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Manuskript zur Sendung >>> CSH_Manuskript_2020 1st (Special) Nr 7

In dieser Folge der Cannstatt Study Hour wird das biblische Buch Daniel, Kapitel 6, beleuchtet. Die Geschichte von Daniel in der Löwengrube wird analysiert und mit der historischen und theologischen Bedeutung für die heutige Zeit verknüpft. Es wird gezeigt, wie Daniels Treue zu Gott trotz widrigster Umstände und politischer Intrigen zum Vorbild für Gläubige wird. Die Lektionen über Integrität, Vertrauen in Gott und die typologische Bedeutung für die Endzeit werden hervorgehoben.

In dieser Folge der Cannstatt Study Hour wird das biblische Buch Daniel, Kapitel 6, beleuchtet. Die Geschichte von Daniel in der Löwengrube wird als tiefgründige Lektion über Glauben, Treue und göttliche Gerechtigkeit analysiert. Der Vortrag beleuchtet die historischen Hintergründe, die Parallelen zu Jesus Christus und die zeitlosen Prinzipien für das Leben im Glauben, die auch für die heutige Zeit relevant sind. Es wird gezeigt, wie Daniels unerschütterliche Beziehung zu Gott ihm selbst in tödlicher Gefahr Schutz bot und wie diese Geschichte eine Vorahnung auf das Evangelium ist.


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Serie: Cannstatt Study Hour - Spezial 2020 Q1: Daniel

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Ein herzliches Willkommen gilt auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries zur nächsten Folge unserer Spezialserie über das Buch Daniel. Heute haben wir eine Geschichte vor uns, die vielleicht zu den bekanntesten Geschichten überhaupt, nicht nur des Buches Daniels, sondern der ganzen Bibel gehört. Eine beliebte und berühmte Kindergeschichte, die allerdings so viel Wichtiges und theologisch Relevantes für unser persönliches Leben enthält, dass wir sie manchmal vielleicht zu wenig wirklich auch gründlich studieren. Wir wollen gemeinsam Daniel 6 uns anschauen unter dem Titel „Von der Löwengrube zur Engelsgrube“. Und damit bereiten wir uns vor auf das Bibelgespräch am 15. Februar. Und bevor wir mit dem Vers-zu-Vers-Studium beginnen, möchten wir Gott einladen, unsere Gedanken zu lenken und uns Wahrheiten zu zeigen, die uns persönlich in unserer Beziehung zu ihm helfen und uns festigen und stärken. Und wir möchten deswegen ein Gebet am Anfang sprechen.

[1:29] Lieber Vater im Himmel, danke, dass wir dich Vater nennen dürfen und dass du so gut zu uns bist und dass du auch jetzt durch dein Wort sprechen möchtest. Hier sind deine Worte. Wir brauchen deinen Geist, um sie zu verstehen. Und wir möchten dich bitten, dass du unsere Herzen anrührst und dass wir von Daniel lernen, mit dir zu gehen und aus deinem Wort zu leben und treu zu sein, aus Liebe zu dir. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[1:59] Daniel Kapitel 6 Vers 1. Und Darius der Meder empfing das Königreich, als er 62 Jahre alt war. Dieser Darius der Meder ist eine interessante Figur, vor allem deswegen, weil er sich nicht so leicht durch außerbiblische Quellen belegen lässt. Die Keilschrifttexte, die wir kennen, erwähnen nur Kyros, und so wird in den Geschichtswerken meistens gesagt, dass eben jener Kyros bereits im Oktober 539 nach dem Fall von Babylon die Gesamtherrschaft über das Reich übernommen habe. Es gibt dann manchmal Versuche, Darius den Meder mit einem Verwalter unter der Regierung des Kyros zu identifizieren. Da wird meistens ein Ukbaru ins Feld geführt, der einige Monate dort in Babylon die Provinz verwaltet hat. Dem gegenüber steht allerdings die klare und deutliche Aussage von Ellen White in „Propheten und Könige“, wo sie sagt: „Nach des Darius' Tod, gemeint ist Darius der Meder, kaum zwei Jahre nach dem Fall Babylons, folgte Kyros auf den Thron, und der Anfang seiner Regierung bedeutete das Ende der 70 Jahre, seitdem die erste Brea von Nebukadnezar aus ihrer jüdischen Heimat nach Babylon geführt worden war.“ Die Geschichtswissenschaft beruft sich unter anderem auch auf die Erzählung von Herodot, der allerdings selbst in seinem Geschichtswerk sagt, dass er drei verschiedene Versionen vom Aufstieg des Kyros kannte und eine ausgewählt hatte, die ihm ganz plausibel erschien. Nach Herodot hatte Kyros die Meder bereits in den 550er Jahren besiegt und unterdrückt und deswegen war es bei Herodot eigentlich nur noch ein persisches Reich. Demgegenüber sind einige Fakten zu nennen, die Haranstähle von Nabonid erwähnt in Zeile 42, die Meder und nicht die Perser als einen wesentlichen Machtfaktor in der Region. Im Persepolis-Relief im Apadana-Palast sehen wir Meder und Perser ohne Rangunterschied nebeneinander und vor allem die Kyropaidea von Xenophon berichtet unabhängig von Herodot, oder ihm entgegengesetzt, dass es noch einen medischen Herrscher nach dem allseits anerkannten Astyages gegeben habe, nämlich einen Kyrxares II. Der vermutlich genau dieser Darius der Meder gewesen ist, der die Herrschaft übernommen hat, während Kyros als eine Art Prinzregent die alliierten Armeen als General der Meder und Perser anführte. Und es scheint so, dass Ellen White diesen abweichenden Traditionsstrang der griechischen Historiografie stützt, und das passt auch sehr viel besser zur allgemeinen biblischen Chronologie, weil dann, wie wir auch schon im Studium von Esra in Esra 1 gesehen haben im vergangenen Quartal, kann man deutlich zeigen, dass das erste Jahr des Kyros tatsächlich dann mit dem Ende der 70 Jahre nach 605, wo sie begonnen hatten, bis 535, dass das damit zusammenhängt. Soviel also ganz kurz zum historischen Hintergrund. Es bleibt allerdings noch manches zu tun. Es wäre natürlich sehr schön, wenn wir irgendwann eine Keilschrifttafel finden würden, die dann auch diesen medischen König hier bestätigt.

[5:27] Vers 2. Darius aber befand es für gut, 120 Satrapen über das Reich zu setzen, die im ganzen Reich sein sollten. Allein dieser Vers zeigt deutlich, dass Darius der Meder nicht irgendein Provinzstadthalter gewesen sein kann, denn nur der Souverän des medopersischen Weltreiches kann derartige Personalentscheidungen für alle Provinzen vornehmen. Das Weltreich umfasst zu diesem Zeitpunkt vor allem den Iran, Mesopotamien, Kleinasien, die Levante, Westsyrien, noch nicht Ägypten, das ist erst durch Kambyses, den Sohn von Kyros, erobert worden, auch noch nicht die östlichsten Provinzen am Hindukusch und Industal. Das kam dann im Laufe der Zeit dazu.

[6:08] Vers 3. Und über diese drei Minister, von denen Daniel einer war, diesen sollten jene Satrapen Rechenschaft ablegen, damit der König keinen Schaden erleide. Eine ganz bemerkenswerte Sache, dass Daniel auch im neuen Reich eine immens verantwortliche Stellung gehabt hatte, trotz des Regimewechsels. Und das zeigt, wie stark seine Integrität gewesen sein muss, dass auch die neuen Herrscher hier einen wichtigen Funktionär des alten Regimes übernommen haben. Das haben wir in Daniel 2 und auch in Daniel 5 gesehen, welche hohe Meinung man schon in Babylon von Daniel gehabt hat. Es erfüllt sich hier, was in der Bibel immer wieder steht, zum Beispiel, und nur ein Beispiel sei hier erwähnt, von mehreren, die wir im Sendemanuskript haben, in Sprüche 3. Und dort Vers 16 heißt es: „In ihrer rechten, das heißt in der rechten der Weisheit, ist langes Leben, in ihrer linken Reichtum und Ehre.“ Wer Gottes Weisheit in sein Herz nimmt, der wird auch Ehre und in dieser Welt auch entsprechende Anerkennung finden, so wie Daniel das hier erlebt hat.

[7:28] Vers 4. Da sich nun dieser Daniel vor allen Ministern und Satrapen auszeichnete, weil ein so vortrefflicher Geist in ihm war, so nahm sich der König vor, ihn über das ganze Reich zu setzen. Dieser vortreffliche Geist, den kennen wir schon aus Daniel 5, diese Formulierung in Vers 12 und 14, da war das über Daniel ebenfalls gesagt worden. Und interessant ist, dass das etwas ist, was auch von Jesus gesagt wird. In Lukas 2, Vers 52, dort lesen wir schon über den jungen Jesus: „Und Jesus nahm zu an Weisheit und Alter und Gnade bei Gott und den Menschen.“ Daniel war nicht nur in den Augen Gottes ein vortrefflicher Mensch, er war auch bei seinen Mitmenschen anerkannt aufgrund seiner Integrität, seiner Treue, seiner Gerechtigkeit. Und entsprechend haben wir auch einige Ellen White Zitate dazu hier im Sendemanuskript. Sie sagt: „Was für ein Eindruck hat Daniel auf den Darius gemacht? Er lebte ein heiliges und reines Leben. Gott war für ihn das Allerwichtigste.“ Und sie sagt anderer Stelle: „Daniel war ein Staatsmann und schwere Verantwortung lag auf ihm. Und doch hat er dreimal am Tag Gott gesucht, wie wir jetzt noch gleich sehen werden. Und der Herr gab ihm den Heiligen Geist.“ Das ist genau das, was Darius wahrgenommen hat, dass hier ein besonderer Geist in ihm wirkt.

[9:00] Vers 5. Da suchten die Minister und Satrapen eine Anklage gegen Daniel zu finden im Hinblick auf die Regierungsgeschäfte. Wir haben gerade gesagt, wer Gott nachfolgt und von seiner Weisheit erfüllt ist, der wird in dieser Welt Anerkennung finden. Das sollte natürlich nicht bedeuten, dass uns die ganze Welt lieben wird. Im Gegenteil, Jesus hat uns gesagt, dass wir in dieser Welt Konflikt haben werden, Verfolgung und Schwierigkeiten. Und ja, wie Daniel, wir werden immer wieder bei aufrichtigen Menschen als Gläubige, als diejenigen erkannt, die tatsächlich Gottes Heiligen Geist in sich haben. Aber der Feind schläft nicht, und es wird immer für einen Gläubigen auch echten Widerstand geben. Daniel selbst hatte das ja und auch seine Freunde erlebt. In Daniel 3, Vers 8 haben wir da die entsprechende Geschichte schon gelesen, als den drei Freunden der Widerstand entgegenschlug. Die Bibel sagt in Sprüche 29, Vers 27: „Wer richtig wandelt, ist dem Gottlosen ein Gräuel.“ Und Prediger 4, Vers 4 gibt uns eine nur allzu wahre Idee, die wir vielleicht alle aus unserem persönlichen Leben kennen. Prediger 4, Vers 4: „Ich sah auch, dass alle Mühe und alles Gelingen im Geschäft nur den Neid des einen gegen den anderen weckt. Auch das ist nichtig und ein Haschen nach Wind.“ In dieser sündigen Welt können wir, selbst wenn wir alles richtig machen und mit Gottes Hilfe wirklich ausgezeichnete Charaktere entwickeln, nur damit rechnen, dass andere trotzdem oder gerade deswegen uns beneiden und hassen. Wir lesen in der Bibel, dass es auch gegen Jeremia Verschwörungen gab, es gab gegen Jesus Verschwörungen. Wir haben die Texte hier im Sendemanuskript, und es war öffentlich bekannt, dass gerade im Fall von Jesus der Neid das treibende Motiv gewesen ist. Das kommt aus Matthäus 27, Vers 18 ganz deutlich heraus. Dort heißt es: „Denn er wusste, das spricht hier von Pilatus, denn er wusste, dass sie ihn aus Neid ausgeliefert hatten.“ Und Jesus war tatsächlich im Gegensatz zu Daniel wirklich im wahrsten Sinne sündlos und war trotzdem das Opfer einer perfiden Verschwörung. Diese besondere Treue ist ein Thema, das sich durch verschiedene Geschichten der Bibel zieht. Von David heißt es, dass er im Dienst von Saul besonders treu gewesen ist. Unter den einigen Versen sei hier 1. Samuel 22 erwähnt und dort Vers 14, da heißt es: „Da antwortete Ahimelech dem König und sprach: Und wer ist unter allen deinen Knechten so treu wie David, der dazu noch der Schwiegersohn des Königs ist, der Zutritt zu deinem Geheimenrat hat und in deinem Haus so hoch angesehen ist?“ Davids Treue auch gerade dem Saul gegenüber, der ihm ja nicht wohlgesonnen war, war außergewöhnlich. Pilatus erkannte natürlich, dass Jesus völlig unschuldig ist, und auch wir sind aufgefordert, inmitten eines verkehrten Geschlechtes unsträflich und lauter zu leben, so sagt es uns Philipper 2, Vers 15. An anderer Stelle sagt Paulus in 1. Thessalonicher, Kapitel 5, der Vers ist falsch, Titus 2, Titus 2, Vers 8 stattdessen, dort heißt es in Titus 2, Vers 8: „Gesunde und tadelose Rede, damit der Gegner beschämt wird, weil er nichts Schlechtes über euch sagen kann.“ Ich denke, wenn wir ganz ehrlich sind, sind wir wahrscheinlich alle noch ein ganzes Stück davon entfernt, dass wir so leben wie Daniel oder wie es hier geschrieben steht, dass der Gegner nichts Schlechtes über uns sagen kann, aber genau das ist eigentlich, was Gott in unserem Leben bewirken möchte, was er auch im Leben von Daniel getan hat. Petrus sagt dasselbe, wenn er sagte, wir sollten ein gutes Gewissen bewahren, damit die Verleumder zu Schanden werden, und er sagt uns, ja, wenn wir für den Glauben leiden, dann ist es eine gute Sache, aber wir sollten nicht wegen unserem Fehlverhalten leiden, weil wir uns so schlecht benommen haben. Ellen White sagt: „Steht fest wie Daniel, jener treue Staatsmann, ein Mann, den keine Versuchung beirren konnte. Enttäuscht ihn nicht, der euch so liebte, dass er sein eigenes Leben gab, um eure Sünden auszutilgen.“ Daniel wollte nicht einfach nur etwas beweisen, er hat Gott wirklich geliebt von Herzen, und deswegen war er so treu. Und an anderer Stelle sagt sie hier: „Der Herr machte Daniel und Josef zu scharfsichtigen Verwaltern. Er konnte durch sie wirken, weil sie nicht lebten, um ihre eigene Neigung zu befriedigen, sondern um Gott zu gefallen.“ Sie hatten diese tiefe Beziehung zu Gott und wollten, dass er sich freut über ihr Leben. Noch ein Zitat: „Dennoch wünscht der Herr in seinem Dienst intelligente Männer zu haben, Männer, die zu verschiedenen Zweigen des Werkes fähig sind. Er bedarf Männer, also Gott braucht Geschäftsmänner, welche die großen Grundsätze der Wahrheit in allen ihren Handlungen ausleben. Sie sollten ihre Gaben durch das gründlichste Studium und die bestmögliche Ausbildung vervollkommnen. Wenn Männer in irgendeinem Beruf die Gelegenheit, weise und tüchtig zu werden, auskaufen sollten, so sind es die, welche ihre Fähigkeiten zum Aufbau des Reiches Gottes in dieser Welt benutzen.“ Von Daniel wissen wir, dass in allen seinen Geschäftshandlungen, obgleich sie der genausten Prüfung unterzogen wurden, nicht ein einziger Fehler gefunden werden konnte. Er war ein Muster davon, was ein jeder Geschäftsmann sein kann. Seine Geschichte zeigt, dass von einem Menschen, der seinen Verstand und Muskelkraft, sein Herz und Leben dem Dienst Gottes weit ausgerichtet werden kann. Mit anderen Worten, egal welchen Beruf wir ausüben, wir können uns die Prinzipien, nach denen Daniel gelebt hat, zu eigen machen und genau das auch erleben, was Daniel erlebt hat.

[14:55] Anderer Stelle sagt Ellen White: „Daniel liebte, fürchtete und gehorchte Gott. Er ist nicht von der Welt entflohen, um ihren verderblichen Einfluss zu vermeiden. Er war in der Vorsehung Gottes in der Welt, aber doch nicht von der Welt.“ Und wir haben ja noch mehr Ellen White Zitate, die ihr alle dann im Sendemanuskript nachlesen könnt, die sehr wertvoll sind. Wir wollen jetzt aber weitermachen in Daniel Kapitel 6 und dort Vers 6. Also diese Verschwörung ist im Gange gegen Daniel, aber man findet nicht etwas, was man ihm anhängen kann. Da heißt es in Vers 6 jetzt: „Wir werden gegen diesen Daniel keinen Anklagegrund finden, es sei denn im Gesetz seines Gottes.“ Auch Jesus konnte nur mit religiöser Begründung angeklagt werden. Auch bei Paulus finden wir eine ganz interessante Passage dort in der Apostelgeschichte 24. Wir sehen hier, und deswegen betonen wir das mit Jesus, und da werden wir gleich noch etwas genauer darauf kommen, dass das Leben von Daniel und insbesondere diese Geschichte hier in gewisser Weise auch ein Typus auf Jesus selbst ist.

[16:07] Vers 7. Darauf bestürmten jene Fürsten und zertraten den König und sprachen: „König Darius, mögest du ewig leben!“ Beachten wir das Wort „bestürmen“ hier, da werden wir gleich noch mehr dazu sagen. Es war keine rationale, wohldurchdachte Handlung, sondern eigentlich Hass, der gar nicht gebändigt war. Und so sehen wir das auch im Leben von Jesus, dass die Menge nicht rational und wohldurchdacht gehandelt hat, sondern geschrien hat, völlig außer sich. Und nur ein Beispiel hier zu nennen in Lukas 23, Vers 23. Dort heißt es: „Sie aber hielten an mit lautem Geschrei und forderten, dass er gekreuzigt werde. Und ihr Geschrei und das der obersten Priester nahm überhand.“ Auch sie waren stürmisch, ähnlich auch in der Apostelgeschichte 22, als die Volksmenge Paulus nicht mehr weiter reden lassen möchte, sondern einfach losschreit. Diese Bezeichnung hier in Vers und diese Anrede in Vers 7, „mögest du ewig leben“, ist eine ganz typische, die wir öfter schon auch gesehen haben im Buch Daniel und auch im Buch Nehemia.

[17:20] Jetzt Vers 8. „Sämtliche Minister des Königreichs, die Vorsteher und Satrapen, die Räte und die Stadthalter erachten es für ratsam, dass eine königliche Verordnung aufgestellt und ein Verbot erlassen werde, wonach jeder, der innerhalb von 30 Tagen irgendeine Bitte an irgendeinen Gott oder Menschen richtet, ausgenommen allein, oh König, in die Löwengrube geworfen werden soll.“ Das Ganze beginnt mit einer Lüge, denn Daniel hatte das nicht für ratsam erachtet. Er war gar nicht eingeweiht worden in diese Pläne. Die ganze Sache basiert auf einer Lüge. Interessant ist natürlich die offensichtliche Parallele zu Daniel 3. In beiden Fällen geht es um falsche Anbetung und einen Todesbefehl. In Daniel 3 wird eine falsche Anbetung erzwungen, in Daniel 6 wird die wahre Anbetung verboten. Und beides hat typologische Bedeutung für die Endzeit, wenn unter dem Malzeichen des Tieres Stück für Stück sowohl eine falsche Anbetung geboten wird, als auch eine wahre Anbetung, nämlich die durch den Sabbat, am Ende auch verboten sein wird. Und zwar alles mit am Ende auch einem Todesbefehl verbunden. Und deswegen lohnt es sich, diese Geschichte nicht nur den kleinen Kindern zu erzählen, sondern sie genauer anzuschauen. Denn hier finden wir genau, wie wir leben sollten in der Endzeit, in dem, was in Offenbarung 13 beschrieben steht. Und so wie Daniel 3 ist auch Daniel 6 eine Geschichte, die für uns geschrieben ist, damit wir jetzt uns vorbereiten und jetzt die Beziehung zu Jesus aufbauen, die wir brauchen, um dann am Ende so handeln zu können, wie Daniel gehandelt hat.

[19:09] Die Bibel sagt uns immer wieder, zum Beispiel auch in Psalm 2, Vers 2, dass die Fürsten der Welt sich gegen Gott verabreden. Wir wissen aus Matthäus an mehreren Stellen, dass die Schriftgelehrten, die Pharisäer, die Sadduzäer sich beratschlagt hatten, wie sie gegen Jesus vorgehen. Auch hier sehen wir in dieser Geschichte dieses Prinzip.

[19:25] Vers 9. „Nun, König, erlasse das Gebot, unterschreibe das Edikt, das nicht abgeändert werden darf nach dem Gesetz der Meder und Perser, welches unwiderruflich ist.“ Man ist ein bisschen erinnert auch an die Geschichte von Esther und Haman, wo auch so ein schicksalsträchtiges Edikt unterschrieben werden soll, das dem König Michael, in dem Fall bei Haman, vor allem bekommt er viel Geld für das Unterschreiben des Ediktes, das sich gegen Gottes Volk richtet. Das Besondere hier an dieser Gesetzgebung der Meder und Perser, sowohl in Daniel als auch in Esther, ist dieses Merkmal, dass die Gesetze nicht widerrufen werden können und in gewisser Weise auch eine Ähnlichkeit haben zu dem Gedanken der Unfehlbarkeit, wie er dann in den dogmatischen Verlautbarungen des Papsttums zum Ausdruck kommt, was dann in Offenbarung 13 von Bedeutung ist, wo dieses Tier auch Elemente des medopersischen Weltreiches in sich vereint.

[20:33] Vers 10. Daraufhin unterschrieb der König das Edikt und Verbot. Die Bibel sagt, man kann sich nicht auf Fürsten verlassen. Psalm 146 und dort Vers 3. Nach dem, was wir hier lesen, insgesamt im Kapitel, war der Darius vielleicht gar nicht ein so schlechter Mensch, aber man kann sich auf Fürsten nicht verlassen, wie die Bibel sagt. Psalm 146 und dort Vers 3, dort steht: „Verlasst euch nicht auf Fürsten, auf ein Menschenkind, bei dem keine Rettung ist.“ Und das werden wir im Laufe dieser Geschichte jetzt noch gleich deutlich sehen.

[21:13] Vers 11. Als nun Daniel erfuhr, und lasst uns genau lesen, dass das Edikt unterschrieben war, ging er hinauf in sein Haus, wo er in seinem Obergemach offene Fenster nach Jerusalem hatte, und er fiel dreimal am Tag auf die Knie nieder und betete und dankte vor seinem Gott, ganz wie er es zuvor immer getan hatte. Dieser Vers ist ein Schlüsselvers. Daniel lässt sich überhaupt durch gar nichts von seiner Beziehung zu Gott abbringen. Keine Verleumdung, nicht einmal die Todesandrohung ist so gewichtig für ihn, dass er seine persönliche Andachtszeit davon irgendwie beeinflussen lassen möchte. Die Apostel haben dem Hohen Rat gesagt, dass es wichtig ist, Gott zu gehorchen, als Menschen zu gehorchen.

[22:09] Interessant hier in diesem Vers ist, dass Daniel ganz explizit nach Jerusalem hin betet. Warum tut er das? Erste Könige 8, Vers 30, gibt uns den Grund, der vielleicht auch nicht immer ganz vollständig schon studiert worden ist. Erste Könige 8, Vers 30, dort heißt es so: „Höre doch das Flehen deines Knechtes und deines Volkes Israel, dass sie zu diesem Ort hin beten werden. Ja, höre du es an dem Ort deiner Wohnung im Himmel, und wenn du es hörst, so vergib.“ Das waren die Worte von Salomo in seinem großartigen Gebet bei der Einweihung des Tempels, des Heiligtums. Die Idee war, dass die Gebete sich zum Heiligtum richten sollten. Als Typos dann für das himmlische Heiligtum im Neuen Bund, wo unsere Gebete zum himmlischen Heiligtum hingehen. Wir sollten dorthin beten, wo Gott sich offenbart in seinem Heiligtum.

[23:09] Was in diesem Gebet noch deutlich wird, in Vers 48 bis 50 ist Folgendes: Wenn die Israeliten in die Gefangenschaft, ins Exil gehen würden, wie es ja auch in 5. Mose schon vorhergesagt worden ist. Da heißt es hier in Vers 48: „Wenn sie so zu dir umkehren, mit ihrem ganzen Herzen und mit ihrer ganzen Seele im Land ihrer Feinde, die sie weggeführt haben, und sie beten zu dir, zu ihrem Land hingewandt, das du ihren Vätern gegeben hast, und zu der Stadt hin, die ich deinen Namen gebaut habe, so höre du im Himmel in deiner Wohnstätte ihr Gebet und ihr Flehen und verschaffe ihnen Recht und vergib deinem Volk, was sie gegen dich gesündigt haben und alle Übertretungen, die sie gegen dich begangen haben, und lasse sie Barmherzigkeit finden bei denen, die sie gefangen und weggeführt haben, sodass sie sich über sie erbarmen.“ Daniel kannte dieses Gebet, und deswegen betet er hier nach Jerusalem, denn er ist mit dem Volk Israel im Feindesland gefangen, wegen der Sünden. Er betet also nicht einfach nur, weil es Routine ist, er betet einfach auch nicht nach Jerusalem, um irgendwie nur aufzufallen, sondern er betet in Übereinstimmung mit dem klaren Befehl Gottes, mit dem, was hier in 1. Könige 8 sehr deutlich ausgedrückt ist.

[24:36] Und das ist deswegen interessant, weil es noch ein Kapitel in Daniel gibt, das ungefähr zur selben Zeit spielt. Wir können nicht genau eruieren, ob es kurz vorher oder kurz danach von Daniel 6 gewesen ist, aber es muss in derselben Zeit sein, denn Darius regierte ja nicht allzu lange, wie wir gesehen haben, keine ganzen zwei Jahre. Und in Daniel 9 wird uns gesagt, dass in dieser Zeit von Darius, also in der Zeit, als sich diese Ereignisse von Daniel 6 abgespielt haben, Daniel insbesondere das Buch Jeremia studiert hat, um genau diese Frage zu klären. Wir haben ja nicht die Zeit, all die Verse von Daniel 9 zu lesen, aber es heißt hier in Vers 1: „Wenn das, dass die Verwüstung Jerusalems in 70 Jahren verendet sein sollte.“ Daniel, der dort dreimal am Tag nach Jerusalem betet, der tut das nicht einfach nur, weil er das immer so gemacht hat, ja, das tut er auch deswegen, aber er tut es vor allem, weil er einen Grund hat, dorthin zu beten. Er möchte nämlich die Verheißung in Anspruch nehmen, dass Gott sein Volk wiederherstellt. All das, was wir hier in den Versen in Daniel 9 finden, grundsätzlich ist das auf seinem Herzen gewesen, und er hat das gebetet.

[25:57] Es heißt hier in Vers 16: „O Herr, lass doch um all deiner Gerechtigkeit willen deinen Zorn und Grimm sich abwenden von deiner Stadt Jerusalem, von deinem heiligen Berg, denn wegen unserer Sünden und der Missetaten unserer Väter ist Jerusalem und dein Volk allen seinen Nachbarn zum Gespött geworden. So höre nun, unser Gott, auf das Gebet deines Knechtes und auf sein Flehen und lass dein Angesicht leuchten über dein verwüstetes Heiligtum um des Herrn willen.“ Vers 18: „Neige dein Ohr, mein Gott, und höre, tu deine Augen auf und siehe unsere Verwüstung und die Stadt, die nach deinem Namen genannt ist, denn nicht um unserer eigenen Gerechtigkeit willen bringen wir uns zu bitten vor dich, sondern um deiner großen Barmherzigkeit willen.“ All das finden wir schon in 3. Mose und 5. Mose und wir finden es vor allem auch in 1. Könige 8, in diesem Gebet von Salomo. Das ist auf dem Herzen von Daniel, und nicht nur an dem einen Tag, der hier in Daniel 9 beschrieben ist. Das muss sein Gebet gewesen sein seit langer Zeit.

[26:53] Und interessanterweise ist Daniel 6 und Daniel 9 hier zeitlich miteinander verbunden. Es ist hier in Daniel 9, wo dem Daniel aufgrund dieses Gebetes nach Jerusalem hin, für Jerusalem, für den Tempel, aufgrund dieses Gebetes die Ankündigung des Messias gegeben wird, der das wahre Opfer bringen wird, der Messias, der ausgerottet werden wird, der die Sünden der Welt auf sich nehmen würde und deswegen die Strafe, die normalerweise dem Gottlosen gegeben wird, nämlich die Ausrottung, die würde er auf sich nehmen. Er würde alle Sünden abtun, die Missentaten sühnen, die Übertretungen ein Ende machen, das Problem der Sünde würde gelöst werden und eine ewige Gerechtigkeit würde eingeführt werden. Der wahre Bund Gottes, den wir ihn heute nennen, der neue Bund, würde bestätigt, bekräftigt werden. Das ganze Evangelium steckt hier in Daniel 9, und das ganze Evangelium hängt also auch an Daniel 6. Während wir in Daniel 9 sehen, was er betete und was die Antwort Gottes war im Laufe dieser Zeit, zur Zeit von Darius, sehen wir in Daniel 6, wie der Feind von außen versuchte, Daniel von diesem Gebet abzubringen.

[28:17] Und nicht nur das, im Leben von Daniel zeigt sich jetzt praktisch, typologisch einiges von dem, was der Gegenstand von Daniel 9 ist, nämlich das Evangelium, das Leben, der Tod und die Auferstehung von Jesus. Das wird jetzt in Daniel 6 typologisch zumindest angedeutet. Er, der für die Befreiung betet, wird durch sein eigenes Leben zum Anschauungsobjekt für das Evangelium.

[28:51] Halten wir noch fest in Vers 11, Daniel kniete nieder, und wir haben einige Verse wieder zusammengetragen, die zeigen, wie angemessen das ist, beim Gebet zu knien. Und dann haben wir in Vers 11 diese Formulierung, dass er dreimal am Tag auf die Knie ging. Und das basiert auf Psalm 55, einer sehr interessanten Stelle. Psalm 55 und dort Vers 18: „Abends, morgens und mittags will ich beten und ringen, so wird er meine Stimme hören.“ Lieber Freund, liebe Freundin, nimm dir Zeit für die Andacht. Und Daniel hat sich das ganz bewusst hier vorgenommen, dreimal am Tag besondere Zeit zu nehmen, über Gott nachzudenken, mit ihm zu sprechen. Es lohnt sich, auch wenn unsere Tage voll sind und jeder von uns kennt das, dass wir viel Stress haben und viel zu tun haben. Wie viel mehr Daniel, der Premierminister gewesen ist. Wenn wir uns bewusste Zeit nehmen zum Beten und Studieren, dann kann Gott Dinge in unserem Leben tun, die er sonst niemals tun könnte, weil wir gar nicht offen sind für sein Wirken. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, nichts bringt mich Gott so nahe, wie die persönliche Andachtzeit mit Gott. Das persönliche Gebet und das Nachdenken über einzelne Bibelverse.

[30:20] Interessant hier in Psalm 55 Vers 18 ist, dass es mit dem Abend beginnt: „Abends, morgens und mittags.“ Was übrigens auch dann wohl ein Hinweis darauf ist, nochmal, dass der biblische Tag am Abend beginnt, die Abendandacht eigentlich sozusagen der Start in den Tag ist. Sozusagen ist es interessant, die Perspektive mal einzunehmen. Und was spannend ist in Daniel 6 ist, Daniel dankt Gott. Er weiß, was er tut, bringt ihn möglicherweise in absolute Todesgefahr, aber er dankt ihm und er tut es, wie er es immer getan hat. Einige Ellen White Zitate hier, werden wir jetzt nicht lesen, aber könnt ihr nachlesen.

[30:51] Vers 12. Da stürmten jene Männer herein und fanden Daniel bittend und flehend vor seinem Gott. Sie waren zum König gestürmt in Vers 7. Jetzt stürmen sie wieder herein. Auch hier erfüllt sich, was die Bibel in Psalm 37 sagt. Lesen wir das kurz. Psalm 37 und dort Vers 32. Dort heißt es: „Der Gottlose lauert auf den Gerechten und sucht ihn zu töten, aber der Herr wird ihn nicht seiner Hand überlassen und ihn nicht verurteilen, wenn er gerichtet wird.“

[31:34] Vers 13, 14. Sogleich erschienen sie vor dem König und brachten das königliche Verbot zur Sprache: „Hast du nicht ein Verbot unterschrieben, wonach jeder, der innerhalb von 30 Tagen von irgendeinem Gott oder Menschen etwas erbittet, außer von dir, oh König, in die Löwengrube geworfen werden soll?“ Der König antwortete und sprach: „Die Sache steht fest, nach dem Gesetz der Meder und Perser, was unwiderruflich ist.“ Da antworteten sie und sprachen vor dem König: „Daniel, einer der Weggeführten von Juda, nimmt keine Rücksicht auf dich, oh König, und achtet nicht auf das Verbot, das du unterzeichnet hast, sondern er verrichtet dreimal am Tag sein Gebet.“ Daniel wird übrigens immer wieder im Buch Daniel als ein Exzellent beschrieben, sowohl Daniel 2 als auch Daniel 5 als einer von den Weggeführten. Die Anklage ist ganz parallel zu Daniel 3, was nochmal die Parallelität dieser beiden Kapitel unterstreicht. Wir lesen Daniel 3, Vers 12: „Nun sind da jüdische Männer, die du über die Verwaltung der Provinz Babel bestellt hast, Schadrach, Meschach und Abed-Nego. Diese Männer, oh König, achten nicht auf dich, dienen deinen Göttern nicht und beten das goldene Bild nicht an, das du aufgestellt hast.“ Ganz ähnliche Argumentation. Auch in Esther 3, Vers 8 finden wir, dass Haman mit der Religion der Juden argumentiert. In der Apostelgeschichte 17, Vers 7 wird den Christen vorgehalten, sie würden gegen die Erlasse des römischen Kaisers handeln. Das alles verweist typologisch auf die Endzeit, wo gläubige Menschen auch als Schwerverbrecher bezeichnet werden, die gegen die Gesetze des Landes verstoßen hätten.

[33:04] Ellen White sagt: „Wir brauchen das Vorbild von Männern wie Daniel, der sich dreimal am Tag im Gebet seinem Gott zuwandte. Er wusste, dass Gott allein sein Ratgeber und die Quelle seiner Weisheit und Kraft sein konnte. Die Wahrheit, wie sie sich später in Jesu offenbarte, war schon damals sein Geistesschwert im Glaubenskampf.“ Und sie sagt: „Wir sollten eine bestimmte Zeit haben, eine bestimmte Zeit für das Gebet, mindestens dreimal am Tag, morgens, abends und mittags, hat Daniel zu seinem Gott gebetet.“

[33:44] Vers 15. Als der König das hörte, wurde er sehr betrübt und er sah darüber nach, wie er Daniel retten könnte und gab sich bis zum Sonnenuntergang Mühe, ihn zu befreien. Darius war nicht blutrünstig, er mochte Daniel, aber er hatte sich verführen lassen. Und diese Idee, selbst angebetet zu werden, hatte ihn seinen Verstand verlieren lassen in gewisser Weise. Diese Idee, selbst erhöht zu werden, hatte ihn jetzt dazu gebracht, einen Freund ans Messer zu liefern. Und aufgrund seiner eigenen Regeln, die man seinem Königreich aufgestellt hatte, war er vollkommen machtlos. Dieser Vers zeigt, wie wenig man auf Menschen vertrauen kann. Hier ist jemand, der aufgrund seiner eigenen Selbsterhöhung, wobei er gar nicht daran dachte, Daniel etwas Schlimmes zu tun, den Daniel in Todesgefahr brachte und ihm nicht mehr helfen konnte. Wie oft bringen wir vielleicht andere Menschen in Gefahr, nur weil wir uns selbst erhöhen, obwohl wir dem anderen vielleicht gar nichts Böses wollen. Wenn selbst der mächtigste Mensch nicht helfen kann, und Darius war der mächtigste Mensch auf dem Planeten zu dem Zeitpunkt, dann kann es nur noch einen Retter geben, nämlich Gott. Und immer und immer wieder sehen wir im Buch Daniel, auch bei Nebukadnezar, aber das ganz deutliche Daniel 3, dass Gott den Kontrast macht zwischen dem mächtigen Herrscher des Weltreiches und ihm selbst. Während der Nebukadnezar nicht mal in der Lage war, seine eigenen Leute vor dem Feuertod zu bewahren, war Gott in der Lage, die drei Freunde Daniels im Feuer am Leben zu erhalten. Wir finden immer wieder Beispiele von mächtigen Menschen, die allerdings moralisch schwache Entscheidungen getroffen haben. Herodes hat gegen seinen Willen Johannes den Täufer umbringen lassen, weil er sich nicht getraut hat, seinen Eid zu brechen. Vor denen, die um ihn saßen, alle waren betrunken. Keiner hat sich getraut, etwas irgendwie Vernünftiges zu sagen oder war auch nicht mehr in der Lage dazu. Lukas 23 sagt uns, dass Pilatus eigentlich Jesus freilassen wollte, aber er war ohne Verbindung zu Gott und deswegen konnte er gegen das Böse nicht bestehen. Die Angriffe Satans können wir nur überwinden, wenn wir mit Gott verbunden sind. Und hier haben wir mächtige Männer, die viel Militär und Geld und Autorität und Gesetzeskraft hinter sich hatten, die aber dem Bösen nicht widerstehen konnten, obwohl sie menschlich gesehen eigentlich gar nichts Böses wollten. Wahre Hilfe kommt nur von Gott und wahre Hilfe ist nur möglich, wenn wir uns mit Gott verbinden.

[36:14] Vers 16. Da bestürmten, Achtung zum dritten Mal, da bestürmten jene Männer den König und sprachen: „Bedenke, König, dass nach dem Gesetz der Meder und Perser kein Verbot und keine Verordnung, die der König aufgestellt hat, abgeändert werden darf.“ Dieses Wort fällt auf. Sie wollen Daniel unbedingt vernichten. Psalm 94 und dort Vers 21: „Sie rotten sich zusammen gegen die Seele des Gerechten und verurteilen unschuldiges Blut.“

[36:49] Vers 17. Da befahl der König, dass man Daniel herbringe und in die Löwengrube werfe. Der König begann und sprach zu Daniel: „Dein Gott, dem du ohne Unterlass dienst, der rette dich.“ Wir haben schon gesehen, es bringt nichts, auf Fürsten zu vertrauen. Darius hat sich vor Menschen gefürchtet, aber Daniel vertraute auf Gott. Da passt ganz gut Sprüche 29, Vers 25. Dort lesen wir in Sprüche 29 und dort Vers 25. „Menschenfurcht ist ein Fallstrick. Wer aber auf den Herrn vertraut, der ist geborgen.“

[37:28] Ellen White erinnert uns: „Daniel in der Löwengrube ist derselbe Daniel, der vor dem König stand, umgeben vom Licht Gottes. Derselbe Daniel, der in Daniel 2 so einen Triumph feiern konnte durch Gottes Hilfe, ist derselbe, der jetzt in die Löwengrube geworfen worden ist.“ Daniel diente ohne Unterlass, weil er aus eigener Erfahrung wusste, dass Gott ohne Unterlass das Beste für ihn tat.

[38:03] Vers 18. Und man brachte einen Stein und legte ihn auf die Öffnung der Grube, und der König versiegelte ihn mit seinem Siegel und mit dem Siegel seiner Gewaltigen, damit in der Sache Daniels nicht geändert werde. Hier haben wir einen Menschen, der unschuldig ist, der von einer Verschwörung von bösen Menschen angeklagt wird aufgrund einer religiösen Sache, denn nach den Staatsgesetzen hat er sich nicht zur Schulde kommen lassen. Der betreffende Herrscher will ihn eigentlich freisprechen, schafft es aber nicht, und der Mann wird zum Tode verurteilt, und es wird ein Stein über ihn geschlossen, der versiegelt wird. Die Parallele zu Jesus ist unübersehbar. Jesus war nicht nur schuldlos, er war sündlos. Er wurde von einer Verschwörung von Priestern angeklagt, und Pilatus, der die Autorität hatte, wollte ihn eigentlich freisprechen, aber war nicht dazu in der Lage. Und als Jesus dann nicht nur zum Tode verurteilt wurde wie Daniel, sondern tatsächlich auch starb, denn der Antitypus ist immer größer als der Typus, der das nur andeutet. Als Jesus dann tatsächlich starb, wurde ein Stein vor seinem Grab gerollt und es wurde mit einem Siegel verschlossen. All das kann man nachlesen in Matthäus 27, Vers 60 bis 66, wie wir gesehen haben.

[39:35] In der Zeit von Darius dem Meder hat Daniel um Wiederherstellung gebetet und ist von Gott durch Gabriel unterrichtet worden, wie Gott nicht nur das Volk Israel wieder nach Palästina bringen würde und wie der Tempel wieder aufgebaut werden würde, sondern dass es eine Wiederherstellung geben würde, die viel weiter geht, die nicht nur einzelne Sünden des Volkes Israel wiedergutmachen würde, sondern alle Sünden, dass der Messias kommen würde. Und Daniel selbst hat in dieser Zeit durch sein eigenes Leben als Typus genau diese Handlung des Messias gezeigt. Seine Erfahrung in der Löwengrube ist ein Typus für das sündlose Leben, den Tod und die Auferstehung von Jesus. Daniel 6 ist das Anschauungsobjekt, das Gleichnis, mit dem Daniel 9, die Prophezeiung von Messias, eigentlich richtig verstanden wird.

[40:26] Vers 19. Dann zog sich der König in seinen Palast zurück und er verbrachte die Nacht fastend und ließ keine Frauen zu sich führen und der Schlaf floh von ihm. Das Wort für Frauen ist im Aramäischen eigentlich ein Wort, das Ablenkung bedeutet und könnte allgemein mit Unterhaltung übersetzt werden, anders übersetzt Musikinstrumente. Das Interessante ist, hier ist ein Mann, der sich bewusst ist, dass er einen Unschuldigen wegen seinem eigenen Stolz zum Tode verurteilt hat, und deswegen möchte er sich nicht unterhalten. Er hat keine Lust auf Unterhaltung, weil er weiß, mein Stolz, meine Selbsterhöhung hat diesen Unschuldigen zu Tode gebracht. Und jetzt kommt es: Wenn uns bewusst ist, dass mein persönlicher Stolz den Unschuldigen Jesus zu Tode gebracht hat, werde ich dann noch Freude haben an nutzloser Unterhaltung? Werde ich dann noch an vielleicht sogar zum Teil sündiger Unterhaltung Freude haben können, wenn mir das bewusst ist? Der Heide Darius wollte keine Unterhaltung sehen und hören, als er wusste, ein unschuldiger Mensch ist wegen meiner, wegen meinem Stolz zu Tode gekommen. Zumindest hat er geglaubt, dass Daniel tot ist, ist vermutet. Wie viel mehr sollten wir dann von Unterhaltung Abstand nehmen, wenn uns bewusst ist, dass unsere persönliche Stolz den sündlosen Jesus zu Tode gebracht hat. Ist uns das eigentlich so richtig bewusst?

[42:03] Vers 20. Beim Anbruch der Morgenröte aber stand der König auf und begab sich rasch zur Löwengrube. Auch hier Parallelen zu Matthäus 28. Dort ist ja zwischen Freitag und Sonntag noch der Sabbat, an dem alle ruhen, aber sobald der vorbei ist, haben wir dort Menschen, die vor allem die Frauen, die gleich ganz früh zum Grab gehen und kurz darauf ja dann auch Petrus und Johannes, vor allem der als erster dann vor Petrus noch da ist.

[42:35] Vers 21. Und als er sich der Grube näherte, rief er Daniel mit angstvoller Stimme. Der König begann und sprach zu Daniel: „Daniel, du Knecht des lebendigen Gottes, hat dein Gott, dem du ohne Unterlass dienst, dich von den Löwen retten können?“ Diese Formulierung, „ohne Unterlass dien“, die zweimal bei Darius auftaucht, die zeigt, dass es einen starken Eindruck auf Darius gemacht hat, wie Daniel seine Beziehung zu Gott gelebt hat. Und wir haben hier etliche Bibelfersen, die uns sagen, wir sollen Gottes Angesicht alle Zeit suchen, wir sollten stets bei Gott bleiben, wir sollten entscheiden, sein Wort bis ans Ende festzuhalten. Es ist vergleichsweise einfach. Oder anders ausgedrückt, es reicht nicht aus, zu einem Zeitpunkt viel über Gott zu wissen und viel für ihn zu tun, wenn wir dann später ihn wieder verlassen. Am Ende zählt nicht, was ich gewusst habe, was ich getan habe. Am Ende zählt, ob ich auch morgen noch an Jesus glaube. Die Bibel sagt uns: „Wer ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden.“ Und das war die Eigenschaft von Daniel. Was den König so beeindruckte, war nicht das theologische Wissen von Daniel, das konnte er zum Teil gar nicht beurteilen. Was ihn beeindruckte, war die Beständigkeit, mit der Daniel bei Gott blieb, weil er ihn so sehr liebte. Deswegen ermahnt uns Hosea: „Halte fest an Liebe und Recht und hoffe stets auf Gott.“ Jesus sagt uns in Lukas 18, dass wir beständig beten sollen. Römer 2, Vers 7 spricht von der Ausdauer im Wirken des Guten. Kolosser 4, Vers 2 sagt, wir sollten im Gebet ausdauernd sein, und Paulus sagt in 1. Thessalonicher 5 bekanntermaßen, dass wir ohne Unterlass beten sollten. In allem Gott danken.

[44:29] Kann Gott retten? Das ist die Frage von Darius. Und die Antwort, die kennen wir schon aus Daniel 3. Wir wissen, Gott kann selbst aus dem Feuer retten. Gott sagt selbst in 1. Mose 18, Vers 14: „Ist dem Herrn irgendetwas zu schwer?“ Er fragt in 4. Mose 11, Vers 23: „Ist seine Hand zu kurz?“ Jeremia 32 sagt, dass Gott, weil er der Schöpfer ist, ihm nichts unmöglich ist. Lukas 1, Vers 37: „Bei Gott sind alle Dinge möglich.“ Und wir dürfen deswegen vertrauen, dass er uns retten wird, so sagt 2. Korinther 1, Vers 10. Hebräer 7, Vers 25 macht deutlich, dass es insbesondere auch dann gilt, wenn es um unsere Sünde geht, von der wir Rettung brauchen. Hebräer 7, Vers 25: „Daher kann er auch diejenigen vollkommen retten, die durch ihn zu Gott kommen, weil er für immer lebt, um für sie einzutreten.“ Wir sehen in der Bibel immer und immer wieder, dass Gott Menschen vom Tode rettet, dass er sie durchs Wasser gehen lässt, dass er sie im Feuer bewahrt, in der Löwengrube. Wir sehen immer wieder gewaltige Rettungsaktionen, um uns die Wahrheit vor Augen zu halten, dass so wie Gott den Daniel bewahren konnte, wie er seine drei Freunde bewahren konnte, so wie er retten konnte, wie er das Wasser geteilt hat. Dieser Retter ist derjenige, der mich persönlich und dich von der Sünde retten möchte, genauso wie er dort rettet, so rettet er auch von der Sünde. Er kann vollkommen erretten. Und wenn wir ängstlich die Frage stellen, wie Darius: „Kann Gott uns retten, auch von der Macht des Satans, der umhergeht wie ein brüllender Löwe?“ Dann dürfen wir die Geschichte von Daniel auch als eine Zusage, einen Trost sehen, dass Gott retten kann, selbst vor der Sünde und selbst vor den schlimmsten Anschlägen des Satans.

[52:21] Vers 25 lesen wir: Da befahl der König, jene Männer herbeizuholen, die Daniel verleumdet hatten. Und dann warf sie in die Löwengrube, sie, ihre Kinder und Frauen. Und ehe sie noch den Boden der Grube berührten, waren die Löwen schon über sie hergefallen und zermalmten ihnen alle Glieder. Halten wir fest, wir sehen auch in der Geschichte von Haman, dass das Unheil, das den Gläubigen angedacht war, dann auf den Anstifter zurückgefallen ist. Der Haman ist an seinem eigenen Galgen, den er gebaut hatte für Mordechai, aufgehängt worden. Und es erfüllt sich so ein bisschen das, oder es erfüllt sich das, was in Sprüche 11, Vers 8 steht über diesen Zusammenhang. In Sprüche 11 und dort Vers 8 heißt es: „Der Gerechte wird aus der Bedrängnis befreit, und der Gottlose tritt an seine Stelle.“ Aber, und das sollten wir auch festhalten, die Tat war, dass die Kinder hier mit den Löwen vorgeworfen worden sind, war nicht in Übereinstimmung mit dem Gebot Gottes, das deutlich sagt, dass die Söhne nicht für die Missetat der Väter mitverantwortlich gemacht werden sollen und getötet werden sollen. Wir finden auch in 2. Könige 14, Vers 6, wo ganz bewusst die Söhne von Mördern nicht umgebracht werden, weil das Gebot Gottes das verbietet.

[53:24] Vers 26. Da schrieb der König Darius an alle Völker, Stämme und Sprachen, die im ganzen Land wohnten: „Euer Friede nehme zu.“ Hier haben wir ein königliches Edikt, wie wir es auch aus Daniel 3, also Daniel 4, mit dem Anfang Daniel 3, 31 kennen. Eine Formulierung, die wir auch aus Esra kennen, und ein Befehl an alle Völker, Nationen, an alle, wie sie heißt, an alle Sprachen, alle Stämme. Und das erinnert uns natürlich an Offenbarung 14. Wir haben ja mehrmals solche Dekrete von Nebukadnezar und von Darius, die jetzt an alle Völker eine Nachricht weiterbringen, die sich auf Gott bezieht.

[54:01] Offenbarung 14, Vers 6, da finden wir auch eine Nachricht, eine Botschaft, ein Evangelium. Und zwar, dass für alle Völker, Nationen, Stämme und Sprachen sein soll. Es muss sich also auch um einen königlichen Befehl handeln. Und dieser Befehl hier von Darius, der ist durch Boten durchs ganze Reich gebracht worden. Keiner von den Boten hat überlegt, ob er das mal machen soll. Es war ein königlicher Befehl. Ihr Lieben, Offenbarung 14, die drei Engelsbotschaft, ist nicht eine theologische Idee, wo man sagt, naja, das könnte man mal weitergeben. Es ist ein königlicher Befehl, und der König, der diesen Befehl gegeben hat, der kommt in Offenbarung 14, ganz am Ende dann in Vers 14, als der Menschensohn mit Krone auf dem Kopf auf der Wolke wieder. Er ist der König, der diesen Befehl gibt, der ihm vorausgeht, der alle Völker, Nationen, Stämme und Sprachen vorbereiten möchte. Und auch das können wir aus diesen Geschichten aus Daniel lernen. Das ist Offenbarung 14, ein königliches Edikt, und es braucht Boten, die wie damals dieses Edikt in die ganze Welt bringen.

[55:11] Vers 27. Es ist von mir ein Befehl erlassen worden, dass man sich im ganzen Reich meiner Herrschaft vor dem Gott Daniels fürchten und scheuen soll, denn er ist der lebendige Gott, welcher in Ewigkeit bleibt und sein Königreich wird nie zugrunde gehen und seine Herrschaft hat kein Ende. Diese Formulierung, „welcher in Ewigkeit bleibt“, erinnert auch an Nebukadnezar, der dasselbe in Daniel 4, Vers 31 gesagt hat. Und interessant ist hier diese Betonung des lebendigen Gottes. Dem Darius muss schon bewusst gewesen sein, dass er hier etwas ganz anderes erlebt hat, als man es von den Götzen sonst erlebt. Gott bleibt immer derselbe, so sagt es Maleachi 3, Vers 6 und auch Jakobus 1, Vers 17. Gott möchte, dass wir wissen, dass wir uns auf sein Wort verlassen können, so sagt es Hebräer 6, Vers 17 und 18. Und auch von dem Königreich, von dem der Darius hier spricht, haben wir schon oft gehört. In Daniel 2, Vers 44, das war der Schlusspunkt des Traumes des Nebukadnezar, dass Königreich, das nicht untergehen wird. In Daniel 4, 31 hatte Nebukadnezar selbst von diesem Königreich gesprochen. In Daniel 7 wird es wieder auftauchen, als das Königreich, das dem Menschensohn gegeben wird, in Daniel 7, Vers 14, und das dann das Volk Gottes in Ewigkeit in Besitz nehmen wird. Offenbarung 11, Vers 15 greift dann diese Idee auch auf.

[56:29] Vers 28. Er errettet und befreit, er tut Zeichen und Wunder im Himmel und auf Erden. Er hat Daniel aus der Gewalt der Löwen errettet. Darius anerkennt Gott als den wahren Retter. Zeichen und Wunder hatten wir schon bei Nebukadnezar gesehen. In Daniel 3, Vers 32 und 33 als ein Grund, warum Gott angebetet werden sollte.

[56:49] Und zum Ende, Vers 29. Und diesem Daniel ging es von da an gut unter der Regierung des Darius und unter der Regierung von Kyros des Persers. Also hier sehen wir noch mal ganz deutlich, wie wir am Anfang gesehen haben, dass der Kyros nicht sofort die Gesamtherrschaft übernahm, sondern Darius gab. Wir wissen aus Daniel 1, Vers 21, dass Daniel bis zum ersten Jahr des Kyros am Hof blieb. Und das muss dann die Zeit auch gewesen sein, wo er dem Kyros die Passage aus Jesaja 44 und 45 gezeigt hat, die dann dazu geführt hat, dass Kyros einen Befehl erlassen hat.

[57:32] Schauen wir mal, was Ellen White in „Propheten und Könige“ sagt: „Daniels Errettung aus der Löwengrube hatte Gott dazu benutzt, Kyros den Großen günstig zu beeindrucken. Die hervorragenden Fähigkeiten des Gottesmannes als Staatsmann von Weitblick führten dazu, dass der persische Regent ihm Hochachtung zollte und sein Urteilsvermögen schätzte. Und nun, gerade zu der Zeit, in der Gott nach eigenen Worten seinen Tempel in Jerusalem wieder aufbauen lassen wollte, veranlasste er Kyros als sein Werkzeug, die Weissagungen, die sich auf ihn bezogen und mit denen Daniel bestens vertraut war, klar zu erfassen und dem jüdischen Volk die Freiheit zu schenken.“ An dieser Stelle ist dann der Übergang zu dem, was wir in Esra 1 finden, was wir im letzten Quartal so ausführlich studiert haben. Wegen dieser Geschichte in Daniel 6 ist Kyros so beeindruckt, dass als er dann von Daniel die Weissagung aus Jesaja 44 und 45 gezeigt bekommt, er bereit ist, diesem prophetischen Wort zu folgen und diesen ersten Erlass, den wir in Esra 1 finden, erlässt, was dann dazu führt, dass der erste große Schwung an Juden unter Serubbabel und Joschua mit dem Aufbau des Tempels wieder beginnen. Und da sehen wir noch einmal, welche Bedeutung diese Geschichte von Daniel 6 auch für den großen, umfassenden Heilsplan Gottes gehabt hat. Wenn Gott uns in die Löwengrube schickt, dann niemals, um uns zu quälen, sondern nur, weil sich dadurch durch unser persönliches Leben etwas vom Evangelium zeigt, weil dadurch andere Menschen für Gott gewonnen werden können, und weil es Teil des überragenden Erlösungsplanes sein wird und dadurch Dinge in Bewegung gesetzt werden, die wir gar nicht erahnen.

[59:21] Zum Schluss ein Zitat von Ellen White: „Jesus wünscht sich, dass der Seelenfeind sich an den Versuchungen derer... Verzeihung. Jesus wünscht nicht. Ganz entscheidend. Jesus wünscht nicht, dass der Seelenfeind sich an den Versuchungen derer ergötze, welche er um solcher Kosten von den Versuchungen Satans losgekauft hat. Er wünscht keineswegs, dass wir unterliegen und verloren gehen. Er, der die Löwen in ihrer Grube bändigte und mit seinen treuen Zeugen inmitten der Feuersglut wandelte, steht auch heute bereit, für uns zu wirken und alles Böse in unserer Natur zu unterdrücken.“

[1:00:09] Lieber Freund, liebe Freunde, wenn die Löwen in deinem Herzen brüllen, dann wisse, derselbe Gott, der die Löwen unter Kontrolle hatte, sodass sie Daniel nichts tun konnten, der hat auch das Böse in deinem Herzen unter Kontrolle, wenn du ihm Zugang zu deinem Herzen gibst, sodass dir all das, was in deinem Herzen ist, all das, was an vererbte und antrainierte Neigung dich vielleicht versuchen wollen, dass keine Kontrolle über dich haben kann. Er steht heute vor dem Gnadenthron und bringt vor seinem Vater die Gebete derer, die seine Hilfe wünschen. Christus stößt keinen Weinenden noch Zerknirschten zurück. Hast du das schon erlebt in deinem Leben? Ich habe das erlebt. Er will allen gern vergeben, die um Vergebung und Heilung zu ihm kommen. Er sagt keinem alles, was er offenbaren könnte, aber er lädt jede zitternde Seele ein, Mut zu fassen. Wer nur will, kann die Kraft Gottes erfassen, Friede mit ihm machen, und er wird Frieden schließen. Liebe Freundinnen und Freunde, zögere nicht einen Moment länger. Lerne Gott persönlich kennen, so wie er sich dir offenbaren möchte. Möchtest du Jesus in deiner persönlichen Andacht so gut kennenlernen wie Daniel, so gut, dass du unter gar keinen Umständen, selbst in den Wirren der Endzeit, dass du unter gar keinen Umständen auf diese Gemeinschaft mit Jesus verzichten möchtest? Möchtest du so gut mit ihm befreundet sein, dass dich absolut nichts davon abhalten kann, mit ihm zu reden und mit ihm Gemeinschaft zu haben? Gott segne deine Entscheidung. Er wird dir die Kraft geben, jeden Tag aufs Neue mit ihm zu leben.

[1:02:02] Nächste Woche werden wir weiter studieren in Daniel und dann mit den prophetischen Kapiteln beginnen. Wir wünschen euch bis dahin Gottes reichen Segen und viel Freude im Studium seines Wortes und die Erfahrung, dass täglich Gott zu euch spricht in der Andacht. Amen.


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