 finden.

[16:10] Daniel begegnet Jesus und halten wir fest, jeder der sich mit Daniel 11 beschäftigen möchte, der interessiert ist, was der König des Nordens, der König des Südens bedeuten und der sich für die Geschichte dort da hineinarbeiten möchte, sollte zur Kenntnis nehmen, dass das allererste was Daniel sieht in diesem Zusammenhang Jesus ist. Jesus steht am Anfang dieser großen Vision, wir werden sehen, er steht auch am Ende dieser Vision und er steht im Zentrum der Vision, wenn in Daniel 11 Vers 22 genau im Zentrum dieser großen Prophezeiung der Fürst des Bundes stirbt. Jesus ist der Anfang, das Ende und das Zentrum der großen letzten Prophezeiung von Daniel.

[16:57] Vers 7. Und ich Daniel sah die Erscheinung allein, die Männer aber, die bei mir waren, sahen die Erscheinung nicht, doch befiel sie ein so großer Schrecken, dass sie flohen und sich verbargen. Ein bisschen erinnert das auch an Paulus, der auch alleine Jesus sah oder an Elisa, der alleine zunächst die himmlischen Herrschern gesehen hat und Ellen White bestätigt, dass es der Sohn Gottes selbst war, der Daniel erschien. Und das ist eine ganz ähnliche Beschreibung zu der, die auch dem Johannes gegeben worden ist.

[17:33] Vers 8. Und ich blieb allein zurück und sah diese große Erscheinung. Es blieb aber keine Kraft in mir und mein Aussehen wurde sehr schlecht und ich behielt keine Kraft. Vers 9. Und ich hörte den Klang seiner Worte. Als ich den Klang seiner Worte hörte, sank ich ohnmächtig auf mein Angesicht zur Erde nieder.

[17:53] Daniel erlebt das, was alle Propheten erleben, wenn sie in die direkte Gegenwart Gottes kommen. Schon in Daniel 7, Vers 28 und in Daniel 8, Vers 27 haben wir gesehen, wie schlecht es Daniel ging, als er diese Visionen sah. Aber jetzt ist es noch ein Stück dramatischer, denn er begegnet Gott selbst. Übrigens, genauso ging es ja auch den Jüngern auf dem Verklärungsberg. Und genauso ging es Johannes in Offenbarung 1, Vers 17, wo es heißt, und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen nieder wie tot. Das Gleiche, was auch Jesaja im Tempel erlebt hat, als er sagte, wehe mir, als ihm seine unreinen Lippen bewusst geworden sind. So geht es jetzt auch dem Daniel.

[18:42] Es heißt hier bei Ellen White, als der Prophet Daniel die Herrlichkeit Gottes schaute, die den zu ihm gesandten himmlischen Boden umgab, da überwältigte ihn das Gefühl seiner eigenen Schwäche und Unvollkommenheit. Einen solcherweise gerührtes Herz lernt Selbstsucht und Eigenliebe hassen. Es beginnt unter dem Beistand der Gerechtigkeit Christi nach der Reinheit des Herzens zu streben, die im Einklang mit dem Gesetz Gottes und der Liebe Christi steht. Wer sich in den Christus der Selbstverleugnung, Sanftmut und Demut versenkt, wird mit Daniel sagen müssen, als er einen sah, gleich eines Menschensohnen, es blieb aber keine Kraft in mir und ich war sehr entstellt. Unsere Unabhängigkeit und Selbstherrschaft, womit wir so gerne erklären, so gerne glänzen, erscheinen ganz als verwerfliche Merkmale der Macht des Teufels über uns. Die menschliche Natur wird stets zur Geltung kommen, ist immer bereit, sich durchzusetzen. Wer aber von Christus gelernt hat, ist frei von Selbstsucht, Stolz und Herbstsucht. In seiner Seele ist Ruhe, denn das Ich wird vom Heiligen Geist bewegt. Es ist nicht das Wissen von Jesus, sondern die Begegnung mit Jesus, die das Herz wirklich verändert. Daniel wusste so viel, aber je näher er Jesus kam, desto unwürdiger fühlt er sich und desto größer war sein Verlangen, bei Jesus zu sein.

[20:27] Vers 8 haben wir gelesen. Vers 9. Und ich hörte den Klang seiner Worte, als ich aber den Klang seiner Worte hörte, sank ich ohnmächtig auf mein Angesicht zur Erde nieder. Und dann kommt Vers 10. Und siehe, eine Hand rührte mich an, sodass ich mich zitternd auf meine Knie und Hände stützen konnte.

[20:43] Das war ihm schon mal passiert. Schauen wir in Daniel 8 und dort Vers 18. Als er mit mir redete, sank ich ohnmächtig zur Erde auf mein Angesicht. Er aber, Gabriel, rührte mich an und richtete mich wieder auf meinen Standort. Also als Daniel die Vision von Daniel 8 sieht, dieses große Rasson mit dem Maree von Daniel 8 Vers 14, da fällt er ohnmächtig nieder. Als er die Stimme von Gabriel hört, fällt oder besser gesagt, er will es verstehen und dann hört er die Stimme von Gabriel, so muss man sagen, und er fällt ohnmächtig auf sein Angesicht und Gabriel rührt ihn an. Dann in Daniel 9 betet Daniel sich die Seele aus dem Leib und während er noch betet, wird er angerührt. Vers 21. Ja, während ich noch redete und betete, rührte mich der Mann Gabriel an, den ich anfangs im Gesicht gesehen hatte, als ich völlig erschöpft war, um die Zeit des Abendopfers.

[21:39] In Daniel 8 fällt Daniel ohnmächtig zur Erde und Gabriel fässt ihn an und sagt, hey Daniel, hab keine Angst. In Daniel 9 bietet Daniel, Herr vergib, Herr handel und Gabriel kommt und rührt ihn an. In Daniel 10 fällt Daniel erneut in Ohnmacht und Gabriel kommt und rührt ihn an. Ganz ähnlich wie in Offenbarung 1, wo auch der Johannes in Ohnmacht fällt, wie tot, wie er sagt.

[22:10] In Offenbarung 1 Vers 17 heißt es, und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen nieder wie tot und jetzt kommt es und er legte seine rechte Hand auf mich und sprach zu mir, fürchte dich nicht, ich bin der Erste und der Letzte und der Lebende und ich war tot und siehe, ich lebe von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen und ich habe die Schlüssel des Todenreiches und des Todes. Hier ist es Jesus selbst, der ihn berührt und sagt, fürchte dich nicht.

[22:42] Was für ein schönes Bild, dass in der Gegenwart Gottes wir angesichts unserer Sündhaftigkeit verzweifeln und niederfallen, aber Gott selbst sagt, fürchte dich nicht, keine Angst, ich bin für dich. Es scheint so zu sein, dass es genau das war, was eigentlich Gott auch am Sinai sagen wollte, als mit dem Feuer und dem Erdbeben die Israeliten zitterten, aber Gott ihnen eigentlich deutlich machen wollte, ich erhalte euch doch am Leben, habt keine Angst.

[23:08] Vers 11 und er sprach zu mir, Daniel du vielgeliebter Mann, achte auf die Worte, die ich jetzt zu dir rede und nimm deine Stellung ein, denn jetzt bin ich zu dir gesandt. Als er dieses Wort zu mir redete, stand ich zitternd auf. Wir kennen schon diese Formulierung, ein vielgeliebter Mann, so wurde er schon in Kapitel 9, Vers 23 angesprochen, das zeigt uns wieder, wie sehr eigentlich Kapitel 10 auch auf Kapitel 9 Bezug nimmt und Kapitel 8 und eigentlich hier ein großes Ganzes zusammengehört und diese Kapitel nicht wirklich streng voneinander getrennt werden können. Es ist immer noch derselbe Gabriel, der dieselben Dinge sagt und dem Daniel in denselben Themen weiterhelfen möchte.

[23:54] Der andere, der in der Bibel als besonders geliebt bezeichnet wird, das ist der Jünger Johannes. Johannes 13 und dort Vers 23, da lesen wir von ihm, einer seiner Jünger, aber den Jesus lieb hatte. Der Tisch, sein Platz an der Seite Jesu. Oder Johannes 21 und dort Vers 20, Petrus aber wandte sich um und sah den Jünger folgen, den Jesus liebte, der sich auf einem Abendmahl an seine Brust gelehnt und gefragt hatte, Herr, wer ist es, der dich verrät? Johannes war besonders geliebt von Jesus, nicht weil Jesus ihn mehr liebte als die anderen, weil er irgendwie parteiisch war, nein, weil Johannes immer näher zu Jesus wollte. Näher, noch näher, noch näher und so war Daniel auch. Eine Mutter liebt all ihre Kinder, aber das Kind, das die Mutter zurückliebt, da entsteht eine besondere Beziehung. Vielleicht liebt die Mutter sogar ein bisschen mehr die Kinder, die auf falschen Wegen sind, aber diese Beziehung ist immer einseitig. Eine Beziehung, die auf Beidseitigkeit basiert, ist viel intensiver und das ist das, was Daniel und Johannes mit Jesus erlebt hatten. Sie liebten ihn wirklich zurück von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Denken. Das macht ihre Beziehung so stark und deswegen wird von ihnen gesagt, dass sie die vielgeliebten waren und es ist kein Zufall, dass es ausgerechnet Daniel und Johannes sind, die dann die apokalyptischen Bücher der Bibel schreiben, die Endzeitprophetie uns geben.

[25:31] Oft wird heute gesagt, ach wir wollen keine Endzeitprophetie hören, wir wollen mehr von der Liebe Gottes hören, aber ist es nicht bemerkenswert, dass gerade diejenigen, die am meisten die Liebe Gottes geschmeckt und erlebt haben, dann von Gott Endzeitprophetie bekommen haben. Das zeigt uns, dass die Liebe Gottes absolut vereinbar ist mit der Endzeitprophetie, dass auch die Endzeitprophetie immer so studiert und gepredigt werden sollte, dass Jesus und seine Liebe im Zentrum sind, niemals als Selbstzweck getrennt von der Liebe Gottes. Wer Endzeitprophetie predigt, sollte die Liebe Gottes als Ziel haben und wer wirklich Gott liebt, wird sich für Endzeitprophetie interessieren, so wie Daniel, der wissen wollte, was Daniel 8, Vers 14 bedeutet. Es hat ihn nicht losgelassen, nicht weil er einen angstbesetzten Glauben hatte, nein, weil er Gott liebte und Gott ihn. Wenn wir also als Adventisten aufgefordert sind, so wie Ellen White das sagt, dass wir mehr als alle anderen der Welt die Liebe Gottes zeigen sollten, ist es dann nicht interessant, dass Gott uns ausrechnet viel Licht über die Endzeitprophetie gegeben hat, über Daniel und Offenbarung, nicht damit wir nur Experten in Daten und Fakten sind, sondern damit uns das Studium der Endzeitprophetie dazu führt, die Liebe Gottes der Welt zu zeigen.

[26:56] Jetzt bin ich zu dir gesandt, sagte in Daniel 10, Vers 11 und das klingt so ähnlich wie in Daniel 9, Vers 22, als er gesagt hatte und er unterwies mich und redete mit mir und sprach Daniel, jetzt bin ich ausgegangen, um dich Verständnis zu lernen. Wieder sieht man, so wie in Daniel 9, der Engel kommt aufgrund des Gebetes und des Fastens und Daniel etwas erklärt über Daniel 8, so kommt er jetzt erneut in Kapitel 10, nachdem Daniel gefastet und gebetet hat, Jahre später und ich möchte diese These aufstellen, dass auch das, was jetzt kommen wird, eigentlich im Kern eine Erklärung zu Daniel 8 sein soll. Es gibt viele Parallelen zwischen Daniel 11 und Daniel 8. Eigentlich ist es keine neue Prophezeiung, die für sich selbst steht, sondern eine, die unbedingt im Zusammenhang mit Daniel 8 gesehen werden muss, aber dazu dann natürlich später nächste Woche mit dem Ronny mehr.

[27:49] Nimm deine Stellung ein, so sagt der Gabriel und das ist das, was auch Paulus gesagt bekommen, gehört hat, als er in vor Damaskus die Begegnung mit Jesus hat, die ihn so sehr verändert hat. Auch dort wurde er aufgefordert aufzustehen, auch dort stand er zitternd da. Ellen White schreibt hier über diese ganze Szene, der Prophet Daniel gab ein Beispiel wahrer Heiligung. Sein langes Leben war ausgefüllt mit einem edlen Dienst für seinen Meister. Der Bote vom Himmel nannte ihn lieber Daniel oder geliebter Daniel. Statt jedoch zu behaupten, er sei rein und heilig, rechnete dieser geehrte Prophet sich selbst zu dem wahrhaft sündigen Israel, als er vor Gott für sein Volk fürbitte einlegte. Er behauptete nicht, sündlos zu sein und heilig zu sein und hat sich nicht vom Volk abgesondert, er hat sich mit dem tatsächlich in Rebellion befindlichen Volk identifiziert, so wie Jesus das gemacht hat, der sich mit den Menschen identifiziert hat, für sich fürbitte einlegt.

[29:05] Vers 12, da sprach er zu mir, fürchte dich nicht Daniel, so wie auch Jesus zu Johannes in Offenbarung einspricht, fürchte dich nicht Daniel, denn von dem ersten Tag an, da du dein Herz darauf gerichtet hast, zu verstehen und dich vor deinem Gott zu demütigen, sind deine Worte gehört worden und ich bin gekommen, um deiner Worte willen, auch das eigentlich eine ziemlich deutliche Parallele zu Daniel 9, Vers 23, als du anfingst zu beten, erging ein Wort und ich bin gekommen, es dir zu verkünden, denn du bist ein vielgeliebter Mann, Achtung auf das Wort und verstehe das Gesicht. Auch hier ist es so, dass von dem Beginn an, wo Daniel angefangen hat zu beten, das Gebet eigentlich erhört worden war, aber die Antwort kam erst drei Wochen später. Warum?

[29:42] Vers 13, aber der Fürst des Königreichs Persien hat mir 21 Tage lang widerstanden und siehe, Michael, einer der vornehmsten Fürsten, ist mir zu Hilfe gekommen, sodass ich dort bei den Königen von Persien entbehrlich war. Der Fürst von Persien ist hier, das werden wir gleich noch sehen, der höchste böse Engel, der den König von Persien, Kyros, gegen das Werk Gottes manipulieren möchte. Hier gibt es einen Kampf auf höchster geistlicher Ebene. 21 Tage lang kämpft Gabriel gegen den höchsten Dämon, der versucht, den Bau des Tempels aufzuhalten bzw. ganz zu verhindern. Der historische Hintergrund haben wir gesehen. Kyros bekommt die Nachricht von den Samaritanern, die sagen, die Juden sind zurückgekehrt, sie bauen den Tempel auf, sie bauen die Stadt auf. Das wollen wir nicht. Sie haben Ratgeber angeheuert, die versuchen, Kyros davon zu überzeugen, den Tempelbau wieder zu stoppen, so wie das in Esra 4 Vers 5 deutlich wird. Und während die Samaritaner ihre Briefe schreiben und die Ratgeber versuchen, das Ohr des Königs zu manipulieren, betet Daniel und Gabriel kämpft drei Wochen lang.

[31:05] In Epheser 6 und dort Vers 12 lesen wir, denn unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Geherrschaften, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher der Finsternis dieser Weltzeit, gegen die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen Regionen. Wir vergessen das zu schnell. Dass wir in unserem Leben, in unseren Gemeinden mit übernatürlichen Mächten zu kämpfen haben und dass wir es alleine nie schaffen werden. Wir müssen kämpfen wie Daniel auf den Knien, damit himmlische Mächte für uns den Sieg erringen können.

[31:44] Und hier war der Fall so dramatisch, dass selbst der höchste Engel Gabriel nicht durchkam. Und so kam Michael selbst, einer der vornehmsten Fürsten, wie er hier ganz bescheiden bezeichnet wird. Denn er ist nicht nur einer der vornehmsten Fürsten. Die Bibel lehrt uns, dass Michael niemand anderes als Jesus selbst ist. In Offenbarung 12 Vers 7 wird er der Erzengel genannt, der, der über den Engeln ist. Judas 9 sagt uns, dass der Erzengel, oder Verzeihung, in Offenbarung 12 Vers 7 wird Michael der genannt, der gegen den Satan kämpft. In Judas 9 wird er der Erzengel genannt. Und in 1. Thessalonicher 4 Vers 16 wird gesagt, dass der Erzengel mit seiner Stimme die Toten von den Gräbern rufen wird am Tag der Wiederkunft. Und Johannes 5 Vers 25 sagt natürlich deutlich, dass die Gläubigen in Christus durch die Stimme des Sohnes Gottes aufstehen werden. Das heißt, Michael ist der Sohn Gottes. Er ist der Erzengel. Der Erzengel ruft die gläubigen Toten bei der Wiederkunft hervor und die werden hervorgerufen durch die Stimme des Sohnes Gottes. Deswegen heißt es auch in Daniel 12 Vers 1, zu jener Zeit wird sich der große Fürst Michael erheben, der für die Kinder deines Volkes einsteht, der Fürsprecher für Israel. Jesus selbst, der hier in diesem Kapitel offenbart wird, der ist es, der kämpft für Israel, der aufgrund des Gebetes von Daniel höchst persönlich eingreift in diesen Kampf. Einen Kampf, der schon seit Jahrtausenden wert, der schon im Himmel begonnen hat. Michael ist der Sohn Gottes, der den Charakter Gottes vollkommenst widerspiegelt.

[33:24] Ellen White sagt zu sagen, während Satan sich bemühte, die höchsten Machthaber im Königreich der Mede und Perser zu beeinflussen, dass sie sich Gottes Volk gegenüber ungnäht zeigten, wirkten Engel zugunsten der Verbanden. An dieser Auseinandersetzung nahm der ganze Himmel Anteil. Durch den Propheten Daniel wird uns ein Einblick in dieses gewaltige Ringen zwischen den Mächten des Guten und des Bösen gewährt. Drei Wochen lang kämpfte Gabriel mit den dunklen Mächten, um dem Einfluss entgegenzutreten, der den Geist des Kyrus bedrängte. Noch ehe der Kampf beendet war, kam Christus selbst Gabriel zu Hilfe.

[34:06] Alles, was Gott für sein Volk tun konnte, war getan. Schließlich war der Sieg erhoben, die feindlichen Mächte wurden während der ganzen Lebenszeit des Kyrus und seines Sohnes Kambüses, der etwa siebeneinhalb Jahre regierte, in Schach gehalten, der Tempel konnte weitergebaut werden. So bin ich nun gekommen, um dir einen Blick darüber zu geben, was deinem Volk am Ende der Tage begegnen wird. Denn das Gesicht bezieht sich wiederum auf fernliegende Tage.

[34:33] Daniel erfährt, der Sieg ist errungen in diesem speziellen Fall, wo es um den Weiterbau am Tempel geht, aber das ist noch nicht das Ende der Geschichte. Das Volk Gottes hat noch viele Wirren und viele Konflikte zu bestehen und Gabriel ist gekommen, um dem Daniel eine Skizze zu geben über das, was in den kommenden Jahrhunderten mit dem Volk Gottes passieren wird. Halten wir fest, Daniel 11 ist eine Prophezeiung über das Volk Gottes, auch wenn nicht jeder Vers in Daniel 11 spezifisch direkt vom Volk Gottes spricht, ist doch eigentlich der ganze Hauptzweck dieser Prophezeiung derjenige, dass wir etwas lernen über das Volk Gottes und das wird uns auch helfen, dann ein Schlüssel sein, um Daniel 12 wirklich biblisch, exegetisch, sauber und nicht spekulativ auszulegen. Aber da werden wir dann in zwei Wochen uns hier Gedanken darüber machen.

[35:32] Das heißt, in Daniel 2 geht es um das ewige Königreich, das für immer auf dieser Erde sein wird, wenn alle anderen Königreiche vernichtet werden. In Daniel 7 geht es um den König, der in diesem ewigen Königreich regieren wird, der Menschensohn, der im himmlischen Gericht gekrönt wird und dem Ehre und Herrlichkeit und Macht und Königtum gegeben wird. In Daniel 8 geht es um das himmlische Heiligtum, das gereinigt werden muss, damit dieses Königreich aufgerichtet werden kann. In Daniel 9 geht es um das Opfer, eben genau dieses Königs, der zuerst sich selbst gibt, um dann als Hoherpriester für uns eintreten zu können und dann als Richter das Gericht vor der Wiederkunft halten zu können. Und in Daniel 10 geht es um das Volk, das mit Gott lebt und am Ende der Zeit auch genau diese Botschaft von der Wiederkunft und vom Gericht und von dem kommenden König und von der Reinigung des Heiligtums und mit dem wahren Opfer des Messias, all das verbunden, ein Volk, das diese Botschaft predigt. Und das ist schon der Schlüssel für Daniel 12, das werden wir dann sehen.

[36:39] Es geht um das Ende der Tage und das bedeutet erst einmal hebräisch, die Zukunft. Was passiert mit dem Volk Gottes in der Zukunft? Die bessere Übersetzung der Elberfelder sagt nicht, denn das Gesicht bezieht sich wiederum auf fernliegende Tage, sondern einfach, denn noch gilt die Vision für ferne Tage. Die Schlachter suggeriert, das ist möglich, aber nicht zwingend, dass es sich um eine weitere Vision handelt, aber möglicherweise geht es einfach um die Hauptvision von Daniel 8, die sich eben auf fernliegende Tage bezieht und so wie Daniel 9 einige Dinge erklärt, um Daniel 8 besser verstehen zu können, so erklärt jetzt Daniel 11 eine ganze Reihe von weiteren Dingen, um Daniel 8, was ja sehr gedrängt und kompakt gewesen ist, besser einordnen zu können.

[37:26] Vers 15, da er nun diese Worte zu mir redete, schlug ich meine Augen zur Erde nieder und blieb stumm. Ähnliche Reaktion wie schon in Vers 9. Die Stummheit des Propheten war zumindest in Hesekiel 24, Vers 7, 27 auch ein Zeichen.

[37:47] Vers 16, und siehe, da rührte einer, der den Menschen Kindern gleich war, meine Lippen an und ich öffnete meinen Mund, redete und sprach zu dem, der vor mir stand, mein Herr, wegen dieser Erscheinung haben mich wen überfallen und ich habe keine Kraft behalten. Daniel ist überwältigt angesichts der Erscheinung Jesu.

[38:02] Vielleicht sollten wir darüber nachdenken, warum wir so selten so ergriffen sind, wenn wir über Jesus reden. Menschen, die Jesus sehr nahe gekommen sind und seine Herrlichkeit begriffen haben, die haben nicht mehr viel von sich selbst geredet, die waren fertig. So ging es Jesaja, so ging es Johannes, so ging es den Jüngern auf dem Verklärungsberg, so ging es Daniel. Wenn wir wirklich mehr Jesus erkennen, wie er ist, dann werden wir uns in den Staub demütigen. Daniel sagt, ich habe keine Kraft behalten. Der Engel Gabriel rührt hier seine Lippen an, er hat sich in menschliche Form jetzt gehüllt, sagt es Ellen White, dann werden wir das später noch sehen. Er war ja schon in Daniel 8 und auch in Daniel 9 als ein Mann erschienen, so sagt es Daniel 8 Vers 15, wo es heißt, es geschah aber, als ich Daniel das Gesicht sah und es zu verstehen suchte, sieh, da stand einer von mir, der aussah wie ein Mann. Und dann auch in 9,21, wo es heißt, ja während ich noch redete und betete, rührte mich der Mann Gabriel an, den ich anfangs im Gesicht gesehen hatte, als ich völlig erschöpft war um die Zeit des Abendopfers. Wieder erscheint Gabriel, obwohl er nicht mehr mit Namen hier genannt wird, als Mann. Und das zeigt uns auch noch einmal, wie sehr eigentlich dieser ganze Komplex Daniel 10 bis 12 mit Daniel 8 und 9 in direkter Verbindung ist. Es ist immer noch derselbe Gabriel, der versucht hier die Dinge zu erklären.

[39:42] Parallelen sind natürlich auch zu Jesaja 6, wo dem Jesaja die Lippen berührt werden mit der feurigen Kohle vom Altar, um als Zeichen deutlich zu machen, dass er entsündigt ist. Oder auch Jeremia 1 Vers 9, wo seine Lippen berührt werden, um deutlich zu machen oder wo Gott seine Worte, Gottes Worte in seinen Mund legt.

[40:06] Vers 17, und wie könnte ein Knecht dieses meines Herrn mit diesem meinem Herrn reden und nun ist keine Kraft mehr in mir und der Atem ist mir ausgegangen. Ein besonderer Vers, der auch zeigt, dass wahre Propheten in der Vision keinen Atem haben. Es steht hier explizit, der Atem ist mir ausgegangen. Sie atmen während der Vision nicht und das ist ein Phänomen, das wir bei Ellen White auch immer wieder finden konnten. Es gibt einige sehr gut dokumentierte Fälle. Ellen White spricht selbst darüber und sagt, dass es in ihren Visionen Versuche gab, Atem nachzuweisen mit Spiegeln, mit Kerzen und so weiter. Und all das ist gescheitert. Ellen White atmete nicht während der Vision. Es war ein sehr deutliches, übernatürliches Zeichen, dass Gott hier sie als Prophetin auserwählt hatte und das, was dann sie sah, wirklich Gottes Wort war.

[41:03] Vers 18, da rührte mich der, welcher einem menschlich nochmals an und stärkte mich. Hier sehen wir also, wie einschneidend das Erlebnis für Daniel gewesen ist und wie sehr selbst der höchste Engel darum kämpfen muss, den Daniel wieder zu stärken. Interessant ist vielleicht auch, dass es derselbe Gabriel ist, der dann Jahrhunderte später auf die Erde kommt, um Jesus, der dann Mensch ist, zu stärken. Wir lesen davon in Lukas 22.

[41:36] Lukas 22 und dort Vers 43. Da schien ihm ein Engel vom Himmel und stärkte ihn. Gabriel kam nicht nur, um Daniel zu stärken, er kam auch, um Jesus zu stärken. Das zeigt uns auch, wie sehr Jesus sich in seinem Leben hier auf der Erde mit uns schwachen Menschen identifiziert hat.

[42:11] Vers 19 und er sprach, fürchte dich nicht, du vielgeliebter Mann. Wenn in der Bibel Dinge wiederholt werden, dann um sie zu unterstreichen, sie zu betonen, weil sie wichtig sind. Und das wird hier betont, noch mehr als in Daniel 9. Du bist ein vielgeliebter Mann. Während in Daniel 9, wo es vor allem ganz speziell um den Erlösungsplan geht, Daniel einmal ein geliebter Mann genannt wird, geht es in Daniel 11, wo es ja nach landläufiger Meinung vor allem um Schlachten geht, wohl offensichtlich so sehr auch um die Liebe Gottes, dass Daniel zweimal ein geliebter Mann genannt wird. Lass uns das im Hinterkopf behalten, auch wenn wir Daniel 11 studieren.

[42:51] Ein vielgeliebter Mann, Friede sei mit dir, sei stark, ja sei stark. Und als er so mit mir redete, wurde ich gestärkt und ich sprach, mein Herr rede, denn du hast mich gestärkt. Man erinnert sich unweigerlich an Joshua, dem gesagt worden ist, sei stark. Und an Paulus, der in seiner Schwachheit erkannte, dass es die Gnade Gottes ist, die uns genügt, dass Gottes Kraft in Schwachheit zur Vollendung kommt, wie Philipper 2, Korinther 12, Vers 9 sagt.

[43:31] Und obwohl es der Gabriel ist, der hier buchstäblich vor dem Daniel steht, ist auch der Gabriel ja nur der Bote, der Übermittler einer geistlichen Wahrheit und einer Kraft, die nicht von Gabriel selbst, sondern von Jesus ausgeht, in 2. Korinther, Verzeihung, in Philipper 4 und dort Vers 13.

[43:44] Philipper 4, Vers 13 lesen wir, ich vermag alles durch den, der mich stark macht, Christus. Und so wie Daniel gestärkt worden ist durch Jesus, so können auch wir gestärkt werden, wenn wir Jesus begegnen, ihm wirklich begegnen, in seinem Wort, dann werden wir vielleicht verzweifeln, weil wir sehen, wie sündig wir sind, aber werden gleichzeitig gestärkt von ihm, weil wir sehen, dass es ja nicht um unsere Leistung geht, sondern um seine Verdienste, dass er extra gekommen ist, weil wir so sündig sind, weil wir so hilflos sind, weil wir so wenig können, um uns zu retten, um uns zu verwandeln, weil wir mit ihm, verbunden mit ihm, alles vermögen, weil er uns stärkt.

[44:35] Jesus kam nicht, um Menschen zu loben, weil sie sich angestrengt haben, er kam für Menschen, die ihre Schwachheit erkennen, angesichts der Herrlichkeit Gottes, um ihn deutlich zu machen, ich mag dich trotzdem und ich möchte, dass du Kraft hast, weil ich dir Kraft gebe.

[44:57] Vers 20, das heißt es, und er sprach, weißt du, warum ich zu dir gekommen bin? Nun will ich wieder hingehen und mit dem Fürsten von Persien kämpfen, sobald ich aber ausziehe, so kommt der Fürst von Griechenland, noch einmal sehen wir hier die deutliche Parallele zu Daniel 8, wo ja die beiden Königreiche, Medo-Persien und Griechenland, als die Mächte, die nächsten Weltreiche, vorhergesagt worden waren und es wird ganz deutlich, die Kämpfe um Gottes Volk werden nicht aufhören, auch unter der Herrschaft der Griechen, die später kommen wird, wird es Kämpfe zu geben haben, in denen Gabriel seinen vollen Einsatz bringen muss.

[45:49] Vers 21, doch will ich dir verkünden, was in dem Buch der Wahrheit aufgezeichnet ist und kein einziger steht mir mutig bei, gegen jene, als nur euer Fürst Michael und damit haben wir hier schon die Einleitung zu dieser großartigen Prophezeiung von Daniel 11, Vers 2 bis 12, Vers 3.

[46:03] Gott hat selbst gesagt, dass erfüllte Prophezeiungen ein Beweis für seine Glaubwürdigkeit sind, Jesaja 41 und dort Vers 22 und 23. Sie mögen sie herbeischaffen und uns verkünden, was sich ereignen wird, das Frühjahr, was ist es, verkündet es, so wollen wir es bedenken und dessen Ausgang erkennen oder lasst uns hören, was kommen wird. Verkündet, was künftig geschehen wird, so werden wir erkennen, dass ihr Götter seid. Ja, tut doch etwas Gutes oder Böses, so werden wir uns verwundert anschauen und es miteinander betrachten.

[46:40] Gott gibt nicht nur das Standbild, das er dem Nebukadnezar gab, mit einem kurzen Abriss, nein, hier in Daniel 11 gibt er zum Teil erstaunliche Details und nächste Woche wird der Ronny die Gelegenheit haben, einiges davon zu präsentieren, was uns zeigt, wie präzise Gott die Geschichte im Vorhinein kennt. Denn Gott offenbart seine Geheimnisse seinen Knechten, den Propheten, so hat er ja gesagt in Amos 3, Vers 7. Das heißt, wenn wir das alles lesen, Daniel 11, sollten wir bedenken, das ist deswegen auch dargestellt, um unser Vertrauen in die Führung Gottes zu stärken. Er kennt die Geschichte, also kann er auch sein Volk führen.

[47:17] Und diese Kämpfe der Heilsgeschichte, diese Kämpfe der Weltgeschichte sind nicht einfach nur eine Aneinanderreihung von Daten und Fakten und Schlachten, nein, hier kämpfen himmlische Engel und Dämonen auf höchster geistlicher Ebene und ringen immer wieder eigentlich um das Volk Gottes. Und ohne Jesus würde diese Sache des Volkes Gottes keinen Fortschritt machen können, denn der Gabriel sagt, kein einziger steht mir mutig bei, gegen jene, als nur euer Fürst Michael. Der Fortschritt des Volkes Gottes ist nicht einfach einzelnen Engeln, die so einen Hilfsdienst haben, übergeben. Jesus selbst als der General der himmlischen Herrscher kämpft an vorderster Front, weil der Satan seine besten Kräfte dafür einsetzt, das Volk Gottes aufzuhalten. So wichtig ist die Mission des Volkes Gottes auf dieser Erde, dass sowohl das Gute als auch das Böse, Gott und Satan, ihre besten Kräfte auf diesen Kampf konzentrieren.

[48:31] Wir mögen vielleicht denken, dass das, was das Volk Gottes betrifft, weltgeschichtlich gesehen nicht so bedeutsam ist, eine Randnotiz. So sieht es nicht Gott und so sieht es auch nicht der Satan. Und vieles von dem, was wir vielleicht als wichtige Weltgeschichte betrachten, ist in den Augen des Himmels und in den Augen Satans eher eine Randnotiz. Denn dort, wo das Evangelium bekannt ist, dort ist die eigentliche Frontlinie des großen Kampfes. Und wenn wir das Evangelium kennen und wenn wir bereit sind, für das Evangelium zu leben und zu wirken, dann stehen wir in der Frontlinie des großen Kampfes. Und Engel kämpfen um uns.

[49:10] Ellen White sagt folgendes über diese Vision. Sie sagt, Daniel war ein betagter Mann. Sein Leben hatte er mitten des Glanzes eines heidnischen Hofes zugebracht. Er hatte wegen der Angelegenheiten eines großen Reiches Sorge getragen. Doch von all diesem machte er sich los, um sich vor Gott zu beugen und die Ratschlüsse des Allerhöchsten zu erkennen. Als Antwort auf seine Bitten empfing er aus himmlischen Höfen Licht für diejenigen, die in den letzten Tagen leben werden. Wie ernsthaft sollten wir deshalb Gott suchen, dass er uns Verständnis gebe, die himmlischen Wahrheiten zu begreifen.

[50:03] Sie sagt weiter, nur einige Ausschnitte hier, alle, die wahrhaft geheiligt sind, werden eine ähnliche Erfahrung machen, so wie Daniel. Je klarer ihnen die Größe, Herrlichkeit und Vollkommenheit Christi wird, desto lebendiger erkennen sie ihre eigene Schwäche und Unvollkommenheit. Sie neigen nicht dazu, ihren Charakter für sündlos zu halten, was ihnen bisher recht und lieblich zu sein schien. Sehen sie im Gegensatz zur Reinheit und Herrlichkeit Christi für unwürdig und vergänglich an. Nur Menschen, die fern von Gott sind und eine unklare Vorstellung von Christus haben, sagen, ich bin sündlos, ich bin geheiligt.

[50:39] Welch große Ehre wurde Daniel von dem himmlischen Herrn erwiesen. Gott tröstete seinen zitternden Diener und versicherte ihm, dass sein Gebet im Himmel erhört worden war, ausgelöst von Daniels innigen Flehen. Achtung, ausgelöst von seinem innigen Flehen war der Engel Gabriel, gesandt worden, um das Herz des persischen Königs zu bewegen. Weil Daniel betete, wurde ein Sieg in Jerusalem erhoben, am Thron des Kyros für das Volk in Jerusalem. Drei Wochen lang, während Daniel fastete und betete, widersetzte sich das Herz des Königs im Einfluss des Geistes Gottes. Doch dann wurde der Fürst des Himmels, der Erzengel Michael, gesandt, um das Herz des unbeugsamen Königs umzuwenden, damit er als Erhöhung von Daniels Gebet entschlossen handelte.

[51:24] Die göttliche Herrlichkeit, die Daniel geoffenbart wurde, war so groß, dass sie ihren Anblick nicht ertragen konnte. Darum verhüllte der himmlische Bote den Glanz seiner Gegenwart und erschien dem Propheten wie einer, der einem Menschen gleich war. Gabriel gibt sich ein menschliches Aussehen. Er stärkte diesen rechtschaffenden und gläubigen Mann durch seine göttliche Macht, damit er die Botschaft, die Gott ihm gesandt hatte, vernehmen konnte.

[51:56] Wir werden uns in der nächsten Woche mit dem 11. Kapitel beschäftigen. Das wird für viele vielleicht ein Freudenfest sein. Und wir sollten schon jetzt uns daran erinnern, dass wir als Adventgemeinde über Daniel 11 keine abschließende, endgültige Klarheit in jedem Vers haben. Vieles bleibt noch unklar, weil zu wenig darüber studiert worden ist und weil zu oft, auch in der Auslegung von Daniel 11, man schnell zu Fest 40 bis 45 springt, da seine persönliche Meinung hatten, vieles von dem Anfang oder von den ersten zwei Dritteln nur ungenau studiert hat. Ich möchte euch einladen, auch in der nächsten Woche, persönlich Zeit zu nehmen, dieses Kapitel besser zu verstehen, vielleicht auch zusammenzuschließen und über die Woche hinaus dann für die nächsten Monate, vielleicht Jahre, Daniel 11 wieder zu einem Fokus des gemeinsamen Studiums in Adventgemeinde zu machen.

[52:50] Aber nicht Daniel 11, wie das oft geschieht, losgelöst einfach nur mit König des Nordens, König des Südens, sondern Daniel 11 eingebettet in dieses Kapitel, Kapitel 10, mit Christus im Zentrum, mit der Idee, dass die ganze Weltgeschichte der Schauplatz ist, an dem gute Engel und böse Engel für das Wohl Gottes kämpfen und für den Fortschritt der Sache des Volkes Gottes. Das muss der Schlüssel sein und wir alle, jeder einzelne, ich und du und wir alle haben noch zu studieren in Daniel 11. Vielleicht hat Gott noch große Wahrheiten für uns, wenn wir fasten und beten, wenn wir uns wirklich dafür interessieren, aus Liebe zu ihm, dann wird er uns noch große Wahrheiten zeigen. Gott segne euch in eurem Studium und bis zur nächsten Woche. Amen.


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