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Manuskript zur Sendung >>> CSH 11 Sendemanuscript

In dieser Cannstatt Study Hour, Lektion 11, taucht Rabea Kramp tief in die Kapitel 28 und 29 des Buches der Sprüche ein, um das Thema „Aus dem Glauben leben“ zu beleuchten. Sie vergleicht die Furchtlosigkeit der Gerechten mit der eines jungen Löwen und untersucht die Rolle von Herrschern, den Kontrast zwischen Arm und Reich sowie die Bedeutung von Ehrlichkeit im Glaubensleben. Das Video bietet praktische Einblicke, wie biblische Prinzipien im täglichen Leben angewendet werden können.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2015 Q1: Das Buch der Sprüche

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Folge der Cannstatt Study Hour. Wir begrüßen euch, die auf JoelmediaTV zugeschaltet seid oder auch auf ADTV. Wir haben heute die Cannstatt Study Hour Nummer 11 in diesem Quartal und beschäftigen uns mit dem Thema „Aus dem Glauben leben“. Und wir studieren dazu Sprüche 28 und 29. Zwei sehr spannende Kapitel mit wirklich sehr wichtigen Themen, die unser Glaubensleben und unser praktisches Leben betreffen.

[0:54] Bevor wir einsteigen, möchten wir beten und ich bitte euch, das Haupt zu neigen. Lieber Gott, wir danken dir für dein Wort, das so klar ist, das du gegeben hast. Und wir bitten dich für deinen Heiligen Geist, dass er uns in alle Wahrheit führt und uns dein Wort aufschließt mit einem Schlüssel und wir wirklich verstehen können, wie wir dein Wort in unserem Leben umsetzen können. Wir danken dir für deine Güte und Liebe in deinem Namen. Amen.

[1:30] Wir steigen ein in Sprüche 28 und dort Vers 1. Dort lesen wir: „Der Gottlose flieht, auch wenn niemand ihn jagt; aber die Gerechten sind furchtlos wie ein junger Löwe.“ Nun, ich habe mich gefragt, wie furchtlos ist eigentlich ein junger Löwe? Und zu meinen ganz besonderen Hobbys gehört es, mich mit Tieren zu beschäftigen. Und ich kann stundenlang da sitzen und Tiere beobachten. Und ich habe mich ein bisschen kundig gemacht, wie sieht das mit jungen Löwen aus? Wie sind junge Löwen? Warum beschreibt die Bibel Gerechte als junge Löwen? Und da habe ich herausgefunden, dass Löwen Rudeltiere sind. Sie leben wie in einer Art Harem. Es gibt ein Männchen und viele Weibchen und viele Kinder. Diese Rudel werden immer wieder von Junglöwen angegriffen. Das heißt, wenn ein Löwe über mehrere Jahre, meistens sind es drei bis vier oder fünf Jahre, ein Rudel führt, kommt wieder ein Junglöwe und bekämpft diesen mittlerweile alt gewordenen Löwen und möchte das Rudel übernehmen, diesen Harem. Und wenn das Männchen schon kein Junglöwe mehr ist, sondern etwas älter geworden ist, dann besiegt meist dieser hereinkommende Junglöwe den Altlöwen und übernimmt die Gruppe. Wenn er älter wird oder wenn allgemein die Löwen älter werden, werden sie zurückhaltender, etwas ruhiger, gesetzter. Und interessant ist, dass viele Löwen sogar feige sind. Und es kommt zustande, dass wenn Löwen zum Beispiel auf der Jagd sind und so ein Löwe, der von seinem Rudel weggetrieben wurde, der dann alleine und durch die öde Wüste sich kämpft, dass er sich nicht an andere Tiere herantraut, weil er zu feige geworden ist, zu kämpfen. Und das Resultat ist oft, dass dieser Löwe dann verendet und stirbt vor Hunger.

[3:48] Warum sind die Gerechten so furchtlos wie ein junger Löwe? Wir lesen dazu Psalm 112. Und dort heißt es in Psalm 112, Verse 7 und 8: „Vor der Unglücksbotschaft fürchtet er sich nicht. Sein Herz vertraut auf den Herrn. Sein Herz ist getrost. Er fürchtet sich nicht, bis er seine Lust an seinen Feinden sieht.“ Und ein weiterer Vers, der uns hilft, diese Furchtlosigkeit noch näher zu beleuchten, finden wir auch in den Psalmen, und zwar Psalm 27 und dort Vers 1 bis 3. „Der Herr ist mein Licht und mein Heil. Vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft. Vor wem sollte mir grauen? Vers 2. Wenn Übeltäter mir nahen, um mein Fleisch zu fressen, meine Widersacher und Feinde, so müssen sie straucheln und fallen. Selbst wenn ein Heer sich gegen mich lagert, so fürchtet mein Herz sich dennoch nicht. Wenn sich Krieg gegen mich erhebt, so bin ich doch auch dabei getrost.“ Die furchtlosen Junglöwen haben einen Fels, auf den sie trauen, und das ist Gott. Sie leben wirklich aus dem Glauben und aus dem Vertrauen, und daher rührt ihre Furchtlosigkeit.

[5:25] Als ich diese Verse gelesen habe, musste ich daran denken, dass viele junge Leute in der Gemeinde oft viel bewegen wollen. Und so kommt es manchmal vor, dass sie mit Enthusiasmus, Idealismus in die Gemeinde kommen, etwas Großes anpacken wollen und doch belächelt werden. Da sitzen dann manchmal ein paar alte Löwen, die sagen: „Ja, ja, die werden auch noch ein bisschen ruhiger werden.“ Aber Gott gebraucht genau diese Charakterzüge eines furchtlosen jungen Löwen. Und diese Charakterzüge braucht Gott für die Endzeit. Denn unser Auftrag, den Gott uns gegeben hat, die ganze Welt zu erreichen mit dem Evangelium, ist doch eigentlich eine Nummer zu hoch für uns, oder nicht? Und diese Eigenschaften der Furchtlosigkeit, des Kämpfens und dieser Idealismus, dieser Enthusiasmus, das braucht Gott. Und Ellen White sagt, dass das Werk von der Jugend beendet wird. Und ich glaube, dass dieses Junglöwenverhalten eine große Rolle dabei spielen wird.

[6:39] Wir behalten dieses Verhalten der Löwen ein bisschen im Hinterkopf und begeben uns weiter in Sprüche 28. Und wer Sprüche 28 und 29 schon mal ein bisschen durchgescannt hat, wird gemerkt haben, da gibt es viele Gedanken, die immer wiederkehren. Es ist nicht jeder Vers eine neue Idee, sondern da und da finden sich zwei Verse zum gleichen Thema oder manchmal auch sieben oder acht Verse zu einem Thema. Aber sie sind ein bisschen verstreut. Und ich habe versucht, sie ein bisschen zusammenzuziehen. Ich habe verschiedene Themen in diesen beiden Kapiteln gefunden. Dort spricht es über Herrscher und Könige, über den Gegensatz von Arm und Reich, über das Verhalten der Gottlosen gegenüber den Treuen. Es spricht auch von Ehrlichkeit und Schmeichelei. Es behandelt auch in einigen Versen das Gericht. Es geht um Erziehung und es geht über das Volk, das sich so schwer erziehen lässt. Und es handelt von Fleiß. Aber wenn wir alle diese Themen heute behandeln würden, dann würden wir die CSH sprengen. Deshalb habe ich mich auf drei dieser Überthemen beschränkt.

[7:58] Konzentrieren wir uns zuerst auf die Herrscher, Fürsten und Könige. Die Sprüche allgemein sprechen sehr oft über diese Gruppe. Vor allem in Sprüche 31, das wir in zwei Wochen behandeln werden, lernen wir, was sich für Könige ziemt. Dort geht es um Lemuel. In Sprüchen 28 und 29 zeigt Salomo immer wieder auf, welchen großen Einfluss der Charakter des Herrschers auf das Leben des Volkes hat. Lasst uns Vers 2 lesen in Kapitel 28. Dort heißt es: „Dieser Vers hat mich inspiriert, herauszufinden, ob sich das wirklich so verhalten hat, dass ein Land, das frevelhafte Fürsten hat, kürzeren Bestand hat als ein Land, das weise Fürsten hat.“ Und wir sehen das ganz gut in dem Vergleich von Israel und Juda. Israel ist viel früher gefallen als Juda, weil die jüdischen Fürsten noch länger treu waren. Oder es waren immer mal wieder Fürsten dabei, Könige, die Gott wirklich an die erste Stelle gesetzt haben. Und wer einmal sich die Arbeit machen möchte, der kann sich herausschreiben, wie lange die Könige in Israel jeweils regiert haben, wie viele Jahre jeder König regiert hat und wie viele Jahre jeder König in Juda regiert hat. Und das Ergebnis ist sehr spannend, denn im Durchschnitt ist die Regierungszeit der jüdischen Könige länger gewesen als die der israelitischen. So findet sich dieser Vers bestätigt, dass durch einen einsichtigen weisen Mann ein Land längeren Bestand hat.

[9:52] Ein interessantes Beispiel sind auch Saul, David und Salomo. Und es ist ja bekannt, dass alle drei Könige genau 40 Jahre regiert haben. Und es scheint fast so, als würde Gott diese 40 Jahre Regierungszeit als sein Optimum ansehen. Eine optimale Regierungszeit, in der man seine Herrschaft aufrichten kann und ein Land zur Blüte führen kann.

[10:21] Wir schauen mal in Sprüche 28 und dort Vers 15 bis 16. Dort heißt es: „Wie ein brüllender Löwe und ein gieriger Bär ist ein gottloser Herrscher gegen das geringe Volk. Ein unverständiger Fürst erlaubt sich viele Erpressungen. Wer aber ungerechten Gewinn hasst, wird lange regieren.“ Und dazu lesen wir Sprüche 29, Vers 2. Weil dieser Vers passt sehr gut zu diesen beiden Versen in Kapitel 28. Sprüche 29, Vers 2 sagt: „Durch Recht bringt ein König das Land in guten Stand. Ein Erpresser aber richtet es zugrunde.“ Hier lernen wir, dass erpresserische Könige keine Zukunft haben. Ihre Tage sind schnell gezählt. Dahingegen wird ein Herrscher, der sich nicht heimlich bereichert, lange regieren.

[11:21] Ich möchte noch mal ein bisschen zurückkommen auf diese Löwen, weil das ein Thema ist, was mich sehr interessiert. Und ich glaube, weil Gott dieses Thema immer wieder in der Bibel aufgreift, ist es ein Thema, was uns etwas Wichtiges mitteilen will. Woher kennen wir dieses Bild eines jungen Löwen, wie es in Sprüchen 28, Vers 15 und 16 steht, dass ein gottloser Herrscher wie ein brüllender Löwe ist? Kommt uns nicht 1. Petrus 5, Vers 8 in den Sinn, wo es heißt: „Seid nüchtern und wachet. Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen könne.“ Der Teufel streift wie ein Löwe auf Beutesuche durch die Welt und auch durch dein eigenes Leben und durch mein Leben. Und er sucht immer wieder nach Angriffsmöglichkeiten. Wenn Löwen in der Savanne jagen, dann suchen sie sich oft Tiere als Beute aus, die etwas abseits der Herde stehen oder die vielleicht schwach sind oder Jungtiere, kleine Tiere. So ist es auch mit Satan. Er greift dich an Punkten an, an denen du am verletzlichsten bist oder zu einer Zeit, wo du nicht so stark bist wie ein Junglöwe.

[12:45] Wer übrigens noch ein bisschen mehr erfahren will über die Löwen und was die Bibel so über Löwen sagt, der kann ein sehr spannendes Kapitel studieren, das vielleicht nicht jeder kennt. Das ist Hesekiel 19 und ist ein sehr tiefes Kapitel und ich würde euch ermutigen, weil das jetzt den Rahmen sprengen würde, dass ihr das mal für euch studiert und schaut, was die Bibel dort zu sagen hat über Löwen.

[13:14] Schauen wir in Sprüche 29, Vers 2. Dort heißt es: „Wenn die Gerechten sich mehren, freut sich das Volk. Wenn aber die Gottlosen herrschen, seufzt es.“ Wenn ein Herrscher Frieden, Gerechtigkeit und Wohlstand bringt, dann kann das Volk aufatmen. Dann gibt es Konjunkturaufschwung. Dann gibt es ein Volk, das gerne für seinen König da ist. Und dann gibt es Fröhlichkeit und Optimismus und Unternehmertum. Diesen Gedanken finden wir auch in Sprüche 28, Vers 12. Und dort heißt es: „Wenn die Gerechten triumphieren, so ist die Herrlichkeit groß. Wenn aber die Gottlosen oben aufkommen, so verbirgt man sich.“ Das heißt übersetzt, wenn es in einem Land viele Gerechte gibt, dann geht es dem Land gut. Dann gibt es einen Aufschwung und dann kann man triumphieren. Aber wenn die Gottlosen aufkommen, dann verbirgt man sich. Sprüche 28, Vers 28 bringt fast den gleichen Gedanken zutage: „Wenn die Gottlosen oben aufkommen, so verbergen sich die Leute. Wenn sie aber umkommen, so mehren sich die Gerechten.“

[14:48] Ich habe mir die Frage gestellt, ist es jetzt gut, dass sich die Leute verbergen, wenn die Gottlosen aufkommen? Oder sollten die Gerechten sich lieber dagegen stemmen und sagen: „Wie kann es sein, dass so viel Ungerechtigkeit herrscht? Wir wollen etwas dagegen tun.“ Sollten nicht vielmehr die Gerechten aufstehen und sagen: „So geht es nicht, König. Solche Ungerechtigkeit können wir nicht dulden.“ Hier sind wir wieder ein bisschen bei dem Bild der Junglöwen. Es gibt einige Geschichten in der Bibel, die von jungen Menschen erzählen, die genau das getan haben, die sich wie Junglöwen verhalten haben, die gesagt haben: „Diese Ungerechtigkeit, König, können wir nicht gelten lassen.“ Und ich weiß nicht, welche Figuren aus der Bibel euch in den Sinn kommen, aber mir kam sofort Daniel in den Kopf. In Daniel lesen wir, wie der König Nebukadnezar diesen Erlass erlässt, dass alle Sterndeuter umgebracht werden, weil sie seinen Traum nicht deuten können. Und Daniel sagt: „Stopp, ich möchte dem Einhalt gebieten, weil das ist ungerecht und ich möchte etwas dagegen tun.“ Auch Daniels Freunde, die vor dem goldenen Standbild Nebukadnezars niederknien sollten, sind stehen geblieben und haben gesagt: „Hier sind wir, das ist ungerecht, König, das ist nicht das, was Gott von uns verlangt.“ Oder auch Esther, ihr Volk sollte umgebracht werden, alle Juden sollten vernichtet werden. Aber Esther und Mordechai haben einen Plan geschmiedet, den König umzustimmen und haben gesagt: „König, das ist kein gerechter Erlass. Wie kannst du so etwas tun?“ Oder auch David, der sich gegen Saul aufgelehnt hat und gesagt hat: „Saul, so geht es nicht, das ist ungerecht.“

[16:57] Unsere natürliche Reaktion in Schwierigkeiten ist, sich zu verbergen. Und Gott redet es uns auch in manchen Fällen. Zum Beispiel, wenn es um die Endzeit geht, sollen wir uns verbergen von den Gottlosen. Aber warum ist das so? Ist es nicht so, dass wenn noch Hoffnung ist, für den König umzustimmt zu werden, dass wir hingehen sollten und sagen: „König, so geht es nicht.“ Aber wenn keine Hoffnung mehr ist, wie in den letzten Tagen in der Trübsalszeit, dann sollten wir uns verbergen. Aber solange Hoffnung ist, möchte Gott, dass wir für unseren Glauben eintreten und sagen: „König, das ist ungerecht.“ So hat es auch Paulus in Römer 1, Vers 16 gehalten. Er sagte: „Ich schäme mich des Evangeliums nicht.“ Er tat freimütig auf und hat sich nicht geschämt für seinen Glauben. Aber wie oft sind wir feige wie alte Löwen, die zu schwach sind zum Kämpfen. Aber Gott möchte aus einem alten Löwen wieder einen jungen Löwen machen. Und nur Gott kann dieses in dir tun. Auch Luther bekräftigte einige Jahrhunderte später nach Paulus: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders.“

[18:14] Gehen wir zu Sprüche 29, Vers 12. Dort sagt die Bibel: „Wenn ein Fürst auf Lügenworte achtet, so werden alle seine Diener gottlos.“ Ein König ist ein Vorbild für alle, für alle Untergebenen, für alle, die ihm unterstehen. Und sein Verhalten spiegelt sich im Verhalten seiner Untertanen wider. Ein interessanter Fakt ist, dass Ellen White die Mutter einer Familie als Königin des Hauses bezeichnet. Sie sind sozusagen die Vorbilder, das Königspaar über der Familie. Und ihr Verhalten ist der Maßstab für alle anderen. Dass wir alle Könige und Priester sind, wie Petrus es sagt, und dass wir alle einen Einfluss auf andere haben, zum Guten und leider manchmal auch zum Bösen.

[19:18] Sprüche 29, Vers 26 sagt: „Viele suchen das Angesicht eines Fürsten, aber von dem Herrn kommt das Recht eines jeden.“ Salomo macht deutlich, dass der König Gott nicht ersetzen kann. Er vertritt ihn nur. Und so muss am Ende jeder alleine vor Gott stehen und nicht vor einem menschlichen Fürsten. Ein menschlicher Fürst ist nur ein Vertreter, ein Stellvertreter für Gott. Und wir sollten uns nie vor den Fürsten beugen, wie wir es vor Gott tun würden. Die letzte Instanz ist immer Gott. Und ein Knecht kann nicht über seine Meister sein. So kann auch ein Fürst, ein König nicht über Gott sich stellen oder gestellt werden von Menschen.

[20:16] Zum Abschluss dieses Gedankens über die Herrscher lassen uns Sprüche 8 lesen. Sprüche 8, und dort Vers 15 und 16. „Durch mich herrschen die Könige und erlassen die fürstengerechte Verordnung. Durch mich regieren die Herrscher und die Edlen, alle Richter auf Erden.“ Kein König regiert aus sich selbst. Auch Angela Merkel regiert nicht aus sich selbst. Gott setzt die Obersten ein und er setzt sie wieder ab. Und alle Verordnungen, die sie erlassen, bewacht Gott. Und das ist auch eine Sache, auf die wir uns verlassen können. Auch wenn die Obrigkeit, die Könige, die Herrscher Dinge tun, die wir vielleicht nicht gutheißen können, die uns in Schwierigkeiten bringen, so können wir uns darauf verlassen, dass Gott die Fäden doch in der Hand hält und dass er Könige einsetzt und absetzt.

[21:19] Ein anderes Thema in den Sprüchen, wie bereits angeklungen, ist der Kontrast zwischen Arm und Reich. Und hier möchte ich einmal einige Verse anschauen, die diesen Kontrast darstellen. Zuerst Sprüche 28, Vers 6. Dort heißt es: „Ein Armer, der in seine Unschuld wandelt, ist besser als ein Reicher, der krumme Wege geht.“ Sprüche 28, Vers 11 sagt: „Ein Reicher kommt sich selbst weise vor, aber ein Armer, der verständlich ist, durchschaut ihn.“ Sprüche 28, Vers 20: „Ein ehrlicher Mann hat viel Segen. Wer aber schnell reich werden will, bleibt nicht unschuldig.“ Sprüche 28, Vers 22: „Wer nach Reichtum hastet, wird eifersüchtig und weiß nicht, dass Mangel über ihn kommen wird.“ Und Vers 27: „Wer dem Armen gibt, hat keinen Mangel. Wer aber seine Augen verhüllt, wird viel verflucht.“ Sprüche 29, Vers 7 sagt: „Der Gerechte berücksichtigt das Recht der Armen, der Gottlose aber ist rücksichtslos.“ Und Sprüche 29, Vers 13 zum Abschluss sagt: „Der Arme und der Wucherer treffen einander. Der Herr gibt ihnen beiden das Augenlicht.“

[23:00] Wenn wir die ganzen Sprüche betrachten, so haben wir oft diesen Kontrast zwischen Arm und Reich. Und immer wieder kommt dieses Thema zum Tragen. Und immer wieder kommt es zum gleichen Resultat. Es tut der Seele nicht gut, nach schnellem Gewinn zu streben auf Kosten von anderen. Die gelesenen Verse sagen uns, jeder, der nach schändlichem Gewinn strebt, wird rücksichtslos. Er muss krumme Wege gehen. Er kann nicht ehrlich bleiben. Und er denkt von sich selbst, er würde weise sein. Er wird eifersüchtig auf andere, vielleicht, weil sie mehr haben. Und am Ende verfolgt ihn der Fluch. Und doch lässt Gott die Sonne scheinen über Böse und Gute. Und er schenkt den Reichen und den Armen das Augenlicht. Warum macht er das? Gott ist ein Gott der Geduld. Und Gott möchte nicht, dass ein Sünder verloren geht. Gott liebt jeden. Auch wenn du noch so tief im Schlamassel und in der Sünde steckst. Gott ist die Liebe. Und deswegen hofft er alles. Er glaubt alles. Und er duldet alles. Weil er so lange wartet, bis sein Geschöpf umkehrt.

[23:35] Ein drittes Thema in den Sprüchen ist die Ehrlichkeit. Und dort heißt es in Sprüche 28, Vers 9: „Wer sein Ohr abwendet vom Hören auf das Gesetz, dessen Gebet sogar ist ein Gräuel.“ Dieses Abwenden vom Hören auf das Gesetz ist ein aktives Nicht-Hinhören. Im Hebräischen kann dieses Wort auch „Rebellieren“ bedeuten. Es ist also eine bewusste Entscheidung gegen einen Ratschlag aus dem Wort Gottes. Ein Bereich im Leben, den man Gott nicht übergeben will und in dem man Rebellion verharrt. So ein Leben ist unaufrichtig. Man gibt vor, ein Christ zu sein, ein Nachfolger Gottes. Und ist doch nicht bereit, Gott sein ganzes Leben zu geben. Man sagt von sich, Christ zu sein. Aber die Lieblingssünde möchte man nicht aufgeben. Sprüche 15, Vers 8 sagt: „Der gottlosen Opfer ist dem Herrn ein Gräuel. Das Gebet der Aufrichtigen aber ist ihm angenehm.“ Aufrichtig zu sein bedeutet, mit ehrlichem Herzen vor Gott zu kommen und bereit zu sein, noch den kleinsten dunklen Flecken in meiner Seele von Gottes Licht hell werden zu lassen.

[26:11] Sprüche 28, Vers 21 sagt: „Die Person ansehen ist nicht gut. Und sollte ein Mann wegen einem Bissen Brot Unrecht tun?“ Die Bibel spricht oft davon, die Person nicht anzusehen. Und ich denke, unser größtes Vorbild darin war Jesus. Jesus hat sich mit allen Menschen, egal welcher Schicht, egal welcher Krankheit, egal wie viel Sünde er auf sich geladen hatte, an einen Tisch gesetzt, hat ihn geheilt, hat ihm Worte des Trostes zugesprochen. Jesus ist sozusagen der gerechteste Richter, den man sich vorstellen kann. Und jeder muss vor diesem gerechtesten Richter erscheinen. Aber Jesus schaut durch deine Hülle durch. Jesus durchschaute den Besessenen, der mit einer Legion böser Engel besessen war und nackt auf ihn zugerannt kam. Aber in seinen Augen hat Jesus gesehen, was in seinem Herzen war. Gott sieht das Herz, und Gott hat seinen Wunsch gesehen, frei zu werden. Und Gott kann durch einen Berg von Sünde, der über dir ist, hindurchschauen und kann sehen, wenn du es aufrichtig meinst, wenn du wirklich dein Leben ihm übergeben willst. Aber Jesus durchblickte auch Petrus, der mehr zu sein vorgab. Zum Beispiel, als er gelobte, Jesus nicht zu verleugnen, als Jesus es voraussagte. Oder als Petrus versuchte, Jesus davon abzubringen, nach Jerusalem zu gehen und dann am Kreuz für die Menschen zu sterben. Jesus durchschaute auch seine Freunde. Und er schaut in jedes Herz. Und wir können Jesus nichts vormachen.

[28:12] Lass uns gehen zu Sprüche 28 und dort 23 und 24. Die Bibel sagt: „Wer einen anderen zurechtweist, wird zuletzt mehr Gunst finden als derjenige, der mit der Zunge schmeichelt. Wer Vater und Mutter bestiehlt und behauptet, das sei keine Sünde, der ist ein Spießgeselle des Verderbens.“ Sprüche 29, Vers 5 bringt diesen Sachverhalt des Schmeichlers noch ein bisschen mehr auf den Punkt. Und dort heißt es: „Wer seinen Nächsten schmeichelt, der stellt seinen Füßen ein Netz.“ Was für Menschen sind Schmeichler? Wie sind sie gestrickt? Was denken sie, wenn sie schmeicheln? Oder wie kommen sie dazu? Darauf finden wir im Judasbrief eine sehr interessante Antwort. In Judas 1, Vers 16 heißt es: „Das sind Unzufriedene, die mit ihrem Schicksal hadern und dabei nach ihren Lüsten wandeln. Und ihr Mund redet übertriebene Worte, wenn sie dem Nutzen zur Liebe ins Angesicht schmeicheln.“ Dieser Vers lehrt uns, diese Schmeichler sind Menschen, die zu ihrem eigenen Vorteil handeln. Und sie schmeicheln oft Menschen, die sie eigentlich gar nicht ausstehen können. Und sie versuchen, ihnen schöne Worte zu machen. Und ihr wisst, schmeicheln tut man nicht mit der Wahrheit. Schmeicheln tut man nicht mit Tatsachen, sondern immer mit übertriebenen Worten. Und im Endeffekt ist somit Schmeichelei eigentlich Unehrlichkeit und Lüge.

[30:04] Was bedeutet es jetzt? Was bedeutet dieses Netz für die Füße in Sprüche 25, Vers 5? Wenn wir in Psalm 10, Vers 9 schauen, dort heißt es: „Er lauert im Verborgenen wie ein Löwe, dort haben wir den Löwen wieder, im dichten Gebüsch. Er lauert, dass er den Schwachen fange. Er fängt den Schwachen und schleppt ihn fort in sein Netz.“ Das Netz ist somit ein Behältnis, in dem man seine Beute mitnimmt. Im Psalm 140, Vers 5 steht: „Die Stolzen legen mir Fallen und Schlingen. Sie spannen ein Netz aus neben dem Weg. Sie haben mir Fallstricke gelegt.“ Dieser Parallelismus, den wir in diesem zweiten Vers finden, macht deutlich, dass Netze Fallstricke, Fallen und Schlingen sind. Und alle diese Dinge sind zum Fangen da. Andere Verse sagen auch „Grube“. Also etwas, womit man eine Beute einfängt.

[31:12] Als Jesus auf der Erde war, hat er hautnah erfahren, was es bedeutet, wenn der Böse einem Menschen Fallstricke legt und Schlingen. In Matthäus 26, Vers 23 lesen wir: „Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Hebe dich weg von mir, Satan! Du bist mir zum Fallstrick. Denn du denkst nicht göttlich, sondern menschlich.“ Hier haben wir genau diese Situation, die wir gerade besprochen haben. Jesus teilt seinen Jüngern mit, er müsse nach Jerusalem gehen, um dort zu sterben. Und Petrus sagt: „Nein, du darfst das nicht tun.“ Und der Satan hat Petrus in diesem Moment benutzt als Fallstrick. Fallstricke sind Dinge, die das sündige Herz sich ausdenkt. Sie sind menschlichen Ursprungs, so wie der Vers sagt: „Du denkst nicht göttlich, sondern menschlich.“ Und Luther übersetzte: „Ein trotzig und verzagt Ding ist das Herz. Wer kann es ergründen?“ Satan benutzt oft Dinge, die vielleicht keinen bösen Anschein haben, aber uns doch zu Fall bringen. Und umso treuer wir sind, umso listiger sind die Anschläge des Bösen. Und umso mehr müssen wir uns auf Gottes Wort verlassen und ihm vertrauen, dass wir nicht in einen dieser Schlingen hineintappen und er uns weg schleift als Beute.

[32:48] In der Bibel finden wir Verse und Geschichten, die deutlich machen, dass nicht nur Gottlose dem Volk Gottes Netze auslegen, sondern dass Gott es manchmal zulassen muss, dass sein Volk in so ein Netz gerät. In Hesekiel 19, Vers 8 lesen wir: „Aber die Nationen rings aus den Ländern stellten sich ihm entgegen, hier ist das Volk Gottes gemeint, und spannten ihr Netz über ihn, also das Volk Gottes. Und er war in ihrer Grube gefangen.“ Als das Volk Gottes so untreu geworden war, dass sie nicht mehr auf Gottes Stimme gehört haben, hat Gott dieses Netz der Babylonier benutzt, um sein Volk zu fangen. Und in Hosea 7, Vers 12 ist ein sehr interessanter Vers, der sagt: „Wohin sie aber auch gehen, breite ich mein Netz über sie, ziehe sie wie Vögel vom Himmel herunter und züchtige sie, wie es ihrer Gemeinde gepredigt worden ist.“ Hosea sagt: „Ihr habt nicht auf Gott gehört. Ihr hättet einen geraden Weg gehen können. Aber weil ihr es nicht getan habt, hat Gott Propheten gesandt, die gesagt haben: Es wird ein Netz kommen, das euch einfängt, wegfängt, in Gefangenschaft führt, nach Babylon.“ Und genau das ist passiert. Gott hat dieses Netz zugelassen, das die Babylonier ausgeworfen haben. Und es hat das Volk Gottes gezüchtigt und erzogen in dieser Gefangenschaft.

[34:32] Gott benutzt diese Netze auch in unserem ganz persönlichen Leben oft, um uns aufzurütteln, damit wir uns zurückbesinnen auf die Zeit, wie es war, als wir ganz nah bei Gott waren, als wir Freiheit hatten und als wir Segen hatten. Gott möchte, dass wir zurückkehren. Gott möchte nicht, dass wir auf Lebenszeit in diesen Netzen gefangen sind und darin sterben. Gott möchte uns fangen und freilassen.

[34:58] Sprüche 29, Vers 25 sagt: „Die Menschenfurcht ist ein Fallstrick. Wer aber auf den Herrn vertraut, hat nichts zu fürchten.“ Diese Menschenfurcht ist oft über die Furcht Gottes gestellt. Und es ist wie ein falscher Maßstab, den wir anlegen und der uns zum Fallstrick wird, wenn wir auf Menschen schauen, die ja doch Selbstsünder sind. Wie kann uns das retten? In Sprüche 23, Vers 26 gibt Gott uns eine Verheißung. Er sagt: „Denn der Herr wird in deinem Herzen sein und deinen Fuß bewahren vor dem Fallstrick.“ Allein Gott zu fürchten ist der Weisheitsanfang und bewahrt uns vor jedem schlechten und krummen Weg.

[36:02] Wie so oft in der Bibel missbraucht der Feind Gottes Methoden. Und so hat auch Satan diese Netze, die Gott eigentlich für etwas anderes gemacht hatte, pervertiert und hat Netze der Gewalt, der Angst, der Verwirrung und des Todes ausgeworfen. Jesu Netze sind Netze der Liebe und des Lebens und der Wahrheit.

[36:28] In Matthäus 13, Vers 47 steht ein Gleichnis. Dort spricht es von einem ganz anderen Netz. Kein Netz, das uns versklavt und in die Gefangenschaft führt, sondern dort heißt es: „Wiederum ist das Himmelreich gleich einem Netz, das ins Meer geworfen wird und Fische von allerlei Art zusammenbrachte.“ Jesus fischt mit dem Netz der Liebe. Und wenn wir uns dagegen entscheiden, dann haben wir auch die Chance, aus diesem Netz zu entkommen. Aber das heißt nicht, dass wir Segen haben, sondern wir verstricken uns dann in die Fallstricke Satans und in die Schlingen der Sünde.

[37:21] Es ist unsere Entscheidung, ob wir ein Fischer sind für das Himmelreich und Netze der Liebe auswerfen, um verlorene Seelen zu retten, oder ob wir Agenten des Bösen sind, die ihre Schlingen auslegen der Sünde, um andere Menschen zu Fall zu bringen. Du kannst entscheiden, ob du Netze des Verderbens oder Netze der Liebe auswerfen möchtest.

[37:56] In diesem Sinne möchte ich ein letztes Gebet sprechen und wir möchten Gott bitten, dass er uns hilft, diese Netze der Liebe auszuwerfen. Herr, lieber Gott, wir danken dir, dass du über allem stehst und dass du der Herrscher des Himmels und der Erde bist. Herr, du hast uns mit Netzen der Liebe zu dir gezogen und wir bitten dich, dass auch wir zu solchen Menschenfischern werden, die Netze der Liebe auswerfen und eine reiche Ernte einbringen. Herr, wir danken dir für deinen großen Segen in unserem Leben und im Leben anderer. Amen.

[38:51] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!


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