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Manuskript zur Sendung >>> CSH_Manuskript_2020 1st (Special) Nr 13

In dieser Lektion der Cannstatt Study Hour wird das zwölfte Kapitel des Buches Daniel behandelt, das als „Vom Staub zu den Sternen“ betitelt ist. Es beleuchtet die Bedeutung von Michaels Rolle als Fürsprecher seines Volkes, die Identität des Volkes Gottes in der Endzeit und die entscheidende Rolle des Buches des Lebens. Weiterhin werden die besonderen Auferstehungen vor der Wiederkunft Christi und die Bedeutung der Verständigen, die das Wort Gottes erforschen und andere zur Gerechtigkeit führen, thematisiert. Das Kapitel schließt mit einer persönlichen Botschaft an Daniel und einem Ausblick auf die Adventbewegung.


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Serie: Cannstatt Study Hour - Spezial 2020 Q1: Daniel

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Ein herzliches Willkommen auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries zur letzten Folge unserer Spezialserie zum Buch Daniel. Was für ein interessantes Buch ist doch das Buch Daniel. Was für interessante Dinge konnten wir studieren. Und auch dieses letzte Studium, das zwölfte Kapitel, verspricht viel Spannung und interessante Einsichten in Gottes Wort, die speziell auch für unsere Zeit von größter Wichtigkeit sind.

[0:55] Wir wollen uns vorbereiten auf das Bibelgespräch oder zumindest das Bibelgespräch in unseren Heimen über Skype und Zoom vielleicht, je nachdem, wie ihr jetzt momentan in dieser besonderen Zeit der Corona-Krise das Bibelgespräch erlebt. Wir wollen uns vorbereiten auf dieses Bibelgespräch am 28. März. Und der Titel dieser letzten Daniel-Lektion ist: Vom Staub zu den Sternen.

[1:20] Wir möchten zuvor noch kurz darauf hinweisen, dass sich in unseren Sendemanuskripten in den letzten Wochen einige kleine Fehler, was die Daten oder die Datierung der Danielschen Kapitel betrifft, eingeschlichen haben. Wir haben im Sendemanuskript noch einmal diese vier Fehler aufgelistet und die korrekten Daten daneben vermerkt, sodass ihr dann auch da auf dem neuesten Stand seid, was die Forschung bezüglich dieser Daten, die biblische Forschung herausgefunden hat.

[1:53] Bevor wir allerdings mit dem Daniel Kapitel 12 beginnen, wollen wir natürlich Gott einladen, dass er unsere Gedanken führt. Uns ist gesagt worden, dass dieses Kapitel sehr, sehr wichtig ist und so wollen wir Gott bitten, dass wir mit seinem Heiligen Geist erfüllt die Warnung verstehen können, die hier sich in diesem Kapitel befindet.

[2:15] Lieber Vater im Himmel, wir kommen jetzt zu dir, weil wir dich wirklich brauchen und ohne dich das Buch Daniel nicht verstehen können. Du hast uns sagen lassen, dass dieses Buch und auch dieses letzte Kapitel von besonderer Wichtigkeit sind für unsere Zeit. Und Herr, wir möchten dich bitten, dass du unser Lehrer bist, dass du uns erklärst, was du uns sagen möchtest und dass wir dadurch Jesus besser verstehen und unsere Beziehung zu ihm und zu dir noch intensiver und fester wird. Dass wir vorbereitet werden auf die Dinge, die auch in diesem Kapitel beschrieben sind und dass wir unsere Identität als dein Volk wirklich aus der Bibel heraus verstehen. Herr, das bitten wir von ganzem Herzen. Erfülle uns mit deinem Heiligen Geist. Sprich du zu uns und lass dein Wort nicht leer zurückkehren, so wie du versprochen hast. Im Namen Jesu. Amen.

[3:10] Ellen White sagt uns: Lasst uns das zwölfte Kapitel Daniel lesen und untersuchen. Es ist eine Warnung, die wir alle vor der Zeit des Endes verstehen müssen. Daniel 12 ist nicht nur ein Anhang, nicht nur ein Epilog, nicht nur ein Schluss eines interessanten Buches, sondern enthält ganz viel, das wir als Adventvolk in dieser letzten Zeit verstehen müssen. Deswegen wollen wir uns direkt hineinbegeben in das Studium und darauf achten, dass wir diese Warnung, von der sie spricht, auch richtig verstehen.

[3:47] Vers 1: Zu jener Zeit wird sich der große Fürst Michael erheben, der für die Kinder deines Volkes einsteht. Denn es wird eine Zeit der Drangsal sein, wie es noch keine gab, seitdem es Völker gibt, bis zu dieser Zeit. Aber zu jener Zeit wird dein Volk gerettet werden. Jeder, der sich in dem Buch eingeschrieben findet. Allein dieser Vers hat es in sich. Natürlich ist das eine direkte Weiterführung dessen, was wir in Kapitel 11, letzte Woche mit dem Ronny studiert haben, gefunden haben, was wir dort gesehen haben. Eigentlich ist die Kapiteleinteilung hier sehr unglücklich, denn es geht direkt von Vers 44 und 45 in Kapitel 11 in Kapitel 12 über.

[4:30] Zu jener Zeit, das ist die Zeit, als Gerüchte aus Osten und Norden den König des Nordens, das Papsttum, aufschrecken und wo dann dieser Befehl ausgeht, viele zu verderben und zu vertilgen, was uns auch an Offenbarung 13 erinnert. In jener Zeit, wenn dann dieser König des Nordens sein Ende finden wird, in jener Zeit wird sich Michael aufmachen. In der Zeit der vollmächtigen Verkündigung, der Treffern Engelsbotschaft und der Sonntagsgesetzgebung steht Michael für sein Volk ein. Und zwar genau so, wie wir es am Anfang des großen Prophetiekomplexes in Kapitel 10 gesehen haben, wo es ebenfalls Michael war, der eingetreten ist für sein Volk, als die Intrigen gegen die Juden so stark gewesen sind. Wir sehen also hier schließt sich auch gedanklich ein Kreis.

[5:22] Michael, das haben wir schon damals gesehen bei Daniel 10, ist Jesus, wer so ist wie Gott. Wir haben die Bibelverse dort studiert. Er wird hier genannt, der große Fürst. Und das verweist auch darauf, dass er in Daniel 9 und auch in Daniel 11 an prominenter Stelle als der Messias, als der große Fürst, der König genannt wird. Euer Fürst wird er in Daniel 10 genannt, der Fürst für Israel. Und auch in dieser Funktion erscheint er hier. Wir werden gleich noch mehr dazu zu sagen haben. Auch in Offenbarung 1, Vers 5 wird Jesus der Fürst über die Könige der Erde genannt. Und natürlich wissen wir, wird er auch in Offenbarung 17 und 19 als der König der Könige, der Herr der Herren bezeichnet. Er tritt hier für sein Volk ein und wir wissen, dass er im himmlischen Heiligtum für uns eintritt.

[6:16] Nur einige wenige Verse mögen hier genügen. Wir haben im Sendemanuskript mehr aufgezeichnet. In Hebräer 7 zum Beispiel und dort in Vers 25 heißt es: Daher kann er auch diejenigen vollkommen erretten, die durch ihn zu Gott kommen, weil er für immer lebt, um für sie einzutreten. Oder in Hebräer 6 und dort Vers 19 und 20. Diese Hoffnung halten wir fest als einen sicheren und festen Anker der Seele, der auch hineinreicht ins Innere hinter den Vorhang, wohin Jesus als Vorläufer für uns eingegangen ist, der Hohepriester in Ewigkeit geworden ist nach der Weise Melchisedeks.

[6:55] Michael, Jesus ist Hohepriester für sein Volk und daraus können wir schon ableiten, dass derjenige zum Volk Gottes gehört, der sich an Jesus wendet, der Jesus als einen Hohenpriester im himmlischen Heiligtum angenommen hat. Und damit sind wir genau bei der Frage: Wer ist dieses Volk? Wir haben ja schon in Daniel 10 gesehen, es geht ja eigentlich um die große Frage in Daniel 10, 11 und 12, wie wird es dem Volk Gottes gehen, das diese Botschaften von Daniel 2 und 7 und 8 und 9 empfangen hat. Wer wird diese Botschaften tragen?

[7:30] Wenn Daniel gehört hat, dein Volk, wird er natürlich an Israel gedacht haben. Und dieser Vers beweist jetzt also ziemlich deutlich, dass Israel hier in der Endzeit geistlich verstanden werden muss, denn Jesus tritt nur für diejenigen ein, die sich zu ihm bekennen. Wir wissen aus Matthäus 10, Vers 32 und 33, dass Jesus sagt, wenn wir uns zu ihm bekennen, wird er sich zu uns bekennen im himmlischen Heiligtum. Es geht also um diejenigen, die Jesus angenommen haben und das auch öffentlich bezeugen. Es muss sich also um Christen handeln und dein Volk bezeichnet hier also nicht mehr das ethnische Israel, wie am Anfang des Visionskomplexes in Daniel 10, sondern die Christen.

[8:14] Und eine der wesentlichen Thesen, die wir auch beim Ronny letzte Woche studiert haben, ist, dass der Wechsel hier in Daniel 10 bis 12 dann stattfindet, wenn er auch im Neuen Testament stattfindet, nämlich mit der Kreuzigung, Auferstehung Jesu und dann dem Ende der 94 Jahre, dreieinhalb Jahre später, wie das in Daniel 9 beschrieben ist. Und es ist sehr wichtig, dieses Verständnis vom Volk Gottes richtig zu begreifen, weil das ein Schlüssel ist dann für die Identifikation von König des Nordens und König des Südens, die ja auf das Volk Gottes bezogen sind. Und wenn das Volk Gottes ab Vers 22,11 geistlich ist, dann dürfen wir wohl auch davon ausgehen, dass auch der König des Nordens und der König des Südens geistlich sind. Das nur als Punkt in der immer weiter sich entfaltenden Debatte über dieses so spannende Kapitel 11.

[9:12] Israel ist ja primär eigentlich der Name des Sohnes Gottes. Das wird ganz deutlich aus Jesaja 49 und dort Vers 3 und 6. Dort heißt es: Und er sprach zu mir: Du bist mein Knecht, bist Israel, durch den ich mich verherrliche. Und dann Vers 6: Ja, er spricht: Es ist zu gering, dass du mein Knecht bist, um die Stämme Jakobs aufzurichten und die Bewahrten aus Israel wieder zu bringen, sondern ich habe dich auch zum Licht für die Heiden gesetzt, damit du mein Heil seist bis an das Ende der Erde. Hier wird von dem Messias gesprochen und er wird Israel genannt. Er hat dann Jakob seinen Namen gegeben. Er hat ihn bei seinem Namen gerufen, nämlich Israel in 1. Mose 32, ab Vers 25. Da kann man die berühmte Geschichte vom Jabbok nachlesen. Und durch all die Geschichte des Alten Testamentes hindurch blieb Israel ein Typus auf den kommenden Messias.

[10:07] Israel wird genannt der erstgeborene Sohn in 1. Mose, 2. Mose 4. Und der Weinstock in Psalm 80, das Licht für die Welt in Jesaja 60. All das Dinge, die Jesus auf sich bezogen hat. Er sagte: Ich bin das Licht der Welt. Er sagte: Ich bin der wahre Weinstock. Er war der eingeborene Sohn Gottes. Israel hatte zwölf Söhne und als Jakob Israel nach Ägypten zog, gingen 70 Familienglieder nach Ägypten. Und all das findet sich wieder bei den Jüngern Jesu. Die Aussendung der Zwölf, die Aussendung der Siebzig. Mit anderen Worten: Außerhalb von Jesus gibt es kein Israel.

[10:44] Wenn in der biblischen Prophetie von Israel gesprochen wird, ist primär immer die Gruppe gemeint, die auf den kommenden bzw. den gekommenen Messias wartet oder an ihn glaubt. Glaubt, dass ein Messias kommt bzw. glaubt, dass ein Messias gekommen ist. Diejenigen, die mit Jesus verbunden sind, die sind Israel, die sind das geistliche Israel, von dem auch Paulus im Neuen Testament oder andere Schreiber des Neuen Testamentes schreiben. Dieses Israel wird dargestellt in Offenbarung 12 als eine Frau von Anfang bis Ende. Und deswegen wird hier auch in Daniel 10 bis 12 immer nur von dem Volk Gottes, von deinem Volk gesprochen.

[11:30] Was bedeutet es, dass der große Fürst Michael, der für das Volk, das geistliche Israel, eintritt, dass er sich erhebt? Er hat sich ja eigentlich zum hohen priesterlichen Dienst gesetzt. So lesen wir in Hebräer 8 und dort Vers 1 und 2. Die Hauptsache bei dem, was wir sagen, ist: Wir haben einen solchen Hohenpriester, der sich gesetzt hat zu Rechten des Thrones der Majestät im Himmel, einen Diener des Heiligtums und der Stiftshütte, die der Herr errichtet hat und nicht ein Mensch.

[11:58] Das Erheben scheint also anzudeuten, dass dieser hohe priesterliche Dienst beendet ist. Das Ende der Gnadenzeit. Es scheint eine Parallele dazu zu geben in Apostelgeschichte 7, wo nämlich der Menschensohn steht, als Stephanus ihn in einer Vision nach seiner berühmten Predigt dort sieht, kurz vor seiner Steinigung. Und dort wird deutlich, dass durch dieses Ereignis das Ende der 95 Jahre der besonderen Zeit für das ethnische Israel, dass dieser Zeitpunkt jetzt gekommen ist und das Ende hierdurch angezeigt wird.

[12:33] Das Ende der Gnadenzeit, also hier in Daniel 12, Vers 1. Und da versteht man schon im ersten Vers, warum dieses Kapitel eine Warnung enthält. Eine Warnung darstellt: Die Zeit der Gnadenzeit geht zu Ende. Aber das ist keine traurige Botschaft, es ist eine positive Botschaft, denn Jesus erhebt sich für sein Volk, nicht gegen sein Volk. Er will es nämlich zu sich holen.

[12:58] Es ist die Zeit der Drangsal, so wie sie noch nie gewesen ist. Etliche andere Stellen der Bibel sprechen davon in Jesaja und Jeremia. Dort wird auch die Angst in Jakob erwähnt. Offenbarung 15 und 16 sprechen von der Plagenzeit. Diese dramatische Zeit, vor der uns die Bibel warnt und von der sie uns deutlich machen möchte, dass wir, wenn diese Zeit eintrifft, wir vorher bereits zum Volk Gottes gehören sollten, für das dann Jesus aufsteht, um es zu befreien. Und dann wird es keinen hohen priesterlichen Dienst mehr geben.

[13:38] Das heißt, dass alle gerettet werden. Und gerettet werden diejenigen, die Johannes 3, Vers 16 in Anspruch genommen haben, die an den Sohn Gottes, an Jesus Christus glauben und die Gebote Gottes halten, die mit standhaftem Aussagen als Heilige in der Endzeit bestehen bleiben, übrig bleiben. Offenbarung 14, Vers 12, das ist das Volk Gottes. Römer 5, Vers 10 macht deutlich, wir werden durch Jesus gerettet. Und Römer 11, Vers 26 zeigt, alle Geretteten bilden das geistliche Israel Gottes. So ja auch in Offenbarung 7, wo diejenigen, die am Ende in der Trübsalzeit lebendig bleiben und zu Gott stehen, als die Versiegelten bezeichnet werden, die zu den zwölf Stämmen Israels gehören.

[14:31] Wovor werden sie gerettet? Es geht ja im Kontext um dieses Ansinnen des Königs des Nordens, viele zu verderben und zu vertilgen. Und dieser Todesbefehl, den wir auch aus Offenbarung 13, Vers 15 kennen, der dann im Zuge der Plagenzeit konkretisiert wird und in Gesetzesform gegossen wird, der wird dazu führen, dass Jesus sich aufmachen wird für sein Volk, um es aus dieser existenziellen Bedrohung heraus zu retten. Wir sehen also von Anfang bis Ende dieses großen Komplexes Jesus als derjenige, der für sein Volk sich einsetzt.

[15:15] Wer wird gerettet werden in jener Zeit? Es sind diejenigen, die in dem Buch eingeschrieben sind. Und dieses Buch ist das Buch des Lebens, das wir aus Offenbarung 20, Vers 12 kennen und vor allem auch aus Offenbarung 3, Vers 5, wo uns deutlich gemacht wird, dass dort Namen drinstehen, die auch wieder gestrichen werden können. Und wir lernen von 2. Mose 32 aus dem Dialog zwischen Mose und Gott, dass alle diejenigen, die die Sünde durch Jesus überwunden haben, in diesem Buch stehen. Wir lernen, dass die Gerechten dort eingeschrieben sind in Psalm 69. Jesaja 4, Vers 3 sagt uns, dass der Überrest, die Übrigen, zum Leben in Jerusalem eingeschrieben sind.

[16:00] Das Buch des Lebens ist eigentlich so eine Art Geschlechtsregister. Wir kennen die Geschlechtsregister, das sind auch Bücher voller Namen. Man wundert sich manchmal, warum die in der Bibel sind. Aber sie scheinen alle so auch ein Typus zu sein auf das Buch des Lebens. Das erste Geschlechtsregister in 1. Mose 5 heißt ja explizit auch Buch. Und so wird uns in Hebräer 12 und dort Vers 22 und 23 gesagt: Sondern ihr seid gekommen zu dem Berg Zion und zu der Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem und zu Zehntausenden von Engeln, zu der Festversammlung und zu der Gemeinde der Erstgeborenen, die im Himmel angeschrieben sind und zu Gott, dem Richter über alle, und zu den Geistern der vollendeten Gerechten.

[16:44] Paulus sagt uns, dass die Gläubigen der Gemeinde im Himmel angeschrieben, dass sie aufgeschrieben sind, so wie die Übrigen damals in Jesaja 4, Vers 3 in Jerusalem zum Leben. Deswegen sagt Paulus auch, dass unser Bürgerrecht im Himmel ist, so wie man heute in einem Einwohnermeldeamt gemeldet ist. So können wir durch den Glauben gemeldet sein in Neu-Jerusalem und zwar jetzt schon.

[17:12] Wir dürfen wissen, dass unser Name im Buch des Lebens steht, wenn, ja genau, das ist jetzt die Frage, wenn was erfüllt ist, welche Bedingungen soll dazu führen oder welche Bedingungen ist die Grundlage, dass wir dort eingeschrieben sind? Nun, die Frage ist, wie kommt man in ein Geschlechtsregister? Die Antwort ist ganz einfach: Man wird geboren. Durch Geburt wird man in so eine Liste eingeschrieben.

[17:36] Bei dem Reich Gottes ist es ganz ähnlich. Hier zählt nicht die physische Geburt, sondern die Wiedergeburt. Jesus machte die Sache ganz eindeutig in seinem berühmten, tiefgründigen Gespräch mit Nikodemus in Johannes 3 und dort in Vers 3 und 5, wo er sagte: Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von Neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen. Vers 5: Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser, das ist wie die Taufe, und durch Geist geboren wird oder aus Geist geboren wird, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen.

[18:20] Wir brauchen die Bekehrung, die Erfüllung mit dem Heiligen Geist und auch als äußeres Zeichen die Taufe. Wenn nicht, wie beim Schächer am Kreuz, das dann nicht mehr möglich ist, das ist natürlich die Ausnahme. In der Regel sind es diese beiden Dinge. Wer das in seinem Leben erlebt hat, der wird in das Buch des Lebens eingeschrieben und bleibt dort so lange stehen, bis sein Name im Gericht aufkommt. Und dann entscheidet sich durch einen Vergleich mit den Werken, ob unser Leben tatsächlich mit Jesus gewesen ist, ob unsere Taten offenbaren, dass wir die Gnade Gottes in unserem Leben erlebt haben und weitergegeben haben, oder ob es nur ein Lippenbekenntnis war, dem unser Leben nicht entsprochen hat.

[19:08] Das Buch des Lebens wird verglichen mit den Werken, mit den Büchern, von denen wir ja schon in Daniel 7 gelesen haben. Jesus sagt, dass wir uns freuen sollen, dass unsere Namen im Buch des Lebens aufgeschrieben sind, so sagt es Lukas 10, Vers 20. Und wer im Buch des Lebens nicht steht, wird auf ewig verloren gehen. Deswegen ist es eine entscheidende Sache, dass wir wirklich wissen, ob wir Jesus in unserem Herzen haben, ob wir mit Jesus gehen. Wenn wir das nur vermuten, dass das hoffentlich so ist, dann wird das unseren Ruin bedeuten. Und das ist vielleicht die deutlichste Warnung, die hier aus Daniel 12 überhaupt zu uns erschallen kann.

[20:02] Nur wenn unser Name im Buch des Lebens steht, und der wird dort nicht automatisch eingetragen, nur weil wir Mitglied einer Kirche sind oder weil wir einmal getauft worden sind, sondern dieser Name wird dort drin bleiben, wenn wir durch den Heiligen Geist, durch das Blut Jesu, durch unser Zeugnis für ihn auch Überwinder sind. So macht es ja Offenbarung 3, Vers 5 sehr deutlich. Dort heißt es, um diesen Vers noch einmal ganz klar vor Augen zu haben, in Offenbarung 3 und dort Vers 5: Wer überwindet, der wird mit weißen Kleidern bekleidet werden, und ich will seinen Namen nicht auslöschen aus dem Buch des Lebens, und ich werde seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.

[20:55] Wir haben hier etliche Ellen White-Zitate im Sendemanuskript über diese letzte Zeit, die Zeit der Trübsal. Wir werden aber jetzt hier nicht mehr vorlesen. Ihr könnt das dann selbst ausführlich im Sendemanuskript nachlesen.

[21:06] Vers 2: Und viele von denen, die im Staub der Erde schlafen, werden aufwachen, die einen zum ewigen Leben, die anderen zur ewigen Schmach und Schande. Hier geht es um die spezielle Auferstehung vor der Wiederkunft. Wir wissen, es wird zwei große Auferstehungen geben. Bei der Wiederkunft die allgemeine Auferstehung der Gläubigen, 1. Thessalonicher 4, Vers 16 und 17, und dann nach den tausend Jahren, nach dem Millennium, die Auferstehung der Ungläubigen in Offenbarung 20, wird die beschrieben, beides zusammengefasst in Johannes 5, Vers 28 als die Auferstehung des Lebens und die Auferstehung des Gerichts. Aber darum geht es hier nicht, sondern um eine spezielle Auferstehung in der letzten Zeit vor der Wiederkunft, wo zwei Gruppen auferstehen werden. Einige, die ewiges Leben bekommen werden, andere, die verloren gehen werden.

[21:58] Ellen White spricht davon an mehreren Stellen sehr ausführlich. Es handelt sich zum einen um die größten Feinde aller Zeiten. Deswegen wissen wir aus Offenbarung 1, Vers 7, dass auch diejenigen, die Jesus durchstochen haben am Kreuz, ihn kommen sehen werden in den Wolken des Himmels. Sie werden vorher in dieser speziellen Auferstehung zur ewigen Schmach und Schande auferstehen. Gleichzeitig wissen wir von Ellen White, dass alle diejenigen, die im Glauben unter der dritten Engelsbotschaft gestorben sind, die also diese letzte Warnungsbotschaft verstanden und geglaubt haben, aber die Erfüllung nicht gesehen haben, dass auch sie auferstehen werden vor der Wiederkunft, um den größten Wunsch ihres Herzens, die Wiederkunft Jesu, in voller Gänze sehen zu können.

[22:44] Und es scheint mir der Fall zu sein, dass Offenbarung 14, Vers 13 ganz besonders davon spricht, wenn es heißt: Glückselig sind die Toten, die von, oder lesen wir kurz den Vers. Offenbarung 14, Vers 13, wo es heißt: Glückselig. Und ich hörte eine Stimme aus dem Himmel, die zu mir sprach: Schreibe: Glückselig sind die Toten, die im Herrn sterben von nun an. Das ist im Kontext der dritten Engelsbotschaft. Ja, spricht der Geist, sie sollen ruhen von ihren Mühen, ihre Werke aber folgen ihnen nach. Das ist ein besonderer Segen für alle, die ab der dritten Engelsbotschaft im Glauben sterben.

[23:18] Und Ellen White sagt hier an dieser Stelle im Großen Kampf: Alle, die im Glauben an die dritte Engelsbotschaft gestorben sind, kommen verklärt aus ihren Gräbern hervor, mit denen, die Gottes Gesetz gehalten haben, den Friedenswunsch Gottes zu vernehmen. Das ist noch vor der Wiederkunft. Auch die, die ihn zerstochen haben, Offenbarung 1, Vers 7, die Christus in seinem Todesschmerz verspotteten und verlachten und die heftigsten Widersacher seiner Wahrheit und seines Volkes werden auferweckt, um ihm seiner Herrlichkeit zu schauen und die den Treuen und Gehorsamen verliehene Ehre wahrzunehmen.

[23:48] Vers 3: Und die Verständigen werden leuchten wie der Glanz der Himmelsausdehnung, und die, welche die vielen zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewiglich. Hier haben wir einen ganz deutlichen Parallelismus. Es wird deutlich gemacht, dass die Verständigen diejenigen sind, die andere zur Gerechtigkeit weisen, das heißt zu Jesus, denn er wird ja genannt der Herr unserer Gerechtigkeit in Jeremia 23, Vers 6. Sprüche 11, Vers 30 sagt: Der Gerechte gewinnt Seelen. Und Matthäus 24, Vers 25 sagt uns: Der kluge Knecht gibt zur rechten Zeit die Speise aus.

[24:29] In dieser letzten Zeit wird es darauf ankommen, dass es Menschen gibt, die Jesus kennen und von ihm erzählen, mit ihm leben und das weitergeben. Die Verständigen kennen wir schon aus Daniel 11, in Vers 33 heißt es: Und die Verständigen im Volk werden die vielen unterweisen. Sie werden aber eine Zeit lang dem Schwert, dem Feuer, der Gefangenschaft und der Plünderung unterliegen. Das Mittelalter hat versucht, diese gläubigen Menschen, die das Wort Gottes kannten und predigten, zu unterdrücken. Aber ganz am Ende wird es sie immer noch geben. Die Übrigen, diejenigen, die seit Jahrhunderten verfolgt worden waren, werden auch am Ende unter dieser großen Krise, der größten Drangsal, die es je gab, werden sie da sein. Sie werden leuchten in der ganzen Welt.

[25:15] Man denkt fast unwillkürlich an Offenbarung 18, Vers 1, wo es heißt, dass die Erde erleuchtet wurde mit der Herrlichkeit, die dort dieser vierte Engel hat, der noch einmal die dritte Engel und die drei Engelsbotschaft mit Kraft verstärkt. Man denkt an Matthäus 13, Vers 43, wo Jesus sagt, dass die Gerechten leuchten werden im Reich Gottes. Sprüche 4, Vers 18 sagt, dass der Pfad der Gerechten immer heller wird. Und wenn sie die vielen zur Gerechtigkeit weisen, dann erfüllen sie letztendlich eine Aufgabe, die schon Johannes dem Täufer gegeben worden ist. Und das ist auch in Bezug auf die Typologie sehr interessant.

[25:54] In Lukas 1, Vers 16 und 17 heißt es von Johannes dem Täufer: Und viele von den Kindern Israels wird er zu dem Herrn, ihrem Gott, zurückführen. Und er wird vor ihm hergehen im Geist und in der Kraft Elias, um die Herzen der Väter umzuwenden und zu den Kindern und die Ungehorsamen zur Gesinnung der Gerechten, zur Gerechtigkeit, um dem Herrn ein zugerüstetes Volk zu bereiten. So wie Elia wirkte in seiner Zeit, so wie Johannes wirkte, um die Menschen vorzubereiten auf das erste Kommen Jesu, indem er so predigte und so lebte, dass Menschen zur Gerechtigkeit gewiesen wurden, so sollen am Ende die Übrigen des Volkes Gottes, die Verständigen, die das Wort Gottes, die Prophetie, Daniel, verstehen, sollen sie im Geiste Elias und im Geiste von Johannes dem Täufer die Menschen zur Gerechtigkeit zu Jesus bringen. Sie sind dann sozusagen der dritte Elia, von dem man auch an anderer Stelle bei Jesus erfahren kann.

[26:54] Mit diesem triumphalen Ausblick endet eigentlich diese letzte große prophetische Schau des Buches Daniel. Ab hier beginnt jetzt der Epilog.

[27:06] In Vers 4 heißt es: Du aber, Daniel, verschließe diese Worte und versiegle das Buch bis zur Zeit des Endes. Viele werden daran forschen und die Erkenntnis wird zunehmen. Wir wissen schon aus Daniel 8, Vers 26, dass etwas versiegelt oder verwahrt werden sollte. Dort hieß es: Was aber über das Gesicht von den Abenden und Morgen gesagt worden ist, das ist wahr. Und du solltest das Gesicht, Chasson, das ist eigentlich die ganze Daniel 8 Vision, verwahren, denn es bezieht sich auf fernliegende Tage. Daniel 9 brachte weitere Erläuterungen. Daniel 10, 11 und 12 bringen jetzt noch mehr Erläuterungen zu dieser Vision, die im Ganzen erst am Ende der Tage, zur Zeit des Endes, verstanden werden kann.

[27:57] Nun wissen wir in Offenbarung 10, Vers 1, dass das Buch Daniel dann entsiegelt worden ist und dass dadurch die Geschichte der Adventbewegung entstand. Wann ist diese Zeit des Endes? Es gibt übrigens nur in Daniel 12 die Möglichkeit, die Zeit des Endes zu berechnen. Kein anderes Kapitel. Und in Daniel 11 haben wir schon von der Zeit des Endes gehört, in Vers 35: Auch von den Verständigen werden etliche unterliegen, damit unter ihnen eine Läuterung geschehe, eine Sichtung und Reinigung bis zur Zeit des Endes, denn es wäre bis zur bestimmten Zeit. Vorher geht es in Vers 32 bis 35 um die Verfolgung durch das Papsttum im Mittelalter. Die würde bis zur Zeit des Endes gehen, zur bestimmten Zeit.

[28:46] In Daniel 11, Vers 40 finden wir die Zeit wieder. Mit der Zeit des Endes wird der König des Südens mit ihm zusammenstoßen, aber dann kommen noch 41, 42, 43, 44, 45, Daniel 12, 1, 2, 3. Das heißt, die Zeit des Endes ist nicht das absolute Ende, sondern mit der Zeit des Endes ist der letzte Zeitabschnitt gemeint. Und erst wenn dieser beginnt, würde das Buch Daniel entsiegelt werden. Diese Bestimmung ist allerdings nur durch Daniel 12 möglich und das werden wir jetzt gleich sehen.

[29:17] In Vers Daniel 11, Vers 33 haben wir gesehen, dass die Verständigen die vielen unterweisen. Jetzt sind es die vielen selbst in Daniel 12, Vers 4, die das Buch Daniel durchforschen. Jesus selbst hatte in Matthäus 24, Vers 15 zum Studium der Prophetie im Buch Daniel explizit aufgefordert und die Erkenntnis würde zunehmen.

[29:41] Vers 5: Und ich, Daniel, schaute und siehe, da standen zwei andere da. Der eine an diesem Ufer des Flusses, der andere am jenseitigen Ufer des Flusses. Das haben wir schon mal erlebt. Wir wissen, dass in Daniel 8 er ebenfalls ein Gespräch von zwei Personen wahrnahm, dass er ein Gespräch hörte. Damals ging es um die 2300 Abende und Morgen.

[30:09] Vers 6: Und einer sprach zu dem in Leinen gekleideten Mann, der oberhalb des Wassers des Flusses stand: Wie lange wird es dauern, bis diese unerhörten Zustände zu Ende sind? Damals, in Daniel 8, Vers 13, wurde die Frage gestellt: Wie lange? Ich hörte einen Heiligen reden und ein anderer Heiliger fragte den Betreffenden, der redete: Wie lange gilt dieses Gesicht, nämlich das von dem Beständigen und dem verheerenden Frevel, das sowohl Heiligtum als auch Opferdienst der Zertrittung preisgegeben wird. Und als Antwort kommen die 2300 Abende und Morgen. Hier wird wieder eine Frage gestellt: Wie lange dauert diese Vision? Und so wie in Daniel 8 bezieht sich das nicht auf etwas Fernes ganz am Ende, kurz vor der Wiederkunft, sondern auf das, was man bereits gesehen hat. Und was hat man gesehen? Wo waren diese unerhörten Zustände? Wir werden gleich sehen, sie beziehen sich auf Daniel 11, Vers 32 bis 35, die bis zur Zeit des Endes wären sollen.

[31:01] Die Antwort kommt jetzt von Jesus selbst. Vers 7: Und da hörte ich den in Leinen gekleideten Mann, der oberhalb der Wasser des Flusses war, wie er seine Rechte und seine Linke zum Himmel erhob und bei dem schwor, der ewig lebt: Eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit. Und wenn die Zerschmetterung der Kraft des heiligen Volkes vollendet ist, so wird das alles zu Ende gehen.

[31:29] Hier finden wir Jesus wieder. Wir sind am Anfang dieses Komplexes, in Daniel 10 am Anfang. Wir waren am Anfang, in Daniel 11, Vers 22, als den gekreuzigten Fürsten des Bundes. Und jetzt wieder hier. Jesus schwörte, er schwörte Abraham, dass er den Erlösungsplan tatsächlich umsetzen würde in der Nachkommenschaft von Abraham. Und es geht jetzt also um das Volk, um die wahre Nachkommen Abrahams, für die ja Jesus seinen Schwur in Daniel, in 1. Mose 22 gegeben hat.

[32:08] Für diese Szene gibt es eine ganz, ganz enge Parallele in Offenbarung 10, Vers 5 bis 7. Und wo man sehr deutlich sieht, dass Offenbarung 10 direkt an Daniel 12 anknüpft, wird eigentlich Offenbarung 10 eine Weiterführung von Daniel 12. Und deswegen geht es nicht an, dass man Daniel 12 in die Zukunft verlegen will, weil Offenbarung 10 dann auch in die Zukunft gehören müsste.

[32:34] In Nebukadnezar 6 lesen wir, dass der Schwur Jesu bedeutet, dass er die Unabänderlichkeit seiner Verheißung bestätigen möchte. Und hier geht es jetzt um die Frage: Wie lange wird das Volk Gottes so außergewöhnlich bedrängt? Die Antwort ist: Eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit. Und diese Phrase kennen wir aus Daniel 7, Vers 25, denn dort ging es um die Verfolgung der wahren Gläubigen in der Zeit des kleinen Hornes von 538 bis 1798.

[33:07] Und genau das ist nämlich die Zerschmetterung des heiligen Volkes, wie wir sie auch in Daniel 11, Vers 32 bis 35 ganz deutlich finden, die bis zur Zeit des Endes geht. Daniel 12, Vers 7 spricht also von diesem Abschnitt in Daniel 11, Vers 32 bis 35, von demselben Abschnitt wie Daniel 7, Vers 25. Daniel 12, Vers 7 zeigt uns, wann die Zeit des Endes, nämlich 1798, ist. Die einzige Stelle, mit der man die allgemein bekannte These, dass die Zeit des Endes 1798 begann, aus der Bibel begründen kann. Deswegen sollten wir auch bei dieser biblischen Interpretation, dieser Zeitbevorzeiung bleiben. Ansonsten verlieren wir sehr viel Grundsätzliches in unserer historizistischen Auslegung.

[33:56] Vers 8: Das hörte ich, verstand es aber nicht. Darum fragte ich mein Herr: Was wird das Ende von diesen Dingen sein? Daniel versteht es nicht. Wir kennen jetzt schon die Antwort. Wir wissen, 1798 wird das Buch Daniel entsiegelt werden. Dann ist diese große Zerschmetterung des Volkes erst einmal vorbei. Aber Daniel versteht es nicht. Und deswegen bekommt er die gleiche Antwort nochmal jetzt mit einem anderen Rechenweg präsentiert.

[34:24] Vers 9: Er sprach: Geh hin, Daniel, denn diese Worte sollen verschlossen und versiegelt bleiben bis zur Zeit des Endes. Daniel wird nicht mehr alles vollständig verstehen können. Er hat schon so viel im Laufe von Daniel 8 bis 11 verstanden. Trotzdem bleibt einiges für ihn unklar.

[34:46] Vers 10: Viele sollen gesichtet, gereinigt und geläutert werden. Und die Gottlosen werden gottlos bleiben und kein Gottloser wird es verstehen. Aber die Verständigen werden es verstehen. Die Verständigen, das sind die, die wir aus Vers 3 kennen. Es wird Menschen geben, die das Buch Daniel begreifen werden und deswegen leuchten werden. Und viele Menschen zur Gerechtigkeit führen. Sie denken automatisch an diejenigen in Offenbarung 10, die das entsiegelte Buch Daniel 1798 und danach von Jesus bekommen, es essen, eine Enttäuschung erleben und dann die Dreiverengelsbotschaft in die ganze Welt bringen.

[35:22] Vers 11: Und von der Zeit an, da das Beständige beseitigt und der Gräuel der Verwüstung aufgestellt wird, sind es 1290 Tage. Noch einmal bekommt man die Möglichkeit, dieses Datum 1798 zu begreifen. Und wieder greift man zurück auf etwas, was in Daniel 11 schon beschrieben worden ist, nämlich in Vers 31 die Abschaffung des Täglichen und des Beständigen und der Gräuel der Verwüstung, der aufgestellt wird. Von da an sollen es 1290 Tage, also 1290 Jahre nach Ezekiel 4, Vers 6 sein, bis zur Zeit des Endes. Wenn die Zeit des Endes 1798 endet, dann beginnt dieser Abschnitt, der 1290 Tage oder 1290 Jahre 508.

[36:10] Was genau ist dort passiert? Nun, meistens hört man, und das ist nicht völlig falsch oder nicht verkehrt, das zu sagen, dass dort die Taufe von Chlodwig stattgefunden hat. Das Problem hier ist, dass es historisch nicht ganz deutlich ist. Die gegenwärtige Quellenlage ist äußerst umstritten. Es gibt Historiker, die tatsächlich eine Taufe von Chlodwig im Jahre 508 annehmen. Allerdings ist das nicht gesichert und auch nicht allgemein von allen Historikern anerkannt.

[36:42] Es gibt aber trotzdem eine ganze Reihe von Dingen, die zeigen, dass das Jahr 508 für die Franken unter Chlodwig ein entscheidendes Datum war, um ab dann ein Partner, ein kräftiger Partner des Papsttums zu sein, der erste Partner, den das Papsttum überhaupt gehabt hat. Im Jahre 508, und ich beziehe mich hier auf einige Ausführungen von Heinz Scheidegger, gab es dann die finale Besiegung der Westgoten, die Etablierung von Paris als Hauptstadt der Franken, die Akzeptanz von Chlodwig als König durch den oströmischen Kaiser Anastasius, die Besetzung von Tolosa und so weiter. Und 508 erscheint also auf der politischen Ebene als ein markantes Datum. Ab dann waren die Franken als erstes Königreich mit dem Papsttum verbunden und begannen, wie manch einer gesagt hat, als Steigbügelhalter des Papsttums, dessen Macht zu fördern.

[37:34] Von dort an sind es also 1290 Tage, Jahre bis 1798. Aber jetzt kommt einer der großartigsten Verse des ganzen Buches Daniels.

[37:43] Wohl dem, der ausharrt und 1335 Tage erreicht. Wohl dem ist ein Segenswunsch. Wir kennen das aus Psalm 1, Vers 1 und aus vielen anderen Psalmen und auch Sprüchen. Ein Segenswunsch, ein Segen für alle, die ausharren, die warten. Und zwar 45 Tage, das heißt 45 Jahre länger. Nicht nur 1290, sondern 1335. Noch 45 Jahre länger nach 1798. Das heißt, die mit der Entsiegelung des Buches Daniels noch 45 Jahre warten, auf etwas warten. Und das bringt uns in das Jahr 1843.

[38:27] Das Buch Daniel sagt voraus, ganz am Ende, dass es eine Gruppe geben wird, die, wenn das Buch Daniel entsiegelt wird, in der Zeit des Endes ab 1798, die zu den Verständigen gehören werden, die nämlich die Übrigen von denen sind, die über Jahrhunderte hinweg vom Papsttum verfolgt worden sind. Und dass diese Verständigen das Buch Daniel nehmen werden, so wie es auf Mark 10 beschrieben wird, dass sie es essen werden, dass sie es studieren und begreifen wollen und dass sie dann auf das Jahr 1843 warten.

[39:01] Und die Geschichte lehrt uns, es gab eine Gruppe, die auf das Datum 1843 wartete, weil sie Daniel studiert hatten. Und das ist die berühmte Adventbewegung, die Adventisten, die auf die Wiederkunft Jesu warteten, die ausharrten und die unter William Miller auf das Jahr 1843 warteten. Ich habe mal vor etlichen Jahren so gut wie alles gelesen, was in dieser Zeit entstanden ist. Und immer, in allen Briefen, in allen Zeitungsartikeln, Büchern, ging es um das Jahr 1843 bis ins Frühjahr 1844 hinein. Erst dann hat man den Rechenfehler entdeckt und hat gesehen, dass es in das Jahr 1844 reichen müsste, was Daniel 8, Vers 14 uns sagt.

[39:47] Manchmal hat es über diesen Punkt Verwirrung gegeben. Daniel 8, Vers 14 sagt ganz deutlich und ohne jeden Zweifel, dass 1844 das Gericht beginnt, die Reinigung des Heiligtums. Aber in Daniel 12 finden wir die Frage beantwortet: Wer ist das Volk, das diese Botschaft in die Welt trägt? Und es ist das Volk, das das Buch Daniel studiert und auf 1843 wartet. Und das waren die Adventisten, auch wenn 1843 gar nichts passiert ist, außer der Segen, den sie empfangen haben vom Studium des Wortes. Es gibt kein anderes Ereignis, das hiermit verbunden ist.

[40:24] Aber diejenigen, die Daniel studierten, waren gesegnet und haben durch diese beiden Enttäuschungen, erst 1844 im Frühjahr und dann vor allem die große Enttäuschung vom 22. Oktober 1844, die in Offenbarung 10 beschrieben wird, gelernt und sind dadurch durch das weitere Studium der Bibel in die Lage versetzt worden, die dreifache Engelsbotschaft zu predigen. Und wir gehören heute zu dieser Gruppe. Wir haben das Buch Daniel studiert und stellen am Ende fest, dass es nicht nur Offenbarung 10, sondern das Buch Daniel selbst unsere Adventbewegung uns ganz eindeutig präsentiert.

[41:01] Die Warnung in Offenbarung und Daniel 12 besteht darin, zu verstehen, dass es ein Endzeitvolk gibt, das eingeschrieben ist in das Buch des Lebens. Und dass, wenn wir dort in dieser letzten Zeit, in der großen Trübsalzeit als die Verständigen leuchten wollen, dann müssen wir Jesus, der für uns eintritt im himmlischen Heiligtum, jetzt zu unserem allerbesten Freund machen.

[41:32] Vers 13: Du aber geh hin, bis das Ende kommt. Du darfst nun ruhen und wirst einst auferstehen zu deinem Erbteil am Ende der Tage. Daniel starb, ohne alles begriffen zu haben. Aber dieses Buch Daniel endet mit dieser persönlichen Note, nachdem Daniel all diese Weltreiche und diese großen Zusammenhänge gesehen hat, spricht Gott persönlich zu ihm und sagt: Du, Daniel, du darfst vertrauen, auch wenn du jetzt stirbst, wirst du auferstehen und wirst ein Erbteil haben an jenem Reich Gottes, das du in Daniel 2 gesehen hast, das die ganze Erde erfüllt. Du wirst auch regiert werden von dem ewigen König, dem Sohn des Menschen, den du in Daniel 7 gesehen hast, weil er als Hohepriester im himmlischen Heiligtum auch deinen Fall vertreten hat, weil im Gericht, das du in Daniel 7 und 8 gesehen hast, er für dich eingetreten ist, weil eben dieser König für dich, Daniel, gestorben ist, so wie du es in Daniel 9 gesehen hast und weil diese Botschaft, dieser gegenwärtigen Wahrheit, dieser gewaltigen Erlösung von einem Volk bis ans Ende geglaubt und gepredigt worden ist, ein Volk, das ganz am Ende durch das Studium seiner Schriften als Adventbewegung das Volk Gottes ist, das das ewige Evangelium in die ganze Welt trägt.

[42:53] Lieber Freund, liebe Freundin, möchtest du Teil dieser Bewegung sein, eine Erfüllung von Daniel 12, damit Jesus bald wiederkommen kann, eine Erfüllung dieser gewaltigen Vision, möchtest du Teil sein des Volkes, zu dem auch Daniel gehörte, möchtest du dich von diesem Michael vertreten lassen im himmlischen Heiligtum, möchtest du auf ihn warten und mit ihm leben, sodass dein Name im Buch geschrieben steht, möchtest du einer von diesen Verständigen sein, die leuchten wie die Sterne am Himmel, weil sie andere Menschen zu Jesus führen? Gott segne dich in deinen Entscheidungen. Bleibe weiter ein Student vom Buch Daniel. Und wenn wir uns ab der nächsten Woche mit einem neuen Thema, einem sehr interessanten Thema beschäftigen werden, lass das Buch Daniel nicht in der Ecke. Lies es immer wieder, studiere es, teile es mit anderen. Und du wirst einen Segen haben, den Gott in seinem Wort verheißen hat. Gott segne dich, bis zur nächsten Woche. Amen.


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