[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Ein herzliches Willkommen gilt auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries zur nächsten Folge unserer Spezialserie über das so faszinierende Buch Daniel. Wir wollen uns vorbereiten auf das Bibelgespräch am 1. Februar und haben heute Daniel Kapitel 4 vor uns. Eine weitere Geschichte über den König Nebukadnezar, der im Grunde genommen eigentlich schon so etwas wie die Hauptperson der ersten vier Kapitel ist. Und das Thema, der Titel dieser Studie ist vom Stolz zur Demut und damit ist schon ein wesentlicher Aspekt dieser Geschichte in Daniel Kapitel 4 angesprochen. Wir wollen uns anschauen, wie Nebukadnezar letztendlich persönlich den Gott des Himmels kennengelernt hat. Und um diese Geschichte gut zu verstehen und vor allem auch die Lektion auf unser persönliches Leben anwenden zu können, möchten wir Gott bitten, dass er unsere Gedanken führt und leitet. Und dazu wollen wir gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir danken dir so sehr für dein Wort, das solche Kraft hat, auch in unser persönliches Leben hinein zu sprechen. Wir möchten dich jetzt bitten, dass du unsere Gedanken leitest, dass wir dein Wort so verstehen, wie du es gemeint hast, dass wir einen echten Segen davon empfangen und dass wir ganz nah an dein Herz gezogen werden. Das bitten wir alles im Namen Jesu. Amen. Daniel Kapitel 4 und dort in Kapitel 3 Vers 31, das wirkt etwas seltsam, wenn man es in der deutschen Bibel so sieht. Das hat damit auch zu tun, dass die ersten drei Verse unterschiedlich gezählt werden. Sie werden in der deutschen Schlachter Bibel zum Beispiel noch als 3, 31, 32, 33 gezählt, obwohl sie schon zu Kapitel 4 gehören. In der englischen Bibel geht es gleich mit Vers 1 los. Dadurch gibt es eine gewisse Verschiebung der Verszahlen in dem Kapitel. Aber das soll uns nicht weiter stören. In Kapitel 3 Vers 31, der erste Vers von Kapitel 4, heißt es:
[3:04] Nebukadnezar hat hier also auch einen weiteren Erlass. Der Friede, den er den Untertanen wünscht, das ist eine ganz typische Grußformel am Anfang. Die kennen wir auch schon aus dem Buch Esra. In Kapitel 4 Vers 17 zum Beispiel haben wir solch eine Grußformel auch bei dem Artaxerxes, den biblischen Namen dort für den falschen Smerdis, den Gaumata, falschen Bardia. Solche Formeln haben wir auch im Neuen Testament bei Paulus ganz oft, im Römer 1 Vers 7 zum Beispiel. Das ist also eine ganz offizielle Anrede hier. Lesen wir den nächsten Vers und heißt es:
[4:00] Es hat mir gefallen, die Zeichen und Wunder zu verkünden, die der höchste Gott an mir getan hat. Das Ganze ist quasi eine Einleitung jetzt zu der eigentlichen Geschichte, die dann in dem eigentlichen Vers 1 beginnen wird. Und diese Einleitung zeugt davon, wie gründlich das Evangelium im Herzen von Nebukadnezar Fuß gefasst hat. Denn Psalm 51 Vers 16 sagt uns, dass wenn wir einmal wirklich die Erlösung erlebt haben, wir gerne davon erzählen werden. In Psalm 51 Vers 16 heißt es: „Er rette mich von Blutschuld, oh Gott, du Gott meines Heils. So wird meine Zunge deine Gerechtigkeit jubeln, rühmen.“ Wer wirklich persönlich erlebt hat, dass Gott rettet und er rettet wirklich, der wird gerne davon erzählen. Paulus konnte sagen: „Ich schäme mich des Evangeliums nicht, denn es ist Gottes Kraft.“ Er hatte erlebt in seinem eigenen Leben, was das Evangelium bewirkt und deswegen hat er auch gerne davon gesprochen. Und auch Nebukadnezar hatte jetzt eine Erfahrung mit Gott gemacht, die so persönlich war, dass er als Großkönig keine Scheu davor hatte, persönlich zu sagen: „Gott hat etwas an mir getan.“
[5:13] Vers 33: „Wie groß sind seine Zeichen und wie gewaltig seine Wunder. Sein Reich ist ein ewiges Reich und seine Herrschaft wird von Geschlecht zu Geschlecht.“ Gottes Wundertaten sind tatsächlich ohne Beispiel. Schauen wir uns mal eine ganz tolle Stelle an in 5. Mose, Kapitel 4, wo Gott genau diesen Gedanken ausdrückt ab Vers 32. 5. Mose 4, Vers 32: „Denn frage doch nach den früheren Tagen, die vor dir gewesen sind, von dem Tag an, als Gott den Menschen auf Erden erschuf und von einem Ende des Himmels bis zum anderen Ende des Himmels, ob je etwas so Großes geschehen oder je dergleichen gehört worden ist. Hat je ein Volk die Stimme Gottes mitten aus dem Feuer reden gehört, wie du sie gehört hast und ist dennoch am Leben geblieben? Oder hat je ein Gott versucht hinzugehen und sich ein Volk mitten aus einem anderen Volk herauszunehmen, durch Prüfungen, durch Zeichen, durch Wunder, durch Kampf und durch eine mächtige Hand und durch einen ausgestreckten Arm und durch furchterregende große Taten, wie das alles der Herr euer Gott für euch in Ägypten getan hat, vor deinen Augen.“ Die Idee ist hier, die Gott deutlich machen möchte, das was er getan hat in Ägypten für die Israeliten und dann am Sinai ist ohne Beispiel. Er sagt: „Fragt nach in allen Völkern, fragt nach auf der ganzen Erde, auch in allen Geschichtsarchiven bis an den Anfang der Schöpfung, fragt nach, so etwas hat es noch nicht gegeben.“ Gottes Wundertaten sind tatsächlich beispiellos. Er allein tut Wunder. Die Bibel sagt uns in den Versen, die wir hier im Sendemanuskript dazu notiert haben, dass das die Tatsache auch ist, die beweist, dass nur er Gott ist.
[6:50] Nun kommen wir zu dem eigentlichen Bericht. Nebukadnezar sagt in Kapitel 4 jetzt ab dem eigentlichen Vers 1: „Ich, Nebukadnezar, lebte sorglos in meinem Haus und glücklich in meinem Palast.“ Wir haben hier im Gegensatz zu den anderen Kapiteln in Daniel einen Bericht, der gar nicht eigentlich von Daniel stammt, sondern von Nebukadnezar selbst. Das ist ein Zeichen wahrer Bekehrung, wenn man persönlich aus der Ich-Perspektive erzählen kann: „Das hat Gott an mir getan.“ Gibt es Dinge in deinem Leben, von denen du sagen kannst: „Das hat Gott für mich persönlich getan, das kann ich mit meinen eigenen Worten ausdrücken. Da muss ich nicht jemand zitieren, auf irgendein Video verweisen oder ein Buch referieren, da kann ich erzählen, was Gott an mir persönlich getan hat.“ Das ist das größte und wichtigste Zeugnis. Und hier mitten im Buch Daniel mit all seinen prophetischen Vorhersagen und Endzeitszenarien haben wir die schöne Geschichte eines Menschen, der Gott gefunden hat. Aber fangen wir zunächst einmal an hier in Vers 1. Er sagt: „Ich lebte sorglos in meinem Haus und war glücklich in meinem Palast.“ Das wird wohl eher in der späteren Zeit seiner Regierung gewesen sein. Dafür haben wir leider keine keilschriftlichen Annalen mehr zur Verfügung. Alles, was wir in der babylonischen Chronik haben, geht nur bis zum 13. Regierungsjahr des Nebukadnezar des 2. und danach haben wir keine keilschriftlichen Texte, die über die politischen Ereignisse in dieser Zeit oder die Königshandlungen uns informieren. Von daher ist das schwierig zu datieren hier. Aber was wir wissen, ist natürlich aus dem archäologischen Befund, dass Babylon prunkvoll ausgebaut worden war und einen Ruhm sich schon zur Zeit Nebukadnezars erwarb, der dann über Jahrhunderte hinweg alle anderen Völker und Kulturen schwer beeindrucken würde. Wir wissen durch die Ausgrabungen, die schon vor ungefähr über 100 Jahren durch deutsche Archäologen, vor allem unter Koldewey, in Babylon gemacht worden waren, wie prunkvoll diese Stadt gewesen ist. Wir kennen heute die Straßennamen, wir kennen die Prozessionsstraße, das Ischtar-Tor. Wir wissen heute, wo der Palast stand, ungefähr im Norden der Stadt, südwestlich vom Ischtar-Tor, direkt neben der Prozessionsstraße. Da gab es die großen Paläste von Nebukadnezar und dann auch von Nebukadnezar den Südpalast. Das kann man heute alles nachvollziehen und rekonstruieren, wie gewaltig diese Stadt gewesen ist. Neueste Forschungen machen wahrscheinlich, dass Nebukadnezar zur Verteidigung der Stadt nicht nur diese doppelte Stadtmauer hatte, nicht nur weit im Norden die sogenannte Medische Mauer, wie sie später die griechischen Geschichtsschreiber nennen, sondern dass er auch eine regelrechte Wasserlinie hatte, dass es künstlich angelegte Seen gab und Sümpfe, die das Land unzugänglich machen sollten, aber die auch Feinde vor allem aus dem Osten abhalten sollten. Nebukadnezar hat all das investiert, um diese Stadt so groß zu machen und er spricht hier davon, wie es ihm so glücklich und sorglos dort ging, bis zu jenem Tag, von dem Vers 2 hier spricht.
[10:00] „Da hatte ich einen Traum, der mich erschreckte und die Gedanken auf meinem Lager und die Gesichter meines Hauptes ängstigten mich.“ Das erinnert uns natürlich sofort an Kapitel 2, das ist nicht die letzte Parallele, die zu diesem Kapitel besteht. Wieder geht es um seine Gedanken. Auch in Kapitel 2 waren es ja die Gedanken, die damals um die Zukunft kreisten. Damals hatte er sich Gedanken gemacht, wie wird die Zukunft werden und Gott hatte ihm geantwortet. Jetzt macht er sich andere Gedanken. Er denkt nicht so sehr, was bringt die Zukunft. Seine Gedanken kreisen mehr um ihn selbst und das Glück und den Frieden und das tolle Leben, das er genießt und Gott muss wieder eingreifen, allerdings ein bisschen auf eine andere Art und Weise. Diesmal hat Nebukadnezar sogar regelrecht Angst nach diesem Traum, wie er hier selbst sagt.
[10:45] Vers 3: „Und es wurde von mir Befehl gegeben, alle Weisen Babels vor mich zu bringen, damit sie mir die Deutung des Traumes verkündeten.“ Hier sehen wir, dass er genau denselben Fehler macht, wie in Kapitel 2. Der Mensch neigt dazu und wahrscheinlich bist auch du und ich ganz sicher keine Ausnahme. Wir neigen dazu, dieselben Fehler immer und immer wieder zu machen, in alte Gewohnheiten zurückzufallen. Das macht uns vielleicht manchmal selbst ein bisschen entmutigt, aber Gott ist nicht entmutigt. Gott wirbt weiter und kämpft weiter um den Menschen und er gibt auch Nebukadnezar hier nicht auf, nur weil er schon wieder diese Wahrsager rufen lässt.
[11:29] Vers 4: „Sogleich kamen die Traumdeuter, Wahrsager, Chaldäer und Zeichendeuter herbei und ich erzählte vor ihnen den Traum, aber sie konnten mir seine Deutung nicht verkünden.“ Hier ist die Pointe natürlich etwas weniger brisant, wie in Kapitel 2, oder aber wir haben ja einen noch interessanteren Punkt über die Unfähigkeit dieser Wahrsager, denn diesmal ist der Traum bekannt, Nebukadnezar kann sich erinnern und erzählt ihn auch und trotzdem können diese Wahrsager keine Interpretation liefern. Die Bibel sagt in Jesaja 44, Vers 25: „Gott macht die Wahrsager zu Narren.“ Der Nebukadnezar war allerdings auch nicht mehr so aufgebracht, wie in Kapitel 2, das noch der Fall gewesen war. Vielleicht hat er schon ein bisschen geahnt, dass es so ausgehen würde. Er weiß nämlich zumindestens, wo er echte Hilfe bekommen kann. Das wird nämlich im nächsten Vers deutlich.
[12:22] Vers 5: „Bis zuletzt Daniel vor mich kam. Der Belsazar heißt nach dem Namen meines Gottes. Und in welchem der Geist der heiligen Götter ist, vor dem erzählte ich meinen Traum.“ Diese Namensänderung haben wir schon auch im Zusammenhang mit Kapitel 2, Vers 26 diskutiert. Wenn also hier von meinem Gott die Rede ist, dann ist das höchstwahrscheinlich der Gott Marduk, dessen Frau Zepanim ist die Belit, nach der der Daniel benannt worden ist, Belit-Schara-Uzu. Oder möglicherweise sogar die Göttin selbst gemeint. Das ist jetzt nicht ganz so eindeutig, aber ist auch im Grunde genommen eigentlich egal. Denn wir haben ja einen interessanten Kontrast. Nebukadnezar hat selbst Gottheiten ja verehrt, aber er weiß, der Daniel, der hat wirklich Kontakt zu Gott. Und das wusste er noch aus den Jahren zuvor, aus den Geschichten, die er schon erlebt hatte.
[13:27] Vers 26: „Belsazar, du Oberster der Schriftkundigen, von dem ich weiß, dass der Geist der heiligen Götter in dir ist und dass kein Geheimnis dir zu schwierig ist, vernimm dieses Traumgesicht, das ich gesehen habe und sage mir, was es bedeutet.“ Der Daniel war ja schon jetzt seit Jahren der Oberste all derer, die sich in der Wissenschaft Babylons dort betätigt haben. Die Schriftkundigen waren diejenigen, die in der Literatur, in der Wissenschaft, im Falle der Wahrsager auch in den Omen und der Wahrsagerkunst bewandert waren. Und Daniel hatte ja eine hohe akademische Stellung, aber er war ein Mann Gottes. Und das zeigt, wie wichtig es ist, dass wir eine tägliche Beziehung zu Gott haben. Gott kann uns in die höchsten Positionen bringen, an die entscheidendsten Stellen. Wenn wir treue Nachfolger Jesu sind, können wir dadurch sogar Menschen wie Nebukadnezar erreichen.
[14:27] Vers 7: „Das sind aber die Gesichter meines Hauptes auf meinem Lager. Ich schaute und siehe, es stand ein Baum mitten auf der Erde und seine Höhe war gewaltig.“ Nun erzählt der Nebukadnezar dem Daniel den Traum und sagt, er hat einen gewaltig hohen Baum gesehen. Und das erinnert so ein bisschen auch an Daniel 2. Da gab es auch ein gewaltiges Standbild. Aber der Unterschied ist, in Daniel 2 war das Standbild schrecklich anzuschauen, während das von diesem Baum hier nicht gesagt wird. Der Baum, der ist eigentlich sehr schön, auch wenn also sehr gut, wie das jetzt die nächsten Verse deutlich machen.
[15:08] Vers 8: „Der Baum war groß und stark und sein Wipfel reichte bis an den Himmel und er war bis ans Ende der ganzen Erde zu sehen.“ Was für eine feine Pointe hier. Wenn es heißt, der Baum, sein Wipfel reichte bis an den Himmel, das wird dem Nebukadnezar aufgefallen sein. Denn seit frühesten Zeiten war Babylon mit der Idee verbunden, irgendwie zum Himmel zu kommen. All die Zikkurate, die gebaut worden waren, mitten in Babylon stand ja diese gewaltige Zikkurat, das Haus des Fundamentes von Himmel und Erde. All das basierend auf der Grundidee des Turmbaus zu Babel, all diese Bauwerke, die so nach oben strebten, waren immer in mesopotamischen Kulten dazu gedacht, irgendwie Kontakt zum Himmel zu bekommen. Und wir kennen die Geschichte aus 1. Mose 11, der Versuch einen Turm zu bauen, der bis an den Himmel reicht, der war gescheitert. Durch eigene Werke kommt man nicht zum Himmel. Und trotzdem sagt der Traum dem Nebukadnezar, gibt es einen Baum, der reicht bis an den Himmel. Gott spricht erneut eine Sprache, die Nebukadnezar II. begreifen kann. Er kannte Standbilder und er kannte auch die Idee, irgendwie den Himmel erreichen zu wollen.
[16:42] Und interessant ist, was im Neuen Testament über diese Idee geschrieben steht, mit dem Himmel in Verbindung zu sein, in Matthäus Kapitel 11 und dort Vers 23. Matthäus 11 Vers 23. Dort sagt Jesus in seinem Weheruf über einige Städte in Galiläa: „Und du Kapernaum, die du bis zum Himmel erhöht worden bist, du wirst bis zum Totenreich hinabgeworfen werden.“ Wodurch ist Kapernaum bis zum Himmel erhöht worden? Durch die Gegenwart Jesu. Die Präsenz von Jesus, seine Worte, seine Lehren, seine Predigten, seine Heilungswunder, all das, was er dort tat und sagte, hatte Kapernaum, eine ganz gewöhnliche Stadt in Galiläa, bis zum Himmel erhöht. Diese Verbindung zum Himmel ist nur möglich durch Christus. Halten wir das im Hinterkopf.
[17:37] Vers 9: „Sein Laub war schön und seine Frucht reichlich und Nahrung für alle fand sich an ihm. Unter ihm suchten die Tiere des Feldes Schatten und die Vögel des Himmels wohnten in seinen Zweigen und von ihm nährte sich alles Fleisch.“ Diese Sprache knüpft ganz direkt an einen Vers, den wir schon aus Daniel 2 kennen, nämlich in Vers 38 oder 37, 38. Dort hatte Daniel in der Auslegung des Traumes in Bezug auf das goldene Haupt gesagt: „Du, oh König, bist ein König der Könige, dem der Gott des Himmels das Königtum, die Macht, die Stärke und die Ehre gegeben hat. Und überall, wo Menschen, Kinder wohnen, Achtung, Tiere des Feldes und Vögel des Himmels, hat er sie in der Hand gegeben und dich zum Herrscher über sie alle gemacht. Du bist das Haupt aus Gold.“ Diese Idee von den Tieren des Feldes und den Vögeln des Himmels, die unter der Obhut von Nebukadnezar sind, das taucht hier wieder auf und schon an dieser Stelle kann man eigentlich den Schluss ziehen, der Baum muss Nebukadnezar sein. Interessant ist, dass dieses Bild auch anderswo verwendet wird, zum Beispiel bei Hesekiel 31, dort für die Assyrer, die auch ein Baum waren, der allerdings auch nicht seine Aufgabe erfüllt hat, wie Gott es sich gewünscht hat. Und auch in Hesekiel 17 wird diese Idee von dem Baum auch für das Königtum Davids dargestellt. Das ist eine Idee, die immer wieder in der Bibel im Alten Testament auftaucht. Und wir lesen auch in Jeremia 27, dass Gott ganz explizit sagt, dass dem Nebukadnezar alles übergeben worden war. In Jeremia 27, Vers 6 und 7: „Und nun habe ich, sagt Gott, alle diese Länder in die Hand meines Knechtes Nebukadnezar, des Königs von Babel gegeben, sogar die Tiere des Feldes habe ich in seinen Dienst gestellt und alle Völker sollen ihm und seinem Sohn dienen und seinem Enkel dienen, bis auch die Zeit für sein Land kommt und viele Völker und mächtige Könige unterjochen werden.“ Also dieses Bild war dem Daniel aus Daniel 2 bekannt, aber auch aus Jeremia, den er ja auch offensichtlich studiert hat, wie wir später in Kapitel 9 noch sehen werden.
[19:51] Ellen White sagte zu einem sehr fundamental wichtigen Abschnitt im Buch, Erziehung. Nur in Worten Gottes ist dies klargestellt, dargestellt. Hier wird gezeigt, dass die Stärke der Völker wie der Einzelmenschen nicht auf den Gelegenheiten und Vorteilen beruht, die sie unbesiegbar erscheinen lassen. Sie ist nicht in ihrer pralerischen Größe zu suchen. Sie hängt von der Treue ab, mit der sie Gottes Absicht erfüllen. Unsere persönliche Größe als Mensch hängt direkt von der Treue ab, mit der wir Gottes Absicht erfüllen. Die Geschichte des alten Babylon verdeutlicht diese Wahrheit. Dem König Nebukadnezar wurde der wahre Zweck einer Staatsregierung unter dem Bild eines großen Baumes vor Augen geführt.
[20:33] Das Ganze erinnert ja so ein bisschen auch eigentlich an 1. Mose 1, die Schöpfung. Der Mensch war ja geschaffen worden, um die Tiere des Feldes, die Vögel, die Fische im Meer zu beherrschen und zwar in einem fürsorglichen Sinne. Hier haben wir wieder so einen Rückbezug zur Schöpfung. Die Regierung des Staates, die Staatsregierung, wie Ellen White sagt, hat einen Zweck, nämlich eigentlich Gottes Willen für den Menschen auszuführen, für den Menschen da zu sein. Das ist der Grund, warum Menschen Macht erhalten, damit sie anderen zum Segen sein können.
[21:33] Schauen wir weiter. In Vers, oder lesen wir noch diesen Abschnitt hier zu Ende. Da heißt es: „Gott erhöhte Babylon, dass es diesem Ziel diente. Das Glück begleitete diese Nation, bis sie eine Höhe des Reichtums und der Macht erklommen, die seitdem nie wieder ihresgleichen fand. In der Heiligen Schrift wird sie treffend unter dem inspirierten Symbol des goldenen Hauptes dargestellt.“ Aber die Geschichte geht weiter.
[22:02] Vers 10: „Dieser Begriff vom Wächter im Aramäischen kommt nur in diesem Kapitel vor und Ellen White hat einige Aussagen zu diesen Wächtern, die wir hier im Sendemanuskript auch aufgeschrieben haben. Die Idee ist immer, dass es jemanden gibt, der unsere Taten und Worte bemerkt und notiert, wie Gott weiß, was wir tun und er hält auch darüber, er macht transparent, er hält Berichte, er schreibt Berichte auf und wacht über unser Leben.“ In diesem Sinne, Vers 11.
[22:46] Da ist eine gewisse Ironie hier drin, denn dieses „mit gewaltiger Stimme“ kennen wir aus Daniel 3, Vers 4. Da rief der Herold mit gewaltiger Stimme, der die falsche Anbetung mit gewaltiger Stimme fordert und jetzt ruft hier dieser Wächter mit gewaltiger Stimme, dass der Regierung Nebukadnezars hier ein großes Gericht droht. Und diese Idee, den Baum abzuhauen, die kennen wir aus dem Neuen Testament. Johannes der Täufer hat davon gesprochen, dass die Axt schon an die Wurzel der Bäume gelegt ist. Oder wir lesen auch in Matthäus Kapitel 7 und dort Vers 19 die Worte von Jesus selbst. Matthäus 7 und dort Vers 19: „Jeder Baum, der keine gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.“
[23:44] Hier sehen wir das Problem. Gott hatte Nebukadnezar und Babylon erhöht, damit sie ein Segen sein sollen und seinen Willen ausführen. Stattdessen brachten sie schlechte Frucht und insbesondere Nebukadnezar durch seine Art des Regierens und durch seine Herrschaft.
[24:27] Vers 12: Wir lesen in Hiob 14 und dort Vers 7 bis 9 von dieser Idee des Wurzelstocks. In Hiob 14 und dort Vers 7 bis 9. Und heißt es: „Im Staub abstirbt, so sprosst er doch wieder vom Duft des Wassers und treibt Zweige, als wäre er neu gepflanzt.“ Das ist so ein bisschen auch die Idee hier. Da bleibt ein Wurzelstock übrig. Es riecht noch Hoffnung. Das Gericht Gottes wird Nebukadnezar nicht für immer vernichten, nicht alle Hoffnung auslöschen. Wenn Gott auch schwierige Dinge in unserem Leben zulassen muss, weil unsere Sünden uns so weit von ihm entfernt haben, möchte er doch uns immer noch Hoffnung geben. Diese Hoffnung wird hier bestärkt durch diese Ketten, die diesen Wurzelstock festhalten. Man kann ihn nicht mit rausreißen. Er bleibt bestehen.
[25:40] Vers 13: Jetzt wird sehr deutlich durch den Wechsel hier der Beschreibung, dass mit diesem Baum ein Mensch gemeint ist, denn der Baum wird jetzt als Mensch behandelt. Und damit ist, da wir ja schon Daniel 2, 38 kennen, die Deutung im Grunde genommen schon vollkommen klar. Ein tierisches Herz bedeutet tierische Gedanken. Wir wissen aus 1. Mose 6, 5, Hebräer 4, Vers 12, dass die Bibel von den Gedanken und Gesinnungen des Herzens spricht. Also das Denken und die Fähigkeit zu denken, würden so sein wie ein Tier, auf Instinkte sozusagen zurückgeworfen. Nicht mehr wie ein Mensch.
[26:23] „Zeiten“ ist hier ein Begriff für Jahre. Das wird ganz deutlich, wenn man Daniel 7, 25 später anschaut und dann auch vor allem mit Offenbarung 12 vergleicht, wo die dreieinhalb Zeiten 1260 Jahre sind. Und das macht nur wirklich Sinn, wenn Zeiten ein Begriff für Jahre ist.
[26:42] Vers 14: „Es wurde das beschlossen und von den Heiligen wurde es besprochen und verlangt, damit die Lebenden erkennen, dass der Höchste über das Königtum der Menschen herrscht und es gibt, wem er will und den Niedrigsten der Menschen darüber setzt.“ Es gibt also viele heilige Wächter. Das heißt, mit diesen Wächtern sind offensichtlich wohl Engel gemeint. Die Botschaft, die der Daniel dem Nebukadnezar II. schon in Daniel 2 deutlich machen wollte, soll noch einmal verdeutlicht werden. Er ist nicht verstanden worden von Nebukadnezar. Er selbst ist nicht so groß, weil er so toll ist, sondern weil Gott ihn gesegnet hat. Wir alle müssen verstehen und wir alle brauchen diese Lektion viel öfter. Das alles, was wir können, unsere Gaben, Talente, Fähigkeiten, unser Aussehen, unsere Charakterstärken, alles, was uns irgendwie in Anführungsstrichen toll macht oder uns erhebt oder wo andere uns dafür loben, alles kommt von Gott. Da ist nichts, was wir selbst haben und dann zu Gott bringen können und sagen: „Schau mal, deswegen musst du mich segnen.“ Alles, was wir sind, alles, was wir haben, kommt von Gott.
[27:51] Wenn wir das einmal verstanden haben, dann hat der Stolz eigentlich keinen Platz. Aber es reicht es nicht, einmal das zu verstehen, wie oft haben wir das vielleicht schon verstanden und haben es dann doch wieder vergessen. Wir müssen täglich bei Jesus bleiben und diese Lektion immer und immer wieder uns verinnerlichen. Alles, was wir sind und haben, kommt von Gott und ist uns anvertraut worden.
[28:14] Interessant ist hier, dass er sagt, er setzt den Niedrigsten der Menschen über das Königtum der Menschen. 2. Mose 9, Vers 16 berichtet ja davon, dass Gott den Pharao bewusst zum Pharao gemacht hat, nicht weil er so gut war, sondern weil er an ihm demonstrieren konnte, wie die Prinzipien der Erlösung funktionieren. Und was Gott jetzt hier im Fall von Nebukadnezar andeutet, ist, was der Nebukadnezar eigentlich ist ohne Gott. Eigentlich gar nichts, wie wir jetzt gleich sehen werden. Und selbst das bisschen, was noch übrig bleibt, ist ja nur deswegen möglich, weil Gott auch den Nebukadnezar dann noch am Leben erhält. Da werden wir gleich noch drüber sprechen.
[29:02] Das heißt hier: „Die Erde ist des Herrn und er hat alle Dinge seinem Sohn übergeben. Unter dessen Gewalt sollte Adam herrschen. Als dieser seiner Herrschaft in Satans Hände geraten ließ, blieb Christus dennoch der rechtmäßige König. So hatte der Herr auch über den König Nebukadnezar gesagt, dass der Höchste Gewalt hat über die Königreiche der Menschen. Und sie geben kann, wem er will. Satan kann seine angemaßte Gewalt nur soweit ausüben, wie Gott es zulässt. Auch im Alten Testament war Jesus der rechtmäßige König der Erde.“
[29:38] „Diesen Traum habe ich, der König Nebukadnezar, gesehen. Du aber, Belsazar, gib die Auslegung, weil alle Weisen meines Reiches nicht imstande sind, mir die Deutung zu verkünden. Du aber kannst es, weil der Geist der heiligen Götter in dir ist.“ Der Nebukadnezar weiß, dass Daniel wirklich inspiriert ist und er möchte jetzt diese Auslegung erfahren. Auch hier natürlich die Parallele zu Josef und dem Pharao in 1. Mose 41, Vers 16.
[30:05] „Da blieb Daniel, den man Belsazar nennt, eine Weile ganz starr. Und seine Gedanken erschreckten ihn. Der König ergriff das Wort und sprach: Belsazar, der Traum und seine Deutung dürfen dich nicht erschrecken.“ Belsazar antwortete und sprach: „Mein Herr, der Traum gelte deinen Hassern und seine Auslegung deinen Feinden.“
[30:26] So ein Traum zu deuten, konnte natürlich lebensgefährlich sein. Aber schauen wir uns die Haltung von Daniel an. Daniel war nicht nur an der Prophetie interessiert, sondern er fühlte aufrichtig mit dem Sünder und wünschte nicht dessen Untergang. Ich glaube, wir können dort einiges von Daniel lernen. Daniel war treu zum Prinzip. Er liebte Gott und er ließ sich nicht in falsche Kompromisse abdrängen. Aber wenn er auch unangenehme prophetische Wahrheiten verkündigte, hatte er so ein Mitleid mit denen, die davon betroffen sind. Er wünschte niemandem, auch dem König Nebukadnezar, der ja sein Volk unterjocht hatte. Er wünschte ihm nicht den Untergang.
[31:16] Wäre es möglich, ohne Kompromisse Daniel 7 und Offenbarung 13 zu predigen vor den Gefahren des Papsttums und der Vereinigten Staaten von Amerika, vor dem sich abzeichnenden Sonntagsgesetz zu sprechen und zu predigen und gleichzeitig sich zu wünschen, dass niemand aus diesen Systemen verloren geht? Das ist die Haltung von Daniel. Nun, wir wissen, dass nicht jeder Mensch gerettet werden wird und dass viele Menschen am Ende verführt werden. Aber was ist unsere Herzenseinstellung diesen Menschen gegenüber? Wünschen wir, dass sie doch irgendwie gerettet werden könnten und das Evangelium annehmen? Oder sagen wir das vielleicht nur einfach, weil das man von uns halt erwartet als Christen, dass wir grundsätzlich ein Interesse haben. Aber eigentlich wird das durch nichts so richtig deutlich. Ich denke, wir alle können uns da ein bisschen korrigieren und uns überlegen, welche Herzenseinstellung haben wir, welchen Wunsch haben wir bezüglich des Evangeliums auch für die, von denen die Prophetie deutlich sagt, dass sie in die falsche Richtung gehen werden.
[32:25] Nebukadnezar war selbst über den Traum erschreckt und jetzt sagt er interessanterweise: „Sei nicht erschreckt über den Traum.“ Und man kann jetzt auch sehen, wie höflich der Daniel antwortet. Das endet so ein bisschen auch an die taktvolle Antwort des Koschitas in 2. Samuel 18, Vers 32, dort in der Geschichte, als Absalom gestorben war und jemand die Botschaft an David übergeben sollte. Jeremia hat ja gesagt, dass die in Babylon Gefangenen für das Wohl der Babylonier ein Interesse haben sollten. Die sollten der Stadt Bestes suchen. Daniel, der tut das hier ganz genau. Er verbirgt die Wahrheit nicht. Wie wir gleich sehen werden, sagt er sie mit deutlicher Auslegung. Und doch wird in allem sichtbar, er freut sich nicht über den Untergang von Nebukadnezar. Er freut sich nicht über Strafgerichte. Er wünscht sich, dass sie nicht kommen. Anders als Jona, der es gepredigt hat und dann noch ärgerlich war, als es irgendwie eine Bekehrung gab. Nein, Daniel wünscht sich, dass derjenige, der vom Strafgericht Gottes betroffen ist, dass der, oder bedroht wird, dass der noch umkehrt. Dass der Jesus kennenlernt.
[33:30] Vers 17 und 18 bringen jetzt eine wörtliche Wiederholung von den Versen 8 und 9.
[33:53] Und jetzt kommt es, Vers 19. Wieder wird noch einmal das bestätigt, was Daniel 2, Vers 37 und 38 mit das goldene Haupt gesagt haben. Man beachte den Mut von Daniel, der wie Nathan, dem David sagt: „Du bist der Mann.“ Oder wie Johannes dem Täufer, der keine Angst vor Herodes hatte und die Sünde beim Namen nannte. Die Tatsache, dass alles wiederholt wird von dem Traum, zeigt, wie wichtig dieser Traum war. Und jetzt geht es zu Vers 20 und 21.
[34:36] „Dass aber der König einen heiligen Wächter vom Himmel herabsteigen sah und sagen hörte: Haut den Baum ab, um und verderbt ihn, aber seinen Wurzelstock lasst er in der Erde, und zwar in den Fesseln von Eisen und Erz im Gras des Feldes, dass er vom Tau des Himmels benetzt werde und seine Anteilhabe mit den Tieren des Feldes bis sieben Zeiten über ihm vergangen sind.“ Das hat, o König, folgende Bedeutung. Und dies ist der Beschluss des Höchsten, der über meinen Herrn, den König, ergangen ist. Hier ist etwas beschlossen worden, wie Vers 14 schon sagte im Rat der Wächter.
[35:08] Vers 22: „Man wird dich von den Menschen ausstoßen. Und bei den Tieren des Feldes wirst du dich aufhalten. Man wird dich mit Gras füttern wie die Ochsen und dich vom Tau des Himmels benetzen lassen. Es werden sieben Zeiten über dir vergehen, bis du erkennst, dass der Höchste Macht hat über das Königtum der Menschen und es gibt, wem er will.“ Hiob 30, Vers 5 bis 8 beschreibt das Ausstoßen eines Menschen aus der Gemeinschaft der Menschen als etwas, das er mit ehrlosen, mit verachtungswürdigen Menschen gemacht hat. Wir kennen so eine Situation aus Markus 5, wo Besessene, von Dämonen Besessene, von der Gemeinschaft der Menschen ausgeschlossen worden sind. Dem Großkönig, dem Schabscharani, Nebukadnezar, droht jetzt solch ein Schicksal, der absolute Abschaum der Gesellschaft zu sein, ausgeschlossen zu werden, quasi unberührbar aus der Gemeinschaft, aus der Gesellschaft der Menschen, bis du erkennst.
[36:14] Es geht also um genau das, was Vers 14 deutlich machen wollte. Damit die Lebenden erkennen, dass der Höchste, das Königtum der Menschen herrscht und es gibt, wem er will und den Niedrigsten der Menschen darüber setzt. Das Königtum kommt von Gott. Alle Macht, alle Gewalt ist ihm übergeben und wir müssen uns ihm verantworten. Wir können mit der Macht, die er uns gibt, nicht tun und lassen, was wir wollen, weil Gott gibt sie uns für einen bestimmten Zweck. Wenn Gott dir Weisheit schenkt, wenn er dir Intellekt schenkt, wenn er dir soziale Fähigkeiten, ein emotionales Einfühlungsvermögen, wenn er dir eine gute Sprache, ein gutes Gedächtnis, handwerkliche Fähigkeiten, Kraft, Stärke, Ausdauer, was immer er dir geschenkt hat, dann deswegen, weil er einen Zweck damit verbindet, weil er möchte, dass du etwas damit tust, was zum Segen wird und du kannst diese Dinge nicht für deine eigenen, sündigen, egoistischen Ziele missbrauchen. Gott fordert eine Rechenschaft, so wie er von Nebukadnezar Rechenschaft fordert, der ja eigentlich ein Segen für die Gesellschaft sein sollte, als König, als Baum, an dem alle profitieren können und der sich um alle kümmert.
[37:36] Vers 23: „Weil aber davon die Rede war, man solle den Wurzelstock des Baumes belassen, so wird auch dir dein Königtum wieder zuteil werden, sobald du erkennen wirst, dass der Himmel herrscht.“ Es gibt also Hoffnung. Wenn Nebukadnezar erkennt, dass er von Gott abhängig ist, dann würde er sein Königtum wieder bekommen.
[37:56] Und jetzt kommt Vers 24. Daniel legt nicht nur die Prophetie aus, ihm ist das Wohlergehen von Nebukadnezar so sehr angelegen. Er macht jetzt einen Aufruf, einen tatsächlichen Aufruf an den König.
[38:10] Vers 24: „Darum, oh König, lass dir meinen Rat gefallen und brich mit deinen Sünden durch Gerechtigkeit und mit deinen Missetaten durch Barmherzigkeit gegen Elende, wenn dein Wohlergehen dauerhaft sein soll.“ Daniel ruft zur Buße auf. Durch Bekehrung hätte zu diesem Zeitpunkt das Gericht noch abgewendet werden können. Und hier erfüllt sich, was Psalm 119, Vers 46 sagt. Dort steht im Psalm 119, Vers 46: „Ja, ich will vor Königen von deinen Zeugnissen reden und mich nicht schämen.“
[38:46] Daniel ist ja ein Vorbild auch für uns in der Endzeit. Und wenn wir einmal vor Königen und Gerichten stehen, dann sollen wir nicht nur die Wahrheit verteidigen, wir sollen Menschen auffordern, ihre Sünden zu bekennen und sich zu Jesus zu bekehren. So wie Daniel hier. Er schämte sich des Evangeliums nicht. Und er wusste, er spricht hier mit dem Großkönig, dem mächtigsten Mann der Erde, weil er sagte: „Du hast Sünden, die du aufgeben musst. Du musst dein Leben ändern, komm zu Gott.“ Denn die Bibel sagt uns, dass wer seine Sünden bekennt und lässt, der wird Gnade erhalten. Dass Gott sich über den Sünder erbarmt, der sich zu Gott umkehrt. Die Bibel sagt auch in Matthäus 3, Vers 8, dass Buße Früchte zeigen muss. Das kann nicht nur ein Lippenbekenntnis sein, das soll ausgedrückt werden. Es soll sich zeigen durch Früchte wie Barmherzigkeit gegen Elende. Der Glaube, so sagt Galater 5, Vers 6, wird durch die Liebe wirksam sein. Und wenn man anderen dient aus Liebe, so sagt es Galater 5, Vers 13, dann ist das ein Beweis für die Freiheit im Herzen.
[39:48] Der Daniel sagt hier nicht, dass durch gute Taten der Nebukadnezar seine Sünden auslöschen kann. Aber wenn er sich zu Gott bekehrt, der ihm ja alles gegeben hat, wenn er Gott anerkennt, sich von ihm abhängig macht, wenn er seine Sünden bekennt und lässt, wird Gott ihn so verändern, dass als Zeichen seiner wahren Bekehrung er tatsächlich auch Barmherzigkeit gegenüber Elenden sein wird.
[40:07] Vers 25: Hier ändert sich für ein paar Verse die Erzählperspektive. Plötzlich spricht jemand über Nebukadnezar. Vielleicht auch deswegen, weil das, was jetzt kommt, sehr, sehr delikat ist. Später im Laufe des Kapitels wird Nebukadnezar dann selbst wieder die Erzählperspektive einnehmen.
[40:21] Vers 25: „Dies alles ist über den König Nebukadnezar gekommen.“ Gottes Wort lügt nicht. Sein Wort trifft ein.
[40:34] Vers 26: „Zwölf Monate nämlich später nämlich, erging er sich auf seinem königlichen Palast in Babel.“ Nicht eine Woche später, nicht einen Monat später, zwölf Monate. Gott gab ihm viel Gnadenzeit. So wie die Menschen vor der Sintflut 120 Jahre hatten, um sich zu bekehren, so hatte dieser Nebukadnezar ein ganzes Jahr lang Zeit, um diesen Traum und seine klare Auslegung, die ja offensichtlich war, nachzudenken. Aber er hatte diese Gelegenheit nicht genutzt. Wieso nutzen wir die Gelegenheiten, die Gott uns gibt, zur Buße? Als Petrus schon zweimal Jesus verleugnet hatte, hatte er eine Stunde Zeit, so sagt uns das Lukas-Evangelium, eine ganze Stunde, bevor die dritte Verleugnung kam. Er hat diese Zeit nicht genutzt. Der ist in sein Verderben gelaufen und wäre beinahe verloren gegangen, wenn Jesus ihn nicht noch gerettet hätte, wenn dieser Wurzelstock auch bei Petrus nicht übrig geblieben wäre. Nebukadnezar nutzt diese Zeit nicht.
[41:39] Stattdessen passiert Folgendes, Vers 27: „Da begann der König und sprach: Ist das nicht das große Babel, das ich mir erbaut habe, zur königlichen Residenz, mit meiner gewaltigen Macht und zu Ehren meiner Majestät?“ Tatsächlich gilt Nebukadnezar II. als ein außergewöhnlicher Bauherr. Babylon hat eine Prachtentfaltung gezeigt, die jeglicher Beschreibung spottet. Noch heute haben wir zahlreiche archäologische Königsschriften, die alle immer nur von einer Sache zeugen, was er alles gebaut hat, was er alles Außergewöhnliches in der Stadt errichtet hat. Man nimmt heute an, dass selbst seine Feldzüge, die er geführt hat, nach Westen und Osten und überall hin, diese Feldzüge eigentlich vor allem nur ein Ziel hatten. Er wollte Rohstoffe erbeuten, denn Babylon selbst ist quasi rohstofflos. Er wollte Rohstoffe erbeuten, um damit all seine Bauvorhaben durchzuführen. Deswegen gab es dann Zedern vom Libanon und all die verschiedenen Steine und Materialien und Metalle. All das hat er erobert und sich kommen lassen. Nebukadnezar war ein großer Architekt. Und das wird hier in diesem Vers sehr deutlich. Das lässt sich durch zahlreiche Originalinschriften beweisen und zeigen. Da wird deutlich, wie sehr er sich diese Sachen rühmt. Aber die Bibel sagt in Sprüche 16 Vers 18: „Hochmut kommt vor dem Fall.“ Und Jesus sagte in Lukas 14 Vers 11: „Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden. Und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.“ Und das sind genau die Prinzipien hier an dieser Stelle. Hier werden sie direkt greifbar in diesem Kapitel, das wie kein anderes über das Evangelium eigentlich handelt. Besonders deutlich diese persönliche Bekehrung im Evangelium.
[43:22] An dieser Stelle zeigen sich jetzt die beiden Grundprinzipien, die im großen Kampf in diesem Universum vorherrschen sind. In Jesaja 14 finden wir genau diese Haltung erstmalig bei Luzifer, die jetzt sich hier auch bei Nebukadnezar zeigt. Und es ist kein Wunder, dass der Luzifer hier in Jesaja 14 unter dem Symbol des Königs von Babel beschrieben wird.
[43:49] Das heißt hier, Jesaja 14, Abfest 12: „Wie bist du vom Himmel herabgefallen, du Glanzstern, Sohn der Morgenröte, wie bist du zu Boden geschmettert, du überwältigende Nation, und doch hattest du dir in deinem Herzen vorgenommen: Ich will zum Himmel emporsteigen und meinen Thron über die Sterne Gottes erhöhen und mich niederlassen auf dem Versammlungsberg im äußersten Norden. Ich will emporfahren auf Wolkenhöhen, dem Allerhöchsten mich gleich machen.“ Hier ist dieser Drang, sich selbst zu erhöhen und sich selbst zu erheben, exemplarisch ausgedrückt. Und die Reaktion kommt in Vers 15: „Doch ins Totenreich wirst du hinabgestürzt in die tiefste Grube.“ Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden, das war schon bei Luzifer so, das ist jetzt bei Nebukadnezar so.
[44:33] Und dann, als Gegenzug dazu, als genaues Gegenteil, sehen wir Philipper, Kapitel 2, Abfest 5. Das heißt es in Philipper 2, Abfest 5: „Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war, der, als er in der Gestalt Gottes war, er ist nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein, sondern er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt deines Knechtes an und wurde wie die Menschen. Und in seiner äußeren Erscheinung, als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod. Ja, bis zum Tod am Kreuz.“ Die Gesinnung Jesu und damit die Gesinnung Gottes, denn Jesus ist ja das Wort Gottes, er macht ja Gott deutlich, sein Wesen, die Gesinnung Gottes selbst ist sich zu erniedrigen. Nicht nur die Gesinnung Jesu, die Gesinnung Gottes, des Vaters, ist es für andere da zu sein. Nicht auf sich selbst zu verweisen, sondern für andere da zu sein.
[45:37] Wenn Daniel, also dem Nebukadnezar sagt: „Brich mir deinen Sünden durch Barmherzigkeit gegen Elende“, dann lädt er ihn ein, von Gott selbst zu lernen und durch die Veränderung, die Gott bewirkt, Gott ähnlicher zu werden in dem Charakter.
[45:55] Interessant ist hier, was über Jesus geschrieben wird in Vers 9: „Darum hat ihn Gott auch über alle Maßen erhöht und ihm einen Namen verliehen, der über allen Namen ist.“ Wer sich erhöht, wird erniedrigt werden. Wer sich erniedrigt, wird erhöht werden. Das gilt für Jesus und für Luzifer und für alle Menschen und auch für Nebukadnezar und auch für dich und für mich. Wir alle müssen uns die Frage stellen, was ist das grundlegende Prinzip in meinem Herzen? Will ich mich selbst erhöhen oder will ich gerne für andere da sein, weil ich weiß, dass Gott für mich sorgt und weil ich darauf vertraue und das weiß, muss ich mich nicht um mich selbst kümmern, sondern kann für andere da sein. Das ist das Urprinzip des Evangeliums. Wenn wir Gott vertrauen, dann können wir auch für andere da sein. Wenn wir das nicht tun, dann haben wir das Gefühl, wir müssen für uns selbst sorgen und uns selbst erhöhen. Der Glaube daran, dass Gott die Liebe ist und er es immer ist und er das Beste für mich persönlich will, das ist das Fundament und wenn wir das verstehen und immer wieder uns vor Augen halten, dann werden wir es immer besser verstehen, bis es unser Wesen ganz prägt.
[47:15] Diese Idee von dem großen Babylon, die der Nebukadnezar hier ausführt, das wird ja dann später in Offenbarungen auch nochmal aufgegriffen, wenn es von Babylon der Großen heißt in Offenbarung 17 und Offenbarung 18. Bibel sagt uns auch, dass Gott dem Stolzen widersteht und vielleicht ändert sich der ein oder andere auch an, dass gleiches von dem Reichen nahe wie in Lukas 12, Vers 19 und 20, wo eine ganz ähnliche Konstellation zu finden ist.
[47:39] Vers 28: „Noch war das Wort im Mund des Königs. Da klang eine Stimme vom Himmel herab. Dir wird gesagt, König Nebukadnezar, das Königreich ist von dir genommen.“ Und diese Plötzlichkeit illustriert dann auch den späteren Untergang des babylonischen Weltreiches. Das werden wir dann in Kapitel 5 nächste Woche noch deutlicher sehen. Wir sehen auch in Jesaja 47 dort eine Beschreibung dieses plötzlichen Endes Babylons und auch das ist ein Typus für das endzeitliche Babylon. Sie sagt uns in 1. Thessalonicher 5, Vers 3: „Die Leute werden sagen: Frieden und Sicherheit! Und plötzlich wird sie ein Verderben überkommen.“
[48:13] Vers 29: Was hier interessant ist, das ist eine fast wörtliche Wiederholung dessen, was Daniel in Vers 22 gesagt hat. Aber hier ist es nicht Daniel, sondern hier ist eine Stimme vom Himmel, die deutlich macht, dass Daniel in seinen Worten in Vers 22 tatsächlich inspiriert war. Das ist ein schönes Beispiel. Man findet gar nicht so viele davon in der Bibel, die das so deutlich machen, dass die Worte des Propheten ziemlich präzise, wörtlich dem entsprechen, was Gott selbst, was die Stimme vom Himmel dem Nebukadnezar sagt. Und das wird dem Nebukadnezar auch aufgefallen sein. Das Ganze war natürlich eine Folge der Gesetzesübertretung. Und 5. Mose 28, Vers 28 zeigt uns, dass als Folge dessen auch so etwas zu erwarten ist.
[49:13] Vers 30: „Im selben Augenblick erfüllte sich das Wort an Nebukadnezar. Er wurde von den Menschen ausgestoßen, fraß Gras wie ein Ochse. Und sein Leib wurde vom Tau des Himmels benetzt, bis sein Haar so lang wurde wie Adlerfedern und seine Nägel wie Vogelkrallen.“ Es gibt interessanterweise eine psychische Krankheit, die man Boanthropie nennt, wo der Patient sich für einen Ochsen hält. Möglicherweise hat Gott also so eine Krankheit auf Nebukadnezar kommen lassen oder so eine ähnliche. Auch an anderen Beispielen in der Bibel sehen wir, dass Gott Strafgerichte durch tatsächlich reale Krankheiten wie Aussatz zum Beispiel bei Gehasi oder Usija vollzogen hat.
[49:53] Aber und das ist ein sehr wichtiger Punkt. Wir haben ja gesehen, es würde ein Wurzelstock übrig bleiben. Und dieser Wurzelstock, der würde in Ketten gelegt werden, um deutlich zu machen, dass diese Hoffnung nicht einfach rausgerissen werden kann. Man muss sich mal die Frage stellen, was man normalerweise im Alten Orient mit einem Herrscher gemacht hat, der nicht nur ein, zwei Tage, sondern Wochen, Monate, Jahre regierungsunfähig gewesen ist. Ich meine, das ist das Weltreich, das mit militärischer Macht andere Nationen unterdrückt hat, Tribute fordert. Und wenn der König so krank ist und sich so daneben benimmt, dann kann er keine Feldzüge führen, dann kann er keinen Tribut einfordern. Wie soll er die Provinzen alle dann in seiner Macht behalten? Der König allein kann das Aketu-Fest, das Neujahrsfest feiern, was für die damalige Religion sehr wichtig gewesen ist. Der Staat ist in einer prekären Situation. Normalerweise würde man einen König einfach umbringen oder ihn ignorieren, einen neuen König auf den Thron setzen. Man weiß in Assyrien, dass dort, als ein König sehr krank gewesen ist, seine Söhne schon einfach die Sache unter sich ausgemacht haben und man den Tod des Königs dann kaum noch wahrgenommen hat, weil man ihn quasi schon abgesetzt hatte.
[51:14] Sieben Jahre lang ist der Nebukadnezar in einer Situation, wo ihn jeder Hofbeamte einfach abstechen kann, sich selbst zum König machen kann, ohne dass er irgendwie einen Schutz hat. Und doch wird er sieben Jahre von diesem Gott, der ihn so tief demütigt, um ihn zu retten, sieben Jahre lang am Leben erhalten. Und das ist in dieser Zeit unter diesen politischen Voraussetzungen überhaupt keine Selbstverständlichkeit. Dass der Nebukadnezar sieben Jahre lang das überlebt, ist ein Wunder, das Gottes Gnade sehr deutlich zeigt.
[51:51] Vers 31: „Aber nach Verlauf der Zeit hob ich, Nebukadnezar, meine Augen zum Himmel empor, und mein Verstand kehrte zu mir zurück. Da lobte ich den Höchsten und pries und verherrlichte den, der ewig lebt, dessen Herrschaft eine ewige Herrschaft ist und dessen Reich von Geschlecht zu Geschlecht wird.“ Nach sieben Jahren kommt ihm der Verstand wieder. Er hat seine Augen zum Himmel erhoben. Er konnte mit seiner Krankheit ja gar nicht groß reden. Er konnte keine langen Bußgebete sprechen. Er konnte keine ausgefeilte theologische Begründung geben. Er war ja wie ein Tier, aber er konnte seine Augen zum Himmel erheben. Denn was Daniel gesagt hatte: „Du wirst wieder deinen Verstand zurückbekommen, wenn du anerkennst, dass der Himmel herrscht.“ Und es ist nicht ohne Grund, dass er steht: „Er hob seine Augen zum Himmel empor.“ Und als er das tut, kehrt sein Verstand zu ihm zurück.
[52:47] So wie die Dämonenbesessenen, die gar nicht mehr reden konnten. Die Dämonen sprachen aus ihnen, aber Jesus hat in ihrem Blick gesehen, dass sie gerettet werden wollen. So sah Gott in diesem Blick dieses Nebukadnezar, der sieben Jahre wie ein Ochse gelebt hatte, dass er gerettet werden möchte. Dieser Blick zum Himmel, der hat ausgereicht. Lieber Freund, liebe Freundin, ganz egal, wie tief ihr gefallen seid und ganz egal, wie hoch die Fallhöhe gewesen ist und ganz egal, wie schmachvoll unser Leben gewesen ist. Selbst wenn wir nicht einmal mehr richtig Worte haben, um es auszudrücken, der Blick zum Himmel reicht. Die Menschen in der Wüste, in 4. Mose 21, mussten auf die bronzene Schlange schauen. Das hat gereicht. Sie mussten keine langen Gebete sprechen, keine langen Begründungen geben. Sie mussten zu dieser Schlange schauen und sie wurden geheilt. Denn so, sagt Jesus, hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Wenn wir Jesus glauben, dann wird er uns retten. Und dann wird auch unser Verstand wieder zu uns zurückkehren, wie bei Nebukadnezar. Dann wird auch das, was wir durch Sünde verloren haben, uns wieder hergestellt werden, soweit es gut für uns ist.
[54:15] Denn Nebukadnezar erlebt echte Wiederherstellung.
[54:20] Vers 32: „Gegen welchen alle, die auf der Erde wohnen, wie nichts zu rechnen sind. Er verfährt mit dem Herr des Himmels und mit denen, die auf der Erde wohnen, wie er will, und es gibt niemand, der seine Hand wehren oder zu ihm sagen dürfte: Was machst du.“ Interessant ist schon in Vers 31, wenn es heißt: „dessen Herrschaft eine ewige Herrschaft ist und dessen Reich von Geschlecht zu Geschlecht wird.“ Das haben wir schon in Kapitel 3, 33 am Anfang dieses Kapitels gesehen. „Sein Reich ist ein ewiges Reich und seine Herrschaft wird von Geschlecht zu Geschlecht.“ Wir haben also am Anfang diesen Erlass und dann am Ende noch einmal wie eine Klammer diese ganze Geschichte durch diese Aussagen von Nebukadnezar einrahmt und sagt: Gott ist einfach außergewöhnlich. Niemand sonst kann das, was Gott kann. Er ist eine ganz andere Kategorie als all diese babylonischen Götter, die da auf Keilschrifttafeln stehen und die angeblich etwas können, aber die noch nie wirklich angegriffen haben, wo die Experten nicht mal wissen, was sie wissen. Nebukadnezar erkennt, der Gott, der Bibel, der Gott Daniels ist ein realer Gott. Einer, zu dem man reden kann, einer, der einen hört und sieht und der das ernst meint, was er sagt, auf dessen Wort man sich verlassen kann, in jeglicher Hinsicht.
[55:28] Und nun verehrt Nebukadnezar diesen Gott, Vers 33 und 34: „Nun zur selben Zeit kam mir mein Verstand zurück und mit der Ehre meines Königtums kehrt auch meine Herrlichkeit und mein Glanz zurück. Meine Räte und meine Großen suchten mich auf und ich wurde wieder in mein Königreich gesetzt und erhielt noch größere Macht.“ Man ist fast ein bisschen an Hiob erinnert, der noch mehr bekam, obwohl da die Umstände natürlich vollkommen andere waren und auch die Prinzipien, die dahinter standen in dieser Geschichte. Wenn Gott wieder herstellt, dann stellt er nicht nur zögerlich her, sondern er gibt und gibt noch mehr, als am Anfang da gewesen ist. Wenn wir auch durch Sünde gefallen sind, die Erlösung, die Macht, den gebrochenen Knochen dicker, als er am Anfang jemals gewesen ist, fester. Durch die Erlösung kommen wir in eine noch engere Verbindung zu Jesus, als wir sie gehabt hätten, wenn wir nie gefallen wären. Wenn Gott wieder herstellt, dann voll und ganz und über alle Maßen.
[56:32] Vers 34: „Nun lobe und erhebe und verherrliche Nebukadnezar, den König des Himmels. Denn all sein Tun ist richtig und seine Wege sind gerecht. Was immer er tut, er ist immer die Liebe.“ Nebukadnezar hat das verstanden und seine Wege sind gerecht. Wer aber hochmütig wandelt, den kann er demütigen. Nebukadnezar hat gesehen, dass Stolz, das eigene, erhobene Ich, mit Gottes Werk nicht übereinstimmt. Er war jetzt wirklich bekehrt.
[57:01] Ellen White sagt uns im Review and Herald, 11. Januar 1906: „König Nebukadnezar, vor dem Daniel so oft den Namen Gottes geehrt hatte, war schlussendlich gründlich bekehrt.“ Es hat viele Jahre gedauert. Es gab spektakuläre Momente und dann umso dramatische Rückfälle. Nebukadnezars Bekehrung ist keine einfache Geschichte. Und wenn wir auch mit Menschen begleiten, die vielleicht schon spektakuläres erkannt haben und dann wieder in alte Gewohnheiten zurückfallen, dürfen wir nicht aufgeben. Gott hat nicht aufgegeben mit Nebukadnezar. Es hat Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte gedauert. Aber am Ende war er wirklich gründlich bekehrt. Es gibt Menschen, die sind vielleicht begeistert von der Gesundheitsbotschaft, begeistert von der Erziehungsbotschaft, begeistert von der Prophetie, begeistert sogar von den Erfahrungen, die andere haben. Und die sind vielleicht in der Gemeinde und preisen Gott. Aber sie haben noch keine persönliche Erfahrung mit Jesus gemacht, noch keine persönliche Bekehrung erlebt. Und wenn sie dann zurückfallen in alte Dinge, wenn sie vielleicht sogar den Glauben wieder verlassen, dann sagen wir: „Alles ist vorbei.“ Aber, liebe Freunde, lasst uns daran denken, dass Nebukadnezar viel Zeit von Gott bekommen hat und Gott immer und immer wieder ihm nachgegangen ist. Die ersten vier Kapitel sind eigentlich die Geschichte von Nebukadnezar, in der Daniel und seine drei Freunde entscheidende Rollen spielen. Aber derjenige, der hier gerettet wird, ist Nebukadnezar. Der Mann, der ein ganzes Weltreich führte, einer der wenigen großen, ganz großen Herrscher, den ich persönlich denke, dass wir ihn im Himmel wiedersehen werden. Und wenn Nebukadnezar gerettet werden kann, der König von Babylon, der in vielem seinem Tun hier lange Zeit fast ein Repräsentant Satans ist, mit seiner Selbsterhöhung, wenn der gerettet werden kann durch die Gnade Gottes, dann kannst du auch gerettet werden. Wenn Gott ihn retten wollte, will er dich auch retten. Dann kann er mich und dich retten. Er wird es gerne tun. Die Frage ist, möchtest du Gott erlauben, dass er in deinem Herzen den Stolz so besiegen kann, dass du wirklich gründlich bekehrt bist? Nicht nur angetan von der Gesundheitsbotschaft, nicht nur begeistert von der Prophetie, nicht nur beeindruckt von dem, was Gott im Leben anderer Menschen wirkt, wie in Daniel 1, 2 und 3, sondern dass du sagen kannst: „Ich kann heute hier stehen und sagen: Jesus hat Großes an mir getan.“ Ich kann persönlich sagen: „Ich, Christoph Anders, Jesus hat Großes in meinem Leben getan. Jeden Tag höre ich seine Stimme und er zeigt mir etwas Neues. Ich bin dankbar, dass er mein Leben führt, dass er mich aus so vielen Problemen errettet hat, mir so viel vergeben hat.“ Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass auch du, liebe Freund, liebe Freundin, diese Erfahrung machen kannst und ihn preisen kannst, so wie Nebukadnezar. Gott segne dich. Nächste Woche werden wir uns hier wiedersehen, zur nächsten Folge. Wir wünschen euch Gottes reichen Segen und viel Freude im Studium seines Wortes. Amen.