[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Ein herzliches Willkommen gilt auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries zur dritten Folge unserer Spezialserie über das Buch Daniel. Was für ein interessantes, spannendes Buch. Es gibt dort so viele Geschichten und Prophezeiungen, die uns sowohl unseren persönlichen Glauben stärken, als auch in die Weltgeschichte und die Endzeit mitnehmen. Und in der heutigen Folge haben wir beides zusammen: eine Geschichte mit Endzeitprophezeiung kombiniert.
[0:53] Daniel Kapitel 2 ist vielleicht das bekannteste, mit Sicherheit das berühmteste Kapitel aus dem Buch Daniel. Und das hängt auch damit zusammen, dass über Jahrhunderte hinweg viele tausende Menschen durch dieses Kapitel zum ersten Mal mit der Idee in Kontakt gekommen sind, dass Gottes Wort wirklich verlässlich ist und dass der Gott des Himmels zu ihnen persönlich spricht. Wir wollen uns heute dieses so gut bekannte Kapitel neu anschauen, und auch wenn das vielleicht für den einen oder anderen zum Teil gut bekannt ist, werden wir sehen, dass Gottes Geist uns auch neue Aspekte, neues Licht zeigen kann auf altbekannte Fakten, damit wir ihn noch besser kennenlernen. Wir wollen uns unter dem Titel "Vom Rätsel zur Offenbarung" vorbereiten auf das Bibelgespräch am 18. Januar.
[1:52] Und bevor wir jetzt mit dem Studium beginnen, möchten wir Gott einladen, unsere Gedanken mit seinem Geist zu erfüllen und in die richtige Richtung zu lenken. Lieber Vater im Himmel, danke, dass du gegenwärtig bist. Danke, dass du durch deinen Heiligen Geist jetzt gerne zu uns sprechen möchtest. Und danke, dass du uns das Kapitel Daniel 2 gegeben hast. Wie viele Menschen haben dich dadurch zum ersten Mal kennengelernt? Und jeder von uns, egal ob wir ganz frisch im Glauben sind oder seit vielen Jahren dich und dein Werk kennen, jeder von uns kann so viel lernen aus diesem kostbaren Kapitel. Wir möchten dich bitten, dass du uns Freude schenkst im Studium, aber vor allem, dass wir dich noch besser kennenlernen, dass unser Glaube gefestigt wird, dass er gestärkt wird, dass wir wissen dürfen, dass du einen Plan für unser Leben hast. Dafür danken wir dir im Namen Jesu, der für uns jetzt eintritt. Amen.
[2:45] In Daniel Kapitel 2 wollen wir direkt vorne beginnen und wir lesen Vers 1. "Und im zweiten Jahr der Regierung Nebukadnezzars hatte Nebukadnezzar Träume, sodass sein Geist sich beunruhigte und er nicht mehr schlafen kann." Wir kennen den Nebukadnezzar schon aus Kapitel 1. Es handelt sich um Nabu-Kuduri-Uzur, den Zweiten, den babylonischen Großkönig, der im Jahr 605 am 7. September den Thron bestieg, als sein Vater wenige Wochen vorher gestorben ist. Nabu-Polassar, der das babylonische Reich wieder zu neuer Blüte gebracht hatte im Kampf gegen die Assyrer. Das erste volle Jahr von Nebukadnezzar begann allerdings dann erst im Jahre 604, denn die Babylonier rechneten die Jahre ihrer Könige immer nach dem Neujahr, dem Akitu-Fest. Und das war am 25. März 604. Da begann das erste volle Jahr. Demzufolge war das zweite Jahr des Nebukadnezzar vom Akitu-Fest 603 bis zum Akitu-Fest 602. Das heißt vom 15. März 603 bis zum 1. oder 2. April. Da ist man sich unsicher. Das hängt auch mit den Mondbeobachtungsgegebenheiten zusammen. Also Anfang April 602. Innerhalb dieses Zeitraumes vom Frühjahr 603 bis zum Frühjahr 602 hat sich ereignet, was hier jetzt aufgeschrieben ist. Und das passt dann doch ganz gut zusammen mit der Tatsache, dass in Daniel 1-5 von einer dreijährigen Ausbildung gesprochen wird, wenn man diese ab dem Herbst 605 ansetzt und dabei bedenkt, dass im hebräischen Denken auch ein angebrochenes Jahr als volles Jahr zählt. Also hat man das angebrochene Jahr 605, das Jahr 604 und dann wäre schon ein Teil von 603 ausreichend, um von drei Jahren Ausbildung zu sprechen.
[4:54] Ellen White betont, dass die Ereignisse von Daniel 2 nach der Aufnahme von Daniel und seinen Freunden in den Dienst des Königs stattgefunden haben. Das Zitat dazu, wie auch einige andere, findet ihr wie immer im Sendemanuskript. Vers 2: "Da befahl der König, man solle die Traumdeuter und die Wahrsager, die Zauberer und die Chaldäer zusammenrufen, damit sie dem König seine Träume verkündeten. So kamen sie und traten vor den König." Manchmal schläft man schlecht, aber Nebukadnezzar wusste, dieser Traum war besonders. Er hatte all diese Experten, die in der Vorzeichenkunde, der sogenannten Omenkunde, in Babylon sehr bewandert waren. Das war eine regelrechte Wissenschaft. Es gibt noch heute unzählige Texte, die uns genau beschreiben, wie bestimmte Zeichen und Vorzeichen zu deuten sind. Man hat zum Beispiel Tierleber untersucht, man hat aus bestimmten Ereignissen in der natürlichen Welt auf die Zukunft geschlossen und daran wesentliche Entscheidungen festgemacht. Soll man einen Krieg anfangen oder nicht? Soll man eine Stadt gründen oder bauen? Soll man einen Tempel reparieren? Soll man eine Heirat vornehmen? All das wurde an solchen Vorzeichen festgemacht und dazu gab es eine ganze Reihe von Experten, die sich damit auskannten.
[6:07] Die Chaldäer, die hier erwähnt werden, waren ganz besonders. Die kommen nämlich in der Bibel häufiger vor. Ein Stamm in Südbabylon, der in dieser Zeit quasi die Elite des Landes bildete. Möglicherweise waren sie aramäischen Ursprungs, das ist nicht völlig geklärt. Aber auch die griechischen Historiker haben, wenn sie von dem spätbabylonischen Reich sprechen, immer von den Chaldäern, den Chaldäern gesprochen. Und auch Nebukadnezzar und sein Vater selbst Chaldäer waren, es ist nicht ganz klar. Da gibt es nur den mittlerweile klar erbrachten Beweis, dass er wohl aus Uruk abstammte. Aber diese Chaldäer waren ganz berühmt auch für ihre Astrologie, die dann über die Chaldäer und die Hellenisten dann auch in das Abendland gekommen sind. Und so finden wir sie hier als eine der Gruppen, die hier besonders vom König gefördert worden sind, oder das heißt, die besonders qualifiziert waren, scheinbar diese Frage zu beantworten.
[7:15] Vers 3: "Da sprach der König aus zu ihnen: Ich habe einen Traum gehabt und mein Geist ist beunruhigt, bis ich den Traum verstehe." Er möchte gerne, und halten wir das fest, er möchte den Traum verstehen. Es geht ihm um ein Verständnis. Und Ellen White sagt uns, er war zwar tief beeindruckt, konnte sich aber an die Details nicht erinnern. Das ist immer so eine Frage: Hat er sie nur getestet oder wusste es wirklich nicht mehr? Ellen White sagt uns, er konnte sich nicht mehr erinnern.
[7:41] Vers 4: "Hierauf gaben die Chaldäer dem König auf Aramäisch zur Antwort: O König, mögest du ewig leben, erzähle deinen Knechten den Traum, so wollen wir die Deutung verkünden." Wer schon im letzten Quartal, in den letzten Monaten hier die CSA mitverfolgt hat, der weiß, in unserem Studium von Esra sind wir darauf eingegangen: Aramäisch war die Handelssprache des Alten Orients, dann bei den Persern auch die offizielle Amtssprache. Und so finden wir dann ja auch im Buch Esra einige aramäische Abschnitte. Hier beginnt ebenfalls ein aramäischer Abschnitt bis Kapitel 7. Am Ende von Kapitel 7 ist alles hier in Daniel, also fast die Hälfte des Buches in Aramäisch und nicht in Hebräisch formuliert. In der Zeit war Aramäisch tatsächlich sehr stark in Babylon gegenwärtig. Man spricht bei dem sogenannten Spät-Babylonischen von einer Mischsprache zwischen Babylonisch und Aramäisch. Das sieht man zwar in den Königsschriften nicht so stark, die sind noch mehr so von der Literatursprache, der arkadischen, dem jungen Babylonisch geprägt, aber im Alltag war das Aramäische bereits sehr, sehr stark. Es ist also kein Zufall, dass hier auch Aramäisch jetzt gesprochen wird und nicht mehr Babylonisch an dieser Stelle.
[8:52] Verse 5 und 6: "Der König antwortet den Chaldäern: Mein Entschluss steht unwiderruflich fest: Wenn ihr mir nicht den Traum samt seiner Deutung verkündet, so solltet ihr in Stücke zerhauen und eure Häuser zu Misthaufen gemacht werden. Wenn ihr mir aber den Traum und seine Deutung verkündet, so solltet ihr von mir Geschenke und Gaben und große Ehre empfangen. Darum sagt mir den Traum und seine Deutung." Die Geschichte ist ja hier schnell erzählt. Der König träumt, kann sich nicht erinnern und fragt jetzt seine Experten, ob sie ihm den Traum sagen können und dann deuten können. Und die Experten, die wollen den Traum hören, damit sie etwas haben, auf das sie ihre Interpretation basieren können. Und Nebukadnezar beginnt in diesem Gespräch zu realisieren, dass er etwas Grundsätzliches immer vorausgesetzt hat, nämlich, dass diese Omenkundler, diese Wahrsager und Chaldäer über übernatürliches Wissen verfügen, das sie dann interpretieren. Und so ergibt sich plötzlich ganz unversehens die Gelegenheit, das einmal zu testen: Können diese Menschen, die behaupten, durch ihre Künste die Zukunft vorhersagen zu können, können sie auch etwas über die Vergangenheit sagen, was jetzt so aus normalen menschlichen Gegebenheiten eigentlich nicht möglich ist?
[10:14] Und Nebukadnezar besteht darauf. Er folgt einem sehr simplen Prinzip, das jeder von uns, egal ob er gläubig ist oder nicht, sofort verstehen kann. Nämlich, es ist einfacher, etwas über die Vergangenheit zu sagen als über die Zukunft. Selbst wenn übernatürliche Informationen braucht, um zum Beispiel einen Traum, den jemand gehabt hat, noch wiedergeben zu können, dann ist es immer noch einfacher, das zu tun, weil der ist ja schon geschehen, das liegt in der Vergangenheit. Das ist schon real passiert, als das zu wissen, was in der Zukunft liegt. Mit anderen Worten: Vertraue niemandem bezüglich der Zukunft, wenn er nicht auch etwas über die Vergangenheit sagen kann. Und das ist ein grundlegendes Prinzip, das ich nur jedem empfehlen kann, auch in Bezug hier dann auf die Bibel anzuwenden. Da werden wir gleich sehen, dass das ganze Kapitel Daniel im Grunde genommen die Antwort auf dieses Prinzip ist.
[11:15] Vers 7: "Da antworteten sie zum zweiten Mal und sprachen: Der König möge seinen Knechten den Traum erzählen, so wollen wir die Deutung verkünden." Also sie versuchen es mit demselben Gedanken gleich nochmal, es ist eine fast wörtliche Wiederholung von Vers 4. Und dann Vers 8: "Der König antwortete und sprach: Ich weiß nun sicher, dass ihr Zeit gewinnen wollt, weil ihr seht, dass mein Entschluss unwiderruflich feststeht." Der König realisiert, dass hier ein Problem mit den Leuten ist, denen er so uneingeschränkt bisher vertraut hat. Er versteht jetzt, dass sie eigentlich seine Frage nicht beantworten können, wohl.
[11:52] Vers 9: "Wenn ihr mir den Traum nicht mitteilt, so bleibt für euch nur ein Urteil, denn ihr habt euch vorgenommen, lügenhafte und trügerische Worte von mir zu reden, bis sich die Zeiten ändern. Darum sagt mir den Traum, damit ich weiß, dass ihr mir auch die Deutung verkünden könnt." Und was wir hier sehen ist, dass Nebukadnezar belastbare Fakten, stichhaltige Beweise möchte. Er sagt ganz deutlich: "damit ich weiß, dass ihr auch die Deutung verkünden könnt." Nebukadnezar hat begriffen, dass für eine Deutung, eine Interpretation erst einmal Sachinformationen notwendig sind, Fakten, etwas, was man testen kann. Egal was wir glauben, welcher Weltanschauung wir angehören, wir sollten diese simple Frage stellen: Gibt es logische Beweise, etwas, was man testen kann, etwas, worauf man zurückgreifen kann und sagen kann: Ja, das ist tatsächlich schieb- und stichfest, bevor ich dann bestimmten Interpretationen, bestimmten Annahmen folge.
[13:00] Nebukadnezar war sein Leben lang aufgewachsen in der babylonischen Religion. Sein Name selbst spricht ja von der babylonischen Religion, bedeutet: "Der Gott Nabu, der Gott der Schreiber und der Weisheit, der Gott Nabu möge den König beschützen." Und jetzt sind hier Experten des Königs, des Gottes Nabu und Marduk und wie sie alle hießen und scheinen dieses Problem nicht lösen zu können. Das hat den Nebukadnezar sehr irritiert. Er testet hier seine eigene Religion auf Herz und Nieren. Wie viele Menschen in der Welt laufen einfach nur dem hinterher, was andere ihnen gesagt haben? Ob das Eltern sind oder Gurus, Priester, Lehrer, Freunde. Man ist daran aufgewachsen, man hat das vielleicht von anderen gehört, alle glauben so ähnlich und man hinterfragt die Sache nicht. Aber hier haben wir jemanden, der die Bibel noch gar nicht kennt, der noch nie etwas von den Büchern der Bibel wahrscheinlich gehört hat, der keine Ahnung von dem Plan der Erlösung hat, wie wir ihn kennen, aber der sich die Frage stellt: Ist das wirklich wahr, was ich glaube? Er hat eine Liebe zur Wahrheit. Und die Bibel sagt uns, dass wir diese Liebe zur Wahrheit brauchen, um gerettet werden zu können. Ohne Liebe zur Wahrheit werden wir verloren gehen in der Endzeit, sagt die Bibel sehr deutlich im 2. Thessalonicher, Kapitel 2.
[14:20] Vers 10: "Die Chaldäer antworteten vor dem König und sprachen: Es gibt keinen Menschen auf Erden, der verkünden könnte, was der König befiehlt. Deshalb hat auch nie irgendein großer und mächtiger König so etwas von irgendeinem Traumdeuter, Wahrsager oder Chaldäer verlangt." Halten wir ganz gut fest, was hier jetzt passiert. Sie sagen, das ist menschenunmöglich und deswegen ist es auch noch nie gefragt worden. Wir werden darauf im Laufe des Kapitels noch einmal zu sprechen kommen. Ihr Glaube ist noch niemals wirklich richtig getestet worden und bei der ersten Gelegenheit, wo plötzlich mal wirklich belastbare Fakten gefordert werden, bricht alles wie ein Kartenhaus zusammen und deswegen kommt es jetzt zu dem Offenbarungseid schlechthin in Vers 11.
[15:06] "Denn die Sache, die der König verlangt, ist schwer. Es gibt auch niemand, der es dem König mitteilen könnte, ausgenommen die Götter, deren Wohnung nicht bei den Menschen ist." Die sagen mit anderen Worten: Was du verlangst, ist so schwer, das können nur die Götter, aber die wohnen ja nicht bei uns. Diese Menschen bekommen Geld dafür, dass sie mit den Göttern in Kontakt treten und die Informationen der Götter dem König weitergeben. Und plötzlich merkt Nebukadnezar, Nabu-Kuduri-Uzur der Zweite, der Großkönig von Babylon, dass alle Entscheidungen, die bisher gefällt hat, seien es in Fragen der Architektur, des Bauens, der Fragen der Kriegsführung, Fragen der Heiratspolitik, alles, was er bisher so den Omenkundlern vorgelegt hatte, den Wahrsagern, nichts von dem basierte wirklich auf realen Fakten, sondern war im Wesentlichen von denen aus dem Ärmel, aus den Fingern gesungen. Und das macht ihn sehr, sehr wütend.
[16:10] Halten wir hier schon fest, dass diese vermeintlichen Götter so anders sind als der Gott des Himmels, von dem es heißt, dass er bei den Menschen wohnen wollte. So lesen wir in 2. Mose 29, Vers 45, 4. Mose 35, Vers 34, immer wieder im Alten Testament: Gott wohnt bei den Menschen im Heiligtum. Das geht so weit dann, dass in Johannes 1, Vers 14 gesagt wird, dass Gott Mensch wurde, das Wort wurde Fleisch. Und wir lesen in Johannes 1 und dort Vers 14: "Und wir sahen das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns. Und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als das Eingeborene vom Vater, voller Gnade und Wahrheit." Jesus ist Gott, der bei uns wohnt. Und das werden wir gleich noch sehen, dass in diesem Kapitel der Unterschied zwischen den Göttern der Welt und dem wahren Gott, unter anderem darin bestehend, dass der wahre Gott eben nicht fern ist, sondern nahe ist und uns so nahe wie möglich kommen möchte.
[17:32] Und so hat Nebukadnezar, Nabu-Kuduri-Uzur II., eine Glaubenskrise. Alles, was er bisher gedacht und geglaubt hat, fällt quasi wie ein Kartenhaus zusammen. Es heißt in Vers 12: "Hierauf wurde der König aufgebracht und zerzornigt und er befahl, alle Weisen von Babel umzubringen." Er hat genug von diesen Leuten. Wie oft haben heute Menschen genug von Religion und bezeichnen sich als Atheisten, obwohl sie eigentlich nur von Menschen enttäuscht worden sind. Ich würde behaupten, dass die allermeisten Menschen, die sich heute im säkularen Deutschland als Atheisten bezeichnen, das nicht sind, weil sie ein langes, jahrelanges Studium der Philosophie durchgemacht haben und dann zu dem Schluss gekommen sind: Es gibt keinen Gott. Sondern die meisten sind enttäuscht von Menschen und Institutionen. Und deswegen ist interessant, diese ganze Geschichte von Nebukadnezar II. auch so ein bisschen aus der Perspektive von Nebukadnezar II. zu lesen. Nicht nur ihn zu sehen als den fremden König, der hier irgendwie die Hebräer unterjocht, nein, eigentlich als einen, zu dem Gott sich offenbaren möchte, als einen Suchenden, wie wir noch sehen werden, und einen, der tief enttäuscht ist von den Menschen, denen er so viel Vertrauen entgegengebracht hat.
[19:03] Vers 13: "Und der Befehl ging aus und die Weisen von Babel sollten getötet werden und man suchte auch Daniel samt seinen Gefährten, um sie zu töten." Ein Todesbefehl, nicht der letzte in diesem Buch. Sehr interessant, weil wir natürlich auch sehen können, gerade in den ersten sechs Kapiteln, dass die Geschichten des Buches Daniel uns zeigen, wie wir in der Endzeit leben sollten und auch hier finden wir einige interessante Punkte, die wir jetzt ansprechen wollen. Für Daniel und seine drei Freunde war das eine interessante Sache, oder eine interessante Sache, ein wirklich bemerkenswerter Punkt jetzt, denn sie hatten ja gerade erst ihre Prüfung absolviert, wahrscheinlich einige Monate, vielleicht Wochen vorher. Sie waren relativ frisch im Dienst des Königs. Sie hatten das System Babylon, das universitäre System Babylon jetzt durchlaufen, aber, und das zeigt jetzt sehr deutlich, das System Babylons kann ihnen nicht einmal ihr Leben garantieren. Sie haben als Klassenbeste abgeschlossen und stehen dann doch auf der Todesliste, ohne etwas getan zu haben. Und das macht ganz deutlich, ganz wirklich weit her ist es mit der Weisheit in Babylon dann auch nicht. Warum lässt man alle umbringen? Nur, weil ein paar sich so daneben benehmen oder halt falsche Ideen vorgeben, sich Dinge anmaßen, die sie gar nicht können.
[20:31] Eins ist deutlich: Nur Gott könnte ihnen jetzt noch helfen, denn der Todesbefehl geht aus von dem mächtigsten Mann des ganzen Weltkreises, vom König des Weltreiches Babylon.
[20:45] Fest wird's sein, da erwiderte Daniel dem Arioch, dem obersten Erschafrichter des Königs, der ausgezogen war, um die Weisen zu töten, mit klugen und verständigen Worten. Daniel rebelliert nicht, er schreit nicht an, er protestiert nicht, er ist freundlich und besonnen. Und das ist sehr entscheidend. Hier haben wir einen der wesentlichsten Protagonisten der Endzeitprophetie, des apokalyptischen Denkens. Und wir haben nicht einen wilden Fanatiker, sondern einen höflichen und sehr besonnenen, einsichtigen jungen Mann. Menschen, die sich mit Endzeitprophetie beschäftigen, die Gott beauftragt, Endzeitprophetie in die Welt zu tragen, sollten so wie Daniel klug und verständig sein und nicht irgendwelche wilden, extrem Fanatiker.
[21:56] Vers 15: "Er begann und sprach zu Arioch, dem Bevollmächtigten des Königs: Warum ist dieser strenge Befehl vom König ausgegangen?" Da erklärte Arioch die Sache dem Daniel. Heißt mit anderen Worten: Wenn der Daniel nicht einmal gefragt hätte, dann wäre ihm das nicht einmal erklärt worden. Er wäre einfach umgekommen und hätte nicht einmal gewusst, warum. Auch das zeigt die Schwäche des babylonischen Systems. Der wäre umgekommen, ohne auch nur einen richtigen Prozess bekommen zu haben. Aber Daniel fragt höflich nach. Und indem er höflich nachfragt, gibt es jetzt die Gelegenheit, den Grund, die Ursache für das Problem zu erkennen, und er weiß: Mit Gottes Hilfe lässt sich dieses Problem ja lösen. Statt einfach nur zu rebellieren und zu protestieren, sollten wir nach Gründen fragen, auch in zwischenmenschlichen Konflikten. Die Frage stellen: Warum ist diese Reaktion so heftig? Und dann findet man den Grund und dann kann man mit diesem Grund zu Gott gehen und er kann eingreifen, so wie das hier auch getan hat. Es hätte kein Buch Daniel gegeben, wenn Daniel einfach sich nur gewehrt hätte. Eine höfliche Nachfrage, die den Charakter Jesu widerspiegelt, öffnet hier die Tür.
[23:05] Vers 16: "Daniel aber ging hinein und bat den König, ihm eine Frist zu gewähren, damit er dem König die Deutung verkünden könne." Das ist so bemerkenswert, denn der König hatte ja den Chaldäern noch vorgeworfen in Vers 8: "Ich weiß nun sicher, dass ihr Zeit gewinnen wollt, weil ihr seht, dass mein Entschluss unwiderruflich feststeht." Er wollte den Chaldäern eigentlich nicht mehr Zeit geben, aber dem Daniel gibt er diese Frist. Offensichtlich muss der Daniel schon in diesem Moment vertrauenswürdiger gewesen sein als die anderen Weisen. Der König wird sich erinnert haben, dass nicht vor nicht allzu langer Zeit genau dieser Daniel mit seinen Freunden eine so bemerkenswerte Abschlussprüfung hingelegt hatte.
[23:56] Bei Ellen White lesen wir: "Daniel befasste sich ein Herz, wagte sich vor den König und bat, dass man ihm Zeit lasse, dann wolle er den Traum sagen und deuten." Es war also ein gefährliches Unterfangen. Wir lesen es einfach so: Er ging zum König hinein, aber wahrscheinlich war ihm so zumute, wie Jahrzehnten später Esther, die auch zum König hineingeht und nicht wusste, ob sie dort lebendig herauskommen würde. Daniel konnte hier nicht wissen, ob er diesen Tag noch überstehen würde, als er zum König hineingegangen ist. Aber er bekam die Frist. Gottes Eingreifen sehen wir, auch wenn es hier nicht explizit aufgeschrieben ist, schon lange bevor dann jetzt in den bekannten Versen das Wirken Gottes ganz sichtbar wird.
[24:39] Verse 17 und 18: "Darauf zog sich Daniel in sein Haus zurück und teilte die Sache seinen Gefährten mit: Hanani, Mischael und Asarja, damit sie von dem Gott des Himmels Erbarmen erflehen möchten, wegen dieses Geheimnisses, damit nicht Daniel und seine Gefährten samt den übrigen Weisen von Babel umkämen." Hier sehen wir Daniels Kleingruppe, ob man das Hauskreis oder Caregroup oder Jüngerschaftskreis oder wie die Begriffe heute alle sind, nennt. Hier waren ein paar junge Menschen, die gemeinsam gebetet haben. Hast du Menschen, mit denen du gemeinsam betest? Wir alle sollten mehr beten, alleine beten, aber auch gemeinsam zusammen beten und nach Wegen suchen, das auch in Gruppen regelmäßig tun zu können. Wir sehen hier die Macht des gemeinsamen Gebetes, das übrigens auch ein wesentlicher Faktor gewesen ist in der Mission von Esther. Gott hat verheißen, dass wenn wir ihn anrufen, er uns gerne helfen möchte. Ellen White sagt: "Daniel war ein Mann des Gebetes, schon in seiner Jugend war er ein moralischer Gigant in der Kraft des Allmächtigen."
[25:47] Vers 19: "Hierauf wurde dem Daniel in einem Gesicht bei Nacht das Geheimnis geoffenbart." Der Priester Daniel, den Gott des Himmels. Der Traum wird in Daniel 2 immer wieder ein Geheimnis genannt. Das Wort "Geheimnis" kommt hier häufiger vor in diesem Kapitel als in allen anderen Kapiteln der Bibel und damit ist Daniel 2 auch ein Schlüssel für viele andere Stellen, in denen es um das Geheimnis Gottes geht. Das erste wesentliche Element, das wir hier sehen können, ist: Das Geheimnis bleibt nicht geheim, es wird geoffenbart. Alle anderen Religionen sind ja so Mysterienreligionen im alten Orient gewesen, auch in der alten griechischen, römischen Antike, wo man eingeweiht wird und auch diese Wahrsager und Chaldäer, die waren ja eingeweiht in bestimmte Mysterien, aber hier gibt es ein Geheimnis, das sie nicht kennen, das aber jedem geoffenbart wird, der es gerne wissen möchte.
[26:37] Gott offenbart sein Geheimnis in Psalm 25 und dort, Vers 14, finden wir den bemerkenswerten Satz: "Psalm 25, Vers 14: Das Geheimnis des Herrn ist für die, welche ihn fürchten. Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen. Und seinen Bund lässt er sie erkennen." Wer Gott fürchtet, wer das Böse hasst, wer Gott so sehr liebt, dass er sich fürchtet, ihm wehzutun, der wird das Geheimnis Gottes erkennen und seinen Bund. Wenn es hier also um das Geheimnis Gottes geht, dann spielt irgendwo im Hintergrund auch die Idee des Bundesgottes eine Rolle, auch wenn das hier wörtlich in einem Zweinicht vorkommt, aber halten wir das auch im Hintergrund. Amos 3, Vers 7 sagt, dass Gott nichts tut, es sei denn, dass er seinen Knechten, den Propheten, offenbart und Gott selbst hat gesagt, dass er sich in Träumen und Gesichten den Propheten offenbaren wird.
[27:36] Und Daniel dankt Gott zuallererst. Vers 20: "Daniel begann und sprach: Gepriesen sei der Name Gottes von Ewigkeit zu Ewigkeit, denn sein ist beides: Weisheit und Macht." Gott ist weise und mächtig. Wäre er weise, aber machtlos, dann könnte er uns nicht helfen. Wäre er mächtig, aber hätte keine Weisheit, dann müssten wir in ständiger Angst vor ihm leben, aber er ist gut und stark. Das ist unser Gott. Für dieses Lob hier finden wir viele Vorbilder in den Psalmen, vor allem, wir haben hier einige Verse auch im Sendemanuskript, die könnt ihr euch dann anschauen.
[28:09] Vers 21: "Er führt andere Zeiten und Stunden herbei, er setzt Könige ab und setzt Könige ein, er gibt den Weisen die Weisheit und den Verständigen den Verstand." Wir sehen hier schon einen ersten Hinweis, worum es in diesem Geheimnis geht. Der Kern der Vision sind die Wechselfälle der Geschichte, der Aufstieg und der Niedergang von Königreichen, aber alle Weisheit kommt von Gott. Auch das ist ein Hauptpunkt. Das heißt, Daniel 2 ist nicht nur dazu da, uns den Lauf der Weltgeschichte zu skizzieren, sondern um deutlich zu machen: Alle Weisheit, aller Verstand kommt von Gott und deswegen lässt Gott es zu, dass die sogenannten Weisen von Babylon gegen eine Wand laufen und ihre ganze Unfähigkeit offenbaren müssen, während hier jetzt deutlich wird, dass alles, was wir brauchen fürs Leben, von Gott des Himmels kommt. Weisheit ist entscheidend, auch für die Endzeitprophetie, das sieht man auf dem 13 und 17 ganz deutlich.
[29:13] Interessant ist hier, dass es auch heißt: "Er führt andere Zeiten ein." Die Befehle des Königs, so haben wir in Vers 9 gesehen, sind, und das wusste Nebukadnezar, den sich ändernden Zeiten unterworfen. Deswegen hat er gesagt: "Ihr wollt Zeit gewinnen, bis sich die Zeiten ändern, bis irgendwann mein Befehl vielleicht nicht mehr gilt oder ein anderer König ist." Aber Gott steht über den Zeiten. Er ändert die Zeiten und er gibt Weisheit. Jesus selbst ist die Weisheit in 1. Korinther 1, Vers 30 und so lesen wir in Lukas 21 und dort in Vers 15: "Denn ich will euch Weisheit und Fähigkeit zu reden geben, der alle eure Widersacher nicht werden widersprechen, noch widerstehen können." Alle Weisheit kommt von Jesus und alle Weisheit kommt von Gott und da haben wir wieder mal, wie so oft, eine schöne Gleichsetzung, die deutlich macht: Jesus ist auch Gott.
[30:10] Vers 22: "Er offenbart, was tief und verborgen ist. Er weiß, was in der Finsternis ist und bei ihm wohnt das Licht." Die Bibel sagt sehr deutlich, dass Gott nichts mit der Finsternis zu tun hat. Das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben, dass Gott Licht ist und in ihm gar keine Finsternis ist, so sagt es 1. Johannes 1, Vers 5. Aber obwohl er nichts mit der Finsternis zu tun hat, kennt er sie doch ganz genau. Er weiß, was da ist, obwohl die Finsternis ihm völlig wesensfremd ist. Man kann sich vor ihm nicht verbergen.
[30:47] In 1. Mose 1, Vers 2 sehen wir, dass die Erde wüst war und leer und finster, es lag über der Tiefe, aber der Geist Gottes schwebte über den Wassern. Interessant ist jetzt hier in Vers: Er weiß nicht nur alles, sondern er offenbart auch sein Wissen. Und das Ganze ist natürlich immer auch im Hintergrund der Aufforderung Gottes zu sehen, die wir in Jesaja 41 haben zum Beispiel, dass er die anderen sogenannten Götter herausfordert und sagt: "Sagt doch, was ihr prophezeit habt, verkündet etwas und wir werden sehen, ob es eintrifft." Prophetie ist eines der entscheidenden Tests, mit denen Gott sich selbst offenbart und sagt: Testet mich, testet die sogenannten anderen Götter und ihr werdet sehen, wer der wahre Gott ist. Niemand kann sich, wie gesagt, vor Gott verstecken, er kennt die Finsternis. So sagt es auch Jeremia 23, Vers 24, ein sehr schöner Vers, den wir kurz noch lesen können hier.
[31:53] Jeremia 23 und dort Vers 24: "Oder kann sich jemand so heimlich verbergen, dass ich ihn nicht sehe, spricht der Herr? Erfülle ich nicht den Himmel und die Erde?" Vielleicht können wir, wir können von Gott so sehr weglaufen, dass wir ihn nicht mehr richtig sehen können, aber er sieht uns immer. Er streckt uns seine Hand aus, die wir im Glauben ergreifen können.
[32:15] Vers 23: "Dir, dem Gott meiner Väter, sage ich Lob und Dank, dass du mir Weisheit und Kraft verliehen und mich jetzt wissen lassen hast, was wir von dir beten haben, denn die Sache des Königs hast du uns wissen lassen." Wenn wir Gott nicht danken, dann verfinstert sich unser Herz. Und Daniel wusste, die Erkenntnis reicht nicht aus. Das allererste, was er tut, er rennt nicht zuerst zum König und sagt, was er alles jetzt weiß, um sein Leben zu retten. Das Erste, was er tut, ist, er dankt Gott. Wie oft hat Gott in meinem Leben, wahrscheinlich auch in eurem Leben, uns mit mir Weisheit geschenkt, Dinge erklärt und wie schnell haben wir dann das anderen vielleicht weitergegeben, ohne Gott dafür zu danken, dass er die Quelle aller Weisheit ist. Wir müssen daran denken, Gott für all das zu danken, was er uns schenkt.
[33:05] Interessant ist hier, in Vers 20 haben wir gelesen: Gott hat Macht und Weisheit, aber hier wird jetzt gesagt, dass er Weisheit und Kraft verliehen hat. Er ist stark und gut und er verleiht auch seine Weisheit und seine Kraft denjenigen, die zu ihm beten. Hier sehen wir die Kraft des Gebetes. Warum beten wir? Damit wir von seiner Weisheit und von seiner Kraft etwas abbekommen, was uns hilft im Alltag oder auch in extremen Situationen, wie hier.
[33:44] Vers 24: "Darauf ging Daniel zu Arioch, den der König beauftragt hatte, die Weisen von Babel umzubringen. Er nahm ihn beiseite und sprach zu ihm: Bringe die Weisen von Babel nicht um, führe mich vor den König, so will ich ihm die Deutung verkünden." Daniel ist ein leuchtendes Vorbild in vielen Dingen und hier setzt er sich für die Ungläubigen ein. Auch wir sollten uns für die Rechte derer einsetzen, die nicht glauben oder anders glauben als wir. Jeder hat ein Recht, falsch liegen zu dürfen, und der Staat darf sich eigentlich darin nicht einmischen. Das ist ein großes Thema auch in Offenbarung 13. Wir haben hier nicht die Zeit, das ausführlich zu behandeln, aber halten wir fest: Daniel wirkt auch für diejenigen, die nicht so glauben wie er und auch erstmal keine Anzeichen machen, dass sie seinen Glauben annehmen werden.
[34:34] Vers 25: "Darauf führte Arioch den Daniel rasch vor den König und sprach zu ihm: Ich habe unter den Weggeführten von Juda einen Mann gefunden, der dem König die Deutung verkünden will." Vers 26: "Der König antwortete und sprach zu Daniel, dessen Name Beltsazar war: Bist du imstande, mir den Traum, den ich gehabt habe, und seine Deutung mitzuteilen?" Der König ist immer noch von derselben Frage ganz eingenommen.
[35:00] Und Beltsazar, der Name, der hier ihm ja von den Babyloniern gegeben worden war, der ist, wie wir schon in Daniel 1 gesehen haben, Belet-sha-uzur, die Herren bewahre den König, bezieht sich auf die sogenannte Frau von Marduk, von dem Beel. Aber interessanterweise finden wir im gesamten Danielbuch immer wieder Daniel als Daniel bezeichnet, selbst in Daniel 5, ganz am Ende, da heißt es von dem, dass es Daniel ist, dem man den Namen Beltsazar gegeben hat. Dieser babylonische Name, der setzt sich nicht durch, weil Daniel eben seiner Identität treu bleibt.
[35:39] Vers 27: "Daniel antwortete vor dem König und sprach: Das Geheimnis, nach dem der König fragt, können Weise, Wahrsager, Traumdeuter oder Zeichendeuter dem König nicht verkünden." Damit sagt ihm eigentlich genau dasselbe, was sie selbst gesagt hatten in Vers 10, dass es Menschen unmöglich ist. Aber jetzt kommt der entscheidende Punkt in der Geschichte. Daniel wendet den Blick von den Menschen auf den Gott des Himmels.
[36:07] Er sagt in Vers 28: "Aber es gibt einen Gott im Himmel, der Geheimnisse offenbart, der den König Nebukadnezar wissen lassen, was am Ende der Tage geschehen soll. Mit deinem Haupt und den Gesichten deines Hauptes auf deinem Lager fehlt es nicht so." Die Wahrsager hatten gesagt, das ist Menschen unmöglich, und wir, die Experten, die sogar gutes Geld dafür bekommen, von denen du glaubst, dass sie den Willen der Götter kennen, wir wissen es auch nicht, aber die Götter wissen es. Also wir selbst haben keinen Kontakt zu den Göttern. Und jetzt sagt Daniel: Weißt du, Nebukadnezar, es ist wirklich menschenunmöglich, aber es gibt einen Gott, der das offenbart, weil es ja von ihm kommt. Und wisse, Nebukadnezar, er hat direkt zu dir gesprochen. Du brauchst eigentlich gar keinen Priester, Guru, irgendjemand, der immer dir alles vorkommt. Gott redet selbst zu dir. Er hat zu dir gesprochen.
[36:57] Dieser Gott ist der Gott, von dem Jesus sagt: "Unser Vater, der du bist im Himmel." Der Gott des Himmels. Und es geht um die Zukunft. Dieses Wort "Ende der Tage" meint nicht immer nur die absolute Endzeit im biblisch-prophetischen Sinne, sondern meint oft in der Bibel auch einfach eine spätere Zeit. Wir haben einige Beispiele aus dem Alten Testament dort angeführt, aber natürlich bezieht es sich auch manchmal auf die Endzeit. Daniel 2 ist ja keine Vision oder kein Traum, der nur von der Endzeit spricht, sondern eher die gesamte Zukunft von Nebukadnezars Zeit bis zur Endzeit dann beschreibt.
[37:38] Vers 29: "Dir, oh König, stiegen auf deinem Lager Gedanken darüber auf, was nach diesem geschehen werde. Und da hat dir der, welcher die Geheimnisse offenbart, mitgeteilt, was geschehen wird." Der König hat sich Gedanken gemacht. Was bringt die Zukunft? Er hat sich gefragt: Wird mein Königreich in drei Jahren noch bestehen? Was wird aus meinem Sohn? Wird er mein Nachfolger werden? Er hat sich Fragen gemacht, wie die Kriegszüge nach Westsyrien ins Rattiland ausgehen werden, ob vielleicht Elam mal wieder angreifen wird. Er hat sich die Frage gestellt, wie wir uns auch stellen, wenn wir uns fragen: Werde ich in drei Jahren meine Arbeitsstelle noch haben? Was wird aus der Diagnose? Werden meine Kinder einen Ehepartner finden? Wir haben so viele Fragen an die Zukunft und wie oft liegen wir im Bett und fragen uns: Wie soll das alles werden? Und genau auf diese Frage antwortet Gott.
[38:36] Daniel sagt mit anderen Worten: Der Gott, der zu dir hier spricht, der Gott des Himmels, ist der Gott, der dein Herz kennt. Er weiß genau, was du gedacht hast und was er geantwortet hat, ist die Antwort auf deine Herzenswünsche. Daniel 2 zeigt nicht nur, dass Gott die Geschichte kennt. Daniel 2 zeigt uns, dass Gott das Herz kennt und genau weiß, was uns interessiert, was uns bewegt und er spricht uns an in einer Sprache, die unseren Gedanken, unseren Gedankengängen entspricht. Jesus hat die Frau am Jakobsbrunnen nach Wasser gefragt.
[39:14] Vers 30: "Mir aber ist dieses Geheimnis nicht durch eine Weisheit, die ich vor allen Lebenden voraussetze, offenbart worden, sondern damit dem König die Deutung bekannt gemacht werde und du erfährst, was dein Herz zu wissen wünscht." Es geht nicht um Daniel. Daniel sagt: Ich will gar keine Ehre haben, sondern es geht um Gott, denn er hat dein Herz erforscht. Er weiß, was drin ist und er möchte dir dein Herz, er möchte dein Herz heilen. Sein Wort soll in dein Herz gelangen. Das Ziel des Evangeliums ist nicht die Erhöhung des Boten, sondern die Heilung der Herzen.
[39:54] Vers 31: "Jetzt kommt der Traum. Du, o König, schautest und siehe, ein erhabenes Stammbild. Dieses Bild war gewaltig und sein Glanz außergewöhnlich. Er stand vor dir und sein Anblick war furchterregend." Auch das ist spektakulär, denn Statuen, Stammbilder kannte Nebukadnezzar der Zweite. Sein ganzer Hof, sein Palast, seine ganze Stadt. Überall im Land gab es diese Statuen, meistens als Götterstatuen. Gott sprach in einer Sprache, die Nebukadnezzar versteht. Als die Israeliten in Zelten wohnten, hat Gott zu ihnen durch ein Zelt gesprochen. Als Jesus an einem Berghang saß und Menschen lehrte und dort Fischer ihre Netze einbrachten und Bauern den Samen ausstreuten, hat er durch diese Gleichnisse gesprochen. Gott redet durch die Dinge, die wir sehen und kennen, um uns zu geistlichen Wahrheiten zu führen.
[40:53] Verse 32, 33: "Das Haupt dieses Bildes war aus gediegenem Gold. Seine Brust und seine Arme aus Silber, sein Bauch und seine Lenden aus Erz, seine Oberschenkel aus Eisen, seine Füße teils aus Eisen und teils aus Ton." Es ist allgemein bekannt, diese Metalle nehmen an Wert ab, aber sie nehmen auch an Festigkeit zu.
[41:20] Vers 34: "Du sagst zu: Bis sich ein Stein losriss, ohne Zutun von Menschenhänden und das Bild an seinen Füßen traf, die aus Eisen und Ton waren und sie zermalmte." Von irgendwoher reißt sich dieser Stein los, ohne menschliche Intervention und trifft das Bild an den Füßen. Interessanterweise haben wir ein ganz ähnliches Bild in Psalm 2, könnt ihr im Sendemanuskript nachlesen, in Vers 8 bis 12, wo die Könige der Erde vom Sohn Gottes zerschmettert werden, gewissermaßen auch ein Vorbild hier für dieses Kapitel.
[41:53] Vers 35: "Da wurden Eisen, Ton, Erz, Silber und Gold miteinander zermalmt und sie wurden wie Spreu auf den Sommertennen und der Wind verwehte sie, sodass keine Spur mehr von ihnen zu finden war. Der Stein aber, der das Bild zertrümmert hatte, wurde zu einem großen Berg und erfüllte die ganze Erde." Spreu, die verweht wird vom Wind oder das verweht wird vom Wind, diese Spreu, die finden wir in der Bibel in Psalm 1, Vers 4 und 5. Als Beispiel kommt öfter vor, dieses Bild, aber da wird auch ganz deutlich, dass diese Vision hier, dieser Traum nicht ohne Hintergrund im Alten Testament ist.
[42:23] In Psalm 1, Vers 4 und 5 heißt es: "Nicht so die Gottlosen, sondern sie sind wie Spreu, die der Wind verweht. Darum werden die Gottlosen nicht bestehen im Gericht, noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten." Hier geht es also um das Gericht an den Gottlosen. Dieser Stein, der das Bild trifft, hat zu tun mit dem Gericht und das sollten wir im Hinterkopf bewahren, wenn wir später über Daniel 7 sprechen und Daniel 8, wo er dann dieses Gericht eine ganz prominente Rolle einnimmt.
[42:59] Vers 36: "Ich weiß nicht, wie es euch gegangen wäre, wenn ihr unter diesen Voraussetzungen vor dem König treten sollt, dass, wenn ihr falsch liegt, euer Haus zu Misthaufen gemacht wird. Und das ist nicht mal das größte Problem, sondern ihr selbst euer Leben verliert." Wahrscheinlich hätten wir so etwas gesagt wie: Als wir fertig sind mit der Beschreibung dessen, was wir jetzt dem König präsentieren. Wahrscheinlich hätten wir so etwas gesagt wie: Stimmt das? Trifft es das? Hast du das geträumt? Aber Daniel fragt nicht: Hast du das geträumt?
[43:35] Daniel sagt in Vers 36: "Das ist der Traum. Nun wollen wir vor dem König auch seine Deutung verkünden." Daniel war sich sicher, denn er hatte eine lebendige Beziehung zu Jesus. Er wusste, Gott hat ihm geantwortet und er konnte jetzt dem König sagen: Das ist der Traum. Selbst wenn du dich nicht mehr erinnern solltest, ich weiß, dass du das geträumt hast. Er spricht ja nicht dem Pyrrhus des Majestät von sich, sondern er weiß: Gott ist mit ihm. Er steht hier nicht alleine, sondern der Gott des Himmels, der zu dir, Nebukadnezar, gesprochen hat, der ist mit mir. Er hat auch zu mir gesprochen. Und wenn er zu dir gesprochen hat und zu mir gesprochen hat, dann können wir auch gemeinsam über ihn reden.
[44:11] Vers 37: "Du, König, bist ein König der Könige." Das ist ein ganz offizieller, altorientalischer Titel, der Scharjarani, den man auch bei den Assyrern und auch den Persern später findet, dem der Gott des Himmels das Königtum, die Macht, die Stärke und die Ehre gegeben hat. Obwohl du König der Könige bist, sagt Daniel, kommt doch alle deine Macht vom Gott des Himmels, den wir Hebräer verehren. Deine Macht kommt nicht von deinem Vater Nabopolassar. Sie ist doch nicht vom Himmel gefallen, weil irgendeiner der babylonischen Götter wie Marduk oder so dir Macht gegeben hätte. Nein, die Macht, die du hast. Ja, du bist ein Herrscher über dieses Weltreich, das neubabylonische Weltreich. Aber deine Macht kommt vom Gott des Himmels, von dem du vielleicht denkst, dass er keine Macht hat, denn er hat ja uns in deine Hand gegeben. Aber die Macht, die du hast, die Weisheit, all das kommt von Gott.
[45:13] Vers 38: "Und überall, wo Menschenkinder wohnen und Tiere des Feldes und Vögel des Himmels, hat er sie in deine Hand gegeben und dich zum Herrscher über sie alle gemacht. Du bist das Haupt aus Gold." Hier spürt man den Hintergrund von 1. Mose 1, Verse 26 bis 28. Adam war der erste König, der herrschen sollte über die Fische im Meer, über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde, auch über alles Gewürm, das auf der Erde kriecht, wie 1. Mose 1, Vers 26 sagt. Und dort lesen wir, dass Adam geschaffen war im Bild Gottes. Aber hier finden wir den König Nebukadnezar, der auch seine eine Aufgabe hat, der eigentlich im Bilde Gottes regieren sollte. Das wäre Gottes Ideal. Das werden wir dann auch sehen, Daniel 4 wird diese Idee ja aufgegriffen, der aber jetzt hier erst einmal Teil eines Bildes ist, das zerstört wird durch Gott. Er war das Haupt aus Gold. So heißt es.
[46:15] Er selbst ist natürlich Repräsentant seines Königreiches. Da gibt es keine Unterscheidung bei Daniel. Sehen wir auch in Daniel 7, Verse 17 und 24, dass ein König für das Königreich steht. Ab 605, wie gesagt, war er König. In dem Jahr hatte er ganz Westsyrien, die Levante, erobert nach der Schlacht von Karkemisch, die wir in der letzten Zeshaya studiert haben. Die Babylonier hatten schon vorher einen König gehabt, fast 20 Jahre, aber jetzt waren sie weltreich. Und es ging bis 539. Nach Nebukadnezar kamen noch ein paar, meistens sehr kurz regierende, seinen Sohn Abel-Marduk, Nereglissa, dann der Labashi-Marduk und dann Nabunid, der noch ein paar Jahre regierte und dann aber größtenteils auch seinem Sohn Beltsazar die Regentschaft überließ. Und dann fiel im Oktober 539 Babylon und es wurde Zeit für Vers 39.
[47:04] "Nach der wird ein anderes Reich aufkommen, geringer als du, und ein nachfolgendes drittes Königreich, das Ehene, wird über die ganze Erde herrschen." Wir lesen in Daniel 5, Vers 28, dass auf die Babylonier die Meder und die Perser folgten und das kennen wir in der Geschichte auch sehr gut, das Achämenidenreich, das ungefähr 200 Jahre bis zum Alexanderzug bei der Entscheidungsschlacht bei Gaugamela dann unterging. 331. Von 539, zwei Jahrhunderte lang waren die Meder und die Perser das weltbestimmende Reich. Und darauf folgten dann, wie gesagt, die Griechen unter Alexander, unter der Führung der Makedonen ab 331 mit den nachfolgenden Diadochenreichen des Hellenismus.
[47:49] Und dann kommt Vers 40: "Und ein viertes Königreich wird sein, übrigens für die Griechen haben wir natürlich Daniel 8, Verse 20 und 21 als Beleg, dass sie auf die Perser folgen würden." Vers 40: "Und ein viertes Königreich wird sein, so stark wie Eisen. Ebenso wie Eisen alles zermalmt und zertrümmert und wie Eisen alles zerschmettert, so wird es auch jene alle zermalmen und zerschmettern." Auf die Griechen folgten die Römer, die werden im Alten Testament nicht mit Namen genannt, das liegt vor allem daran, dass es zur Zeit Daniels erst gerade mal damit begonnen wurde, die dörfliche Besiedlung dort auf dem römischen Hügel überhaupt mal in Angriff zu nehmen. Vor dem vierten Jahrhundert gibt es keine gesicherten historischen Daten überhaupt aus Rom. Im Neuen Testament sind aber die Römer dann ganz präsent. Ihr brutaler Charakter bei der imperialen Ausbreitung, auch durch die Steuerlasten, die eingezogen worden sind, sind in den historischen Quellen und auch in der heutigen Geschichtswissenschaft außerordentlich gut belegt. Das passt sehr, sehr gut hier, diese Beschreibung.
[48:41] Der Beginn des römischen Imperiums, da könnte man verschiedene Daten angeben. Klassisch sagt man meistens 168 vor Christus, das war der Sieg über die Makedonen, die ja die Führung bei den Griechen inne hatten. 146 wäre auch interessant, vor Christus, da ist Karthago und Korinth erobert worden, das war so der vorläufige Höhepunkt der Expansion nach Süden und Osten, wie es in Daniel 8, Vers 9 dann beschrieben wird, werden wir vielleicht da noch genauer besprechen. Und dann regierte Rom bis 476 nach Christus, dort ist das römische, weströmische Kaiserreiche weggefallen, das Ostrom bestand ja noch bis ins 15. Jahrhundert. Also Rom hat länger regiert, mehr als ein halbes Jahrtausend, länger als alle drei Reiche zusammen, auch das etwas über diese Festigkeit dieses Eisens. Aber auch mit diesem Eisen war es irgendwann nicht mehr so wie früher.
[49:30] Vers 41 und 42: "Dass du aber die Füße und Zehen teils aus Töpfertun und teils aus Eisen bestehen gesehen hast, bedeutet, dass das Königreich gespalten sein wird, aber es wird etwas von der Festigkeit des Eisens in ihm bleiben. Gerade so, wie du das Eisen mit lebendigem Ton vermengt gesehen hast und wie Zehen seiner Füße teils aus Eisen, teils aus Ton waren, so wird auch das Reich zum Teil stark und zum Teil zerbrechlich sein." Das römische Imperium zerfiel in die einzelnen Nachfolgereiche, für die Details verweisen wir auf die vielen evangelistischen Vorträge, die wir hier auf Joel Media haben. In Daniel 7, Vers 8 werden ja auch diese Staaten, diese Nachfolgereiche erwähnt, die dann zu den europäischen Staaten geworden sind.
[50:09] Allerdings ist auch Ton ein Symbol für das Volk Gottes. Ein Text soll hier genügen, um das zu zeigen. Jesaja 29, Vers 16: "Oh, eure Verkehrtheit! Soll denn der Töpfer dem Ton gleichgeachtet werden, oder das Werk von seinem Meister sagen: Es hat mich nicht gemacht? Oder soll das Geschöpf von seinem Schöpfer sagen: Er versteht es nicht?" Es geht hier im Kontext um Jerusalem, um das Volk Gottes. So finden wir bei der Vermischung von Eisen und Ton auch eine Vermischung von Christentum, dem Volk Gottes, seit Jesus Christus auf der Welt gewesen ist, und dem römischen Reich, das sich erst christianisiert nach Konstantin und dann mit dem kleinen Horn aus Daniel 7 auch eine ganz sichtbare Komponente bekommt als das römische Christentum, die römisch-katholische Kirche. Das Ton und Eisen sind hier also auf diese Verbindung von Kirche und Staat zu beziehen, wie auch Ellen White in dem Zitat sagt, das wir da im Sendemanuskript dann nachlesen können.
[51:19] Vers 43: "Dass du aber Eisen mit Tonerde vermengt gesehen hast, bedeutet, dass sie sich zwar mit Menschensamen vermischen, aber doch nicht aneinanderhaften werden, wie sich ja Eisen mit Ton nicht vermischt." Es gibt manchmal so ein bisschen unter geneigten Prophetiestudenten die Frage: Ist es jetzt das gespaltene Europa oder ist es die Kirche und Staat? Und ich denke, die Antwort liefert Daniel 7, denn in Daniel 7 folgt auf das schreckliche Tier, das werden wir dann noch studieren, sowohl die zehn Hörner, die europäischen Nachfolgereiche, als auch das kleine Horn. Das heißt, hier in Daniel 2 ist das alles noch ein bisschen unklar oder nur skizzenhaft beschrieben. Nachfolgende Kapitel, nachfolgende Prophezeiung werden sehr viel deutlicher.
[51:58] Mit der Verbindung von Kirche und Staat ist ja dann letztendlich, da ja dieses Kapitel bis zur Wiederkunft geht, auch die Entwicklung in Amerika mit eingeschlossen, was aber erst in Offenbarung 13 dann sich entfaltet. Aber dazu dann das Offenbarungsstudium zu empfehlen, das wir hier vor einem Jahr genau zu dieser Zeit auch gehabt haben. Dieses Vermischen jedenfalls deutet auf Versuche hin, diese europäischen Staaten, die ja so stark vom Christentum oder von einem vermeintlichen, von einem römisierten Christentum, einem gefälschten Christentum geprägt waren, zum Teil, diese Staaten würden versuchen, wieder Einheit zu bekommen. Das würde nicht gelingen. Wir könnten hier aus der Geschichte viele Beispiele bringen: Die Heiratspolitik des Mittelalters, Napoleon, Hitler, die Kriege, die Diplomatie des 20. Jahrhunderts. Bis heute bleiben die Nachfolgereiche des Römischen Reiches, insbesondere die europäischen Staaten, eine ungeeinte Gruppe von Reichen. Auch die Diplomatie des 20. Jahrhunderts hat es nicht geschafft.
[53:03] Daniel 2 steht noch heute nach über zweieinhalb Jahrtausenden. Verse 44 und 45: "Aber in den Tagen jener Könige wird der Gott des Himmels sein Königreich aufrichten, das in Ewigkeit nicht untergehen wird. Und sein Reich wird keinem anderen überlassen werden. Es wird alle jene Königreiche zermalmen und ihnen ein Ende machen. Es selbst aber wird in Ewigkeit bestehen. Ganz so, wie du gesehen hast, dass sich von dem Berg ein Stein ohne Zutun von Menschenhänden losriss und das Eisen, das Erz, den Ton, das Silber und das Gold zermalmte. Der große Gott hat den König wissen lassen, was nach diesem geschehen soll. Und der Traum ist zuverlässig und seine Deutung steht fest." Zur Zeit von Eisen und Ton wird das Reich Gottes aufgerichtet werden.
[53:46] Der Stein steht primär für das Reich Gottes. Aber natürlich wissen wir aus dem ersten Grund der Zehn, Vers 4, dass Christus selbst als Stein, als Felsen bezeichnet wird, dass seine Wiederkunft die Weltgeschichte, wie wir sie kennen, zu einem Ende bringen wird. Und dieser Traum ist zuverlässig. Das erinnert uns an 2. Petrus, Kapitel 1, Vers 19.
[54:06] "Und so halten wir nun fest an dem völlig gewissen prophetischen Wort. Und ihr tut gut daran, darauf zu achten, als auf ein Licht, das an einen dunklen Ort scheint, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen." Die Prophetie will unser Herz erreichen. Genau das sagt dir Daniel 2. Nebukadnezar sollte in seinem Herzen angesprochen werden. Durch die Offenbarung dieses Geheimnisses. Was immer Gottes Geheimnis ist, es geht um unser Herz. Er möchte zu unserem Herzen sprechen und alle Prophetieauslegungen, die es versäumt, die Herzensprobleme der Menschen zu lösen, die verfehlt ihren Sinn, ihren Zweck. Gottes prophetisches Wort ist dazu da, uns das Evangelium klarer und deutlicher werden zu lassen. Es bewirkt, dass Jesus, der dieser Morgenstern hier ist, so sagt die Offenbarung 22, Vers 16, dass dieser Jesus in unser Herz kommt.
[55:09] Nebukadnezar war sehr beeindruckt, wir sehen das in Vers 47. "Der König ergriff dann das Wort und sprach zu Daniel: Wahrlich, euer Gott ist der Gott der Götter." Ganz interessant, er ist der König der Könige, aber er nennt den Gott der Hebräer den Gott der Götter. Eine Bezeichnung, die man dann interessanterweise auch später findet, Jahrzehnte später bei Nabunid auf einem Zylinder, den man in Ur gefunden hat, dem sogenannten Elugal Malgaziza Zylinder, wo dann allerdings der Mondgott Sin als Gott der Götter bezeichnet worden ist. Eine recht ungewöhnliche Phrase eigentlich sonst im babylonischen Denken, die möglicherweise hier aus dieser Geschichte sich ableiten lassen könnte.
[55:51] Und es heißt weiter: "Und der Herr..." Verzeihung, Vers 46 haben wir nicht gelesen. "Da fiel der König Nebukadnezar auf sein Angesicht und verneigte sich tief vor Daniel und befahl ihm Speisopfer und Räucherwerk dazubringen." Er hat offensichtlich Vers 30 nicht ganz begriffen gehabt, dass Daniel sagte: Nein, nein, nein, ich nicht. Es ist nicht meine Weisheit, die sich offenbart, es ist Gottes Weisheit. Der König war noch längst nicht so weit und wir sehen, es braucht noch ein paar Kapitel, bis er Gott richtig selbst versteht. Aber er war tief beeindruckt. Und hier finden wir, und das ist sehr interessant, wir finden im Text selbst keinen eindeutigen Hinweis, dass Daniel diese Anbetung abgelehnt hat, aber wir können sehr sicher sagen, aus all dem, was wir vorher und hinterher über Daniel lesen, dass er gegen diese Anbetung war und sie abgelehnt hat. Die Tatsache, dass es aber hier nicht erwähnt wird, zeigt, dass es manchmal in der Bibel Dinge gibt, die nicht erwähnt werden, die trotzdem anzunehmen sind, weil der ganze Kontext das zeigt. Man kann also nicht aufgrund des Fehlens einer speziellen Angabe sagen, dass er das irgendwie gut gefunden hätte. Das soll nur deutlich machen, weil immer wieder auch das Nicht-Erwähnen von Dingen als Argument genommen wird. Die Nicht-Erwähnung ist niemals ein Argument.
[57:01] Vers 47 haben wir gelesen: "Der König griff das Wort und sprach zu Daniel: Wahrlich, euer Gott ist der Gott der Götter und der Herr der Könige und ein Offenbarer der Geheimnisse, dass du dieses Geheimnis offenbaren konntest." Nebukadnezar, der Großkönig Nabu-Kuduri-Uzur II. ist beeindruckt. Von diesem Gott. Er ist beeindruckt von der Prophetie.
[57:25] Und dann heißt es in Vers 48: "Darauf machte der König den Daniel groß und gab ihm sehr viele Geschenke und setzte ihn zum Herrscher über die ganze Provinz Babel und zum Oberhaupt über alle Weisen von Babel." Man muss unwillkürlich auch an die Geschichte von Josef denken, der ebenfalls, vor ebenfalls ein Herrscher, einen Traum hatte oder Träume hatte. Und wo es auch um Prophetie über die Zukunft ging, mit globalen Implikationen, wo ein Diener Gottes, der im Gefängnis beziehungsweise totgeweiht war, diesen Traum auslegt und dann zu höchsten Staatsehren gebracht wird. Eine ganz interessante, schöne Parallele hier.
[57:59] Vers 49: "Daniel aber erbat sich vom König, dass der Schadrach, Meschach und Abed-Nego über die Verwaltung der Provinz Babel einsetzte. Daniel aber blieb am Hof des Königs." Daniel dachte in diesem Moment des Triumphes vor allem an seine Gebetspartner, die mit ihm im Gebet gerungen hatten. Auch wenn Daniel jetzt diese besondere Rolle hatte, den Traum auszulegen, waren es alle vier gemeinsam, die gebetet hatten. Und Daniel sorgt auch für sie. Vielleicht haben wir hier in diesem Vers einen kleinen Hinweis darauf, warum in Daniel 3 später Daniel nicht erwähnt wird. Weil nämlich die drei Freunde, über die Verwaltung gesetzt sind, der Provinz, das heißt sie sind wahrscheinlich in verschiedenen Orten gewesen, haben dort als Provinzbeamte gedient. Daniel aber selbst war am Hof und es sieht so aus, dass in Daniel 3 alle diejenigen getestet werden, die halt im ganzen Reich verstreut als Beamte dienen. Und das ist aber nur eine mögliche Erklärung, da könnte man vielleicht auch noch andere finden, das nur als Idee.
[59:02] So viel also zu Daniel 2. Halten wir fest: Dieses Kapitel zeigt uns, dass Gott die Geschichte kennt. Es zeigt uns aber vor allem auch, dass Gott die Herzen kennt und damit auch unsere persönliche Geschichte. Es zeigt uns, dass Gott nah ist, näher als wir glauben. Es zeigt uns, dass Gott direkt zu uns spricht, selbst wenn wir nichts von ihm wissen. Es zeigt uns, dass Gott in einer Sprache spricht, die wir verstehen können. Es zeigt uns die Macht des gemeinsamen Gebetes und dass Gott durch uns Wahrheit anderen vermitteln möchte. Es zeigt uns, wie wichtig es ist, auch mutig zu sein. Der Daniel hat dem König nicht nur das gesagt, was schön anzuhören war mit dem goldenen Haupt, sondern auch das, was vielleicht brisant war, dass Babylon fallen würde. Es zeigt uns, dass wir Gott von Herzen vertrauen können.
[59:54] Der Traum ist zuverlässig. Bis zum heutigen Tag, bis in die Jahre 2020, hat sich Daniel 2 erfüllt und bleibt in seiner Erfüllung. Wir dürfen deswegen glauben, dass auch die Wiederkunft Jesu ein historisches Ereignis ist, das lediglich in der Zukunft liegt, das genauso sicher passieren wird, wie auf Babylon und Medo-Persien folgt und auf Medo-Persien Griechenland und auf Griechenland Rom und dann die Staaten Europas und die Verbindung von Kirche und Staat. Und weil das so sicher ist, möchte ich dich heute fragen, ob du die Stimme Gottes zu deinem Herzen annehmen möchtest, die durch die Prophetie spricht. Und ob du dem Gott glauben möchtest, der die Weltgeschichte kennt und damit auch deine Geschichte. Und möchtest du mit anderen beten, vielleicht eine Gebetsgruppe eröffnen, um Gelegenheiten zu suchen, anderen, die suchend sind, wie Nabu-Kuduri-Uzur II., vom Gott des Himmels zu berichten, der uns viel näher ist, als wir das eigentlich oft glauben. Gott segne dich in deiner Entscheidung. Wir werden uns nächste Woche hier wiedersehen, um weiter Buch Daniel zu studieren. Bis dahin wünschen wir euch Gottes reichen Segen und viel Freude im Studium seines Wortes. Amen.